Hainbuchen-Täubling
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| Hainbuchen-Täubling | ||||||||||||
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| Datei:2009-12-08 Russula carpini R. Girard & Heinem 68764.jpg
Hainbuchen-Täubling (Russula carpini) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Russula carpini | ||||||||||||
| R. Girard & Heinem. |
Der Hainbuchen-Täubling (Russula carpini)<ref name="speciesfungorum" /> ist ein Pilz aus der Familie der Täublingsverwandten. Der seltene Täubling wächst ausschließlich unter Hainbuchen. Er ist noch variabler gefärbt als der sehr ähnliche Weißstielige Leder-Täubling (R. romellii).
Merkmale
Makroskopische Merkmale
Der Hut des Hainbuchen-Täublings ist 6–10, selten 12 cm breit und recht fleischig, doch am Rande eher dünn. Der Rand ist lange Zeit eingerollt, mehr oder weniger wellig gelappt und zumindest im Alter gerieft. Der Hut ist farblich sehr variabel. Er kann violett oder purpurrot, gezont oder völlig einheitlich gefärbt sein. Bisweilen ist er auch blassgrün oder oliv- bis cremefarben, fleckig meliert oder mehr oder weniger dunkel grünbraun. Bei Reife ist der Hut mehr rotbraun oder braun. Die schmierig glänzende Huthaut ist bis zur Hälfte abziehbar.
Die Lamellen sind breit, stumpf und buchtig angewachsen. Bei Reife trennen sie sich fast vollständig vom Stiel ab. Sie sind zuerst trüb gelb gefärbt und tendieren später mehr nach orangegelb. Auch das Sporenpulver ist intensiv dotter- oder orangegelb gefärbt (IVe nach Romagnesi).
Der weiße Stiel ist 5–8 (–10) cm lang und 1–1,5 (–2) cm breit. Er ist fast zylindrisch geformt und an der Basis schwammig hohl. Ähnlich wie der Milde Wachstäubling gilbt auch er bei Berührung.
Das Fleisch ist weiß, im Stiel mehr oder weniger ocker. An Wunden verfärbt es sich gelb. Der Geruch ist schwach fruchtig und erinnert ein wenig an den Ockerblättrigen Zinnober-Täubling. Es schmeckt mild und hat einen leichten Haselnuss-Geschmack, in den Lamellen kann der Täubling auch fast scharf schmecken. Die Guajakreaktion ist stark positiv, mit Eisensulfat verfärbt sich das Fleisch trüb rosa. Die Phenolreaktion ist unauffällig.<ref name="bon-key">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Monographic Key to European Russulas (1988).] (PDF; 1,4 MB) In: Englische Übersetzung von M. Bons Russula-Schlüssel:. The Russulales Website, , S. 69, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 31. März 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref name="spanisch">Russula carpini. (DOC; 2,9 MB) Micologia.biz Web de micología Europea, S. 155, abgerufen am 21. März 2011 (spanisch).</ref>
Mikroskopische Merkmale
Die Sporen sind eiförmig bis ellipsoid, 7–11 µm lang und 6,5–9 µm breit und mit isolierten, groben Warzen oder Stacheln besetzt, die manchmal auch gedoppelt sind.
Die Zystiden sind an den Lamellenflächen zigarren- und an den Schneiden mehr keulenförmig. Sie sind bis zu 80 (100) µm lang und 6–10 µm breit. Die Hyphenendzellen der Huthaut sind variabel, 3–5 (8) µm breit, stumpf oder +/-bauchig, gewunden und selten verschmälert oder zitzenförmig. Die Pileozystiden sind zylindrisch bis keulig, 4–5 (9) µm breit und häufig mehrfach septiert. Die Sulfobenzaldehydreaktion ist positiv. Manchmal sind auch anhaftende, säurefeste Einschlüssen direkt unter der Membran zu beobachten, die dann als äußere Inkrustierung fehlinterpretiert werden können.<ref name="bon-key" />
Ökologie
Der Hainbuchen-Täubling ist wie alle Täublinge ein Mykorrhizapilz, der zumindest in Deutschland nur mit Hainbuchen eine symbiotische Partnerschaft eingeht.
Man findet den Täubling daher vor allem in lichten Hainbuchen-Eichenwäldern, zum Teil aber auch in anderen Laubmischwäldern unter eingestreuten Hainbuchen. Man kann ihn ebenso in Waldrandgesellschaften, an Waldwegrändern oder in Parkanlagen finden. Der Pilz mag frische, schwach bis stark mit Basen versorgte, lehmig-tonige Böden, die meist relativ nährstoffarm sind.
Die Fruchtkörper erscheinen von Juni bis September. Am häufigsten sind sie im Juli.<ref name="Krieglsteiner" />
Verbreitung
Legende:
Der Täubling ist in Nordasien (Sibirien, Russland-Fernost) und Europa verbreitet. In Europa wurde er vor allem in Westeuropa, Mitteleuropa und im südlichen Skandinavien nachgewiesen.
In Deutschland kommt er wohl in allen Bundesländern vor, ist überall aber eher selten. Der Täubling steht auf der Roten Liste der Bundesrepublik Deutschland und wird in die Gefährdungskategorie RL3<ref name="redlists" /> eingestuft, in vielen Bundesländern ist er aber seltener.<ref name="Krieglsteiner" />
Systematik
Infragenerische Systematik
Der Hainbuchen-Täubling wird von M. Bon in die Subsektion Integriforminae gestellt, einer Untersektion der Sektion Polychroma. Die Vertreter der Untersektion sind mild schmeckende, mehr oder weniger große und robuste Täublinge mit variabler Hutfarbe, die aber weder lebhaft rot noch weißlich ist. Oft ist sie bräunlich, rotbraun, kupferfarben oder mehr oder weniger purpurn, manchmal auch grünlich bis oliv. Das Sporenpulver ist ockergelb.<ref name="bon-key" />
Unterarten und Varietäten
Für den Hainbuchen-Täubling wurden die folgenden Varietäten beziehungsweise Formen beschrieben:<ref name="if">Vorlage:Index Fungorum</ref>
- Russula carpini f. carpini <templatestyles src="Person/styles.css" />R. Girard & Heinem. 1956 – Nominatform
- Russula carpini f. olens <templatestyles src="Person/styles.css" />Donelli 2000
- Russula carpini f. tenella <templatestyles src="Person/styles.css" />Bon 1979 – 1988 stellte Bon dieses Taxon in den Rang einer Varietät.
Bedeutung
Der Hainbuchen-Täubling ist wie alle mild schmeckenden Täublinge essbar.
Literatur
- Russula carpini. In: Mycobank (Fungal Nomenclature and Species Databank). International Mycological Association, abgerufen am 7. Februar 2014.
- Russula carpini. In: Partial Russula species database des CBS-KNAW Fungal Biodiversity Centre. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 7. Februar 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Sporenzeichnung und tabellarische Auflistung der makro- und mikroskopischen Merkmale (basierend auf H. Romagnesis Les Russules d'Europe et d'Afrique du Nord)).
- Alfred Einhellinger: Die Gattung Russula in Bayern. In: Bibliotheca Mycologica. 3. Auflage. Band 112. Berlin / Stuttgart 1994, ISBN 978-3-443-59056-7, S. 42.
Einzelnachweise
<references> <ref name="basidiochecklist"> Basidiomycota Checklist-Online - Species Page. In: basidiochecklist.science.kew.org. Abgerufen am 16. November 2024. </ref> <ref name="Czech"> Jan Holec & Miroslav Beran: Red list of fungi (macromycetes) of the Czech Republic. (PDF; 404 kB) In: European Council for the Conservation of Fungi. 2007, abgerufen am 9. September 2012. </ref> <ref name="GBIF"> Vorlage:Gbif.org </ref> <ref name="Krieglsteiner"> German Josef Krieglsteiner (Hrsg.), Andreas Gminder, Wulfard Winterhoff: Die Großpilze Baden-Württembergs. Band 2: Ständerpilze: Leisten-, Keulen-, Korallen- und Stoppelpilze, Bauchpilze, Röhrlings- und Täublingsartige. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3531-0, S. 500. </ref> <ref name="pilzoek"> Russula carpini. In: pilzoek.de. Abgerufen am 18. August 2011. </ref> <ref name="redlists"> Redaktion: BMBF LS5 Internetredaktion: Großpilze (Basidiomycota p.p. & Ascomycota p.p.) - Rote-Liste-Zentrum. In: Rote-Liste-Zentrum. 1. Juli 2024, abgerufen am 16. November 2024. </ref> <ref name="speciesfungorum"> Russula carpini. In: Species Fungorum / speciesfungorum.org. Abgerufen am 3. April 2011. </ref> </references>
Weblinks
- Russula carpini. In: Russulales News. Bart Buyck, abgerufen am 7. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Foto und lateinische Originaldiagnose).