Phenylisothiocyanat
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| Strukturformel von Phenylisothiocyanat | |||||||||||||||||||
| Allgemeines | |||||||||||||||||||
| Name | Phenylisothiocyanat | ||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C7H5NS | ||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
farblose bis gelbliche, tränenreizende Flüssigkeit von beißendem, senfartigem Geruch<ref name=roempp /> | ||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| Molare Masse | 135,19 g·mol−1 | ||||||||||||||||||
| Dichte |
1,13 g·cm−3 (20 °C)<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
−21 °C<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Siedepunkt |
218 – 221 °C<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Dampfdruck |
10 hPa (20 °C)<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
Zersetzung in Wasser<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Brechungsindex |
1,6492 (23 °C)<ref name="CRC90_3_428">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Physical Constants of Organic Compounds, S. 3-428.</ref> | ||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C | |||||||||||||||||||
Phenylisothiocyanat (PITC) ist eine chemische Verbindung, die als Reagenz für die chemische Analytik (Edman-Reagenz) und die organische Synthesechemie verwendet wird. Der andere Name Phenylsenföl ist auf die Verwandtschaft mit dem Geschmacksträger des Senfs, dem Allylisothiocyanat (CH2=CH–CH2N=C=S), zurückzuführen.
Vorkommen
Neben dem Hauptbestandteil Allylisothiocyanat enthält das Senföl des Braunen Senfs auch Phenylisothiocyanat.<ref>Zi-Tao Jiang, Rong Li, Yu-Min Zuo: Composition of Essential Oil of Brassica juncea (L.) Coss. from China. In: Journal of Essential Oil Research. Band 11, Nr. 4, Juli 1999, S. 503–506, doi:10.1080/10412905.1999.9701196.</ref>
Darstellung
Anilin reagiert mit Kohlenstoffdisulfid in Ethanol und fein verteiltem Kaliumhydroxid als Katalysator zu Diphenylthioharnstoff. Diese Reaktion verläuft vermutlich über die Zwischenprodukte Phenyldithiocarbaminsäure und Phenylisothiocyanat unter Abspaltung von Schwefelwasserstoff. Aus dem gebildeten Diphenylthioharnstoff wird im nächsten Schritt bei der Einwirkung von Säuren unter Abspaltung von Anilin Phenylisothiocyanat gebildet:<ref>L. F. Fieser, M. Fieser: Lehrbuch der organischen Chemie. 3. Auflage. Verlag Chemie, 1957, S. 703.</ref>
Eine weitere Methode zur Darstellung von Phenylisothiocyanat geht ebenfalls von Anilin und Kohlenstoffdisulfid in konzentrierter Ammoniak-Lösung aus. Das als Zwischenprodukt isolierte Salz Ammoniumphenyldithiocarbamat wird mit Bleinitrat in Phenylisothiocyanat überführt:<ref>F. B. Dains, R. Q. Brewster, C. P. Olander: Vorlage:Linktext-Check In: Organic Syntheses. 6, 1926, S. 72, doi:10.15227/orgsyn.006.0072; Coll. Vol. 1, 1941, S. 447 (PDF).</ref>
Eigenschaften
Phenylisothiocyanat ist eine farblose bis gelbliche Flüssigkeit von beißendem, senfartigem Geruch, die die Augen zu Tränen reizt.<ref name=roempp>Eintrag zu Phenylisocyanat. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> Bei Normaldruck siedet die Verbindung bei 221 °C.<ref name="GESTIS" /> Die Dampfdruckfunktion ergibt sich nach Antoine entsprechend
- <math>\log_{10}\left(P(T)/\text{bar}\right) \;=\; A-\frac{B}{T+C} \qquad\text{mit}\qquad\begin{cases}A = 4{,}44210\\B = 1930{,}513~\textrm{K}\\C = -58{,}467~\textrm{K}\end{cases}</math>
im Temperaturbereich von 320 K bis 491 K.<ref>D. R. Stull: Vapor Pressure of Pure Substances Organic Compounds. In: Ind. Eng. Chem. Band 39, 1947, S. 517–540., doi:10.1021/ie50448a022</ref>
Die Verbindung reagiert heftig mit Alkoholen, Aminen, Säuren, Basen, Wasser und Oxidationsmitteln.<ref name="GESTIS" />
Verwendung
Es wird als Laufmittel in der Umkehrphasen-Hochleistungsflüssigkeitschromatographie zur Analyse von sekundären Aminen eingesetzt und in der Synthesechemie als Reagenz im Edman-Abbau verwendet und daher „Edman-Reagenz“ genannt.
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
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- Giftiger Stoff bei Verschlucken
- Ätzender Stoff
- Sensibilisierender Stoff
- Umweltgefährlicher Stoff (chronisch wassergefährdend)
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- Isothiocyanat
- Phenylsubstituierte Verbindung