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Mondor-Krankheit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Morbus Mondor)
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Vorlage:Infobox International Classification of Diseases 11

Mondor-Krankheit
Mondor-Krankheit.

Bei der Mondor-Krankheit (synonym Morbus Mondor, Eisendrahtphlebitis, Phlebitis Mondor) handelt es sich grundsätzlich um eine Thrombophlebitis der Venae thoracoepigastricae oder deren Äste an der Vorderseite des Thorax. Dabei können auch die Brüste betroffen sein. Klinisch treten dabei druckschmerzhafte Stränge auf.<ref>S. Krautzig u. a.: Basislehrbuch innere Medizin. Urban & Fischer-Verlag, 2008, ISBN 978-3-437-41053-6, S. 247, books.google.de</ref><ref>M. Marshall u. a.: Venenerkrankungen. Springer, 2003, ISBN 3-540-44176-X, S. 66. books.google.de</ref><ref>B. Loos, R. Horch: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}. In: Plastic and Reconstructive Surgery. 2006; 177, 7.</ref><ref name="RocheLexikon">Roche Lexikon Medizin. Urban & Fischer-Verlag, 2003, ISBN 3-437-15150-9, S. 1239. books.google.de</ref>

Analoge Erkrankungen der Venen am Penis werden als peniler Morbus Mondor bezeichnet.

Geschichte

Das Krankheitsbild wurde erstmals 1939 von dem französischen Chirurgen Henri Mondor (1885–1962) als Venenentzündung an der Brustwand bei Frauen beschrieben.<ref>Henri Mondor: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}. In: Mem. Acad. Chir., 1939, S. 1271.</ref> 1955 führte Otto Braun-Falco diesen Namen auch für eine Thrombose oder Thrombophlebitis der oberflächlichen dorsalen Penisvene ein.<ref name="Kartsaklis">P. Kartsaklis u. a.: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}. In: Cases J., 2008, 1, S. 411, }} PMC 2615764 (freier Volltext{{#if:|, PDF}})</ref>

Ursache, Häufigkeit

Für gewöhnlich geht dem Morbus Mondor am Rumpf ein Trauma voran. In seltenen Fällen kann er aber auch als Begleiterscheinung eines Krebsleidens auftreten.<ref name="Molckovsky">A. Molckovsky u. a.: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}. In: Can Fam Physician., 2009 Januar, 55(1), S. 25–31, }} PMC 2628841 (freier Volltext{{#if:|, PDF}})</ref> Als weitere Ursachen finden sich in der Literatur Brustoperationen, entzündliche Prozesse, Schwangerschaft, Bestrahlung, Polycythaemia vera und Polyglobulie.<ref name="Mang">R. Mang u. a.: Morbus Mondor. In: Der Hautarzt, 54/10, 2003, S. 990–992, springerlink.com</ref>

Es handelt sich beim Morbus Mondor nach der Erstdefinition von 1939 um eine seltene Krankheit, die Frauen viermal häufiger als Männer und zu 75 % Frauen in den mittleren Dekaden betrifft.<ref>B. I. Bejanga: {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}. In: J. R. Coll. Surg. Edinb., 1992; 37, S. 322.</ref><ref name="Kartsaklis" />

Klinisches Bild

Der Morbus Mondor imponiert typischerweise als (druck-)schmerzhafter, möglicherweise deutlich tastbarer, derber Strang im Brustbereich, der durch die entzündliche Veränderung der Vena thoracoepigastrica zustande kommt.<ref name="Molckovsky" /> Manchmal kann man auch eine Rötung beobachten. Die Schmerzhaftigkeit lässt langsam nach, der Strang wird weicher und verschwindet dann meistens nach 3 Monaten. Eine tastbare Veränderung kann jedoch bis zu einem Jahr zurückbleiben.

Histologie

Es handelt sich beim Morbus Mondor um die subakute obliterierende, sklerosierende Venenentzündung.<ref name="RocheLexikon" /><ref name="Mang" />

Diagnostik, Prognose und Behandlung

Die Diagnose stützt sich auf klinischen und dopplersonographischen Befund. Der tastbare Mondor-Strang ist eine gutartige Veränderung, die zwar Beschwerden verursacht, sich jedoch in der Regel spontan binnen längstens drei Monaten zurückbildet. Bei Frauen über 35 Jahren sollte zum Ausschluss eines Brustkrebses eine Mammographie erfolgen.<ref name="Molckovsky" />

Die Behandlung ist lediglich symptomatisch (Analgetika, Antiphlogistika) und entspricht im Wesentlichen der Therapie der Thrombophlebitis.

Einzelnachweise

<references />