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Norman Borlaug

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Norman Borlaug (2004)

Norman Ernest Borlaug (* 25. März 1914 in Cresco, Iowa; † 12. September 2009 in Dallas, Texas) war ein amerikanischer Agrarwissenschaftler, der für seine Bestrebungen und Arbeiten zur Verbesserung der Landwirtschaft 1970 den Friedensnobelpreis erhielt.

Biographie

Norman E. Borlaug wurde 1914 als Sohn eines Farmers geboren und besuchte bis 1932 die High School in seiner Heimatstadt Cresco. Danach studierte er Forst- und Agrarwissenschaften an der University of Minnesota und schloss das Studium 1937 mit dem Bachelor of Science ab. 1938 und 1939 war er im Forstdienst der USA tätig. 1941 wurde er mit einer Dissertation zur Pflanzenphysiologie über Variation and Variability in Fusarium Lini promoviert.<ref>Register of Ph.D. Degrees Conferred. Graduate School, University of Minnesota, Minneapolis 1957, S. 57.</ref> 1941 wurde er Dozent an der University of Iowa; von 1942 bis 1944 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungslabor der „DuPont de Nemours Foundation“.

1944 wurde Borlaug Mitarbeiter eines Forschungsprogramms der Rockefeller-Stiftung zur Steigerung der Weizen-, Mais- und Bohnenerträge durch Biotechnologie in Mexiko. Er arbeitete dort bis 1960. Von 1964 bis 1979 leitete er die Weizenabteilung des Internationalen Mais- und Weizenveredelungszentrums in Mexiko. Er erregte Aufsehen, weil er nicht – dem in Mexiko damals üblichen Bild eines Chefs gemäß – mit einem „saco limpio“ (sauberen Jackett) im Büro saß und seine Untergebenen kommen ließ, sondern zu den Bauern aufs Feld ging und sie beriet.<ref name="Barbara Klingbacher">Barbara Klingbacher: Norman Borlaug. In: NZZ Folio. September 2017, S. 30.</ref>

Während seiner Arbeiten entwickelte Borlaug mehrere Weizenhochleistungssorten, wobei er auch die Grundlage für die Züchtung dieser Sorten in Pakistan und im Mittleren Osten legte. Besonders bekannt wurde der ertragsstarke Mexikoweizen, dem ein Gen zum „Zwergwuchs“ einer japanischen Sorte eingezüchtet wurde. Dieser Weizen kann aufgrund seines kurzen und kompakten Halms die schwere Ähre tragen, ohne abzuknicken. Vor allem in Indien, wo dieser Weizen seit 1962 angebaut wird, konnten die Erträge in zehn Jahren auf fast das Dreifache gesteigert werden. 1966 kaufte die indische Regierung daraufhin 18.000 Tonnen des von Borlaug gezüchteten Weizensamens. Die Ernten in den folgenden Jahren waren derart reich, dass die vorhandenen Getreidespeicher nicht ausreichten. Das Korn musste vielerorts in den Schulen aufgeschüttet werden.<ref name="Barbara Klingbacher" /> Ähnliche Erfolge konnten in China durch verbesserten Reis erzielt werden.

Aufgrund dieser Erfolge gilt Borlaug heute als wesentlicher Initiator der so genannten Grünen Revolution in den Entwicklungsländern, die Millionen Menschen vor dem Hungertod bewahrte.<ref name="Joachim Müller-Jung">Joachim Müller-Jung: Das stille Jahr des unsichtbaren Helden. Warum kennt niemand Norman E. Borlaug? Er hat Abermillionen Menschen vor dem Hungertod bewahrt, doch das Gedenkjahr für den Vater der grünen Revolution geht ohne große öffentliche Würdigung zu Ende. Unsere Person 2014. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 31. Dezember 2014, S. N1.</ref> Steven Pinker nennt Borlaug deshalb einen „Giga-Lebensretter“.<ref>Steven Pinker: Aufklärung jetzt. Für Vernunft, Wissenschaft, Humanismus und Fortschritt. Eine Verteidigung. S. Fischer, Frankfurt am Main 2018, ISBN 978-3-10-002205-9, S. 103.</ref>

Am 12. September 2009 starb Norman Borlaug in Dallas an einer Krebserkrankung.<ref>Neue Zürcher Zeitung: Friedensnobelpreisträger Norman Borlaug gestorben. 13. September 2009</ref>

Norman Borlaug gilt unter Fachleuten als einer der bedeutendsten Agrarwissenschaftler aller Zeiten. In der breiten Öffentlichkeit geriet sein Lebenswerk jedoch – abgesehen von seinem heimatlichen Bundesstaat Iowa – fast in Vergessenheit.<ref name="Joachim Müller-Jung"/>

Ehrungen

Norman Borlaug wurde durch die Aufnahme in mehrere Akademien der Wissenschaften und Gelehrtengesellschaften ausgezeichnet, u. a. in die National Academy of Sciences (1968), die Königlich Schwedischen Forst- und Landwirtschaftsakademie (1974), die American Academy of Arts and Sciences (1976) und die Royal Society (1987).

Postume Ehrungen:

Literatur

  • Ronald L. Phillips: Norman E. Borlaug (1914–2009). A Biographical Memoir. National Academy of Sciences, 2013, Volltext (PDF).
  • Noel Vietmeyer: Borlaug. Bracing Books, Lorton.
    • Bd. 1: Right off the Farm. 1914–1944. 2009. ISBN 978-0-578-04125-4.
    • Bd. 2. Wheat Whisperer. 1944–1959. 2009. ISBN 978-0-578-03856-8.
    • Bd. 3: Bread Winner. 1960–1969. 2010. ISBN 978-0-578-06920-3.
  • Noel Vietmeyer: Our Daily Bread, The Essential Norman Borlaug. Bracing Books, 2011. ISBN 978-0-578-09555-4.
  • Silvia Sanides: @1@2Vorlage:Toter Link/www.focus.deStars der Wissenschaft: Vater der Grünen Revolution (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2026. Suche im Internet Archive ) In: Focus. Nr. 39, 25. September 2000
  • Charles C. Mann: The Wizard and the Prophet: Two Remarkable Scientists and Their Dueling Visions to Shape Tomorrow’s World. First edition. Alfred A. Knopf; 2018. ISBN 978-0307961693

Fußnoten

<references />

Weblinks

Commons: Norman Borlaug – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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