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Obrzycko

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Vorlage:Infobox Ort in Polen Obrzycko (Vorlage:DeS Obersitzko, 1943–1945 Obersitz)<ref name="Anordnung">Anordnung über Ortsnamenänderung im Reichsgau Wartheland. (PDF; 1,9 MB) In: Verordnungsblatt des Reichstatthalters im Warthegau vom 18. Mai 1943.</ref> ist eine Stadt und Sitz der Stadtgemeinde und einer gleichnamigen Landgemeinde in Polen, zu der die Stadt nicht gehört. Der Ort liegt im Powiat Szamotulski der Woiwodschaft Großpolen.

Geographische Lage

Die Stadt liegt im historischen Westpreußen auf einer Anhöhe an der Warthe, etwa 35 Kilometer nordwestlich von Posen und 50 Kilometer südlich von Piła (Schneidemühl).

Datei:Obrzycko5.JPG
Rathaus
Datei:Posen 1905.png
Obersitzko an der Warthe, südlich der Städte Schneidemühl und Czarnikau, auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).

Geschichte

Ältere Formen des Ortsnamens sind Oborschitzko und (auf einer Landkarte des 17. Jahrhunderts) Obrische.<ref name="HW" /> Hier befand sich schon um 1100 eine Ansiedlung.<ref name="HW" />

Im Zuge der Ersten Teilung Polen-Litauens kam die Stadt 1772 an Preußen, wo sie dem Kreis Samter zugeordnet war. Nachdem sie nach 1806 eine Zeit lang dem Herzogtum Warschau zugeordnet gewesen war, wurde sie durch den Wiener Kongress wieder Teil Preußens, wo sie von 1818 an zum Landkreis Samter im Regierungsbezirk Bromberg der Provinz Posen gehörte. Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Obersitzko eine evangelische und eine katholische Kirche, eine Synagoge, eine Möbelfabrik und ein Sägewerk.<ref name="Meyers" />

Am Ende des Ersten Weltkriegs war Obersitzko 1918/1919 in den Posener Aufstand verwickelt und kam nach Ende des Aufstandes durch den Versailler Vertrag zur neu gebildeten Zweiten Polnischen Republik.

Im September 1939 wurde die Stadt von der deutschen Wehrmacht besetzt. Sie gehörte anschließend besatzungsamtlich zum Landkreis Samter im Regierungsbezirk Posen im Reichsgau Wartheland des Deutschen Reichs.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges erfolgte der Einmarsch der Roten Armee, und die Stadt wurde wiederum Teil Polens. Soweit die deutschen Einwohner nicht vor Kriegsende geflohen waren, wurden sie nach 1945 vertrieben.

Demographie

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1800 1523 davon 476 Juden (164 Wohnhäuser, davon drei mit Ziegeldach)<ref name="HW">Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 385–386.</ref>
1803 1670 <ref name="AAMB5" />
1816 1781 davon 889 Evangelische, 188 Katholiken, 704 Juden;<ref name="AAMB5">Alexander August Mützell, Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 5: T–Z. Halle 1823, S. 344–351, Ziffer 500.</ref>
1818 1781 <ref name="AAM">Alexander August Mützell, Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 3: Kr–O. Halle 1822, S. 302, Ziffer 14; Vorlage:Archive.org.</ref>
1821 1812 in 202 Privatwohnhäusern<ref name="AAMB5" />
1837 1700 <ref name="HW" />
1843 1769 <ref name="HW" />
1858 1539 <ref name="HW" />
1861 1739 davon 851 Evangelische, 309 Katholiken und 573 Juden<ref name="HW" />
1867 1565 am 3. Dezember (ohne das Majorat oder den Gutsbezirk Obersitzko mit 482 Einwohnern)<ref name="KSB">Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. Dezember 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Teil IV: Die Provinz Posen. Königliches Statistisches Bureau: Berlin 1874, S. 82–83, Ziffer 155; kpbc.umk.pl Blatt 89–90.</ref>
1871 1639 am 1. Dezember, davon 889 Evangelische, 371 Katholiken und 379 Juden (ohne das Majorat oder den Gutsbezirk Obersitzko mit 482 Einwohnern, davon 124 Evangelischen und 358 Katholiken);<ref name="KSB" /> nach anderen Angaben 304 Juden<ref>S. Neumann: Zur Statistik der Juden in Preussen von 1816 bis 1889. Zweiter Beitrag aus den Amtlichen Veröffentlichungen. Gerschel, Berlin 1884, S. 44.</ref>
1885 1570 <ref name="Vwg">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
1905 1522 davon 685 Evangelische, 660 Katholiken und 177 Juden<ref name="Meyers">Vorlage:Meyers-1905</ref>
1910 1746 am 1. Dezember, davon 798 Evangelische, 812 Katholiken, 131 Juden, zwei Sonstige (1018 mit deutscher, 725 mit polnischer Muttersprache)<ref>Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Heft IV: Regierungsbezirk Posen. Königlich Preußisches Statistisches Landesamt, S. 88–89, Ziffer 1: Obersitzko.</ref>

Bürgermeister

  • bis 1806: Johann Differt († am 15. November 1806 in Posen zusammen mit Bürgermeister Johann Gottfried Schatzschneider aus Gollantsch)<ref>Rodgero Prümers: Die Erschießung zweier preußischer Bürgermeister durch die Franzosen i. J. 1806. In: Zeitschrift der Historischen Gesellschaft für die Provinz Posen, 1891, Band 6, S. 25–34; Posen, books.google.de</ref>
  • um 1877: Laschke

Gemeinde

Vorlage:Hauptartikel Die Landgemeinde (gmina wiejska) Obrzycko hat 4372 Einwohner.<ref name="GUS2010">Vorlage:Webarchiv Główny Urząd Statystyczny, Stand 30. Juni 2010.</ref>

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

  • Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 385–386 (books.google.de).
  • Julius Friedlaender: Der Fund von Obrzycko, Silbermünzen aus dem zehnten christlichen Jahrhundert. Mit drei Kupfertafeln. Trautwein, Berlin 1844 (books.google.de).

Weblinks

Vorlage:Commons

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Normdaten