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Räucherwerk

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Räucherholz)
Datei:Hanoi Temple of Literature incense.jpg
Räucherstäbchen im Literaturtempel in Hanoi, Vietnam

Räucherwerk sind Stoffe, die beim Abbrennen (Räuchern) Duft- oder Wirkstoffe freisetzen.

Herkunft

Räuchern ist seit jeher eng mit der menschlichen Kultur verbunden. Nebst der praktischen Anwendung als Koch- und Konservierungsverfahren (Räuchern) wurde Räucherwerk zur Dufterzeugung (Raumduft) und Kommunikation verwendet.<ref>Alte Formen der Telegraphie-sterben Feuersignale und Co aus? Abgerufen am 15. April 2026.</ref> Noch heute wird die Papstwahl durch weißen und schwarzen Rauch kommuniziert. Darüber hinaus diente das Räuchern auch der Kommunikation mit Gott und dem Jenseits, denn durch Rauch, oder Lateinisch „per fumum“, konnte man mit den Göttern sprechen. Davon abgeleitet ist der Begriff Parfüm.<ref>Parfüm – Schreibung, Definition, Bedeutung, Etymologie, Synonyme, Beispiele. 1974, abgerufen am 15. April 2026.</ref> Zu diesem Zweck wurden und werden Materialien verwendet die beim Verglühen sowohl Rauch als auch Duftstoffe (meist in Form von ätherischen Ölen) freisetzen. Das umfasst Stoffgruppen wie Baumharze, Hölzer (Räucherholz) und Kräuter.

Anwendung

Räucherwerk wird in verschiedenen Formen angeboten:<ref name=":0">Susanne Fischer-Rizzi, Peter Ebenhoch: Botschaft an den Himmel: Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk (= Heyne-Bücher 13, Heyne esoterisches Wissen Esoterische Heilverfahren. Nr. 9796). Heyne, München 1999, ISBN 978-3-453-15504-6.</ref> einerseits als reine Stoffe (Harze, Kräuter, Hölzer) und andererseits als Gemische (Weihrauchgemische, Kräutermischungen etc.). Eine beliebte Variante ist das Räucherstäbchen, bei dem eine aromatische Paste aus verschiedenen Zutaten auf dünne Trägerhölzchen aufgetragen und anschließend getrocknet wird. Aber auch ohne Trägerhölzchen werden die getrockneten Pasten verwendet, dann in Kegelform als Räucherkerzen, als Räucherspirale oder anderen Formen. Räucherschnüre können auch aus in Papier eingewickelten Kräutern hergestellt werden.

Räucherwerk muss teilweise großer Hitze ausgesetzt werden, damit Rauch entsteht. Dabei bestehen Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten von Räucherwerk.

Beim Räucherstäbchen werden die Räucherstoffe mit brennbaren Materialien vermengt, damit sie nach dem Anzünden weiter glimmen. Dasselbe gilt für die Räucherkegel. Kräuter können in Bündeln gebunden direkt angezündet werden. Kräuter und Splitter von Hölzern können auch auf Stövchen gelegt werden, wo sie zwar nicht rauchen, sondern eher „dampfen“. Holz in Form von Sägemehl, Splittern oder auch Stücken, z. B. Palo Santo (Bursera graveolens), kann direkt angezündet werden. Für alle Formen des Räucherns gilt: keine Flammen, sondern nur Rauch. Also soll man die beim Anzünden entstehenden Flammen kurz nach dem Anzünden sanft ausblasen.

Am meisten Hitze brauchen Harze wie Weihrauch, Copal und Dammar. Diese müssen auf heiße Kohle gelegt werden, damit sie Rauch entwickeln.

Nutzen

Das Räuchern dient einerseits zum Erzeugen angenehmer Düfte, andererseits zu naturmedizinischen, rituellen, spirituellen und als Kultgegenstände zu magischen Zwecken. So sollen „böse Geister“ durch das Räuchern aus Räumen vertrieben werden. Traditionell beliebt zum Räuchern sind die Raunächte.<ref name=":0" />

Räuchermittel (Auswahl)

Literatur

  • Susanne Fischer-Rizzi, Peter Ebenhoch: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk (= Heyne-Bücher 13, Heyne esoterisches Wissen Esoterische Heilverfahren. Nr. 9796). Heyne, München 1999, ISBN 978-3-453-15504-6.
  • Christian Rätsch: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen. 9. Auflage. AT Verlag, Aarau (Schweiz) 2021, ISBN 978-3-03800-302-1 (72 Pflanzenporträts Ethnobotanik, Rituale und praktische Anwendungen).

Weblinks

Commons: Räucherwerk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />