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Nýřany

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(Weitergeleitet von Nürschan)

Vorlage:Infobox Ort in Tschechien

Nýřany (deutsch Nürschan, früher Nyrschan) ist eine Stadt in Tschechien und gehört zum Okres Plzeň-sever.

Geographische Lage

Die Stadt liegt in Westböhmen in der Talmulde des Vejprnický potok (Weipernitzer Bach) im Pilsener Hügelland, zwölf Kilometer westlich des Stadtzentrums von Pilsen.

Südlich der Stadt verläuft die Trasse der Autobahn D 5, im Südosten liegt die Abfahrt 93 Nýřany. In der Umgebung von Nýřany befinden sich mehrere stillgelegte Steinkohlenzechen.

Nachbarorte sind Doubrava, Pankrác und Myslinka im Norden, Tlučná im Nordosten, Sulkov und Líně im Südosten, Úherce, Týnec und Hoříkovice im Süden, Kotovice und Nový im Südwesten, Přehýšov und Blatnice im Westen sowie Kamenný Újezd im Nordwesten.

Geschichte

Datei:Nýřany - radnice 2.JPG
Rathaus (Aufnahme 2014)
Datei:Nýřany - kostel svatého Prokopa 1.JPG
Kirche St. Prokop
Datei:Bahnhof Nyrany 2.jpeg
Bahnhof (Aufnahme 2011)

Die erste urkundliche Erwähnung von Nýřany erfolgte 1272. Das Bauerndorf gehörte bis zu dessen Auflösung im Jahre 1782 zum Kloster Chotěšov und wurde dann vom Religionsfonds verwaltet. Nachdem Fürst Karl Alexander von Thurn und Taxis 1822 die Herrschaft Chotěšov für 1.080.000 Gulden erworben hatte, blieb Nýřany bis zur Aufhebung der Patrimonialherrschaften im Besitz dieses Geschlechts und wurde 1848 zur selbstständigen Gemeinde.

Die Entdeckung einer bedeutenden Steinkohlenlagerstätte veränderte das Dorf gravierend. Nach dem Bau der Eisenbahn von Pilsen nach Furth im Wald im Jahre 1861 wurden um Nyrschan zahlreiche Schächte abgeteuft. Durch den Bergbau stieg die Einwohnerzahl stark an, und neben dem Dorf wurde eine Bergarbeiterkolonie errichtet.

Der Unternehmer Hermann Dietrich Lindheim nutzte die verkehrsgünstige Lage und die gute Qualität der Kohle zum Bau eines Hütten- und Blechwalzwerkes, das zur Prager Eisenindustrie-Gesellschaft gehörte. Zur Hermannshütte in Wilkischen entstand 1890 eine Privatbahn, auf der öffentlicher Personenverkehr und ab 1920 regelmäßiger Eisenbahnverkehr aufgenommen wurde. Hinzu kam später noch eine Glashütte. 1880 lebten in Nyrschan 4258 Menschen. Kaiser Franz Joseph I. erhob die Industriegemeinde 1892 zur Stadt. 1889 kam es in den Steinkohlengruben zu einem Bergarbeiterstreik, der blutig beendet wurde.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Nürschan 1919 der neu geschaffenen Tschechoslowakei zugeschlagen. Aufgrund des Münchner Abkommens kam die überwiegend tschechischsprachige Stadt 1938 zum Deutschen Reich und gehörte bis 1945 zum Landkreis Mies, Regierungsbezirk Eger, im Reichsgau Sudetenland. 1939 hatte Nürschan 4040 Einwohner.

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs rollten im April 1945 auf der Eisenbahnstrecke von Pilsen nach Taus Eisenbahn-Transporte mit mehreren tausend Gefangenen in jeweils 50–60 geschlossenen und offenen Waggons durch die Stadt. Am 5. Mai 1945 wurde Nürschan durch Soldaten der 3. US-Armee besetzt. Gleich nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die deutsche Bevölkerung aus Nürschan vertrieben.

Demographie

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1837 Vorlage:0245 in 31 Häusern<ref name="JGS">Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 6: Pilsner Kreis, Prag 1838, S. 146, Ziffer 34.</ref>
1880 4258
1900 5602 deutsche und tschechische Einwohner<ref>Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 14, Leipzig und Wien 1908, S. 846.</ref>
1921 5822 davon 1433 deutsche Einwohner<ref>Genealogie-Netz Sudetenland</ref>
1930 6043 <ref name="MR">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
1939 4040 <ref name="MR" />
Einwohnerzahlen seit Ende des Zweiten Weltkriegs<ref>Tschechische Bevölkerungsstatistik</ref>
Jahr 1970 1980 1991 2001 2003
Einwohner 6 191 6 419 7 158 6 913 6 942

Ortsgliederung

Die Stadt Nýřany besteht aus den Ortsteilen Doubrava (Dobraken), Kamenný Újezd (Steinaujezd) und Nýřany (Nürschan).

Sehenswürdigkeiten

  • Kirche St. Prokop, der neogotische Bau des Architekten Rudolf Vomáčka wurde 1904 geweiht
  • Rathaus, Neorenaissancebau aus dem Jahre 1885
  • Kapelle St. Wenzel auf dem alten Dorfplatz, erbaut im 15. Jahrhundert
  • Denkmal für die niedergeschossenen Bergarbeiter, am Schacht Marta

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Städte und Gemeinden im Okres Plzeň-sever