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Rote Heckenkirsche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Lonicera xylosteum)

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Rote Heckenkirsche
Datei:Lonicera xylosteum W.jpg

Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum)

Systematik
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Kardenartige (Dipsacales)
Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
Gattung: Heckenkirschen (Lonicera)
Art: Rote Heckenkirsche
Wissenschaftlicher Name
Lonicera xylosteum
L.

Die Rote Heckenkirsche oder Gewöhnliche Heckenkirsche (Lonicera xylosteum) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae). Die glänzend roten Beeren sind für den Menschen aufgrund des Bitterstoffs Xylostein ungenießbar und giftig.

Beschreibung

Die Rote Heckenkirsche ist ein sommergrüner Strauch, der Wuchshöhen von etwa 1 bis 2 Metern erreicht. Sie besitzt hohle Zweige. Die elliptischen Laubblätter sind auf Ober- und Unterseite weichhaarig.

Die gelblichweißen Einzelblüten stehen zu zweit an einem gemeinsamen Stiel. Die beiden Fruchtknoten eines jeden Blütenpaares sind nur am Grund miteinander verwachsen. Sie blüht im Mai und Juni. Die für Menschen giftigen Beerenfrüchte sind auffallend rot gefärbt.

Die Chromosomenzahl der Art ist 2n = 18.<ref name="Oberdorfer" />

Ökologie

Die Rote Heckenkirsche ist ein Flachwurzler. Ihre Blüten werden von Hautflüglern wie z. B. von Waldhummeln bestäubt. Die Beerenfrüchte breiten sich entweder von alleine aus (Autochorie) oder müssen, um richtig keimen zu können, den Darmtrakt einiger Tiere durchlaufen (Endozoochorie). Die in den Beeren enthaltenen Samen benötigen zudem Kälte, um keimen zu können. Die Art ist gegen Auftausalze widerstandsfähig und wird nicht vom Wild verbissen.

Datei:Lonicera xylostemum PID1252-2.jpg
Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum)
Datei:Lonicera xylosteum fruits - Keila.jpg
Früchte

Vorkommen

Die Rote Heckenkirsche ist fast in ganz Deutschland sowie in Europa und in Asien relativ weit verbreitet. In Asien kommt sie von der Türkei und dem Kaukasusraum bis Sibirien vor.<ref name="POWO" /> Sie kommt häufig in krautreichen Eichen- und Buchenwäldern, auch in Ulmen-, Linden- oder Nadelmischwäldern, in Hecken und im Gebüsch, auch gepflanzt an Straßenrändern vor. Sie bevorzugt nährstoffreichen, kalkhaltigen Boden an schattigen oder halbschattigen Stellen. In den Allgäuer Alpen steigt sie in Tiroler Teil unterhalb des Plattig zwischen Holzgau und Jöchelspitze bis zu 1400 m Meereshöhe auf.<ref name="Dörr und Lippert" />

Nach Ellenberg ist sie eine Halbschattenpflanze, subozeanisch verbreitet, ein Frischezeiger, ein Schwachsäure- bis Schwachbasezeiger und eine Klassencharakterart der Sommerlaubwälder und Gebüsche (Querco-Fagetea).<ref name="Ellenberg" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie

Lonicera xylosteum wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 1 Seite 174 erstbeschrieben. Sein Epitheton xylosteum verdankt der Strauch seinem knochenartigen Holz, vom Griechischen xylos ‚Holz‘ und osteon ‚Knochen‘. Linné hatte das Epitheton von Rembert Dodoens (1516/1517–1585) übernommen.

Verwendung

Die Art wird immer wieder bei Begrünungsmaßnahmen angepflanzt.

In früherer Zeit wurde die Pflanze teilweise als „weißes“ Besenreis zum Besenbinden genutzt. Das häufiger verwendete „schwarze“ Besenreis stammt von Betula pendula.<ref name="Fischer" />

Inhaltsstoffe und Giftigkeit

In der Pflanze sind Xylostein, Xylostosidin, Saponine und cyanogene Glykoside gefunden worden.

Vergiftungszentralen werden häufig wegen der roten Früchte konsultiert, obwohl diese nach neueren Untersuchungen nur schwach giftig sind. Symptome können nach Verzehr von etwa fünf Früchten auftreten. Die Wirkung geht eher auf Saponine als auf Alkaloide zurück.

Literatur

  • Margot Spohn, Marianne Golte-Bechtle: Was blüht denn da? Die Enzyklopädie: über 1000 Blütenpflanzen Mitteleuropas. Kosmos, Stuttgart 2005, ISBN 3-440-10326-9.
  • Michael Wink, Ben-Erik van Wyk, Coralie Wink: Handbuch der giftigen und psychoaktiven Pflanzen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8047-2425-9.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Ellenberg"></ref> <ref name="Fischer">Hermann Fischer: Schwäbisches Wörterbuch. Auf Grund der von Adelbert v. Keller begonnenen Sammlungen und mit Unterstützung des Württembergischen Staates. Erster Band. A. B. P. H. Lauck’sche Buchhandlung, Tübingen 1904, Spalte 914 (online).</ref> <ref name="Oberdorfer">Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. Seite 877. ISBN 3-8001-3131-5</ref> <ref name="Dörr und Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 522.</ref> <ref name="POWO">Lonicera xylosteum. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="InfoFlora">Lonicera xylosteum L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>

Bilder

Weblinks