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Kriechendes Fingerkraut

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Kriechendes Fingerkraut
Datei:Potentilla reptans at Col de Tavaneuse (1).jpg

Kriechendes Fingerkraut (Potentilla reptans)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Rosoideae
Gattung: Fingerkräuter (Potentilla)
Art: Kriechendes Fingerkraut
Wissenschaftlicher Name
Potentilla reptans
L.
Datei:Potentilla reptans sl14.jpg
Nüsschen der Sammelfrucht mit am Grund verschmälertem Griffel

Das Kriechende Fingerkraut (Potentilla reptans), auch Kriechender Gänserich und Kriechender Gänsefuß sowie seit dem Mittelalter Fünffingerkraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).

Beschreibung

Das Kriechende Fingerkraut ist eine ausdauernde krautige Pflanze. Sämtliche Stängel sind kriechend und an den Knoten bewurzelt. Die Ausläufer erreichen eine Länge von 30 bis 100 Zentimeter. Die Art besitzt eine dünne Pfahlwurzel, die bis zu 45 cm lang wird. Die lang gestielten Laubblätter sind fünfzählig gefingert, woher der wohl auch für andere Potentilla-Arten benutzte<ref>Bernhard Schnell: Der deutsche „Macer“: Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lateinischen Macer floridus ‘De viribus herbarum’ kritisch herausgegeben. Niemeyer, Tübingen 2003 (= Texte und Textgeschichte. Würzburger Forschungen. Band 50), ISBN 3-484-36050-X, S. 394 (pentaphyllon: ‚Potentilla spec., Fingerkraut‘).</ref><ref>Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 212 (Pentafilon – funff finger krut, quinque folium).</ref> und bereits im Mittelalter nachweisbare Trivialname „Fünffingerkraut“,<ref>Jürgen Martin: Die ‚Ulmer Wundarznei‘. Einleitung – Text – Glossar zu einem Denkmal deutscher Fachprosa des 15. Jahrhunderts. Königshausen & Neumann, Würzburg 1991 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. Band 52), ISBN 3-88479-801-4 (zugleich Medizinische Dissertation Würzburg 1990), S. 188.</ref> (in Antike, Mittelalter und Frühneuzeit griechisch pentafilon bzw. pentaphyllon sowie lateinisch quinquefolium, mittellateinisch auch pentafolium)<ref>Volker Zimmermann: Die Heidelberger Arzneibücher Ysack Leujs. Beiträge jüdischer Ärzte zur Heilkunde des Mittelalters. Franz Steiner, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-515-12174-3, S. 63.</ref><ref>Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 150 (Pentaphyllon).</ref> kurz auch „Fünffinger“,<ref>Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 384 (fünffinger: Fünffingerkraut, Potentilla reptans L., pentaphyllon; laut Fischer auch Geum rivale L.)</ref> rührt, und am Rand gezähnt.

Die fünfzähligen Blüten enthalten fünf goldgelbe Kronblätter. Diese stehen einzeln auf einem langen, die Laubblätter meist überragenden Stiel. Die Blüte erreicht einen Durchmesser von 17 bis 20 Millimeter. Die Griffel sind am Grund verschmälert. Die äußeren Kelchblätter sind weit nach außen gebogen. Jede Blüte bringt 200 bis 240 Nüsschen hervor, die von Ameisen verbreitet werden.

Blütezeit ist von Juni bis August.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28 oder 48.<ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen

Das Kriechende Fingerkraut ist eurasiatisch verbreitet. Die stickstoffliebende Pflanze gedeiht bevorzugt auf feuchten Wiesen, feuchten Ruderalfluren, ruderalen Schuttfluren (etwa Bahnschotter), Straßenböschungen, Ufern und Äckern. Im Wallis steigt sie bis auf 1750 m auf. Im Allgäu erreicht es auf der Bolgenalpe in Bayern westlich Obermaiselstein eine Höhenlage von 1520 Metern.<ref name="Dörr-Lippert" />

Das Kriechende Fingerkraut gedeiht in Gesellschaften des Verbands Agropyro-Rumicion, aber auch der Verbände Arrhenatherion oder Molinion.<ref name="Oberdorfer2001" />

Parasiten

Datei:Xestophanes potentillae Gallwespe auf Potentilla reptans.jpg
Die Gallwespe Xestophanes potentillae auf Potentilla reptans

Braune, erbsengroße Gallen am Wurzelhals werden durch die Gallwespe Xestophanes potentillae verursacht. Ferner parasitieren der Rostpilz Frommeëlla tormentillae, der Echte Mehltau Sphaerotheca aphanis und der Falsche Mehltau Peronospora potentillae-reptantis auf dem Kriechenden Fingerkraut.<ref name="Hegi" /> Wie auch auf anderen Fingerkrautarten, tritt auch am Kriechenden Fingerkraut der Schlauchpilz Ramularia grevilleana auf.<ref name="Mycobank" />

Taxonomie

Der wissenschaftliche Name Potentilla reptans wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum erstveröffentlicht.<ref name="SpPl" /> Lateinisch potentilla bezeichnete das Kriechende Fingerkraut und andere Arten.<ref>Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 152.</ref>

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="Hegi"></ref> <ref name="Mycobank">Fungal Database Mycobank [1]</ref> <ref name="SpPl">Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 499 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fopenurl%3Fpid%3Dtitle%3A669%26volume%3D1%26issue%3D%26spage%3D499%26date%3D1753~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).</ref> <ref name="Oberdorfer2001">Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 542.</ref> <ref name="Dörr-Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 73.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Kriechendes Fingerkraut – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien