Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Weinroter Dotter-Täubling – Wikipedia Zum Inhalt springen

Weinroter Dotter-Täubling

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Russula decipiens)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Weinroter Dotter-Täubling
Datei:2008-07-30 Russula decipiens 68830.jpg

Der Weinrote Dotter-Täubling (Russula decipiens)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: unsichere Stellung (incertae sedis)
Ordnung: Täublingsartige (Russulales)
Familie: Täublingsverwandte (Russulaceae)
Gattung: Täublinge (Russula)
Art: Weinroter Dotter-Täubling
Wissenschaftlicher Name
Russula decipiens
(Singer) Kühner & Romagn.

Der Weinrote Dotter-Täubling (Russula decipiens) ist ein Pilz aus der Familie der Täublingsverwandten. Der sehr seltene, scharf schmeckende Täubling hat einen fleischrosa gefärbten Hut mit meist cremefarbener Mitte. Sein Sporenpulver ist intensiv dottergelb gefärbt. In Süddeutschland kann man den Täubling bisweilen in Eichenwäldern auf besseren Böden finden.

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Der Hut ist 5–10(–12) cm breit und zuerst gewölbt, doch schon bald niedergedrückt. Der Rand ist lange Zeit eingebogen und im Alter leicht gefurcht. Die Huthaut ist glatt und glänzend und zum Teil über die Lamellen gezogen. Sie lässt sich abziehen und ist im Alter oft fein runzelig.

Die angewachsenen, ziemlich breiten Lamellen sind sehr spröde. Sie sind mehr oder weniger gegabelt, fast bauchig und stumpf. Bei jungen Fruchtkörpern sind sie gelb gefärbt, bei reifen satt orange. Das Sporenpulver ist dottergelb (IVd-e nach Romagnesi).

Der anfangs weiße Stiel ist (3–)6–8(–10) cm lang und 1,5–2,5 cm breit. Er ist fast zylindrisch oder leicht keulig geformt und wird im Alter hohl. Oben ist er oft bemehlt und sonst fein runzelig. Er verfärbt sich zusehends bräunlich und kann von der Basis her ein wenig grauen.

Das feste Fleisch ist schmutzig weißlich und im Mark fast gräulich. Es hat keinen oder nur einen schwachen, fruchtigen Geruch, der ein wenig an den Kirschroten Spei-Täubling erinnert. Der Geschmack ist mäßig scharf. Das Fleisch verfärbt sich mit Eisensulfat rosa-orange und mit Phenol rötlich braun. Auch mit Guajak reagiert es intensiv.<ref name="bon">Marcel Bon (Hrsg.): Pareys Buch der Pilze. Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-440-09970-9, S. 76.</ref><ref name="krieglsteiner">German Josef Krieglsteiner (Hrsg.), Andreas Gminder, Wulfard Winterhoff: Die Großpilze Baden-Württembergs. Band 2: Ständerpilze: Leisten-, Keulen-, Korallen- und Stoppelpilze, Bauchpilze, Röhrlings- und Täublingsartige. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3531-0, S. 581.</ref><ref name="bon-key">Russula decipiens. (PDF (1,4 MB)) Monographic Key to European Russulas. In: The Russulales Website w3.uwyo.edu. 1988, S. 43, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 28. Juli 2010; abgerufen am 7. Juni 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Übersetzung von M. Bons Russula-Schlüssel).</ref>

Mikroskopische Merkmale

Die Sporen sind 8–10 µm lang und 7–8 µm breit und mit Warzen besetzt, die oft in kettenartigen Reihen stehen und stellenweise gratig verbunden sind. Die Zystiden sind bis zu 100(–130) µm breit und 10–15(–20) µm lang. Sie sind spindelförmig bis bauchig, mehr oder weniger appendikuliert oder konisch zugespitzt.

Die keuligen Pileozystiden sind bis zu 100(–150) µm lang und 10–13 µm breit. Sie sind nicht oder einfach septiert. Die 3–2(–1) µm breiten Hyphen-Endzellen sind verlängert, gewunden oder selten keulig.

Artabgrenzung

Recht ähnlich ist der Scharfe Zinnober-Täubling (Russula rubra), der aber kräftigere Rottöne hat.

Ökologie

Der Weinrote Dotter-Täubling ist wie alle Täublinge ein Mykorrhizapilz, der mit verschiedenen Laubbäumen eine Symbiose eingehen kann. Als Wirte für eine symbiontische Partnerschaft können Hainbuchen, Rotbuchen und Eichen dienen. Man kann den Täubling bisweilen in lichten, sommerwarmen Hainbuchen-Eichen- und Rotbuchenwäldern mit eingemischten Eichen finden. Er kommt aber auch in Parkanlagen vor.

Der Pilz bevorzugt eher neurale bis alkalische, nährstoffreichere, sandig bis lehmige Böden über Kalk, basenreichen Silikaten und Mergeln. Die Fruchtkörper erscheinen vom Frühsommer bis in den Frühherbst.

Verbreitung

Datei:Distribution of Russula decipiens.svg
Europäische Länder mit Fundnachweisen des Weinroten Dotter-Täublings.<ref name="Belgian" /><ref name="Bulgarien" /><ref name="Estonia" /><ref name="GBIF" /><ref name="NBN" /><ref name="pilzoek" />
Legende:
  • Länder mit Fundmeldungen
  • Länder ohne Nachweise
  • keine Daten
  • außereuropäische Länder
  • Der Weinrote Dotter-Täubling ist in Nordasien (Russland-Fernost), Nordafrika (Marokko) und Europa verbreitet. In Europa ist er von Spanien im Süden, über Frankreich, Benelux bis Großbritannien im Westen und bis nach Südskandinavien im Norden verbreitet. In Finnland kommt er nur auf Åland vor.

    In Deutschland ist der Täubling sehr selten, nördlich des 53. Breitengrades fehlt er ganz. Auf der Roten Liste wird er in der Gefährdungskategorie RL2 geführt.<ref name="s4ads" />

    Systematik

    Infragenerische Systematik

    Der Weinrote Dotter-Täubling wird in die Untersektion Maculatinae (Urentinae) innerhalb der Sektion Insidiosinae (Subgenus Insidiosula) gestellt. Die Vertreter dieser Subsektion haben meist rote, gelb oder purpurrote Hüte. Sie schmecken scharf und haben ein gelbes Sporenpulver.

    Unterarten und Varietäten

    • Russula decipiens var. vermiculata <templatestyles src="Person/styles.css" />Romagn. (1988)

    Der Hut ist 3–5 cm breit und ist rosa bis fleischrötlich gefärbt, dabei aber blasser als der Typ. Er hat eine cremefarbene Mitte und oft grau-weißliche Entfärbungen. Die Huthaut ist am Rand glänzend, in der Mitte eher matt. Sie lässt sich bis zu 1/3 des Radius abziehen. Die Lamellen sind goldgelb, das Sporenpulver intensiv dottergelb (IVe nach Romagnesi) gefärbt. Das Fleisch schmeckt sehr scharf, manchmal leicht bitter und neigt zum Gilben und Grauen. Der Täubling kann im Mittelmeergebiet unter Rotbuchen gefunden werden.<ref name="bon-key" /><ref name="spanisch">Russula decipiens. (PDF DOC) Russulas. Micologia.biz Web de micología Europea, S. 167, abgerufen am 7. Juni 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Bedeutung

    Der Weinrote Dotter-Täubling ist wie alle scharf schmeckenden Täublinge und wie alle Vertreter der Untersektion Maculatinae ungenießbar oder schwach giftig.

    Literatur

    • Russula decipiens. In: de.mycobank.org. International Mycological Association, abgerufen am 7. Februar 2014.
    • Russula decipiens. In: Partial Russula species database des CBS-KNAW Fungal Biodiversity Centre. Abgerufen am 7. Februar 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Sporenzeichnung und tabellarische Auflistung der makro- und mikroskopischen Merkmale (basierend auf H. Romagnesis "Les Russules d'Europe et d'Afrique du Nord")).
    • Alfred Einhellinger: Die Gattung Russula in Bayern. In: Bibliotheca Mycologica. 3. Auflage. Band 112. Berlin / Stuttgart 1994, ISBN 3-443-59056-X, S. 63.

    Einzelnachweise

    <references> <ref name="Belgian"> Belgian List 2012 – Russula decipiens. Abgerufen am 7. Juni 2012 (Täubling selten: Vulnerable). </ref> <ref name="Bulgarien"> Cvetomir M. Denchev & Boris Assyov: Checklist of the larger basidiomycetes in Bulgaria. In: Mycotaxon. Band 111, 2010, ISSN 0093-4666, S. 279–282 (mycotaxon.com [PDF; 592 kB; abgerufen am 31. August 2011]). </ref> <ref name="Estonia"> Estonian eBiodiversity Species description Russula decipiens. In: elurikkus.ut.ee. Abgerufen am 13. Juni 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="GBIF"> Weltweite Verbreitung von Russula decipiens. In: GBIF Portal/www.gbif.org. Abgerufen am 21. März 2025. </ref> <ref name="NBN"> Grid map of Russula decipiens. In: NBN Gateway / species.nbnatlas.org. Abgerufen am 21. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="pilzoek"> Russula decipiens in der PILZOEK-Datenbank. In: pilzoek.de. Abgerufen am 18. August 2011. </ref> <ref name="s4ads"> Rote Liste-Daten Russula decipiens. In: s4ads.com. Abgerufen am 18. August 2011. </ref> </references>

    Weblinks

    • Synonyme von Russula decipiens. In: speciesfungorum.org. Index Fungorum, abgerufen am 7. Juni 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
    • Russula decipiens. In: Russulales News. Bart Buyck, abgerufen am 7. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), lateinische Originaldiagnose).
    • Russula decipiens. In: Funghi in Italia / funghiitaliani.it. Abgerufen am 7. Februar 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Fotos vom Weinroten Dotter-Täubling).