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Rifaat al-Assad

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Datei:Rifaat al-Assad, commander of the Defense Corps in the 1980s.png
Rifaat al-Assad in den 1980er Jahren

Rifaat al-Assad (arabisch رفعت الأسد, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value); * 22. August 1937<ref>رفعت الأسد قائد مجزرة حماة 1982. Abgerufen am 20. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> in Qardaha; † 20. Januar 2026 in den Vereinigten Arabischen Emiraten<ref>Rifaat al-Assad, uncle of ousted Syrian President Bashar al-Assad, dies at 88 : Sources. In: alarabiya.net. 21. Januar 2026, abgerufen am 21. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>) war ein syrischer Politiker. Er war der jüngere Bruder des langjährigen Präsidenten Hafiz al-Assad (1930–2000) und Onkel dessen Nachfolgers Baschar al-Assad.

Leben

Rifaat war lange Zeit die „rechte Hand“ seines älteren Bruders, baute eine Miliz auf und war zeitweilig Kommandeur der syrischen Verteidigungsbrigaden und Verteidigungsminister, später Vizepräsident von Syrien. 1982, nach dem Aufstand der Muslimbrüder in Syrien, an dessen Niederschlagung Rifaat maßgeblich beteiligt war,<ref> Christoph Leonhardt: Religion und Gewalt in Syrien. Legitimierung und Mobilisierung unter der Assad-Dynastie (1970–2020), in: Konfrontation und Kooperation im Vorderen Orient 19, Münster 2024, S. 52ff., ISBN 978-3-643-25119-0 Religion und Gewalt in Syrien. In: lit-verlag.de. Abgerufen am 13. Juni 2025.</ref> überwarf er sich mit seinem Bruder. Dennoch wurde er 1984 neben Zuhair Maschariqa und Abd al-Halim Chaddam zu einem der drei Vizepräsidenten ernannt.

Berichte verschiedener Menschenrechtsorganisationen belegten seine persönliche Verantwortung für das Massaker im berüchtigten Gefängnis Tadmur, in der Nähe von Palmyra, wo er im Sommer 1980, nach einem gescheiterten Attentat auf den Präsidenten in Damaskus, seine Sondereinheiten zur Ermordung von ca. 1000 politischen Häftlingen, überwiegend Muslimbrüder, in die Strafanstalt schickte.<ref>The Syrian Human Rights Committee: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„The Tadmur (Palmyra) Prison Massacre on its 27th Anniversary“ (Memento vom 2. Oktober 2013 im Internet Archive), 26. Juni 2007.</ref> Ein diesbezügliches Strafverfahren wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit wurde in Belgien lange verzögert.

Er wurde für das Massaker von Hama vom Frühling 1982, wo 150 km nördlich von Damaskus Tausende Einwohner durch Granatbeschuss wahllos getötet oder verletzt wurden, verantwortlich gehalten, was ihm den Spitznamen „Schlächter von Hama“ einbrachte.<ref>Robert Fisk: Freedom, democracy and human rights in Syria - Ribal al-Assad gives our writer a rare insight into the dynasty that has shaped modern Syria. In: The Independent. 16. September 2010, abgerufen am 3. April 2011.</ref> Beim Beschuss der Stadt durch die Armee kamen 20.000 bis 30.000 Menschen ums Leben. Hama war damals ein Zentrum der Muslimbrüder. Sein Sohn Ribal al-Assad bestreitet all diese Vorwürfe. Im März 2024 wurde al-Assad von der Schweizer Bundesanwaltschaft wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit am Bundesstrafgericht angeklagt.<ref>Bundesanwaltschaft: Völkerstrafrecht: Rifaat AL ASSAD beim Bundesstrafgericht angeklagt. In: Admin.ch. Bundesrat, 12. März 2024, abgerufen am 12. März 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Nach einem vergeblichen Putschversuch verließ Rifaat al-Assad 1984 Syrien und lebte seither in Frankreich und Spanien.<ref>Antoine Harari, Oliver Zihlmann: Bund ermittelt gegen Assads Onkel wegen Kriegsverbrechen. In: tagesanzeiger.ch. 23. September 2017, abgerufen am 9. März 2024.</ref> Seitdem trat er als reicher Geschäftsmann auf und besaß ein großes Immobilienportfolio in Frankreich, Spanien und Großbritannien. Sein Bruder Hafiz al-Assad herrschte bis zu dessen Tod im Jahr 2000 über Syrien, nach dessen Tod kritisierte er die Nachfolge von dessen Sohn Baschar als verfassungswidrig, da er selbst Präsident zu werden hoffte.

Im Bürgerkrieg in Syrien ab 2011 sah sich Rifaat al-Assad als dritte Stimme und trat als Gegenstimme zu seinem Neffen Baschar al-Assad auf. Die Opposition akzeptierte ihn jedoch nicht – unter anderem wegen des Massakers von Hama. Vor allem sein Sohn Siwar al-Assad, der in der Schweiz zur Schule gegangen war, war politisch aktiv, führte einen syrischen TV-Sender aus dem Londoner Exil und war in einer oppositionellen Organisation tätig, die sein Vater gegründet hatte.<ref>ldc: Der Assad von Genf. In: tagesanzeiger.ch. 22. Oktober 2015, abgerufen am 9. März 2024.</ref> 2021 kehrte Rifaat al-Assad nach Syrien zurück, verließ das Land jedoch nach dem Sturz seines Neffen Baschar im Dezember 2024 wieder.

Siehe auch

Einzelnachweise

<references/>

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