Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Sphagnum rubellum – Wikipedia Zum Inhalt springen

Sphagnum rubellum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Rötliches Torfmoos)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Sphagnum rubellum
Datei:Sphagnum capillifolium 2006.jpg

Rötliches Torfmoos Sphagnum rubellum

Systematik
Klasse: Sphagnopsida
Ordnung: Sphagnales
Familie: Sphagnaceae
Gattung: Torfmoose (Sphagnum)
Sektion: Sphagnum sect. Acutifolia
Art: Sphagnum rubellum
Wissenschaftlicher Name
Sphagnum rubellum
Wilson

Sphagnum rubellum ist ein Torfmoos, das in der Gattung Torfmoose (Sphagnum) geführt wird und zu der Abteilung der Laubmoose (Bryophyta) gehört. Es wird im deutschen Sprachraum „Rötliches Torfmoos“<ref name="moosde" /> oder seltener auch „Rotes Torfmoos“<ref name="oessm" /> genannt.

Beschreibung

Merkmale der Pflanze

Das Rötliche Torfmoos ist eine eher zarte bis mäßig große Torfmoosart mit gestutzten<ref name="FRAHMa" />, sternförmigen Köpfchen. Die Färbung erstreckt sich in scheckigem Gesamtbild von tief kastanien-, purpurrot zu gelblichgrün; die Köpfchen sind zumeist stark rot gefärbt<ref name="korseby" />.

Die intensive Rot- bis Purpurfärbung wird durch das Vorkommen von Sphagnorubinen verursacht, einer Gruppe phenolischer Pigmente, die in den Zellwänden der Hyalocyten eingelagert sind. Die Bildung dieser Pigmente steht in Zusammenhang mit hoher Lichtintensität, wie sie für Hochmoore typisch ist. Sphagnorubine wirken vermutlich als Schutz vor UV-Strahlung und oxidativem Stress und sind bei exponiert wachsenden Pflanzen besonders stark ausgeprägt.<ref>Rolf Mentlein, Erich Vowinkel: Die roten Wandfarbstoffe des Torfmooses Sphagnum rubellum. In: Liebigs Annalen der Chemie. Band 1984, Nr. 5, 11. Mai 1984, ISSN 0170-2041, S. 1024–1035, doi:10.1002/jlac.198419840520 (wiley.com [abgerufen am 4. Februar 2026]).</ref>

Die Stämmchen zeigen rote, gelbliche oder blassgrüne Farbtöne. Die von der rötlich-purpurnen Sklerodermis deutlich abgesetzte, drei- bis vierschichtige Stämmchenepidermis<ref name="korseby" /> enthält keine Poren. Bei den zungenförmig-dreieckigen bis zungenförmigen und 1–1,4 Millimeter langen Stammblättern zeigen sich die seitlichen Blattränder in etwa parallel<ref name="FRAHMa" /> verlaufend. Der Blattsaum ist an der Basis mit mehr als einem Viertel der Blattbreite am stärksten entwickelt. Die nicht gefranste Blattspitze<ref name="FRAHM" /> ist breit abgerundet, kann aber bei hemiisophyllen Formen spitz werden.

Am Stamm setzen die zwei abstehenden und ein bis zwei hängenden Äste in faszikel- oder wirtelähnlichen Astbüscheln stehenden Äste an, die meist fünfreihig beblättert sind. Die 0,9–1,2 Millimeter langen, eiförmigen bis eiförmig-lanzettlichen Astblätter sind zumindest an einigen Ästen einseitswendig sichelförmig gebogen.<ref name="FloNAB" /> Der glatte ganzrandige Blattrand besitzt keine Resorptionsfurche. Die Spitze ist breit abgerundet und nach unten eingerollt. Gegen die Basis zu und den Rändern hin bilden die Hyalocyten große, runde oder elliptische Poren. Die Chlorocyten sind im Querschnitt dreieckig geformt. Sie sind außenseitig von den Hyalocyten umschlossen oder stehen frei.<ref name="korseby" />

Das Rötliche Torfmoos kann mit dem Hain-Torfmoos (Sphagnum capillifolium) verwechselt werden. Unterscheidungsmerkmale sind jedoch stets gerade Astblätter und meist größere Köpfchen des Hain-Torfmooses.<ref name="korseby" /> Weiters kann das Rötliche Torfmoos durch den Standort in Bülten auf Hochmooren von allen anderen roten Arten der Sektion Acutifolia unterschieden werden.<ref name="FRAHM" />

Geschlechtliche Merkmale

Die geschlechtliche Ausrichtung ist durch die diözische oder zweihäusige Form der Geschlechtsverteilung gegeben. Die Sporophyten sind beim Rötlichen Torfmoos nicht häufig entwickelt. Die Sporenkapseln reifen zur Hälfte des Sommers. Die Sporen messen 18–33 Mikrometer und zeigen grobe Auswüchse an beiden Oberflächen.

Vorkommen und Verbreitung

Datei:VacciniumOxycoccos2.jpg
Rotes Torfmoos im Hintergrund einer Frucht der Moosbeere im Erdfallmoor Maujahn

Das Rötliche Torfmoos ist zirkumpolar in der Holarktis<ref name="EUNIS" /> vom nordamerikanischen Kontinent mit Grönland, Kanada und dem nordwestlich gelegenen Bundesstaat Oregon und nordöstlichen Bundesstaaten der USA über Asien bis nach Europa verbreitet. Die europäischen Vorkommen werden beispielsweise mit Schweden, Polen, Deutschland,<ref name="moosde" /> Frankreich und Italien angegeben;<ref name="EUNISsite" /> weitere mitteleuropäische Vorkommen werden aus Österreich<ref name="TEMSCH" /> und der Schweiz<ref name="NISM" /> beschrieben.

Das Rötliche Torfmoos besiedelt oligotrophe und ombotrophe, nur durch Regenwasser versorgte Standorte in Hochmoorbereichen mit pH-Werten von 3,4 bis 5,6<ref name="WEDD" /> und bildet ausgedehnte Matten und Bulte sowohl in niedrigen als auch hohen Lagen.

Das Rötliche Torfmoos findet man in Gesellschaft des Schmalblättrigen Torfmooses (Sphagnum angustifolium), mit dem Hain-Torfmoos (Sphagnum capillifolium), dem Trügerischen Torfmoos (Sphagnum fallax), dem Braunen Torfmoos (Sphagnum fuscum), dem Magellans Torfmoos (Sphagnum magellanicum), dem Warzigen Torfmoos (Sphagnum papillosum), mit Sphagnum recurvum und Sphagnum tenellum.

Systematik

Das Rötliche Torfmoos wird in der Sektion Acutifolia der Gattung Sphagnum innerhalb der monogenerischen Familie Sphagnaceae geführt. Als Synonymbezeichnungen werden Sphagnum acutifolium var. tenellum Schimper; Sphagnum capillaceum var. tenellum (Schimper) A.L.Andrews und Sphagnum capillifolium var. tenellum (Schimper) H.A.Crum genannt.

Gefährdungssituation und Schutzmaßnahmen

Das Rötliche Torfmoos wird auf Grund der bestehenden Gefährdung in verschiedenen Roten Listen von Nationen oder diesen untergeordneten Verwaltungsregionen geführt. Die Schweiz beurteilt die Art als potentiell gefährdet (NTNear Threatened).<ref name="RLCH" />

Auf europäischer Ebene wird durch die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten als auch durch die Schweiz der Gefährdung durch Schutzmaßnahmen auf Basis der Gattung Sphagnum Rechnung getragen.

Quellen

  • Cyrus B. McQueen & Richard E. Andrus: Sphagnum rubellum Wilson. In: Flora of North America. eFloras.org, abgerufen am 17. Februar 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Band 27, 2007 S. 96. (Abschnitt Beschreibung)

Literatur

  • Jan-Peter Frahm, Wolfgang Frey: Moosflora (= UTB. Band 1250). 4., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8252-1250-5, S. 161, 162, 164.

Einzelnachweise

<references> <ref name="oessm"> Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer e.V.: Die Torfmoose. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. Mai 2015; abgerufen am 14. Februar 2011 (Rotes Torfmoos (Sphagnum rubellum) im Steckbrief Torfmoose).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.oessm.org </ref> <ref name="moosde"> Ludwig Meinunger, Wiebke Schröder: Rötliches Torfmoos Sphagnum rubellum. In: Website des Projekts „Die Moose Deutschlands“. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. September 2016; abgerufen am 3. August 2011 (nach Angaben aus Verbreitungsatlas der Moose Deutschlands Stand 2007).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.moose-deutschland.de </ref> <ref name="EUNIS"> Sphagnum rubellum. Verbreitungskarte (GBIF observations ). European Environment Agency, abgerufen am 14. Februar 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="EUNISsite"> Sphagnum rubellum. europäische Standorte. European Environment Agency, abgerufen am 17. Februar 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="TEMSCH"> Eva Maria Temsch: Torfmoose-für Anfänger und Profis. In: Homepage einer Botanikerin. Abgerufen am 13. Oktober 2011 (Sphagnumarten in Österreich). </ref> <ref name="NISM"> NISM-Nationales Inventar der Schweizer Moosflora. Institut für Systematische Botanik, Universität Zürich, abgerufen am 14. Februar 2011 (Website mit Sphagnum rubellum). </ref> <ref name="WEDD"> Klaus Weddeling, Zool. Forschungsinstitut u. Museum A. Koenig, Bonn & Gerhard Ludwig: Sphagnum ssp. L. in Abschnitt 2.14/Code 1409/Anhang V. Hrsg.: Bundesamt f. Naturschutz Bonn. S. 310 und 311 (weddeling.info [PDF; 55 kB; abgerufen am 14. Februar 2011] Informationen zu Sphagnum rubellum). </ref> <ref name="korseby"> Sphagnum rubellum (Rötliches Torfmoos). In: Korseby Online – Sphagnaceae. Abgerufen am 17. Februar 2011. </ref> <ref name="FRAHMa"> Jan-Peter Frahm, Wolfgang Frey, J. Döring: Moosflora. Hrsg.: UTB 1250. 4. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-2772-5, Bryophytina, Laubmoose, S. 162 (Informationen zu Sphagnum rubellum in Beschreibung der Sektion Acutifolia). </ref> <ref name="FRAHM"> Jan-Peter Frahm, Wolfgang Frey, J. Döring: Moosflora. Hrsg.: UTB 1250. 4. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-2772-5, Bryophytina, Laubmoose, S. 164. </ref> <ref name="FloNAB"> Cyrus B. McQueen & Richard E. Andrus: Sphagnum sect. Acutifolia Wilson. In: Flora of North America. www.eFloras.org, abgerufen am 17. Februar 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Band 27, 2007 S. 85. (Abschnitt Artenbeschreibung Punkt 27) </ref> <ref name="RLCH"> Norbert Schnyder; Ariel Bergamini; Heike Hofmann; Niklaus Müller; Cécile Schubiger-Bossard; Edwin Urmi: Rote Liste der gefährdeten Arten der Schweiz: Moose. Hrsg.: Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft BUWAL. 2004, S. 86 (Die nachstehende Seite ist nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juni 2017. (Suche im Internet Archive. ) @1@2Vorlage:Toter Link/www.bafu.admin.ch bafu.admin.ch [abgerufen am 17. Februar 2011]). </ref> </references>

Weblinks

Commons: Rötliches Torfmoos (Sphagnum rubellum) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien