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Kalk-Blaugras

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(Weitergeleitet von Sesleria albicans)

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Kalk-Blaugras
Datei:Sesleria albicans.jpg

Kalk-Blaugras (Sesleria caerulea)

Systematik
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Unterfamilie: Pooideae
Gattung: Blaugräser (Sesleria)
Art: Kalk-Blaugras
Wissenschaftlicher Name
Sesleria caerulea
(L.) Ard.

Das Kalk-Blaugras (Sesleria caerulea<ref name="Euro+Med"/>) oder Gewöhnliches Blaugras ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Blaugräser (Sesleria) innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae).

Beschreibung

Datei:Sesleria albicans 130408.jpg
Blütenstand
Datei:Sesleria caerulea (s. str.) sl17.jpg
Rispenzweig mit Ährchen und Tragblättern am Grund
Datei:Sesleria caerulea (s. str.) sl4.jpg
Die Laubblätter weisen eine typische kahnförmige Spitze auf.
Datei:Sesleria caerulea (s. str.) sl19.jpg
Aufgefächertes Ährchen mit Hüll- (Glu), Deck- (Lem) und Vorspelzen (Pal)

Erscheinungsbild und Blatt

Das Kalk-Blaugras ist eine ausdauernde, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 40 Zentimetern. Dieses dichte Polster bildende Gras bildet zahlreiche, innerhalb der Blattscheiden emporwachsende Erneuerungssprosse. Die Halme sind nur im unteren Teil beblättert.

Die Blattscheiden sind kahl, wobei die unteren auch fein behaart sein können und fast bis oben hin geschlossen. Die Ligula ist ein 0,2 bis 0,5 Millimeter langer, häutiger Saum. Die kahlen Blattspreiten sind bei einer Länge von 10 bis 25 Zentimetern sowie einer Breite von 2,5 bis 3 Millimetern flach-ausgebreitet oder zusammengefaltet.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von April bis Mai. Der rispige Blütenstand ist 10 bis 30 Millimeter lang und 4 bis 10 Millimeter breit und ist länglich-eiförmig. Die 4,5 bis 7 Millimeter langen Ährchen enthalten zwei bis drei Blüten.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.<ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen

Datei:Sesleria albicans 130408d.jpg
Kalk-Blaugras (Sesleria caerulea)
Datei:Teucrio-Seslerietum variae Tauberbischofsheim Stammberg 010707.jpg
Blaugrashalde (Teucrio-Seslerietum albicantis) im NSG Stammberg bei Tauberbischofsheim (Baden-Württemberg) in dem von Bäumen umgebenen Abhang

Das Kalk-Blaugras ist in Europa verbreitet.<ref name="Euro+Med"/> Es sind natürliche Vorkommen bekannt aus Spanien, Frankreich, Großbritannien, Irland, Island, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Deutschland, Italien, der Schweiz, Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien, Kosovo, Montenegro, Rumänien, Ungarn, der Slowakei, Tschechien, Polen und der Ukraine, dazu von La Palma.<ref name="Euro+Med"/>

In Deutschland kommt das Kalk-Blaugras in den Alpen und Voralpen verbreitet vor. In der deutschen Mittelgebirgsschwelle gibt es Vorkommen vom Ahrtal bis ins östliche Westfalen, bis ins nördliche Harzvorland und den Randhöhen des Thüringer Beckens und zur Hainleite.

In Österreich kommt diese Art häufig in allen Bundesländern von der collinen bis subalpinen Höhenstufe vor. In den Allgäuer Alpen steigt es in Bayern zwischen Kratzerjoch und Mädelegabel bis zu 2300 Metern Meereshöhe auf.<ref name="Dörr und Lippert" /> Im Kanton Wallis steigt es bei Zermatt bis 3120 Meter auf.<ref name="Conert1994" />

Als Standort bevorzugt diese kalkstete Pflanze steinige Trockenrasen, Felsrasen und Magerrasen, aber sie kommt auch in trockenen und flachgründigen Wäldern, besonders Föhrenwäldern vor.

Das Kalk-Blaugras gilt als Magerkeitszeiger, Kalkzeiger, Pionierpflanze und Schuttstauer. Sesleria caerulea ist die Kennart der Blaugrashalde (Polygalo amarae-Seslerietum albicantis) und der Blaugrasrasen (Seslerion albicantis). In Hochlagen gedeiht die Art meist in Gesellschaften der Ordnung Seslerietalia, in niederen Lagen kommt sie auch in denen der Klasse Festuco-Brometea, des Verbands Erico-Pinion oder des Unterverbands Cephalanthero-Fagenion vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2w (mäßig trocken aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Systematik

Die Erstveröffentlichung für Sesleria caerulea erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Cynosurus caeruleus durch Carl von Linné. Die Neukombination zu Sesleria caerulea <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Ard. wurde 1764 durch Pietro Arduino veröffentlicht. Weitere Synonyme für Sesleria caerulea <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Ard. sind beispielsweise: Sesleria albicans <templatestyles src="Person/styles.css" />Schult., Sesleria calcarea <templatestyles src="Person/styles.css" />(Pers.) Opiz, Sesleria deyliana <templatestyles src="Person/styles.css" />Á.Löve & D.Löve, Sesleria varia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Jacq.) Wettst., Sesleria calcarea subsp. varia <templatestyles src="Person/styles.css" />Jacq., Sesleria caerulea subsp. calcarea <templatestyles src="Person/styles.css" />(Čelak.) Hegi, Sesleria caerulea subsp. varia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Jacq.) Hayek.<ref name="Euro+Med"/>

Aufgrund einer falschen Lektotypisierung der Erstveröffentlichung von Linné wurde zeitweise eine andere Art, das Moor-Blaugras (Sesleria uliginosa <templatestyles src="Person/styles.css" />Opiz), als Sesleria caerulea bezeichnet.<ref name="Euro+Med"/>

Unterarten von Sesleria caerulea sind:

  • Sesleria caerulea subsp. angustifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hack. & Beck) Jogan: Ihre Blattspreiten sind nur 1,5 bis 2 Millimeter breit und die Granne der Deckspelze ist 1 bis 2 Millimeter lang.<ref name="Conert1994" /> Sie kommt in Slowenien, Serbien, Kosovo und Montenegro vor.<ref name="Euro+Med"/>
  • Sesleria caerulea <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Ard. subsp. caerulea.<ref name="Euro+Med"/>

Einzelnachweise

<references> <ref name="Euro+Med"> B.Valdés & H.Scholz; with contributions from E. von Raab-Straube & G.Parolly (2009+): Poaceae (pro parte majore). Datenblatt Sesleria caerulea In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. zuletzt abgerufen am 26. Juli 2023</ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr und Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 174.</ref> <ref name="InfoFlora"> Sesleria caerulea (L.) Ard. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Conert1994">Hans Joachim Conert: Familie Poaceae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band I, Teil 3, Seite 479–481. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1994. ISBN 3-489-52020-3.</ref> </references>

Literatur

  • Hans Joachim Conert: Pareys Gräserbuch. Die Gräser Deutschlands erkennen und bestimmen. Parey, Berlin 2000, ISBN 3-8263-3327-6.

Weblinks

Commons: Kalk-Blaugras (Sesleria caerulea) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien