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LWL-Museum für Naturkunde

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Planetarium Münster)
LWL-Museum für Naturkunde
Westfälisches Landesmuseum mit Planetarium
Datei:Eingang des LWL-Museums für Naturkunde.jpg
Eingangsbereich des Museums
Daten
Ort Münster
Eröffnung 1892
Betreiber
Leitung
Jan Ole Kriegs
Website
ISIL [[[:Vorlage:ISIL-Link]] DE-MUS-100912]
Datei:Münster, LWL-Museum für Naturkunde -- 2014 -- 8245 -- Ausschnitt.jpg
Luftbild (2014)
Datei:Exponat in der Dinosauerierausstellung.jpg
Dinosaurier-Exponat

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} </mapframe> Das LWL-Museum für Naturkunde (vollständiger Name: LWL-Museum für Naturkunde, Westfälisches Landesmuseum mit Planetarium oder auch Westfälisches Museum für Naturkunde) in Münster ist ein Landesmuseum in der Trägerschaft des Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Zu ihm gehören das Naturkundemuseum (Westfälisches Landesmuseum), das Planetarium, die Biologische Station in der Außenstelle Heiliges Meer, das in den Gemeinden Recke und Hopsten liegt, die Außenstelle Kahler Asten und die Paläontologische Bodendenkmalpflege für Westfalen-Lippe. Das Museum zeigt Exponate aus den Bereichen Biologie und Geologie, im Planetarium werden u. a. astronomische 360-Grad-Fulldome-Filme und Musikshows gezeigt. Das Museum liegt in der Nachbarschaft des Allwetterzoos Münster und des Mühlenhof-Freilichtmuseum Münster am Aasee an der Sentruper Straße.

Geschichte

Der Museumsname durchlief im Laufe der Jahre mehrere Änderungen. So wurde aus dem „Provinzialmuseum für Naturkunde“ das „Westfälische Museum für Naturkunde – Landesmuseum und Planetarium“.<ref name="WN_2022-02-08" /> Seit 2007 lautet der offizielle Name „LWL-Museum für Naturkunde – Westfälisches Landesmuseum mit Planetarium“.<ref>LWL – Über das Museum. LWL-Museum für Naturkunde, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Juli 2017; abgerufen am 28. Juni 2017.</ref>

Gründung

Die Gründung des Museums geht auf ehrenamtliche Naturforscher aus der Münsteraner Umgebung zurück.<ref name="WN_2022-02-08" /> Hermann Landois gründete auf dem Gelände des zoologischen Gartens an der Himmelreichallee in Münster das „Provinzialmuseum für Naturkunde“.<ref name="WN_2022-02-08" /> Unterstützt wurde Landois dabei von Bernard Altum.<ref>Jan Ole Kriegs, Bernd Tenbergen: Ehrensache – Die naturkundliche Erforschung Westfalens gestern, heute und morgen. LWL-Museum für Naturkunde, Münster. In: Heimat Westfalen, Jg. 32 (2019), Heft 2, S. 14–22, hier S. 16.</ref> Am 10. Februar 1892 öffnete das Museum seine Pforten, Landois wurde ehrenamtlicher Leiter.<ref>Westfälisches Museum für Naturkunde, Karl Ditt, Landschaftsverband Westfalen-Lippe: 1892–1992: Festschrift 100 Jahre-Westfälisches Museum für Naturkunde. Band 54: Von Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde. Beiheft. 1992, S. 7.</ref><ref name="WN_2022-02-08">Westfälische Nachrichten: Blick auf Himmel und Erde: Das Naturkundemuseum des LWL wurde vor 130 Jahren gegründet, Münster, Münster, 8. Februar 2022</ref> Damit ist das Museum das älteste der 18 LWL-Museen.<ref name="WN_2022-02-08" /> Das Museum sollte zunächst die naturkundlichen Zeugnisse Westfalens präsentieren.

Der Hauptbestand der Sammlungen kam anfangs aus den Beständen der Zoologischen und Botanischen Sektion des Westfälischen Provinzialvereins, deren Mitglieder als ehrenamtliche Forscher tätig waren.<ref name="WN_2022-02-08" /> Darüber hinaus übergab der Zoo verstorbene Tiere an das Museum, welches diese für die Sammlung präparierte.

Auslagerung der Bestände im Zweiten Weltkrieg

Im Oktober und November 1944 wurde das Gebäude durch Luftangriffe auf Münster stark beschädigt, die Bestände waren allerdings vorsorglich größtenteils ausgelagert worden, so dass sich die Kriegsschäden nur auf das Gebäude beschränkten.<ref name="WN_2022-02-08" /> Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Mittel knapp, deshalb konnte die Ausstellung erst 1949 wieder aufgebaut werden.<ref>Westfälisches Museum für Naturkunde, Karl Ditt, Landschaftsverband Westfalen-Lippe: 1892–1992: Festschrift 100 Jahre-Westfälisches Museum für Naturkunde. Band 54: Von Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde. Beiheft. 1992, S. 51.</ref>

Standortverlagerung

1967 fiel die Entscheidung, den zoologischen Garten vom Stadtkern an den Stadtrand zu verlagern, weil eine große Bank das hochattraktive Gelände bebauen wollte.<ref>Westfälisches Museum für Naturkunde, Karl Ditt, Landschaftsverband Westfalen-Lippe: 1892–1992: Festschrift 100 Jahre-Westfälisches Museum für Naturkunde. Band 54: Von Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde. Beiheft. 1992, S. 54.</ref> Für das Museum, das stets von der Zusammenarbeit mit dem Zoo profitiert hatte, war das nicht von Vorteil. Daher bat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe – ehemals Provinzialverein – die Stadt Münster um eine Bezuschussung eines Museumsneubaus in unmittelbarer Nachbarschaft zum neuen Allwetterzoo. Das vorgelegte Konzept mit dem Planetarium war überzeugend, sodass die Stadt eine Bezuschussung von 8,5 Millionen DM bewilligte.

Auch das Land Nordrhein-Westfalen beteiligte sich am Neubau. Mit allen weiteren Zuschüssen verblieben nur noch 14,5 Millionen DM, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe von der geplanten Bausumme von 29 Millionen DM aufbringen musste.<ref>Westfälisches Museum für Naturkunde, Karl Ditt, Landschaftsverband Westfalen-Lippe: 1892–1992: Festschrift 100 Jahre-Westfälisches Museum für Naturkunde. Band 54: Von Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde. Beiheft. 1992, S. 56.</ref>

1981 wurde das Museum mit dem integrierten Großplanetarium an seinem heutigen Standort neu eröffnet. Im ehemaligen Gebäude an der Himmelreichallee ist heute die Westfälische Schule für Musik untergebracht, in deren Hof sich ein Abguss des Ammoniten aus dem Foyer des Naturkundemuseums befindet.<ref>Über den alten Zoo und was aus ihm wurde Münster in alten Bildern und Dokumenten. Abgerufen am 28. Februar 2017.</ref>

Das Museum zählt zu den besucherstärksten Museen in Nordrhein-Westfalen.<ref name="WN_2022-02-08" /> Im Jahr 2012 wurden 244.000 Besucher gezählt, im Jahr 2013 waren es 245.000 Besucher, wodurch das Museum das nachgefragteste Museum Münsters war.<ref>Münstersche Zeitung: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />LWL-Bilanz 2013: Naturkundemuseum ist ein Besuchermagnet (Memento vom 8. April 2014 im Internet Archive), Münster, 16. Januar 2014.</ref> 2014 wurden rund 221.000 Besucher gezählt.<ref>LWL: LWL-Bilanz 2015: LWL-Museen steigern Besucherzahlen, Münster, 9. Januar 2015.</ref>

Gebäude

Das neue Gebäude an der Sentruper Straße feierte 1980 sein Richtfest, wurde 1981 eröffnet und fasst rund 8.115 m² Nutzfläche und 4.200 m² an Ausstellungsfläche, auf der Dauerausstellungen und wechselnde Sonder- und Wanderausstellungen gezeigt werden.<ref>LWL – Über das Museum. LWL-Museum für Naturkunde, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. April 2017; abgerufen am 2. Mai 2017.</ref><ref name="WN_2022-02-08" /> Außerdem gehört ein frei zugänglicher Museumshof mit etwa 3.500 m² dazu. Im Museumshof befindet sich ein gepflasterter Zeitstrahl, der die Besucher entlang eines Weges vom Urknall bis heute führt sowie diverse Informationstafeln zu Geologie und Erdgeschichte. Zudem befanden sich auf diesem Vorplatz vor dem Eingang seit 1982 zwei aus Kunstharz, Holz und Stahl lebensecht gefertigte Triceratops-Plastiken mit einem Gewicht von jeweils 1,5 Tonnen.<ref name="WN_2024-08-23">Westfälische Nachrichten: Wenn zwei Dinos in die Luft gehen: Umzug am LWL-Naturkundemuseum, Münster, Münster, Peter Sauer, 23. August 2024</ref><ref name="WN_2024-08-23(2)">Westfälische Nachrichten: Nach 42 Jahren: Dinosaurier macht sich auf die Reise, Westfalen, Peter Sauer, 23. August 2024</ref> Im August 2024 wurde diese beiden Plastiken aufgrund von Bauarbeiten zur Errichtung eines Anbaus auf dem Museumsvorplatz an ihren neuen Standort am Hintereingang des Museums versetzt.<ref name="WN_2024-08-23" /><ref name="WN_2024-08-23(2)" /> Seit September 2024 wird auf dem Vorplatz ein Tagungsgebäude gebaut, auch die Dauerausstellungen sind zu dieser Zeit geschlossen und die zugehörigen Ausstellungsflächen werden in Vorbereitung auf eine Landesausstellung umgestaltet. Während der Bauarbeiten bleibt das Planetarium und der Bereich für Sonderausstellungen aber geöffnet.<ref>AUFBaufortschritt. Abgerufen am 22. Januar 2026.</ref>

Das mitten im Museum gelegene Planetarium hat einen Kuppeldurchmesser von 20 m und bietet rund 225 Zuschauern Platz.<ref>https://www.westfalenspiegel.de/bester-blick-auf-die-sterne/</ref> Von außen ist auf dem Dach des Gebäudes lediglich ein Teil der Kuppel des Planetariums zu erkennen. Im Jahr 2011 wurde das Gebäude energetisch saniert.<ref name="WN_2022-02-08" /> Das Gebäude wurde in den letzten Jahren so umgebaut, dass die gesamte Ausstellungsfläche barrierefrei für Menschen mit eingeschränkter Mobilität und Familien mit Kinderwagen zugänglich ist.<ref>Barrierefreiheit im LWL-Museum für Naturkunde. Barrierefrei Erleben Magazin, abgerufen am 17. März 2023.</ref>

Sammlungen

Dem Museum gehören einige wissenschaftliche Sammlungen mit insgesamt über 2,3 Millionen Objekten, die zu Forschungszwecken oder als Ressource für die verschiedenen Ausstellungen benutzt werden.<ref name="WN_2022-02-08" /> Dabei handelt es sich um die größte Sammlung Westfalens.<ref name="WN_2022-02-08" /> Es gibt eine zoologische Sammlung mit rund 26.000 präparierten Vögeln (Bälge, Standpräparate, Skelette, Gelege, Federbilder), rund 13.000 Säugetieren und 1.500 Reptilien, Amphibien, Fischen und sonstigen Nasspräparaten sowie rund 1,125 Millionen Insekten, 100.000 Spinnen, 320.000 Weichtieren (Muscheln und Schnecken), 1.000 sonstigen Wirbellosen und rund 3.500 DNA- und Gewebeproben. Die geowissenschaftliche Sammlung umfasst 8.000 Gesteine, 15.000 Mineralien und 250.000 Fossilien. Die ethnologische Sammlung umfasst rund 1.000 Objekte. Die botanische Sammlung hat rund 500.000 botanische und mykologische Belege und ist damit das größte Herbarium Nordrhein-Westfalens.<ref name="WN_2024-08-26">Westfälische Nachrichten: Führung in der Speicherstadt: Verborgene Schätze des Museums entdecken, Münster, Münster, 26. August 2024</ref>

Objekte, die gegenwärtig nicht in Ausstellungen gezeigt werden, werden im Zentralmagazin in der Speicherstadt in Coerde eingelagert.<ref name="WN_2024-08-26" /> Dieses ist gelegentlich im Rahmen von Führungen für die Öffentlichkeit zugänglich.<ref name="WN_2024-08-26" />

Schausammlung und Ausstellungen

Datei:A320 WingDetails 01.jpg
Tragfläche eines A 320 vor dem Gebäude
Datei:Bioniccar 03.jpg
Bionic Car von Mercedes-Benz in der Sonderausstellung

Dauerausstellungen

Aufgrund der laufenden Umbauarbeiten finden derzeit keine Dauerausstellungen statt, nur die Sonderausstellung Gene – Vielfalt des Lebens ist zu sehen.<ref>Ausstellungen. Abgerufen am 22. Januar 2026.</ref>

Ehemalige Dauerausstellungen

Die Ausstellung ersetzte die alte Dauerausstellung „Westfalen im Wandel“ und war als naturkundliche Landesausstellung konzipiert. Sie beschäftigte sich mit dem Kommen und Gehen von Tieren und Pflanzen in Westfalen. In fünf Bereichen wurden Lebensräume in Feld und Offenland, Gewässer, Klimawandel, Artenvielfalt und aktuelle Forschungsprojekte thematisiert.
Diese Ausstellung befasste sich mit dem Leben und der Evolution von Dinosauriern und anderen Tieren der Urzeit.<ref name=":0"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Dauerausstellung Dinosaurier-Die Urzeit lebt! auf den Webseiten des Museums (Memento vom 10. September 2015 im Internet Archive), abgerufen am 15. September 2015.</ref>
  • Prärie- und Plainsindianer – Wandel und Tradition (2005 bis 2019)
Die Ausstellung zeigte die Lebensweise und Kultur der Plainsindianer sowie den Einfluss der europäischen Einwanderer. Die Ausstellung wurde geschlossen und abgebaut. Die Räumlichkeiten werden seitdem für Sonderausstellungen genutzt.<ref>LWL – Indianer. LWL-Museum für Naturkunde, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. März 2017; abgerufen am 22. März 2017.</ref>
  • Westfalen im Wandel – Von der Mammutsteppe zur Agrarlandschaft (2002 bis 2017)
Diese Ausstellung beschäftigte sich mit dem Zeitraum von der letzten Kaltzeit bis heute.

Sonderausstellungen

Neben den Dauerausstellungen zeigt das LWL-Museum für Naturkunde regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen zu unterschiedlichen naturkundlichen Themen.

Aktuelle Sonderausstellungen

  • Gene – Vielfalt des Lebens (21. Juni 2024 bis 10. Januar 2027)<ref>Gene – Vielfalt des Lebens. Abgerufen am 22. Januar 2026.</ref> Die Ausstellung erklärt, was Gene sind, wie DNA aufgebaut ist und wie Gene das Erscheinungsbild und Verhalten aller Lebewesen beeinflussen.

Ehemalige Sonderausstellungen

Zwischen 1986 und 1992 gab es kleinere Sonderausstellungen, die in einem Teil des Museums präsentiert wurden. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums 1992 wurde im gesamten Museum die Sonderausstellung „Dinosaurier“ gezeigt. Diese war bis 1993 zu sehen. Ab 1994 folgten größere Sonderausstellungen.

  • Is’s was?! (1994–1995)
Die Sonderausstellung befasste sich mit dem Thema Ernährung und gab Einblicke in geschichtliche, kulturelle und soziale Grundlagen des Ernährungsverhaltens. Es wurden verschiedene Produktionsmethoden pflanzlicher und tierischer Nahrungsmittel gezeigt und die jeweiligen Vor- und Nachteile dargestellt.<ref>Alfred Hendricks: 1990–2000: Das Museum stellt sich vor. Hrsg.: LWL-Museum für Naturkunde. 2000, ISBN 3-924590-67-2, S. 10.</ref>
  • Prärie- und Plainsindianer (1995–1996)
Die Sonderausstellung zeigte das Leben der Prärie- und Plainsvölker, ihre Sichtweisen, Weltanschauungen und Wertesysteme, insbesondere der Umgang mit der Natur, früher und heute. Später wurde die Ausstellung thematisch um den Einfluss der europäischen Einwanderer erweitert und wird seitdem als Dauerausstellung „Prärie- und Plainsindianer – Wandel und Tradition“ gezeigt.<ref>Alfred Hendricks: 2010–2015: Das Museum stellt sich vor. Hrsg.: LWL-Museum für Naturkunde. Westfälisches Museum für Naturkunde, 2015, ISBN 978-3-940726-36-0, S. 8.</ref>
  • Total abgefahren – Eine Ausstellung rund ums Auto (1997)
Die Ausstellung zeigte die Beziehung des Menschen zum Automobil. Vor allem die Bedeutung des Autos für Wirtschaft und Mobilität sowie die Frage nach zukünftigen Mobilitätsformen wurde in der Sonderausstellung thematisiert.<ref name="LWL10">LWL-Museum für Naturkunde, Westfälisches Landesmuseum mit Planetarium, Alfred Hendricks, Landschaftsverband Westfalen-Lippe: 2010–2015: Das Museum stellt sich vor. 2015, ISBN 978-3-940726-36-0, S. 10.</ref>
  • Bärenstark – Natur- und Kulturgeschichte der Bären (1998–2000)
In der Sonderausstellung zeigte das Museum Groß- und Kleinbären aus aller Welt, ihre Lebensräume und ihren Ursprung. Neben der biologischen Darstellung beschäftigte sich die Ausstellung auch mit der Kulturgeschichte des Bären und zeigte eine Sammlung historischer Teddybären. Anlässlich der Ausstellung fertigte das Museum den größten Teddy der Welt an.<ref name="LWL10" />
  • Schwein gehabt – Natur- und Kulturgeschichte des Schweins (2000–2001)
Die Ausstellung zeigte den gemeinsamen Weg von Mensch und Schwein durch die Jahrtausende der Kulturgeschichte. Dabei ging es zum einen um die Domestizierung des Schweins, die Hausrassen und die Schweinehaltung durch den Menschen und zum anderen um die gegensätzliche Symbolik des Schweins als Glückssymbol oder Sinnbild für Schmutz und Verderbnis.<ref name="LWL10" />
  • Auf den Hund gekommen? – Natur- und Kulturgeschichte des Hundes (2001)
Die Hundeausstellung des Museums befasste sich mit der Bedeutung des Hundes für den Menschen, seinen biologischen Ursprüngen und seinen „wilden und verwilderten Verwandten“, den Wölfen. Vor allem die enge Beziehung zwischen Mensch und Hund in Form von Domestizierung und Hundezucht wurde thematisiert. Das Museum zeigte den Hund beispielsweise in seinen verschiedenen „Tätigkeitsbereichen“ als Wachhund, Jagdhund oder Hütehund.<ref name="LWL12">LWL-Museum für Naturkunde, Westfälisches Landesmuseum mit Planetarium, Alfred Hendricks, Landschaftsverband Westfalen-Lippe: 2010–2015: Das Museum stellt sich vor. 2015, ISBN 978-3-940726-36-0, S. 12.</ref>
  • Unterwegs – Nomaden früher und heute (2003)
Die Sonderausstellung zeigte am Beispiel einiger nomadischer Kulturen die Lebensräume, Wirtschaftsweisen, die materielle Kultur und die Sozialordnung der Nomaden. Insbesondere die Viehzucht und Viehhaltung und die damit verbundene Abhängigkeit von Naturgegebenheiten und Jahreszeiten wurden behandelt.<ref name="LWL12" />
  • Alles im Fluss? – Die Ems – Lebensader für Mensch und Natur (2004)
Die Sonderausstellung „Alles im Fluss?“ entstand im Rahmen der Regionale 2004 und widmete sich dem Fluss Ems. Die Ausstellung zeigte die Vernetzung von Mensch und Natur und beschäftigte sich mit Themen wie Landwirtschaft, Verkehr und Energie durch Wasserkraft. Ergänzend zur Ausstellung im Museum zeigte das Planetarium mit einer Multivisionsshow die Reise von der Quelle der Ems bis zur Mündung.<ref>Alfred Hendricks: 2010–2015: Das Museum stellt sich vor. Hrsg.: LWL-Museum für Naturkunde. Westfälisches Museum für Naturkunde, 2015, ISBN 978-3-940726-36-0, S. 14.</ref>
In der Indianerausstellung zeigte das Museum, wie die Ureinwohner Nordamerikas sich bei der Besiedlung an die vorhandenen Lebensräume anpassten und wie sich die naturräumlichen Gegebenheiten zu unterschiedlichen Kulturarealen entwickelten. Im Fokus stand dabei die Nordwestküste mit ihrem gemäßigten Klima und den zwei vorherrschenden Elementen Holz und Wasser, welche sich die „First Nations“ zu Nutze machten. Die Sonderausstellung zeigte am Beispiel der Ureinwohner von Vancouver-Island, wie die Indianer früher lebten und wie sie heute versuchen, ihre Kultur zu bewahren.<ref name="LWL16">LWL-Museum für Naturkunde, Westfälisches Landesmuseum mit Planetarium, Alfred Hendricks, Landschaftsverband Westfalen-Lippe: 2010–2015: Das Museum stellt sich vor. 2015, ISBN 978-3-940726-36-0, S. 16.</ref>
  • Versteinerte Schätze Westfalens – Fossilien aus 450 Millionen Jahren Erdgeschichte (2006)
Die Ausstellung zeigte die Originalfunde aus Ausgrabungen, die Museumsmitarbeiter selbst durchgeführt hatte. Etwa 550 Exponate wurden ausgestellt, darunter die jüngsten Dinosaurierfunde aus Westfalen sowie weltweit einzigartige Insektenfunde aus Hagen-Vorhalle, die als die ältesten Fluginsekten der Welt gelten. Eine Besonderheit der Ausstellung war die 6 m große Gesteinsplatte mit 400 versteinerten Seelilien aus Bad Driburg.<ref name="LWL16" />
  • Pflanzenwelten – Menschen, Pflanzen, Geschichten (2007)
Die Sonderausstellung „Pflanzenwelten“ zeigte, wo Pflanzen überall beheimatet sind. Thema der Ausstellung waren außerdem die Eigenschaften von Pflanzen als Nahrungs- und Sauerstofflieferant für den Menschen, ihre Bedeutung in Gemälden, Gedichten und Fotografien sowie eine botanische Reise durch Westfalen und die Welt. Die Sonderausstellung wurde im 300. Geburtsjahr des berühmten Botanikers Carl von Linné eröffnet.<ref name="LWL18">LWL-Museum für Naturkunde, Westfälisches Landesmuseum mit Planetarium, Alfred Hendricks, Landschaftsverband Westfalen-Lippe: 2010–2015: Das Museum stellt sich vor. 2015, ISBN 978-3-940726-36-0, S. 18.</ref>
  • Alles für die Katz’ – Natur- und Kulturgeschichte der Katzen (2008)
Die Ausstellung widmete sich der Katze, einem der beliebtesten Haustiere des Menschen. Das Museum zeigte die Geschichte der Katze von ihren Wurzeln im wilden Afrika bis zu ihrer Domestizierung. Auf über 700 m² Ausstellungsfläche präsentierte das Museum die Natur- und Kulturgeschichte der Katzen.<ref name="LWL18" />
Die Sonderausstellung stand im Jahr 2009 ganz im Zeichen von Charles Darwin, der vor über 150 Jahren sein bahnbrechendes Werk Über die Entstehung der Arten veröffentlichte. Die Ausstellungsmacher richteten den Fokus auf die vielen thematischen Facetten der Evolution, die Verbindung zwischen Mensch und Tier, die Evolution der Moral, die Verbreitung der Menschheit über die ganze Welt und mögliche zukünftige Entwicklungen.<ref>Alfred Hendricks: 2010–2015: Das Museum stellt sich vor. Hrsg.: LWL-Museum für Naturkunde. Westfälisches Museum für Naturkunde, 2015, ISBN 978-3-940726-36-0, S. 20.</ref>
  • Aller Reichtum dieser Welt (2010–2011)
2010 wurde durch die Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr der Biologischen Vielfalt ausgerufen. Anlässlich dieses Festjahres gewährte das Museum Einblicke in seine Magazine und zeigte die bunte Vielfalt der heimischen, zugewanderten und ausgestorbenen Tiere, Pflanzen und Pilze. Die Sonderausstellung behandelte dabei vor allem den Artenschutz und den Erhalt der biologischen Vielfalt. Neben den Museumssammlungen wurde auch die Freilandforschung in Westfalen thematisiert.<ref>Alfred Hendricks: 2010–2015: Das Museum stellt sich vor. Hrsg.: LWL-Museum für Naturkunde. Westfälisches Museum für Naturkunde, 2015, ISBN 978-3-940726-36-0, S. 22.</ref>
Die Ausstellung zeigte die verschiedenen Tiere, die in der Bibel erwähnt werden und stellte sie in einen kulturgeschichtlichen und naturkundlichen Zusammenhang. Naturkatastrophen und Veränderungen der Landschaft, die in den biblischen Geschichten vorkommen, wurden thematisiert. So widmete sich ein ganzer Ausstellungsbereich den 10 Plagen und den wissenschaftlichen Theorien hinter diesen Phänomenen.<ref>Alfred Hendricks: 2010–2015: Das Museum stellt sich vor. Hrsg.: LWL-Museum für Naturkunde. Westfälisches Museum für Naturkunde, 2015, ISBN 978-3-940726-36-0, S. 24.</ref>
Die Ausstellung zeigte, welche „Patente der Natur“ der Mensch sich für seine Technik zunutze gemacht hat und welche er sich in Zukunft aneignen könnte. In der Sonderausstellung ging es neben Biologie und Technik auch um die Verknüpfung von biologischen Vorbildern mit den Ingenieurwissenschaften, der Architektur und Mathematik. Mit über 800 Ausstellungsobjekten zeigte das Museum die größte Bionik-Show, die bis zu diesem Zeitpunkt je in Deutschland zu sehen war. Besondere Ausstellungsstücke waren das Mercedes-Benz Bionic Car, das nach dem Vorbild eines Kofferfischs entwickelt wurde, und der tanzende Laufroboter Nao.<ref>Alfred Hendricks: 2010–2015: Das Museum stellt sich vor. Hrsg.: LWL-Museum für Naturkunde. Westfälisches Museum für Naturkunde, 2015, ISBN 978-3-940726-36-0, S. 26.</ref>
Die Sonderausstellung zeigte die große Vielfalt der Wale mit über 900 Ausstellungsobjekten. Eine Besonderheit der Wale-Ausstellung war ein im November 2011 gestrandeter und verendeter Pottwal. Der über 30 Tonnen schwere Kadaver wurde von den Mitarbeitern des LWL-Museums für Naturkunde in Zusammenarbeit mit anderen Museen und mit der Unterstützung öffentlicher Einrichtungen für die Sonderausstellung präpariert. Aktuell ist das Pottwalskelett auch in der Dinosaurier-Ausstellung des Museums zu sehen.<ref>Alfred Hendricks: 2010–2015: Das Museum stellt sich vor. Hrsg.: LWL-Museum für Naturkunde. Westfälisches Museum für Naturkunde, 2015, ISBN 978-3-940726-36-0, S. 28.</ref>
Die Sonderausstellung zeigte wissenschaftliche Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Evolution und Sexualität, über Genetik und genetische Vielfalt. Das Museum zeigte knapp 450 Exponate und Objekte, darunter viele eigens angefertigte Präparate, die Tiere mitten im Akt der Fortpflanzung zeigten. Ein besonderer Bereich war den kulturgeschichtlichen Hintergründen der menschlichen Sexualität gewidmet.<ref>Alfred Hendricks: 2010–2015: Das Museum stellt sich vor. Hrsg.: LWL-Museum für Naturkunde. Westfälisches Museum für Naturkunde, 2015, ISBN 978-3-940726-36-0, S. 32.</ref>
Das Museum widmete sich in der Sonderausstellung der Lebenswelt an dunklen und lichtarmen Orten. Die Ausstellung zeigte die Vielfalt und die Fähigkeiten jener Lebewesen, die sich ganz an ein Leben ohne Licht angepasst haben. In verschiedenen Themenbereichen wurde das Leben in der Tiefsee, in Höhlensystemen und bei Nacht behandelt. Zudem zeigte die Sonderausstellung auch die Bedeutung von Licht und Dunkelheit für den Menschen, beispielsweise in Bezug auf Nachtarbeit. Erstmals stellte das Museum in dieser Ausstellung die haptische Erkundung der Ausstellung in den Fokus und zeigte Objekte, Modelle und Stationen, die auch von blinden und sehgeschädigten Menschen hinsichtlich eines inklusiven Anspruchs genutzt werden konnten.<ref>Alfred Hendricks: 2010–2015: Das Museum stellt sich vor. Hrsg.: LWL-Museum für Naturkunde. Westfälisches Museum für Naturkunde, 2015, ISBN 978-3-940726-36-0, S. 34.</ref>
  • Wasser bewegt – Erde Mensch Natur (30. September 2016 – verlängert bis 7. Januar 2018)<ref>LWL – Wasser bewegt. LWL-Museum für Naturkunde, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. März 2017; abgerufen am 22. März 2017.</ref>
Die Sonderausstellung zeigte das Wasser als Lebensraum, lebenswichtiges Element, kostbares und seltenes Gut oder als unberechenbare Naturgewalt. Neben im und am Wasser lebenden Tieren, Auen- und Küstenlandschaften, Schifffahrt und Schiffbruch, widmete sich die Ausstellung auch dem religiösen Aspekt des Wassers und der Problematik von Wassermangel und Wasserverschmutzung. Die Ausstellung war inklusiv gestaltet, es gibt Braille-Texte und entsprechende Objektbeschriftungen und 100 Tastobjekte. Zudem enthielt die Ausstellung 9 Arbeiten von Studierenden der WWU Münster und der FH Münster.<ref>Alfred Hendricks: 2010–2015: Das Museum stellt sich vor. Hrsg.: LWL-Museum für Naturkunde. Westfälisches Museum für Naturkunde, 2015, ISBN 978-3-940726-36-0, S. 36.</ref> Am Eingangsbereich des Planetariums wurde bis zum 28. Mai 2017 begleitend die Mini-Ausstellung „Küstenfischer: Noch sind sie da“ der Fotografin Ivona Knorr gezeigt.
  • Vogelfänger, Venntüten und Plaggenstecher – Natur und Landschaften vor 100 Jahren (18. November 2016 bis 29. Januar 2017)
Die Ausstellung zeigte in Bildern des Naturfotografen und Naturschutzpioniers Hermann Reichling die Menschen, die Natur und die Landschaft Westfalens vor 100 Jahren. Die Ausstellung zeigte ausgewählte Aufnahmen zusammen mit wichtigen naturkundlichen Objekten und Präparaten aus Reichlings Zeit. Die gesamte Fotosammlung wurde 2015 mit Hilfe der NRW-Stiftung aufgearbeitet und digitalisiert. Die Ausstellung war ein Gemeinschaftsprojekt des LWL-Museums für Naturkunde, des LWL-Medienzentrums für Westfalen, des LWL-Museumsamtes für Westfalen, des Westfälischen Naturwissenschaftlichen Vereins e. V. und des Westfälischen Heimatbundes. Ende Januar 2017 wurde die Ausstellung abgebaut und befand sich dann in verkleinerter Form auf Wanderschaft.
Das Museum zeigte in einer Sonderschau Objekte aus seinen Sammlungen, bevor die naturkundliche Landessammlung in ein neues Zentralmagazin umzog. Von den etwa 2 Millionen Objekten aus den zoologischen und den geologisch-paläontologischen Sammlungen sowie dem Herbarium wurden verschiedene Tierpräparate, Fossilien, Pflanzenmodelle, Insektenkästen sowie Pilz-, Moos- und Flechtensammlungen gezeigt.
Die Sonderausstellung zeigte in unterschiedlichen Themenbereichen die anatomische Vielfalt und Leistungsfähigkeit des Gehirns. Im Fokus der Ausstellung standen neben Intelligenz, Kreativität und Emotionen auch künstliche Intelligenz, Wahrnehmung, Krankheiten und die Tierwelt.
  • Beziehungskisten – Formen des Zusammenlebens in der Natur (25. September 2019 bis 27. September 2020)
Die Ausstellung behandelte das Zusammenleben und die Interaktionen zwischen verschiedenen Lebewesen in der Natur.
  • Alleskönner Wald (25. Juni 2021 bis 11. März 2023)
Die Ausstellung verriet kleine und große Geheimnisse über den Wald. So konnte man den Unterschied zwischen Wald und Forst kennen lernen, einen Eichen-Hainbuchenwald im Münsterland erkunden, etwas über die Wälder der Welt und ihre Bewohner erfahren, aber auch mehr über die Arbeit im Wald mit Pferden und Maschinen lernen, warum Totholz so wichtig ist und welche kleinen heimlichen Helfer für eine gesunde Bodenschicht sorgen.
Die Ausstellung zeigte einen Einblick in das Klima und wie es den Menschen sowie den Planeten Erde prägt. Auch gewährt sie einen Einblick in die Welt der Klimaforschung.

Ausstellung in den Außenstellen

  • Kahler Asten – Das Dach Westfalens
Die Entstehung des Gebietes rund um den Kahlen Asten sowie seine Pflanzen und Tiere werden vorgestellt.<ref>LWL – Außenstelle Kahler Asten. LWL-Museum für Naturkunde, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. März 2017; abgerufen am 22. März 2017.</ref>

Besonderheiten

Datei:Ammonit Parapuzosia seppenradensis.jpg
Parapuzosia seppenradensis Original im Foyer des Museums

Das Naturkundemuseum ist mit einem in einem münsterländischen Steinbruch gefundenen Exemplar von Parapuzosia seppenradensis im Besitz des größten Ammoniten der Welt.<ref name="gig_ws_2013_s7">GIG-online.de: Münster erleben von Aasee bis Zoo. In: Veronika Horn, Wolfgang A. Müller: UNI-GIG. Münster, WS 2013, Nr. 44, S. 7.</ref> Er steht mit seinen 174,2 Zentimetern im Durchmesser im Museumsfoyer. 2008 wurde er von der Paläontologischen Gesellschaft zum Fossil des Jahres ernannt.

Bei dem Planetarium handelt es sich seit dem Umbau im Jahr 2010 um das bildschärfste, klimatisierte Kosmokino Europas.<ref name="gig_ws_2013_s7" /> Durch den Umbau 2022 bleibt das Planetarium weiterhin eins der modernsten in Europa.<ref>WDR: Planetarium Münster wieder für Sternengucker geöffnet. 2. Juli 2022, abgerufen am 4. Juli 2022.</ref>

Direktoren

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

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Koordinaten: 51° 56′ 58″ N, 7° 35′ 28″ O

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