Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Operation (Militär) – Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie Zum Inhalt springen

Operation (Militär)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Offensivoperation)
Datei:The military operations conducted by Artúr Görgei in April-May 1849.jpg
Schema: Ungarn-Operation (1849)
Datei:Bukhara military operation (1920).svg
Schema: Buchara-Operation (1920)
Datei:Map Battle of Stalingrad-ru.svg
Karte zur strategischen Operation „Uran“ 1942 (Schlacht um Stalingrad)
Datei:Battle of the Bulge progress.svg
Schema zur Operationslage (1944) Gegenoffensive in den Ardennen

Die Operation im militärischen Sinn bezeichnet die nach Zielen, Aufgaben, Zeit und Ort koordinierten (Kampf-)Handlungen der Streitkräfte (Teilstreitkräfte) im operativen und/oder strategischen Maßstab nach einheitlicher Idee und nach einheitlichem Plan. Alternativ wird manchmal der Begriff Offensive synonym verwendet.

Ziel ist, gegnerische Gruppierungen zu zerschlagen, wichtige Räume (Abschnitte) von operativer bzw. strategischer Bedeutung zu besetzen und/oder zu behaupten.

Jede Teilstreitkraft ist in der Lage, selbstständig oder im Zusammenwirken mit anderen Teilstreitkräften Operationen durchzuführen.<ref name=":Lex">Lemma Operation. In: Autorenkollektiv der Militärakademie „Friedrich Engels“, der Nationalen Volksarmee u. a.: Militärlexikon. (Hrsg.) Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik: 2. Auflage, Berlin 1973, S. 281.</ref>

Für die Theorie der Strategie und die Theorie der Operativen Kunst ist die Operation das Objekt und der Untersuchungsgegenstand.

Begriffsgeschichte

Herkunft des Begriffs Operation

Das Wort operieren ist vor dem 16. Jahrhundert als schwaches Verb entlehnt aus lateinisch operārī ‘arbeiten, verrichten, pflegen, bearbeiten’ und zu lateinisch opus ‘Werk, Arbeit, Beschäftigung’ nachgewiesen. Die zunächst medizinische Bedeutung folgte jener Auffassung, die im Chirurgen einen guten Handwerker sah. Daraus bilden sich lateinisch operatio (Genitiv operationis) mit der Bedeutung ‘Arbeit, Verrichtung, Gewerbe’ sowie das Abstraktum Operation und ein Nomen Agentis Operateur, gefolgt vom Adjektiv operativ sowie den Adjektiven der Möglichkeit (in)operabel. Mit allgemeinerer Bedeutung versehen sind etwa Kooperation ‘Zusammenarbeit’ und operationalisieren ‘standardisieren’.<ref> Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch. 23., erweiterte Auflage. Bearbeitet von Elmar Seebold: Berlin/New York 1999, S. 602.</ref>

Entwicklung des Begriffs Operation

Während der Begriff im medizinischen Zusammenhang schon seit dem frühen 16. Jahrhundert benutzt wurde, findet er sich in der Bedeutung einer zielgerichteten Bewegung eines militärischen Verbandes ab dem Ende des 17. Jahrhunderts.<ref>Wolfgang Pfeifer (u. a.): Etymologisches Wörterbuch des Deutschen Berlin 1993, S. 951.</ref>

Im umfassenderen Sinne etabliert sich der Begriff erst um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. In den Schriften Friedrichs des Großen ist er nicht zu finden. Sein Zeitgenosse Henry Lloyd gilt jedoch als Schöpfer der Bezeichnung Operationslinie für die Verbindungsstränge von der Armee im Felde zu ihren Versorgungsbasen im Hinterland.<ref>Rudolf Vierhaus: Lloyd und Guibert. In: Werner Hahlweg: Klassiker der Kriegskunst. Darmstadt 1960, S. 188.</ref> Das legt nahe, dass bereits um 1780, dem Entstehungsjahr von Lloyds Abhandlung über die allgemeinen Grundsätze der Kriegskunst, der Operationsbegriff so verbreitet war, dass sich die Ableitung der Operationslinie daraus anbot. Um die Jahrhundertwende zum 19. Jahrhundert findet sich der Begriff bei allen bedeutenden Denkern der Kriegskunst.

Erzherzog Karl überschreibt § 4 seiner Grundsätze der höheren Kriegskunst für die Generäle der österreichischen Armee bereits 1806 mit dem Titel Von dem Operationsplan.<ref>Erzherzog Karl: Grundsätze der höheren Kriegskunst für die Generäle der österreichischen Armee Wien 1806, In: Freiherr von Waldstätten (Hrsg.): Erzherzog Karl. Ausgewählte militärische Schriften Berlin 1882, S. 18.</ref>

Carl von Clausewitz verwendet die Begriffe Operationsbasis und Operationslinie in seinem in den 1820er Jahren entstandenen Buch Vom Kriege häufiger.<ref>Stichwort Operationsbasis und Operationslinie. In: Carl von Clausewitz: Vom Kriege. Hinterlassenes Werk des Generals Carl von Clausewitz. Verlag des MfNV, Berlin 1957, S. 163, 375–379, 659, 803, 807.</ref> Das fünfzehnte Kapitel des fünften Buches im zweiten Teil trägt sogar den Titel Operationsbasis.<ref>Vom Kriege, Hinterlassenes Werk des Generals Carl von Clausewitz, Bd. 1–3, bei Ferdinand Dümmler, Berlin 1832–1834, (Hrsg. von Marie von Clausewitz).</ref>

Dass ausgerechnet Scharnhorst, der von Tempelhoff, dem Übersetzer Lloyds, erheblich gefördert wurde, die Urheberschaft des Ausdrucks Operationslinie Jomini zuschreibt<ref>Scharnhorst schreibt: Die “Précis de l’art de la guerre” fassen die aus der Kriegsgeschichte und den napoleonischen Feldzügen abgeleiteten Lehren zusammen. Es ist das Verdienst des “devin de Napoléon”, der Kriegswissenschaft einen starken Auftrieb verschafft und sie durch die Begriffe der “Initiative” und der “Operationslinien”, insbesondere der “inneren” und “äusseren Linien”, bereichert zu haben. (Gerhard Johann David von Scharnhorst: Nutzen der militärischen Geschichte. Ursach ihres Mangels Ein Fragment aus dem Scharnhorst-Nachlass, Osnabrück 1973, ISBN 3-7648-0867-5).</ref>, ist vor diesem Hintergrund erstaunlich. Wobei Jomini, dessen Werk Précis de l’Art de la Guerre etwa zehn Jahre nach Clausewitz’ Vom Kriege entstand, den Begriff und das Verständnis davon beträchtlich weiterentwickelte. Er baute um den Operationsbegriff ein ganzes Gebäude neuer Termini, die sich auf diesen bezogen oder von ihm abgeleitet waren.<ref>Jomini: Précis de l’Art de la Guerre Paris 1994; in englischer Übersetzung: The Art of War London 1992.</ref> „Jomini suchte das Wesen der Strategie in den Operationslinien und prüfte die Vorzüge der inneren Operationslinie und der äußeren.“<ref>Hans Delbrück: Geschichte der Kriegskunst 4. Teil, 4. Buch, 4. Kapitel, Hamburg 2006, ISBN 3-937872-42-6, S. 597.</ref> Scharnhorsts Irrtum mag sich also auf diesen Umstand gründen.

Operation und Entstehung einer Operativen Kunst

Die bedeutendste Weiterentwicklung für die Kriegskunst fällt in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Mit dem Begriff Operation waren vordem bereits frühzeitig eine Vielzahl anderer Begriffe (beispielsweise Operationslinie, Operationsbasis) verbunden.

Die zentrale Bedeutung, die er heute besitzt, erhielt er jedoch erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als man von ihm in Deutschland das Adjektiv operativ ableitete, mit dem eine völlig neue Führungsebene zwischen Strategie und Taktik geschaffen wurde, die operative Ebene.

Datei:Helmuth Karl Bernhard von Moltke.jpg
Helmuth von Moltke

Ob bereits Moltke in Anlehnung an den Begriff der Operation die operative Kriegskunst oder operative Führungsebene zwischen Taktik und Strategie einschob, oder erst sein Nachfolger Schlieffen, ist unbekannt. Es steht jedoch fest, dass dieser neue Führungsbegriff noch vor 1900 in Deutschland entstand. Von dort wurde er zunächst in Russland als Оперативное искусство Operatiwnoje iskusstwo aufgenommen.<ref>Edward Luttwak: Strategie, Die Logik von Krieg und Frieden. Lüneburg 2003, S. 156.</ref>

{{#if: Operative Kunst|{{#ifexist:Operative Kunst|

|{{#if: |{{#ifexist:{{{2}}}|

→ Haupt{{#if:|seite|artikel}}: [[{{{2}}}{{#if: ||{{{titel2}}}}}]]{{#if: |{{#ifexist:{{{3}}}| und [[{{{3}}}{{#if: ||{{{titel3}}}}}]]|}}|}}

|{{#if: |{{#ifexist:{{{3}}}|

→ Haupt{{#if:|seite|artikel}}: [[{{{3}}}{{#if: ||{{{titel3}}}}}]]

|}}|}}|}}|}}|}}|Einbindungsfehler: Die Vorlage Hauptartikel benötigt immer mindestens ein Argument.}}

Außer in Russland, wo das Konzept der Operativen Führung zwischen 1923 und 1937 von Tuchatschewski und Triandafillow weiter ausgearbeitet wurde (vgl. Tiefe Operation), tat man sich außerhalb Deutschlands schwer die neue Idee zu übernehmen. Das war und ist zum großen Teil der ablehnenden Haltung gegenüber einer Wehr- oder Militärwissenschaft geschuldet.

{{#if: Militärwissenschaft#Wissenschaftsdebatte und Ausbildung ab Mitte des 19. Jahrhunderts|{{#ifexist:Militärwissenschaft#Wissenschaftsdebatte und Ausbildung ab Mitte des 19. Jahrhunderts|

|{{#if: |{{#ifexist:{{{2}}}|

→ Haupt{{#if:|seite|artikel}}: [[{{{2}}}{{#if: ||{{{titel2}}}}}]]{{#if: |{{#ifexist:{{{3}}}| und [[{{{3}}}{{#if: ||{{{titel3}}}}}]]|}}|}}

|{{#if: |{{#ifexist:{{{3}}}|

→ Haupt{{#if:|seite|artikel}}: [[{{{3}}}{{#if: ||{{{titel3}}}}}]]

|}}|}}|}}|}}|}}|Einbindungsfehler: Die Vorlage Hauptartikel benötigt immer mindestens ein Argument.}}

Nach Boris Michailowitsch Schaposchnikow wurde an der russischen Generalstabsakademie vor dem Ersten Weltkrieg operative Kunst nach Sigismund von Schlichting, Louis Loyzeau de Grandmaison und Heinrich Antonowitsch Leer gelehrt.

Wesensmerkmale der Operation

Bestandteile der Operation

Die Operation ist für die Kriegskunst – genauer, ihre Bestandteile (Militär-)Strategie und Operative Kunst – eine Grundform (Hauptform) der Handlungen der Streitkräfte.

Die Operation im militärischen Sinn bezeichnet die Gesamtheit der nach Zielen, Aufgaben, Ort und Zeit abgestimmten und miteinander verbundenen Schlachten, Schläge, Gefechte und Manöver verschiedenartiger Truppen (Kräfte), die

  • gleichzeitig oder aufeinanderfolgend nach einheitlicher Idee und nach einheitlichem Plan,
  • zur Erfüllung von Aufgaben auf dem Kriegsschauplatz (den Kriegsschauplätzen), in einer strategischen Richtung oder Operationsrichtung (in einem bestimmten Raum / einer bestimmten Zone) und
  • in einer festgelegten Zeit durchgeführt werden.<ref name=":Lex" />

Für die Theorie der Operativen Kunst ist sie das Objekt und ein Untersuchungsgegenstand.

Neben den Kampfhandlungen gehören also auch alle anderen militärischen Maßnahmen dazu, zum Beispiel Verlegungen (Märsche, Transporte, Manöver) oder Versorgung von Kräften (Mitteln) und sonstige Maßnahmen jeder Art und jeden Umfangs. Operationen setzen keinen fest bestimmten Kräfteumfang voraus. Operationen werden grundsätzlich von verschiedenen Truppengattungen und gewöhnlich von verschiedenen Teilstreitkräften gemeinsam durchgeführt.

Ziele, Ausmaß, Kennziffern der Operation

Ziel der Operation kann sein: die gegnerischen Gruppierungen zu zerschlagen, wichtige Räume (Abschnitte) von operativer bzw. strategischer Bedeutung zu besetzen oder zu behaupten.<ref name=":Lex" /><ref>Autorenkollektiv der Militärakademie „Friedrich Engels“, der Nationalen Volksarmee u. a.: Militärlexikon. (Hrsg.) Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik: 2. Auflage, Berlin 1973, S. 192–193.</ref>

Jede Operation wird durch ihre spezifischen Hauptkennziffern – das Ausmaß der Operation – charakterisiert. Dazu gehören:

  • die Anzahl der an der Operation teilnehmenden Kräfte (Mittel);
  • die Breite und Tiefe des Handlungsstreifens (der Handlungsräume);
  • (in der Angriffsoperation) die Tiefe und das mittlere Tempo der (Angriffs-)Handlungen;
  • die Dauer der Operation;
  • die vorherige und laufende Auffüllung mit materiellen Mitteln und Reserven (Militärlogistik);
  • die Möglichkeiten zur Sicherstellung der (Kampf-)Handlungen;
  • der Charakter des Geländes und andere Lagebedingungen wie Wetter.

Arten der Operation

Einteilung nach Kriterien

Nach dem Maßstab und Umfang der beteiligten Kräfte (Mittel) können unterschieden werden:

  • die Strategische Operation,
  • die Frontoperation (Flotten-, Luftverteidigungsbezirks-, Armeegruppen-, Heeresgruppen-Operationen) sowie
  • die Armeeoperation (Flottillen-, Korps-, Geschwader-Operation).

Zu den Arten der Operation nach einbezogenen Teilstreitkräften zählen:

  • die allgemeine Operation (der Landstreitkräfte),
  • die allgemeine Flottenoperation und
  • die gemeinsame Operation (von operativen Formationen mehrerer Teilstreitkräfte).<ref name=":Lex" />

Außerdem können selbstständige Operationen der Teilstreitkräfte durchgeführt werden: die Luftoperation, die Luftverteidigungsoperation, die Seeoperation (ozeanische Operation).<ref>Lemma selbstständige Operation (ru– самостоятельная операция). In: Autorenkollektiv unter Leitung von S. F. Achromejew: Militärenzyklopädisches Wörterbuch (ru – Военный Энциклопедический Словарь – Wojennyj Enziklopeditscheskij Slowar). Moskau 1986, S. 653.</ref>

Arten der allgemeinen Operation (bei den Landstreitkräften / dem Heer) werden unterschieden nach dem Charakter der Kampfhandlungen in der Operation in (Offensiv-)Angriffsoperationen und (Defensiv-)Verteidigungsoperationen. Das Verständnis von offensiven Operationen überwiegt, weil diese auf die Erringung der Initiative gerichtet sind und darauf ausgerichtet sind, den Gegner zu schwächen oder in eine ungünstige Lage zu bringen, indem ihm Geländeräume (-abschnitte) operativer oder strategischer Bestimmung abgenommen und gegnerische Handlungsfähigkeiten beschnitten werden.

Nach der Zeit und Reihenfolge werden Operationen unterteilt in Erste Operation und Folgende Operation(en).

Nach der besonderen Geografie des Operationsraums werden der Wüstenkrieg, Dschungelkrieg, Gebirgskrieg und der Krieg in der Arktis sowie der Kampf in großräumigen urbanem Einsatzraum als Orts- und Häuserkampf unterschieden.

Luftoperation

Die Luftoperation ist eine Form der Kampfhandlungen der Luftstreitkräfte zur Erringung der Initiative in der Luft und zur Unterstützung der Kampfhandlungen der Land- und Seestreitkräfte. Die operativen und taktischen Verbände der Luftstreitkräfte handeln in der Regel im Zusammenwirken mit militärischen Formationen anderer Teilstreitkräfte in einem festgelegten Zeitraum nach einheitlicher Idee und einheitlichem Plan zur Erreichung eines strategischen oder operativen Ziels.<ref>Siehe Lemma Luftoperation. In: Autorenkollektiv der Militärakademie „Friedrich Engels“, der Nationalen Volksarmee u. a.: Militärlexikon. (Hrsg.) Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik: 2. Auflage, Berlin 1973, S. 214.</ref> Die Luftoperation beinhaltet auch den Luftkampf, d. h. die Gefechtshandlungen einzelner Flugzeuge oder Flugzeuggruppen, die im Flugmanöver zum Einsatz der Flugzeugbewaffnung bestehen, um gegnerische Luftangriffsmittel zu bekämpfen.<ref>Siehe Lemma Luftkampf. In: Autorenkollektiv der Militärakademie „Friedrich Engels“, der Nationalen Volksarmee u. a.: Militärlexikon. (Hrsg.) Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik: 2. Auflage, Berlin 1973, S. 214.</ref>

Luftverteidigungsoperation

Die Luftverteidigungsoperation bezeichnet die Gesamtheit der nach Zielen, Aufgaben, Ort und Zeit abgestimmten und miteinander verbundenen Luft- und Luftverteidigungsschlachten, -gefechte und -schläge, die nach einheitlicher Idee und nach einheitlichem Plan in einer festgelegten Zeit durchgeführt werden.

Ziel ist es, die Luftoperation des Gegners durch Vernichtung der wesentlichen gegnerischen Fliegerkräfte in der Luft und auf Landeplätzen zu vereiteln sowie Schläge auf die eigene Gruppierung der Truppen (Kräfte) und Objekte des Landes in festgelegten operativen Grenzen nicht zuzulassen.<ref>Siehe Lemma Luftverteidigungsoperation der Truppen der Luftverteidigung. In: Autorenkollektiv der Militärakademie „Friedrich Engels“, der Nationalen Volksarmee u. a.: Militärlexikon. (Hrsg.) Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik: 2. Auflage, Berlin 1973, S. 215–216.</ref><ref>Lemma Luftverteidigungsoperation (ru – Противовоздушная операция). In: Autorenkollektiv unter Leitung von S. F. Achromejew: Militärenzyklopädisches Wörterbuch (ru – Военный Энциклопедический Словарь – Wojennyj Enziklopeditscheskij Slowar). Moskau 1986, S. 596.</ref>

Seeoperation

Die Seeoperation ist eine Form der operativen Kampfhandlungen, die von operativen und taktischen Verbänden der Seestreitkräfte selbstständig oder im Zusammenwirken mit militärischen Formationen anderer Teilstreitkräfte in einem festgelegten Zeitraum nach einheitlicher Idee und einheitlichem Plan zur Erreichung eines strategischen oder operativen Ziels durchgeführt werden. Nach ihrem Charakter gliedern sich Seeoperationen in solche mit Angriffscharakter und solche mit Verteidigungscharakter.<ref>Siehe Lemma Seeoperation. In: Autorenkollektiv der Militärakademie „Friedrich Engels“, der Nationalen Volksarmee u. a.: Militärlexikon. (Hrsg.) Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik: 2. Auflage, Berlin 1973, S. 336–337.</ref> Als Bestandteile der Seeoperation gelten das Seegefecht<ref>Seegefecht bezeichnet die von den Seestreitkräften angewandte Form taktischer Kampfhandlungen, die von taktischen Schlägen (Gegenschlägen), Angriffen (Gegenangriffen) und den hierfür erforderlichen Sicherstellungsmaßnahmen gekennzeichnet sind. Im Seegefecht handeln Verbände, Truppenteile und Einheiten einer oder mehrerer Waffengattungen der Seestreitkräftenach einer einheitlichen Idee und unter einheitlicher Führung durchgeführt werden. (Siehe Lemma Seegefecht. In: Autorenkollektiv der Militärakademie „Friedrich Engels“, der Nationalen Volksarmee u. a.: Militärlexikon. (Hrsg.) Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik: 2. Auflage, Berlin 1973, S. 333.)</ref> und die Seeschlacht.<ref>Seeschlacht ist die im Altertum entstandene und noch bis Ende des Zweiten Weltkriegs gebräuchliche Form der Kampfhandlungen der Seestreitkräfte, bei der die Hauptkräfte der Flotten mit dem Ziel aufeinandertrafen, durch die Vernichtung des Gegners entweder den Seekrieg zu entscheiden (Entscheidungsschlacht) oder eine entscheidende Veränderung des Kräfteverhältnisses auf einem Seekriegsschauplatz zu erreichen. (Siehe Lemma Seeschlacht. In: Autorenkollektiv der Militärakademie „Friedrich Engels“, der Nationalen Volksarmee u. a.: Militärlexikon. (Hrsg.) Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik: 2. Auflage, Berlin 1973, S. 337.)</ref>

Anwendungsvarianten zum Operationsbegriff

Varianten zum Ziel der Operation

Dem Gegner soll letztlich, häufig im Rahmen eines längeren Feldzugs, eine Fortsetzung des Kampfes unmöglich gemacht werden. Defensivoperationen haben das Ziel, durch geschickten und sparsamen Einsatz der eigenen Kräfte gegnerische Offensivoperationen zu behindern, zu vereiteln und die Einleitung eigener Offensivoperationen vorzubereiten (Gewinn der Initiative).

Varianten zum Kräfteeinsatz in der Operation

Militärische Operationen werden von der Führungsebene eines Großverbandes ab Brigadeebene geführt und finden vor, während und nach Schlachten und Gefechten statt.<ref>Heeresdienstvorschrift 100/100 Truppenführung, Bonn 2000; Ziffer 406 ff. und Heeresdienstvorschrift 100/900 Führungsbegriffe, Bonn 1998; Stichwort Operation und Verweise</ref> Im Laufe einer Operation kann es zu mehreren Schlachten und Gefechten kommen.

Begriffsanwendung im anglophonen Sprachraum

Zu beachten ist, dass sich bis Anfang der 1980er Jahre der Gebrauch des Begriffs Operation im deutschen Sprachraum erheblich von dem im angelsächsischen, speziell US-amerikanischen Sprachraum unterschied, wo er „nur ganz allgemein Kampfhandlungen“<ref>Edward Luttwak: Strategie, Die Logik von Krieg und Frieden. Lüneburg 2003, S. 156.</ref> jedweder Art bezeichnet. Demnach entspricht (dt.) Operation zwar nicht (en.) operation, (dt.) operativ jedoch dem englischen Begriff (en.) operational.

Liddell Hart schlug noch Mitte der 1950er Jahre für Großbritannien und die übrigen westlichen Staaten ein beinahe identisches Konzept allerdings unter dem ihm geeigneter erscheinenden Begriff grand tactics (etwa Große Taktik) vor<ref>Basil Liddell Hart: Strategie Wiesbaden 1954 (Strategy London 1953).</ref>.

Kurz danach öffnete sich mit dem französischen General André Beaufre erstmals ein prominenter Strategiedenker des Westens für dieses Konzept unter der Bezeichnung Operative Strategie<ref>André Beaufre: Totale Kriegskunst im Frieden, Einführung in die Strategie Berlin 1964 (Introduction à la stratégie Paris, 1963).</ref>.

Der Westen Deutschlands hat sich nie von der Operation und dem Operativen entfernt. Der Operationsbegriff zieht sich durch alle Ausgaben der grundlegenden Führungsvorschrift für das Deutsche Heer<ref>als Beispiel sei hier die Ausgabe von 1973 der Heeresdienstvorschrift 100/100 Führung im Gefecht genannt</ref>.

Im Jahr 1982<ref>Operationsbegriff dort im Field Manual 100-5 der US Army eingearbeitet. Jahresangabe aus: Jay Luvaas: Napoleon on the Art of War New York 1999, ISBN 0-684-87271-4, S. 127.</ref> führte Edward Luttwak<ref>Die Urheberschaft Luttwaks wird bestätigt in J.J.G. MacKenzie und Brian Holden: The British Army and the Operational Level of War. London 1989.</ref> den neuen Führungsbegriff auch bei den US-amerikanischen Streitkräften in der grundlegenden Vorschrift FM 100-5 ein. Darin heißt es sinngemäß, dass der Krieg ein nationales Unterfangen sei, das auf drei grundsätzlichen Ebenen koordiniert werde, strategisch, operativ und taktisch<ref>Jay Luvaas: Napoleon on the Art of War New York 1999, ISBN 0-684-87271-4, S. 127.</ref>. Damit hatte sich der Begriff endgültig weltweit durchgesetzt, auch wenn stellenweise noch bemängelt wird, dass in einigen Ländern der Begriff das Führungssystem noch nicht durchdrungen hat<ref> so zum Beispiel in der Schweiz, vergleiche dazu [1] (Internetseite vom 30. April 2009).</ref>.

{{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}} Begriffsabgrenzung in der Bundeswehr

Die vom Begriff Operation abgeleitete operative Ebene liegt zwischen der Strategie und der Taktik. Strategie ist dabei als der Teil der Kriegskunst zu verstehen, der sich mit der Gesamtkriegführung befasst. Im Gegensatz dazu befasst sich Taktik mit der Verwendung und dem Einsatz der Kräfte und Mittel eines Verbandes für und im Gefecht, während man bei der Operationsführung von Großverbänden von Schlacht spricht. Taktik richtet damit den Fokus der Betrachtung auf das einzelne Gefecht und Strategie weit oberhalb dieser engen Betrachtungsweise auf alle Zusammenhänge und Interessen des kriegführenden Staates, die Operative Ebene ist dazwischen angesiedelt. Seitdem gibt es nicht mehr nur das Begriffspaar Strategie – Taktik, das von einer breiten Grauzone zwischen den Extremen gekennzeichnet war. Die operative Ebene hat sich zwischen den beiden vermittelnd eingeschoben. Freilich gibt es nun statt einer Grauzone zwei. Denn so unklar früher in Grenzbereichen die Zuordnung einer militärischen Maßnahme zum Bereich der Taktik oder Strategie war, so groß können heute die Unklarheiten sein, wenn es um die Zuordnung zu Taktik oder Operativer Ebene einerseits, oder Operativer Ebene und Strategie andererseits geht.

Taktische Maßnahmen befinden sich daher in enger Abhängigkeit voneinander. Eine Kompanie, die eine Ortschaft verteidigt, kann diese Absicht und ihren Auftrag nicht losgelöst von ihren Nachbarn verfolgen. Gehen die benachbarten Kompanien auf beiden Seiten zurück, wird auch die Einheit aus dem Dorf ausweichen müssen, da ihr sonst die Gefahr droht, abgeschnitten zu werden. Andererseits wird sie nicht im Dorfe halten dürfen, wenn ihre Nachbarn vorgehen, da sonst zwischen diesen Nachbarn eine Lücke klafft, die diesen und schließlich auch der Kompanie im Dorf zum Verhängnis werden könnte. Der Führer dieser Kompanie ist insofern nicht frei in seinen Entschlüssen, sondern muss sie am Verhalten anderer Truppenteile, auf die er keinen Einfluss hat, orientieren.

Das stellt sich auf operativer Ebene anders dar. Verschiedene Operationen auf dem gleichen Kriegsschauplatz müssen zwar auf höherer operativer Ebene aufeinander abgestimmt sein, laufen für sich jedoch meist weitgehend unabhängig vom Erfolg oder Misserfolg benachbarter Operationen und der Gesamtstrategie ab. Als weitere Unterschiede werden häufig genannt, dass Bewegungen in der Taktik nur insofern betrachtet werden, als sie im Gefecht oder in Erwartung eines möglichen Gefechtes geplant und ausgeführt werden, während sie integraler Bestandteil von Operationen sind. Auch Versorgungsmaßnahmen werden in der Taktik lediglich hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf laufende oder mögliche Gefechte betrachtet, während sie dauernde Begleiter von Operationen sind. Seltener findet man den Hinweis, dass Taktik sich sehr stark an der Truppengattung orientiert, während Operationen grundsätzlich der Idee vom Einsatz verbundener Waffen folgen.<ref>zum Beispiel Edward Luttwak in Edward Luttwak: Strategie, Die Logik von Krieg und Frieden. Lüneburg 2003.</ref>

Dem liegt die Idee zugrunde, dass Panzertruppe, Infanterie und Artillerie jeweils ihre eigenen Einsatzgrundsätze und damit ihre eigene Taktik haben. „Wo einzelne Truppentypen und ihre spezifischen Taktiken (…) nicht mehr für sich allein den Ausgang bestimmen, weil andere Truppentypen und andere Arten von Taktik ebenso beteiligt sind, befinden wir uns auf der nächsthöheren Ebene: der operativen Ebene.“<ref>Edward Luttwak: Strategie, Die Logik von Krieg und Frieden Lüneburg 2003; S. 157.</ref> Dem könnte entgegengehalten werden, dass in heutigen Gefechtssituationen das Gefecht der verbundenen Waffen bereits auf sehr niedriger Führungsebene praktiziert wird. Bataillone haben im Einsatz fast immer abgegebene Teile fremder Truppengattungen für den eigenen Gefechtsauftrag zur Verfügung, Kompanien werden häufig durch Teileinheiten anderer Truppengattungen verstärkt. Der Unterschied, dass taktische Verbände zunächst reinrassig sind und erst durch Eingriffe der operativen Ebene, die über alle Truppengattungen verfügt, Unterstellungen erhalten, bleibt allerdings auch bei diesem Einwand bestehen. Kräfte anderer Truppengattungen werden einem Zug als Teileinheit selten unterstellt, zu meist erfolgt eine Anweisung auf Zusammenarbeit.

Operationsarten in der Bundeswehr

Die Bundeswehr unterscheidet die Operationsarten<ref>Heeresdienstvorschrift 100/900, Führungsbegriffe, Bonn 2007.</ref>

Abgeleitete Begriffe in der Bundeswehr

Mit dem Begriff der Operation hängt in heutigen deutschen Führungsvorschriften eine Vielzahl abgeleiteter Begriffe zusammen:

{{#invoke:Vorlage:Siehe auch|f}}

Siehe auch

Literatur

  • Gerhard P. Groß: Mythos und Wirklichkeit. Geschichte des operativen Denkens im deutschen Heer von Moltke d-Ä. bis Heusinger. Paderborn 2012, ISBN 978-3-506-77554-2.
  • Edward Luttwak: Strategie, Die Logik von Krieg und Frieden. Lüneburg 2003, ISBN 3-934920-12-8.
  • Philipp Eder: Die Entwicklung moderner operativer Führungskunst. In: Österreichische Militärische Zeitschrift (OMZ) 3/2003 (online).
  • Autorenkollektiv: Wörterbuch zur deutschen Militärgeschichte. A–Me, Mi–Z. 2., durchgesehene Aufl., zwei Bände. Berlin 1987, ISBN 3-327-00478-1, 1119 S.
  • Autorenkollektiv unter Leitung von S. F. Achromejew: Militärenzyklopädisches Wörterbuch (ru – Военный Энциклопедический Словарь – Wojennyj Enziklopeditscheskij Slowar). Moskau 1986, 863 S.
  • Werner Hahlweg: Militärwissenschaft, Militärtheorie und Militärgeschichte bei Marx und Engels. In: Österreichische militärische Zeitschrift. Wien 11–1973, Nr. 6, S. 454–458.
  • Autorenkollektiv der Militärakademie „Friedrich Engels“, der Nationalen Volksarmee u. a.: Militärlexikon. (Hrsg.) Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik: 2. Auflage, Berlin 1973, 576 S.
  • Max Jähns: Geschichte der Kriegswissenschaften, vornehmlich in Deutschland. I–III, München/Leipzig 1889–1891. auf: (www.archive.org).
  • Carl von Clausewitz: Vom Kriege. Hinterlassenes Werk des Generals Carl von Clausewitz. Eingeleitet von Prof. Dr. Ernst Engelberg und Generalmajor a. D. Dr. Otto Korfes. Verlag des MfNV, Verlag des MfNV, Berlin 1957, 957 S.

Einzelnachweise

<references />

{{#ifeq: s | p | | {{#if: 4203217-9 | |

}} }}{{#ifeq:||{{#if: | [[Kategorie:Wikipedia:GND fehlt {{#invoke:Str|left|{{{GNDCheck}}}|7}}]] }}{{#if: | {{#if: | | }} }} }}{{#if: | {{#ifeq: 0 | 2 | | }} }}{{#if: | {{#ifeq: 0 | 2 | | }} }}{{#ifeq: s | p | {{#if: 4203217-9 | | {{#if: {{#statements:P227}} | | }} }} }}{{#ifeq: s | p | {{#if: 4203217-9 | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P227}} | | }} }} }} }}{{#ifeq: s | p | {{#if: | | {{#if: {{#statements:P244}} | | }} }} }}{{#ifeq: s | p | {{#if: | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P244}} | | }} }} }} }}{{#ifeq: s | p | {{#if: | | {{#if: {{#statements:P214}} | | }} }} }}{{#ifeq: s | p | {{#if: | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P214}} | | }} }} }} }}Vorlage:Wikidata-Registrierung