Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika
Die Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika (frz. „Mouvement pour l'unicité et le jihad en Afrique de l'Ouest“, MUJAO, arabisch جماعة التوحيد والجهاد في غرب إفريقيا, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) ‚Die Gruppe des Tauḥīd (Einzigkeit) und des Dschihad (Heiligen Krieges) in Westafrika‘) ist eine militante islamistische Gruppierung in Westafrika.
Ziele
Die Bewegung ist 2011 aus der „Al-Qaida im Islamischen Maghreb“ (AQMI) hervorgegangen. Ihr Ziel ist es, den Dschihad auf ganz Westafrika auszudehnen, also auch in Regionen, die sich nicht im Fokus der AQMI befinden.
Operationen
Bekannt wurde die Gruppierung am 12. Dezember 2011, als sie ein Video über drei entführte Entwicklungshelfer veröffentlichte, unter ihnen zwei Frauen, die im westlichen Algerien festgehalten wurden.<ref>New Qaeda spin-off threatens West Africa, Al-Ahram, 22. Dezember 2011, in englischer Sprache.</ref>
Im Jahr 2012 gehörte MUJAO zusammen mit AQMI und Ansar Dine zu den drei islamistischen Gruppierungen, die den Norden Malis unter ihre Kontrolle brachten. Dabei wurde die Tuareg-Rebellenarmee „Nationale Bewegung für die Befreiung des Azawad“ (MNLA) weitestgehend verdrängt. Im Juni 2012 war MUJAO zusammen mit Ansar Dine an den Kämpfen um die Stadt Gao beteiligt, bei denen mindestens 35 Menschen starben.<ref>AFP: Mali: au moins 35 morts dans les affrontements islamistes/Touareg à Gao, Agence France-Presse, Google News, 30. Juni 2012, in französischer Sprache.</ref> Im Juli 2012 übernahmen Kämpfer der MUJAO auch die nördlich gelegene Stadt Ansogo und verjagten die MNLA-Aufständischen.<ref>Islamisten übernehmen Kontrolle im Norden Malis, Die Welt, 12. Juli 2012, und <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Tuareg-Rebellen verlieren letzten Stützpunkt ( vom 15. Juli 2012 im Internet Archive), Tagesschau, 12. Juli 2012</ref>
Im August 2012 wurde in den Regionen Gao, Timbuktu und Kidal die Ausstrahlung jeglicher westlicher Musik verboten.<ref>Mali : la musique occidentale bannie des ondes, Le Point, 22. August 2012, in französischer Sprache.</ref> Nachdem die MNLA im Oktober 2012 zeitweise die Kontrolle über die Stadt Ménaka im gleichnamigen Kreis zurückgewonnen hatte, wurde sie im November 2012 bei der Rückeroberung durch MUJAO wieder vertrieben.<ref>Konflikt in Mali: Islamisten erobern wichtige Stadt, taz, 19. November 2012.</ref>
Am 24. Mai 2013 verübte MUJAO einen Anschlag auf eine Uran-Anlage des französischen Konzerns Areva in Arlit.<ref name="Obs">Le Nouvel Observateur : NIGER. Double attentat : 24 morts, un terroriste retranché</ref> Bei dem Überfall wurden mindestens 49 Menschen verletzt.<ref name="Parisien">Le Parisien : VIDEOS. Niger : le Mujao revendique un double attentat et menace la France</ref> Kurze Zeit später nahmen auch MUJAO Mitglieder Geiseln in einem Militärcamp in Agadez, welches einen Tag später blutig von der französischen Armee beendet wurde.<ref name="Monde">Le Monde : Niger : Belmokhtar aurait "supervisé lui-même" les attaques</ref> Die Gruppierung hatte die Federführung bei einem Gefängnisausbruch aus der Haftanstalt Niamey am 1. Juni 2013, bei dem zwei Gefängniswärter getötet wurden und 22 Gefangene entkamen.<ref>Rahmane Idrissa: Historical Dictionary of Niger. 5. Auflage. Rowman & Littlefield, Lanham/Boulder/New York/London 2020, ISBN 978-1-5381-2014-9, S. li.</ref>
In der vom UN-Sicherheitsrat am 5. September 2017 verabschiedeten Resolution 2374 (2017) zur Situation in Mali verurteilte dieser neben den Aktivitäten anderer terroristischer Organisationen auch die von MUJAO.<ref>UN-Sicherheitsrat: Resolution 2374 (2017). UN, 5. September 2017, abgerufen am 15. September 2017.</ref> Mitglieder von ihr sind demnach auch von internationalen Sanktionen bedroht.
Siehe auch
Einzelnachweise
<references />