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Hora Svatého Šebestiána

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(Weitergeleitet von Sankt Sebastiansberg)

Vorlage:Infobox Ort in Tschechien

Hora Svatého Šebestiána (bis ca. 1948 Bastianperk, deutsch Sebastiansberg) ist eine Gemeinde im Ústecký kraj in Tschechien.

Geographie

Lage

Datei:Hora Svatého Šebestiána 2016-09-25 Z Novoveského vrchu.jpg
Ortsansicht von Süden (2016)
Datei:Hora svatého Ševestiána (Czech Republic) from North.jpg
Ortsansicht von Norden

Die Ortschaft liegt in Nordböhmen auf 841 m ü. M., etwa 14 Kilometer nordöstlich von Chomutov (Komotau) auf dem Kamm des Erzgebirges, am Oberlauf der Chomutovka (Komotau oder Komotauer Bach). Unmittelbar westlich des Ortszentrums verläuft die Silnice I/7, die gemeinsam mit der sich auf deutscher Seite fortsetzenden Bundesstraße 174 die kürzeste Straßenverbindung zwischen dem Ballungsraum Leipzig-Halle und Prag bildet.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Hora Svatého Šebestiána besteht aus den Ortsteilen Hora Svatého Šebestiána (Sebastiansberg) und Nová Ves (Neudorf, auch Neundorf)<ref>http://www.uir.cz/casti-obce-obec/563064/Obec-Hora-Svateho-Sebestiana</ref>. Grundsiedlungseinheiten sind Hora Svatého Šebestiána, Jilmová (Ulmbach), Nová Ves und Pohraniční (Böhmisch Reitzenhain)<ref>http://www.uir.cz/zsj-obec/563064/Obec-Hora-Svateho-Sebestiana</ref>.

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Hora Svatého Šebestiána, Jilmová, Nová Ves u Křimova und Pohraniční.<ref>http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/563064/Obec-Hora-Svateho-Sebestiana</ref>

Nachbarorte

Vorlage:Nachbargemeinden

Geschichte

Datei:Kostel svatého Šebestiána (Hora Svatého Šebestiána).jpg
Ansichtskarte mit Ortsmotiven, darunter die Kirche (1904)
Datei:Hora Svatého Šebestiána - radnice.jpg
Gebäude des ehemaligen Rathauses
Datei:Šebestián 014.jpg
Christopherus-Statue aus dem ehemaligen Ort Reischdorf
Datei:Hora Svatého Šebestiána.JPG
Souvenir-Laden in der Nähe des Grenzübergangs

Der Ort wurde vermutlich 1384 vom Prager Bürger und Bergbauunternehmer Joachim Rothloew gegründet, der hier mit Erlaubnis des Kaisers Karl IV. mit der Suche nach Erz begann. Die Funde waren reichhaltig und die zuwandernden Bergleute gründeten die erste Siedlung Passberg. Durch den Ort führte im Mittelalter die wichtige Kaufmannstraße von Komotau nach Sachsen. Während der Hussitenkriege wurde das Dorf zerstört. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts gehörte der Ort zur Herrschaft der Herren von Weitmühl. Sebastian von Weitmühl ließ hier die erste Kirche des Heiligen Sebastian erstellen.

Am 1. April 1563 bestätigte Kaiser Ferdinand I. der Stadt die von den früheren Besitzern gewährten Freiheiten, namentlich den Salzhandel, und verlieh ihr das Privilegium zweier Jahrmärkte, die Erhebung eines Wagen-Durchfuhrzolls und eines Wappens.<ref name="JGS"/><ref name="JS">Jaroslaus Schaller: Topographie des Königreichs Böhmen. Band 7: Saatzer Kreis, Prag und Wien 1787, S. 172, Ziffer 23).</ref> Das zeugt von der Bedeutung Sebastiansbergs zur damaligen Zeit. 1571 gehörte die Gegend den Herren von Lobkowicz, später den Lobkowicz von Hassenstein. Diese bekannten sich zu den Protestanten. 1588 begann die Rekatholisierung, und viele Einwohner wanderten nach Sachsen aus. 1593 fiel der Ort der Krone zu. Am 2. Januar 1597 wurde Sebastiansberg von Kaiser Rudolf II. zur königlichen Bergstadt ernannt. Der Ort blühte auf. Neben dem Bergbau siedelten sich zahlreiche Handwerker an. Privilegien wurden auch 1616 von Kaiser Matthias und 1665 von Kaiser Leopold I. verliehen.<ref name="JS"/>

Während des Dreißigjährigen Krieges, aber auch während des Siebenjährigen Krieges und der Napoleonischen Kriege wurde der Ort mehrmals geplündert und niedergebrannt. Neben den Kriegen sorgten strenge Winter dafür, dass der Ort immer mehr verarmte.

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts bildete Sebastiansberg eine Gemeinde im Gerichtsbezirk Sebastiansberg bzw. Bezirk Komotau, wobei Sebastiansberg Sitz des Bezirksgerichts wurde.

Erst die 1870er Jahre brachten neuen Aufschwung. Es wurde Torf abgebaut und das noch heute tätige Gewerbe der Korbmacher ließ sich nieder. Am 23. August 1875 wurde die den Erzgebirgskamm überschreitende Bahnstrecke Komotau–Reitzenhain eröffnet, an der Sebastiansberg einen Bahnhof erhielt. Im Jahr 1877 wurde die Pfarrkirche neu erbaut.<ref name="MGKL"/>

Der Erste Weltkrieg forderte das Leben vieler Männer aus dem Ort. Nach dem Krieg lebten die Einwohner vom Schmuggel. Aufgrund des Münchner Abkommens gehörte Sebastiansberg von 1938 bis 1945 zum Landkreis Komotau, Regierungsbezirk Aussig, im Reichsgau Sudetenland des Deutschen Reichs. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die Deutschen enteignet und vertrieben, und der Ort zählte nur noch 150 Einwohner. Heute lebt der Ort vor allem vom Tourismus. Zum deutschen Ort Reitzenhain besteht ein Grenzübergang.

Demographie

Bis 1945 war Sebastiansberg überwiegend von Deutschböhmen besiedelt, die vertrieben wurden.

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohnerzahl Anmerkungen
1830 1292 in 186 Häusern<ref>Jahrbücher des böhmischen Museums für Natur- und Länderkunde, Geschichte, Kunst und Literatur. Band 2, Prag 1831, S. 198, Ziffer 7) unten.</ref>
1845 1588 deutsche Einwohner, in 193 Häusern, darunter neun protestantische Familien<ref name="JGS">Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 14: Saazer Kreis, Prag 1846, S. 160–163.</ref>
1869 1743
1880 2050 2025 deutschsprachig<ref>k.k. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium von Böhmen. Wien 1885, S. 257</ref>
1890 2142
1900 1995 deutsche Einwohner<ref name="MGKL">Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 18, Leipzig und Wien 1909, S. 235.</ref>
1910 1824 1818 deutschsprachig<ref>k.k. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium der österreichischen Länder. Band IX: Böhmen. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910. Wien 1915, S. 187</ref>
1821 1389
1930 1322 <ref name="MR">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
1939 1226 <ref name="MR"/>
Einwohnerzahlen seit Ende des Zweiten Weltkriegs<ref name="Historický lexikon">Vorlage:Internetquelle</ref>
Jahr 1950 1961Vorlage:FN 1970Vorlage:FN 1980Vorlage:FN 1991Vorlage:FN 2001Vorlage:FN 2011Vorlage:FN
Einwohner 276 524 486 368 180 219 266

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Wappen

Das Stadtwappen ist ein senkrecht geteilter Schild, über dem ein roter Erzherzogs-Hut mit einem goldenen Kreuz dargestellt ist. Die linke (heraldisch rechte) Schildhälfte ist nochmals waagerecht geteilt und enthält im unteren goldenen Feld Schlegel und Eisen (Bergbau), im oberen zwei rote Balken, die durch einen silbernen getrennt sind. Die rechte (heraldisch linke), rote Schildhälfte zeigt das Bildnis des an einen Baum gebundenen und von fünf Pfeilen durchbohrten hl. Märtyrers Sebastian.

Persönlichkeiten

Verkehr

Durch das Gemeindegebiet verläuft die Staatsstraße Silnice I/7. Durch die in jüngster Vergangenheit durchgeführte Neutrassierung als Umgehungsstraße für die Orte Nová Ves, Křimov, Domina und Krásna Lípa ist die vormals bei und in diesen Orten verbreitete Straßenprostitution weitgehend zum Erliegen gekommen.

Tourismus

Durch Hora Svatého Šebestiána führt die böhmische Route des Europäischen Fernwanderwegs E3.

Sehenswürdigkeiten

  • Schaubergwerk Nikolaistollen (Mikulášská štola), nach Anmeldung zu besichtigen.

Weblinks

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Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Normdaten

Vorlage:Navigationsleiste Städte und Gemeinden im Okres Chomutov