Weltwirtschaftsforum
| Weltwirtschaftsforum World Economic Forum (en) Forum économique mondial (fr) Forum economico mondiale (it) Forum economic mundial (rm) (WEF) | |
|---|---|
| colspan="2" class="notheme" style="text-align: center; padding:1em 0; background-color:#Vorlage:Standardfarbe; color:#202122;" | World Economic Forum logo.svg | |
| Rechtsform | Stiftung |
| Gründung | 1971 in Davos |
| Auflösung | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) |
| Gründer | Datei:Flag of Germany.svg Klaus Schwab |
| Sitz | Cologny, Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz |
| Vorläufer | 1971–1987 European Management Forum ab 1987 World Economic Forum |
| Nachfolger | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) |
| Motto | Committed to improving the state of the world |
| Zweck | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) |
| Aktionsraum | weltweit |
| Präsident | Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Alois Zwinggi (interim) |
| Geschäftsführung | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) |
| Eigentümer | Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) |
| Umsatz | Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Stiftungskapital | Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 273: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Beschäftigte | Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Freiwillige | Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Mitglieder | Lua−Fehler in Modul:Wikidata. Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) |
| Website | https://www.weforum.org/ |
Das Weltwirtschaftsforum (WEF; {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) [<templatestyles src="IPA/styles.css" />], {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine Schweizer Stiftung und Lobbyorganisation,<ref>World Economic Forum | LobbyFacts Database. Abgerufen am 12. November 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> die in erster Linie für das von ihr veranstaltete gleichnamige Jahrestreffen in Davos bekannt ist. Hierbei kommen zahlende Mitglieder, international führende Wirtschaftsexperten, Politiker, Wissenschaftler, gesellschaftliche Akteure und Journalisten zusammen, um über aktuelle globale Fragen zu diskutieren. Neben der Wirtschaftspolitik – welche traditionell im Fokus stand – konzentriert sich das WEF im Rahmen seiner Agenda zunehmend auch auf Themen wie Umweltschutz<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Environment and Natural Resource Security.] In: World Economic Forum. World Economic Forum, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 3. Mai 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> und soziales Unternehmertum.<ref>Schwab Foundation for Social Entrepreneurship – Home. In: Schwabfound.org. Abgerufen am 7. März 2010.</ref>
Das Forum, das sich hauptsächlich durch seine 1000 Mitgliedsunternehmen – typischerweise globale Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als fünf Milliarden US-Dollar – sowie durch öffentliche Zuschüsse finanziert, wurde 1971 von Klaus Schwab – zusammen mit seiner damaligen Sekretärin und späteren Frau Hilde Schwab<ref>Christian Dorer: Die First-Lady des WEF: «Heute wählen wir die Stars sorgfältiger aus». 24. Januar 2014, abgerufen am 29. April 2026.</ref> – als «European Management Symposium» gegründet.<ref>Pigman S. 6–22.</ref> Es organisiert im Verlauf des Jahres weitere Treffen weltweit, darunter das Annual Meeting of the New Champions in der Volksrepublik China. 1987 erfolgte erstmals die Umbenennung in Weltwirtschaftsforum.
Neben den Veranstaltungen publiziert das WEF regelmäßig selbst finanzierte Forschungsberichte. Seine Mitglieder betätigen sich in branchenspezifischen Initiativen.<ref name="p41f">Pigman S. 41–42.</ref> In der jüngeren Vergangenheit hat das Forum seine Digitaldienste zudem in einem offenen Mitgliedermodell für die Allgemeinheit angeboten.<ref>pricing. Abgerufen am 7. Januar 2026.</ref>
Im Mai 2024 gab das WEF bekannt, dass Schwab im Januar 2025 von seiner Rolle als Executive Chairman auf den Vorsitz des Kuratoriums wechseln wird.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig World Economic Forum-Gründer Klaus Schwab zieht sich von seinem Führungsposten zurück.] In: Semafor. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 22. Mai 2024.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig World Economic Forum founder Klaus Schwab to step back from executive role.] In: CNBC. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 22. Mai 2024.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Am 21. April 2025 erklärte er unerwartet den sofortigen Rücktritt auch aus diesem Gremium, vorerst ohne Angabe von Gründen.<ref>Weltwirtschaftsforum (WEF) – WEF-Vorsitzender Klaus Schwab erklärt sofortigen Rücktritt. In: srf.ch. 21. April 2025, abgerufen am 21. April 2025.</ref>
Im August 2025 trat der als Schwabs Nachfolger ernannte Interimspräsident Peter Brabeck-Letmathe – ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Nestlé – ebenfalls von seinem Amt zurück und erklärte, er habe persönlich ein toxisches Arbeitsumfeld im WEF beobachtet.<ref>Client Challenge. Abgerufen am 16. August 2025.</ref> Zwar ergab eine interne Untersuchung der Zürcher Kanzlei Homburger und der US-Kanzlei Covington & Burling keine Hinweise auf „wesentliches Fehlverhalten“ von Schwab oder seiner Frau Hilde, doch kündigte der Stiftungsrat an, die Governance-Strukturen zu stärken.<ref>Client Challenge. Abgerufen am 16. August 2025.</ref> Zugleich wurden Larry Fink, Vorstandsvorsitzender von BlackRock, und André Hoffmann, Vizepräsident des Pharmaunternehmens Roche Holding, zu Interimsvorsitzenden des Kuratoriums ernannt.<ref>Board of Trustees, Website des WEF, abgerufen am 24. März 2026</ref><ref>Client Challenge. Abgerufen am 16. August 2025.</ref>
Im Februar 2026 trat Børge Brende, CEO des Weltwirtschaftsforums, wegen seiner Beziehung zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zurück.<ref>https://www.politico.eu/article/davos-boss-borge-brende-quits-over-links-to-jeffrey-epstein/</ref>
Organisation
Das Weltwirtschaftsforum wurde 1971 als Stiftung gegründet und hat seit 2015 offiziell den Status einer internationalen Organisation.<ref>Unterzeichnung eines Abkommens mit dem WEF. In: admin.ch. Abgerufen am 9. Januar 2019.</ref> Es bezeichnet sich selbst als unparteiisch und an keinerlei politische oder nationale Interessen gebunden. Das WEF hat Beobachterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen und steht unter der externen Aufsicht des Eidgenössischen Departement des Innern. Sein höchstes internes Aufsichtsgremium ist der Stiftungsrat. Mitglieder und Direktoren ergeben sich aus dem Eintrag im Handelsregister des Kantons Genf. Die Mission des Forums lautet, «den Zustand der Welt zu verbessern» (englisch committed to improving the state of the world).<ref>Our Mission. WEF-Homepage.</ref>
Der Hauptsitz des Weltwirtschaftsforum ist Cologny im Schweizer Kanton Genf. Es gibt darüber hinaus Büros in Peking (China), New York (Vereinigte Staaten) und Tokio (Japan). 2016 eröffnete das Forum das «Center for the Fourth Industrial Revolution» in San Francisco (Vereinigte Staaten).<ref>Adrian Monck: New Forum Center to Advance Global Cooperation on Fourth Industrial Revolution. Abgerufen am 9. Januar 2019.</ref>
Mitgliedschaft
Das typische Mitgliedsunternehmen ist ein globales Unternehmen mit einem Umsatz von über 5 Milliarden US-Dollar, wobei dies je nach Branche und Region variieren kann. Außerdem zählen die meisten dieser Unternehmen zu den wichtigsten Unternehmen ihrer Branche und/oder ihres Landes und spielen bei der Zukunftsgestaltung ihrer Branche und/oder Region eine wichtige Rolle.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />World Economic Forum: Members and Partners ( vom 22. August 2008 im Internet Archive) Archiv-Version.</ref> Seit 2005 bezahlt jedes Mitgliedsunternehmen eine Basis-Jahresmitgliedsgebühr von 42'500 Schweizer Franken und eine Gebühr von 18'000 Franken für die Teilnahme ihres Präsidenten am Jahrestreffen in Davos. Industrie- und strategische Partner bezahlen jeweils 250'000 Franken und 500'000 Franken, um maßgeblich an den Initiativen des Forums mitzuwirken.<ref>Pigman S. 23–30.</ref><ref>Rothkopf S. 272.</ref>
Für 2019 hat Bloomberg insgesamt 436 börsennotierte Unternehmen identifiziert, die am Jahrestreffen teilgenommen haben, und dabei eine unterdurchschnittliche Wertentwicklung der Davos-Teilnehmer von rund −10 Prozent gegenüber dem S&P 500 im selben Jahr gemessen. Treiber sind u. a. eine Überrepräsentation von Finanzunternehmen und eine Unterrepräsentation von wachstumsstarken Unternehmen aus dem Gesundheitswesen und der Informationstechnologie auf der Konferenz.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Davos’s Global Elite Are Laggards in Stock-Market Performance.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> The Economist hatte in einer früheren Studie ähnliche Ergebnisse gefunden, die eine unterdurchschnittliche Wertentwicklung der Davos-Teilnehmer gegenüber dem MSCI World Index und dem S&P 500 zwischen 2009 und 2014 zeigten.<ref>Who’s on the Magic Mountain? In: The Economist. 23. Januar 2014, ISSN 0013-0613 (economist.com [abgerufen am 6. Februar 2022]).</ref>
Finanzierung und staatliche Beteiligung
Das Forum wird von seinen rund 1000 Mitgliedsunternehmen sowie durch staatliche Zuschüsse finanziert.
An den Kosten der Veranstaltung ist die Schweiz mit Aufwendungen für Polizei- und Militäreinsatz beteiligt. So wurden für das Treffen 2019 knapp elf Millionen Franken (9,5 Millionen Euro) veranschlagt. An den Polizeikosten von neun Millionen Franken – vornehmlich für Personenschutz – beteiligt sich die Stiftung mit einem Viertel. Der Großteil entfällt auf die öffentliche Hand, aufgeteilt auf den Bund, den Kanton Graubünden und die Gemeinde Davos. Die Armee schützt die Verkehrswege und Gebäude und überwacht den Luftraum. Bis zu 5000 Angehörige der Streitkräfte können eingesetzt werden. Die Kosten sind im regulären Verteidigungsbudget eingeplant. Eingesetzt werden zu einem großen Teil Wehrpflichtige in ihrer jährlichen Militärdienstleistung. Dafür entstehen Kosten in Höhe von 32 Millionen Franken, die ohnehin für die Übungen anfallen würden, zuzüglich etwa vier Millionen Franken für Material und Fahrzeuge. Diese Kosten trägt der Bund.<ref>Isabel Pfaff: Was das Weltwirtschaftsforum in Davos kostet. In: sueddeutsche.de, 22. Januar 2019, abgerufen am 23. Januar 2019.</ref>
Nach Kritik aus Politik und Zivilgesellschaft zur Finanzierung der Sicherheitsmaßnahmen, gab das WEF 2021 bekannt, ihre Beteiligung an der Finanzierung zu erhöhen. Dadurch sinken die Kosten für den Bund von 3,675 Millionen Franken auf 2,55 Millionen Franken pro Jahr für die Jahrestreffen 2022, 2023 und 2024.<ref>Das WEF zahlt mehr an die Sicherheitskosten. In: SRF.ch, 24. Februar 2021.</ref>
Sicherheitsmaßnahmen und ihre Kosten
In Davos gibt es während des WEF einige Einschränkungen. Über das Aufgebot der Polizei und der Schweizer Armee (2005 standen etwa 5'500 Soldaten im Einsatz) wird regelmäßig berichtet.<ref>Karsten Stumm: WEF – Hubschrauber, Stacheldraht und 5000 Soldaten. In: Manager Magazin. 24. Januar 2006, abgerufen am 29. September 2021.</ref> Auch auf österreichischer Seite der Grenze wird die Luftraumsicherung<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gesperrter Luftraum ( vom 14. Januar 2016 im Internet Archive) – Information des Bundesamts für Zivilluftfahrt.</ref> für das Treffen im Rahmen der Operation Dädalus des österreichischen Bundesheers gewährleistet.
Die Gewährleistung der Sicherheit des Forums kostet die Schweiz jährlich mehrere Millionen Franken. Die Kosten der Sicherheitsmaßnahmen, die vom Forum und von den Schweizer Kantonal- und Bundesbehörden gemeinsam getragen werden, werden in der Schweiz auch häufig kritisiert<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Tight security surrounds Davos ( vom 20. Juli 2007 im Internet Archive), CNN, 25. Januar 2001: 4:37 AM EST, abgerufen am 29. August 2008 (Archiv-Version)</ref> und sind auch Gegenstand politischer Auseinandersetzungen.<ref>Motion WEF. Stopp der Subventionierung durch den Bund. Eingereicht von Susanne Leutenegger Oberholzer im Nationalrat am 17. Dezember 2008. In: parlament.ch,.</ref>
Im Februar 2021 hat der Bundesrat eine Botschaft zuhanden des Parlaments verabschiedet, bei welcher der Kanton Graubünden für die Jahre 2022 bis 2024 mit einem Beitrag von maximal 2,55 Millionen Franken pro Jahr für die Sicherheitskosten unterstützt werden soll.<ref>WEF: Bundesrat will Kantone 2022 bis 2024 weiter unterstützen. In: admin.ch. Der Bundesrat, Generalsekretariat VBS, Gruppe Verteidigung, 24. Februar 2021, abgerufen am 24. Februar 2021.</ref>
Aktivitäten
Das WEF fordert mit Initiativen wie dem «Global Redesign»<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig The Global Redesign Summit.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 20. August 2021.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> und dem «Great Reset»<ref>Klaus Schwab: The Great Reset. (free.fr [PDF]).</ref> einen Multistakeholder-Governance-Ansatz,<ref>Davos and its danger to Democracy. 18. Januar 2016, abgerufen am 5. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> um globale Entscheidungen nicht zwischenstaatlich, sondern in «Koalitionen» mit multinationalen Konzernen und zivilgesellschaftlichen Organisationen zu treffen.<ref>Are the days of Davos man and woman really over? In: UN Today. Abgerufen am 18. März 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="springer.com">Jens Martens: Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig The Role of Public and Private Actors and Means in Implementing the SDGs: Reclaiming the Public Policy Space for Sustainable Development and Human Rights.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 17. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Es sieht dabei Phasen globaler Instabilität – wie während der Weltfinanzkrise 2007–2008 und der COVID-19-Pandemie – als Zeitfenster, seine Programmatik intensiviert voranzutreiben.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig The Great Reset—«The pandemic represents a rare but narrow window of opportunity to reflect, reimagine, and reset our world»—Professor Klaus Schwab, Founder and Executive Chairman, World Economic Forum.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 5. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Jahrestreffen in Davos
Die zentrale Veranstaltung des Forums ist das Treffen der mehr als 1000 Mitgliedsunternehmen sowie von Politikern und Vertretern der Wissenschaft, von Nichtregierungsorganisationen, Religion und Medien alljährlich im Januar oder Februar in Davos.<ref>Petra Lambeck: Davos: Harte Deals und moralische Werte. In: Deutsche Welle. 23. Januar 2008, abgerufen am 29. September 2021.</ref><ref>Q&A: World Economic Forum 2006. In: news.bbc.co.uk. 23. Januar 2006, abgerufen am 22. Januar 2015.</ref>
Die Gäste können während der fünftägigen Veranstaltung an rund 220 Sitzungen des offiziellen Programms teilnehmen. In den Diskussionen des offiziellen Programms werden wichtige Fragen von globaler Bedeutung (z. B. internationale Handelshemmnisse, Konflikte, Armut und Umweltprobleme) sowie mögliche Lösungen behandelt.<ref name="p41f" />
Daneben finden viele informelle Treffen sowie Empfänge und Präsentationen von Unternehmen und Staaten statt. Davoser Ladengeschäfte werden von Unternehmen oder Staaten während des Treffens angemietet, um darin Veranstaltungen durchzuführen.<ref>Franziska Kohler, Nicolas Fäs: Sie könnte am WEF Kasse machen – tut es aber nicht. In: Tages-Anzeiger. ISSN 1422-9994 (tagesanzeiger.ch [abgerufen am 28. November 2021]).</ref>
Am Jahrestreffen nehmen rund 500 Internet-, Druck-, Radio- und Fernsehjournalisten teil. Medienvertreter haben Zugang zu allen Veranstaltungen des offiziellen Programms, die auch als Webcast live übertragen werden.<ref>World Economic Forum Annual Meeting 2008. In: weforum.org. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. Dezember 2014; abgerufen am 22. Januar 2015.</ref>
Jahrestreffen der «New Champions»
2007 führte das Forum das «Jahrestreffen der New Champions» ein, das alljährlich in China stattfindet<ref>From Davos to Dalian. In: Financial Times. 6. September 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. November 2011; abgerufen am 29. September 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und auch als «Sommer-Davos» bezeichnet wird.<ref name="xinhuanet.com 11. September 2013" /> Dabei handelt es sich um ein Treffen von Teilnehmern, die das Forum als Vertreter «globaler Wachstumsunternehmen» bezeichnet. Bei diesen Unternehmen handelt es sich in erster Linie um Vorzeigeunternehmen aus schnell wachsenden Schwellenländern wie China und Indien, aber auch um Schnellstarter aus Industrieländern. Bei den Treffen kommen auch die globalen Führungskräfte der nächsten Generation und führende Vertreter schnell wachsender Regionen und konkurrierender Städte sowie Technologiepioniere aus der ganzen Welt zusammen.<ref>World Economic Forum: The Inaugural Annual Meeting of the New Champions, China.org, abgerufen am 29. August 2008</ref><ref>Summer Davos to put Dalian on business map, People’s Daily, 1. August 2007, abgerufen am 29. August 2008.</ref> Das Treffen 2013 fand vom 11. bis 13. September in der chinesischen Hafenstadt Dalian statt<ref>Annual Meeting of the New Champions 2013. In: weforum.org. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Juni 2014; abgerufen am 18. Juni 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und wurde vom damaligen chinesischen Premierminister Li Keqiang eröffnet.<ref name="xinhuanet.com 11. September 2013">2013 Summer Davos opens, focus on innovation. In: xinhuanet.com. 11. September 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. August 2014; abgerufen am 18. Juni 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Regionale Treffen
Zusätzlich zum Jahrestreffen in Davos finden regionale Veranstaltungen statt. 2014 zählten dazu das India Economic Summit,<ref>India Economic Summit. Redefining Public-Private Cooperation for a New Beginning. In: weforum.org. Abgerufen am 11. September 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> das Annual Meeting of the New Champions in China,<ref>Annual Meeting of the New Champions 2014. In: weforum.org. Abgerufen am 11. September 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> das Japan Meeting,<ref>Japan Meeting 2014. In: weforum.org. Abgerufen am 11. September 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> das World Economic Forum on East Asia, zuletzt auf den Philippinen,<ref>World Economic Forum on East Asia. In: weforum.org. Abgerufen am 11. September 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> das World Economic Forum on Africa, zuletzt in Nigeria,<ref>World Economic Forum on Africa. In: weforum.org. Abgerufen am 11. September 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> das World Economic Forum on Latin America, zuletzt in Panama,<ref>World Economic Forum on Latin America. In: weforum.org. Abgerufen am 11. September 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und das Summit on the Global Agenda in Dubai.<ref>Summit on the Global Agenda. In: weforum.org. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. September 2014; abgerufen am 11. September 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Hinzu kommen Einzelveranstaltungen mit nationalen Schwerpunkten, so im November 2013 zur Lage in der Ukraine.<ref>World Economic Forum Strategic Dialogue on the Future of Ukraine. In: weforum.org. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. Oktober 2014; abgerufen am 11. September 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. «Young Global Leaders»
2005 rief das Forum die Community der Young Global Leaders (YGL) ins Leben.<ref name="weforum.org 2013" /> Sie ist als Schweizer Stiftung organisiert und wird von einem 14-köpfigen Stiftungsrat geleitet.<ref>The Forum of Young Global Leaders Foundation Board Members. (PDF) In: weforum.org. Abgerufen am 5. August 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sie ist aus der Gemeinschaft der Global Leaders of Tomorrow hervorgegangen, die von 1993 bis 2003 bestand.<ref>The Global Leaders of Tomorrow (GLT) Community. In: weforum.org. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Mai 2015; abgerufen am 5. August 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Die Mitglieder von YGL sind junge Führungskräfte, die verschiedensten Sparten und Disziplinen angehören und aus allen Teilen der Welt stammen. Sie werden für sechs Jahre berufen und dürfen zum Zeitpunkt der Berufung das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.<ref name="weforum.org 2013">The Forum of Young Global Leaders. In: weforum.org. Abgerufen am 5. August 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nach dem Ablauf ihrer Zugehörigkeit zu den YGL können Mitglieder der YGL Alumni Community beitreten.<ref>YGL Alumni Community. In: weforum.org. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. August 2014; abgerufen am 5. August 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Die Mitglieder unterhalten die 2030 Initiative, die einen Aktionsplan zur Verwirklichung der Vision einer idealen Welt im Jahr 2030 zum Ziel hat.<ref>Young Global Leaders—what the World will look like in 2030? In: weforum.org. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 8. August 2014; abgerufen am 5. August 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Jährlich werden neue Mitglieder berufen. 2014 zählten die Young Global Leaders mehr als 900 Mitglieder.<ref name="weforum.org 2013" /> Prominente Young Global Leaders in Deutschland waren die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (noch als Global Leader of Tomorrow), die ehemaligen Bundesminister für Gesundheit Andrea Fischer, Daniel Bahr, Philipp Rösler und Jens Spahn sowie die ehemalige Bundesvorsitzende der Grünen und Außenministerin Annalena Baerbock,<ref name="YoungGlobalLeaders—Community">Young Global Leaders—Community. Abgerufen am 28. Dezember 2020.</ref> außerdem die Fernsehjournalistin Sandra Maischberger.<ref>Liste aller Global Leaders aus Deutschland: Die deutsche Hoffnung. Abgerufen am 21. Februar 2022.</ref> Der Staatspräsident von Frankreich, Emmanuel Macron, der amtierende Premierminister von Belgien, Alexander De Croo, der amtierende Regierungschef von Irland Leo Varadkar,<ref>Adam Daly: Leo Varadkar named on list of ‘global leaders’ under 40. 9. Mai 2018, abgerufen am 16. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> die ehemalige Ministerpräsidentin der Republik Finnland, Sanna Marin, die ehemaligen Präsidenten der EU-Kommission Jean-Claude Juncker und José Manuel Barroso, der ehemalige britische Premierminister Tony Blair, der ehemalige österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz, die ehemalige Umweltministerin von Dänemark, Ida Auken, die ehemalige neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern, der kanadische Regierungschef Justin Trudeau und Ska Keller, Vorsitzende der Fraktion Die Grünen/EFA und MEP, waren ebenfalls Mitglied bei den Young Global Leaders.<ref name="YoungGlobalLeaders—Community" />
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. «Global Shapers»
2011 gründete das Forum das weltweite Netzwerk Global Shapers für Menschen zwischen 20 und 30 Jahren, die großes Potenzial für zukünftige Führungsrollen in der Gesellschaft besitzen. Die Global Shapers Community besteht aus selbstorganisierten lokalen Hubs (Zentren) in Großstädten. Die Zielsetzung der Aktivitäten und Veranstaltungen der Global Shapers ist, einen positiven Einfluss auf die jeweilige lokale Gemeinschaft zu erzielen. Am 24. Oktober 2020 zählte Global Shapers 500 Hubs und 10.251 Shapers in 152 Ländern. In Deutschland ist Global Shapers in Berlin, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, München und Stuttgart aktiv. In Österreich gibt es jeweils einen Hub in Salzburg und Wien. Dazu existieren in der Schweiz Hubs in Bern, Davos, Genf und Zürich und es gibt einen Hub in der Stadt Luxemburg.<ref>Global Shapers Community. In: globalshapers.org. Abgerufen am 23. April 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Sozialunternehmer
Seit 2000 fördert das Forum Modelle, die von führenden Sozialunternehmern der Welt in enger Zusammenarbeit mit der Schwab Foundation for Social Entrepreneurship<ref>Schwab Foundation for Social Entrepreneurship. Abgerufen am 17. Februar 2015.</ref> entwickelt werden. Die Stiftung betrachtet Sozialunternehmer und ihre Arbeit als wichtiges Element für den Fortschritt von Gesellschaften und für die Lösung sozialer Probleme.<ref>Davos diary: Meetings of minds, BBC, 31. Januar 2005: 09:18 GMT, abgerufen am 29. August 2008.</ref><ref>Mike Moore, S. 209.</ref> Ausgewählte Sozialunternehmer werden zur Teilnahme an den regionalen Treffen und zum Jahrestreffen eingeladen, bei denen sie Gelegenheit haben, mit Top-Managern und leitenden Regierungsbeamten in Kontakt zu kommen.
Technologiepionier-Programm
Das Forum ernennt alljährlich rund 30 Technologiepioniere, Unternehmen deren Technologie bahnbrechend ist. Seit 2003 wurde diese Auszeichnung bereits 391 Unternehmen verliehen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />weforum.org ( vom 22. August 2008 im Internet Archive) Archiv-Version 2008.</ref>
Wirtschaftsberichte
Das auch als Denkfabrik fungierende Forum produziert eine Reihe von jährlichen Wirtschaftsberichten (Erstveröffentlichung in Klammern): Der Global Competitiveness Report (1979) misst die Wettbewerbsfähigkeit von Ländern und Volkswirtschaften; der Global Information Technology Report (2001) beurteilt ihre Wettbewerbsfähigkeit aufgrund ihrer Bereitschaft, IT zu verwenden; der Global Gender Gap Report (2005) beleuchtet kritische Bereiche der Ungleichbehandlung von Männern und Frauen; der Global Risk Report (2006) erfasst wichtige globale Risiken; der Global Travel and Tourism Report (2007) misst die Wettbewerbsfähigkeit der Reise- und Tourismusbranche, und der Global Enabling Trade Report (2008) präsentiert eine landesübergreifende Analyse der vielfältigen Maßnahmen, die den Handel zwischen den Nationen erleichtern.<ref>Pigman p43, 92–112.</ref> Im Januar 2011 veröffentlichte das Weltwirtschaftsforum, als Initiative seines Risk Response Network, einen ersten Outlook on the Global Agenda mit den Ergebnissen des Summit on the Global Agenda 2010 in Dubai.<ref>Outlook on the Global Agenda 2011. An initiative of the Risk Response Network. In: weforum.org. Januar 2014, abgerufen am 14. November 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Report wird seither jährlich veröffentlicht und berichtet zu großen Herausforderungen der Zeit.<ref>Hohe Arbeitslosigkeit wird zum Dauerphänomen. Globale Herausforderung. In: wiwo.de. 7. November 2014, abgerufen am 14. November 2014.</ref>
Initiativen
Die Global Health Initiative (GHI) wurde von Kofi Annan beim Jahrestreffen 2002 gegründet. Die Mission der GHI besteht darin, öffentlich-private Partnerschaften zwischen Unternehmen in den Bereichen HIV/AIDS, Tuberkulose, Malaria und Gesundheitssystemen zu fördern.
Die Global Education Initiative (GEI), gegründet beim Jahrestreffen 2003, bringt internationale IT-Unternehmen und Regierungen in Jordanien, Ägypten und Indien zusammen. Diese Initiative führte dazu, dass neue PC-Hardware in Schulen eingesetzt wird und mehr lokale Lehrkräfte in E-Learning ausgebildet werden. Diese Neuerungen haben reale Auswirkungen auf das Leben der Kinder. Das skalierbare und nachhaltige GEI-Modell wird jetzt in anderen Ländern wie Ruanda als Bildungsmodell eingesetzt.
Die Environmental Initiative befasst sich mit Klimawandel und Wasser. Im Rahmen des Gleneagles Dialogue on Climate Change ersuchte die Regierung des Vereinigten Königreichs das World Economic Forum beim G8-Gipfel in Gleneagles 2005, einen Dialog mit der Wirtschaft zwecks Entwicklung von Empfehlungen für die Reduktion von Treibhausgasemissionen in die Wege zu leiten. Diese von einer Gruppe internationaler CEOs unterstützten Empfehlungen wurden den Führungspersönlichkeiten vor dem G8-Gipfel in Tōyako 2008, der im Juli 2008 stattfand, vorgelegt.<ref>Business chiefs urge carbon curbs, BBC, 20. Juni 2008, abgerufen am 3. September 2008.</ref><ref>Business chiefs call for G8 climate leadership, Reuters, 19. Juni 2008, abgerufen am 3. September 2008.</ref>
Die Water-Initiative bringt verschiedene Anspruchsgruppen wie Alcan, die Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), USAID Indien, UNDP Indien, die Confederation of Indian Industry (CII), die Regierung von Rajasthan und die NEPAD Business Foundation zusammen, um öffentlich-private Partnerschaften im Bereich Wasserwirtschaft in Südafrika und Indien zu entwickeln.
In dem Bestreben, die Korruption zu bekämpfen, wurde im Januar 2004 beim Jahrestreffen in Davos die Partnering Against Corruption Initiative (PACI) von CEOs aus den Branchen Engineering und Bauwesen, Energie und Metalle sowie Bergbau ins Leben gerufen. PACI ist eine Plattform für Peer-Austausch über praktische Erfahrungen und Dilemmasituationen. Rund 140 Unternehmen haben die Initiative unterzeichnet.<ref>Pigman p115.</ref>
Soziale Medien
Alle öffentlichen Debatten und Pressekonferenzen des Jahrestreffens in Davos und der Regionalkonferenzen werden auf der Website des Weltwirtschaftsforums<ref>The World Economic Forum. Abgerufen am 22. Mai 2019.</ref> live gestreamt und sind auf YouTube<ref>YouTube-Kanal des World Economic Forum. Abgerufen am 22. Mai 2019.</ref> verfügbar. Fotos können für nicht kommerzielle Verwendungen von Flickr<ref>Flickr: Fotostream von World Economic Forum. Abgerufen am 22. Mai 2019.</ref> heruntergeladen werden. Das Weltwirtschaftsforum listet seine zum Teil mehrsprachigen Social-Media-Auftritte und die Zahl der Fans, Follower und Views auf Facebook, LinkedIn, Twitter, YouTube und Instagram auf einer eigenen Webseite.<ref>Social Media Accounts. Abgerufen am 22. Mai 2019.</ref> Der Blog des Weltwirtschaftsforums («Agenda») veröffentlicht täglich Artikel auf Englisch,<ref>Agenda (englisch). Abgerufen am 22. Mai 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Französisch,<ref>Agenda (französisch). Abgerufen am 22. Mai 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Spanisch,<ref>Agenda (spanisch). Abgerufen am 22. Mai 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Chinesisch<ref>议题, Agenda (chinesisch). Abgerufen am 22. Mai 2019.</ref> und Japanisch.<ref>アジェンダ, Agenda (japanisch). Abgerufen am 22. Mai 2019.</ref> Das Weltwirtschaftsforum betreibt zudem seit April 2019 eine WhatsApp-Gruppe.<ref>Join the World Economic Forum’s WhatsApp group for the best read of the day. Abgerufen am 22. Mai 2019.</ref>
Geschichte
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Europäisches Management-Symposium
1971 lud Klaus Schwab – damals Professor für Unternehmenspolitik an der Universität Genf – 444 Führungskräfte westeuropäischer Unternehmen zum ersten European Management Symposium ein, das in dem damals neu erbauten Kongresszentrum von Davos stattfand. Schwab beabsichtigte, unter der Schirmherrschaft der Europäischen Kommission und europäischer Industrieverbände europäische Unternehmen mit Managementpraktiken der Vereinigten Staaten bekannt zu machen. Zu diesem Zweck gründete er das European Management Forum als Stiftung mit Sitz in Genf und lud alljährlich im Januar führende europäische Wirtschaftsvertreter nach Davos zum Jahrestreffen ein.<ref>Kellerman p229.</ref>
„Ich dachte mir, Europa aufzurütteln und den Leuten die fortschrittlichsten Management-Konzepte vorzustellen, sei eine gute Sache“
Schwab propagierte den Managementansatz der Stakeholder, dem zufolge der Erfolg eines Unternehmens davon abhängt, dass die Manager nicht nur die Interessen der Aktionäre, der Klienten und Kunden berücksichtigen, sondern auch jene der Mitarbeiter, der Gemeinde, in der das Unternehmen seinen Sitz hat, und der Regierungen. Einschneidende Ereignisse des Jahres 1973, namentlich der Zusammenbruch des Mechanismus der festen Wechselkurse von Bretton Woods und der Jom-Kippur-Krieg, führten dazu, dass das Jahrestreffen seinen Fokus von Managementfragen auf wirtschaftliche und soziale Themenbereiche ausweitete und im Januar 1974 erstmals führende Politiker nach Davos eingeladen wurden.<ref>Interview: Klaus Schwab, Financial Times, 22. Januar 2008, abgerufen am 29. August 2008.</ref>
«World Economic Forum»
Das European Management Forum änderte seinen Namen 1987 auf World Economic Forum und war in der Folge bestrebt, seine Vision zu erweitern und sich zu einer Plattform für die Lösung internationaler Konflikte zu entwickeln. Führende Politiker nutzen Davos als neutrale Plattform zur Beilegung ihrer Differenzen. So wurde die Davos Declaration, die Griechenland und die Türkei in letzter Minute davon abhielt, einen Krieg zu beginnen, 1988 von diesen beiden Ländern unterzeichnet. Beim Jahrestreffen 1992 traten der südafrikanische Präsident Frederik Willem de Klerk, Nelson Mandela und Mangosuthu Buthelezi erstmals gemeinsam außerhalb Afrikas auf. Beim Jahrestreffen 1994 unterzeichneten der israelische Außenminister Schimon Peres und PLO-Vorsitzender Jassir Arafat einen Vertragsentwurf über Gaza und Jericho.<ref>WEF and Davos: A brief history, Telegraph, 16. Januar 2008: 12:09AM, abgerufen am 29. August 2008.</ref> 2008 hielt Bill Gates einen Keynote-Vortrag über Creative Capitalism – die Kapitalismusform, die einerseits Gewinne generiert und andererseits die Ungleichheiten der Welt beseitigt, indem sie die Marktkräfte dazu nutzt, den Bedürfnissen der Armen besser Rechnung zu tragen.<ref>Gates pushes ‘creative capitalism’. In: Financial Times, 25. Januar 2008, abgerufen am 29. August 2008.</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Gates calls for creative capitalism, Reuters (video).] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Kurz vor Weihnachten 2013 wurde bekannt, dass der ehemalige deutsche Bundesminister für Wirtschaft und Technologie Philipp Rösler mit Wirkung zum 20. Februar 2014 in das Management des Weltwirtschaftsforums berufen worden war.<ref>Rösler wechselt zum Weltwirtschaftsforum in die Schweiz. In: focus.de. 22. Dezember 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. Mai 2014; abgerufen am 27. Dezember 2013.</ref> Der frühere Bundesvorsitzende der FDP übernahm dort Verantwortung für die weltweiten Regierungskontakte des Forums<ref>Philipp Rösler wechselt zum Weltwirtschaftsforum. Früherer FDP-Vorsitzender. In: faz.net. 22. Dezember 2013, abgerufen am 27. Dezember 2013.</ref> und wurde zuständig für die regionalen Aktivitäten außerhalb der Schweiz.<ref>Rösler bekommt neuen Job in der Schweiz. Ex-FDP-Chef verlässt Deutschland. In: focus.de. 22. Dezember 2013, abgerufen am 27. Dezember 2013.</ref><ref>Rösler geht zum Weltwirtschaftsforum. FDP-Personalie. In: zeit.de. 22. Dezember 2013, abgerufen am 27. Dezember 2013.</ref>
Im Mai 2024 gab Schwab bekannt, sich aus dem Tagesgeschäft des Weltwirtschaftsforums zurückzuziehen, was Fragen über die Zukunft der Davos-Konferenz aufwarf.<ref>Sam Jones: Klaus Schwab’s step back prompts fresh questions over Davos. In: Financial Times. 30. Mai 2024, abgerufen am 18. August 2024.</ref>
Zusammenfassung der Jahrestreffen in Davos
33. Jahrestreffen 2003
Im Kontext der Proteste gegen das Weltwirtschaftsforum vom 23. bis zum 28. Januar 2003,<ref>Globales Händereichen von Ulrich José Anders Deutsche Welle 23. Januar 2003</ref><ref>Graubünden erfreut über Rückkehr des WEF 2003 nach Davos</ref><ref>stern.de</ref><ref>stern.de</ref><ref>admin.ch</ref><ref>flickr.com</ref><ref>flickr.com</ref><ref>admin.ch</ref> kam es zu einer Aufsehen erregenden antisemitischen Aktion innerhalb der Demonstration gegen das Treffen. Zwei Personen demonstrierten mit Masken vor dem Gesicht, eine davon zeigte das Gesicht von George H. W. Bush und gelben Stern auf der Kleidung, neben einer großen Figur, die ein goldenes Kalb darstellte. Dies wurde u. a. dokumentiert in einer Broschüre der Amadeu Antonio Stiftung mit dem Titel Was tun gegen Antisemitismus? von 2005<ref>Was tun gegen Antisemitismus?</ref> und auf der Titelseite des von Hanno Loewy herausgegebenen Essaybands Gerüchte über die Juden. Antisemitismus, Philosemitismus und aktuelle Verschwörungstheorien,<ref>Hanno Loewy (Hg.) Gerüchte über die Juden. Antisemitismus, Philosemitismus und aktuelle Verschwörungstheorien</ref> veröffentlicht anlässlich der Ausstellung Antijüdischer Nippes, populäre Judenbilder und aktuelle Verschwörungstheorien. Die Sammlung Finkelstein im Jüdischen Museum Hohenems, vom 16. Oktober 2005 bis 26. Februar 2006.
36. Jahrestreffen 2006
Beim 36. Jahrestreffen vom 25. bis 29. Januar war das Thema «Der kreative Imperativ».<ref>Dave Howe: Creativity Can Save the World. In: Huffington Post. 9. August 2009, abgerufen am 17. Juni 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Katie Bird Head, Communication ISO +41 22 749 0431: ISO at Davos: International Standards «tools for positive globalization and sharing innovation». Abgerufen am 17. Juni 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
38. Jahrestreffen 2008
Das 38. Jahrestreffen fand vom 23. bis 27. Januar 2008 statt und stand unter dem Motto «The Power of Collaborative Innovation» (Die Kraft gemeinsamer Erneuerung).<ref>Davos and the power of collaborative innovation. In: nytimes.com. 22. Januar 2008, abgerufen am 27. Juni 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Auftakt in den Alpen. In: manager-magazin.de. 23. Januar 2008, abgerufen am 27. Juni 2013.</ref> Unmittelbar vor Eröffnung des Jahrestreffens in Davos war es an den internationalen Börsen zu massiven Kursverlusten gekommen.<ref>Anselm Waldermann: Experten warnen vor Börsencrash-Hysterie. Kurssturz. In: spiegel.de. 21. Januar 2008, abgerufen am 5. März 2014.</ref> Die Eröffnungsrede des Treffens hielt die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice.<ref>mbe.: Die USA glauben an eine bessere Welt. In: nzz.ch. 24. Januar 2008, abgerufen am 27. Juni 2013.</ref> In ihrer Rede warb Rice für Vertrauen in die amerikanische Wirtschaft<ref>Rice wirbt für Vertrauen in US-Wirtschaft. In: reuters.com. 23. Januar 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. Oktober 2014; abgerufen am 28. Juni 2013. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> und verwies auf günstige Wachstumsperspektiven.<ref>Ökonomen: kritisch – Frau Rice: optimistisch. In: faz.net. 23. Januar 2008, abgerufen am 28. Juni 2013.</ref> Der britische Premierminister Gordon Brown warnte im Zusammenhang mit der Kreditkrise vor einem neuen Protektionismus, forderte aber Reformen bei den Vereinten Nationen und der Weltbank.<ref>Globalisierung: Brown kritisiert Protektionismus der Regierungen. In: diepresse.com. 25. Januar 2008, abgerufen am 28. Juni 2013.</ref> Ein kurz zuvor von US-Präsident George W. Bush verkündetes Konjunkturpaket<ref>Bush zieht die Notbremse. Konjunkturprogramm. In: stern.de. 18. Januar 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. Oktober 2013; abgerufen am 4. September 2013.</ref> wurde auf dem Treffen von Experten als unzureichend kritisiert.<ref name="Rettungspaket">US-Konjunktur: Bushs Rettungspaket floppt bei Wirtschaftsexperten. In: spiegel.de. 25. Januar 2008, abgerufen am 4. September 2013.</ref> So bezweifelte der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz dessen Wirksamkeit<ref>Rice: US-Wirtschaft ist belastbar. In: handelsblatt.com. 23. Januar 2008, abgerufen am 4. September 2013.</ref> und regte für die Vereinigten Staaten ein Insolvenzrecht für Hausbesitzer an.<ref name="Rettungspaket" /> Stiglitz forderte zudem Zinssenkungen von der Europäischen Zentralbank.<ref>Stiglitz fordert Zinssenkung von der EZB. In: handelsblatt.com. 23. Januar 2008, abgerufen am 4. September 2013.</ref>
Besondere Aufmerksamkeit wurde während des Treffens dem US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Nouriel Roubini zuteil, der beim Jahrestreffen 2007 für die Vereinigten Staaten zutreffend einen wirtschaftlichen Abschwung vorhergesagt hatte.<ref>Der kranke Gorilla. In: spiegel.de. 28. Januar 2008, abgerufen am 5. März 2014.</ref><ref>A Gathering Storm. In: time.com. 23. Januar 2008, abgerufen am 5. März 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Roubini äußerte sich angesichts der wirkungslosen Zinssenkung durch die US-Notenbank<ref>Anxiety Crashes the Party at Davos. In: nytimes.com. 23. Januar 2008, abgerufen am 5. März 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> pessimistisch zum weiteren Verlauf der Krise und prognostizierte eine «schwere Rezession».<ref>Warning about US economic slump. In: bbc.co.uk. 23. Januar 2008, abgerufen am 5. März 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Wissenschaftler sagte der US-Wirtschaft eine «harte Landung» voraus und sah für den europäischen Wirtschaftsraum keine Möglichkeit, der Krise zu entkommen. Unterstützung erhielt Roubine von Stephen Roach, Volkswirt der US-Investmentbank Morgan Stanley.<ref>Eine heftigere Krise als im Terrorjahr 2001. In: welt.de. 23. Januar 2008, abgerufen am 5. März 2014.</ref>
Der japanische Premierminister Yasuo Fukuda präsentierte auf dem Treffen das Programm seiner laufenden G8-Präsidentschaft, in dessen Mittelpunkt Klimaschutz und eine Förderung Afrikas standen.<ref>Japan setzt Klimawandel und Afrika auf die G8-Agenda. Klare Ziele. In: handelsblatt.com. 26. Januar 2008, abgerufen am 13. September 2013.</ref> Ein Schwerpunkt des Jahrestreffens war der Bereich Social Media. So zählten unter anderem Jimmy Wales, Gründer der Wikipedia, Mark Zuckerberg, Gründer von Facebook, Caterina Fake, Miterfinderin von Flickr, und Chad Hurley von YouTube zu den Gästen.<ref>Die Generation Facebook stürmt Davos. In: faz.net. 20. Januar 2008, abgerufen am 26. Februar 2014.</ref>
Das Treffen zählte etwa 2500 Teilnehmer, darunter die Vorstandsvorsitzenden von 74 der 100 weltweit größten Unternehmen.<ref>Was ist passiert in Davos? In: handelsblatt.com. 20. Januar 2008, abgerufen am 13. September 2013.</ref>
39. Jahrestreffen 2009
Das 39. Jahrestreffen fand vom 28. Januar bis 1. Februar 2009 statt und stand unter dem Motto «Shaping the Post-Crisis World» (Gestaltung der Welt nach der Krise).<ref>Alte Werte für eine neue Welt. In: faz.net. 28. Januar 2009, abgerufen am 6. Juni 2013.</ref> Mit mehr als 40 Staats- und Regierungschefs nahmen deutlich mehr Spitzenpolitiker an dem Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums teil.<ref>DAVOS-Rekord-Teilnehmerzahl sucht nach Wegen aus der Krise. In: reuters.com. 22. Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. Oktober 2014; abgerufen am 6. Juni 2013.</ref><ref name="nzz.ch 28. Januar 2009">Putin warnt vor Protektionismus. In: nzz.ch. 28. Januar 2009, abgerufen am 6. Juni 2013.</ref> Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin hielt die Eröffnungsrede des Treffens.<ref>Putin eröffnet Weltwirtschaftsforum. In: Tagesspiegel. 28. Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar).</ref> In seiner Rede warnte Putin vor Protektionismus<ref name="nzz.ch 28. Januar 2009" /> und zu vielen staatlichen Interventionen in der bestehenden Wirtschafts- und Finanzkrise. Der russische Ministerpräsident verwies auf die Sowjetunion als Beispiel staatlicher Überregulierung.<ref name="faz.net 28. Januar 2009">Putin warnt vor zu viel staatlicher Intervention. In: faz.net. 28. Januar 2009, abgerufen am 6. Juni 2013.</ref> Putin warnte vor der Abhängigkeit vom Dollar als einziger globaler Reservewährung und bezeichnete diese als «Gefahr für die Weltwirtschaft».<ref name="zeit.de 31. Januar 2009">Was Russland und China von Amerika denken. In: zeit.de. 31. Januar 2009, abgerufen am 26. März 2014.</ref> Der russische Ministerpräsident empfahl, sämtliche faulen Finanzwerte in den Bilanzen der Banken offenzulegen und abzuschreiben. Dies sei, so Putin, ein schmerzhafter Prozess, der aber eine Verlängerung der Krise verhindere.<ref>Putin warnt vor Staatsgläubigkeit in der Krise. In: tagesschau.de. 28. Januar 2009, abgerufen am 26. März 2014.</ref> Vor dem Hintergrund einer russisch-ukrainischen Auseinandersetzung um Gaslieferungen sprach sich Putin für neue internationale rechtliche Rahmenbedingungen für Energielieferungen aus.<ref name="faz.net 28. Januar 2009" />
In seiner Rede<ref>Full text of Chinese premier’s speech at World Economic Forum Annual Meeting 2009. In: xinhuanet.com. 29. Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. April 2015; abgerufen am 22. April 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> erklärte der chinesische Premierminister Wen Jiabao, dass China für das Jahr 2009 ein Wirtschaftswachstum von acht Prozent anstrebe.<ref>DAVOS-China will trotz Finanzkrise 2009 Wachstum von 8 Prozent. In: reuters.com. 28. Januar 2009, abgerufen am 18. Juni 2013.</ref> Der chinesische Premier machte die Vereinigten Staaten für die Krise verantwortlich, ohne sie jedoch namentlich zu nennen. Wen sprach vielmehr von einer «unpassenden makroökonomischen Politik mancher Volkswirtschaften», die zu einem Missverhältnis von Konsum und Sparen geführt habe.<ref name="zeit.de 31. Januar 2009" /> Wen beschrieb die Konsequenzen der Krise auf sein eigenes Land. Dazu gehörten eine deutlich gesunkene Auslandsnachfrage, Überkapazitäten in einigen Wirtschaftszweigen, verschlechterte Bedingungen für Unternehmen, steigende Arbeitslosigkeit in den städtischen Gebieten und gedrücktes Wirtschaftswachstum. Trotzdem zeigte sich der Premier überzeugt, dass sein Land einen Weg aus der Krise finden und zusätzlich auch der Weltwirtschaft wichtige Impulse geben werde.<ref>WEF 2009: Russia and China blame West for economic crisis. In: telegraph.co.uk. 29. Januar 2009, abgerufen am 22. April 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Wens japanischer Amtskollege Tarō Asō betonte die Bedeutung des asiatischen Wirtschaftsraums für die Weltwirtschaft und bei der Überwindung der Wirtschafts- und Finanzkrise.<ref>Special Address by H.E. Mr. Taro Aso, Prime Minister of Japan On the Occasion of the Annual Meeting of the World Economic Forum «My Prescriptions for Reviving the World Economy». In: mofa.go.jp. 31. Januar 2009, abgerufen am 18. Juni 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Premier kündigte in seiner Rede ein Hilfspaket seines Landes im Umfang von 17 Milliarden Dollar an, mit dem asiatische Staaten bei der Überwindung der Wirtschaftskrise unterstützt werden sollten. Die Mittel seien für Investitionen zur Infrastruktur und für die Förderungen des Handels vorgesehen.<ref>Japan announces Asia aid package. In: bbc.co.uk. 31. Januar 2009, abgerufen am 22. April 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Asō warnte zudem vor Protektionismus,<ref>Japan will Protektionismus bekämpfen. In: blick.ch. 31. Januar 2009, abgerufen am 18. Juni 2013.</ref> ebenso wie der britische Premierminister Gordon Brown.<ref>Brown takes fight against protectionism to G20 summit. In: guardian.co.uk. 1. Februar 2009, abgerufen am 18. Juni 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte auf dem Treffen die Schaffung einer «Charta des nachhaltigen Wirtschaftens» und die Einrichtung eines Weltwirtschaftsrates bei den Vereinten Nationen.<ref>Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Weltwirtschaftsforum am 30. Januar 2009 in Davos. In: bundesregierung.de. 30. Januar 2009, abgerufen am 18. Juni 2013.</ref><ref>Merkel will Weltwirtschaftsrat schaffen. In: faz.net. 30. Januar 2009, abgerufen am 18. Juni 2013.</ref>
Die französische Finanzministerin Christine Lagarde warnte vor sozialen Unruhen in Europa, solange die globale Wirtschaftskrise nicht erfolgreich bekämpft werde. Die Regierungen forderte die Ministerin auf, ihre Bürger klar und unmissverständlich über künftige Maßnahmen zu informieren. Lagarde bezeichnete Protektionismus und soziale Unruhen als größte Risiken der Krise. Sie betonte, dass verlorenes Vertrauen wiederhergestellt werden müsse.<ref>Crisis may ‘spark social unrest’. In: bbc.co.uk. 1. Februar 2009, abgerufen am 26. März 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zugleich bezeichnete die französische Finanzministerin ein gewisses Maß an Protektionismus als «notwendiges Übel».<ref>Live: World Economic Forum 2009. In: bbc.co.uk. 31. Januar 2009, abgerufen am 26. März 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Scharfe Kritik übte Lagarde an der Entscheidung der amerikanischen Regierungen unter George W. Bush, das amerikanische Finanzinstitut Lehman Brothers nicht durch eine Rettungsaktion vor der Insolvenz zu bewahren. Dies habe einer Vereinbarung der Finanzminister widersprochen, systemrelevante Finanzinstitute zu stützen.<ref>A Roadmap Out of the Economic Crisis. In: weforum.org. 1. Februar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. März 2014; abgerufen am 26. März 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Zu einem Eklat kam es während einer Diskussionsveranstaltung zur Lage im Gazastreifen, an der auch UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon und der israelische Präsident Schimon Peres teilnahmen, als der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan aus Protest das Podium verließ.<ref>Eklat am WEF. Türkischer Ministerpräsident verlässt Podiumsveranstaltung. In: nzz.ch. 29. Januar 2009, abgerufen am 18. Juni 2013.</ref>
Der Präsident der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet erklärte, dass dem Euro durch die Finanzkrise keine Gefahr drohe. Der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, bezeichnete den Euro als einen «Schutzschild für die Länder, die ihm angehören» und beschrieb ihn als «Anker für die Stabilität».<ref>WEF 2009/Trichet: Euro steht in der Krise nicht auf dem Spiel. In: handelszeitung.ch. 29. Januar 2009, abgerufen am 18. Juni 2013.</ref> Die neue US-Regierung wurde durch Valerie Jarrett repräsentiert.<ref>Nelson D. Schwartz: At Davos, crisis thins the guest list. International Herald Tribune 25. Januar 2009.</ref> Insgesamt nahmen etwa 2200 Teilnehmer am WEF 2009 teil.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Offizielle Teilnehmerliste des World Economy Forums ( vom 7. April 2009 im Internet Archive) (PDF; 32 kB)</ref>
40. Jahrestreffen 2010
Das 40. Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums fand vom 27. bis 31. Januar 2010<ref>World Economic Forum Annual Meeting 2010. (PDF) World Economic Forum, 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 8. Mai 2013; abgerufen am 25. April 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> statt und stand unter dem Motto «Improve the State of the World: Rethink, Redesign, Rebuild» (Den Zustand der Welt verbessern: Neu denken, neu gestalten, neu schaffen).<ref>Weltwirtschaftsforum in Davos: Weltenlenker treffen sich zum Katastrophengipfel im Schnee. In: spiegel.de. 27. Januar 2010, abgerufen am 25. April 2013.</ref> In seiner Eröffnungsrede sprach sich der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy für eine grundlegende Reform des Finanz- und Währungssystems aus.<ref>Auftakt in Davos: Sarkozy verlangt Reform des Währungssystems. In: spiegel.de. 27. Januar 2010, abgerufen am 25. April 2013.</ref> Sarkozy forderte ein neues Bretton-Woods-Abkommen und sprach von einer Krise der Globalisierung.<ref>Sarkozy will Finanzsystem umbauen. In: focus.de. 27. Januar 2013, abgerufen am 25. April 2013.</ref> Der französische Präsident prangerte die Selbstbedienungsmentalität von Bankern ebenso an wie unfaire Handelspraktiken von Schwellenländern wie China.<ref>Sarkozys Traum vom neuen Kapitalismus. In: zeit.de. 28. Januar 2013, abgerufen am 25. April 2013.</ref> Sarkozy plädierte im Zusammenhang mit der Globalisierung für die Durchsetzung einer «moralischen Dimension».<ref>Davos 2010: Sarkozy calls for revamp of capitalism. In: bbc.co.uk. 27. Januar 2010, abgerufen am 25. April 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nachdem US-Präsident Obama vor dem WEF eine Regulierung des amerikanischen Banken-Sektors angekündigt hatte,<ref>Remarks by the President on Financial Reform. In: whitehouse.gov. 21. Januar 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. Januar 2015; abgerufen am 6. Mai 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Obama will Risikolust der Banken einengen. In: zeit.de. 21. Januar 2010, abgerufen am 6. Mai 2013.</ref><ref>Obamas Kehrtwende. Angriff auf die Banken. In: faz.net. 22. Januar 2010, abgerufen am 6. Mai 2013.</ref> war dies auch Thema beim Jahrestreffen in Davos.<ref>Die Banken rücken in den Fokus. Themen in Davos. In: faz.net. 27. Januar 2010, abgerufen am 6. Mai 2013.</ref> Anwesende Bankmanager warnten vor einer zu weitreichenden Regulierung des Finanzsektors.
So sah Peter Sands, Vorstandschef der britischen Standard Chartered Bank, im Fall einer Überregulierung die Gefahr von Wachstumseinbußen voraus. Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, warnte vor einem Effizienzverlust bei den Kapitalmärkten.<ref>Weltwirtschaftsforum in Davos: Bankmanager meutern gegen strenge Regulierung. In: spiegel.de. 27. Januar 2010, abgerufen am 6. Mai 2013.</ref> Zugleich forderte er dazu auf, Bankenschelte und Schuldzuweisungen zu beenden,<ref name="spiegel.de 28. Januar 2010">Weltwirtschaftsforum in Davos: Länder fordern schärfere Kontrolle der Finanzmärkte. In: spiegel.de. 28. Januar 2010, abgerufen am 24. Mai 2013.</ref><ref>«Mit der Bankenschelte aufhören». In: manager-magazin.de. 28. Januar 2010, abgerufen am 24. Mai 2013.</ref> ermahnte jedoch ebenfalls seine Branche: «Banken müssen proaktiver sein und zeigen, dass sie zu helfen bereit sind. Weil am Ende arbeiten wir nicht für uns selbst und nicht allein für die Volkswirtschaft, sondern wir arbeiten zum Wohl von Menschen weltweit.»<ref>Deutsche-Bank-Chef fordert mehr Verständnis für Banken. In: focus.de. 28. Januar 2010, abgerufen am 24. Mai 2013.</ref> Ackermann brachte erneut seine Idee eines gemeinsamen von europäischen Staaten und Banken finanzierten Fonds zur Rettung oder Abwicklung gefährdeter Banken in die Diskussion ein.<ref>Finanzbranche streitet in Davos über Regulierung. In: reuters.com. 31. Januar 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. November 2013; abgerufen am 24. Mai 2013. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Ackermann war neben Melinda Gates Co-Vorsitzender des Treffens.<ref>Prominente Teilnehmer am WEF. In: nzz.ch. 21. Januar 2010, abgerufen am 6. Mai 2013.</ref> Im Zusammenhang mit der von Barack Obama geplanten Aufspaltung von Großbanken in Investmentbanken und Banken mit Einlagen- und Kreditgeschäft verwies Axel Weber, Präsident der Bundesbank, auf die guten Erfahrungen, die Europa mit dem Universalbankensystem gemacht habe. Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank, befürwortete die Pläne Obamas, insbesondere die geplante Begrenzung von Eigenhandel und Institutsgröße.<ref>Bundesbank kritisiert Obamas Bankenpläne. In: faz.net. 28. Januar 2010, abgerufen am 6. Mai 2013.</ref> Auch der chinesische Vize-Regierungschef Li Keqiang forderte Reformen bei internationalen Finanzinstituten und -märkten sowie eine internationale Koordination von staatlichen Stützungsmaßnahmen.<ref name="spiegel.de 28. Januar 2010" /><ref>Li Keqiang’s speech at Davos adds impetus to world economic recovery. In: china.org.cn. 29. Januar 2010, abgerufen am 25. Mai 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
41. Jahrestreffen 2011
Das 41. Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums fand vom 26. bis zum 30. Januar 2011 statt und stand unter dem Motto «Shared Norms for the New Reality» (Gemeinsame Normen für eine neue Realität).<ref>Michael Rasch: Weltelite auf der Suche nach neuen Horizonten. In: Neue Zürcher Zeitung. 26. Januar 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. März 2011; abgerufen am 29. September 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Davos WEF 2011: A beginner’s guide. In: telegraph.co.uk. 25. Januar 2011, abgerufen am 17. Mai 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Treffen, zu dem 2.500 Teilnehmer angereist waren,<ref>2.500 Teilnehmer in Davos. In: focus.de. 26. Januar 2011, abgerufen am 17. Mai 2013.</ref> wurde vom russischen Präsidenten Dmitri Medwedew eröffnet.<ref>Medwedew eröffnet Weltwirtschaftsforum in Davos. In: zeit.de. 25. Januar 2011, abgerufen am 17. Mai 2013.</ref> In seiner Eröffnungsrede bezeichnete Medwedew den Sturz des tunesischen Staatschefs Zine el-Abidine Ben Ali als «Lektion».<ref name="welt.de 26. Januar 2011">Medwedjew – Tunesien als «Lektion für jede Autorität». In: welt.de. 26. Januar 2011, abgerufen am 17. Mai 2013.</ref> Zunehmende Ungleichheit führe zu wachsenden sozialen Spannungen, erklärte der russische Präsident und mahnte: «Was sich ereignet hat, ist, glaube ich, eine ernste Lektion für alle Amtsträger in allen Ländern.»<ref>Unruhen in Nordafrika sind eine Warnung. In: n24.de. 27. Januar 2011, abgerufen am 17. Mai 2013.</ref> Medwedew sagte die Unterstützung für eine völlige Freiheit des Internets zu und erklärte: «Russland wird keine Initiativen unterstützen, die Freiheit des Internets zu beschneiden.»<ref name="welt.de 26. Januar 2011" /><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Emotionale Rede Medwedews an WEF Eröffnung ( vom 3. März 2011 im Internet Archive)</ref>
42. Jahrestreffen 2012
Das 42. Jahrestreffen fand vom 25. bis 29. Januar 2012 statt und stand unter dem Motto «The Great Transformation: Shaping New Models» (Die große Verwandlung: Neue Modelle gestalten).<ref>World Economic Forum Annual Meeting 2012 Executive Summary document. (PDF; 131 kB) Abgerufen am 22. Januar 2012.</ref> Das Treffen hatte 2600 Teilnehmer, was laut Veranstalter einen Rekord darstellte. Zu den Teilnehmern zählten 40 Staats- und Regierungschefs, darunter auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, die die Eröffnungsrede hielt.<ref>nzz.ch: Merkel eröffnet WEF in Davos, 18. Januar 2012. Abgerufen am 13. März 2013.</ref> In ihrer Rede warnte Merkel im Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Überwindung der Schuldenkrise vor einer Überforderung Deutschlands.<ref>spiegel.de: Schuldenkrise: Merkel blockt Aufstockung des Euro-Rettungsfonds ab, 25. Januar 2012. Abgerufen am 13. März 2013.</ref> Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble kritisierte während des Treffens die griechische Regierung und warf ihr mangelnde Sparanstrengungen vor.<ref>dradio.de: Schäuble kritisiert mangelnde Sparanstrengungen Griechenlands, 27. Januar 2012. Abgerufen am 13. März 2013.</ref><ref>focus.de: Schäuble verlangt von Griechenland «zu liefern», 27. Januar 2012. Abgerufen am 13. März 2013.</ref> Der Finanzminister wehrte sich im Rahmen einer Podiumsdiskussion auch gegen eine vom französischen Finanzminister François Baroin geforderte Aufstockung des EFSF-Rettungsfonds.<ref>Schäuble gegen größeren Rettungsfonds. In: faz.net. 27. Januar 2012, abgerufen am 15. Februar 2014.</ref> Schäuble widersprach damit zugleich dem britischen Premier Cameron, der am Vortag ebenfalls eine Anhebung der Bürgschaften gefordert<ref>Euro-Debatte in Davos: Die Mauer muss her! In: spiegel.de. 27. Januar 2012, abgerufen am 15. Februar 2014.</ref> und das Krisenmanagement der deutschen Bundeskanzlerin Merkel heftig kritisiert hatte.<ref>Cameron-Attacke: Britischer Premier schmäht Merkels Finanzsteuerplan als «Wahnsinn». In: spiegel.de. 26. Januar 2012, abgerufen am 15. Februar 2014.</ref> Auch US-Finanzminister Timothy Geithner kritisierte die europäischen Schritte zur Überwindung der Finanzkrise als zu einseitig an Sparmaßnahmen orientiert. Geithner forderte die stärkere Ausrichtung auf ein künftiges Wirtschaftswachstum, das die Voraussetzung für eine Überwindung der Krise sei.<ref>Schäuble: Erwarte keine Zahlungsunfähigkeit. In: rp-online.de. 27. Januar 2012, abgerufen am 15. Februar 2014.</ref>
43. Jahrestreffen 2013
Das 43. Jahrestreffen fand vom 23. bis 27. Januar 2013 statt. Das Motto des Treffens lautete «Resilient Dynamism» (Widerstandsfähige Dynamik).<ref>spiegel.de: Weltwirtschaftsforum in der Schweiz: Vier Weisheiten aus Davos, 27. Januar 2013. Abgerufen am 13. März 2013.</ref> Das Treffen zählte mehr als 2500 Teilnehmer,<ref>spiegel.de: Lagarde bescheinigt Sorgenkindern Fortschritte, 23. Januar 2013. Abgerufen am 7. März 2013.</ref> darunter über 1500 hochrangige Manager aus 100 Ländern. Über 40 Staats- und Regierungschefs reisten ebenfalls an.<ref name="spiegel.de 4. März 2013">spiegel.de: Merkel fordert EU-weiten Kampf gegen Arbeitslosigkeit, 24. Januar 2013. Abgerufen am 4. März 2013.</ref> Dazu zählten neben der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel auch der britische Premierminister David Cameron und die Ministerpräsidenten Russlands und Italiens, Dmitri Medwedew und Mario Monti,<ref name="spiegel.de 4. März 2013" /> der die Eröffnungsrede hielt.<ref>nzz.ch: Monti appelliert an Zusammenhalt in Europa, 23. Januar 2013. Abgerufen am 5. März 2013.</ref> Darin übte der italienische Premier deutliche Kritik an der Politik seines Amtsvorgängers Silvio Berlusconi.<ref>Monti greift Berlusconi in Davos frontal an. In: welt.de. 24. Januar 2013, abgerufen am 19. November 2013.</ref> Zu dem vom britischen Premier Cameron kurz zuvor angekündigten Referendum zum Verbleib seines Landes in der EU äußerte Monti, dass er mit einer Zustimmung der Briten rechne, da die Vorteile einer Mitgliedschaft deren Nachteile deutlich überwiegen würden.<ref>Monti glaubt: Briten werden sich für EU entscheiden. In: faz.net. 23. Januar 2013, abgerufen am 19. November 2013.</ref> «Die EU braucht keine Europäer, die keine Europäer sein wollen», erklärte Monti weiter.<ref>Wirtschaftsforum in Davos: Lagarde bescheinigt Sorgenkindern Fortschritte. In: spiegel.de. 23. Januar 2013, abgerufen am 19. November 2013.</ref> Während des Treffens forderte Bundeskanzlerin Merkel in einer Rede<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />bundesregierung.de: Rede von Bundeskanzlerin Merkel beim Jahrestreffen 2013 des World Economic Forum ( vom 17. Oktober 2013 im Internet Archive). bundesregierung.de, 24. Januar 2013. Abgerufen am 9. April 2013.</ref> weitere Maßnahmen innerhalb der EU zur Senkung der Arbeitslosigkeit<ref name="spiegel.de 4. März 2013" /> und erklärte die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit zur zentralen Aufgabe bei der künftigen Sicherung des europäischen Wohlstands.<ref>faz.net: Merkel: Wettbewerbsfähigkeit ist das zentrale Thema der Zukunft, 24. Januar 2013. Abgerufen am 6. März 2013.</ref> Der britische Premier Cameron verteidigte auf dem Treffen das angekündigte Referendum zum Verbleib seines Landes in der EU und bekräftigte seinen Widerstand gegen eine vertiefte politische Integration der EU-Staaten.<ref>tagesschau.de: Cameron legt nach, 24. Januar 2013. Abgerufen am 6. März 2013.</ref> Die Präsidentin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, gab während des Jahrestreffens eine IWF-Prognose zur ökonomischen Entwicklung des Jahres 2013 bekannt, die von einer «zerbrechlichen und ängstlichen Erholung» der Weltwirtschaft ausging.<ref>Alles gut? Noch lange nicht! In: sueddeutsche.de. 27. Januar 2013, abgerufen am 19. November 2013.</ref> Lagarde warnte zugleich, dass die Weltwirtschaft die Krise noch nicht überwunden habe. Vielmehr sei die weitere wirtschaftliche Erholung von einer konsequenten Fortführung der bisherigen Stabilitätspolitik abhängig, erläuterte die IWF-Chefin weiter.<ref>Christine Lagarde über das Schlüsseljahr 2013. In: credit-suisse.com. 28. Januar 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. April 2014; abgerufen am 19. November 2013.</ref> Der amerikanische Investor George Soros kritisierte die Sparpolitik Deutschlands und warnte vor einem Währungskrieg. Soros befürwortete weitere geldpolitische Lockerungen.<ref>spiegel.de: Soros warnt vor Währungskrieg, 25. Januar 2013. Abgerufen am 6. März 2013.</ref> Axel A. Weber, Verwaltungsratsvorsitzender der Schweizer Bank UBS und ehemaliger Präsident der Deutschen Bundesbank, trat für eine einheitliche globale Regulierung des Bankensektors ein und mahnte die Banken, sich bei Managergehältern und Boni auf ethisch vertretbare Standards festzulegen.<ref>faz.net: Axel Weber fordert einheitliche Regulierung, 23. Januar 2013. Abgerufen am 9. März 2013.</ref>
44. Jahrestreffen 2014
Das 44. Jahrestreffen fand vom 22. bis 25. Januar 2014 statt und stand unter dem Motto «The Reshaping of the World: Consequences for Politics, Business and Society» (deutsch Die Neugestaltung der Welt: Konsequenzen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft).<ref>World Economic Forum Annual Meeting 2014. In: weforum.org. Abgerufen am 18. September 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Die Eröffnungsrede des Treffens hielt der japanische Premierminister Shinzō Abe. Der Premier präsentierte dabei seine als Abenomics bezeichnete Wirtschaftspolitik,<ref name="welt.de 22. Januar 2014">Stolzes Japan sagt Deutschland den Kampf an. In: welt.de. 22. Januar 2014, abgerufen am 27. Januar 2014.</ref> mit der die bestehende Deflation in Japan überwunden<ref>Abes schöner Schein. In: bazonline.ch. 23. Januar 2014, abgerufen am 27. Januar 2014.</ref> und sich das Land zur weltweit wirtschaftsfreundlichsten Nation entwickeln soll.<ref name="nzz.ch 23. Januar 2014">Abe beschwört militärische Deeskalation in Asien. WEF-Rede von Japans Ministerpräsidenten. In: nzz.ch. 23. Januar 2014, abgerufen am 27. Januar 2014.</ref> Die von Abe als Folge der expansiven Fiskalpolitik des deficit spending tolerierte Schwächung des Yen zur Ankurbelung japanischer Exporte wurde in Davos auch als Angriff auf die von Deutschland verfolgte Stabilitätspolitik bezeichnet.<ref name="welt.de 22. Januar 2014" /> Abe sprach sich gegen weitere militärische Expansionen im asiatischen Raum und für Transparenz bei den Verteidigungsausgaben in der Region aus. Seine im Zusammenhang mit dem Konflikt um die Senkaku-Inseln geäußerte Forderung nach Einhaltung des internationalen Seerechts richtete sich an China, dessen direkte Erwähnung Abe jedoch vermied.<ref name="nzz.ch 23. Januar 2014" /> Gegenüber Journalisten verglich Abe das Verhältnis zwischen Japan und China mit dem von Deutschland und dem Vereinigten Königreich vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs.<ref name="welt.de 22. Januar 2014" /> Seinen von China und anderen Nachbarn kritisierten Besuch im Yasukuni-Schrein Ende 2013<ref>Abe besucht Yasukuni-Schrein. Japan provoziert China. In: faz.net. 26. Dezember 2014, abgerufen am 27. Januar 2014.</ref> wollte Abe als «Antikriegsgeste» verstanden wissen.<ref name="welt.de 22. Januar 2014" />
Erstmals hatte der Vatikan mit Kardinal Peter Turkson einen Sondergesandten zum Weltwirtschaftsforum geschickt,<ref>Papst nimmt in Davos die Staatschefs in die Pflicht. In: focus.de. 22. Januar 2014, abgerufen am 27. Januar 2014.</ref> der am Eröffnungstag eine Botschaft von Papst Franziskus an die Konferenzteilnehmer verlas. Darin lobte der Papst die Erfolge des modernen Unternehmertums und forderte zugleich eine gerechtere Verteilung des globalen Wohlstands. Franziskus erinnerte an die «klare Verantwortung gegenüber anderen, vor allem denjenigen, die am zerbrechlichsten, schwächsten und verwundbarsten sind» und verurteilte den weltweiten Hunger als «nicht hinnehmbar».<ref>Der Papst outet sich als Freund der Marktwirtschaft. In: welt.de. 22. Januar 2014, abgerufen am 27. Januar 2014.</ref>
Die erstmals anwesende brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff<ref name="reuters.com 24. Januar 2014">Brazil’s Rousseff tries to win over jittery investors at Davos. In: reuters.com. 24. Januar 2014, abgerufen am 8. Mai 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> schilderte eine positive Lage ihres Landes, nachdem eine Bloomberg-Umfrage unter Investoren im November 2013 pessimistische Erwartungen zur wirtschaftlichen Entwicklung Brasiliens und negative Einschätzungen zu Rousseffs Wirtschaftspolitik ergeben hatte.<ref>Pessimism on Brazil Soars to Record in Poll. In: bloomberg.com. 21. November 2013, abgerufen am 8. Mai 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Rousseff verwies auf große soziale Fortschritte, die für breite Schichten der Bevölkerung zu einer Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage geführt hätten. Auch seien in den vorangegangenen zehn Jahren in Brasilien über vier Millionen neue Arbeitsplätze entstanden, während das Durchschnittseinkommen um sieben Prozent zugenommen habe. Als entscheidend für den bisherigen und künftigen wirtschaftlichen Aufstieg Brasiliens bezeichnete Rousseff Investitionen zur Verbesserung der Infrastruktur des Landes. Als wichtige Ziele ihrer künftigen Politik nannte sie die Konsolidierung öffentlicher Finanzen, den Abbau von Inflation und die Stabilisierung der brasilianischen Währung.<ref name="nzz.ch 25. Januar 2014">Brasiliens Transformation trotz Erfolgen nicht am Ziel. Präsidentin Rousseff setzt auf Freihandel. In: nzz.ch. 25. Januar 2014, abgerufen am 8. Mai 2014.</ref> Rousseff versprach, die Wettbewerbsfähigkeit Brasiliens zu steigern,<ref name="wsj.com 24. Januar 2014">Rousseff Vows to Make Brazil More Competitive. In: wsj.com. 24. Januar 2014, abgerufen am 8. Mai 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und versicherte ausländischen Investoren, dass ihr Land über sichere wirtschaftliche Rahmenbedingungen verfüge und geschlossene Verträge eingehalten würden.<ref name="reuters.com 24. Januar 2014" /> Als konkretes Ziel ihrer Wirtschaftspolitik nannte Rousseff die Verringerung der jährlichen Inflation von 6 auf 4,5 Prozent.<ref name="wsj.com 24. Januar 2014" /> Nach Angaben ihrer Berater diente Rousseffs Rede vor allem dem Ziel, das Vertrauen von Investoren zurückzugewinnen.<ref name="reuters.com 24. Januar 2014" /> Zur brasilianischen Delegation zählten neben Rousseff auch ihr Finanzminister Guido Mantega und die Präsidenten der brasilianischen Zentralbank, Alexandre Tombini, und der Brasilianischen Entwicklungsbank, Luciano Coutinho.<ref>Rousseff Debuts at Davos to Assure Investors She Had Spurned. In: bloomberg.com. 21. Januar 2014, abgerufen am 8. Mai 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Der iranische Präsident Hassan Rohani nutzte die erste Rede eines Präsidenten der Islamischen Republik seit zehn Jahren dazu, das Interesse seines Staates an besseren Beziehungen zum Westen zu verkünden. Rohani warb um ausländische Investitionen für seinen Staat, vor allem für die Ölindustrie, für die er ein neues Investitionsmodell ankündigte. In einem Interview hatte er zuvor als Signal der Entspannung eine Wiedereröffnung der US-Botschaft in Teheran in Aussicht gestellt.<ref>Rohani beim Weltwirtschaftsforum:Irans Präsident umwirbtden Westen. In: spiegel.de. 23. Januar 2014, abgerufen am 29. Januar 2014.</ref> Rohani bekräftigte den «friedlichen Charakter» des iranischen Atomprogramms. Iran habe nicht die Absicht, Atomwaffen zu produzieren, sondern wolle innerhalb von 30 Jahren zu den zehn größten Volkswirtschaften der Welt aufsteigen, so der Präsident weiter.<ref>Rohanis Charmeoffensive. In: faz.net. 23. Januar 2014, abgerufen am 29. Januar 2014.</ref> Nachfragen des WEF-Gründers Klaus Schwab bei einer späteren Podiumsdiskussion bezüglich freundschaftlicher Beziehungen zu Israel erteilte Rohani eine Absage.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Iran wirbt, Israel warnt.] In: www.derstandard.at. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Der britische Premier David Cameron forderte in seiner Rede die europäischen Staaten auf, die Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents zu erhöhen. Um dies zu erreichen, müsse das wirtschaftliche Umfeld liberalisiert und die Steuern gesenkt werden, erklärte der Premier.<ref>Tim Rahmann: Europa, hör’ auf David Cameron. In: wiwo.de. 24. Januar 2014, abgerufen am 29. Januar 2014.</ref> Ziel sei es, so Cameron, möglichst viele der in der Vergangenheit aus Europa abgewanderten Arbeitsplätze zurückzuholen, vor allem aus Asien und Osteuropa. Für sein Land gab er die Vorgabe aus, zu einer «Reshore»-Nation zu werden. Der Premier wiederholte seine Forderung nach Begrenzung von Immigration und seine Ablehnung einer Zuwanderung in die Sozialsysteme. Immigration müsse mit «Wohlfahrt und Ausbildung kombiniert werden», so Cameron.<ref>Cameron will Jobs aus Asien zurückholen. Großbritannien als «Reshore-Nation». In: nzz.ch. 24. Januar 2014, abgerufen am 29. Januar 2014.</ref>
Am Abschlusstag des Treffens bekräftigte der EU-Währungskommissar Olli Rehn, dass die Existenzkrise des Euro überwunden sei und sich die Währung in einer Erholungsphase befände.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig EU-Währungskommissar: Mehr Zuversicht als Zweifel beim Weltwirtschaftsforum 2014.] In: Die Welt. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Zuvor hatte Axel A. Weber, Verwaltungsratspräsident der Schweizer Großbank UBS und bis 2011 Bundesbankpräsident, vor einer erneuten Verschärfung der Euro-Krise gewarnt.<ref>Axel Weber warnt vor Aufflammen der Bankenkrise. Europa weiter im Krisenmodus. In: nzz.ch. 23. Januar 2014, abgerufen am 6. Februar 2014.</ref> Weber mahnte, aufgrund einer leichten wirtschaftlichen Erholung in Europa und günstiger Prognosen für das Jahr 2014 nicht in Euphorie zu verfallen. Als drohende Risiken für 2015 nannte Weber das Erstarken EU-kritischer Parteien bei der Europawahl im Mai und das Ergebnis des EZB-Bankenstresstests im November.<ref>Die Sorge um Europa ist verflogen. In: faz.net. 22. Januar 2014, abgerufen am 6. Februar 2014.</ref> Weber äußerte sich skeptisch zur ökonomischen Situation der EU-Länder, von denen nur Deutschland bereits wieder Vorkrisenniveau erreicht habe, während in vielen südeuropäischen Staaten die wirtschaftliche Situation für große Teile der Bevölkerung weiter angespannt sei. Unterschiedlich bewertete er auch die Situation in Europa und den Vereinigten Staaten bei der Krisenbewältigung: «Die USA sind zurück, Europa nicht.»<ref>Krisendebatte in Davos: «Die USA sind zurück, Europa noch nicht». In: spiegel.de. 24. Januar 2014, abgerufen am 6. Februar 2014.</ref>
45. Jahrestreffen 2015
Das 45. Jahrestreffen fand vom 21. bis 24. Januar 2015 statt<ref>World Economic Forum Annual Meeting 2015. In: weforum.org. Abgerufen am 23. Oktober 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und stand unter dem Motto The New Global Context (Der neue globale Kontext). Es wurden vier Kernthemen diskutiert: Crisis & Cooperation (Krise und Zusammenarbeit), Growth & Stability (Wachstum und Stabilität), Innovation & Industry (Erneuerung und Industrie) sowie Society & Security (Gesellschaft und Sicherheit).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />openforumdavos.ch/de/openforumdavos.ch: Eigene Webseite ( vom 9. Januar 2015 im Internet Archive)</ref>
Über 2.500 Personen aus 140 Ländern nahmen teil.<ref name="BZ 21-1-015">dpa: EZB-Anleihenkauf in Davos umstritten – badische-zeitung.de. In: badische-zeitung.de. 22. Januar 2015, abgerufen am 22. Januar 2015.</ref> Eine Berechnung ergab, dass bei der Anreise der Teilnehmer mit Flugzeugen, darunter ungefähr 200 Privatjets, ca. 1400 Tonnen des Treibhausgases CO2 ausgestossen wurden.<ref>Johannes Hausen, So viel CO2 stoßen die Präsidenten-Privatjets auf dem Weg nach Davos aus, VICE Motherboard.</ref>
Der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang hielt die offizielle Eröffnungsrede<ref>Chinese Premier Li Keqiang’s speech at Davos 2015. In: weforum.org. 23. Januar 2015, abgerufen am 4. März 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> des Treffens. In seiner Ansprache versuchte der Premier Ängste auszuräumen, dass das Wirtschaftswachstum Chinas künftig erlahmen könne, nachdem das Wirtschaftswachstum seines Landes 2014 auf den niedrigsten Stand seit 1990 gesunken war. Li sagte für 2015 ein Wachstum der chinesischen Wirtschaft von sieben Prozent voraus und bezeichnete dies als «neue Normalität», bei der die Steigerungsraten niedriger ausfielen, aber stabiler seien.<ref>China droht an der Wachstumsklippe zu scheitern. Kritische Schwelle. In: welt.de. 21. Januar 2015, abgerufen am 4. März 2015.</ref> Der chinesische Premier warb in Davos zugleich um internationale Investoren und kündigte für sein Land Reformen bei Eigentumsrechten, Rechtsstandards und Marktzugangsbeschränkungen an.<ref>«Massenweises Unternehmertum». Chinas Ministerpräsident am WEF. In: nzz.ch. 21. Januar 2015, abgerufen am 4. März 2015.</ref> Li nannte hier auch eine schrittweise Freigabe des Yuan und die Förderung von privatem Unternehmertum in der chinesischen Bevölkerung zur Ankurbelung der Inlandsnachfrage.<ref>China verspricht stabiles Wachstum und weitere Reformen. In: faz.net. 21. Januar 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 8. März 2015; abgerufen am 4. März 2015.</ref>
Zu den sechs Co-Vorsitzenden des Treffens zählten Eric Schmidt, Executive Chairman von Google sowie Jim Yong Kim, Präsident der Weltbank.<ref>Power Wear: Davos 2015 Annual Meeting. In: forbes.com. 13. Januar 2015, abgerufen am 14. Januar 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
In seiner Rede lobte der französische Präsident Hollande das EZB-Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen und bezeichnete es als Aufforderung, bei künftigen Reformen innerhalb der EU mutiger zu sein, um Wachstums- und Beschäftigungshemmnisse zu beseitigen. Zugleich bezeichnete Hollande die Steigerung des Wirtschaftswachstums innerhalb der EU als vorrangig und erklärte, das EZB-Programm werde die Finanzierung für europäische Unternehmen erleichtern und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessern.<ref>Hollande lobt die EZB. Beschleunigte Reformen. In: nzz.ch. 23. Januar 2015, abgerufen am 5. Februar 2015.</ref>
Mit dem Anschlag auf Charlie Hebdo vom 7. Januar 2015 sei nicht nur Frankreich angegriffen worden, sondern die Fundamente jeder freien Gesellschaft, erklärte der französische Präsident. Hollande forderte die Wirtschaft auf, sich am Kampf gegen den Terror zu beteiligen, und hob die Verantwortung von Internetkonzernen und Banken hervor, um den Terrorismus von seinen Ressourcen abzuscheiden.<ref name="welt.de 23. Januar 2015">«Alimentieren Sie nicht die Bestie!» Hollande in Davos. In: welt.de. 23. Januar 2015, abgerufen am 5. Februar 2015.</ref> Er forderte in diesem Zusammenhang, die Überwachung von Unternehmensnetzwerken und des Internets auszuweiten.<ref>Hollande ruft Unternehmen zum Kampf gegen den Terror auf. In: wienerzeitung.at. 23. Januar 2015, abgerufen am 5. Februar 2015.</ref> Hollande warnte die anwesenden Unternehmer: «Alimentieren Sie nicht heute eine Bestie, die Sie angreifen kann.» Zugleich sprach sich der Präsident für ein verstärktes internationales Engagement in Syrien aus und kündigte für sein Land eine Ausweitung der militärischen und humanitären Einsätze an.<ref name="welt.de 23. Januar 2015" />
Die deutsche Bundeskanzlerin Merkel betonte in ihrer Rede<ref name="bundesregierung.de 22. Januar 2015">Rede von Bundeskanzlerin Merkel anl. des Jahrestreffens 2015 des World Economic Forum am 22. Januar 2015. In: bundesregierung.de. 22. Januar 2015, abgerufen am 17. Februar 2015.</ref> die Unabhängigkeit der EZB bei ihrer Entscheidung für das Aufkaufprogramm und forderte zugleich von der Politik, Wachstumsimpulse durch «vernünftige Rahmenbedingungen» zu setzen.<ref>Merkel: Die EZB ist unabhängig. Kanzlerin in Davos. In: faz.net. 22. Januar 2015, abgerufen am 16. Februar 2015.</ref> Merkel warnte davor, dass die Flut an Liquidität die wirkliche ökonomische Lage von einzelnen Staaten verdecken könne. Staaten, die schon in der andauernden Niedrigzinsphase ihre Haushaltsprobleme nicht lösen könnten, sagte sie Probleme für den Fall einer Normalisierung des Zinsniveaus voraus und nannte die Aufhebung der Euro-Bindung beim Schweizer Franken als Beispiel einer Normalisierung.<ref name="nzz.ch 22. Januar 2015">Merkel nimmt Regierungen in die Pflicht. Deutsche Bundeskanzlerin in Davos. In: nzz.ch. 22. Januar 2015, abgerufen am 17. Februar 2015.</ref> Zur Eurokrise sagte die Kanzlerin: «Sie haben wir einigermaßen im Griff, überwunden aber ist sie nicht. Europa hat noch nicht ausreichend Vertrauen und noch nicht ausreichend Wettbewerbsfähigkeit zurückgewonnen.»<ref name="bundesregierung.de 22. Januar 2015" /> Für Deutschland kündigte sie eine Fortsetzung des Spar- und Reformkurses an.<ref>Deutschland bleibt bei Spar- und Reformkurs. Angela Merkel in Davos. In: n24.de. 22. Januar 2015, abgerufen am 17. Februar 2015.</ref> Ausdrücklich lobte Merkel den Reformfortschritt in Italien.<ref name="nzz.ch 22. Januar 2015" /> Sie warb auch für das geplante Freihandelsabkommen TTIP mit den Vereinigten Staaten und erklärte, ein «großes Plädoyer» für Freihandelsabkommen abgeben zu wollen. Merkel nannte die Abkommen eine «einzigartige Chance», Wachstumsmöglichkeiten durch den Abbau transatlantischer Handelshemmnisse zu vergrößern und europäische Standards beim Umwelt- und Verbraucherschutz durchzusetzen.<ref>Merkel bezeichnet Freihandelsabkommen als «einmalige Chance». In: pr-online.de. 22. Januar 2015, abgerufen am 17. Februar 2015.</ref> Merkel kündigte eine Aufholjagd Europas bei der Digitalisierung an.<ref>Merkel will Europa aus dem «eigenen Saft» holen. Gipfel in Davos. In: welt.de. 22. Januar 2015, abgerufen am 17. Februar 2015.</ref>
Der US-amerikanische Außenminister Kerry rief in seiner Rede beim Jahrestreffen die Anwesenden zur Einigkeit auf: «Wir müssen dem Terrorismus zeigen, dass wir immer stärker werden, je mehr man uns versucht zu trennen.» Zugleich müsse man die Faktoren verstehen lernen, die Menschen in den Terrorismus führten, so Kerry weiter. Der Außenminister betonte weiterhin den Unterschied zwischen Verstehen und Akzeptanz und erklärte, es gebe keinen Grund, der Terror rechtfertigen könne.<ref name="blick.ch 23. Februar 2015">WEF 2015: Kerry ruft am WEF zur geschlossenen Haltung gegen Terror auf. In: blick.ch. 23. Februar 2015, abgerufen am 24. Februar 2015.</ref> In einer emotionalen Rede schilderte Kerry persönliche Eindrücke von Gräueltaten des IS, die er bei Besuchen in betroffenen Gebieten erhalten habe. Den «IS zu besiegen» sei eine zentrale Herausforderung, so der Außenminister weiter,<ref name="derstandard.at 23. Februar 2015">Kerry: «Größter Fehler wäre, Muslime kollektiv zu beschuldigen». US-Außenminister Kerry und Frankreichs Präsident Hollande fordern gemeinsamen Anti-Terror-Kampf. In: derstandard.at. 23. Januar 2015, abgerufen am 24. Februar 2015.</ref> der die internationalen Maßnahmen und Absprachen zur Bekämpfung der Terrorgruppe ausdrücklich lobte.<ref name="blick.ch 23. Februar 2015" /> Das Vorgehen der nigerianischen Terrorgruppe Boko Haram, ganze Landstriche zu erobern und zu halten, beschrieb er als ein neues Phänomen. Von der internationalen Staatengemeinschaft forderte Kerry, mehr Mittel zur Terrorbekämpfung zur Verfügung zu stellen. Der amerikanische Außenminister warnte davor, Muslime unter Generalverdacht zu stellen: «Der größte Fehler wäre, Muslime kollektiv zu beschuldigen. Der gewalttätige Extremismus macht sich in allen Gegenden der Welt und in allen Religionen breit.»<ref name="derstandard.at 23. Februar 2015" /> Von Unternehmen und Konzernen forderte der US-Außenminister stärkere Unterstützung im politischen Kampf gegen den Terror. So müsse die Jugendarbeitslosigkeit verringert und die Möglichkeiten zur beruflichen Bildung verbessert werden, um dem Terrorismus den Nährboden zu entziehen. Dazu brauche man die Privatwirtschaft, so Kerry weiter.<ref>Wirtschaft soll Anti-Terrorkampf stützen. In: dw.de. 24. Januar 2015, abgerufen am 24. Februar 2015.</ref>
Aus Russland war im Vorfeld des Treffens berichtet worden, dass Präsident Putin und Ministerpräsident Medwedew 2015 nicht nach Davos reisen würden. Stattdessen nahmen die russischen Regierungsmitglieder Igor Schuwalow (seit 2008 Erster Vize-Ministerpräsident) und Arkadi Dworkowitsch (seit Mai 2012 einer der Vize-Ministerpräsidenten) an dem Treffen teil. Während einer Podiumsdiskussion erklärte Schuwalow, dass Sanktionen gegenüber Russland wirkungslos bleiben würden. Sie seien der Versuch, Russland in eine Ecke zu drängen und zu bevormunden. Dem werde sein Land nicht nachgeben, so Schuwalow weiter. Seinem Hinweis, dass westliche Freiheiten in Russland bereits seit der Zarenzeit unter Katharina der Großen zwangsläufig zu Chaos führen würden, was sich auch nach Glasnost und Perestroika unter Gorbatschow bestätigt habe, wurde auch von russischen Diskussionsteilnehmern widersprochen. Der ehemalige russische Finanzminister Kudrin nannte Gorbatschows Reformen notwendig, da die sowjetische Führung das Land vorher durch Inkompetenz abgewirtschaftet habe. Ursache der russischen Probleme sei nicht ein Übermaß an Freiheit, sondern weiterhin unterentwickelte Institutionen, schilderte Kudrin.<ref>Russland in der Defensive. Sanktionen und Freiheit am WEF. In: nzz.ch. 23. Januar 2015, abgerufen am 27. Februar 2015.</ref> Schuwalow gestand ein, dass die Lage in seinem Land «sehr schwierig» sei, und widersprach zugleich Gerüchten, seine Regierung werde die Unabhängigkeit der russischen Zentralbank beenden oder Währungskontrollen einführen.<ref>Die Russen sind tief gekränkt. In: welt.de. 23. Januar 2015, abgerufen am 27. Februar 2015.</ref> Er sagte eine weitere Intensivierung der wirtschaftlichen Kooperation mit China voraus.<ref>DAVOS: Russland kritisiert Sanktionen und betont Kooperation mit China. In: focus.de. 23. Januar 2015, abgerufen am 27. Februar 2015.</ref>
Der ukrainische Präsident Poroschenko verkürzte aufgrund des Wiederaufflammens der militärischen Auseinandersetzungen in der Ostukraine («Donbass») seine Anwesenheit auf lediglich den ersten Tag.<ref>Deutschlandfunk-Nachrichten vom 21. Januar 2015.</ref> In einer Rede verglich Poroschenko das russische Vorgehen mit Terroranschlägen islamistischer Attentäter und forderte von den europäischen Staaten Solidarität. Er erklärte, die Ukraine sei «komplett europäisch» und kämpfe «für die europäische Einheit und für die europäischen Werte».<ref name="welt.de 21. Januar 2015">Poroschenko zieht Vergleich zu «Charlie»-Attentätern. Krieg in der Ukraine. In: welt.de. 21. Januar 2015, abgerufen am 4. März 2015.</ref> Russland sei als Aggressor mit mehr als 9000 Soldaten und 500 Panzern in die Ukraine eingerückt, so Poroschenko weiter.<ref>Ukrainischer Präsident Poroschenko wirft Russland Aggression vor. In: dw.de. 21. Januar 2015, abgerufen am 4. März 2015.</ref> Während seiner Rede hielt der ukrainische Präsident ein zerschossenes Blech in die Runde und gab an, dies stamme von einem Passagierbus, der unter russischen Raketenbeschuss geraten sei. Nach Angaben Poroschenkos befürwortet eine breite Mehrheit der ukrainischen Bevölkerung die Westintegration ihres Landes und mehr als 50 Prozent einen Beitritt zur NATO. Zur Unterstützung seines Landes forderte der Präsident von der internationalen Gemeinschaft Kredite. Nach einem Treffen mit Poroschenko sagte die IWF-Chefin Lagarde ihre Unterstützung zu.<ref name="welt.de 21. Januar 2015" />
Hohe Resonanz rief Google-Chairman Eric Schmidt mit seiner Prognose zum «Verschwinden des Internets» hervor.<ref>Why Google’s Eric Schmidt says the ‘Internet will disappear’. In: cnbc.com. 23. Januar 2015, abgerufen am 17. März 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Tim Worstall: Eric Schmidt’s Quite Right The Internet Will Disappear; All Technologies Do As They Mature. In: forbes.com. 24. Januar 2015, abgerufen am 17. März 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Auf einer Podiumsdiskussion, an der auch Microsoft-CEO Satya Nadella, Facebook-COO Sheryl Sandberg, Yahoo-Chefin Marissa Mayer<ref>Google’s Eric Schmidt claims the ‘internet will disappear’ as everything in our life gets connected. In: dailymail.co.uk. 22. Januar 2015, abgerufen am 17. März 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und Vodafone-CEO Vittorio Colao teilnahmen, erklärte Schmidt, dass das Internet so in den menschlichen Alltag integriert sein werde, dass es künftig nicht mehr als solches spürbar sein werde. Nach Schmidt werde die «Grenze zwischen dem Online- und Offline-Sein» verschwinden.<ref>Eric Schmidt prognostiziert das Verschwinden des Internets. In: t3n.de. 26. Januar 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 28. Januar 2015; abgerufen am 17. März 2015.</ref>
Die unabhängige Nicht-Regierungs-, Entwicklungs- und Katastrophenschutzhilfeorganisation Oxfam wies anlässlich der Konferenz auf die zunehmende Auseinanderentwicklung von Einkommen («Einkommensschere») und Vermögensverteilung innerhalb der Weltbevölkerung («2016 besitzt 1 Prozent der Weltbevölkerung mehr als der gesamte Rest»)<ref name="Oxfam 16-1-015">www.oxfam.de, 16. Januar 2015.</ref> sowie auf die umfangreiche Lobbyarbeit der Vermögenden und ihrer Institutionen unter massivem Geldeinsatz hin.<ref>spiegel.de: Armutsstudie von Oxfam: Das reichste Prozent besitzt mehr als alle anderen zusammen. Januar 2015.</ref><ref>badische-zeitung.de, 19. Januar 2015: Superreiche sollen höher besteuert werden</ref><ref>Badische Zeitung, Kommentare, Wolfgang Kessler, 31. Januar 2015, badische-zeitung.de: Von einer gerechteren Verteilung hängt viel ab</ref> Winnie Byanyima, amtierende Geschäftsführerin von Oxfam International, nahm ebenfalls als Co-Vorsitzende an dem Treffen teil.<ref name="Oxfam 16-1-015" /> Nach einer Diskussion zum Thema prognostizierte die Mehrheit der Anwesenden, die Ungleichheit auch in den Industrieländern werde weiter zunehmen.<ref>Hannes Koch, badische-zeitung.de: Umverteilung ist bei der Wirtschaftselite kein Thema. Badische Zeitung, 22. Januar 2015.</ref>
Der US-Investor und Dollar-Multimilliardär George Soros kritisierte gegen Schluss der Veranstaltung, dass das am 22. Januar von der Europäischen Zentralbank (EZB) verkündete «Expanded asset purchase programme»<ref>EZB.</ref> (erweitertes Programm zum Ankauf von Vermögenswerten<ref>Deutsche Bundesbank.</ref>) zum Ankauf von europäischen Staatsanleihen die weltweite Spaltung zwischen Arm und Reich verstärken, vor allem Aktionäre massiv unterstützen sowie die Löhne weiter unter Druck halten werde.<ref>Hans-Jürgen Maurus, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />ondemand-mp3.dradio.de: WEF Davos – Bundesfinanzminister Schäuble kneift – Soros über deutsche Schlaglöcher ( vom 28. Januar 2015 im Internet Archive). Deutschlandfunk, 23. Januar, 17:11 Uhr.</ref>
Das Treffen ging mit Beratungen zu Krisenbewältigungen sowie der Suche nach Möglichkeiten zur Reduzierung der zunehmenden weltweiten Armut und nach weiterem Wirtschaftswachstum zu Ende.<ref>deutschlandfunk.de: Weltwirtschaftsforum endet mit Beratungen über Krisenbewältigung. Deutschlandfunk, Nachrichten, 24. Januar 2015, 5:00.</ref>
46. Jahrestreffen 2016
Das 46. Jahrestreffen fand vom 20. bis 23. Januar 2016 statt und stand unter dem Motto Mastering the Fourth Industrial Revolution (Die Vierte Industrielle Revolution meistern).<ref name="weforum.org 13. Januar 2016">46th Annual Meeting of the World Economic Forum to Focus on Fourth Industrial Revolution. In: weforum.org. 13. Januar 2016, abgerufen am 12. September 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="theguardian.com 19. Januar 2016">Davos 2016: eight key themes for the World Economic Forum. Robots, terrorism, migration and inequality. In: theguardian.com. 19. Januar 2016, abgerufen am 12. September 2019.</ref><ref name="sueddeutsche.de 13. Januar 2016">Gauck eröffnet Treffen in Davos. Digitalisierung und Krisen. In: sueddeutsche.de. 13. Januar 2016, abgerufen am 12. September 2019.</ref> Zum Treffen eingeladen waren 2795 Teilnehmer, darunter mehr als 90 Minister sowie über 40 Staats- und Regierungschefs.<ref>Hans-Christian Baumann: Geopolitische Krisen im Fokus. In: Neue Zürcher Zeitung. 20. Januar 2016, abgerufen am 20. Januar 2016.</ref><ref>Wer sind die WEF-Teilnehmer? World Economic Forum in Davos. In: nzz.ch. 19. Januar 2016, abgerufen am 9. März 2016.</ref> Nach zwölf Jahren nahm mit Joe Biden erstmals wieder ein US-Vizepräsident an dem Treffen teil.<ref>Auf Obamas Vize hätte Davos lieber verzichtet. In: welt.de. 20. Januar 2016, abgerufen am 9. März 2016.</ref> Von der US-Regierung waren zugleich Außenminister John Kerry, Verteidigungsminister Ashton Carter, Justizministerin Loretta Lynch und Gesundheitsministerin Sylvia Mathews Burwell in Davos vertreten. Auch der britische Premierminister David Cameron nahm an dem Treffen teil.
Im Herbst 2015 hatte das Weltwirtschaftsforum an Nordkorea eine Einladung zum Jahrestreffen ausgesprochen,<ref>WEF in Davos lädt Nordkorea aus. In: tagesanzeiger.ch. 13. Januar 2016, abgerufen am 12. April 2016.</ref> so dass Pjöngjang erstmals nach 18 Jahren eine Delegation für Davos angemeldet hatte. Die Delegation sollte unter der Leitung des nordkoreanischen Außenministers Ri Su-yong stehen, der zuvor für sein Land schon Botschafter in der Schweiz und Repräsentant bei den Vereinten Nationen in Genf gewesen war.<ref>Nordkorea liebäugelt mit einem Besuch am Wef. In: handelszeitung.ch. 4. Januar 2016, abgerufen am 12. April 2016.</ref> Im Zusammenhang mit einem nordkoreanischen Kernwaffentest Anfang Januar 2016 zog das Weltwirtschaftsforum seine Einladung aber zurück, da diese nach den Worten des WEF-Vorstands Rösler nicht mehr angemessen gewesen sei.<ref>Weltwirtschaftsforum lädt Nordkorea aus. Atomwaffentest. In: spiegel.de. 13. Januar 2016, abgerufen am 12. April 2016.</ref> Die Ausladung wurde von der nordkoreanischen Führung scharf kritisiert.<ref>Nordkorea will Weltwirtschaftsforum «zur Verantwortung ziehen». Ausladung wegen Atomwaffen-Test. In: handelsblatt.com. 14. Januar 2016, abgerufen am 12. April 2016.</ref>
Aus Deutschland waren Finanzminister Wolfgang Schäuble und Bundespräsident Joachim Gauck angereist,<ref>Die fieberhafte Suche nach einem Plan für die Welt. In: welt.de. 19. Januar 2016, abgerufen am 16. März 2016.</ref> der die Eröffnungsrede hielt.<ref>Joachim Gauck: «Über die Hoffnung auf Wohlstand – Anmerkungen zu Einwanderung und Flucht nach Europa». In: bundespraesident.de. 20. Januar 2016, abgerufen am 16. März 2016.</ref> Thema seiner Rede war die Flüchtlingskrise in Europa. Gauck sprach sich für eine offene Debatte über die Aufnahmefähigkeit Deutschlands aus und erklärte, eine Strategie zur Begrenzung könne «moralisch und politisch sogar geboten sein, um die Handlungsfähigkeit des Staates zu erhalten» oder «die Unterstützung für eine menschenfreundliche Aufnahme der Flüchtlinge zu sichern». Sie sei daher «nicht per se unethisch», so Gauck weiter. Zugleich bezeichnete er die Aufnahme von Flüchtlingen als ein humanitäres Gebot, das nicht aus Kostengründen verweigert werden dürfe. Der Bundespräsident forderte auch eine offene Diskussion über die Probleme im Zusammenhang mit Migration und Integration, um nicht «Populisten und Fremdenfeinden das Feld» zu überlassen. Kritik äußerte er an der fehlenden Solidarität in der Europäischen Union,<ref>«Begrenzung ist nicht per se unethisch». In: zeit.de. 20. Januar 2016, abgerufen am 16. März 2016.</ref> und vor allem in Osteuropa. «Ich kann aber nur schwer verstehen, wenn ausgerechnet Länder Verfolgten ihre Solidarität entziehen, deren Bürger als politisch Verfolgte einst selbst Solidarität erfahren haben», kritisierte Gauck.<ref>Gaucks Standpauke für Osteuropa. Flüchtlingsdebatte in Davos. In: spiegel.de. 20. Januar 2016, abgerufen am 16. März 2016.</ref>
Der deutsche Finanzminister Schäuble debattierte in Davos mit den Ministerpräsidenten Mark Rutte, Niederlande und Alexis Tsipras, Griechenland, sowie dem französischen Premierminister Manuel Valls zur «Zukunft Europas».<ref name="taz.de 21. Januar 2016">Schäuble fordert Marshallplan. Weltwirtschaftsforum in Davos. In: taz.de. 21. Januar 2016, abgerufen am 5. April 2016.</ref> Schäuble forderte einen neuen europäischen Marshallplan, dessen Gelder nicht nach Europa fließen, sondern für die Versorgung von Flüchtlingen in den Nachbarstaaten Syriens und zum Wiederaufbau der vom Bürgerkrieg zerstörten Landesteile dienen sollten. Er kündigte an, dass viele Milliarden außerhalb von Europa investiert würden, «um den Druck auf die Außengrenzen zu verringern».<ref>Schäuble fordert Marshallplan für Flüchtlinge. In: welt.de. 21. Januar 2016, abgerufen am 5. April 2016.</ref> Das Ertrinken von Flüchtlingen an den europäischen Außengrenzen erklärte der Finanzminister zu einer «Schande für unsere europäische Kultur und Zivilisation.» Die Krisenherde im Nahen Osten und in Afrika nannte er ein europäisches Problem: «Was dort schiefgeht, landet nicht in den USA oder in Australien, es landet in Europa.» Weil feste europäische Schlüssel zur Verteilung von Flüchtlingen zuvor gescheitert waren, sprach sich Schäuble bei der Versorgung von Flüchtlingen für eine «Koalition der Willigen» aus. Zu den Kosten der Flüchtlingskrise sagte er, dass diese Europa viel mehr kosten werde als bislang angenommen.<ref>Schäuble: Wird sehr viel teurer als gedacht. Milliarden für die Flüchtlingskrise. In: n-tv.de. 21. Januar 2016, abgerufen am 5. April 2016.</ref> Schäuble wiederholte in Davos seinen Vorschlag, zur Finanzierung der Flüchtlingskrise eine Benzinsteuer einzuführen.<ref>Schäuble drängt auf Benzin-Steuer: «Haben jetzt keine Zeit, monatelang zu diskutieren». In: focus.de. 23. Januar 2016, abgerufen am 5. April 2016.</ref> Der griechische Ministerpräsident Tsipras sprach sich gegen eine Abriegelung der europäischen Außengrenzen aus. Sein niederländischer Kollege Rutte nannte die folgenden sechs bis acht Wochen entscheidend, um die Zuwanderung zu reduzieren.<ref name="taz.de 21. Januar 2016" />
Zu den von Tsipras während der Diskussion geäußerten Klagen über die Härte der Auflagen für das dritte Hilfspaket erklärte der Bundesfinanzminister, dass die getroffenen Vereinbarungen umgesetzt werden müssten. Schäuble bekräftige seine Forderung dabei durch eine Abwandlung eines Wahlkampfmottos des früheren US-Präsidenten Bill Clinton: «It’s the implementation, stupid!» Vorwürfe, er habe mit dieser Äußerung den griechischen Ministerpräsident beleidigt, wies eine Sprecherin Schäubles kurz darauf zurück.<ref>Schäuble habe Tsipras nicht beleidigt. In: nwzonline.de. 23. Januar 2016, abgerufen am 5. April 2016.</ref> Einige ökonomische Aussagen von Tsipras führten bei Teilnehmern in Davos zu Irritationen und an den internationalen Finanzmärkten zu steigenden Renditen bei griechischen Staatsanleihen.<ref>Wie sich Alexis Tsipras in Davos zum Gespött machte. Frontalangriff auf Schäuble. In: welt.de. 21. Januar 2016, abgerufen am 5. April 2016.</ref>
Der US-Investor George Soros warnte im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise vor einem Auseinanderfallen Europas. Sollte es der EU nicht gelingen, sich auf eine gemeinsame Asylpolitik zu einigen, werde der Konflikt die Union sprengen, sagte Soros in Davos voraus.<ref>Die Welt bangt um Europa. In: spiegel.de. 23. Januar 2016, abgerufen am 9. April 2016.</ref> Der Investor verglich Europa mit einem «Kino ohne Notausgänge, in dem Feuer ausgebrochen ist.» Die Situation in Griechenland bezeichnete er als ein dauerhaftes Problem, für das es keine Lösung gebe und bei dem man sich weiter «durchwursteln» müsse. Soros beschrieb die wirtschaftliche Lage in Asien als problematisch und erklärte weiter, dass China mit hoher Wahrscheinlichkeit einen starken Wirtschaftseinbruch erleben werde.<ref>Starinvestor Soros: Donald Trump erledigt die Arbeit des IS. US-Vorwahlen. In: sueddeutsche.de. 21. Januar 2016, abgerufen am 9. April 2016.</ref> Diese Sorge um die künftige wirtschaftliche Entwicklung Chinas wurde in Davos von vielen geteilt. Die anwesenden Vertreter chinesischer Unternehmen, darunter Jiang Jianqing, Vorsitzender der Industrial and Commercial Bank of China, und Jack Ma, der Gründer und CEO der Alibaba Group, sprachen sich für eine differenziertere Beurteilung der ökonomischen Lage aus. Viele Konferenzteilnehmer äußerten sich in Davos besorgt zu den unbeabsichtigten wirtschaftlichen Folgen der Anti-Korruptionskampagne des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping, welche die Finanzmärkte erschütterten. IWF-Direktorin Christine Lagarde kritisierte in diesem Zusammenhang das Kommunikationsverhalten der chinesischen Führung.<ref>Fears About China’s Economy Fester at Davos. In: nytimes.com. 22. Januar 2016, abgerufen am 9. April 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> «Es führt zu Unsicherheit, wenn die Märkte nicht wissen, was die Politik macht und wie das einzuschätzen ist», erklärte Lagarde auf dem Jahrestreffen. Zugleich rief sie zu mehr Geduld auf.<ref>IWF-Chefin Lagarde fordert von China «mehr Transparenz». In: derstandard.at. 21. Januar 2016, abgerufen am 9. April 2016.</ref> Zur Flüchtlingskrise erklärte die IWF-Chefin, dass diese zu mehr Wirtschaftswachstum führen werde. Für Gesamteuropa nannte Lagarde ein Plus von 0,2 Prozent und für Deutschland ein Plus von 0,5 Prozent. Zugleich warnte sie vor den wirtschaftlichen Folgen für den Fall, dass das Schengener Abkommen scheitere.<ref>Die fünf Lehren von Davos. In: sueddeutsche.de. 24. Januar 2016, abgerufen am 9. April 2016.</ref> Lagarde kündigte in Davos ihre Kandidatur für eine weitere Amtszeit an.<ref>Lagarde kündigt erneute Kandidatur als IWF-Chefin an. Weltwirtschaftsforum in Davos. In: abendzeitung-muenchen.de. 22. Januar 2016, abgerufen am 9. April 2016.</ref>
Im Zusammenhang mit der vierten Industriellen Revolution forderte US-Vizepräsident Biden in einer Rede die Regierungen in Davos auf, sich auf die Kernaufgaben des Staates zu konzentrieren, um den Herausforderungen einer weiteren Digitalisierung der Gesellschaft begegnen zu können. Biden warnte im Zusammenhang mit der Digitalisierung vor Arbeitsplatzverlusten.<ref name="heise.de 21. Januar 2016">«Mehr Gestaltungswillen» für Digitalisierung und 4. industrielle Revolution. In: heise.de. 21. Januar 2016, abgerufen am 19. April 2016.</ref> Er betonte vor allem die Risiken für den gesellschaftliche Mittelstand, den er als «Gewebe, das die Gesellschaft zusammenhält» bezeichnete.<ref name="bazonline.ch 20. Januar 2016">«Mittelklassen-Joe» warnt am WEF. In: bazonline.ch. 20. Januar 2016, abgerufen am 19. April 2016.</ref> Er forderte in diesem Zusammenhang, die Digitalisierungsgewinne durch progressive Steuergesetze gerechter zu verteilen, um den Mittelstand zu stärken und eine Spaltung der Gesellschaft zu verhindern. Die wachsende Ungleichheit zwischen Arm und Reich beschrieb Biden als Wachstumshemmnis und als Nährboden für eine Radikalisierung. Der Vizepräsident bekräftigte die Bedeutung von Bildung und Infrastruktur für die Schaffung neuer Arbeitsplätze.<ref name="heise.de 21. Januar 2016" /> Gemäß seiner Verbundenheit mit der Mittelklasse beschrieb Biden sich selbst in Davos als «Mittelklassen-Joe».<ref name="bazonline.ch 20. Januar 2016" /> Auch der Gründer und Präsident des Weltwirtschaftsforums Schwab warnte vor den Gefahren einer weiteren Verschmelzung der physikalischen und digitalen Welt und erklärte zur Digitalisierung: «In ihrer pessimistischsten Form hat sie das Potential, die Menschheit zu Robotern zu machen und uns unsere Seele zu nehmen». Um dieses zu verhindern, forderte Schwab von den Teilnehmern einen größeren Willen zur aktiven Gestaltung der laufenden Veränderungsprozesse.<ref name="heise.de 21. Januar 2016" />
Im Zusammenhang mit dem Motto des Weltwirtschaftsforums, der Vierten industriellen Revolution, wurden Themen rund um künstliche Intelligenz und ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten diskutiert. Ulrich Spiesshofer, Chef des Schweizer Konzerns ABB, Vishal Sikka, Chef des indischen IT-Dienstleisters Infosys, und Günther Oettinger, Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, betonten die Chancen von intelligenten Robotern und selbstlernenden Softwareprogrammen. Das Thema künstliche Intelligenz verbanden die Vertreter der Wirtschaft mit großen Fortschritts- und Wachstumsvoraussagen. RWE-Chef Peter Terium forderte einheitliche europäische Datenschutzregeln, die Unternehmen nicht zu sehr einschränkten.<ref name="sueddeutsche.de 24. Januar 2016">Die fünf Lehren von Davos. Weltwirtschaftsforum. In: sueddeutsche.de. 24. Januar 2016, abgerufen am 3. Mai 2016.</ref>
47. Jahrestreffen 2017
Das 47. Jahrestreffen fand vom 17. bis 20. Januar 2017 statt und stand unter dem Motto Responsive and Responsible Leadership (Anpassungsfähige und verantwortungsvolle Führung).<ref>Weltwirtschaftsforum 2017: Im Club der Weltveränderer, FAZ.net, 16. Januar 2017.</ref> An dem Treffen nahmen über 3000 Besucher aus über 100 Ländern teil, darunter mehr als 40 Staats- und Regierungschefs.
Mit Xi Jinping nahm erstmals ein chinesischer Staatspräsident am Jahrestreffen teil. Xi hielt auch die Eröffnungsrede.<ref>Wie Herr Xi für die Globalisierung kämpft. Weltwirtschaftsforum 2017. In: faz.net. 17. Januar 2017, abgerufen am 20. März 2017.</ref> Weitere Gäste waren der US-Vizepräsident Joe Biden und US-Außenminister John Kerry, deren Amtszeit allerdings mit der Amtseinführung des neuen Präsidenten Donald Trump am 20. Januar 2017, dem letzten Tag des Jahrestreffens, offiziell endete.<ref>WTO-Minister warnen vor Handelskriegen. In: tagesanzeiger.ch. 20. Januar 2017, abgerufen am 20. März 2017.</ref> Ein Vertreter der neuen US-Administration war Anthony Scaramucci, ein früherer Hedgefonds-Manager.<ref>Welche Gäste das Forum in diesem Jahr anlockt. Davos 2017. In: faz.net. 16. Januar 2017, abgerufen am 20. März 2017.</ref> Von den Regierungschefs der G7-Staaten war nur die britische Premierministerin Theresa May angereist. Sie erläuterte den Teilnehmern des Jahrestreffens das Vorgehen ihrer Regierung im Zusammenhang mit dem zuvor angekündigten «harten Brexit». Beobachter beschrieben die Reaktionen auf ihren Vortrag als fast unhöflich,<ref>Erstmals seit der Krise ist «Banker» kein Schimpfwort mehr. In: welt.de. 19. Januar 2017, abgerufen am 6. April 2017.</ref> da die Teilnehmer von ihrer zuvor bereits in gleichem Wortlaut gehaltenen Rede enttäuscht gewesen seien.<ref>May enttäuscht die Wirtschaftselite. Brexit-Rede in Davos. In: sueddeutsche.de. 19. Januar 2017, abgerufen am 6. April 2017.</ref> Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan warnte in Davos vor den Folgen eines «harten Brexits», da Unternehmen nicht einfach von London auf den Kontinent ausweichen würden, sondern nach «Hongkong, Singapur oder irgendwo sonst».<ref>Kommt jetzt der Exodus der Londoner Geldelite? «Harter» Brexit. In: welt.de. 22. Januar 2017, abgerufen am 6. April 2017.</ref>
Aus Deutschland waren Finanzminister Wolfgang Schäuble und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen zu dem Jahrestreffen angereist. Internationale Organisationen wurden durch den neuen UN-Generalsekretär António Guterres vertreten, sowie durch die Generaldirektorin des Internationalen Währungsfonds Christine Lagarde und Jim Yong Kim, den Generaldirektor der Weltbank.<ref>Die Gästeliste. In: faz.net. 16. Januar 2017, abgerufen am 24. April 2017.</ref>
Ein zentrales Thema des Jahrestreffens war die Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der Vereinigten Staaten.<ref name="zeit.de 18. Januar 2017">Trump all over. Der künftige US-Präsident beherrscht Davos. In: zeit.de. 18. Januar 2017, abgerufen am 24. April 2017.</ref> Auch die Rede des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping stand im Zusammenhang mit der Wahl Trumps, obwohl er den neuen amerikanischen Präsidenten namentlich nicht erwähnte. In seiner Rede bekräftigte Xi die Unterstützung seines Landes für Globalisierung und Freihandel. Er sprach sich zugleich gegen Protektionismus aus<ref>Xi warnt vor Handelskrieg. Chinas Staatschef Xi nimmt erstmals am Weltwirtschaftsforum teil. In: tagesschau.de. 17. Januar 2017, abgerufen am 24. April 2017.</ref> und erklärte: «Protektionismus ist, als ob man sich in einen dunklen Raum einschließt».<ref>Chinas Präsident gibt den Anti-Trump. In: spiegel.de. 17. Januar 2017, abgerufen am 24. April 2017.</ref> Xi appellierte unmittelbar an Trump: «Niemand wird als Sieger aus einem Handelskrieg hervorgehen. Wenn wir auf Schwierigkeiten stoßen, sollten wir uns nicht beschweren, anderen die Schuld geben oder weglaufen. Stattdessen sollten wir Hand in Hand gehen und uns der Herausforderung stellen».<ref name="zeit.de 18. Januar 2017" /> Beobachter werteten die Rede von Xi positiv, beschrieben aber zugleich die gravierenden Defizite Chinas bei der Öffnung seiner eigenen Wirtschaft, bei Menschenrechten, Zensur und beim Umweltschutz.<ref>Kommunist versus Kapitalist. Donald Trump dominiert das Weltwirtschaftsforum. In: dw.com. 17. Januar 2017, abgerufen am 29. April 2017.</ref><ref>Sierens China: Geschickt gekontert. In: dw.com. 18. Januar 2017, abgerufen am 29. April 2017.</ref> Xi Jinpings Äusserungen wurden auch als Beleg für ein Erstarken des Landes im internationalen Vergleich gedeutet.<ref>Xi Jinpings kluger Schachzug. In: nzz.ch. 18. Januar 2017, abgerufen am 29. April 2017.</ref> Beobachter berichteten, die Stimmung auf der Konferenz sei von Sorgen über ein Versagen der liberalen Ordnung bestimmt gewesen.<ref>Der Davos-Mann ist in der Krise. Das Weltwirtschaftsforum endet in lauter Ratlosigkeit. In: zeit.de. 20. Januar 2017, abgerufen am 6. Juli 2017.</ref>
Der italienische Finanz- und Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan erklärte die in vielen europäischen Staaten zu beobachtende Hinwendung bestimmter Bevölkerungsgruppen zum Populismus durch eine Desillusionierung vieler Arbeitnehmer. Diese seien enttäuscht von einem schlechten Schutz durch ihre Sozialsysteme und den geringen Zukunftschancen ihrer Kinder, so Padoan weiter, der zugleich davon sprach, dass die Ablehnung dieser Menschen gegenüber dem Establishment «die politische Landschaft dominiert». Und während die Herausforderungen offenkundig seien, fehlten Europa Visionen, wie diese Probleme durch glaubwürdige Politik gelöst werden könnten. Der frühere Chefökonom der Weltbank Larry Summers bezeichnete als Hauptgrund für die Unzufriedenheit der Menschen nicht Globalisierung oder Digitalisierung, sondern ein schweres Versagen der Politik. Hätte die Politik weltweit «nur ein Zehntel» der Energie, die zum Schutz der Patente großer Konzerne aufgewendet wurde, in die Bekämpfung der Steuerflucht investiert, wäre die Welt heute ein lebenswerterer Ort, so Summers weiter. Und in einer solchen Welt wäre auch die Mittelklasse viel einfacher von der Politik zu überzeugen. Christine Lagarde fügte hinzu, dass der Internationale Währungsfonds bereits vor Jahren vor den Folgen wachsender Ungleichheit gewarnt habe, diese Mahnungen jedoch ungehört verklungen seien. Nachdem in den Vereinigten Staaten ca. 50 Prozent statt zuvor 60 Prozent zur Mittelklasse gerechnet werden könnten, seien geringes Wirtschaftswachstum und Ungleichheit Elemente einer «Krise der Mittelklasse in den Industriestaaten».<ref name="dw.com 18. Januar 2017">Davos: Die Krise der Mittelklasse. Es muss sich etwas ändern bei der Globalisierung. Aber was? In: dw.com. 18. Januar 2017, abgerufen am 6. Juli 2017.</ref>
Klaus Schwab forderte in seiner Rede, dass der «Kapitalismus inklusiver» werden und das weltwirtschaftliche Wachstum einer möglichst großen Zahl von Menschen zugutekommen müsse.<ref>Networking soll nicht alles sein. Der typische Davos-Teilnehmer steht im Ruf, weltfern zu sein. In: faz.net. 19. Januar 2017, abgerufen am 18. Juli 2017.</ref> In diesem Zusammenhang wurden vier Themenblöcke erörtert: Wirtschaftswachstum, «Ausgleichsmechanismen zwischen den Verlierern und den Gewinnern in einer Marktwirtschaft», Digitalisierung und gerechtere Märkte.<ref>Wer kommt nach Davos? Das diesjährige Weltwirtschaftsforum (WEF) zählt über 3000 Teilnehmer. In: nzz.ch. 10. Januar 2017, abgerufen am 18. Juli 2017.</ref>
48. Jahrestreffen 2018
Das 48. Jahrestreffen fand vom 23. bis 26. Januar 2018 statt. Es zählte mehr als 3000 Teilnehmer, darunter mehr als 70 Staats- und Regierungschefs, ein neuer Rekord.<ref name="rundschau-online.de 23. Januar 18">Weltwirtschaftsforum in Davos. Teilnehmer erwarten die große Trump-Show. In: rundschau-online.de. 23. Januar 2018, abgerufen am 7. April 2018.</ref> Es stand unter dem Motto Creating a Shared Future in a Fractured World («Für eine gemeinsame Zukunft in einer fragmentierten Welt»). Schwerpunkte des Treffens waren Umweltprobleme (z. B. Artensterben oder Wetterextreme) sowie Cyberattacken, politische Krisen und wirtschaftliche Ungleichheit. Der Gründer des WEF, Klaus Schwab, appellierte im Vorfeld angesichts «der Chance wirtschaftlicher Erholung» an Staats- und Regierungschefs, «entschlossen und gemeinsam gegen komplexe Probleme in allen Bereichen vorzugehen».<ref>Badische Zeitung: Hintergrund – Wirtschaft – Badische Zeitung. (badische-zeitung.de [abgerufen am 20. Januar 2018]).</ref>
Laut Konferenzleiter Schwab stammte ein Drittel der über 3000 Teilnehmer aus Entwicklungs- und Schwellenländern.<ref name="stuttgarter-zeitung.de 16. Januar 2018">Trump elektrisiert das Weltwirtschaftsforum. Der angekündigte Besuch von US-Präsident Donald Trump wertet den Manager- und Politikergipfels in Davos auf. In: stuttgarter-zeitung.de. 16. Januar 2018, abgerufen am 7. April 2018.</ref>
Während des Forums waren bis zu 5000 Soldaten im Einsatz,<ref>So ticken die «Davos-Men», die sich am WEF treffen. Auf den Spuren der Elite, die eine eigene Welt in der Welt bildet. In: tagesanzeiger.ch. 12. Januar 2018, abgerufen am 7. April 2018.</ref><ref>Wie die Schweiz sich für den «Trump-Sturm» rüstet. Erstmals seit 18 Jahren besucht ein US-Präsident das Weltwirtschaftsforum in Davos. In: handelsblatt.com. 12. Januar 2018, abgerufen am 7. April 2018.</ref> davon 1100 aus Österreich.<ref>Österreichische Piloten übernehmen Luftraumüberwachung in Davos. Österreich unterstützt die Schweizer Armee auch heuer wieder beim Schutz des Luftraums über dem Weltwirtschaftsforum in Davos. In: salzburg24.at. 18. Januar 2018, abgerufen am 7. April 2018.</ref> Der Luftraum über Davos wurde in einem Umkreis von 50 Kilometern gesperrt.<ref>Luftkampf über Davos. Wegen des WEF erwarten die Verantwortlichen des Flughafens Zürich zusätzlich 1000 Flugbewegungen. In: blick.ch. 14. Januar 2018, abgerufen am 7. April 2018.</ref> Gäste und Redner waren US-Präsident Donald Trump, Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron, Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni, die britische Premierministerin Theresa May, Spaniens König Felipe VI., EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker, die Chefin des Internationalen Währungsfonds Christine Lagarde, Indiens Premierminister Narendra Modi, Alphabet-Präsident Eric Schmidt, JPMorgan-Chase-CEO James Dimon, Alibaba-CEO Daniel Zhang, die Schauspielerin Cate Blanchett und der Musiker Elton John.
Zur Delegation des US-Präsidenten gehörten nach Angaben des Weißen Hauses Außenminister Rex Tillerson, Handelsminister Wilbur Ross, Arbeitsminister Alexander Acosta, Verkehrsministerin Elaine Chao, Energieminister Rick Perry und die Ministerin für innere Sicherheit Kirstjen Nielsen.<ref name="whitehouse.gov 11. Januar 2018">President Trump Announces Presidential Delegation to Switzerland to attend the World Economic Forum. In: whitehouse.gov. 11. Januar 2018, abgerufen am 7. April 2018.</ref>
Weitere Delegationsmitglieder waren Handelsbeauftragter Robert Lighthizer, Thomas Bossert, Assistent des Präsidenten für Sicherheit und Terrorabwehr, Chefberater und Schwiegersohn des Präsidenten Jared Kushner und Mark Andrew Green, Administrator der US-Agentur für internationale Entwicklung. Die Delegation wurde von Finanzminister Steven Mnuchin angeführt.<ref name="whitehouse.gov 11. Januar 2018" />
Ein zentrales Thema des Treffens war die Teilnahme des seit einem Jahr amtierenden US-Präsidenten Donald Trump, der am 9. Januar 2018, 14 Tage vor Beginn der Veranstaltung, seine Einladung angenommen hatte.<ref name="handelsblatt.com 10. Januar 2018">Wirtschaftsministerium meidet dieses Jahr Davos. US-Präsident Trump reist demnächst zum Wirtschaftsgipfel nach Davos. In: handelsblatt.com. 10. Januar 2018, abgerufen am 15. April 2018.</ref> Medien spekulierten, dass die Zusage durch Trumps Trennung von seinem früheren Chefberater Stephen Bannon begünstigt wurde, der das WEF als «Hort der feigen globalen Elite» beschrieben hatte.<ref>Mit Trump wird Davos wieder «Great Again». Über Donald Trump redet die ganze Welt, mit ihm sprechen vermutlich zu wenige. In: welt.de. 18. Januar 2018, abgerufen am 15. April 2018.</ref><ref>Trump mischt «Davos-Party» auf. Beim Elitetreffen in Davos will Donald Trump zeigen, wer in der Weltwirtschaft das Sagen hat. In: spiegel.de. 22. Januar 2018, abgerufen am 15. April 2018.</ref><ref>Weltwirtschaftsforum: Donald Trump in Davos – Wahlkampf in der Höhle der Löwen. Sein Ex-Berater hat Davos noch als «Hort der feigen Eliten» bezeichnet. In: stern.de. 23. Januar 2018, abgerufen am 15. April 2018.</ref> Es gab auch Berichte, dass Donald Trump von Emmanuel Macron in einem Telefonat zur Teilnahme bewegt worden sei.<ref>Die Selbstgerechten. Die Wirtschaftselite in Davos hat zu lange nur auf Gewinne gesetzt. In: faz.net. 28. Januar 2018, abgerufen am 15. April 2018.</ref> Trump gab durch seine Sprecherin Sarah Huckabee Sanders an, er wolle in Davos seine «America First»-Politik voranbringen.<ref name="handelsblatt.com 10. Januar 2018" /><ref>Was will Trump in Davos? Kurz vor seinem Abflug nach Davos hat Trump noch Strafzölle auf ausländische Produkte erhoben. In: tagesschau.de. 24. Januar 2018, abgerufen am 15. April 2018.</ref>
In Davos nahm Trump erstmals am WEF teil. Als Geschäftsmann hatte er allerdings bereits 2002 das WEF in New York besucht, berichtete der deutsche Unternehmer und WEF-Mitgründer Ulrich L. Bettermann.<ref>Trump-Zusage freut Bettermann. US-Präsident Donald Trump hat sein Kommen zum Weltwirtschaftsforum in Davos zugesagt. In: waz.de. 11. Januar 2018, abgerufen am 23. April 2018.</ref> Einen amtierenden US-Präsidenten als Teilnehmer des WEF hatte es vor Donald Trump nur einmal mit Bill Clinton im Jahr 2000 gegeben.<ref>So empfängt Davos den US-Präsidenten. Seine Grundsatzrede beim Weltwirtschaftsforum am Freitag wird mit Spannung erwartet. In: t-online.de. 25. Januar 2018, abgerufen am 23. April 2018.</ref><ref>47 Fakten und Anekdoten zum 47. WEF. Wie viel die Sicherheit kostet und wie viel eine Limousine. In: nzz.ch. 16. Januar 2017, abgerufen am 23. April 2018.</ref>
Kanadas Regierungschef Justin Trudeau verkündete den Abschluss eines neuen Freihandelsvertrags für den pazifischen Raum (ohne die Vereinigten Staaten), und der Schweizer Präsident Alain Berset warnte vor Misstrauen in Multilateralität und Freihandel: Furcht sei «kein Treibstoff für Innovationen».<ref>Badische Zeitung: WEF beginnt mit Warnung vor Protektionismus und Alleingängen – Wirtschaft – Badische Zeitung. (badische-zeitung.de [abgerufen am 24. Januar 2018]).</ref>
US-Präsident Donald Trump – wenn auch gerade er als Symbol einer «Welt der Fragmentierung» mit nationalistischer und protektionistischer Rhetorik gesehen werden konnte<ref>Weltwirtschaftlicher Isolationismus, Nowaja Gaseta, 29. Januar 2018.</ref> – erhöhte kurz vor dem WEF die US-Zölle auf Waschmaschinen und Solarzellen, von denen ein Großteil in China und Südkorea produziert werden.<ref>Badische Zeitung: Trumps Schatten liegt über Davos – Wirtschaft – Badische Zeitung. (badische-zeitung.de [abgerufen am 20. Januar 2018]).</ref><ref>Badische Zeitung: Erklären die USA den Chinesen den Handelskrieg? – Wirtschaft – Badische Zeitung. (badische-zeitung.de [abgerufen am 20. Januar 2018]).</ref>
In ihrem alljährlich vor dem WEF-Jahrestreffen veröffentlichten Bericht Reward Work, not Wealth («Belohnt Arbeit, nicht Vermögen») warnte die Entwicklungsdachorganisation Oxfam vor weiter zunehmender weltweiter Ungleichheit: 82 Prozent des 2017 neu erwirtschafteten Vermögens seien an das reichste Prozent der Weltbevölkerung geflossen; dieses besitze damit mehr als die anderen 99 Prozent zusammen, während 2002 dieser Wert noch bei 43 Prozent gelegen habe.<ref>Badische Zeitung: Reiche werden noch reicher – Oxfam warnt vor Ungleichheit – Wirtschaft – Badische Zeitung. (badische-zeitung.de [abgerufen am 24. Januar 2018]).</ref>
49. Jahrestreffen 2019
Das 49. Jahrestreffen in Davos wurde am 22. Januar 2019 zum Thema Globalization 4.0: Shaping a Global Architecture in the Age of the Fourth Industrial Revolution (Globalisierung 4.0: Gestaltung einer globalen Architektur im Zeitalter der vierten industriellen Revolution) eröffnet.<ref>www.weforum.org, offizielle Seite</ref> Das Treffen hatte 3000 Teilnehmer aus 110 Ländern und umfasste 400 Vorträge und Workshops.<ref>Was machen die Mächtigen im Schnee? Reiche und Mächtige treffen sich. In: tagesschau.de. 22. Januar 2019, abgerufen am 12. September 2019.</ref> Die Anzahl der Gäste lag damit auf dem Niveau des Vorjahres.<ref name="rundschau-online.de 23. Januar 18" />
Die Schwerpunkte der Veranstaltung waren die Finanzkrise, Handelskriege, wirtschaftliche Ungleichheit<ref>Finanzkrise, Handelskriege, Ungleichheit – Das sind die wichtigsten Themen in Davos. Es mangelt nicht an Problemen. In: handelsblatt.com. 21. Januar 2019, abgerufen am 12. September 2019.</ref> sowie der Klimawandel.<ref name="sueddeutsche.de 24. Januar 2019">Proteste gegen die Mächtigen. Aktivisten demonstrieren gegen die Erderwärmung. In: sueddeutsche.de. 24. Januar 2019, abgerufen am 12. September 2019.</ref><ref>Bankenkrise steckt uns heute noch in den Knochen. Weltklima, Brexit, Bankenkrise, Weltordnung. In: manager-magazin.de. 24. Januar 2019, abgerufen am 12. September 2019.</ref> Das gewählte Thema der Globalisierung 4.0 werteten Beobachter als einen Versuch, die Umgestaltung der Gesellschaft im technologischen Wandel zu diskutieren.<ref name="weforum.org 5. November 2018">World Economic Forum’s 2019 Annual Meeting in Davos to Focus on Shaping a New Architecture for the Next Wave of Globalization. In: weforum.org. 5. November 2018, abgerufen am 12. September 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> «Die nie da gewesene Geschwindigkeit der technologischen Modernisierung bedeutet, dass unsere Systeme der Gesundheit, Kommunikation, Produktion, Verteilung und Energie – um nur einige zu nennen – vollständig umgestaltet werden», sagte Klaus Schwab, der Gründer des WEF auf der Veranstaltung.<ref>Die Weltelite setzt auf Dialog in Davos. Viele Spitzenpolitiker und Konzernchefs in Davos. In: stuttgarter-nachrichten.de. 20. Januar 2019, abgerufen am 12. September 2019.</ref> Das Konzept der vierten industriellen Revolution wurde erstmals 2016 auf der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums 2016 thematisiert.<ref>«Mehr Gestaltungswillen» für Digitalisierung und 4. industrielle Revolution. Wachsende Kluft zwischen Arm und Reich. In: heise.de. 21. Januar 2016, abgerufen am 12. September 2019.</ref><ref name="weforum.org 13. Januar 2016" /><ref name="theguardian.com 19. Januar 2016" /><ref name="sueddeutsche.de 13. Januar 2016" />
Wenige Tage vor dem Jahrestreffen erschien der jährliche Risikobericht des Weltwirtschaftsforums, der als Diskussionsvorschlag für die Veranstaltung gewertet wurde.<ref>Verheerendes Bild vom Zustand der Welt. Veröffentlichung des jährlichen Risikobericht. In: spiegel.de. 16. Januar 2019, abgerufen am 19. September 2019.</ref><ref>Rezession? Handelskriege? Die Welt muss eine größere Gefahr fürchten. Risiko-Report fällt so pessimistisch aus wie nie. In: welt.de. 16. Januar 2019, abgerufen am 19. September 2019.</ref><ref>Risikobericht: Das sind die größten Gefahren für die Welt. Umweltprobleme oben auf der Sorgen-Liste der Nationen. In: abendblatt.de. 16. Januar 2019, abgerufen am 19. September 2019.</ref> Über 90 Prozent der Befragten rechneten mit wirtschaftlichen Auseinandersetzungen zwischen wichtigen Staaten. «In vielen Ländern ist die Polarisierung auf dem Vormarsch. In manchen Fällen fasern die sozialen Verträge aus, die die Gesellschaften zusammenhalten», erklärte Børge Brende, der Präsident des WEF.<ref>Außer Kontrolle. Risikobericht liest sich wie Horror-Thriller. In: faz.net. 16. Januar 2019, abgerufen am 19. September 2019.</ref>
Zu den prominentesten Gästen des Treffens gehörten neben der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, der japanische Ministerpräsident Shinzō Abe, der chinesische Vizepräsident Wang Qishan, der brasilianische Staatspräsident Jair Bolsonaro, die Chefin des Internationalen Währungsfonds Christine Lagarde und die Facebook Co-Geschäftsführerin (COO) Sheryl Sandberg.<ref>Who’s coming to Davos 2019? In: weforum.org. 15. Januar 2019, abgerufen am 19. September 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Die Eröffnungsrede hielt der Schweizer Bundespräsident Ueli Maurer am Dienstag, nach einer Rede von WEF Gründer Klaus Schwab.<ref>Bundespräsident Ueli Maurer eröffnet das WEF 2019. In: Klaus Schwab empfing die Community am Dienstag. 22. Januar 2019, abgerufen am 19. September 2019.</ref> Am Nachmittag hielt der seit Jahresbeginn 2019 regierende brasilianische Präsident Jair Bolsonaro seine erste offizielle Rede in Europa. Diesen Auftritt hatten Beobachter mit Spannung erwartet, weil Bolsonaro seit seinem Amtsantritt widersprüchliche politische Signale gegeben hatte.<ref>Was der erste Tag in Davos bringt. Zum Auftakt gibt Highlights – und kontroverse Gäste. In: handelsblatt.com. 22. Januar 2019, abgerufen am 19. September 2019.</ref><ref>Brasiliens «Mini-Trump» verpatzt eine einmalige Chance. Erste große Rede des neuen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro. In: welt.de. 22. Januar 2019, abgerufen am 19. September 2019.</ref>
Die Teilnahme einer US-Delegation mit US-Präsident Trump wurde wegen des Government Shutdowns abgesagt und durch eine Rede von Außenminister Mike Pompeo per Live-Schaltung ersetzt. Er verteidigte die amerikanische Außen- und Handelspolitik und nannte die Disruption eine positive Entwicklung.<ref>Torsten Riecke: US-Außenminister Pompeo verteidigt in Davos Trumps Handels- und Außenpolitik. In: handelsblatt.com, 22. Januar 2019, abgerufen am 23. Januar 2019.</ref>
Ihre Teilnahme sagten auch die britische Premierministerin Theresa May wegen des ungeklärten «Brexits» ab und der französische Staatspräsident Emmanuel Macron aufgrund der Auseinandersetzungen mit der Gelbwestenbewegung. Das Fehlen wichtiger europäischer Staatschefs und eine Teilnahme von Autokraten wie İlham Əliyev hinterfragte der Schweizer Tages-Anzeiger kritisch; das WEF betonte dagegen seine Offenheit als Raum für Dialog, in dem alle Teilnehmer verpflichtet seien, sich «auch mit den offiziellen Themen auseinander[zu]setzen».<ref>Autokraten im Anflug. In: Tages-Anzeiger. 23. Januar 2019.</ref>
Deutschland wurde neben Merkel auch durch die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen vertreten. UNO-Generalsekretär António Guterres sprach in seiner Rede den Klimawandel als drängendstes Problem an und sprach sich für einen stärkeren Multilateralismus aus, der die Voraussetzung sei, um den Klimawandel als drängendstes Problem zu lösen.<ref>Die Zweifel, ob Davos seinem eigenen Motto gerecht werden kann. Zustand der Welt verbessern. In: tagesspiegel.de. 22. Januar 2019, abgerufen am 9. Oktober 2019.</ref><ref>Das ist ein Rezept für eine Katastrophe. Guterres ruft zur Zusammenarbeit auf. In: faz.net. 24. Januar 2019, abgerufen am 9. Oktober 2019.</ref> Der britische Prinz William interviewte den Naturforscher David Attenborough, der betonte, dass es schwieriger geworden sei, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Natur und Fragen des Naturschutzes zu lenken.<ref>Ein Prinz und ein Sir für den Umweltschutz. In: Tages-Anzeiger. 24. Januar 2019.</ref>
Als einen der Höhepunkte der Veranstaltung werteten Beobachter die Rede des US-Philanthropen und Investors George Soros.<ref name="handelsblatt.com 25. Januar 2019">Das sind die sieben Lehren aus Davos. Neue Erkenntnisse – viele davon nicht positiv. In: handelsblatt.com. 25. Januar 2019, abgerufen am 9. Oktober 2019.</ref> Soros bezeichnete Chinas Präsident und Staatschef Xi Jinping als den «gefährlichsten Gegner offener Gesellschaften» und hielt ihm vor, mit Künstlicher Intelligenz (KI) einen Überwachungsstaat aufbauen zu wollen.<ref>Xi Jinping der größte Feind der offenen Gesellschaft. Soros nimmt bekanntlich kein Blatt vor den Mund. In: manager-magazin.de. 25. Januar 2019, abgerufen am 9. Oktober 2019.</ref> Seine Rede wurde in Davos unter vielen Teilnehmern diskutiert.<ref>Was Soros’ Attacken gegen China bewirken – und was nicht. Soros hat Xi Jinping scharf angegriffen. In: handelsblatt.com. 25. Januar 2019, abgerufen am 9. Oktober 2019.</ref>
Ein neues Thema auf diesem Treffen war die sogenannte «Vertrauenskrise» in der Technologie-Branche bedingt durch zahlreiche Datenskandale wie Cambridge Analytica.<ref>Here’s what Sheryl Sandberg’s been telling the global elite about the radical change coming Facebook’s way. In: businessinsider.de. 25. Januar 2019, abgerufen am 9. Oktober 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> «Wir stecken tief in einer Vertrauenskrise», sagte der Vorstandschef eines amerikanischen Technologie-Unternehmens.<ref name="handelsblatt.com 25. Januar 2019" /> «Vertrauen ist im Moment das wichtigste Thema der Branche», sagte Eileen Donahoe von der amerikanischen Denkfabrik Global Digital Policy Incubator auf dem Treffen.<ref>In Davos kippt der Zukunftsoptimismus in Technologieangst. Schwindendes Vertrauen wird zur Gefahr für die Märkte. In: handelsblatt.com. 22. Januar 2019, abgerufen am 9. Oktober 2019.</ref> In diesem Zusammenhang stand auch die Aussage der Facebook Co-Geschäftsführerin (COO) Sheryl Sandberg: «Bitte vergessen Sie nicht, wie viel Gutes wir tun». Diese Aussage werteten Beobachter als Ausdruck einer Verunsicherung. Teilnehmer warnten vor der Gefahr, dass Europa als Folge zu starker Regulierung Innovation verhindern und so in dem Technologiewettlauf mit den Vereinigten Staaten und China weiter verlieren könnte.<ref name="handelsblatt.com 25. Januar 2019" />
50. Jahrestreffen 2020
