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Phenylisothiocyanat

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(Weitergeleitet von Phenylsenföl)
Strukturformel
Strukturformel von Phenylisothiocyanat
Allgemeines
Name Phenylisothiocyanat
Andere Namen
  • Isothiocyanatobenzol (IUPAC)
  • Phenylsenföl
  • Thiocarbanil
  • Edman-Reagenz
Summenformel C7H5NS
Kurzbeschreibung

farblose bis gelbliche, tränenreizende Flüssigkeit von beißendem, senfartigem Geruch<ref name=roempp />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 203-138-1
ECHA-InfoCard 100.002.853
PubChem 7673
ChemSpider 7390
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 135,19 g·mol−1
Dichte

1,13 g·cm−3 (20 °C)<ref name="GESTIS" />

Schmelzpunkt

−21 °C<ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

218 – 221 °C<ref name="GESTIS" />

Dampfdruck

10 hPa (20 °C)<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit

Zersetzung in Wasser<ref name="GESTIS" />

Brechungsindex

1,6492 (23 °C)<ref name="CRC90_3_428">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Physical Constants of Organic Compounds, S. 3-428.</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301​‐​314​‐​317​‐​334​‐​410
P: 280​‐​284​‐​301+330+331​‐​303+361+353​‐​304+340​‐​305+351+338+310<ref name="GESTIS" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Phenylisothiocyanat (PITC) ist eine chemische Verbindung, die als Reagenz für die chemische Analytik (Edman-Reagenz) und die organische Synthesechemie verwendet wird. Der andere Name Phenylsenföl ist auf die Verwandtschaft mit dem Geschmacksträger des Senfs, dem Allylisothiocyanat (CH2=CH–CH2N=C=S), zurückzuführen.

Vorkommen

Neben dem Hauptbestandteil Allylisothiocyanat enthält das Senföl des Braunen Senfs auch Phenylisothiocyanat.<ref>Zi-Tao Jiang, Rong Li, Yu-Min Zuo: Composition of Essential Oil of Brassica juncea (L.) Coss. from China. In: Journal of Essential Oil Research. Band 11, Nr. 4, Juli 1999, S. 503–506, doi:10.1080/10412905.1999.9701196.</ref>

Darstellung

Anilin reagiert mit Kohlenstoffdisulfid in Ethanol und fein verteiltem Kaliumhydroxid als Katalysator zu Diphenylthioharnstoff. Diese Reaktion verläuft vermutlich über die Zwischenprodukte Phenyldithiocarbaminsäure und Phenylisothiocyanat unter Abspaltung von Schwefelwasserstoff. Aus dem gebildeten Diphenylthioharnstoff wird im nächsten Schritt bei der Einwirkung von Säuren unter Abspaltung von Anilin Phenylisothiocyanat gebildet:<ref>L. F. Fieser, M. Fieser: Lehrbuch der organischen Chemie. 3. Auflage. Verlag Chemie, 1957, S. 703.</ref>

Synthese von Phenylisothiocyanat
Synthese von Phenylisothiocyanat

Eine weitere Methode zur Darstellung von Phenylisothiocyanat geht ebenfalls von Anilin und Kohlenstoffdisulfid in konzentrierter Ammoniak-Lösung aus. Das als Zwischenprodukt isolierte Salz Ammoniumphenyldithiocarbamat wird mit Bleinitrat in Phenylisothiocyanat überführt:<ref>F. B. Dains, R. Q. Brewster, C. P. Olander: Vorlage:Linktext-Check In: Organic Syntheses. 6, 1926, S. 72, doi:10.15227/orgsyn.006.0072; Coll. Vol. 1, 1941, S. 447 (PDF).</ref>

Synthese von Phenylisothiocyanat
Synthese von Phenylisothiocyanat

Eigenschaften

Phenylisothiocyanat ist eine farblose bis gelbliche Flüssigkeit von beißendem, senfartigem Geruch, die die Augen zu Tränen reizt.<ref name=roempp>Eintrag zu Phenylisocyanat. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> Bei Normaldruck siedet die Verbindung bei 221 °C.<ref name="GESTIS" /> Die Dampfdruckfunktion ergibt sich nach Antoine entsprechend

<math>\log_{10}\left(P(T)/\text{bar}\right) \;=\; A-\frac{B}{T+C} \qquad\text{mit}\qquad\begin{cases}A = 4{,}44210\\B = 1930{,}513~\textrm{K}\\C = -58{,}467~\textrm{K}\end{cases}</math>

im Temperaturbereich von 320 K bis 491 K.<ref>D. R. Stull: Vapor Pressure of Pure Substances Organic Compounds. In: Ind. Eng. Chem. Band 39, 1947, S. 517–540., doi:10.1021/ie50448a022</ref>

Die Verbindung reagiert heftig mit Alkoholen, Aminen, Säuren, Basen, Wasser und Oxidationsmitteln.<ref name="GESTIS" />

Verwendung

Es wird als Laufmittel in der Umkehrphasen-Hochleistungsflüssigkeitschromatographie zur Analyse von sekundären Aminen eingesetzt und in der Synthesechemie als Reagenz im Edman-Abbau verwendet und daher „Edman-Reagenz“ genannt.

Einzelnachweise

<references />