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Alarmismus

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(Weitergeleitet von Panikmache)

Alarmismus ist ein Anfang der 1990er Jahre entstandener, aus dem Englischen abgeleiteter Neologismus.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> Er dient als politisches Schlagwort zur Bezeichnung oder Behauptung einer unnötigen oder übertriebenen Warnung vor Problemen und fand auch Eingang in die Medienkritik. Wer den Begriff verwendet, drückt damit in der Regel wertend aus, dass er die Warnungen und Ängste nicht teilt oder für stark überzogen hält.

Begriffsherkunft und -bedeutung

Als Alarmist wird laut Duden zum einen ein Lärmverursacher oder Unruhestifter bezeichnet (diese Bedeutung sei bildungssprachlich veraltet), zum anderen „jemand, der die öffentliche Aufmerksamkeit auf etwas Bedrohliches, Gefährliches lenkt, der vor etwas warnt“.<ref>Alarmist. duden.de; abgerufen am 13. Januar 2013.</ref> Ob die Bedrohung tatsächlich und in den beschriebenen Ausmaßen existiert, ist für die Verwendung des Schlagwortes unerheblich. Eine Bezeichnung mit ähnlichem Sinngehalt stellt der umgangssprachlich abwertende Begriff Panikmache dar, der laut Duden ein „Heraufbeschwören einer Panikstimmung durch aufgebauschte Darstellung eines Sachverhalts o. Ä.“ bezeichnet.<ref>Panikmache. duden.de; abgerufen am 1. August 2013.</ref> In öffentlichen und politischen Diskussionen wird der Alarmismus-Vorwurf auch als Red Herring genutzt, um eine differenzierte Auseinandersetzung mit einem Thema zu umgehen.

Medienkritik

In der Medienkritik wird der Umgang mit vielen öffentlich diskutierten Problemen zeitweilig als alarmistisch bezeichnet. Insbesondere wird damit eine Tendenz vor allem der Boulevardpresse zu erfassen versucht, „aktuelle Ereignisse, politische Positionen oder allgemeine Trends als Warnungen vor unerwünschten zukünftigen Entwicklungen“ vorzutragen. So würden „Wandlungen und Veränderungen als auf dramatische gefährliche Entwicklungen ausgewiesen, die ein dringendes Handeln erfordern“ würden. Die Drastik mancher Darstellung deute auf eine „tiefere Strategie der Dramatisierung möglicher gesellschaftlicher Entwicklungen“ hin. Dabei habe der Alarmismus „ein Diskursmuster, das sich in medialer Öffentlichkeit und wissenschaftlicher Debatte nachweisen lässt und den Blick auf Möglichkeiten und Grenzen politischer Einflussnahme“ eher verstelle. Historisch gebe es „eine ganze Reihe von Beispielen hysterischer Angstepidemien, die manchmal auf ein in Angstlust fundiertes ‚katastrophisches Lebensgefühl‘ zurückgeführt werden“ können.<ref>Heinz-Hermann Meyer: Alarmismus. In: Lexikon der Filmbegriffe, Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien der Universität Kiel; abgerufen am 1. August 2013.</ref>

Erklärungsversuche

Der Publizist Matthias Horx versuchte Alarmismus 2007 folgendermaßen zu definieren: {{

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             | {{{ref}}} }}

}}.<ref>zitiert in: Thomas Jäger, Henrike Viehrig: Sicherheit und Medien. Springer, 2009, S. 165; books.google.de</ref> Dem Publizisten Friedrich Sieburg zufolge basiert das katastrophische Lebensgefühl auf einem psychologischen Angstlust-Effekt: „Die Weltuntergangsstimmung durch scharfe Analysen ins allgemeine Bewusstsein zu heben und sie gleichzeitig auch noch zu genießen, gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen des Menschen von heute.“ Der Alltag mit seinen tristen Problemen sei langweilig, dagegen aber bevorstehenden Katastrophen hochinteressant.<ref name="Harpprecht 2005">F. Sieburg (1957) zitiert nach: Klaus Harpprecht: Untergang des Abendlandes? Welch ein Unsinn! In: Die Zeit, Nr. 25/2006.</ref>

Der Kommunikationswissenschaftler Lutz M. Hagen sieht ökonomische Gründe für den zunehmenden Alarmismus in der deutschen Medienlandschaft. Da die Leserzahl von Printmedien seit der Jahrtausendwende um 25 % zurückgegangen sei, seien Zeitungen und Zeitschriften gezwungen, verstärkt Aufmerksamkeit zu generieren. Dies gelte auch für werbefinanzierte Webseiten, für es deutliche Anreize zum Alarmismus gebe. Eine Folge sei eine starke Boulevardisierung der Medienlandschaft.<ref>Referiert bei: Christian Jakob: Endzeit. Die neue Angst vor dem Weltuntergang und der Kampf um unsere Zukunft. Ch. Links Verlag, Berlin 2023, S. 136 ff.</ref>

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />