Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338 Reimer-Tiemann-Reaktion – WikipediaZum Inhalt springen
Die Reimer-Tiemann-Reaktion ist eine Namensreaktion in der Organischen Chemie. Die Schlüsselreaktion wurde von Karl Reimer entdeckt und von Ferdinand Tiemann intensiver erforscht.<ref>K. Reimer: Ueber eine neue Bildungsweise aromatischer Aldehyde. In: Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft. Band 9, Nr. 1, 1876, S. 423–427, (Digitalisat).</ref> Die Reimer-Tiemann-Reaktion stellt die Reaktion von Phenolen mit Dichlorcarben dar, das aus Chloroform in alkalischer Lösung bei höherer Temperatur entsteht und sehr instabil ist. Überwiegend wird dann das ortho-Formylierungsprodukt erhalten, während andere Formylierungsreaktionen, wie die Gattermann-Synthese, überwiegend das para-Produkt liefern.<ref>K. Reimer, F. Tiemann: Ueber die Einwirkung von Chloroform auf alkalische Phenolate. In: Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft. Band 9, Nr. 1, 1876, S. 824–828, (Digitalisat).
– K. Reimer, F. Tiemann: Ueber die Einwirkung von Chloroform auf alkalische Phenole und besonders aromatische Oxysäuren in alkalischer Lösung.
In: Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft. Band 9, Nr. 2, 1876, S. 1268–1278, (Digitalisat). – K. Reimer, F. Tiemann: Ueber die Einwirkung von Tetrachlorkohlenstoff auf Phenol in alkalischer Lösung (Bildung von Salicylsäure und Paroxybenzooesäure). In: Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft. Band 9, Nr. 2, 1876, S. 1285–1287, (Digitalisat).</ref>
Zunächst muss für die Reaktion das Dichlorcarben erhalten werden. Zunächst reagiert Chloroform1 mit der Base über das Carbanion 2 zum Dichlorcarben (3) (Singulett-Carben). Dabei wird Chloroform deprotoniert und spaltet dann ein Chloridion ab.
Nun wird das Dichlorcarben mit Phenol zur Reaktion gebracht. Phenol 4 liegt unter den Reaktionsbedingungen als Phenolat5 vor. Das Dichlorcarben (3) lagert sich am mesomeren Phenolat-Anion in ortho-Position unter Bildung von 6 an. Aus dem Primärprodukt 6 entsteht durch Protonenwanderung das Carbanion7. Nach der Abspaltung eines Chloridions und einer anschließenden Rearomatisierung wird das entstandene Carbeniumion 9 hydrolysiert und das Phenolatanion 11 erhalten. Nach weiterer Chloridion-Abspaltung entsteht ein Dienon 12, das nach einer Dienon-Phenol-Umlagerung zum aromatischen Endprodukt 13tautomerisiert.<ref name="Wang">Zerong Wang: Comprehensive Organic Name Reactions and Reagents. Band 3. Wiley, Hoboken NJ 2009, ISBN 978-0-470-53346-8, S. 2329.</ref>
Die Ausbeute der Reaktion liegt im Allgemeinen unter 50 %, daher wird sie nur noch selten angewandt. Ihr Vorteil liegt in der ortho-Selektivität. Die Reaktion kann durch Ultraschall günstig beeinflusst werden, die Reaktionszeit verkürzt sich und die Ausbeute steigt.
Literatur
Hans Wynberg: The Reimer-Tiemann Reaction. In: Chemical Reviews. Bd. 60, Nr. 2, 1960, S. 169–184, {{#invoke:Vorlage:Handle|f|scheme=doi|class=plainlinks|parProblem=Problem|errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Parameter:DOI|errClasses=error editoronly|errHide=1|errNS=0 4 10 100}}.
Hans Wynberg, Egbert W. Meijer: The Reimer–Tiemann Reaction. In: Organic Reactions. Bd. 28, Nr. 1, 1982, S. 1–36, {{#invoke:Vorlage:Handle|f|scheme=doi|class=plainlinks|parProblem=Problem|errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Parameter:DOI|errClasses=error editoronly|errHide=1|errNS=0 4 10 100}}.
Hans Wynberg: The Reimer-Tiemann Reaction. In: Barry M. Trost, Ian Fleming: Comprehensive Organic Synthesis. Selectivity, Strategy & Efficiency in Modern Organic Chemistry. Band 2: Additions to C – X π-bonds. Teil 2. Pergamon Press, Oxford u. a. 1991, ISBN 0-08-040593-2, S. 769–775.