Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Stefanitag – Wikipedia Zum Inhalt springen

Stefanitag

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Stefanstag)
Datei:Hans Memling - Saint Stephen.jpg
St. Stephanus von Hans Memling

Der Stefanitag, Stephanstag, Stephanitag, Stefanstag, seltener Stephanustag oder Tag des Erzmärtyrers Stephanus,<ref name="Agende">Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands und Evangelische Kirche der Union (Hrsg.): Evangelisches Gottesdienstbuch, Agende für die Evangelische Kirche der Union und für die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands, 5. Aufl., Berlin: Verlagsgem. Evang. Gottesdienstbuch 2012, ISBN 978-3-7859-0933-1, S. 416.</ref> wird am 26. Dezember als Fest ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) oder Gedenktag des heiligen Diakons Stephanus gefeiert. Er gilt als erster christlicher Märtyrer, weswegen sein Gedenktag meist in der liturgischen Farbe Rot zelebriert wird.

Verbreitung

Das Fest des ersten christlichen Märtyrers Stephanus (Vorlage:Bibel/Link) am 26. Dezember ist im Osten schon im 4. Jahrhundert bezeugt<ref name="Kirchenjahr">Bieritz, Karl-Heinrich: Das Kirchenjahr: Feste, Gedenk- und Feiertage in Geschichte und Gegenwart, 2. Aufl., Berlin: Union-Verlag 1988, ISBN 978-3-372-00012-0, S. 190.</ref> und verbreitete sich zwischen dem 5. und 7. Jahrhundert in der Ost- und Westkirche.<ref>Hans J. Limburg: Stephanus. III. Verehrung u. Brauchtum. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 9. Herder, Freiburg im Breisgau 2000.</ref> Das Weihnachtsfest erhielt in der Liturgie erst später, frühestens ab dem 8. Jahrhundert, eine Oktav, in der aber die in diese Zeit fallenden Heiligenfeste, die {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (lateinisch für „Begleiter Christi“), erhalten blieben: Stephanus, Johannes der Evangelist (27. Dezember) und die Unschuldigen Kinder (28. Dezember).<ref>Philipp Harnoncourt: Weihnachtsoktav. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001.</ref> Anton Faber, Dompfarrer des Wiener Stephansdoms befand im Dezember 2016, dass der „Stefanitag [uns erinnert], dass Weihnachten nicht nur ein Fest der frommen Besinnung ist, sondern auch der Bereitschaft, bis zum Schluss am Glauben festzuhalten“.<ref>Ernst Mauritz, Julia Pfligl: Stefanitag: Wer war der heilige Stephanus? In: Kurier.at. 26. Dezember 2016, abgerufen am 14. Dezember 2021.</ref>

In evangelischen Gemeinden in Deutschland wird an diesem Tag in manchen Gottesdiensten an Stephanus gedacht, da „das Gedächtnis des Erzmärtyrers Stephanus […] eine längere Tradition als das Weihnachtsfest [hat]. Es soll nicht völlig vom zweiten Weihnachtstag verdrängt werden, sondern nach Möglichkeit in einem Gottesdienst dieses Tages (eventuell am Abend) begangen werden.“<ref name="Agende" /> Andere Agenden wie die in Baden (1995), in der Pfalz (2006) oder die Reformierte Liturgie (1999) sehen dies nicht ausdrücklich vor. In der Evangelischen Landeskirche in Württemberg wird seit dem Jahr 2007 am Tag des Erzmärtyrers Stephanus der „Gebetstag für verfolgte Christen“ begangen.<ref>Gebetstag für verfolgte Christen. In: elk-wue.de. Ev. Landeskirche in Württemberg, abgerufen am 16. Mai 2019.</ref> Seit 2012 wird auch in den deutschen römisch-katholischen Diözesen der Stephanustag als „Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen“ begangen.<ref>Gebetstag für verfolgte und bedrängte Christen. In: dbk.de. Deutsche Bischofskonferenz, abgerufen am 16. Mai 2019.</ref>

Stephanstag als Feiertag in der Schweiz

Der Stephanstag ist in folgenden Kantonen ein gesetzlich anerkannter Feiertag:<ref name="Feiertage Schweiz">Gesetzliche Feiertage und Tage, die in der Schweiz wie gesetzliche Feiertage behandelt werden / Jours fériés légaux ou considérés comme tels en Suisse / Giorni festivi legali o considerati tali in Svizzera, Stand 1. Januar 2011, Bundesamt für Justiz BJ, Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement EJPD – auf admin.ch Datenbanken online.</ref>

In einzelnen Gemeinden des Kantons Solothurn ist der Stephanstag ein gesetzlich anerkannter Feiertag.<ref>vgl. Gesetzliche Feiertage und Tage, die in der Schweiz wie gesetzliche Feiertage behandelt werden / Jours fériés légaux ou considérés comme tels en Suisse / Giorni festivi legali o considerati tali in Svizzera, S. 15.</ref>

In einigen Kantonen wird der Stephanstag wie ein gesetzlicher Feiertag behandelt:<ref name="Feiertage Schweiz" />

Liturgie

Der Stephanustag wird in der Liturgie der römisch-katholischen Kirche, der Altkatholischen Kirche, der Anglikanischen Kirche, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche als Gedenktag des Martyriums des heiligen Diakons Stephanus gefeiert. Die liturgische Farbe des Tages ist dementsprechend rot. Die Vesper am Abend ist jedoch in der römisch-katholischen Kirche während der Weihnachtsoktav vom Weihnachtsfest zu nehmen und in weißer Farbe zu feiern. Obwohl er in den evangelischen Kirchen in der Regel durch den zweiten Weihnachtsfeiertag verdrängt wird, hält auch die Perikopenordnung nach der Revision von 2018 an einem eigenen Proprium fest, das jenes des Christfests II ersetzen kann.<ref>Perikopenbuch: nach der Ordnung gottesdienstlicher Texte und Lieder: mit Einführungstexten zu den Sonn- und Feiertagen. 3. Auflage, Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt GmbH, 2019, S. 675–687.</ref> Außerdem „kann auch der verfolgten Christinnen und Christen in unserer Zeit gedacht werden“.<ref>Perikopenbuch: nach der Ordnung gottesdienstlicher Texte und Lieder: mit Einführungstexten zu den Sonn- und Feiertagen. 3. Auflage, Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt GmbH, 2019, nach S. 684.</ref>

Die Lesungen stammen aus der Apostelgeschichte über Wirken und Martyrium des Stephanus (katholisch: Vorlage:Bibel/Link, Vorlage:Bibel/Link; evangelisch: Vorlage:Bibel/Link, Vorlage:Bibel/Link), das Evangelium aus Matthäus (katholisch: Vorlage:Bibel/Link, evangelisch: Vorlage:Bibel/Link).<ref name="Kirchenjahr" />

Fällt der 26. Dezember auf einen Sonntag, wird in der römisch-katholischen Kirche das Fest des heiligen Stephanus vom Fest der Heiligen Familie verdrängt, ausgenommen in der Erzdiözese Wien<ref>Mag. Georg Stockert (Hrsg.): Direktorium 2021/22 – Liturgischer Kalender der Erzdiözese Wien Lesejahr C (Lk). Wien, S. 60.</ref>, wo stets das Fest des Patrons der Kathedrale Stephanus gefeiert wird (→ Stephansdom).

In der griechisch-orthodoxen Kirche, der rumänisch-orthodoxen Kirche<ref>Sfântul Ştefan, primul martir al Bisericii, celebrat pe 27 decembrie, Digi24, 26. Dezember 2023.</ref> und der bulgarisch-orthodoxen Kirche wird der Stephanstag am 27. Dezember gefeiert, in der serbisch-orthodoxen Kirche am 9. Januar.

Brauchtum

Das europäische Stephanus-Brauchtum steht in enger Verbindung zu dem Winter-Brauchtum und ist erstmals seit der Zeit Karls des Großen bezeugt (Stephanus-Minne, Stephanus-Wasser, Stephanus-Hafer-Segnung).<ref>Gerhard Hotze, Michaela Zelzer, Hans J. Limburg: Artikel „Stephanus“, in: Lexikon für Theologie und Kirche, Band 9, Freiburg, Basel, Wien 2009, durchgesehene Ausgabe der 3. Auflage 1993–2001, Sp. 958–959.</ref> In römisch-katholisch geprägten Gegenden existierten bis weit in das 20. Jahrhundert zahlreiche Bräuche, die am 26. Dezember auf die Person des Heiligen, dessen (überlieferte) Biographie und insbesondere dessen Todesumstände Bezug nehmen. So etwa das „Stephanus-Steinigen“, das bestimmte Trinkrituale vor allem der männlichen Bevölkerung nach dem Kirchgang bezeichnet.<ref>„Ich sehe den Himmel offen“: Der erste Märtyrer der Christenheit, Stephanus, Beitrag vom 26. Dezember 2011 im Deutschlandfunk Kultur.</ref> Zum Teil werden diese Bräuche in reduzierter Form auch noch im 21. Jahrhundert gepflegt.

In Oberhaching nahe München findet seit 1978 jährlich der Stephaniritt statt, der mit Pferden und Fuhrwerken dreimal um die Pfarrkirche St. Stephan führt.<ref>Volker Camehn: Heilige Familie fährt dreimal um die Kirche St. Stephan. In: www.merkur.de. 24. Dezember 2025, abgerufen am 24. Dezember 2025.</ref>

Weitere Tagesbenennungen

In Deutschland wird der Stefanitag als Zweiter Weihnachtsfeiertag bezeichnet, in der Schweiz entweder als Stephanstag oder als Zweiter Weihnachtstag und im Commonwealth of Nations als Boxing Day.

In Österreich wird ausschließlich die Bezeichnung Stefanitag verwendet,<ref>Brauchtum in Oberösterreich.</ref> während in der Schweiz die Form Stephanstag üblich ist.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gesetzliche Feiertage und Tage, die in der Schweiz wie gesetzliche Feiertage behandelt werden / Jours fériés légaux ou considérés comme tels en Suisse / Giorni festivi legali o considerati tali in Svizzera (Memento vom 2. September 2016 im Internet Archive), Stand 1. Januar 2011, Bundesamt für Justiz BJ, Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement EJPD – auf admin.ch.</ref>

Die Niederlande bezeichnen den Festtag als {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), in Italien wird er {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) genannt. In Irland ist der 26. Dezember ein gesetzlicher Feiertag und wird auf Englisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) genannt. Auf Irisch heißt er entweder {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (Tag der Stephansfeier) oder {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (Tag des Zaunkönigs/Schneekönigs).

Siehe auch

Literatur

  • Klaus Beitl: Stephanus, Erzmärtyrer, II. Verehrungsgeschichte, III. Volksverehrung. In: Lexikon für Theologie und Kirche, 2. Auflage, Bd. 9. Herder, Freiburg im Breisgau 1964, Sp. 1051–1052.
  • Jürgen Küster: Wörterbuch der Feste und Bräuche im Jahreslauf. Eine Einführung in den Festkalender (= Herderbücherei. Bd. 1177). Herder, Freiburg im Breisgau 1985, ISBN 3-451-08177-6, S. 176–178.

Weblinks

Commons: Stefanitag – Sammlung von Bildern und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive="" />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Weihnachtsfestkreis:
Advent: Adventssonntage

Weihnachtszeit: Heiliger Abend Weihnachten Weihnachtsoktav (mit Stephanustag, Unschuldige Kinder, Heilige Familie und Beschneidung des Herrn bzw. Hochfest der Gottesmutter) Erscheinung des Herrn Taufe des Herrn

ev: Epiphaniaszeit und Vorpassionszeit / rk: Zeit im Jahreskreis:
Sonntage (nach Epiphaniasvor der Passionszeit / im Jahreskreis) Darstellung des Herrn Verkündigung des Herrn

Osterfestkreis:
Fastenzeit/Passionszeit: Aschermittwoch Fastensonntage Palmsonntag Karwoche

Triduum Sacrum: Gründonnerstag Karfreitag Karsamstag Osternacht

Osterzeit: Ostern Osteroktav (mit Ostermontag und Weißem Sonntag) Sonntage Christi Himmelfahrt Pfingsten

ev: Trinitatiszeit / rk: Zeit im Jahreskreis:
Pfingstoktav (mit Pfingstmontag und Trinitatis) Sonntage (nach Trinitatis / im Jahreskreis) Fronleichnam Herz-Jesu-Fest Verklärung des Herrn Kreuzerhöhung Erntedankfest Kirchweihfest Reformationstag Allerheiligen Allerseelen Buß- und Bettag Totensonntag Christkönigsfest

Weitere Feste:
Marienfeste Apostelfeste Markustag Lukastag Josefstag Johannistag Michaelistag

Die farbigen Kästchen kennzeichnen die bevorzugte liturgische Farbe für das entsprechende Fest. Zum Ablauf des Kirchenjahres siehe beispielsweise die Perikopenordnung der evangelischen Kirche in Deutschland bzw. das Calendarium Romanum Generale für die römisch-katholische Kirche.

Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein