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Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit

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Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit
SCO
Logo der SCO
 
Datei:Shanghai Cooperation Organisation Map v. 2024.png
Bild
Staaten der SCO
  • Mitglieder
  • Beobachter
  • Dialogpartner
  • Englische Bezeichnung Shanghai Cooperation Organisation
    Sitz der Organe Peking, China Volksrepublik[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Volksrepublik China
    Generalsekretär KasachstanDatei:Flag of Kazakhstan.svg Nurlan Jermekbajew
    Mitgliedstaaten 10
    Amts- und Arbeitssprachen
    Gründung 15. Juni 2001
    (1996: Shanghai Five)
    eng.sectsco.org

    Die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ; {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine Internationale Organisation mit Sitz in Peking (China). Sie wurde 2001 gegründet und ging aus den 1996 gegründeten Shanghai Five hervor. Ihr gehören derzeit 10 Mitgliedsstaaten an: Belarus, die Volksrepublik China, Indien, Iran, Kasachstan, Kirgisistan, Pakistan, Russland, Tadschikistan und Usbekistan. Die SOZ beschäftigt sich mit der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten sowie Wirtschafts- und Handelsfragen und der Stabilität in der Region. Derzeit nimmt die SOZ in Anspruch, circa 40 % der Weltbevölkerung zu vertreten, und stellt damit die weltweit größte Regionalorganisation dar. Die SOZ ist einer der wichtigsten geopolitischen Gegenspieler zu Organisationen der westlichen Welt wie bspw. NATO und G7. Sie wird de jure angeleitet von einem Generalsekretär, aber de facto vom chinesischen Präsidenten Xi Jinping und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Gemäß verschiedener Demokratiemessungen werden, abgesehen vom Hybridregime Indien, alle Mitglieder eindeutig autoritär regiert, meist von einem Diktator.

    Ziele

    Die grundlegenden Ziele der SOZ sind:

    • die Stärkung des Vertrauens unter den Mitgliedstaaten
    • die Mitwirkung und Zusammenarbeit auf politischen, wissenschaftlich-technischen, kulturellen, touristischen und ökologischen Gebieten, im Bereich des Handels, der Energie und des Transports
    • die gemeinsame Gewährleistung und Unterstützung von Frieden und Sicherheit in und zwischen den Regionen der Mitgliedsländer
    • Lösung und Beilegung von Konflikten

    Darüber hinaus sehen Beobachter die Eindämmung des Einflusses der NATO und die Verhinderung von Farbrevolutionen als Ziele der Organisation.<ref>Andreas Heinemann-Grüder: Russland und die internationalen Organisationen, Bundeszentrale für politische Bildung, 12. Juni 2019.</ref>

    Beteiligte Staaten

    Mitgliedstaaten
    1. China Volksrepublik[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Volksrepublik China (seit 1996, war bereits Mitglied der Shanghai Five)
    2. KasachstanDatei:Flag of Kazakhstan.svg Kasachstan (seit 1996, war bereits Mitglied der Shanghai Five)
    3. KirgisistanDatei:Flag of Kyrgyzstan.svg Kirgisistan (seit 1996, war bereits Mitglied der Shanghai Five)
    4. RusslandDatei:Flag of Russia.svg Russland (seit 1996, war bereits Mitglied der Shanghai Five)
    5. TadschikistanDatei:Flag of Tajikistan.svg Tadschikistan (seit 1996, war bereits Mitglied der Shanghai Five)
    6. UsbekistanDatei:Flag of Uzbekistan.svg Usbekistan (seit der Gründung 2001)
    7. IndienDatei:Flag of India.svg Indien (seit 2017)
    8. PakistanDatei:Flag of Pakistan.svg Pakistan (seit 2017)
    9. IranDatei:Flag of Iran.svg Iran (seit 2023)<ref>Xi und Putin fordern den Westen heraus. 4. Juli 2023, abgerufen am 4. Juli 2023.</ref>
    10. BelarusDatei:Flag of Belarus.svg Belarus (seit 2024)<ref>Belarus nun Mitglied in Shanghaier Sicherheitsorganisation. 4. Juli 2024, abgerufen am 4. Juli 2024.</ref>
    Staaten mit Beobachterstatus
    1. MongoleiDatei:Flag of Mongolia.svg Mongolei (seit 2004)
    2. AfghanistanDatei:Flag of Afghanistan (2013–2021).svg Afghanistan (ab 2012, seit der Machtübernahme der Taliban 2021 aber inaktiv)
    Dialogpartner
    1. ArmenienDatei:Flag of Armenia.svg Armenien (seit 2016)
    2. AserbaidschanDatei:Flag of Azerbaijan.svg Aserbaidschan (seit 2016)
    3. KambodschaDatei:Flag of Cambodia.svg Kambodscha (seit 2015)
    4. NepalDatei:Flag of Nepal (with spacing).svg Nepal (seit 2016)<ref>Nepal Becomes Shanghai Cooperation Organization Dialogue Partner. The Diplomat, abgerufen am 26. Juni 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
    5. Sri LankaDatei:Flag of Sri Lanka.svg Sri Lanka (seit 2010)<ref>SCO grants Sri Lanka 'dialogue partner' status. 16. Juni 2009, abgerufen am 25. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
    6. Turkei[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Türkei (seit 2013)
    7. AgyptenDatei:Flag of Egypt.svg Ägypten (seit 2022)
    8. Saudi-ArabienDatei:Flag of Saudi Arabia.svg Saudi-Arabien (seit 2022)<ref>Reuters: Riyadh joins Shanghai Cooperation Organization as ties with Beijing grow. In: Reuters. 29. März 2023 (reuters.com [abgerufen am 21. April 2023]).</ref>
    9. KatarDatei:Flag of Qatar.svg Katar (seit 2022)
    10. BahrainDatei:Flag of Bahrain.svg Bahrain (seit 2023)
    11. MaledivenDatei:Flag of Maldives.svg Malediven (seit 2023)
    12. MyanmarDatei:Flag of Myanmar.svg Myanmar (seit 2023)
    13. Vereinigte Arabische EmirateDatei:Flag of the United Arab Emirates.svg Vereinigte Arabische Emirate (seit 2023)
    14. KuwaitDatei:Flag of Kuwait.svg Kuwait (seit 2023)
    Gastteilnehmer
    1. TurkmenistanDatei:Flag of Turkmenistan.svg Turkmenistan<ref>Regionale Zusammenarbeit in Asien und Pazifik, Shanghai Cooperation Organisation (SCO). Auswärtiges Amt der Bundesrepublik Deutschland, abgerufen am 26. Juni 2016.</ref>
    2. ASEANDatei:Flag of ASEAN.svg ASEAN
    3. Gemeinschaft Unabhängiger StaatenDatei:Flag of the CIS.svg GUS
    4. Datei:Flag of the Collective Security Treaty Organization.svg Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit
    5. Datei:Flag of the Eurasian Economic Union.svg Eurasische Wirtschaftsunion

    Vorgeschichte

    Vorläufer der SOZ war die Gruppe der Shanghai Five; sie wurde durch die 1996 in Shanghai erfolgte Unterzeichnung des Vertrags über die Vertiefung des militärischen Vertrauens in Grenzregionen (russisch Соглашение об укреплении доверия в военной области в районе границы;<ref name="RU">web.archive.org auf der SOZ-Webseite, russisch</ref> chinesisch 关于在边境地区加强军事领域信任的协定<ref name="ZH">web.archive.org, wo die Geschichte zusammengefasst wird</ref>) durch die Volksrepublik China, Russland, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan gegründet. 1997 unterzeichneten dieselben Staaten den Vertrag über die Reduzierung der Streitkräfte in Grenzregionen (russisch Соглашение о взаимном сокращении вооружённых сил в районе границы;<ref name="RU" /> chinesisch 关于在边境地区相互裁减军事力量的协定<ref name="ZH" />) anlässlich eines Gipfeltreffens in Moskau. Die SOZ diente zunächst vorrangig der Klärung von Grenzstreitigkeiten, die nach dem Zerfall der Sowjetunion in Zentralasien auftraten. Jährliche Gipfeltreffen der Shanghai Five fanden 1998 in Almaty (Kasachstan), 1999 in Bischkek (Kirgisistan) und 2000 in Duschanbe (Tadschikistan) statt.

    Gründung und Entwicklung

    Datei:SCO 2012.jpeg
    Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit 2012 in Peking
    Datei:2015 Summit of the Shanghai Cooperation Organization 03.jpg
    15. Gipfeltreffen im Juli 2015 in Ufa in Russland

    2001 kehrte das Gipfeltreffen der Shanghai Five nach Shanghai zurück. Die fünf Mitgliedstaaten nahmen hier Usbekistan in die Verträge der Shanghai Five auf, die nunmehr informell als Shanghai Six bezeichnet werden. Gleichzeitig unterzeichneten alle sechs Staatschefs am 15. Juni 2001 einen Vertrag, in dem die Gründung der Organisation verkündet wurde (russisch Декларация о создании Шанхайской организации сотрудничества;<ref name="RU" /> chinesisch 上海合作组织成立宣言<ref>上海合作组织大事年表, sectsco.org</ref>).

    Am 7. Juni 2002 trafen sich die Staats- und Regierungschefs der SOZ-Staaten in Sankt Petersburg, um dort die SOZ-Charta zu unterzeichnen, die die Ziele, Prinzipien, Struktur und Handlungsweise der Organisation festlegte. Mit dieser Charta erhielt die SOZ ihren derzeitigen völkerrechtlichen Rahmen.

    Seit Dezember 2004 hat die SOZ Beobachterstatus bei den Vereinten Nationen.<ref>Gewährung des Beobachterstatus in der Generalversammlung an die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit. Resolution A/59/51</ref>

    Auf dem SOZ-Gipfel in Taschkent (Usbekistan), der vom 16. Juli bis zum 17. Juli 2004 stattfand, beschloss die SOZ, ein regionales Antiterrornetzwerk einzurichten (Региональная антитеррористическая структура 地区反恐怖机构, dìqū fǎnkǒngbù jīgòu, RATS, englisch Regional Counter-Terrorism Structure, RCTS), das am 1. Januar 2007 in Taschkent die Arbeit aufnahm. Erster Direktor des RATS wurde Myrzakan Subanov aus Kirgisistan.

    Auf dem Gipfeltreffen 2006 in Shanghai wurde das Verwaltungssekretariat der SOZ zu einem Generalsekretariat ausgebaut. Beim Gipfeltreffen im September 2008 war auch der iranische Präsident Mahmud Ahmadineschad zugegen, der im nächsten Jahr auch dem Gipfeltreffen in Jekaterinburg beiwohnte. Das war sein erster Besuch im Ausland nach seiner Wiederwahl.<ref>Eine Tagung des Rates der Staatsoberhäupte der SOZ-Mitgliedstaaten fand in Duschanbe statt – an der offiziellen Seite der Organisation</ref>

    Im Jahr 2010 legten die beiden Gründungsmitglieder China und Russland ihre jahrzehntelangen Grenzkonflikte bei und konnten eine weitere Annäherung ihrer beiden Länder erreichen.<ref>Ende eines langen Grenzstreits. Russland und China. 17. Mai 2010, abgerufen am 19. November 2014.</ref>

    Mitte Mai 2011 trafen sich die Außenminister der SOZ-Staaten in Alma-Ata (Kasachstan), um die Tagesordnung des für Juni in Astana (Kasachstan) anberaumten zehnten Gipfels zu vereinbaren. Bei dem Gipfel sollten verschiedene Abkommen unterzeichnet werden, u. a. die Anti-Drogen-Strategie bis 2016. Kurz vor dem Vorbereitungstreffen unterstrich Afghanistan sein Interesse an einem Beobachterstatus.<ref>Vladimir Radyuhin: Afghanistan may join SCO. In: www.thehindu.com. 15. Mai 2011, abgerufen am 4. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Datei:SCO 2017.svg
    Übersichtskarte zur SOZ mit dem Stand vom Juni 2017: Mitglieder (blau), Beobachter (dunkelgrün), “Dialogpartner” (gelb), Gäste/An der Mitgliedschaft interessierte Staaten (türkis)

