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Österreichische Staatsdruckerei

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(Weitergeleitet von Staatsdruckerei Wien)
Österreichische Staatsdruckerei GmbH

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Österreichische Staatsdruckerei logo.svg
Rechtsform GmbH
Gründung 1918 (1804 als k.k. Hof- und Staatsdruckerei)
Sitz Wien, Österreich
Leitung
  • Robert Schächter<ref name="gb1718">Geschäftsbericht 2017/2018. (PDF) OeSD, S. 30, abgerufen am 6. Februar 2019.</ref>
    (Vorstandsvorsitzender)
  • Helmut Lackner<ref name="gb1718" />
    (Geschäftsführer)
Mitarbeiterzahl
  • 2017: 141<ref name="ma1718" />
Umsatz
  • 2019/20: 64,5 Mio. Euro
(davon 29,9 % Ausland)<ref name="ma1920">Geschäftsbericht 2019/2020. (PDF) OeSD GmbH, S. 5, abgerufen am 23. Dezember 2020.</ref>
  • 2017/18: 46,7 Mio. Euro
(davon 10,7 % Ausland)<ref name="ma1718" />
  • 2016/17: 44,6 Mio. Euro
(davon 7,3 % Ausland)<ref name="ma1617" />
  • 2015/16: 40,5 Mio. Euro
(davon 18,3 % Ausland)<ref name="ma1617" />
Website https://www.staatsdruckerei.at/
Datei:Wien03 Rennweg016 2011-08-26 GuentherZ 0190.JPG
Das ehemalige Hauptgebäude der Österreichischen Staatsdruckerei am Rennweg in Wien (2011)
Datei:Seilerstätte 24.jpg
Ehemalige Dicasterialgebäudedirektion an der Seilerstätte in Wien (2011)
Datei:Siegelmarke Österr. Staatsdruckerei Wertzeichenausfertigungsabteilung W0358700.jpg
Siegelmarke Österr. Staatsdruckerei Wertzeichenausfertigungsabteilung

Die Österreichische Staatsdruckerei GmbH (OeSD) ist eine private Sicherheitsdruckerei mit Sitz in der österreichischen Bundeshauptstadt Wien.

Geschichte

Als staatliche Einrichtung

Die Österreichische Staatsdruckerei ist der Nachfolger der 1804 von Kaiser Franz I. gegründeten k.k. Hof- und Staatsdruckerei. Nach 1918 erhielt sie den Namen Österreichische Staatsdruckerei. 1934 fusionierte sie mit der Druckerei der Wiener Zeitung. Von 1938 bis 1945 firmierte sie als Staatsdruckerei Wien.<ref>Impressum. In: Werkzeitung Staatsdruckerei Wien. 15. Dezember 1939, S. 3 (ANNO – AustriaN Newspapers Online [abgerufen am 18. Mai 2020]).</ref>

Im Jahre 1997 wurde die Österreichische Staatsdruckerei in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und 1999 in Print Media Austria AG umbenannt. Aus dieser wurde wiederum 1999 die Österreichische Staatsdruckerei GmbH (OeSD) zum Zwecke der Privatisierung abgespalten. Im Jahr 2000 erwarb Euro Capital Partners (ECP) die OeSD. Die früher auch in der Druckerei hergestellte Wiener Zeitung wurde 1998 ausgegliedert.

Als Unternehmen in Privatbesitz

Im Jahr 2002 übersiedelte das Unternehmen in die Tenschertstraße 7 im 23. Wiener Gemeindebezirk. Am alten Standort am Rennweg befindet sich seit 2005 ein Hotel. Vom ehemaligen Gebäude der Staatsdruckerei selbst blieb nur die Fassade erhalten.

Die Österreichische Staatsdruckerei GmbH produziert alle Hochsicherheits-Ausweisdokumente der Republik Österreich, wie den Sicherheitspass mit Chip, den Personalausweis, den Scheckkartenführerschein und seit Anfang 2011 den Zulassungsschein im Scheckkartenformat mit Chip (Zulassungskarte). Seit 2006 werden alle österreichischen Sicherheitsdokumente im Hochsicherheitsraum der OeSD mit den Daten der Bürger personalisiert und an die gewünschte Adresse verschickt. Die OeSD ist als „High Security Printer“ zertifiziert und produziert Sicherheitsprodukte (Reisepässe, Briefmarken) für Kunden auf fünf Kontinenten<ref>OeSD setzt neuen e-Reisepass der Republik Suriname um. In: www.staatsdruckerei.at. 21. Mai 2025, abgerufen am 8. Juli 2025.</ref>.

Entwicklung von digitalen Identitäten

Die Staatsdruckerei gehört zu den ersten Unterstützern der FIDO-Allianz, die seit 2013 den Industriestandard Universal Second Factor (U2F) für eine allgemein anwendbare Zwei-Faktor-Authentifizierung entwickelt hat. 2017 gründete die Staatsdruckerei das Tochterunternehmen youniqx Identity AG. Darin bündelt das Unternehmen seine Entwicklungen für sichere digitale Identität, wie das digitale Ausweissystem My Identity App (MIA) sowie Lösung zur sicheren Verwaltung von digitalen Assets (Chainlock). Mit der Unternehmensform der youniqx identity AG wurden auch internationale Beteiligungen und Partnerschaften möglich.

Im Mai 2021 erhielt die youniqx Identity AG nach einer EU-weiten, mehrstufigen Ausschreibung des österreichischen Bundesrechenzentrums (Bundesrechenzentrum GmbH) den Zuschlag für die Erstellung und Wartung sowie die Weiterentwicklung einer IT-Lösung zur Umsetzung einer österreichischen Ausweisplattform. Im Oktober 2022 ist die von der youniqx Identity AG entwickelte Ausweisplattform „eAusweise“ mit dem nach ISO/IEC 18013-5 umgesetzten digitalen Führerschein als erstem digitalen Ausweis offiziell gestartet.<ref>Das technische System hinter dem digitalen Führerschein. In: www.brz.gv.at. Bundesrechenzentrum GmbH, 19. Oktober 2022, abgerufen am 8. Juli 2025.</ref>

Seit dem Start von „eAusweise“ wurden schrittweise weitere digitale Ausweise für das Bundesrechenzentrum entwickelt und veröffentlicht, darunter der digitale Zulassungsschein, der digitale Altersnachweis sowie der digitale Identitätsnachweis<ref>(pez): Österreich bringt den digitalen Personalausweis zwei Jahre vor der Frist. In: DerStandard www.derstandard,at. DerStandard, 18. Juni 2024, abgerufen am 8. Juli 2025.</ref>. Im Oktober 2024 wurde die „eAusweise“ Plattform in der Kategorie „Services und Prozesse“ mit dem österreichischen „eAward“ ausgezeichnet.<ref>eAward 2024: Große Bandbreite in der Digitalisierung ausgezeichnet. In: Report www.report.at. Report, 1. Oktober 2024, abgerufen am 8. Juli 2025.</ref>

Die youniqx Identity AG hat darüber hinaus die digitale Identität “eID.li” für das Fürstentum Liechtenstein entwickelt. Die digitale Identität “eID.li” wurde im April 2020 offiziell veröffentlicht.<ref>eID - Vorreiterrolle bei der digitalen Identität. In: Liechtenstein Business, https://www.liechtenstein-business.li. Liechtenstein Marketing, 29. April 2020, abgerufen am 8. Juli 2025.</ref> Im Februar 2025 wurde das größere Update “eID.li 2.0” vorgestellt, welches die Liechtensteinische eID vorab für die kommenden Anforderungen der EU-weiten EUDI-Wallet vorbereiten soll.<ref>Modernisierung und Ausbau der eID.li. In: Lie:zeit, https://www.lie-zeit.li/. Zeit Verlag Anstalt, 19. Februar 2025, abgerufen am 8. Juli 2025.</ref>

Eigentümerstruktur

Alleingesellschafter der Österreichischen Staatsdruckerei GmbH ist die Österreichische Staatsdruckerei Holding AG. Aktionäre der Holding sind jeweils zu etwa 47 Prozent die G3 Industrie Privatstiftung von Johannes Strohmayer und die GRT Privatstiftung von Robert Schächter. 4,9 Prozent der Anteile hält die Staatsdruckerei Mitarbeiter Privatstiftung, die restlichen etwa 2 Prozent befindet sich in Streubesitz.<ref name="Presse1215">Andreas Wetz: Staatsdruckerei: Sichere Geschäfte – ohne Ausschreibungen. In: Die Presse. 4. Dezember 2015, abgerufen am 28. Oktober 2017.</ref>

Der Aufsichtsrat der Österreichischen Staatsdruckerei Holding AG konstituierte sich im Jahr 2010 mit folgenden Mitgliedern: Johannes Strohmayer (Vorsitzender), dem ehemaligen Vorstand der Volksbanken AG Wilfried Stadler, dem ehemaligen Vorstand der Bank-Austria AG und jetzigen Hauptaktionär der Ithuba Capital AG (vormals Montana Capital Financial Services AG) Willi Hemetsberger sowie zwei Mitgliedern des Betriebsrates der Österreichischen Staatsdruckerei GmbH.<ref name="Presseaussendung20110323">Presseaussendung der Österreichischen Staatsdruckerei</ref>

EU-Mahnschreiben und Verfahren

Innenministerin Maria Fekter begründete die seit 2000 erfolgten ausschreibungslosen Vergaben aller Ausweisdokumente an die Österreichische Staatsdruckerei GmbH in der Beantwortung einer Parlamentarischen Anfrage damit, dass dies das – zuletzt 2001 abgeänderte –<ref name="Bundesgesetzblatt">Bundesgesetzblatt: BGBl. I Nr. 47/2001, 8. Mai 2001.</ref> Staatsdruckereigesetz so vorsieht.<ref name="Vergabe von Aufträgen an die privatisierte Staatsdruckerei">Anfragebeantwortung: Vergabe von Aufträgen an die privatisierte Staatsdruckerei, 10. November 2009.</ref> Am 10. Juli 2014 schickte die Europäische Kommission der Republik Österreich wegen der ausschreibungslosen Vergaben an die Österreichische Staatsdruckerei ein Mahnschreiben.<ref name="EU-Kommission geht gegen Verträge mit der Österreichischen Staatsdruckerei vor">Wirtschaftsblatt: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />„EU-Kommission geht gegen Verträge mit der Österreichischen Staatsdruckerei vor“ (Memento vom 27. Juli 2014 im Internet Archive), 10. Juli 2014.</ref><ref name="Vertragsverletzungsverfahren">Vertragsverletzungsverfahren Nr. 2011/4014 betreffend öffentliche Auftragsvergabe, Österreichische Staatsdruckerei; begründete Stellungnahme der Europäischen Kommission, 11. Juli 2014.</ref> Sie hat Österreich darin außerdem aufgefordert, die Rechtsvorschriften zu ändern, die Bundesbehörden verpflichten, die Österreichische Staatsdruckerei direkt mit dem sicheren Druck bestimmter Dokumente zu beauftragen. Da die Regierung nicht binnen der vorgeschriebenen zwei Monaten mitteilte, wie die Verletzung des EU-Rechts abgestellt wird, brachte die Kommission Österreich vor den Gerichtshof der Europäischen Union.<ref name="Öffentliches Auftragswesen: Kommission fordert ÖSTERREICH zur Anwendung der EU-Vorschriften auf">Europäische Kommission: MEMO, 10. Juli 2014.</ref> Im März 2018 erfolgte schließlich eine Verurteilung Österreichs wegen dieser Vergabepraxis.<ref>Verstoß gegen Vergabebestimmungen: Österreich verurteilt, ORFon am 20. März 2018.</ref>

Als Reaktion darauf wurden von der Bundesbeschaffung (BBG) unter der Leitung der Finanzprokuratur gemeinsam mit den betroffenen Ministerien (Außenministerium, Innenministerium, Verkehrsministerium) die Ausschreibungsbedingungen für die Herstellung österreichischer Sicherheitsdokumente festgesetzt. Im Anschluss daran erfolgte die Durchführung eines zweistufigen, europaweit bekannt gemachten Vergabeverfahrens mit mehreren Verhandlungsrunden.<ref>Presseaussendung des Bundesministerium für Inneres vom 30. Dezember 2019.</ref> Diese Ausschreibung umfasste neben der Herstellung des österreichischen Reisepasses, des Personalausweises, des Führerscheins und des Kfz-Zulassungsscheins auch weitere amtliche Dokumente mit besonderen Sicherheitsanforderungen. Im Dezember 2019 wurde das zweistufige Vergabeverfahren durch eine Zuschlagserteilung abgeschlossen. Der Zuschlag erging an die Österreichische Staatsdruckerei GmbH, wodurch die rechtskonforme Versorgung mit amtlichen Dokumenten sichergestellt wurde.<ref>[1], Presseaussendung des Bundesministerium für Inneres, vom 30. Dezember 2019.</ref>

Von 2008 bis zu dessen Auflösung 2010 war Ernst Strasser im Beirat der Österreichischen Staatsdruckerei.<ref name="Presseaussendung20110323" /> Auch Ernst Strassers ehemaliger Kabinettschef Christoph Ulmer war Mitglied des Beirats.<ref name="Strassers Strippenzieher">Clemens Fabry: Strassers Strippenzieher: Warum sich Kabinetts-Mitarbeiter öfter als einmal im Leben begegnen. 15. Februar 2008. In: Die Presse – Innenpolitik. Auf DiePresse.com, abgerufen am 6. Februar 2019.</ref>

Gedenktafel

In der Staatsdruckerei befindet sich eine von Leopold Grausam sen. gestaltete Gedenktafel für die Buchdrucker und Widerstandskämpfer Alois Hudec, Gustav Kiesel und Wilhelm Weixlbraun, die 1943 von den Nationalsozialisten hingerichtet wurden. Die Gedenktafel befand sich ab 1963 am damaligen Standort der Staatsdruckerei im 3. Bezirk. Nach der Übersiedlung in den 23. Bezirk wurde sie 2005/2006 renoviert, woran der Sohn des ursprünglichen Bildhauers, Leopold Grausam jun., beteiligt war.<ref>Camera Humana: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Söhne des Weinviertels: Leopold F. Grausam, Deutsch-Wagram – Steine wider das Vergessen (Memento vom 27. April 2015 im Internet Archive), 9. März 2013.</ref>

Literatur

  • Franz Stamprech: 175 Jahre Österreichische Staatsdruckerei. Verlag der Österreichischen Staatsdruckerei, Wien 1979.
  • Ingrid Haslinger: Kunde – Kaiser. Die Geschichte der ehemaligen k. u. k. Hoflieferanten. Schroll, Wien 1996, ISBN 3-85202-129-4.
  • Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Band 5, Kremayr & Scheriau, Wien 1997, ISBN 3-218-00547-7, S. 276f.
  • Gerald Gneist: Die Staatsdruckerei zwischen 1938 und 1945. Ungedruckte Dissertation, Universität Wien 2003.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 48° 8′ 24″ N, 16° 21′ 16,3″ O

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