Zwergbartagame
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| Zwergbartagame | ||||||||||||
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| Datei:Pogona henrylawsoni.jpg
Zwergbartagame (Pogona henrylawsoni) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Pogona henrylawsoni | ||||||||||||
| Wells & Wellington, 1985 |
Die Zwergbartagame (Pogona henrylawsoni) ist eine Echsenart aus der Gattung der Bartagamen (Pogona) in der Familie der Agamen (Agamidae). Sie ist eine der kleinsten Arten der Gattung.
Die Pogona minor wird, wie ihr lateinischer Name vermuten lässt, ebenfalls als Zwergbartagame bezeichnet.
Merkmale
Die Zwergbartagame erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 15 cm<ref name="wilsonswan2010"/>, der Schwanz ist mit 90 % davon geringfügig kürzer als Kopf und Rumpf.<ref name="cogger2000"/> Neben den kurzen Hinterbeinen und dem recht kurzen Schwanz gehören zu den typischen Proportionen der Zwergbartagame ein gedrungener Kopf und ein nur schwach entwickelter Bart ohne vergrößerte Stacheln an der Kehle. Stacheln finden sich am hinteren Ende des Kiefers, auf den Schultern und in 1–4 Reihen die Flanken entlang. Die Färbung besteht aus einem blassoliven bis braunen oder gelblichen Grundton mit zwei Reihen blasser Flecken zwischen dem Nacken und dem Ansatz der Hinterbeine.<ref name="wilsonswan2010"/>
Eine Verwechslungsmöglichkeit besteht insbesondere mit der Westlichen Bartagame (Pogona minor), welche jedoch nicht im selben Gebiet wie die Zwergbartagame vorkommt. Des Weiteren unterscheidet sich die Zwergbartagame von anderen Bartagamen durch nur 18 oder weniger Lamellen unter der vierten Zehe und je 12 oder weniger Präanalporen (porenartige Hautöffnungen vor dem Analspalt) und Femoralporen.<ref name="cogger2000"/>
Vorkommen
Das Verbreitungsgebiet ist auf das zentrale Queensland beschränkt, vom Ort Croydon nach Süden bis nach Augathella. Dort bewohnt die Zwergbartagame die baumlosen „black soil plains“, die von Trockenrissen durchzogen und mit Mitchell Grass (Astrebla) bewachsen sind.<ref name="wilsonswan2010"/><ref name="cogger2000"/>
Lebensweise
Über die Lebensweise der Zwergbartagame in der Natur ist nahezu nichts bekannt. Anders als die meisten Bartagamen sonnt sie sich nicht auf erhöhten Ästen oder Zaunpfählen, was wohl auch dem Habitat geschuldet ist. Stattdessen sonnt sie sich meist auf Felsen und nutzt Erdspalten oder Baue als Unterschlupf. Vor Menschen flieht sie zuerst in ein Versteck; wird sie in die Enge getrieben, droht sie mit dem Bart und beißt schlussendlich.<ref name="turnervalentic1998"/>
Als Fressfeinde wurden zwei weitere auf die black soil plains beschränkte Reptilien bestätigt, nämlich Spencers Waran (Varanus spenceri)<ref name="jacksonlemm2009"/> und die Schwarzotter (Pseudechis colletti).<ref name="shea1995"/> Daneben werden Zwergbartagamen von Milben parasitiert.<ref name="turnervalentic1998"/>
Terraristik
Die Zwergbartagame ist in der Terraristik aufgrund ihrer geringen Größe und leichten Haltbarkeit ein beliebtes Heimtier. In Terrarien mit sehr realistischer Einrichtung erreicht sie nach neuen Erkenntnissen ein Alter von bis zu 15 Jahren.<ref name="hauschildbosch1997"/>
Zunehmend wird die Winterruhe in der Terraristik als wesentlicher Bestandteil des Wohlbefindens der gehaltenen Tiere betrachtet. Die Einhaltung der Winterruhe bildet die Lebensumstände der Zwergbartagame in ihrem natürlichen Habitat ab und führt zu einer Optimierung des Immunsystems.<ref>Terraristik-Kompendium: Gesundheit. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 13. September 2017. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
Die größte Herausforderung der Haltung in Gefangenschaft stellt vor allem die Wiedergabe des natürlichen Lichtspektrums dar. Zwergbartagamen brauchen neben einer möglichst natürlichen Lichtfarbe und -helligkeit einen ausgewogenen Anteil an ultraviolettem Licht, welches zur Bildung von Vitamin D3 in der Haut der Tiere benötigt wird.
Eine der häufigsten Erkrankungen von Zwergbartagamen in der privaten Tierhaltung stellt die Rachitis dar, bei der die Einlagerung von Kalzium in die Knochen vermindert oder gänzlich unmöglich ist.
Weiterführende Literatur
- Christian Freynik & Oliver Drewes: Die Bartagame, Zwergbartagame und Australische Taubagame. Vivaria-Verlag, Meckenheim 2011, ISBN 978-3-9813176-4-0.
- Christian Freynik: Die Zwergbartagame. Pogona henrylawsoni. Vivaria-Verlag, Meckenheim 2007, ISBN 978-3-9810412-4-8.
Einzelnachweise
<references> <ref name="cogger2000">Harold G. Cogger: Reptiles & Amphibians of Australia. 6. Auflage. Ralph Curtis Books, Sanibel, Florida 2000, ISBN 0-88359-048-4.</ref> <ref name="hauschildbosch1997">Andree Hauschild, Hubert Bosch: Bartagamen und Kragenechsen. Natur-und-Tier-Verlag, Münster 1997, ISBN 3-931587-17-7 (5. Auflage. ebenda 2007, ISBN 978-3-931587-17-8).</ref> <ref name="jacksonlemm2009">Richard Jackson, Jeffrey M. Lemm: Stomach Content Note for a Road-killed Varanus spenceri. In: Biawak. Bd. 3, Nr. 1, 2009, ISSN 1936-296X, S. 18–20, Digitalisat (PDF; 1,87 MB).</ref> <ref name="shea1995">G. M. Shea: The holotype and additional records of Pogona henrylawsoni Wells & Wellington, 1985. In: Memoirs of the Queensland Museum. Bd. 38, Nr. 2, 1995, ISSN 0079-8835, S. 574.</ref> <ref name="turnervalentic1998">Grant Turner, Rob Valentic: Notes on the occurrence and habits of the Downs Bearded Dragon Pogona henrylawsoni (Wells & Wellington, 1985). In: Herpetofauna. Bd. 28, Nr. 1, 1998, ISSN 0725-1424, S. 12–18.</ref> <ref name="wilsonswan2010">Steve Wilson, Gerry Swan: A complete guide to reptiles of Australia. 3rd edition. New Holland Publishers, Sydney u. a. 2010, ISBN 978-1-877069-76-5.</ref> </references>