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Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

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Motto

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Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (ABK), kurz Kunstakademie Stuttgart, ist mit ihren rund 850 Studierenden und 23 Studiengängen in den Bereichen Architektur, Design, Kunst, Künstlerisches Lehramt, Konservierung-Restaurierung und Kunstwissenschaften-Ästhetik eine der ältesten und größten Kunsthochschulen in Deutschland.

Geschichte

Académie des Arts und Kunstfakultät der Hohen Karlsschule

Herzog Carl Eugen von Württemberg gründete per Generalreskript<ref>Die Urkunde abgeb. In: Wolfgang Kermer: „1968“ und Akademiereform: von den Studentenunruhen zur Neuorganisation der Stuttgarter Akademie in den siebziger Jahren (= Beiträge zur Geschichte der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, hrsg. von Wolfgang Kermer, 9). Cantz, Ostfildern-Ruit 1998, ISBN 3-89322-446-7, Abb. 1 sowie Erläuterung S. 220.</ref> vom 25. Juni 1761 die Académie des Arts<ref>Ein Überblick über die statusmäßige/rechtliche und personelle Entwicklung in: Wolfgang Kermer: Daten und Bilder zur Geschichte der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Edition Cantz, Stuttgart 1988 (= Verbesserter Sonderdruck aus: Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: eine Selbstdarstellung. Edition Cantz, Stuttgart 1988, S. 16–31.)</ref> in Stuttgart. Schon bald nach ihrer Gründung verlor die Academia artium Stuttgardensis, die zusammen mit dem herzoglichen Hof zeitweilig auch in Ludwigsburg untergebracht war, an Bedeutung und ging in der im Jahre 1770 beim Schloss Solitude gegründeten Hohen Karlschule auf. In dieser bildete sich eine eigene Kunstabteilung (Fakultät der freye Künste, so A. F. Batz) heraus. Nach verschiedenen Entwicklungsstufen wurde die Hohe Karlsschule im Jahre 1782 in den Universitätsrang erhoben.

In dieser streng reglementierten, mit militärischem Drill geführten Eliteschule – auch die Kunsteleven trugen Uniform und Perücke und hatten den von frühmorgens bis spätabends festgelegten Tageslauf<ref>Karl Pörnbacher: Briefe des jungen Schiller (1776-1789). Kösel Verlag München, 1969, S. 367–368.</ref> zu befolgen – sollten laut Herzog Carl Eugen die „besten Köpfe des Landes“ studieren, aber einige, wie beispielsweise Friedrich Schiller und Joseph Anton Koch<ref>Das berühmteste der „Spottbilder“ Kochs auf den Kunstunterricht an der Hohen Karlsschule, „ein bemerkenswertes Dokument der Auflehnung freien Künstlergeistes gegen dogmatisierte Erstarrung und Ausnützerei“, abgeb. In: Wolfgang Kermer, ebenda, Abb. 2 sowie Erläuterung S. 220.</ref> entzogen sich dem immensen Druck und der Bevormundung auf der „Sklavenplantage“ (Schubart). Für das Kunstgeschehen über Württemberg hinaus so bedeutende Künstler wie Johann Heinrich Dannecker, Philipp Friedrich von Hetsch, Philipp Jakob Scheffauer und Gottlieb Schick erfuhren dort ihre Ausbildung, zum Teil noch durch Lehrer wie Nicolas Guibal und Adolf Friedrich Harper, die bereits dem Lehrkörper der Académie des Arts angehört hatten. Aus deren Ludwigsburger Zeit ging auch später der in Wien zu großem Ansehen gelangte Heinrich Friedrich Füger hervor.

Angesichts der streng regulierten Verhältnisse der Académie des Arts, zum Unterricht der rein männlichen Professorenschaft waren nur männliche Schüler zugelassen, war die Ernennung eines weiblichen Ehrenmitglieds im Jahre 1762 eine Ausnahme: „Frau Therbuschin, Mahlerin zu Berlin“, heißt es in einer offiziellen Verlautbarung unter der Rubrik „Membra Honoraria“,<ref>Jezt-florierendes Wuertemberg, oder Herzogl. Würtembergisches Adress-Hand-Buch, In welchem sammtliche Bey Herzogl. Hof, Canzley, Löbl. Landschaft etc. wie auch dem Herzogl. Militair-Etat, und auf dem Land befindliche Hoch- und Niedere Dienerschaft bestmöglichst beschrieben und auf das Jahr 1763 zusammen getragen worden. Mit Herzoglichen Privilegio vor die Rent-Cammer-Cancellist. G. E. Bürckische Relicten. bey der Bürckischen Wittib., Stuttgart, S. 46.</ref> Anna Dorothea Therbusch, die zu dieser Zeit Aufträge am herzoglichen Hof in Stuttgart wahrnahm und unter anderem auch ihren Berliner Kollegen Adolf Friedrich Harper porträtierte, wurde als einzige Frau mit dieser Würde bedacht und blieb dies für mehr als zwei Jahrhunderte.<ref>Wie die Akademieannalen zeigen, unterbrach die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart erst unter dem Rektorat von Wolfgang Kermer 1981 mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an Mia Seeger – verdient um Architektur und Design – die lange Kette ausschließlich männlicher Vertreter.</ref>

Nach dem Tod Herzog Carl Eugens 1793 wurde die Hohe Karlsschule im darauffolgenden Jahr vor allem aus Kostengründen geschlossen. Nachteilig wirkte sich aber auch aus, dass das Institut nicht in der Landesverfassung verankert war. Damit verlor Württemberg seine einzige, in eine Art Gesamtschul- bzw. Gesamthochschulverbund integrierte Kunstausbildungsstätte, an der zahlreiche Künstler, 26 Architekten, 15 Bildhauer, 9 Stuckateure, 10 Medailleure, 33 Maler, 19 Kupferstecher, 30 Zeichner zusammen mit einer sich ebenso aus Landeskindern und „Ausländern“ rekrutierenden Vielzahl von Medizinern, Juristen, Philologen, Naturwissenschaftlern und anderen akademischen Berufen ausgebildet worden waren, die allesamt das Geistesleben Württembergs bis weit ins 19. Jahrhundert prägten.

Mit der Auflösung der Hohen Karlsschule war auch die Tätigkeit der 1783 eingerichteten „Buch- und Notendruckerei“<ref>Wolfgang Kermer: Daten und Bilder zur Geschichte der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Edition Cantz, Stuttgart 1988 (= Verbesserter Sonderdruck aus: Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: eine Selbstdarstellung. Edition Cantz, Stuttgart 1988), o. P. [3]</ref> abrupt beendet, die Drucksachen vielfacher Art ausführte und auch als Verlag hervortrat. Bücher wie etwa die von August Friedrich Batz verfasste Beschreibung der Hohen Karls-Schule zu Stuttgart (1783 in deutscher, 1784 in französischer Sprache erschienen), Christian Friedrich Daniel Schubarts Sämtliche Gedichte (1785), Balthasar Haugs Das gelehrte Wirtemberg (1790), gleichsam das erste „Who’s Who“ der Autoren und bildenden Künstler des Landes, markieren editorische Leistungen, zu denen auch die seit 1776 bestehende Kupferstecherschule unter Johann Gotthard von Müller beitrug.

Mehrere Wiederbelebungsversuche staatlich geförderter Kunstausbildung in Stuttgart scheiterten nach der Auflösung der Hohen Karlsschule, was zu einem institutionellen Vakuum von dreieinhalb Jahrzehnten führte. Auch da die Staatliche Akademie der Bildenden Künste nicht als Nachfolgeorganisation der Hohen Karlschule angesehen werden kann, geht das eigentliche Gründungsdatum auf das Jahr 1829 zurück.

Von der Kunstschule zur Akademie der bildenden Künste (1829–1941)

Datei:Stuttgart alte staatsgalerie.jpg
1843–1890 Sitz der Kgl. Kunstschule im Altbau der heutigen Staatsgalerie Stuttgart

König Wilhelm I. von Württemberg erteilte am 27. März 1829 die Genehmigung zur Eröffnung einer Kunstschule. Diese stand anfänglich, wie der Name Königliche Vereinigte Kunst-, Real- und Gewerbe-Schule ausdrückt, mit zwei weiteren Lehranstalten im Verbund. Die mit der Leitung der Kunstschule betrauten Johann Heinrich Dannecker und Nikolaus Friedrich von Thouret sowie die künstlerischen Hauptlehrer Johann Friedrich Dieterich, Karl Jakob Theodor Leybold und Gottlob Friedrich Steinkopf garantierten zusammen mit weiteren Lehrkräften trotz organisatorischer, ausstattungsmäßiger und räumlicher Schwierigkeiten einen zukunftsweisenden Aufbruch. Dieser nahm mit der Eröffnung der Anstalt am 26. Oktober 1829 mit 52 eigenen Schülern seinen Anfang.<ref>Johannes Zahlten: „Die Kunstanstalten zur Staats- und Nationalsache gemacht...“: Die Stuttgarter Kunstakademie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (= Beiträge zur Geschichte der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, hrsg. von Wolfgang Kermer; 2). Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Stuttgart 1980, S. 12.</ref>

Wegen der steigenden Frequenz der vereinigten Unterrichtsanstalten, vor allem wegen des sich erweiternden Ausbildungsplans der Gewerbe-Schule, wurde 1832 die Verbindung zwischen der Kunstschule und der Gewerbeschule (aus der letztlich die heutige Universität Stuttgart hervorgehen sollte) gelöst. Die institutionelle Entflechtung gab jeder Anstalt die Möglichkeit zu einer eigenständigen Fortentwicklung, die jedoch, vom Räumlichen her, wegen der gemeinsamen Unterbringung im ehemaligen, von dem Karlsschulabsolventen und Architekten Thouret erbauten Offiziers-Pavillon (Königstr. 12) die missliche Lage der Kunstschule keineswegs milderte. Hier eine Lösung zu finden, dienten vermehrt die Bestrebungen im Verlaufe der dreißiger Jahre. Erst mit der Errichtung der von Gottlob Georg Barth geplanten und in den Jahren 1839 bis 1842 zur Ausführung gelangten Kunstanstalt wurde die auch räumlich selbstständige Entwicklung der Kunstschule bei noch bescheidenem Lehrangebot eröffnet. Damit wurden die räumlichen Voraussetzungen für eine Verbindung der Kunstschule mit den ihr als Lehrsammlungen zugeordneten, doch bisher separat untergebrachten staatlichen Kunstsammlungen geschaffen. Dieses neue Gebäude wurde im Jahre 1843 unter dem Namen Museum der bildenden Künste (heute der Altbau der Staatsgalerie Stuttgart) in der damaligen Neckarstraße eröffnet. Dennoch war und blieb die Raumfrage, zumal durch die multiple Nutzung des Gebäudes, auch künftig eines der Hauptprobleme.

Nach vielfachen Entwürfen und Anträgen auf Erweiterung und Neubau gelang es, auf dem Terrain oberhalb des Museums der bildenden Künste zwei zeitlich aufeinanderfolgende Neubauten nach Entwürfen des Stuttgarter Oberbaurats Albert von Bok, der zugleich auch das Museum der bildenden Künste durch zwei hintere Flügelanbauten erweiterte, zu errichten. Zunächst wurde ein als „provisorisch“ deklariertes, in Fachwerk ausgeführtes Ateliergebäude in der Urbanstraße 39 errichtet, das 1880 fertiggestellt wurde, sodann das 1883 begonnene und 1890 zum Abschluss gebrachte eigentliche Hauptgebäude in der Urbanstraße 37. Zu den beiden Gebäuden kam später ein drittes, in der Urbanstraße 50 hinzu. Alle blieben bis zu ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg Sitz der Anstalt. Einzige Erinnerungsstücke dieser alten Gebäude sind zwei im Patio des heutigen Akademiealtbaus aufgestellte Skulpturen des Stuttgarter Bildhauers Georg Emil Rheineck aus dem Fassadenschmuck des einstigen Hauptgebäudes.

Im Jahre 1901 erhielt die Einrichtung den Titel Königliche Akademie der bildenden Künste. Sie wurde nach dem Ende des Ersten Weltkriegs in Württembergische Akademie der bildenden Künste umbenannt.<ref>Johannes Zahlten: Urbanstraße 37/39: Kgl. Kunstschule/Akademie der bildenden Künste: die Geschichte eines Provisoriums. Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Stuttgart 1986 (= Beiträge zur Geschichte der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, hrsg. von Wolfgang Kermer; 5).</ref>

Die Kunstgewerbeschule und ihre Werkstätten (1869–1941)

Die Württembergische Staatliche Kunstgewerbeschule (auch Staatliche Kunstgewerbeschule Stuttgart genannt) ging aus einem „versuchsweise“ zum Wintersemester 1869/70 an der Architekturfachschule des K. Polytechnikums gestarteten kunstgewerblichen Unterricht hervor, der an den dortigen Ateliers für Architektur, Bildhauerei und Malerei stattfand. Erst 1881 wurde sie als eigene Fachschule innerhalb des Polytechnikums von der Architekturfachschule getrennt und schließlich 1886 zur selbständigen Anstalt. Sitz des Instituts, dessen bislang wechselnde Vorstandschaft ab 1881 erstmals mit Christian Friedrich von Leins in eine ständige umgewandelt wurde, war – nach Abzug sämtlicher Unterrichtszweige aus dem Polytechnikum – von 1895 bis 1913 wiederum der zwar altgediente, aber räumlich unzureichende Thouret’sche Offiziers-Pavillon in der Königstraße 12.<ref>Abgeb. in: Wolfgang Kermer: Daten und Bilder zur Geschichte der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Edition Cantz, Stuttgart 1988 (= Verbesserter Sonderdruck aus: Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: eine Selbstdarstellung. Edition Cantz, Stuttgart 1988), o. P. [4].</ref>

Datei:Stuttgart kunstgewerbeschule 1926.jpg
Sitz der Kunstgewerbeschule ab 1913 (Postkarte aus der Zeit des Ersten Weltkriegs mit der Fassadenbeschriftung des Gebäudes „Kgl. Kunstgewerbeschule“, darüber die württ. Königskrone)

Bernhard Pankok wurde im Jahre 1901 an die neugegründete Königliche Kunstgewerbliche Lehr- und Versuchswerkstätte in dem ehemaligen Pönitentiarhaus (Zuchthaus) in der Senefelderstraße 45A–C berufen, die mit ihrer praxisnahen und -fördernden Ausrichtung die in Stilnachahmung erstarrte Kunstgewerbeschule mit neuen Ideen auffrischen sollte. Nach dem Weggang von Franz August Otto Krüger übernahm er 1903 dessen Stelle als Vorstand der Lehr- und Versuchswerkstätte. Nach der Pensionierung des langjährigen Kunstgewerbeschul-Direktors Hans von Kolb wurde er 1913 mit der Gesamtleitung der beiden nun in dem Neubau Am Weißenhof 1 vereinigten Institute betraut. Es gelang ihm, „seine“ Schule, an deren Gestalt er unter der Bauführung des Stuttgarter Architektenbüros Eisenlohr und Pfennig bestimmend mitgewirkt hatte, zu einer der bedeutenden künstlerischen Reformschulen in Deutschland zu machen. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg schlug er vor, alle Stuttgarter Kunstlehranstalten an einem Ort zusammenzuführen, schon damals auf dem Gelände am Weißenhof. Gegen den Plan, der in unterschiedlichen zeitlichen Abständen immer wieder einmal diskutiert wurde, gab es heftigen Widerstand, zuletzt 1927, insbesondere seitens der Akademie.

Lange vor dem Bauhaus hatte Bernhard Pankok, „Der Alleskönner“ (Die Zeit, 1973), die Bedeutung der Werkstattausbildung an Kunstschulen erkannt und, kaum dass er nach Stuttgart berufen worden war, diesbezüglich seine Ziele realisiert. Zunächst an der Lehr- und Versuchswerkstätte in der Senefelderstraße, ab 1913 dann als Direktor der neuorganisierten Kunstgewerbeschule im Neubau am Weißenhof. Innerhalb eines Vierteljahrhunderts, zu einer Zeit, zu der sich die Akademie in der Urbanstraße als „wohl die einzige unter den deutschen Kunstakademien [...] als Hochschule für Malerei, Bildhauerei und Graphik im Stil der alten Akademien rein erhalten hat“, so die „Denkschrift des Württ. Kultministerium für die Neuorganisation der Kunstgewerbeschule und der Akademie der bildenden Künste in Stuttgart“ 1927, lieferte die Kunstgewerbeschule unter Pankok auf der Basis kontinuierlich erweiterter Werkstatteinrichtungen und eines entsprechend mit Werkstattlehrern erweiterten Lehrkörpers<ref>Wolfgang Kermer: Zur Ausstellung „Werkstatt – Die Werkstätten und ihre Lehrer“ (1982). In: Ders.: „1968“ und Akademiereform: von den Studentenunruhen zur Neuorganisation der Stuttgarter Akademie in den siebziger Jahren (= Beiträge zur Geschichte der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, hrsg. von Wolfgang Kermer; 9). Cantz, Ostfildern-Ruit 1998, ISBN 3-89322-446-7, S. 87–90.</ref> ein Beispiel zukunftsweisender Kunstausbildung, die sie in eine Reihe mit den führenden, Reformen der Kunstausbildung bewirkenden Kunstschulen im ersten Drittels des vergangenen Jahrhunderts stellt.

Die Einrichtung von Werkstätten verlief unter dem Direktorat Pankoks zeitlich wie folgt:

  • 1901: Gründung der ‚Lehr- und Versuchswerkstätte‘ mit einer Schreinerwerkstätte
  • 1902: Errichtung einer Metallwerkstätte
  • 1905: Errichtung einer keramischen Werkstätte
  • 1912: Errichtung einer Teppichknüpfwerkstätte
  • 1913: Neuorganisation der Anstalt und Umzug in den Neubau am Weißenhof, Errichtung einer Buchdruckerwerkstätte, Errichtung einer Buchbinderwerkstätte, Ausbau der Dekorationsmalerwerkstätte, Errichtung der Frauenabteilung mit Stickerei-, Spitzenklöppelei- und Batikwerkstätte, Errichtung einer Lehrlingswerkstätte für Hafner
  • 1916: Errichtung einer Werkstätte für Frauenkleidung (Damenschneiderei)
  • 1918: Errichtung der chem.-techn. Werkstätte, durch die Robert-Bosch-Stiftung ins Leben gerufen und 1920 auf Anstaltskosten übernommen
  • 1919: Errichtung einer Porzellanmalerwerkstätte, Errichtung einer Glasmalerwerkstätte, Lehrauftrag für kunstgewerbliche Fotografie
  • 1921: Errichtung der Werkstätten für Glas- und Steinschnitt (ins Leben gerufen durch die Stiftung der Württ. Metallwarenfabrik Geislingen und 1925 auf Anstaltskosten übernommen), Errichtung der Stein- und Kupferdruckerei, Errichtung der Putzmacherei
  • 1923: Errichtung der Stoffdruckerei
  • 1925: Errichtung der Handweberei, Errichtung der Glasschliffwerkstätte, Errichtung der Bronzegießerei für die Plastikabteilung, Errichtung der Kunstschmiede und Kunstschlosserei<ref>Wolfgang Kermer: Akademiedaten – Eine Skizze (1982). In: Ders.: „1968“ und Akademiereform: von den Studentenunruhen zur Neuorganisation der Stuttgarter Akademie in den siebziger Jahren (= Beiträge zur Geschichte der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, hrsg. von Wolfgang Kermer; 9). Cantz, Ostfildern-Ruit 1998 ISBN 3-89322-446-7, S. 92.</ref>

Nach der Pensionierung des ab 1933 als Direktor eher geduldeten Bernhard Pankok im Jahre 1937 und dem anschließend nur wenige Monate währenden Direktorat des vom württembergischen Ministerpräsidenten und Kultminister Christian Mergenthaler ernannten, indem er „die Schule im nationalsozialistischen Geist zu führen im Stande sei“ gelobten, jedoch nach seiner Enttarnung als Hochstapler zum Suizid gedrängten Bildhauers, Medailleurs und NS-Funktionärs Oskar Glöckler führte die Kunstgewerbeschule ab 6. März 1938 die Bezeichnung „Meisterschule des deutschen Handwerks“.<ref>Wolfgang Kermer: Daten und Bilder zur Geschichte der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Edition Cantz, Stuttgart 1988 (= Verbesserter Sonderdruck aus: Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: eine Selbstdarstellung. Edition Cantz, Stuttgart 1988), o. P. [8]</ref>

Vereinigung von Akademie und Kunstgewerbeschule zur Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart 1941

Während der NS-Zeit wurde dann die Frage eines Zusammenschlusses von Kunstakademie und Kunstgewerbeschule entschieden. Dies geschah nicht aus fachlichen und ausbildungsmäßigen Einsichten und Erfordernissen, wie sie Pankok und auch andere seiner Zeit vorgedacht und das Bauhaus vollendet hatten, sondern aus Gründen einer administrativen „Vereinfachung“, die sich durch den Zusammenschluss der beiden ab 1933 gleichgeschalteten und nach dem „Führerprinzip“ geleiteten Institute ergeben sollte. „Der Unterricht wurde teilweise noch längere Zeit von den alten Lehrkräften erteilt, von denen sich viele mit dem herrschenden System arrangierten. Erst- und Wiederbesetzungen von Stellen erfolgten nach der politischen Zuverlässigkeit und einer der NS-Ideologie konformen Kunstauffassung. Das Niveau der künstlerischen Leistung sank völlig ab.“<ref>Wolfgang Kermer: Akademiedaten - Eine Skizze (1982). In: Ders.: „1968“ und Akademiereform: von den Studentenunruhen zur Neuorganisation der Stuttgarter Akademie in den siebziger Jahren (= Beiträge zur Geschichte der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, hrsg. von Wolfgang Kermer; 9). Cantz, Ostfildern-Ruit 1988 ISBN 3-89322-446-7, S. 92.</ref> Am 30. Oktober 1941 verfügte der württembergische Kultminister Christian Mergenthaler die Vereinigung von Akademie und Kunstgewerbeschule unter einheitlicher Leitung, jedoch unter Beibehaltung der räumlichen Trennung unter dem Namen Staatliche Akademie der bildenden Künste Stuttgart.<ref>Wolfgang Kermer: Daten und Bilder zur Geschichte der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Edition Cantz, Stuttgart 1988 (= Verbesserter Sonderdruck aus: Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: eine Selbstdarstellung. Edition Cantz, Stuttgart 1988), o. P. [9]</ref> Dabei figurierten bis zum Untergang des NS-Staates die bisherige Akademie als „Abteilung für freie Kunst“ und die Kunstgewerbeschule als „Abteilung für angewandte Kunst“.

Datei:Weissenhof Akademie 1.jpg
Altbau der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Am Weißenhof. Links: Relieffries von Rudolf Rochga. Vorn: Bistro „Red“

Als Direktor der neu organisierten Anstalt wirkte ab 1941 der bereits 1938 in das Amt eingesetzte, kurzzeitig durch den Grafiker Erich Feyerabend vertretene Bildhauer Fritz von Graevenitz. Dessen Dienststelle befand sich im Hauptgebäude der Akademie in der Urbanstraße befand. Sein Stellvertreter in der Nachfolge von Oskar Glöckler war der Gestalter (heute: Designer) und NS-Kulturfunktionär Hermann Gretsch, der in der Kunstgewerbeschule am Weißenhof amtierte, bis dort auf ihn, nachdem er in den Turbulenzen des nahenden Kriegsendes „abgetaucht“ war, ab Februar 1945 der Architekt und Möbelbauer Adolf Gustav Schneck folgte. Trotz seiner NSDAP-Mitgliedschaft blieb Schneck noch bis zur Einsetzung eines Planungsausschusses durch das württembergische Kultministerium zum Neuaufbau der Akademie 1946 in seiner Funktion als stellvertretender Direktor tätig, nachdem Fritz von Graevenitz, der wie Hermann Gretsch in der von Hitler und Goebbels erstellten Gottbegnadeten-Liste der prominenten Künstler des NS-Staates figurierte, Ende 1945 zurückgetreten war. Der Unterrichtsbetrieb war völlig zum Erliegen gekommen, zumal bei den Fliegerangriffen auf Stuttgart 1943/44 das Akademieensemble in der Urbanstraße mit sämtlichem Inventar, darunter die Personalakten und die wertvolle Bibliothek, zerstört wurde und die Kunstgewerbeschule, die ab 1942 teilweise als Reservelazarett diente, Bombentreffer erhielt.

Was die Zielsetzung der Akademie während des NS-Regimes anbetrifft, so gibt eine von Fritz von Graevenitz verantwortete Informationsschrift insoweit Auskunft, als die „einleitenden direktoralen Sätze eine ‚neue künstlerische Gesinnung‘ propagieren und betonen, wie sehr die ‚Kulturaufgaben des dritten Reichs den Einbau aller künstlerischen Kräfte in die Volksgemeinschaft‘ verlangen“. Zudem wird in der Schrift „auch auf den politischen Unterricht im Sinne der NSDAP, der für alle Schüler pflichtgemäß ist, hingewiesen, wie überhaupt ‚das studentische Leben an der Akademie [...] von dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund bestimmt ist‘.“<ref>Wolfgang Kermer: Daten und Bilder zur Geschichte der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Edition Cantz, Stuttgart 1988 (= Verbesserter Sonderdruck aus: Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: eine Selbstdarstellung. Edition Cantz, Stuttgart 1988), o. P. [9]</ref>

Studienangebot und Lehrkörper 1942

Durch die Vereinigung von Akademie und Kunstgewerbeschule verfügte die neue, als „Landeskunsthochschule unmittelbar dem württembergischen Kultminister unterstellt[e]“ Einrichtung über ein umfangreiches Studienangebot mit entsprechendem Lehrkörper. Jedoch kam der Lehr- und Studienbetrieb infolge schwerster Gebäudeverluste durch Fliegerangriffe ab 1943 sowohl in der Urbanstraße als auch am Weißenhof zum Erliegen.

Für das Jahr 1942 vermittelt die von Wolfgang Kermer erstellte Akademiechronik folgende unterrichtsmäßige Gliederung und personelle Zusammensetzung des Lehrkörpers:

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Neukonstituierung der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart 1946

Die Verbindung freier und angewandter Disziplinen unter einem Dach erfolgte erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als die unter dem damaligen württembergischen Kultminister und späteren Bundespräsidenten Theodor Heuss neukonstituierte Staatliche Akademie der bildenden Künste Stuttgart ihren Lehrbetrieb im Gebäude der ehemaligen Kunstgewerbeschule am Weißenhof trotz aller Kriegsschäden aufnehmen konnte. „Umfangreiche Raumkapazitäten“ beanspruchte allerdings gleichzeitig die Architekturabteilung der TH Stuttgart, die erst im Jahre 1960 auszog.<ref>Wolfgang Kermer: Daten und Bilder zur Geschichte der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Edition Cantz, Stuttgart 1988 (= Verbesserter Sonderdruck aus: Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: eine Selbstdarstellung. Edition Cantz, Stuttgart 1988), o. P. [12]</ref> In seiner programmatischen Rede, die Theodor Heuss am 5. November 1946 anlässlich der Wiedereröffnung der Akademie vor zahlreichen Ehrengästen in deren Aula hielt, gab er der Anstalt als zukunftsweisendes Leitmotiv das Prinzip der „polaren sachlichen Spannungen“, das einer doktrinär-einseitigen Ausrichtung entgegenwirke, mit auf den Weg. Herausragende Persönlichkeit des hauptsächlich aus Württembergern neu zusammengesetzten Lehrkörpers – die amerikanischen Militärbehörden hatten nur im Falle von drei aus der großen Zahl der früheren Professoren eine Weiterbeschäftigung „anheimgestellt“<ref>Adolf G. Schneck und F.H.Ernst Schneidler waren NSDAP-Mitglieder, die im Entnazifizierungsverfahren als Mitläufer eingestuft wurden. Biographische Daten liegen im Falle des Hans Wagner (1887–1948), ehedem Leiter des Forschungsinstituts für Farbentechnik an der Stuttgarter Kunstgewerbeschule bzw. Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, bislang nicht vor.</ref> – war Willi Baumeister. Er galt als Idealbesetzung, da es sich hier um Fragen der persönlichen Integrität in der NS-Zeit, der künstlerischen Authentizität und Kreativität, der Kunstfreiheit und der Gleichrangigkeit der Künste ging. Dabei war er bis ins Todesjahr 1955 als Lehrer attraktiv für junge Menschen aus aller Welt und eine Leitfigur ähnlich Adolf Hölzel. Dieser hatte von 1905 bis 1919 mit seinem Schülerkreis, darunter Willi Baumeister, Hans Brühlmann, Heinrich Eberhard, Gottfried Graf, Johannes Itten, Ida Kerkovius, Otto Meyer-Amden, Alfred Heinrich Pellegrini, Oskar Schlemmer, Hermann Stenner, Alfred Wickenburg und vielen anderen, die Stuttgarter Akademie zu einer Ausbildungsstätte von internationalem Rang erhoben.<ref>Wolfgang Kermer (Hrsg.): „Lieber Meister Hölzel...“ (Willi Baumeister) – Schüler erinnern sich an ihren Lehrer. Zum 70. Todestag Adolf Hölzels am 17. Oktober 2004 (= WerkstattReihe, hrsg. von Wolfgang Kermer; 11). Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart 2004 ISBN 3-931485-67-6 (Der Abdruck von Texten Oskar Schlemmers wurde aufgrund von Erbstreitigkeiten untersagt)</ref>

Datei:Weissenhof Akademie 2.jpg
Neubau 1 der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Am Weißenhof. Rechts: Neubau 2

Erst mit dem bundesweit neuartigen Gesetz über die Kunsthochschulen im Lande Baden-Württemberg (Kunsthochschulgesetz) vom 12. Februar 1975 (GBl.S.103)<ref>Gesetz über die Kunsthochschulen im Lande Baden-Württemberg (Kunsthochschulgesetz). In: Akademie-Mitteilungen 6: Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: für die Zeit vom 1. April 1974 bis 31. März 1975. Hrsg. von Wolfgang Kermer. Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Stuttgart Mai 1975, S. 8–20 (vollständiger Abdruck). Bereits am 1. Januar 1978 trat eine die weitere hochschulrechtliche Entwicklung vorzeichnende Neufassung in Kraft: Gesetz über die Kunsthochschulen im Lande Baden-Württemberg (Kunsthochschulgesetz–KHSchG). In: Akademie-Mitteilungen, 8: Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: für die Zeit vom 1. Juni 1976 bis 31. Oktober 1977. Hrsg. von Wolfgang Kermer. Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Stuttgart März 1978, S. 46–80 (vollständiger Abdruck).</ref> wurde aus der seit 1946 bestehenden nichtrechtsfähigen Anstalt des öffentlichen Rechts eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, woraus die rangmäßige Gleichstellung mit den Universitäten resultierte. Mit dem Kunsthochschulgesetz wurde „auch die gesetzliche Grundlage für das Aufnahmeverfahren geschaffen, in dem die künstlerische Eignung der Bewerber überprüft wird“, so Kultusminister Wilhelm Hahn,<ref>Geleitwort des Herrn Kultusminister zum Jahreswechsel 1975/76. In: Kultus und Unterricht, Nr. 1, 1. Januar 1976, S. 12.</ref> wie überhaupt die Einführung durchgängiger Studienordnungen und Prüfungsabschlüsse für alle Fächer der Akademie auf den Weg gebracht wurde.<ref>Das Kunsthochschulgesetz bewährt sich. In: Staatsanzeiger für Baden-Württemberg, 33/34, 28. April 1976</ref> Erste Erfolge in der Studienreform – eine der Hauptforderungen bei den Studentenunruhen Anfang der 1970er Jahre – zeigten sich 1976 mit der Einführung des akademischen Grades „Dipl.-Ing. Fachrichtung Innenarchitektur“, „schlechthin ein Novum in der Bundesrepublik“ (Karl Diemer), sowie eines Diplomabschlusses für den Studiengang „Restaurierung und Technologie von Gemälden und gefaßten Skulpturen“.<ref>Karl Diemer: Erfolge der Studienreform an der Akademie: Dipl.-Ing. für Innenarchitekten. In: Stuttgarter Nachrichten, Nr. 211, 11. September 1976, S. 25, zit. nach: Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: Pressespiegel, 2. Jg., Nr. 1, 28. September 1976, S. 2.</ref> Tatkräftige Unterstützung vielfacher Art erfuhren Rektor und Senat der Hochschule in dieser zukunftsweisenden und zugleich von fortwährender Politisierung bis in die ausgehenden 1970er Jahre erschwerten Phase durch „zahlreiche Aktivist*innen des Freundeskreises [der Akademie], insbesondere des Vorstands, Persönlichkeiten der Kommunalpolitik, des Handels, der Wirtschaft, Wissenschaftler, Museumsdirektoren, Fachleute des Druckerei- und Verlagswesens, des Möbeldesign, die ihre Mitgliedschaft zusammen mit der großen Schar derjenigen, die rein aus Liebe zur Kunst zugleich die Nähe zum künstlerischen Nachwuchs und den Stuttgarter Ausbildungsverhältnissen suchten und sich in den Dienst an der Sache stellten.“<ref>Wolfgang Kermer: Freundschaft – in einer Zeit des Umbruchs und der Neugestaltung: ein persönliches Erinnerungs- und Dankeswort aus Anlass des 100-Jahr-Jubiläums der „Freunde der Akademie e. V.“ am 22. März 2024. Selbstverlag, Kusel 2024, S. 47.</ref>

Trotz verschiedener Erweiterungsbauten – 1956 „Bildhauerbau“, 1968 „Architektenbau“, 1972 „Werkstattbau“<ref>Über die baulichen Erweiterungen vom Bezug des „Architektenbaus“ mit Mensa und Ausstellungshalle im August 1968 bis zur Fertigstellung des „Werkstattbaus“ im Herbst 1972, auf den noch ein unter Rektor Walter Brudi Anfang der 1960er Jahre als 3. Bauabschnitt projektierter (später nicht realisierter) „Malerbau“ folgen sollte, ausführlich: Akademie-Mitteilungen, 3: Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: für die Zeit vom 1. Oktober 1972 bis 31. März 1973. Hrsg. von Wolfgang Kermer. Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Stuttgart April 1973, S. 24–25.</ref> sowie 1994 „Neubau 2“ (heutige Benennung, nach dem „Werkstattbau“ eigentlich 3. und letzter Bauabschnitt des ursprünglich dreistufigen Plans zur baulichen Erweiterung der Akademie) – gelang es bis in die Gegenwart nicht, sämtliche Teile des Lehr- und Forschungsbetriebs auf dem Weißenhofareal zusammenzufassen und „Außenstellen“ zu vermeiden. Der von Rektor Wolfgang Kermer initiierte und von Architekten der Hochschule Anfang der 1980er Jahre ausgearbeitete Plan, die damals zum Verkauf stehende benachbarte Weißenhofsiedlung und das Höhenrestaurant „Schönblick“ anstelle von „Privatvermietung“ für die Hochschule zu nutzen und zu einem, wie Kermer sich ausdrückte, „Ideal-Campus“ internationaler Künstlerbegegnung zu entwickeln,<ref>Wolfgang Kermer: Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: Stellung und Gliederung – Die Fachgruppen – Personelle Besetzung. Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, 1984 (Leporello)</ref> fand – bei Befürwortung von Oberbürgermeister Manfred Rommel – nicht die Zustimmung von Ministerpräsident Lothar Späth.<ref>Wolfgang Kermer: Statement zur Eröffnung der Ausstellung „Weißenhof 1927–87“ am 6. Mai 1983. In: Ders.: „1968“ und Akademiereform. Von den Studentenunruhen zur Neuorganisation der Stuttgarter Akademie in den siebziger Jahren (= Beiträge zur Geschichte der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, hrsg. von Wolfgang Kermer; 9). Cantz Verlag, Ostfildern-Ruit 1998, ISBN 3-89322-446-7, S. 102–103.</ref> Zur Raumnot der Hochschule und dem Scheitern verschiedener Initiativen, wie Inangriffnahme des 3. Bauabschnitts, Erwerb von Weißenhofsiedlung und „Schönblick“ – „Die Kunst erstickt am Weißenhof“, so die Stuttgarter Nachrichten am 11. Dezember 1981 – nahm Wolfgang Kermer in seinem Rechenschaftsbericht 1983 detailliert Stellung.<ref>Zusammenfassender Bericht des Rektors für die Zeit vom 1. Juli 1980 bis 31. Dezember 1982 vor dem Senat der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart am 25. Januar 1983. Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, der Rektor, Wolfgang Kermer. Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Stuttgart 1983, S. 55–58, 100, 129, 131 (Presseartikel in Faksimile).</ref>

Institute und angegliederte Bereiche

Seit der letzten Neugründung 1946 sind bis Ende 2021 vier interdisziplinär agierende Institute hinzugekommen:

  • 1949 das von Kurt Wehlte gegründete Institut für Technologie der Malerei; heute: Farbinstitut Wehlte (privat)
  • 1966 durch Walter Brudi das Institut für Buchgestaltung und Medienentwicklung
  • 1967 das von Rolf E. Straub gegründete Institut für Museumskunde
  • 1980 durch Arno Votteler das Institut für Innenarchitektur und Möbeldesign, heute Weißenhof-Institut Interdisziplinäres Forum für Architektur, Raum + Möbel

Dazu existieren mittlerweile 32 Werkstätten als Kernstück der Akademie, die sich aus der der Kgl. Kunstgewerbeschule zugeordneten, bis 1913 eine quasi autonome Einrichtung bildenden, 1901 gegründeten Kgl. Lehr- und Versuchswerkstätte entwickelt hatten.<ref>Zur Entwicklung der Werkstätten und deren Bedeutung für die Künstlerausbildung: Wolfgang Kermer: Dokumentation zum Thema „Werkstatt“. In: Ders. (Hrsg.): Werkstatt: Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: Die Werkstätten und ihre Lehrer. Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Stuttgart 1982, S. 42–59.</ref>

Da sämtliche zur ehemaligen Königlichen Kunstschule gehörenden Sammlungsbereiche in das Museum der bildenden Künste, der späteren Staatsgalerie Stuttgart, übergegangen waren, verfügte die Akademie viele Jahrzehnte über keine eigene Kunstsammlung. Erst im Jahre 1975 wurde diese vom damaligen Rektor Wolfgang Kermer neu gegründet.<ref>Wolfgang Kermer: Die Sammlung der Stuttgarter Akademie: einige Anmerkungen zur Gründung, Vorgeschichte und Entwicklung aus Anlass ihres 30-jährigen Bestehens (= WerkstattReihe, hrsg. von Wolfgang Kermer; 12). Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Stuttgart 2005 ISBN 3-931485-71-4 Eintrag in der Landesbibliographie Baden-Württemberg, abgerufen am 12. Januar 2018</ref> Einen wesentlichen Impuls zur Gründung lieferte ein Werk Adolf Hölzels, das die Oberfinanzdirektion Stuttgart am 17. Oktober 1972 bei der Einweihung des Werkstattgebäudes (2. Bauabschnitt der Erweiterungsbauten) anstelle eines „Goldenden Schlüssels“ der Akademie als Geschenk überreichte.<ref>Ein Spätwerk Adolf Hoelzels für die Akademie. In: Akademie-Mitteilungen, 3: Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: für die Zeit vom 1. Oktober 1972 bis 31. März 1973. Hrsg. von Wolfgang Kermer. Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Stuttgart April 1973, S. 25–26, Abb. S. 13.</ref>

Fachgruppen und Studiengänge

Fachgruppe Kunst

Fachgruppe Architektur

  • Studiengang Architektur (B.A./M.A.)

Fachgruppe Design

Fachgruppe Konservierung-Restaurierung

  • Studiengang Konservierung und Restaurierung Neuer Medien und Digitaler Information (B.A./M.A.)
  • Lehrangebot Kunstgeschichte
  • Studiengang Restaurierung und Konservierung von Gemälden und gefassten Skulpturen (B.A./M.A.)
  • Studiengang Restaurierung und Konservierung von archäologischen, ethnologischen und kunsthandwerklichen Objekten (B.A./M.A.)
  • Studiengang Restaurierung und Konservierung von Kunstwerken auf Papier, Archiv- und Bibliotheksgut (B.A./M.A.)
  • Studiengang Restaurierung und Konservierung von Wandmalerei, Architekturoberfläche und Steinpolychromie (B.A./M.A.)

Fachgruppe Kunstwissenschaften-Ästethik

  • Studiengang Künstlerisches Lehramt
  • Studiengang Bildende Kunst

Schulleitung

Vorstände und Direktoren der Kunstschule (1829–1901) bzw. Akademie der bildenden Künste (1901–1941)

  • 1829–1845: Nikolaus Friedrich von Thouret, führte die unmittelbare Aufsicht über die Kunstschule und war zudem Mitglied der obersten Kunstschuldirektion unter dem Vorsitz von Johann Heinrich Dannecker, eine Funktion, die nach dem Ausscheiden Danneckers 1840 Oberregierungsrat (später Staatsrat) August Friedrich von Köstlin übertragen wurde<ref>Wolfgang Kermer: Daten und Bilder zur Geschichte der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Edition Cantz, Stuttgart 1988 (= Verbesserter Sonderdruck aus: Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: eine Selbstdarstellung. Edition Cantz, Stuttgart 1988), o. P. [4], dort auch die Belege für die weiteren Änderungen dieses Abschnitts</ref>
  • 1845–1854: Gottlob Friedrich Steinkopf, Vorstand der Kgl. Kunstschule
  • 1854–1879: Bernhard von Neher, bis 1867 Vorstand der Kgl. Kunstschule, anschließend deren Direktor
  • 1879–1883: Alexander von Liezen-Mayer, Direktor der Kgl. Kunstschule
  • 1883–1894: Claudius Schraudolph der Jüngere, Direktor der Kgl. Kunstschule
  • 1894–1896: Adolf von Donndorf, stellvertretender Direktor der Kgl. Kunstschule (die hauptamtliche Direktorenstelle bleibt zwei Jahre unbesetzt)
  • 1896–1898: Albert Kappis, Direktor der Kgl. Kunstschule
  • 1898–1900: Friedrich von Keller, Direktor der Kgl. Kunstschule
  • 1900–1902: Leopold von Kalckreuth, bis 1901 Direktor der Kgl. Kunstschule, anschließend der Kgl. Akademie der bildenden Künste
  • 1902–1912: Robert von Haug, Direktor der Kgl. Akademie der bildenden Künste
  • 1912–1916: Robert Poetzelberger, Direktor der Kgl. Akademie der bildenden Künste
  • 1916–1918: Adolf Hölzel, Direktor der Kgl. Akademie der bildenden Künste
  • 1918–1919: Ludwig Habich, Direktor der Württ. Akademie der bildenden Künste
  • 1919–1921: Heinrich Altherr, Direktor der Württ. Akademie der bildenden Künste
  • 1921–1925: Robert Breyer, Direktor der Württ. Akademie der bildenden Künste
  • 1925–1928: Alexander Eckener, Direktor der Württ. Akademie der bildenden Künste
  • 1928–1930: Arnold Waldschmidt, Direktor der Württ. Akademie der bildenden Künste
  • 1930–1938: Hans Spiegel, Direktor der Württ. Akademie der bildenden Künste
  • 1938–1940: Fritz von Graevenitz, Direktor der Württ. Akademie der bildenden Künste
  • 1940–1941: Erich Feyerabend, Direktor der Württ. Akademie der bildenden Künste

Vorstände und Direktoren der Kunstgewerbeschule (1869–1941)

  • 1869–1870: Wilhelm Bäumer, Vorstand der Architekturfachschule am Polytechnikum und zugleich Vorstand der Kunstgewerbeschule
  • 1870–1872: Christian Friedrich von Leins, Vorstand der Architekturfachschule am Polytechnikum und zugleich Vorstand der Kunstgewerbeschule
  • 1872–1874: Alexander von Tritschler, Vorstand der Architekturfachschule am Polytechnikum und zugleich Vorstand der Kunstgewerbeschule
  • 1874–1876: Konrad Dollinger, Vorstand der Architekturfachschule am Polytechnikum und zugleich Vorstand der Kunstgewerbeschule
  • 1876–1878: Robert von Reinhardt, Vorstand der Architekturfachschule am Polytechnikum und zugleich Vorstand der Kunstgewerbeschule
  • 1878–1880: Christian Friedrich von Leins, Vorstand der Architekturfachschule am Polytechnikum und zugleich Vorstand der Kunstgewerbeschule
  • 1880–1881: Alexander von Tritschler, Vorstand der Architekturfachschule am Polytechnikum und zugleich Vorstand der Kunstgewerbeschule
  • 1881–1892: erneut Christian Friedrich von Leins, nunmehr erster ständiger Vorstand der Anstalt
  • 1892–1913: Hans von Kolb, zunächst Vorstand, ab 1896 hauptamtlicher Direktor der K. Kunstgewerbeschule in der Unteren Königstraße (und zugleich der 1901 gegründeten, organisatorisch verbundenen, im „Poenitentiarhaus“ im Stuttgarter Westen untergebrachten K. Kunstgewerblichen Lehr- und Versuchswerkstätte)
  • 1901–1903: Franz August Otto Krüger, Vorstand der K. Kunstgewerblichen Lehr- und Versuchswerkstätte
  • 1903–1937: Bernhard Pankok, 1903–1913 Vorstand der K. Kunstgewerblichen Lehr- und Versuchswerkstätte, 1913–1937 Direktor (Gesamtleitung) der beiden organisatorisch und räumlich im Schulneubau am Weißenhof als K., ab 1918 als Staatl. Württ. Kunstgewerbeschule vereinigten Institute
  • 1937–1938 Oskar Glöckler, Direktor der Staatl. Württ. Kunstgewerbeschule (nach nur wenigen Monaten Amtszeit Suizid, die tatsächlichen Gründe – unberechtigte Titel- und Ordensführung – durch ein von der NS-Parteiführung veranlasstes „offizielles“ Begräbnis vertuscht)
  • 1938–1940 Paul Haustein, vertretungsweise Direktor der Staatl. Württ. Kunstgewerbeschule
  • 1940–1941 Hermann Gretsch, zunächst Direktor der Staatl. Württ. Kunstgewerbeschule bis zu deren Vereinigung mit der Württ. Akademie der bildenden Künste zur Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart 1941, anschließend stellvertretender Direktor der – zwischen Weißenhof („Abteilung für angewandte Kunst“) und Urbanstraße („Abteilung für freie Kunst“) räumlich getrennten – Gesamtanstalt (Direktor: Fritz von Graevenitz)

Direktoren der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste (1941–1946)

  • 1941–1945: Fritz von Graevenitz, Direktor der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart, entstanden aus der 1941 verfügten Vereinigung der Württ. Akademie der bildenden Künste und der Württ. Staatlichen Kunstgewerbeschule; die bisherige Akademie in den Gebäuden Urbanstraße 37/39 und 50 führt die Bezeichnung „Abteilung für freie Kunst“ und die Kunstgewerbeschule am Weißenhof führt die Bezeichnung „Abteilung für angewandte Kunst“<ref>Wolfgang Kermer: Daten und Bilder zur Geschichte der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Edition Cantz, Stuttgart 1988 (= Verbesserter Sonderdruck aus: Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: eine Selbstdarstellung. Edition Cantz, Stuttgart 1988), o. P. [9]</ref>
  • 1945–1946: Adolf G. Schneck, nach dem „Wegtauchen“ von Hermann Gretsch noch von den NS-Behörden zum stellvertretenden Direktor der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Stuttgart ernannt, deren Gebäude in der Urbanstraße völlig, am Weißenhof teilweise zerstört sind; bis zur Neukonstituierung der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart 1946 im Gebäude am Weißenhof und der Ernennung eines kommissarischen Direktors (Hermann Brachert) – Direktor Fritz von Graevenitz ist Ende 1945 zurückgetreten – trotz NSDAP-Mitgliedschaft in dieser Funktion belassen

Rektoren der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste (seit 1946)

Aktuelle und ehemalige Lehrende sowie Alumni

Siehe dazu: Liste der Angehörigen der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Diese führt die bekanntesten Mitglieder mit ihren Fachbereichen auf, die als Lehrkraft oder Studierende an der Akademie tätig waren oder sind, einschließlich der Ehrenmitglieder und Ehrensenatoren sowie der vom Holocaust betroffenen Personen.

Relieffries

Datei:Rudolf Rochga, Relief 1, In der Schmiede, Kunstakademie Stuttgart.jpg
Relief 1 „In der Schmiede“. Rechts oben: Signatur „ROCHGA“.

Der gebürtige Mecklenburger Rudolf Rochga (1875–1957) verbrachte den größten Teil seines Erwachsenenlebens in Stuttgart, wo er ab 1903 zunächst als Hilfslehrer, von 1905 bis 1938 als Professor und Leiter der Fachabteilung für Dekorationsmalerei<ref>Württembergische Staatliche Kunstgewerbeschule Stuttgart (Hrsg.): Tätigkeitsbericht über die Jahre 1924–1927. Hoffmannsche Buchdruckerei Felix Krais [Druck], Stuttgart [1928], S. 24–26.</ref> (ursprünglich als Abteilung für Flächenkunst gegründet) an der Kunstgewerbeschule wirkte. Er gehört zu den fast vergessenen Stuttgarter Künstlern des 20. Jahrhunderts. Der auffällige Fries mit sieben Sgraffiti an der Südflügelfassade des Altbaus der heutigen Kunstakademie, des früheren Hauptgebäudes der Kunstgewerbeschule, ist seine bislang einzige bekannte künstlerische Hinterlassenschaft mit öffentlicher Wirkung. Entstanden ist der Fries, an dessen Ausführung Lehrer und Schüler der Dekorationsmalerabteilung beteiligt waren, unter dem Direktorat von Bernhard Pankok nach 1930, aber noch vor 1933.<ref>In der letzten, vor 1933 erschienenen Selbstdarstellung der Kunstgewerbeschule, Werner Büddemann (Hrsg.): Führer durch die Württ. Staatl. Kunstgewerbeschule Stuttgart 1930–31. Akademischer Verlag Dr. Fritz Wedekind, Stuttgart o. J. [1932], wird der Fries noch nicht erwähnt.</ref>

Wie ein Wahrzeichen verweist die Sgraffitofolge auf die Kunstakademie, die mit dem Südflügel des Altbaus an die vielbefahrene Straße Am Kochenhof angrenzt. Der Gebäudekomplex der Akademie liegt abseits der Durchgangsstraße in prominenter Nachbarschaft zum Höhenpark Killesberg, den Geschäften und Wohnhäusern des Stadtquartiers Killesberghöhe und der Weißenhofsiedlung. Gegenüber der Südfassade des Altbaus liegt die Brenzkirche.

Zwar werden die Reliefs teilweise durch Bäume verdeckt, sie sind aber als Ensemble von der Straße her gut sichtbar und können vom Bürgersteig aus in voller Größe betrachtet werden. Die sieben etwa 3 × 3 Meter großen Kratzputzreliefs (Sgraffiti) sind an der Außenfassade im zweiten Obergeschoss des Südflügels des Altbaus nebeneinander aufgereiht.

Über die Herstellungstechnik und die Ausführung der Reliefs ist nichts bekannt. In der einschlägigen Literatur werden die Reliefs nicht erwähnt. Wenn Rochga nicht in Relief 1 in Blockbuchstaben vertikal die Signatur „ROCHGA“ angebracht hätte, würden die Reliefs als anonyme Kunstwerke gelten müssen.

Die Reliefs und ihre Farbgebung befinden sich in einem verhältnismäßig guten Zustand, wenn auch ihre originale farbliche Substanz unter dem Einfluss von Klimafaktoren gelitten hat. Sie stellen verschiedene Themen aus Handwerk, Kunst und Jagd dar. Im Zuge von Restauriermaßnahmen an den Außenfassaden, die das Staatliche Hochbauamt Stuttgart ausgangs der 1970er Jahre veranlasste, sollten die Sgraffiti, die den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden hatten, entfernt werden. Sie blieben auf Betreiben des damaligen Rektors Wolfgang Kermer erhalten.

Literatur

Allgemein

  • August Friedrich Batz: Beschreibung der Hohen Karls-Schule zu Stuttgart. In eigenem Druck und Verlag, Stuttgart 1783 (Nachdruck der Ausgabe, Stuttgart: Lithos-Verlag, 1987, ISBN 3-88480-008-6)
  • Robert Uhland: Geschichte der Hohen Karlsschule in Stuttgart. Kohlhammer, Stuttgart 1953
  • Die Hohe Carlsschule. Ausstellung im Museum der Bildenden Künste. Stuttgart 1959 (Katalog: Werner Fleischhauer)
  • Karl Hossinger: Die Hohe Carlsschule zu Stuttgart: Sklavenplantage oder einmalige epochale Erziehungsanstalt? Nationale Forschungs- und Gedenkstätten der Klassischen Deutschen Literatur in Weimar (Hrsg.). Arion Verlag, Weimar 1960 (Kritik aus marxistischer Sicht)
  • Walter Brudi (Hrsg.): Staatliche Akademie der bildenden Künste Stuttgart. [Staatliche Akademie der bildenden Künste Stuttgart, 1968] (großformatiger Bildband, anlässlich der Eröffnung des Neubaus der Akademie „den Freunden der Akademie gewidmet“, doch wegen der 68er-Ereignisse nur in wenigen Exemplaren ausgeliefert; mit Arbeitsproben der Professoren und der künstlerischen Lehrer Rudolf Daudert, Gerhard Gollwitzer, Hugo Peters, Hans Gottfried von Stockhausen, Horst Bachmayer, Christoff Schellenberger, Trude Barth, Albrecht Appelhans, Rudolf Haegele, Hannes Neuner, K. R. H. Sonderborg, Rudolf Yelin, Herbert Baumann, Rudolf Hoflehner, Herbert Hirche, Eberhard Krauss, Herta-Maria Witzemann, Wolfgang Stadelmaier, Erwin Heinle, Walter Brudi, Gunter Böhmer, Eugen Funk, Christoph Brudi, Wilfried Gronwald, Günter Jacki, Leo Wollner, Ulrich Günther, Klaus Lehmann, Klaus Kinter, Rudolf Müller, Peter Steiner)
  • Wolfgang Kermer (Hrsg. u. Schriftleitung): Akademie-Mitteilungen: Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. 1.1971/1972(1972) – 8.1976/77(1978); damit Ersch. eingest.
  • Wolfgang Kermer (Hrsg. u. Schriftleitung): Beiträge zur Geschichte der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Stuttgart: Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, 1975–1987 (Bd. 1–6); Ed. Cantz, Ostfildern-Ruit 1992–2001 (Bd. 7–10); Stuttgart: Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, 2003–2004 (Bd. 11–12); damit Ersch. eingest.
  • Johannes Zahlten: „Die Kunstanstalten zur Staats- und Nationalsache gemacht…“: Die Stuttgarter Kunstakademie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Stuttgart 1980 (= Beiträge zur Geschichte der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart / Hrsg. Wolfgang Kermer; 2)
  • Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: eine Selbstdarstellung. Vorwort Lothar Späth, Helmut Engler, Manfred Rommel, Paul Uwe Dreyer. Mit Texten von Karl-Alfred Storz, Wolfgang Kermer, Bernd Rau und zahlreichen Beiträgen von Lehrenden der Akademie. Edition Cantz, Stuttgart 1988, ISBN 3-89322-005-4
  • Wolfgang Kermer (Hrsg. u. Schriftleitung): WerkstattReihe: Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. 1.(1996) – 16.(2006); damit Ersch. eingest.
  • Wolfgang Kermer: „1968“ und Akademiereform: von den Studentenunruhen zur Neuorganisation der Stuttgarter Akademie in den siebziger Jahren. Cantz, Ostfildern-Ruit 1998, ISBN 3-89322-446-7 (= Beiträge zur Geschichte der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, hrsg. von Wolfgang Kermer; 9).
  • Nils Büttner/Angela Zieger (Hrsg.): Rücksichten: 250 Jahre Akademie der Bildenden Künste Stuttgart: ein Lesebuch. Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-931485-11-5.

Altbau

  • {{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}}Hans Klaiber (Redaktion und Text); Birgit Hahn-Woernle (Katalog); Hans Klaiber (Katalog): Bernhard Pankok : 1872–1943; Kunsthandwerk, Malerei, Graphik, Architektur, Bühnenausstattungen. Ausstellung des Württembergischen Landesmuseums, Stuttgart, Altes Schloß, 24. Mai – 29. Juli 1973. Cantz, Stuttgart 1973, S. 52–54.
  • {{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}}Annette Schmidt: Ludwig Eisenlohr. Ein architektonischer Weg vom Historismus zur Moderne. Stuttgarter Architektur um 1900. Hohenheim-Verlag, Stuttgart 2006, S. 513–521, Nr. 147.
  • {{#invoke:Vorlage:Anker|f |errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Anker |errHide=1}}Martin Wörner; Gilbert Lupfer; Ute Schulz: Architekturführer Stuttgart. Reimer, Berlin 2006, S. 129, Nr. 205.

Weblinks

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Einzelnachweise

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{{#if:Private Universitäten colspan="2"}} class="hlist" style="text-align: {{#if:Private Universitäten|left|center}};border-left: 2px solid #fdfdfd;width: 100%;margin: .4em 0;border-color: #fdfdfd;padding: {{#if:|0|0 .25em}};"|

Friedrichshafen }}

{{#if:Pädagogische Hochschulen colspan="2"}} class="hlist" style="text-align: {{#if:Pädagogische Hochschulen|left|center}};border-left: 2px solid #fdfdfd;width: 100%;margin: .4em 0;border-color: #fdfdfd;padding: {{#if:|0|0 .25em}};"|

Freiburg • Heidelberg • Karlsruhe • Ludwigsburg • Schwäbisch Gmünd • Weingarten }}

{{#if:Kunsthochschulen (inkl. Musikhochschulen) colspan="2"}} class="hlist" style="text-align: {{#if:Kunsthochschulen (inkl. Musikhochschulen)|left|center}};border-left: 2px solid #fdfdfd;width: 100%;margin: .4em 0;border-color: #fdfdfd;padding: {{#if:|0|0 .25em}};"|

Freiburg • Heidelberg • Karlsruhe (Musik, Bildende Künste, Gestaltung) • Ludwigsburg (Filmakademie, Darstellende Kunst) • Mannheim (Musik und Darstellende Kunst, Popakademie) • Rottenburg • Stuttgart (Musik und Darstellende Kunst, Bildenden Künste) • Trossingen • Tübingen }}

{{#if:Staatliche (Fach-)Hochschulen colspan="2"}} class="hlist" style="text-align: {{#if:Staatliche (Fach-)Hochschulen|left|center}};border-left: 2px solid #fdfdfd;width: 100%;margin: .4em 0;border-color: #fdfdfd;padding: {{#if:|0|0 .25em}};"|

Aalen • Albstadt-Sigmaringen • Biberach • Esslingen • Furtwangen • Heilbronn • Karlsruhe • Kehl • Konstanz • Ludwigsburg • Mannheim (TH, HdBA) • Nürtingen-Geislingen • Offenburg • Pforzheim • Ravensburg-Weingarten • Reutlingen • Rottenburg • Schwäbisch Gmünd • Schwetzingen • Stuttgart (HfT, HdM) • Ulm • Villingen-Schwenningen }}

{{#if:Kirchliche und Private (Fach-)Hochschulen colspan="2"}} class="hlist" style="text-align: {{#if:Kirchliche und Private (Fach-)Hochschulen|left|center}};border-left: 2px solid #fdfdfd;width: 100%;margin: .4em 0;border-color: #fdfdfd;padding: {{#if:|0|0 .25em}};"|

Freiburg (EH, KH) • Heidelberg (Fresenius, SRH, HfJS) • Karlsruhe • Liebenzell • Ludwigsburg • Mannheim • Reutlingen • Stuttgart (Freie HS, Merz Akademie, HfK+G) }}

{{#if:Duale Hochschule Baden-Württemberg colspan="2"}} class="hlist" style="text-align: {{#if:Duale Hochschule Baden-Württemberg|left|center}};border-left: 2px solid #fdfdfd;width: 100%;margin: .4em 0;border-color: #fdfdfd;padding: {{#if:|0|0 .25em}};"|

Heidenheim • Heilbronn • Karlsruhe • Lörrach • Mannheim • Mosbach • Ravensburg • Stuttgart • Villingen-Schwenningen }}

{{#if:Private Fernhochschule colspan="2"}} class="hlist" style="text-align: {{#if:Private Fernhochschule|left|center}};border-left: 2px solid #fdfdfd;width: 100%;margin: .4em 0;border-color: #fdfdfd;padding: {{#if:|0|0 .25em}};"|

Backnang (EHiP) • Konstanz (AH) • Riedlingen (SRH) • Stuttgart (AKAD) }}

{{#if: left|center}};border-left: 2px solid #fdfdfd;width: 100%;margin: .4em 0;border-color: #fdfdfd;padding: {{#if:|0|0 .25em}};"|

}}

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