    Die Türkei stellte im Oktober 2011 einen offiziellen Antrag auf eine „Dialogpartnerschaft“, welcher am 7. Juni 2012 angenommen wurde.<ref>Мезенцев стал генсеком ШОС. Interfax.ru, 7. Juni 2012, abgerufen am 27. Juli 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Absatz ganz unten).</ref> Damit ist die Türkei das erste Land, das eine Dialogpartnerschaft mit der SOZ unterhält und gleichzeitig Mitglied der NATO ist. Im Westen wurde dieser Schritt kritisch aufgenommen, vor allem in Hinblick auf die Beitrittsverhandlungen mit der EU. In einem Interview bemerkte der türkische Ministerpräsident Erdoğan: „Dann sagen wir der EU auf Wiedersehen“.<ref>Thomas Seibert: Außenpolitischer Kurswechsel der Türkei? 13. Februar 2013, abgerufen am 22. Juli 2013.</ref> Er wiederholte sein Anliegen im November 2016 und führte die 2005 begonnenen und seit Jahren stockenden Beitrittsverhandlungen mit der EU an. Die SOZ-Vollmitgliedschaft würde seinem Land möglich machen, „viel leichter zu handeln“. Auf türkischen Vorschlag haben die Bündnisstaaten zudem beschlossen, den Vorsitz im Energieclub der Organisation für jeweils ein Jahr zu führen. Der einstimmig getroffenen Vereinbarung zufolge übernimmt Ankara 2017 diesen Posten.<ref>NEX24: Shanghai-Pakt: Türkei übernimmt bereits 2017 Vorsitz des Energieclubs | nex24.news. Abgerufen am 22. Oktober 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Im September 2014 in Duschanbe (Tadschikistan) haben Indien und Pakistan Aufnahmeanträge gestellt, welche auf dem Gipfel im Juli 2015 in Ufa (Russland) zur Abstimmung gebracht worden sind. Im Rahmen des 15. Gipfeltreffens am 9. und 10. Juli 2015 in Ufa, Russland<ref>SCO. In: en.sco-russia.ru. Abgerufen am 4. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> wurde der zukünftige Beitritt Indiens und Pakistans beschlossen.<ref>Welcome to SCO Website.... In: web.archive.org. 3. April 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 3. April 2016; abgerufen am 23. Juli 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sectsco.org</ref> Auf dem folgenden Gipfeltreffen in Taschkent wurden weitere Memoranden unterzeichnet, welche 2017 in Astana zur Aufnahme beider Staaten führten.<ref>PTI: India, Pakistan become full members of SCO – India News – Times of India. In: The Times of India. 9. Juni 2017, abgerufen am 4. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

    Im September 2021 wurde der Beitrittsprozess für den Iran begonnen, welcher beim Gipfel 2022 zum Beschluss von Schritten zur Vollmitgliedschaft des Iran führte und im Juli 2023 zum Beitritt. Des Weiteren wurde bei besagtem Treffen 2022 der Prozess für die Aufnahme von Belarus eingeleitet. Die Türkei, welche als „Dialogpartner“ am Gipfel teilnahm, bekundete ebenfalls Interesse an einer Mitgliedschaft. Dies sollte Thema beim nächsten Gipfel werden.<ref>tagesschau.de: Türkei will Shanghai-Gruppe beitreten. Abgerufen am 18. September 2022.</ref><ref>Israelnetz: Abschluss der Formalitäten: Iran Vollmitglied in Shanghaier Organisation. Abgerufen am 17. Oktober 2023.</ref>

    Beim Gipfel im Juli 2024 in Kasachstan wurde Belarus als neues 10. ständiges Mitglied aufgenommen. Hinzu kommen 14 sogenannte Dialogpartner, wie das NATO-Mitglied Türkei und mehrere Golfstaaten.<ref>Michael Radunski: Gipfel mit Putin, Xi und Erdoğan: Schaulauf der Autokraten. In: Die Tageszeitung: taz. 4. Juli 2024, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 6. September 2025]).</ref> Zentrale Themen des zweitägigen Gipfels in Tianjin im September 2025 waren der Ukraine-Krieg, die Bekämpfung von Terrorismus, Extremismus und Separatismus, sowie das Streben nach mehr Einigkeit gegenüber dem Westen.<ref>Ines Eisele: SCO-Treffen in China: Was sind die Ergebnisse? 1. September 2025, abgerufen am 6. September 2025.</ref> In der Abschlusserklärung des Gipfels in Tianjin haben sich die Teilnehmerländer gegen „unilaterale Zwangsmaßnahmen auch wirtschaftlicher Art“ ausgesprochen.<ref>Jochen Stahnke: Xi skizziert eine neue Weltordnung. 1. September 2025, abgerufen am 6. September 2025.</ref> Die Luftangriffe Israels und der Vereinigten Staaten auf den SCO-Mitgliedsstaat Iran verurteilten die 26 Staaten „auf das Schärfste“. Chinas Präsident Xi Jinping regte den Aufbau einer eigenen Entwicklungsbank mit Hilfe chinesischer Kredite in Renminbi an, um Handelsströme und Investitionen langfristig vom Dollar zu lösen.

    Gipfeltreffen

    Datei:Саммит ШОС в Казахстане.jpg
    17. Gipfeltreffen im Juni 2017 in Astana in Kasachstan mit der Aufnahme Indiens und Pakistan als neue Mitgliedsstaaten
    Datei:SCO summit (2018-06-10) 7.jpg
    Gruppenfoto zum SCO-Gipfeltreffen in Qingdao
    Datum Ort Staat Bemerkung
    14. Juli 2001 Shanghai China Aufnahme Usbekistans
    7. Juni 2002 Sankt Petersburg Russland Unterzeichnung Charta
    28. bis 29. Mai 2003 Moskau Russland
    16. bis 17. Juli 2004 Taschkent Usbekistan Einrichtung Antiterrornetzwerk
    5. Juli 2005 Astana Kasachstan
    15. Juni 2006 Shanghai China Einrichtung Generalsekretariat
    28. Juni 2007 Bischkek Kirgisistan
    28. August 2008 Duschanbe Tadschikistan
    15. bis 16. Juni 2009 Jekaterinburg Russland
    10. bis 11. Juni 2010 Taschkent Usbekistan
    14. bis 15. Juni 2011 Astana Kasachstan
    6. bis 7. Juni 2012 Peking China
    13. bis 14. September 2013 Bischkek Kirgisistan
    12. bis 13. September 2014 Duschanbe Tadschikistan Mitgliedschaftsanträge Indien und Pakistan
    9. bis 10. Juli 2015 Ufa Russland
    23. und 24. Juni 2016 Taschkent Usbekistan
    8. bis 9. Juni 2017 Astana Kasachstan Aufnahme Indiens und Pakistans
    9. bis 10. Juni 2018 Qingdao China
    14. bis 15. Juni 2019 Bischkek Kirgisistan
    10. November 2020 Sotschi Russland
    16. bis 17. September 2021 Duschanbe Tadschikistan Mitgliedschaftsantrag des Iran<ref>Iran becomes full member of Shanghai Cooperation Organization. 17. September 2021, abgerufen am 18. September 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
    15. bis 16. September 2022 Samarkand Usbekistan Iran und SCO vereinbaren Schritte zur Vollmitgliedschaft<ref>tagesschau.de: Iran rückt mit Russland und China zusammen. Abgerufen am 16. September 2022.</ref>
    4. bis 5. Mai 2023 Goa Indien Aufnahme des Iran
    3. bis 4. Juli 2024 Astana Kasachstan Aufnahme Belarus<ref>Putin trifft in Kasachstan Erdogan und Xi Jinping, orf.at, 2. Juli 2024, abgerufen am 2. Juli 2024.</ref>
    31. August bis 1. September 2025 Tianjin Volksrepublik China <ref>Key things to know about SCO Tianjin Summit, Xinhua, 27. August 2025, abgerufen am 31. August 2025.</ref>

    Organisation

    Das höchste Organ der SOZ (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Pinyin {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value); russ.: Шанхайская организация сотрудничества, ШОС) ist der „Rat der Staatsoberhäupter“ (Council of Heads of State). Ab 2002 wurde in Taschkent (Usbekistan) ein gemeinsames Zentrum zur Bekämpfung des Terrorismus eingerichtet, zwei Jahre später folgte für die SOZ ein Sekretariat in Peking. Die Mitglieder beachten das Prinzip der Nichteinmischung. Entscheidungen werden im Konsens getroffen. Arbeitssprachen der Organisation sind Chinesisch und Russisch.

    Generalsekretäre

    Periode Name Herkunftsstaat
    2007 bis Mitte 2011 Bolat Nurghaliew Kasachstan
    Mitte 2011 bis 2012 Muratbek Imanalijew Kirgisistan
    2013 bis 2015 Dmitri Mesenzew Russland
    2016 bis 2018 Raschid Alimow Tadschikistan
    2019 bis 2021 Vladimir Norov Usbekistan
    2022 bis 2024 Zhang Ming Volksrepublik China
    seit 2025 Nurlan Jermekbajew Kasachstan

    Der Generalsekretär wird auf dem SCO-Gipfel für jeweils drei Jahre bestimmt.

    Kritik

    Robert Kagan, Berater des ehemaligen US-Präsidentschaftskandidaten John McCain, polemisierte scharf gegen das Bündnis. Die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit sei von China und Russland gegründet worden, um dem wachsenden Einfluss der USA in Zentralasien zu widerstehen (Seidenstraßenstrategie). In russischen Zeitungen, so Kagan, werde das Bündnis bereits als Anti-NATO und zweiter Warschauer Pakt bezeichnet.<ref>„Russland und China betrachten den Westen als feindlich“, Interview spiegel online mit Robert Kagan, 16. Juli 2008.</ref> Die Frage, ob die SOZ als ein Bündnis, das sich dem wachsenden US-Einfluss in Zentralasien entgegenstellt, oder eher als neutrale internationale Organisation zur Stärkung der regionalen Stabilität gesehen werden muss, ist aufgrund der jungen Geschichte der SOZ schwierig zu beantworten. Untersuchungen attestieren der SOZ eine anti-US-amerikanische, jedoch keine grundsätzlich anti-westliche Haltung. Auch verweisen sie auf die kasachische Schaukelpolitik zwischen NATO und SOZ, die den Ausbau der SOZ zu einer Organisation vergleichbar mit dem Warschauer Pakt bis dato verhindert hat.<ref>Enrico Fels: Assessing Eurasia's Powerhouse. An Inquiry into the Nature of the Shanghai Cooperation Organisation. Winkler Verlag: Bochum, 2009.</ref> Eine gemeinsame ideologische Positionierung gegen den Westen wird ähnlich wie bei BRICS durch die unterschiedlichen geopolitischen Ambitionen und Rivalitäten einzelner Mitgliedsstaaten untereinander erschwert.<ref>Alissa Wang: The Evolving BRICS. In: BRICS Research Group/BRICS Information Centre. Universität Toronto, 8. Juli 2023, abgerufen am 18. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name=":2">Patrick Stewart: BRICS Expansion, the G20, and the Future of World Order. Carnegie Endowment, 9. Oktober 2024, abgerufen am 20. Oktober 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Neben Indien und China, die im Himalaya und im Indischen Ozean Rivalen sind, ist auch das Verhältnis von Pakistan und Indien angespannt. Indiens Außenminister Subrahmanyam Jaishankar stellte Anfang 2024 fest, dass Indien sich zwar als „nicht-westlich“ sehe, sich jedoch nicht als „anti-westlich“ positioniere, sondern im Gegenteil seine Beziehungen zu westlichen Staaten vertiefe.<ref>C Raja Mohan: India’s New Alignment: “Non-West” but Not “Anti-West”. In: ISAS Briefs. Institute of South Asian Studies (ISAS), National University of Singapore, 19. Februar 2024, abgerufen am 13. Oktober 2024.</ref>

    Literatur

    Weblinks

    Commons: Shanghai Cooperation Organisation – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Einzelnachweise

    <references />

    Vorlage:Klappleiste/Anfang

    Belarus | Volksrepublik China | Indien | Iran | Kasachstan | Kirgisistan | Pakistan | Russland | Tadschikistan | Usbekistan

    Staaten mit Beobachterstatus: Afghanistan | Mongolei

    Dialogpartner: ASEAN | GUS

    Interessierte Staaten: Nepal | Turkmenistan

    Vorlage:Klappleiste/Ende

    Vorlage:Hinweisbaustein