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Simon (Hasmonäer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Simon Makkabäus)
Datei:Simon Thassi medal.svg
Der Hohepriester und Ethnarch von Judäa Simon aus dem „Promptuarii Iconum Insigniorum“, Fantasieporträt aus dem 16. Jahrhundert von Guillaume Rouillé (1518?–1589)

Simon (hebr. שמעון) Thassi (gestorben 135 v. Chr. nahe Jericho), auch Simon Makkabäus (hebr. maqqaebaet = ‚Hammer, Schläger‘)<ref>Klaus-Dietrich Schunck: Makkabäer/Makkabäerbücher. In: Gerhard Krause, Gerhard Müller (Hrsg.): Theologische Realenzyklopädie. Studienausgabe. Teil 2, Band 21. Walter De Gruyter, Berlin 2000, ISBN 3-11-016295-4, S. 736 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. [abgerufen am 24. Juli 2011]).</ref> oder Saramel (hebr. ‚Fürst des Volkes Gottes‘),<ref>Charles L. Souvay: Biblical Geography. In: Catholic Encyclopedia. Volume 2, 1907 (catholic.com [abgerufen am 21. Juli 2011]).

“wrongly given as a proper name; either some court, or a title of Simon: ‘prince of the people of God’”

„falsch angegeben als Eigenname; entweder ein Platz oder ein Titel Simons: ‚Fürst des Volkes Gottes‘“

Siehe dazu auch: H. J. Wolf: Asaramel. In: International Standard Bible Encyclopedia. 1915 (biblestudytools.com [abgerufen am 21. Juli 2011]).</ref> nach Vorlage:Bibel/Link, war der zweite Sohn von Mattatias, der Bruder Jonatans und Begründer der hasmonäischen Dynastie (benannt nach dem Ahnherrn Asamon/Hasmon) in Judäa.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Von Maleachi bis Zacharias – 7 (Memento vom 8. Juni 2008 im Internet Archive)</ref> Die Bedeutung des Beinamens „Thassi“ ist unbekannt.<ref></ref>

Leben

Datei:Judea Simon Makk.PNG
Ausdehnung des Herrschaftsbereichs von Simon, dem ersten Hasmonäer
  • Situation im Jahr 143 v. Chr.
  • Erobertes Gebiet
  • Er nahm am jüdischen Aufstand gegen das Seleukidenreich teil, der von seinen Brüdern Judas Makkabäus und Jonatan angeführt wurde. Um das Jahr 163 v. Chr. unternahm er einen Kriegszug nach Galiläa, um dort bedrängten Glaubensgenossen zur Hilfe zu kommen und sie nach Judäa zurückführen zu können (Vorlage:Bibel/Link).

    Er unterstützte seinen Bruder Jonatan in den seleukidischen Erbfolgekriegen sowie in der Auseinandersetzung mit hellenistischen Juden. Antiochos VI. ernannte ihn zum Strategen des Küstengebietes zwischen dem Karmel und Ägypten. Seine Versuche, den von König Diodotos Tryphon verschleppten Bruder Jonatan durch Lösegeld oder Stellung von Geiseln zu befreien, schlugen fehl. Jonatan wurde 143 v. Chr. ermordet, Simon konnte aber seine Gebeine sicherstellen und in Modeïn bestatten.<ref>Doris Lambers-Petry: Simon, der Makkabäer. In: Michaela Bauks, Michael Pietsch, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart Mai 2007Vorlage:Abrufdatum</ref>

    Hoherpriester und Ethnarch

    Im Jahr 142 v. Chr. bestätigte der Seleukide Demetrios II. Simon als Hohenpriester und Fürsten, nachdem Simon dessen Oberhoheit anerkannt hatte. Er regierte bis 135 v. Chr. Durch eine Volksversammlung der Ältesten und Priester wurde er im Jahr 141 v. Chr. zum Ethnarchen (Volksfürsten) ernannt und gleichzeitig zum Hohenpriester eingesetzt.

    Politik

    Etwa im Jahr 139 v. Chr. wurde die neue Dynastie vom römischen Senat anerkannt, als eine Gesandtschaft Simons in Rom weilte (Vorlage:Bibel/Link). Ungefähr um dieselbe Zeit nahm er auch diplomatische Beziehungen zu Sparta auf (Vorlage:Bibel/Link).<ref>Thomas Kelly Cheyne: Encyclopaedia Biblica, Maaziah-Machi. Morang, Toronto 1903.</ref>

    Wahrscheinlich im Jahr 137 v. Chr. ließ er die Akra von Jerusalem schleifen, nachdem er zuvor die syrischen Besatzungstruppen vertrieben hatte.<ref>Arthur Bud Chrysler: The Akra. These towers and Stepped-Stone Structure were incorporated into the Akra. Biblical Archaeology Truth, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. November 2014; abgerufen am 27. Juli 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).

    “The Hasmoneans built their extension to the southern end of the original Temple Mount in 152 BC, before the Akra was razed by Simon in about 137 BC.”

    „Die Hasmonäer bauten ihre Erweiterung 152 v. Chr. auf das südliche Ende des ursprünglichen Tempelbergs, bevor die Akra von Simon ungefähr 137 v. Chr. niedergerissen wurde.“

    </ref><ref>Herbert Donner: Von der Königszeit bis zu Alexander dem Großen. In: Hermann Spiekermann, Reinhard Gr. Kratz, Walter Beyerlin (Hrsg.): Geschichte des Volkes Israel und seiner Nachbarn in Grundzügen. Das Alte Testament Deutsch. 4. Auflage. 4/2, Tl.2. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2008, ISBN 978-3-525-51680-5 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. [abgerufen am 19. Juli 2011]).</ref>

    Attentat und Tod

    Im Februar 135 wurde er durch Anstiftung seines Schwiegersohns Ptolemaios, Sohn des Abubos, in der Festung Dok in der Nähe von Jericho zusammen mit seinen zwei ältesten Söhnen Mattatias und Judah ermordet (Vorlage:Bibel/Link).<ref>Flavius Josephus: Jüdischer Krieg (DjVu) auf Wikisource. Übersetzt von Philipp Kohout. Quirin Haslingers Verlag, Linz 1901, S. 23.</ref> Sein dritter Sohn Johannes Hyrkanos folgte ihm in der Herrschaft über Judäa und in seinen Ämtern. Simons Enkel Aristobulos I. nahm 104 v. Chr. den Königstitel an.

    Geschichtlich-religiöser Hintergrund

    Datei:John Hyrcanus.jpg
    Prutah von Johannes Hyrkanos I. (134 v. Chr. bis 104 v. Chr.).
    Avers: Doppeltes Füllhorn + Granatapfel zwischen Hörnern.
    Revers: Fünf Zeilen in antiker hebräischer Schrift היהודיםיהודה הכהן גדל וחבר היהודיםיהודה הכהן „Jehochanan Hakkohen Haggadol Vecheber Haje-hudim“<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Ancient coins of Syria, John Hyrcanus I,.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 2. August 2011 (englisch).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> (Jehochanan, der Hohepriester, Rat der Judäer), siehe dazu Sanhedrin.

    In dieser Epoche traten die wesentlichen Hauptströmungen des antiken Judentums zum ersten Mal historisch nachweisbar in Erscheinung:<ref>[[Martin Metzger (Theologe)|Vorlage:Cite book/Name]]Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Grundriss der Geschichte Israels.] Universität Duisburg-Essen, Institut für Evangelische Theologie, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 19. Juli 2011.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

    1. Sadduzäer (konservative, aristokratische Familien, Streben nach Dominanz im gesellschaftlichen Leben)
    2. Pharisäer (Glaube an ein ewiges Leben beschränkt auf die Gläubigen, strikte Tora-Befolgung, Schriftauslegung und -interpretation)
    3. Essener (Apokalyptik und Messianismus, Absonderung vom öffentlichen Leben)

    Münzprägung

    Die Hasmonäer waren die ersten, die in Judäa im 2. Jahrhundert v. Chr. Münzen prägen ließen, und Simon war es, der diese Souveränität vorbereitet hatte.<ref>Anton Grabner-Haider (Hrsg.): Kulturgeschichte der Bibel. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-57309-9, S. 487 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. [abgerufen am 20. Juli 2011]).</ref> In älteren Werken der Numismatik und Geschichtsforschung wurden schon Simon die ersten Münzprägungen zugeschrieben,<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Ancient coins of Syria, Simon Maccabaeus.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 2. August 2011 (englisch).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> die neuere Forschung geht jedoch davon aus, dass frühestens sein Sohn Johannes dazu in der Lage war.<ref>Hans-Peter Kuhnen: Palästina in griechisch-römischer Zeit. C.H.Beck, München 1990, ISBN 3-406-32876-8, S. 86 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

    Nach Vorlage:Bibel/Link erlaubte Antiochos VII. dem Simon in seinem Land Münzen zu schlagen:

    Für viele gesetzestreue Juden war Münzgeld auch wegen der darauf befindlichen Abbildungen rituell unrein, insbesondere für die Pharisäer, bei denen sich sogar die Laien bemühten, die priesterlichen Reinheitsvorschriften (siehe Tahara oder auch Tame) zu erfüllen, was im Laufe der Entwicklung zu einer Verschärfung der religiösen Vorschriften führte. Dies ist jedoch nur ein Beispiel, um die religiösen Gegensätze zwischen den Sadduzäern einerseits, die von den Hasmonäern angeführt wurden, und andererseits den Pharisäern und sonstigen religiös-fundamentalistischen Gruppierungen innerhalb des Judentums der Antike zu verdeutlichen.

    Quellen

    Literatur

    Weblinks

    Wikisource: Der Jüdische Krieg auf Griechisch – Quellen und Volltexte (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value))
    Wikisource: Flavius Josephus – Quellen und Volltexte

    Einzelnachweise

    <references />

    VorgängerAmtNachfolger
    Zedekia (597–586)Ethnarch von Judäa
    143–135 v. Chr.
    Johannes Hyrkanos I.

    Vorlage:Hinweisbaustein