Piatra Craivii
Die Piatra Craivii (auch Piatra Craivei, dt. Stein, Gemsenstein oder Zuckerhut, ung. Kecskekő) ist ein Vorlage:Höhe hoher Berg am südöstlichen Rand des Trascău-Gebirges in Rumänien.
Der rumänische Name bezieht sich auf das nahe Dorf Craiva (Königsbach), Piatra bedeutet Stein. Die deutsche Bezeichnung Zuckerhut weist auf die markante Form hin.
Auf dem Gipfel soll im 1. Jahrhundert v. Chr. eine dakische Burg gestanden haben, die Römer nannten den Ort Apoulon. Nach Meinung einiger Historiker war diese Festung der letzte Zufluchtsort des letzten Königs der Daker, Decebal.<ref>Reiner Heubach: Die Dakerkriege Kaiser Trajans. GRIN Verlag, München 2002. S. 18</ref> Nach der Niederlage der Daker zerstörten die Römer die Burg, benannten dann aber nach ihr die neu gegründete Stadt Apulum (heute Alba Iulia). Die Funde aus der Dakerzeit befinden sich heute im Muzeul Național al Unirii.
Im Jahre 1272 ließ der ungarische König Stephan V. auf dem Gipfel eine neue Burg errichten; diese erhielt den Namen Kecskés (rum. Cetate, dt. Gemsenstein). Drei Jahre später erlaubte der Nachfolger Stephans – Ladislaus IV. – den Dominikanern die Errichtung eines Klosters auf dem Burggelände.<ref>Friedrich Müller: Die kirchliche Baukunst des romanischen Styles in Siebenbürgen. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei. Wien 1858. S. 19</ref> Durch Matthias Corvinus wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts der weitere Ausbau der Anlage veranlasst. Wenig später nahmen Raubritter von ihr Besitz. 1515 wurde sie zerstört.
Erhalten sind nur noch wenige, kaum erkennbare Reste.
Der Gipfel des Berges erlaubt eine freie Aussicht in alle Richtungen, insbesondere auf die anderen Erhebungen des Trascău-Gebirges, auf das Siebenbürgische Erzgebirge und das Siebenbürgische Becken.
Siehe auch
Literatur
- Hans Heinz Heltmann, Gustav Servatius; Reisehandbuch Siebenbürgen, Kraft Verlag Würzburg 1993.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />