Schraders Drüsengänsefuß
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| Schraders Drüsengänsefuß | ||||||||||||
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| Datei:Dysphania schraderiana 1.jpg
Schraders Drüsengänsefuß (Dysphania schraderiana), Herbarbeleg | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Dysphania schraderiana | ||||||||||||
| (Schult.) Mosyakin & Clemants |
Schraders Drüsengänsefuß (Dysphania schraderiana), auch Schrader-Drüsengänsefuß, Schraders Gänsefuß oder Marienkraut genannt<ref>Datenblatt mit Fotos bei Botanik im Bild. Flora von Österreich, Liechtenstein und Südtirol.</ref>, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Drüsengänsefüße (Dysphania) innerhalb der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Schraders Drüsengänsefuß ist eine einjährige krautige Pflanze, die mit kurzen Härchen und sitzenden, schwach klebrigen Drüsenhaaren bedeckt ist und dadurch aromatisch nach Zitronen duftet. Der aufrechte Stängel ist bei einer Wuchshöhe von 5 bis 100 Zentimetern wenig verzweigt mit kürzeren Seitenästen.
Die Laubblätter sind wechselständig angeordnet. Die grüne bis gelbgrüne Blattspreite ist bei einer Länge von bis maximal 8,5 Zentimetern elliptisch-eiförmig, buchtig fiederspaltig mit drei bis fünf breiten Lappen und einigen Zähnchen am Rand.
Blütenstand und Blüte
Die verlängerten, endständigen, höchsten 5 Zentimeter breiten Blütenstände setzen sich aus meist blattlosen, dichten dichasial verzweigten zymösen Teilblütenständen zusammen. Die endständigen Blüten sind größer und blühen früher als die seitlichen.
Die zwittrigen Blüten weisen eine Blütenhülle aus fünf getrennten, gelbgrünen, manchmal rötlichen Tepalen auf. Bei einer Länge von etwa 1 mm und einer Breite von 0,5 mm sind sie elliptisch bis eiförmig, zugespitzt, auf dem kahlen Rücken deutlich gekielt, mit unregelmäßigen stumpfen Höckern oder spitzen Zacken, am Rand breit hautrandig und mit sitzenden Drüsen besetzt. Es sind ein bis fünf Staubblätter und ein oberständiger Fruchtknoten mit zwei Narben vorhanden.
Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Die Bestäubung erfolgt in der Regel durch den Wind.<ref name="FloraWeb" />
Frucht und Samen
Die häutige Fruchtwand ist nicht mit dem Samen verwachsen. Der horizontale Same ist bei einem Durchmesser von 0,6 bis 0,8 mm im Umriss rundlich. Die schwarze Samenschale besitzt durch kleine flache Gruben eine unebene Oberfläche.
Chromosomenzahl
Die Chromosomenzahl beträgt 2n=18.<ref name="FloraWeb" />
Photosyntheseweg
Schraders Drüsengänsefuß ist eine C3-Pflanze mit normaler Blattanatomie.<ref name="Kadereit" />
Vorkommen
Schraders Drüsengänsefuß ist heimisch im nordöstlichen tropischen Afrika, auf der Arabischen Halbinsel und in Pakistan. Dort kann er bis zu einer Höhenlage von 2440 Meter gedeihen. Dysphania schraderiana wird zwar auch in der Flora of China angeführt, aber diese Pflanzenexemplare gehören zu einer ähnlichen, zentralasiatischen Art, Dysphania nepalensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Colla) Mosyakin & Clemants, welche in ihren Merkmalen zwischen Dysphania botrys und Dysphania schraderiana steht.<ref name="FOC" /><ref name="Mosyakin" />
Als eingeführte Art kommt Schraders Drüsengänsefuß auch in Südafrika und Europa vor.<ref name="GRIN" /> In Europa ist diese Art in Mittel-, Nord- und Osteuropa eingebürgert.<ref name="Uotila" />
In Deutschland tauchte Schraders Drüsengänsefuß ab 1907 als eingeschleppte Art auf und gilt als eingebürgerter Neophyt. Man findet ihn selten und unbeständig an Umschlagplätzen oder in wärmebegünstigten Raukenfluren.<ref name="FloraWeb" />
Systematik
Dysphania schraderiana gehört innerhalb der Gattung Dysphania zur Sektion Botryoides <templatestyles src="Person/styles.css" />(C.A.Mey.) Mosyakin & Clemants und darin zur Untersektion Botrys <templatestyles src="Person/styles.css" />(Aellen & Iljin) Mosyakin & Clemants.
Die Erstveröffentlichung erfolgte 1820 durch Joseph August Schultes unter dem Namen Chenopodium schraderianum in Systema Vegetabilium, Band 6, S. 260.<ref>Erstveröffentlichung eingescannt bei Biodiversity Heritage Library</ref> Sergei Mosyakin und Steven Clemants stellten diese Art 2002 als Dysphania schraderiana in die Gattung Dysphania (in Ukrajins'kyj Botaničnyj Žurnal, Band 59, 4, S. 383). Das Artepitheton schraderianum ehrt Heinrich Adolf Schrader, der die Art als Chenopodium foetidum 1808 beschrieben hatte, aber übersehen hatte, dass der Name schon 1779 von Lamarck für eine andere Art vergeben war.
Weitere Synonyme für Dysphania schraderiana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schult.) Mosyakin & Clemants sind Ambrina foetida <templatestyles src="Person/styles.css" />Moq., Chenopodium foetidum <templatestyles src="Person/styles.css" />C.Schrad. (nom.illeg.), Chenopodium foetidum subsp. tibetanum <templatestyles src="Person/styles.css" />Murr, Chenopodium schraderianum <templatestyles src="Person/styles.css" />Schult., Teloxys foetida <templatestyles src="Person/styles.css" />Kitag. und Teloxys schraderiana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schult.) W.A.Weber.<ref name="Tropicos" />
Nutzung
Nahrungspflanze
Die Blätter können roh oder gekocht wie Spinat zubereitet werden. Allerdings sollten rohe Blätter wegen des Gehalts an Saponinen nur in geringen Mengen verzehrt werden. Die Samen eignen sich gemahlen als Mehlzusatz zum Backen, sind wegen ihrer geringen Größe aber schwierig zu ernten. Um die Saponine zu entfernen, sollten die Samen über Nacht in Wasser eingeweicht und danach gründlich abgespült werden.<ref name="PFAF" />
Heilpflanze
Schraders Drüsengänsefuß ist ein Antiasthmatikum. Er wird auch zur Behandlung von Migräne und Katarrh verwendet.<ref name="PFAF" />
Weitere Nutzungen
Alle Pflanzenteile wirken als Repellent gegen Motten. Sie dienen auch als Färbepflanze, wobei goldene und grüne Farbtöne erzielt werden.<ref name="PFAF" />
Literatur
- (Abschnitt Beschreibung)
- Pertti Uotila: Chenopodium schraderianum. In: Karl Heinz Rechinger et al. (Hrsg.): Flora Iranica, Band 172 – Chenopodiaceae. Graz, Akad. Druck, 1997, S. 58–59. (Abschnitt Beschreibung, Vorkommen)
Einzelnachweise
<references> <ref name="Tropicos"> Dysphania schraderiana bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FloraWeb"> Dysphania schraderiana (Schult.) Mosyakin & Clemants (Schrader- Drüsengänsefuß). auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FOC"> Gelin Zhu, Sergei L. Mosyakin, Steven E. Clemants: Chenopodiaceae. Dysphania schraderiana, S. 377 - textgleich online wie gedrucktes Werk. In: </ref> <ref name="GRIN"> Eintrag bei GRIN, abgerufen am 1. Dezember 2011. </ref> <ref name="Kadereit"> Gudrun Kadereit, Evgeny V. Mavrodiev, Elizabeth H. Zacharias, Alexander P. Sukhorukov: Molecular phylogeny of Atripliceae (Chenopodioideae, Chenopodiaceae): Implications for systematics, biogeography, flower and fruit evolution, and the origin of C4 Photosynthesis. In: American Journal of Botany, Band 97, Nr. 10, 2010, S. 1664–1687. </ref> <ref name="Mosyakin"> Sergei L. Mosyakin, Steven E. Clemants: Further Transfers of glandular-pubescent species from Chenopodium subg. Ambrosia to Dysphania (Chenopodiaceae). In: Journal of the Botanical Research Institute of Texas Band 2, Nr. 1, 2008, S. 425–431. PDF-Datei</ref> <ref name="PFAF"> Chenopodium schraderianum bei Plants For A Future, abgerufen am 1. Dezember 2011. </ref> <ref name="Uotila"> Pertti Uotila: Chenopodiaceae (pro parte majore). Eintrag Dysphania schraderiana bei Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. 2011, abgerufen am 1. Dezember 2011. </ref> </references>