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Rosengarten (Lampertheim)

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(Weitergeleitet von Rosengarten (Rhein))
Rosengarten
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Bevölkerungsdichte: 101 Einwohner/km²
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Postleitzahl: 68623
Vorwahl: 06241

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Rosengarten ist ein ehemaliges Erbhöfedorf und heute der westlichste Stadtteil der südhessischen Stadt Lampertheim.

Geografische Lage

Rosengarten liegt am rechten Rheinufer, direkt gegenüber von Worms. 1961 wurde die Gemarkungsgröße mit 745 ha angegeben, davon waren 3 ha Wald.<ref name="lagis" />

Geschichte

Bahnhof Rosengarten
Hofzug des Zaren Nikolaus II. von Russland im Bahnhof Rosengarten, 1899.<ref group="Anm."> Die Aufnahme stammt vom 7. Oktober 1899 (vgl.: Ralph Häussler: Eisenbahnen in Worms. Hamm/Rheinhessen, 2003, S. 34). Im Hintergrund ist die Baustelle mit dem noch eingerüsteten östlichen Turm der Großherzog-Ernst-Ludwig-Brücke (heute: Nibelungenbrücke) zu sehen.</ref>

Ortsgeschichte

Im 13. Jahrhundert entstand das Lied vom Rosengarten zu Worms, in dem die Sage des Nibelungenliedes mit der Thidrekssaga verknüpft wird. Kriemhilds sagenhafter „Rosengarte“ bei Worms wurde von dem Dichter in die Gegend der heutigen Gemarkung verlegt. Die älteste erhaltene urkundliche Erwähnung des Ortes stammt von 1422, als Kurfürst Ludwig III. diesen zusammen mit Kirschgartshausen vom Wormser Kloster Kirschgarten erwarb. Etymologisch ist aber auch eine andere Namensdeutung denkbar. 1524 wird der Rosengarten als kaiserliches Reichslehen aufgeführt, „so ein Bischof von Worms vom Keysser zu lehen tregt“. Mit diesem Lehen kann ein „Roßgarten“, eine Pferdeweide, in Verbindung gebracht werden.

Der wildreiche Eichenwald, der bereits im Nibelungenlied erwähnt wird, wurde vor allem im 18. Jahrhundert für Jagden genutzt. Dieser Wald wurde nach 1789 völlig abgeholzt.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gehörte das Gebiet zur Lampertheimer Gemarkung<ref>Wagner.</ref> und war auch nach dort eingepfarrt.<ref>Kratzsch, Stichwort: Rosengarten b. Lampertheim, S. 445.</ref> Es war nur dünn besiedelt<ref>1 Haus, 9 Einwohner (1845) (Kratzsch, Stichwort: Rosengarten b. Lampertheim, S. 445); 2 Häuser, 22 Einwohner (1867) (Philipp Alexander Ferdinand Walther: Alphabetisches Verzeichniss der Wohnplätze im Grossherzogtum Hessen. G. Jonghaus, Darmstadt 1869, S. 76).</ref>, Feld, Wald und Auenland werden erwähnt.<ref>Wagner.</ref> Bedeutung hatte Rosengarten als östlicher Anleger der Fähre nach Worms. Deshalb gab es hier – zunächst wohl als einziges Gebäude – auch ein Wirtshaus, das die Bezeichnung „Zum Rosengarten“ trug.<ref>Kratzsch, Stichwort: Wormser Fahrthaus b. Lampertheim, S. 822.</ref>

Diesen „Dornröschenschlaf“ beendete 1869 die Hessische Ludwigsbahn: Sie errichtete in Rosengarten ihren Bahnhof, in dem die rechtsrheinischen, auf Worms zuführenden Bahnstrecken endeten, denn eine feste Rheinbrücke gab es noch nicht.

Von und nach Worms gelangten Fußgänger und Fahrgäste über eine Schiffbrücke, für den Güterverkehr bestand das Trajekt Worms–Rosengarten. Als die Rheinbrücke Worms Ende 1899 eröffnet wurde und auch der rechtsrheinische Verkehr direkt in den Wormser Hauptbahnhof einfahren konnte, bedeutete dies das „Aus“ für den Bahnhof Rosengarten. Die Anlagen wurden abgebrochen. Heute sind davon keine Spuren mehr erhalten.

Ab 1877 endete außerdem die Bahnstrecke Lampertheim–Worms am Bahnhof Rosengarten. Nach dem Bau der Rheinbrücke wurde die Strecke verlegt, aber der Rosengarten bekam keinen Haltepunkt, da sich die Bahnbetreiber mit der Gemeinde Lampertheim nicht auf eine Kostenübernahme einigen konnten.<ref>H. F. Karb: Entstehung und Entwicklung des Dorfes Rosengarten. In: Magistrat der Stadt Lampertheim (Hg.): Rosengarten. Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Rosengarten – Zum 40jährigen Bestehen der Gemeinde Rosengarten. Lampertheim 1977, S. 31–67 (32–36).</ref>

Das Infanterie-Regiment „Prinz Carl“, das in Worms stationiert war, nutzte in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg einen Teil des Rosengartens als Exerzierplatz und Schießgelände.

Siedlungsgründung

Seit den 1920er-Jahren gab es Pläne, das Hessische Ried zu entwässern und für die Landwirtschaft zu nutzen. Basierend auf dem Reichserbhofgesetz von 1933 wurden unter der nationalsozialistischen Herrschaft „Erbhöfedörfer“ errichtet, darunter auch Rosengarten im damaligen Kreis Bensheim. Zur Vorbereitung fand 1933 bis 1935 eine Flurbereinigung und parallel eine Melioration statt, wobei vor allem Feuchtgebiete in Rheinufernähe trockengelegt wurden.<ref>Karb: Entstehung, S. 37.</ref>

Am 25. April 1937 erfolgte die Grundsteinlegung zur Siedlung Rosengarten, wie das neue Dorf offiziell hieß, durch den Reichsstatthalter für Hessen, Jakob Sprenger.<ref>Karb: Entstehung, S. 38.</ref> Die Siedlung entstand auf Teilen der Gemarkungen Lampertheim, Bürstadt, Hofheim und Maulbeeraue und umfasste 10 Höfe.<ref>Karb: Entstehung, S. 40.</ref> Am 3. Oktober 1937 wurde die Siedlung eingeweiht und gleichzeitig in die Stadt Worms eingemeindet. Dies geschah auch mit der Begründung, dass damit der Stadt Worms die Möglichkeit gegeben werden solle, sich rechtsrheinisch auszudehnen.<ref> Bekanntmachung über die Eingliederung des neuen Erbhöfeweilers Rosengarten in die Stadt Worms vom 3. Februar 1938. In: Hessisches Regierungsblatt Nr. 2 vom 15. Februar 1938, S. 11f.</ref>

Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs

In der Endphase des Zweiten Weltkrieges überquerten amerikanische Truppen in den ersten Stunden des 26. März 1945 südlich von Worms den Rhein und nahmen noch in der Nacht die Ortschaft Rosengarten in Besitz.<ref>[Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] Bergstraße.Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Bergsträßer Anzeiger, archiviert vom Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) am 2014-12-20;.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref>

Die beiden Rheinbrücken nach Worms waren zerstört und der Rhein bildete nun die Grenze zwischen der Amerikanischen und der Französischen Besatzungszone. Mit der Bildung des Landes Hessen durch die Amerikanische Militärregierung für Deutschland<ref>Militärregierung Deutschland – Amerikanische Zone: Proklamation Nr. 2 vom 19. September 1945.</ref> und die Gründung des Landes Rheinland-Pfalz<ref>Amtsblatt des französischen Oberkommandos in Deutschland, Nr. 35 (1946), <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden. (Memento vom 29. April 2018 im Internet Archive)Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Vorlage:Webarchiv/Wartung/URLSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden.</ref> französischerseits wurde Rosengarten auch rechtlich von Worms abgetrennt. Die rechtsrheinischen Gebiete der Stadt Worms wurden in den hessischen Landkreis Bergstraße eingegliedert. Rosengarten kam dabei unter die Verwaltung von Bürstadt.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Stadt Lampertheim; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref> Die Neubildung der Gemeinde Rosengarten (Landkreis Bergstraße) wurde durch Erlass vom 12. Januar 1951 rückwirkend zum 16. Oktober 1945 festgesetzt.<ref name="lagis" />

Nach der Sprengung der Rheinbrücke am Kriegsende 1945 endete der Bahnverkehr aus Lampertheim vorläufig am „Posten 30“ am Ortsrand. Im Jahr 1950 wurde dort der Haltepunkt Rosengarten eingerichtet.<ref> DB-Kursbuch 1953</ref> 1960 wurde die Bahnstrecke nach Lampertheim stillgelegt und abgebaut. Danach übernahm eine Buslinie der Bundesbahn den Verkehr.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Blick vom Turm der Nibelungenbrücke auf Rosengarten

Die Gemeinde Rosengarten wurde am 1. Oktober 1971 im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Stadt Lampertheim eingemeindet.<ref>Vorlage:HessAmtsBL</ref>

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

Vorlage:LAGIS Einwohner Diagramm

Historische Religionszugehörigkeit

Im Jahre 1961 ab es 193 evangelische (= 60,12 %) und 107 katholische (= 33,33 %) Einwohner im Ort.<ref name="lagis" />

Politik

Für Rosengarten besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Rosengarten) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. (PDF; 14 kB) § 3Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Stadt Lampertheim; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref> In der Wahlperiode 2016–2021 wurde jedoch kein Ortsbeirat etabliert.

Verkehr

Blick von Rosengarten auf die Nibelungenbrücke

Die Nibelungenbrücke als Straßenverbindung und die Eisenbahnbrücke über den Rhein nach Worms wurden nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wieder hergestellt.

Die Bundesstraße 47 führt durch den Ort und stellt durch Lärm und Luftverschmutzung eine starke Belastung für die Anwohner dar. Der Bau einer entlastenden Umgehung ist seit vielen Jahren gewünscht, aber nicht absehbar.

Der Hessische Radfernweg R6 führt durch Rosengarten.

Wirtschaft

Rosengarten ist Standort einer 380-kV-Umspannanlage der Amprion, die am 4. Oktober 1957 im Zuge der Inbetriebnahme der ersten deutschen 380-kV-Leitung, der Leitung Rommerskirchen-Bürstadt-Hoheneck, als eine der ersten dieser Leistungsklasse in Deutschland in Betrieb genommen wurde.

Literatur

  • Fritz Heck: Chronik von Sandhofen, Scharhof, Sandtorf und Kirschgartshausen nebst Gemarkungs-Plan und den Eingemeindungs-Bedingungen. Mannheim 1976.
  • Johann Friedrich Kratzsch: Neuestes und gründlichstes alphabetisches Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der deutschen Bundesstaaten. Teil 2. Band 2. Zimmermann, Naumburg 1845. Digitalisat
  • Magistrat der Stadt Lampertheim (Hg.): Rosengarten. Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Rosengarten – Zum 40jährigen Bestehen der Gemeinde Rosengarten. Lampertheim 1977
    • H. F. Karb: Der Bahnhof Rosengarten, S. 89–95.
    • H. F. Karb: Entstehung und Entwicklung des Dorfes Rosengarten, S. 31–67.
  • Georg Wilhelm Justin Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen. Band 1: Provinz Starkenburg. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt Oktober 1829, S. 206. Digitalisat
  • Paulus Weissenberger: Geschichte des Klosters Kirschgarten in Worms Wormsgau Beih.6 (Worms 1937)
  • Vorlage:HessBib

Weblinks

Commons: Rosengarten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Vorlage:Wikidata-Registrierung

  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Stadt Lampertheim; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.
  • [[[:Vorlage:LAGIS/WeblinksZ]] Rosengarten, Landkreis Bergstraße.] Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> [[[:Vorlage:LAGIS/WeblinksZ]] Rosengarten, Landkreis Bergstraße.] Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator <). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Z2011">[Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] (PDF; 1,8 MB) In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) am 2021-07-11;.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.</ref> <ref name="EW2015">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Entwicklung der EinwohnerzahlenSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Stadt Lampertheim, S. 8; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);.Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="EW2021">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Entwicklung der EinwohnerzahlenSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Stadt Lampertheim, S. 9; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);.Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="EW2022">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Entwicklung der EinwohnerzahlenSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Stadt Lampertheim, S. 7; ehemals im Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar);.Vorlage:Toter Link/Core (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden. </ref>

</references>

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