Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Millowitsch-Theater – Wikipedia Zum Inhalt springen

Millowitsch-Theater

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Volkstheater Millowitsch)
Millowitsch-Theater
(Volksbühne am Rudolfplatz)
Millowitsch-Theater
Lage
Adresse: Aachener Straße 5
Stadt: Köln
Koordinaten: 50° 56′ 11″ N, 6° 56′ 13″ OKoordinaten: 50° 56′ 11″ N, 6° 56′ 13″ O
 {{#coordinates:50,936388888889|6,9369444444444|primary
dim=500 globe= name=Skriptfehler: Ein solches Modul „Coordinates/kml“ ist nicht vorhanden. region=DE-NW type=building
  }}
Architektur und Geschichte
Eröffnet: 16. Oktober 1936
Zuschauer: 402 Plätze
Internetpräsenz:
Website: Volksbühne am Rudolfplatz
Datei:Millowitsch-Anzeige.JPG
Zeitungsanzeige von 1892

Das Millowitsch-Theater war ein privates Theater in Köln, das durch den Volksschauspieler Willy Millowitsch überregional bekannt wurde. Es zählte durch die 1953 begonnenen Fernsehübertragungen zu den bekanntesten Mundartbühnen Deutschlands, die ihre Stücke für das überregionale Publikum überwiegend in einem stark dialektal gefärbten Hochdeutsch darboten. Von 1936 bis 2014 besaß das Ensemble mit seiner Spielstätte in der Aachener Straße eine der größten privat geführten Kölner Bühnen. Das Gebäude wurde ebenfalls als Millowitsch-Theater bezeichnet.

2015 wurde die Bühne von neuen Betreibern übernommen und in Volksbühne am Rudolfplatz umbenannt. Von da an wurde das Haus nur noch die Hälfte des Jahres von Peter Millowitsch und seinem Ensemble bespielt, in der restlichen Zeit standen Gastspiele, Events und Konzerte auf dem Programm. Am 25. März 2018 löste Millowitsch sein Ensemble nach sieben Generationen aus wirtschaftlichen und Altersgründen auf<ref>Henriette Westphal: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 22. Januar 2018, abgerufen am 21. August 2019.</ref>, seitdem wird das Programm der Volksbühne am Rudolfplatz ganzjährig von der neuen Geschäftsleitung gestaltet.

Geschichte

1792 fand der Name Millowitsch mit dem Lohkuchenhändler und Puppenspieler Michael Millowitsch erstmals in Köln Erwähnung. 1793 wurde der Sohn Franz Andreas geboren († 1875), der das Stockpuppentheater von seinem Vater übernahm. Nachdem im November 1822 im rechtsrheinischen Köln die Deutzer Schiffbrücke fertiggestellt worden war, unterhielt er mit einem mobilen Theater die Passanten, die auf die Öffnung der Brücke warteten, wenn ein Schiff vorbeifuhr.

1830 wurde Sohn Josef Caspar geboren, der eine feste Spielstätte in Köln bezog; es wurde noch immer mit Stockpuppen gespielt. Hierfür beantragte am 16. August 1843 Franz Andreas Millowitsch die Konzession; am 27. November 1845 wurde die Konzession für eine Wanderbühne erbeten.<ref>Peter Fuchs: Chronik zur Geschichte der Stadt Köln. Band 2, 1991, S. 131.</ref> Doch die Bezirksregierung lehnte die Anträge wegen des bereits bestehenden Hänneschen-Theaters ab. Im November 1847 spielte er mit einem Gewerbeschein in Deutz, eröffnete 1849 ein kleines Theater in der Weyerstraße und übergab dieses 1865 an seinen Sohn Josef Caspar Millowitsch. Dieser starb 1867, und erst die nächste Generation mit Wilhelm Josef Millowitsch, der 1854 zur Welt kam, stellte das Theater auf echte Schauspieler um. So trat die Familie erstmals am 1. Mai 1895 als „Kölner plattdeutsche Volksbühne“ am Neumarkt auf.<ref>Peter Fuchs: Chronik zur Geschichte der Stadt Köln. Band 2, 1991, S. 161.</ref>

Wilhelm Josef Millowitsch spielte zwar nach wie vor die traditionellen Puppentheaterstücke mit Figuren wie dem Hänneschen oder Tünnes und Schäl, aber nach und nach verlagerte sich der Schwerpunkt auf Revuestücke wie die Reise um die Erde in 80 Tagen. Er starb 1909, und seine Frau Emma übernahm bis 1920 die Leitung des Theaters. Danach führte der 1880 geborene Sohn Peter Wilhelm Millowitsch die Bühne. Wegen der Wirtschaftskrise war das Theater gezwungen, an ständig wechselnden Orten zu spielen, bis sich Millowitsch 1936 am heutigen Standort in der Nähe des Rudolfplatzes in Köln niederließ. Am 16. Oktober 1936 wurde mit dem Stück Mädchen für alles die Premiere im neuen Haus gefeiert. Das Gebäude in der Aachener Straße 5 beherbergte bis dahin die Coloniasäle, in denen Tanzveranstaltungen, aber im Ersten Weltkrieg auch militärische Musterungen durchgeführt worden waren.<ref>Siehe dazu den Musterungsaufruf vom 5. Mai 1917 in den Coloniasälen: Landsturm Musterung Köln 1917.gif</ref> 1940 übernahm Peter Wilhelms Sohn Willy Millowitsch die Leitung des Hauses. Im Januar 1945 starb Peter Wilhelm Millowitsch.

Im Zweiten Weltkrieg zog die Familie Millowitsch hinter der deutschen Wehrmacht als Fronttheater durch das besetzte Belgien und Frankreich.<ref>Christoph Driessen: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 19. September 2024, abgerufen am 30. September 2025.</ref> Die Bombenangriffe beschädigten das Theater nur wenig, und so konnte der Spielbetrieb auf Wunsch von Konrad Adenauer, dem damaligen Kölner Oberbürgermeister, am 19. Oktober 1945 mit dem Dreiakter Das Glücksmädel wieder aufgenommen werden.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Nach dem Krieg leitete Willy Millowitsch das Theater zusammen mit seiner Schwester Lucy, mit der er bis 1969 große Erfolge auf der Bühne feierte.

Am 27. Oktober 1953 wurde mit dem Stück Der Etappenhase des niederdeutschen Dichters Karl Bunje vom NWDR die erste Live-Übertragung eines Bühnenstücks im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Die als Ersatz für eine ausgefallene Sportübertragung gesendete Aufführung machte das Millowitsch-Theater deutschlandweit bekannt. Es spezialisierte sich fortan überwiegend auf das Genre des derb-komischen Schwankes. In diesem Genre folgten mehr als 100 weitere Stücke, von denen viele zu Straßenfegern wurden wie Schneider Wibbel, Tante Jutta aus Kalkutta mit einer Einschaltquote von 88 %<ref>Vorlage:Prisma</ref> und Et fussig Julche, in dem Tochter Mariele Millowitsch einen ihrer ersten Auftritte hatte.

Weitere Publikumslieblinge waren über viele Jahre die Kölner Volksschauspielerin Elsa Scholten, die ab 1920 am Millowitsch-Theater spielte, sowie Franz Schneider (ab etwa 1946), Lotti Krekel (ab 1958), Frank Barufski (ab 1959), Walter Hoor und Barbie Steinhaus (etwa ab 1971). Zu den nicht theatergebundenen Mitwirkenden gehörten Bubi Scholz und Günter Lamprecht (Der Meisterboxer), Peter René Körner (Tante Jutta aus Kalkutta) und Eddi Arent (Der müde Theodor). Auch Trude Herr, die später ein eigenes Volkstheater in Köln gründete, übernahm von 1948 an kleine Rollen am Millowitsch-Theater.<ref>Horst O. Hermanni: Von Jean Gabin bis Walter Huston. Das Film-ABC. 2009, S. 387 (books.google.de).</ref>

1998 wurde das Theater von Willys Sohn Peter übernommen; Willy Millowitsch starb 1999. Es wurden weiterhin Schwänke gespielt, die überwiegend Peter Millowitsch schrieb. Zudem traten beliebte Gesangsgruppen wie die Bläck Fööss, die Paveier und De Räuber sowie andere Kölner Ensembles wie die Wise Guys und Basta im Millowitsch-Theater auf.

Datei:Millowitsch Theater 2015 15.jpg
Das Ensemble des Millowitsch-Theaters bei Käsch in de Täsch, 2015: Leo Mader, Samy Orfgen, Peter Millowitsch, Ariana Weil, Dmitri Alexandrov, Robert Sertic

Seit Anfang 2015, verbunden mit einer umfangreichen Sanierung des Theaters, firmiert die Spielstätte unter der Bezeichnung Volksbühne am Rudolfplatz. Getragen vom Verein Freie Volksbühne Köln, verfügt der Saal über 402 Plätze, davon 356 im Parkett und 46 auf dem Balkon.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Abgerufen am 15. Oktober 2015.</ref> Das Theater wurde jeweils ein halbes Jahr lang von Peter Millowitsch mit dem Millowitsch-Theater genutzt. In der anderen Jahreshälfte folgten zunächst Veranstaltungen der Theater-, Konzert- und Gastspieldirektion Otto Hofner GmbH. Die verbleibenden fünf Monate nutzte die Volksbühne am Rudolfplatz selbst die Spielstätte und setzte dabei auf Comedy-, Kabarett- und Musikdarbietungen.<ref>[Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Archiviert vom Vorlage:Referrer (nicht mehr online verfügbar) am 17. Juli 2015; abgerufen am 15. Oktober 2015.Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.</ref>

Das Theater war weiterhin Sitz der Millowitsch Theater GmbH.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Abgerufen am 15. Oktober 2015.</ref> Ende 2016 beendete der WDR die langjährige Zusammenarbeit, damit endeten die Fernsehübertragungen, die das Theater überregional bekannt gemacht hatten. Am 25. März 2018 fand mit dem Stück Wer weiß wofür et jot es die letzte Vorstellung des Millowitsch-Theaters statt.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 22. Januar 2018, abgerufen am 21. August 2019.</ref> Das Theatergebäude wird weiterhin durch die Volksbühne am Rudolfplatz genutzt.

Theaterstücke (Auswahl großer Erfolge; Premierendatum)

Vorlage:Mehrspaltige Liste

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Bühne der Kulturen | Cassiopeia Theater | Comedia Theater | D.a.S. Theater | Eifelturm | Freies Werkstatt Theater | Futur3 | Gloria-Theater | Hänneschen-Theater | Kumede | Millowitsch-Theater | Musical Dome | Piccolo Puppenspiele | Schauspiel | Senftöpfchen | Studiobühne | Tazzelwurm | Theater am Dom | Theater der Keller | Theater im Bauturm | Theater in der Filmdose | Theater Tiefrot | Türkis Theater Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:HinweisbausteinVorlage:Wikidata-Registrierung