London Stock Exchange
| London Stock Exchange Group plc
| |
|---|---|
| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | London-Stock-Exchange-Logo.svg | |
| Rechtsform | public limited company |
| ISIN | GB00B0SWJX34 |
| Gründung | 1698 |
| Sitz | London, Datei:Flag of the United Kingdom.svg Vereinigtes Königreich |
| Leitung | |
| Mitarbeiterzahl | 4.741<ref name="annualreport17" /> |
| Umsatz | 1,768 Mrd. GBP (2017)<ref name="annualreport17" /> |
| Branche | Börsen |
| Website | www.londonstockexchange.com |
| Stand: 31. Dezember 2017 | |
Die London Stock Exchange (LSE) mit Sitz in der britischen Hauptstadt London ist eine der ältesten Börsen in Europa und – gemessen am Wert der Unternehmen, deren Aktien gehandelt werden – die zweitgrößte Börse Europas (Stand 2022).<ref>Daniel Mohr und andere: Paris wird größte Börse Europas. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. November 2022, S. 23.</ref>
Betreiber und Muttergesellschaft der Börse ist die London Stock Exchange Group plc (LSEG). Die Aktiengesellschaft ist im selbst herausgegebenen FTSE 100 notiert und in mehrere Segmente untergliedert:
- Data & Analytics (Finanzmarktdaten und -infrastruktur; überwiegend Geschäftsteile aus der Übernahme des Informationsdienstleisters Refinitiv)
- FTSE Russell (Erstellung sowie Lizenzierung von Indexfamilien und Benchmarks)
- Risk Intelligence (Risikomanagement für Unternehmen)
- Capital Markets (Betrieb von Handelsplattformen wie die LSE selbst)
- Post Trade (u. a. Clearing, regulatorische Meldungen).
Indizes
Die Konzerntochter FTSE Russell erstellt im Auftrag der LSEG Aktienindizes, am bekanntesten ist der britische FTSE 100 Index sowie der amerikanische Russell 2000. Hinzu kommen u. a. FT 30 Index, FTSE 250 Index, FTSE 350 Index, Russell 1000, Russell 3000 und FTSE All-Share Index.
Geschichte
Die Geschichte reicht bis in das Jahr 1698 zurück, als die Aktienhändler wegen ihres rüpelhaften Benehmens aus der Royal Exchange ausgeschlossen wurden. Diese trafen sich danach in Jonathan’s Coffee-House, wo John Castaing Listen mit Aktien- und Warenpreisen veröffentlichte. 1773 bezogen die Händler ein neues Gebäude in der Sweeting’s Alley und nannten es The Stock Exchange. 1801 erfolgte die formelle Gründung der Börse, die im darauf folgenden Jahre an den Capel Court umzog. 1923 erhielt die Börse ein eigenes Wappen, mit dem Motto „dictum meum pactum“ (mein Wort ist meine Verpflichtung). Der Stock Exchange Tower an der Ecke Broad Street / Threadneedle Street wurde 1972 durch Königin Elisabeth II. eröffnet. Die weitläufigen Handelsräume wurden praktisch überflüssig, als der britische Finanzmarkt 1986 vollständig liberalisiert (Reform wird als „Big Bang“ bezeichnet) und wenige Jahre später der elektronische Handel eingeführt wurde. 1990 lag der Börsenumsatz von Aktien und festverzinslichen Wertpapieren umgerechnet bei 2,511 Milliarden Euro. 2004 zog die Börse erneut um, diesmal an den Paternoster Square unweit der St Paul’s Cathedral.
Übernahmekandidat (2004–2007)
Ende 2004 fanden Gespräche statt, die eine eventuelle Übernahme der damaligen London Stock Exchange plc (LSE) durch die Deutsche Börse betrafen. Die LSE lehnte das Angebot aber ab, da sie es als zu niedrig bewertete. Ein weiteres Angebot der australischen Macquarie Bank in der Höhe von 1,5 Milliarden Pfund wurde im Dezember 2005 ebenfalls abgelehnt. Im März 2006 bot die Nasdaq 2,4 Milliarden Pfund. Als die LSE dies ebenfalls ablehnte, drohte die Nasdaq mit einer feindlichen Übernahme; die New York Stock Exchange wurde als möglicher Weißer Ritter bezeichnet. Nasdaq zog Ende März 2006 sein Angebot zurück, schloss jedoch nicht einmal zwei Wochen später einen Vertrag mit Ameriprise Financial, dem zum damaligen Zeitpunkt größten LSE-Aktionär. Sie übernahm deren Aktienpaket und kaufte weitere Aktien hinzu, womit ihr Anteil auf über 25 % anstieg. Im Dezember 2006 lancierte Nasdaq wiederum eine Übernahmeofferte, in der Hoffnung, ihren Anteil auf 50 % plus eine Aktie erhöhen zu können, was ihr allerdings klar misslang. Daraufhin gab Nasdaq im August 2007 sämtliche Übernahmeversuche auf und verkaufte in der Folge ihr gesamtes Aktienpaket, den Großteil davon an die Borse Dubai Ltd.
Zusammenschluss mit der Borsa Italiana (2007)
Im Juni 2007 kündigten die Borsa Italiana S.p.A. und die London Stock Exchange plc ihren Zusammenschluss an, der am 1. Oktober 2007 vollzogen wurde.<ref>History of London Stock Exchange Group. Abgerufen am 7. April 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Transaktion fand mittels Aktientausch statt, womit die LSE die Kontrolle über die Borsa Italiana S.p.A. übernahm und deren bisherige Aktionäre zur größten Aktionärsgruppe der London Stock Exchange wurden. Die Borsa Italiana S.p.A. wurde mit 1,878 Mrd. Euro bewertet. Die London Stock Exchange plc firmiert seitdem als London Stock Exchange Group plc, um die internationale Expansion und Diversifizierung widerzuspiegeln.<ref>London Stock Exchange Group announcement of results for the six months ended 30 September 2007. Abgerufen am 7. April 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>History. Abgerufen am 31. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Geplante Übernahme der kanadischen TMX Group
Am 9. Februar 2011 kündigte die LSEG die Übernahme der kanadischen TMX Group an, nach deren Abschluss sollten die LSEG Aktionäre 55 % an der neuen Gesellschaft halten. Am 29. Juni gaben jedoch beide Unternehmen bekannt, dass sich auf Seiten der TMX Group keine Mehrheit für den Zusammenschluss mit der LSEG abzeichne. Im Oktober stimmte die TMX Group einer Übernahme durch ein kanadisches Investorenkonsortium unter der Führung von Maple zu.<ref>TMX empfiehlt Aktionären Übernahmeangebot der Bietergruppe Maple. In: Reuters. 31. Oktober 2011 (reuters.com [abgerufen am 7. April 2019]).</ref>
Übernahme der LCH.Clearnet
Am 27. September 2011 bestätigte die London Stock Exchange, dass man mit der LCH.Clearnet exklusive Gespräche zwecks einer Übernahme durch die LSEG führt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie ( vom 9. Oktober 2011 im Internet Archive)</ref> Am 9. März 2012 gab London Stock Exchange bekannt, dass man sich mit der LCH.Clearnet auf ein Übernahmeabkommen geeinigt hat. Demnach plant die LSEG einen Anteil von mindestens 51 %, maximal bis zu 60 % zu erwerben. Der Kaufpreis beträgt 463 Mio. Euro.<ref name="nzz-115636027">Londoner Börse sichert sich LCH.Clearnet. In: nzz.ch. 9. März 2012, abgerufen am 14. Oktober 2018.</ref>
Übernahme der Russell Investment Group
Am 26. Juni 2014 kündigte die LSEG die Übernahme des Index-Anbieters und Vermögensverwalter Russell Investment Group an. Der Kaufpreis beträgt 2,7 Mrd. US-Dollar und wird über eine Kapitalerhöhung im Volumen von 1,6 Mrd. US-Dollar, und durch bestehende sowie neue Kredite finanziert.<ref name="nzz-118331477">Londoner Börse kauft Russel Investments. In: nzz.ch. 26. Juni 2014, abgerufen am 14. Oktober 2018.</ref>
Im Oktober 2015 gab die LSEG bekannt, dass sie die Russell Investment Group wieder veräußern werde. Käufer ist Private-Equity-Gesellschaft TA Associates, welche 1,2 Mrd. US-Dollar zahlen wird. Die Aktienindex-Familie Russell wurde mit der FTSE Indexfamilie in die Konzerntochter FTSE Russell der LSEG integriert.<ref name="nzz-118627452">Verkauf von Russell Investments. In: nzz.ch. 9. Oktober 2015, abgerufen am 14. Oktober 2018.</ref>
Gescheiterte Fusion mit der Deutschen Börse
Am 23. Februar 2016 kündigte die Deutsche Börse an, einen „Zusammenschluss unter Gleichen“ mit der London Stock Exchange Group zu planen. Die Aktionäre der LSEG erhalten für jede Aktie 0,4421 Aktien der neuen fusionierten Gesellschaft, während die Aktionäre der Deutschen Börse ihre Aktien eins zu eins tauschen können. Am Ende sollen die Aktionäre der Deutschen Börse 54,4 Prozent der Anteile an der neuen Gesellschaft halten, die Aktionäre der London Stock Exchange die restlichen 45,6 Prozent.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. In: Deutsche Börse AG.</ref> Von dem Zusammenschluss versprechen sich beide Unternehmen Kosteneinsparungen in Höhe von 450 Millionen Euro (354 Millionen Pfund Sterling) jährlich, was etwa 20 Prozent der aktuellen Gesamtbetriebskosten beider Unternehmen zusammengenommen entspräche.<ref>London Stock Exchange and Deutsche Boerse agree merger. BBC News, 17. März 2016, abgerufen am 17. März 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Am 1. März 2016 gab die Intercontinental Exchange bekannt, ihrerseits ein Angebot für die LSEG abgeben zu wollen,<ref name="faz-">Deutscher Börse droht Übernahmeschlacht um britische LSE. FAZ, 1. März 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. März 2016; abgerufen am 29. Juli 2020.</ref> jedoch meldeten die Deutsche Börse und die LSEG ihre geplante Fusion am 25. August 2016 bei der EU-Kommission an.<ref name="Handelsblatt20160825">LSE und Deutsche Börse melden Fusion an. In: Handelsblatt Online. 25. August 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 25. August 2016; abgerufen am 25. August 2016.</ref> Diese untersagte Ende März 2017 die Fusion, da auf dem Markt für das Clearing festverzinslicher Finanzinstrumente „ein De-facto-Monopol“ geschaffen worden wäre. Bereits Ende Februar 2017 ging die Londoner Börse von einem Scheitern aus, nachdem sie sich geweigert hatte, eine Auflage der EU-Wettbewerbshüter zu erfüllen und ihren Mehrheitsanteil an der italienischen Anleihen-Handelsplattform MTS zu veräußern. Ebenfalls erschwert wurde das Projekt durch den EU-Austritt des Vereinigten Königreichs in Hinblick auf die Frage nach dem rechtlichen Sitz. Vor dem Brexit-Referendum sollte die Dachgesellschaft der geplanten neuen Börse ihren Sitz in London haben.<ref>EU-Kommission untersagt Fusion von Deutscher Börse und LSE. In: Spiegel Online, 29. März 2017 (abgerufen am 29. März 2017).</ref>
Übernahme von Refinitiv
Im August 2019 übernahm die LSEG einen Mehrheitsanteil von 55 % am Wirtschaftsinformationsdienst Refinitiv von der Blackstone Group. Die Transaktion hatte einen Wert von 27 Milliarden US-Dollar. Refinitiv ist eines der größten Informationsunternehmen weltweit, das Wirtschaftsdaten aufbereitet und an andere Organisationen weiterverkauft. Refinitiv entstand 2018 durch eine Abspaltung des Geschäftsbereichs „Financial & Risk“ des Thomson-Reuters-Konzerns.<ref>Reuters: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Londoner Börse schluckt Datenfirma Refinitiv für 27 Mrd Dollar ( vom 31. Dezember 2019 im Internet Archive), abgerufen am 31. Dezember 2019</ref> Im Zuge dieser Übernahme wurde am 9. Oktober bekanntgegeben, dass die Borsa Italiana an Euronext für 4,33 Milliarden verkauft wird. Der Verkauf ist womöglich nötig, um Interessenkonflikte abzuwenden.<ref>Londoner Börse und Euronext sind handelseinig. In: faz.net. 9. Oktober 2020, abgerufen am 9. Oktober 2020.</ref>
Unternehmensprofil
Eigentumsverhältnisse
Stand 26. September 2018 ergab sich folgende Aktionärsstruktur:<ref>Shareholders. Abgerufen am 7. April 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- 71,0 % Streubesitz
- 10,3 % Qatar Investment Authority
- 6,9 % BlackRock
- 6,8 % The Capital Group Companies
- 5,0 % Lindsell Train Limited
Handelssystem
Das Haupthandelssystem der LSE für Aktien ist SETS,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />SETS ( vom 5. Mai 2009 im Internet Archive)</ref> das, ähnlich dem deutschen Xetra, von Andersen Consulting, einem Schwesterunternehmen von Arthur Andersen, spezifiziert und konfiguriert wurde.
Daneben existiert das Handelssystem SEAQ, das, ähnlich dem deutschen System Xontro, die Plattform für den Handel von im Nebensegment Alternative Investment Market (AIM) gelisteten Wertpapieren darstellt.
Eine Besonderheit der LSE ist, dass Aktienkurse für diesen Handelsplatz nicht in der Grundeinheit GBP (Pfund), sondern in der 1/100 Einheit GBp (Pence) angezeigt werden, während optionale Orderlimits trotzdem auf GBP lauten müssen.
Vergleichbar zur deutschen Wertpapierkennnummer vergibt die LSE mit der Stock Exchange Daily Official List (SEDOL) eine nationale Identifikationsnummer für Wertpapiere.
Mitgliedschaften
Die Börse ist Mitglied in:
- World Federation of Exchanges<ref>Membership & Events | The World Federation of Exchanges. Abgerufen am 20. März 2025.</ref>
- Sustainable Stock Exchanges Initiative
Siehe auch
Weblinks
- Offizielle Website (englisch)
- Frühe Dokumente und Zeitungsartikel zur London Stock Exchange in den Historischen Pressearchiven der ZBW
Einzelnachweise
<references> <ref name="annualreport17"> London Stock Exchange: LSEG Annual Report 31 December 2017. (PDF) Abgerufen am 14. Dezember 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>
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