Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Upekkhā – Wikipedia Zum Inhalt springen

Upekkhā

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Upekkha)

Upekkhā (Pali; Sanskrit: Upekṣā; wörtlich „Gleichmut“, auch „Gelassenheit“) ist ein zentraler Begriff der buddhistischen Geistesschulung. Der Terminus bezeichnet eine kultivierte innere Haltung ausgeglichener Nicht-Reaktivität, die von Weisheit getragen wird und sich von bloßer Gleichgültigkeit grundlegend unterscheidet.

Upekkhā nimmt im Lehrgebäude des Theravāda-Buddhismus eine herausragende Stellung ein: Es ist zugleich eines der Vier Unermesslichen (Brahmavihāra),<ref>Brahmavihāra-Sutta, in: Aṅguttara Nikāya; sowie Mettāsahagata Sutta, Saṃyutta Nikāya.</ref> eines der Sieben Erleuchtungsglieder (Bojjhanga),<ref>Saṃyutta Nikāya, Bojjhanga-Saṃyutta.</ref> eine der zehn Vollkommenheiten (Pāramitā)<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref> sowie ein Glied der vierten meditativen Vertiefung (Jhāna).

Etymologie und Bedeutungsspektrum

Das Pali-Wort upekkhā leitet sich von upa (Annäherung, Nähe) und ikkhati (sehen, schauen) ab und bedeutet wörtlich „aus der Nähe hinschauen“.

Das Bedeutungsspektrum des Begriffs umfasst:

  • Gleichmut im ethischen Sinne: Die ausgeglichene, unvoreingenommene Haltung gegenüber allen Wesen.
  • Gelassenheit: Das Freisein von Aufgewühltheit angesichts wechselnder Lebensumstände.
  • Nicht-Anhaften: Die innere Unabhängigkeit von Gewinn und Verlust, Lob und Tadel.
  • Nicht-Unterscheiden (tatra-majjhattatā): Das Einhalten der Mitte, das Nichtneigen zu einer Seite.
  • Loslassen: Das Nicht-Festhalten an angenehmen wie unangenehmen Erfahrungen.

Upekkhā als Brahmavihāra

Als vierter der Vier Unermesslichen stellt Upekkhā die Vollendung des Geistes in grenzenloser Ausgeglichenheit dar. Gleichmut soll die „Weisheit der Gleichheit“ zum Ausdruck bringen: die Fähigkeit, alle Wesen als gleich zu betrachten und keine Unterschiede zwischen sich selbst und anderen zu machen.

Direkter und indirekter Feind

Die Kommentartradition unterscheidet für jeden Brahmavihāra zwei Arten von Hindernissen:

  • Direkter Feind: Die Unruhe und Aufgeregtheit (uddhacca), die durch Gier und Unwillen entsteht.
  • Indirekter Feind: Die dem Gleichmut täuschend ähnlich scheinende Gleichgültigkeit (aññāṇa-upekkhā, auf Unwissenheit beruhender Gleichmut).

Echter Gleichmut ist in Pañña verwurzelt, während Gleichgültigkeit aus Desinteresse oder Abneigung entspringt.

Upekkhā als Erleuchtungsglied (Bojjhanga)

Als siebtes der Sieben Erleuchtungsglieder nimmt Upekkhā eine balancierende Rolle ein. Während die Achtsamkeit als vermittelndes Glied agiert, gehört Gleichmut zur beruhigenden Gruppe der Erleuchtungsfaktoren.

Upekkhā und die vierte Jhāna

Upekkhā ist eine heilsame Geistesformation (saṅkhāra-kkhandha). Durch die Entfaltung von Gleichmut wird die vierte meditative Vertiefung (Jhāna) erreicht. In dieser Stufe sind lediglich Gleichmut und Sammlung (samādhi) anwesend. Sie bildet die Grundlage (pādaka-jjhāna) zur Erreichung der Höheren Geisteskräfte (Abhiññā).

Upekkhā als Vollkommenheit (Pāramī)

Im Theravāda zählt Upekkhā als zehnte und letzte der Vollkommenheiten (dasa pāramī). In der Kommentartradition wird sie auf drei Ebenen unterschieden: als gewöhnliche, mittlere und höchste Vollkommenheit (upekkhā-paramattha-pāramī).

Upekkhā im Mahāyāna

Im Mahāyāna entspricht Upekkhā dem vierten Brahmavihār. In der dortigen Liste der sechs Vollkommenheiten wird Gleichmut üblicherweise nicht als eigenständige Kategorie aufgeführt.

Literatur

  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}
  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}
  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}

Weblinks

Einzelnachweise

<references />