Načetín I
Načetín I ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=de|SCRIPTING=Latn|SERVICE=deutsch}}) ist eine Wüstung im Okres Chomutov, Tschechien. Seine Fluren mit einer Fläche von 860,6266 ha<ref>http://www.uir.cz/katastralni-uzemi/662143/Nacetin</ref> gehören zur Gemeinde Kalek.
Lage
Načetín I lag gegenüber der sächsischen Siedlung Kühnhaide unmittelbar an der sächsisch-böhmischen Grenze. Die Siedlung befand sich auf dem Kamm des Erzgebirges in einer Höhe von ca. 775 Metern. Die Region gilt aufgrund der Lage in einer von höhergelegenen Wäldern umgebenen Senke, in der sich die Kaltluft bei klaren, windstillen Nächten stauen kann, als eine der kältesten in Deutschland. Im benachbarten Kühnhaide wurden im Winter 2011/2012 −34,4 °C an einer privaten Wetterstation registriert.<ref>Karl-Heinz Melzer: Kühnhaide – Kältekammer Deutschlands, in: Erzgebirgische Heimatblätter 40 (2018), Heft 2, S. 8–9. {{#invoke:URIutil|{{#ifeq:1|1|linkISSN|targetISSN}}|0232-6078|0}}{{#ifeq:1|0|[!] }}{{#ifeq:0|1
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Das Dorf lag am südwestlichen Hang des Čihadlo (Lauschhübel). Es war von drei Seiten von Wald umgeben, nur nach Kühnhaide war es offen.
Geschichte
Die Besiedlung von Načetín I ging vermutlich vom benachbarten Kühnhaide aus, welches 1534 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Načetín I wurde Ende des 17. Jahrhunderts als Siedlung von Waldarbeitern und Köhlern gegründet. Der Boden war karg, die Feldwirtschaft brachte nur Kartoffeln, Hafer, Roggen und Rüben ein. Jedoch sorgte die Viehwirtschaft für Einkünfte.
1824 entstand eine eigene Schule, bis dahin besuchten die Kinder die Schule im benachbarten Kühnhaide. Kirchlich gehörte Načetín I zu Kalek (Kallich), dessen Ortsteil es bildete.
Auf dem benachbarten Čihadlo (Lauschhübel) entstand 1869 eine Station 2. Ordnung der Königlich-Sächsischen Triangulirung.
Seit 1889 war Načetín I eine eigenständige Gemeinde im Gerichtsbezirk Sebastiansberg bzw. Bezirk Komotau. Zu diesem Zeitpunkt zählte der Ort etwa 280 Einwohner.
1923 erfolgte der Anschluss ans Elektrizitätsnetz von sächsischer Seite aus. Das Dorf hatte 1939 211 deutsche Einwohner, die nach dem Krieg Anfang 1946 komplett vertrieben wurden. Das Dorf wurde nicht mehr besiedelt und 1948 offiziell aufgehoben. Bis auf das ehemalige Forsthaus wurden im Jahre 1947 alle Häuser wegen ihrer Grenznähe zerstört.
Der historische Ortsname Kienhaid wurde 1952 per Dekret des tschechischen Innenministeriums aufgehoben. Das Siedlungsgebiet wurde dem benachbarten Načetín (Natschung) zugeordnet und als Načetín I bzw. Zadni Načetín (Hinternatschung) bezeichnet.
Entwicklung der Einwohnerzahl
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Literatur
- Oliver Hach: Atlas der verschwundenen Dörfer im böhmischen Erzgebirge. Verlag Tschirner & Co, Leipzig 2026, ISBN 978-3-9827881-2-8
Weblinks
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Einzelnachweise
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