Das 50. WEF fand zwischen dem 21. und 24. Januar 2020 wiederum in Davos-Klosters statt.<ref>World Economic Forum Annual Meeting. Abgerufen am 12. Januar 2020.</ref> Es stand unter dem Motto «Stakeholders for a Cohesive and Sustainable World» («Akteure für eine kohärente und nachhaltige Welt») und erwartet wurden erneut ca. 3000 Teilnehmer. Das Treffen wollte – bereits zum vierten Mal – klimaneutral organisiert sein.<ref name="weforum.org carbon neutral">Davos 2020 will be carbon neutral: here’s how. Abgerufen am 12. Januar 2020.</ref> Themen waren z. B.<ref>Archive. Abgerufen am 12. Januar 2020.</ref> die Auswirkungen und Potentiale des neuen Mobilfunkübertragungsstandards 5G,<ref>5G is about to change the world in ways we can’t even imagine yet. Abgerufen am 12. Januar 2020.</ref> Deepfakes,<ref>Deepfakes—and how to spot them. Abgerufen am 12. Januar 2020.</ref> die spezifische Mobilität von Frauen,<ref>There are differences in how men and women see mobility—this is why that’s important. Abgerufen am 12. Januar 2020.</ref> die «skandalöse» Kobalt-Schürfung («wir brauchen eine ethische Batterie»),<ref>Cobalt mining is a global scandal. We must build an ethical battery. Abgerufen am 12. Januar 2020.</ref> unternehmerische Möglichkeiten zu Deeskalation des US-amerikanisch/chinesischen «Handelskriegs»,<ref>What can companies do to de-escalate the US-China trade war? Abgerufen am 12. Januar 2020.</ref> die Beseitigung finanzieller und politischer Hürden für eine «Zukunft mit sauberer Energie»<ref>Clearing the hurdles on the way to a low-carbon future. Abgerufen am 12. Januar 2020.</ref> sowie eine technologische Marktführerschaft Europas.<ref>Europe can be at the heart of tech with purpose. Abgerufen am 12. Januar 2020.</ref>
Wenige Tage vor dem Jahrestreffen erschien der jährliche Global Risk Report des Weltwirtschaftsforums als Arbeitsgrundlage für das Treffen. Das «Scheitern des Klimaschutzes und der Anpassung an den Klimawandel» wurden als langfristiges Hauptrisiko genannt.<ref>WEF: The Global Risks Report 2020 (Executive Summary). (PDF) Abgerufen am 22. Januar 2020.</ref> Erstmals in der fünfzehnjährigen Geschichte des wohl wichtigsten Berichts über globale Risiken belegten die Gefahren des Klimawandels, der Verlust der Biodiversität und damit verbundene Umweltrisiken einige der zehn Spitzenplätze der wahrscheinlichsten Bedrohungen im kommenden Jahrzehnt. Die kurzfristigen Auswirkungen des Klimawandels könnten sich demnach zu einem «planetarischen Notfall» summieren, der Todesfälle, soziale und geopolitische Spannungen sowie negative wirtschaftliche Auswirkungen mit sich bringen werde.<ref>Meike Hickmann: Studie des Weltwirtschaftsforums: Hauptrisiko Klimakrise. In: Zweites Deutsches Fernsehen. 15. Januar 2020, abgerufen am 16. Januar 2020.</ref><ref>Torsten Riecke: Global Risk Report: Weltwirtschaftsforum warnt: Klimarisiken sind die größte Gefahr für die Erde. In: Handelsblatt. 15. Januar 2020, abgerufen am 16. Januar 2020.</ref>
Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg von Fridays for Future kündigte über ein Interview im britischen Guardian an, mit ihrer Bewegung in Davos «die Staats- und Regierungschefs aufzufordern, die Wirtschaft mit fossilen Brennstoffen aufzugeben»;<ref>Greta Thunberg, others: Greta Thunberg: At Davos we will tell world leaders to abandon the fossil fuel economy. In: The Guardian. 10. Januar 2020, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 12. Januar 2020]).</ref><ref>‘At Davos we will tell world leaders to abandon the fossil fuel economy’. Abgerufen am 12. Januar 2020.</ref> WEF-Gründer Klaus Schwab verwahrte sich in einem Interview dagegen, das Treffen in Davos von Klimaaktivisten instrumentalisieren zu lassen.<ref>Holger Zschäpitz: WEF in Davos: Klaus Schwab über Greta Thunberg, Papst und Protektionismus. 17. Dezember 2019 (welt.de [abgerufen am 12. Januar 2020]). (Paywall)</ref> Zusammen auf dem Podium mit drei weiteren jungen Aktivisten aus Kanada, Puerto Rico und Sambia<ref>«Ich werde die ganze Zeit gehört», Süddeutsche Zeitung, 21. Januar 2020.</ref> begann Thunberg ihre Teilnahme mit dem Ignorieren einer Panelfrage und forderte die anwesenden Journalisten stattdessen auf, endlich über den aktuellen IPCC-Report über die Erderwärmung zu berichten und zitierte Zahlen zum CO2-Budget aus dem Bericht mit Betonung der sozialen Komponente im Klimaschutz (Klimagerechtigkeit für Menschen in weniger begünstigten Gegenden der Welt).<ref>This is what Greta Thunberg just told Davos (englisch), World Economic Forum, mit Video der Rede von Greta Thunberg, 21. Januar 2020.</ref><ref>Greta Thunberg tells leaders at Davos to heed global heating science (englisch), The Guardian, 21. Januar 2020.</ref>
51. Jahrestreffen 2021
Aufgrund der COVID-19-Pandemie in Europa wurde das Treffen 2021 auf den 25. bis 28. Mai nach Singapur verlegt, infolge der weltweiten gestiegenen Fallzahlen jedoch abgesagt;<ref>Singapur statt Bürgenstock – Absage an die Schweiz: Das WEF geht für ein Jahr nach Singapur. In: srf.ch. 7. Dezember 2020, abgerufen am 16. Dezember 2020.</ref><ref>Special Annual Meeting 2021 to Take Place in Singapore in May. In: weforum.org. 7. Dezember 2020, abgerufen am 16. Dezember 2020.</ref> bereits vom 25. bis 29. Januar fand ein virtuelles Treffen unter dem Namen Davos Agenda statt.<ref>The Davos Agenda. In: weforum.org. Abgerufen am 25. Januar 2021.</ref>
52. Jahrestreffen 2022
Das Forum fand vom 22. bis 26. Mai 2022 in Davos statt und stand unter dem Motto «Working Together, Restoring Trust».<ref>World Economic Forum Annual Meeting rescheduled to 22-26 May. In: weforum.org. Abgerufen am 21. Februar 2022.</ref> Auf der Agenda standen der Klimanotstand, die Ernährungskrise, die Unsicherheit hinsichtlich der Energie, der digitale Umbruch, die Inflation, Gesundheitskrisen sowie die politischen, humanitären und wirtschaftlichen Konsequenzen des Ukraine-Kriegs. Unter den mehr als 2200 Teilnehmern waren Olaf Scholz und Robert Habeck (Bundeskanzler bzw. Wirtschafts- und Klimaschutzminister Deutschlands), Pedro Sánchez (Ministerpräsident Spaniens), Andrzej Duda (Präsident Polens), Tamim Bin Hamad Bin Khalifa Al Thani (Emir von Katar), rund 50 Finanzminister, Vorsitzende internationaler Organisationen und politischer Organe wie Christine Lagarde (IWF), Ursula von der Leyen (Europäische Kommission) und Jens Stoltenberg (NATO). Zudem kamen Bill Gates, Al Gore und George Soros, fast alle Schweizer Bundesräte und viele Vorsitzende von Schweizer Unternehmen. Die Regierungschefs der Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China fehlten. Russland wurde komplett ausgeladen, hingegen waren der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko sowie sein Bruder, Wladimir Klitschko, anwesend; der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wurde zur Eröffnung per Video zugeschaltet.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Weltwirtschaftsforum – Das ist das WEF 2022.] In: Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
53. Jahrestreffen 2023
Das Forum fand vom 16. bis 20. Januar 2023 in Davos statt und stand unter dem Motto «Zusammenarbeit in einer fragmentierten Welt». Grundgedanke des Programms ist die Annahme, dass die aktuellen weltweiten Krisen durch «größere systemische Mängel» verursacht sind, die nach Überzeugung der Veranstalter nur in einem öffentlich-privaten Dialog bewältigt werden können.<ref>Cooperation in a Fragmented World, World Economic Forum, 2023</ref>
Zum Abschluss des Treffens begrüßte der Harvard-Ökonom Lawrence Summers die aktuellen US-Subventionen in grüne Technologien («Inflation Reduction Act»), es dürfe jedoch nicht darum gehen, andere Länder zu schädigen, sondern den besten grünen Technologien zum Durchbruch zu verhelfen. Der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire plädierte dafür, darauf zu achten, dass der Streit über solche Subventionen die Welt nicht noch weiter zersplittert. In der Debatte zum mögliche Ende der marktgetriebenen Globalisierung vertrat er die Ansicht, dass die Welt in eine Ära der politisch-machtgetriebenen Globalisierung eingetreten ist.<ref>Wie es mit der Weltwirtschaft weitergeht, Süddeutsche Zeitung, 20. Januar 2023</ref>
54. Jahrestreffen 2024
Das Forum fand vom 15. bis 19. Januar 2024 in Davos statt und stand unter dem Motto «Rebuilding Trust» (deutsch Vertrauen wieder aufbauen). Gemeint waren die drei wesentlichen Ebenen «Vertrauen in die Zukunft, innerhalb von Gesellschaften und zwischen den Staaten». Zu den Gesprächen wurden Vertreter von mehr als einhundert Regierungen und der Zivilgesellschaft sowie der jungen Generation, die wichtigsten internationalen Organisationen, Unternehmen, Experten, Sozialunternehmer und die Medien erwartet. Die vier Hauptthemen der Tagesordnung waren: «Sicherheit und Zusammenarbeit in einer zersplitterten Welt erreichen», «Wachstum und Arbeitsplätze für ein neues Zeitalter schaffen», «Künstliche Intelligenz als treibende Kraft von Wirtschaft und Gesellschaft» sowie «eine Langfriststrategie für Klima, Natur und Energie».<ref>World Economic Forum Annual Meeting, Davos-Klosters, Switzerland, 15–19 January 2024. Abgerufen am 14. Januar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
55. Jahrestreffen 2025
Das Forum fand vom 20. bis 24. Januar 2025 in Davos statt.<ref>World Economic Forum Annual Meeting 2025. In: weforum.org. Abgerufen am 13. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>World Economic Forum 2025: Armee zum Konferenzschutz im Einsatz. In: admin.ch. Gruppe Verteidigung, Generalsekretariat VBS, 13. Januar 2025, abgerufen am 13. Januar 2025.</ref> Das Rahmenthema lautete "Zusammenarbeit für das intelligente Zeitalter". Der CEO von OpenAI, Sam Altman, hatte unter dem Titel "The Intelligence Age" am 23. September 2024 auf seiner Webseite eine KI-dominierte Zukunft beschrieben.<ref>The Intelligence Age. 23. September 2024, abgerufen am 26. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zeitgleich mit dem 55. Weltwirtschaftsforum trat US-Präsident Donald Trump seine zweite Amtszeit an. In Erwartung möglicher protektionistischer Maßnahmen der USA lag der Fokus des Jahrestreffens auf internationaler Zusammenarbeit.
Das Leitthema gliederte man in fünf Bereiche: Wiederherstellung von Vertrauen, Wachstum neu denken, Investitionen in Menschen, Bewahrung des Planeten und Industrie im intelligenten Zeitalter. Über 170 Veranstaltungen wurden auf der Webseite des WEF als abrufbares Video kostenlos zugänglich gemacht.<ref>World Economic Forum Annual Meeting 2025. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 8. November 2025; abgerufen am 26. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
In seiner Eröffnungsrede zitierte der scheidende Vorsitzende des WEF, Klaus Schwab, die aktuell größten Gefahren aus dem Global Risk Report: bewaffnete Konflikte, Extremwetterereignisse und Desinformation. Dem sollte man mit "konstruktivem Optimismus" begegnen. WEF-Präsident Børge Brende sprach in seinem Eröffnungs-Statement von einem historischen Wendepunkt, bedingt durch technologischen Fortschritt, geopolitische Machtverschiebungen und wachsenden Protektionismus. Das Forum möchte "Pfade für stärkere Zusammenarbeit" entwickeln, so Brende.<ref>Welcoming Remarks and Special Address. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. Januar 2026; abgerufen am 26. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ortete in ihrer Rede eine "neue Ära eines harschen geopolitischen Wettbewerbs", in dem es um "Rohstoffe, neue Technologien und globale Handelsrouten" geht. Um die EU dafür zu wappnen, nannte sie drei Ziele, nämlich die Vereinheitlichung des europäischen Kapitalmarktes, Bürokratieabbau und die Energieunabhängigkeit von Russland. Von der Leyen betonte das "unerschütterliche Bekenntnis zur Rechtsstaatlichkeit" und dass "der Klimawandel weiterhin an der Spitze der globalen Agenda steht".<ref>World Economic Forum: Special Address by Ursula von der Leyen | World Economic Forum Annual Meeting 2025. 21. Januar 2025, abgerufen am 26. Januar 2026.</ref>
US-Präsident Donald Trump, der über Bildschirm live zugeschaltet war, erhob schwere Vorwürfe gegen die EU, die Amerika "sehr, sehr unfair" behandelt habe. Als Hauptpunkte seines Wirtschaftsprogramms nannte er die Senkung der Einkommensteuer und drastische Deregulierung, um Industrie und Arbeitsplätze wieder in die USA zurückzubringen. Vom "Green Deal" halte er nichts, das sei ein "Green Scam", ein grüner Betrug. Unfaire Handelsdefizite müssten wirksam bekämpft werden: mit Zöllen.<ref>Donald Trump hat das WEF fest im Griff. Abgerufen am 26. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Yahoo Finance: President Trump addresses the World Economic Forum remotely. 23. Januar 2025, abgerufen am 26. Januar 2026.</ref>
56. Jahrestreffen 2026
Das Forum fand vom 19. bis 23. Januar 2026 in Davos statt und fand eine ungewöhnlich starke weltweite Beachtung.<ref>World Economic Forum Annual Meeting 2026. In: weforum.org. Abgerufen am 19. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Grund hierfür waren die kontroversen Äußerungen und Aktionen von US-Präsident Donald Trump, die die halbe Welt in Unruhe hielten. Trump hielt in Davos eine einstündige Rede, die einerseits vor Selbstlob strotzte, und andererseits zahlreiche Falschbehauptungen enthielt. Ein zentrales Thema war Trumps proklamiertes Ziel einer Annexion Grönlands durch die USA.<ref>Die Trump-Rede im Faktencheck. In: tagesschau.de. 21. Januar 2026, abgerufen am 24. Januar 2026.</ref> Angesichts der Drohungen Trumps im Streit um Grönland kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am 20. Januar 2026 in ihrer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum eine «unerschrockene» Reaktion der Europäischen Union an. Souveränität und territoriale Integrität Grönlands seien nicht verhandelbar. von der Leyen kündigte ebenso einen «massiven europäischen Investitionsschub» für Grönland an. Außerdem werde die Europäische Union «mit den USA und allen Partnern an einem umfassenderen arktischen Sicherheitskonzept arbeiten».<ref>Von der Leyen kündigt «unerschrockene» und «geschlossene» EU-Reaktion an. In: ZDFheute (online). Zweites Deutsches Fernsehen, 20. Januar 2026, abgerufen am 20. Januar 2026 (Liveticker vom 20.01.2026, 11:37 Uhr).</ref>
Die Sorge vor einer Eskalation in dem Streit um Grönland drückte am 20. Januar 2026 die Aktienkurse weltweit, da US-Präsident Trump an seinen Expansions-Plänen festhielt. Weltweit reagierten die Aktienmärkte mit Kursverlusten am zweiten Tag in Folge. Daher herrschte an diesem Tag Hoffnung im Bezug auf das Treffen der Staats- und Regierungschefs in Davos.<ref>Sorge um Grönland: Trump sorgt für Kursrutsch an den Börsen. In: tagesschau.de. 20. Januar 2026, abgerufen am 21. Januar 2026 (Stand: 20.01.2026 18:09 Uhr).</ref>
Der französische Präsident Emmanuel Macron wiederholte auf dem Weltwirtschaftsforum seine Forderung nach einer entschlossenen Reaktion gegen die Expansionspläne der Vereinigten Staaten. Die Europäische Union sollte nicht zögern, zum ersten Mal die Verordnung (EU) 2023/2675 über den Schutz der Union und ihrer Mitgliedstaaten vor wirtschaftlichem Zwang durch Drittländer (Anti-Coercion Instrument, EU-Verordnung zur Abwehr wirtschaftlicher Nötigung) einzusetzen, das auch als Handels-Bazooka bezeichnet wird. In seiner Rede beklagte der Staatspräsident eine „endlose Abfolge neuer Zölle“ und bezeichnete diese als „grundsätzlich inakzeptabel, umso mehr, wenn sie als Druckmittel gegen die territoriale Souveränität eingesetzt werden“.<ref>EU-Vertreter in Davos: Europa will sich gegen "neuen Kolonialismus" wehren. In: tagesschau.de. 20. Januar 2026, abgerufen am 21. Januar 2026.</ref> Zum Zeitpunkt des WEF litt Macron an einer Augenentzündung und trug deshalb eine Pilotenbrille, was in den sozialen Medien große Aufmerksamkeit erregte.<ref>Friederike Hofmann: Frankreich: Macron kommt mit Sonnenbrille aus dem Umfragetief. 26. Januar 2026, abgerufen am 9. April 2026.</ref><ref>Alexander Schmitt: TikTok-Remix: So geht Emmanuel Macron mit Sonnenbrille auf Social Media viral. In: Der Spiegel. 28. Januar 2026, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 9. April 2026]).</ref>
Die Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen Annalena Baerbock hat die Souveränität der Bewohner von Grönland betont. „Als EU-Bürger und NATO-Mitglieder genießen sie dieselben souveränen Rechte wie alle anderen Menschen auf der Erde“, sagte Baerbock auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.<ref>Felix Busjaeger: Davos live: Trumps Pannen-Flug wirbelt Grönland-Showdown durcheinander – Baerbock attackiert USA. In: fr.de. Frankfurter Rundschau, 21. Januar 2026, abgerufen am 21. Januar 2026 (Newsticker 21. Januar 2026 10:27 Uhr).</ref> Auf die Frage eines Boykotts der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 angesprochen zog sie eine metaphorische Parallele vom Fußball zur wirtschaftlichen und politischen Weltordnung, wo man sich an Regeln halten müsse. Direkt zu einem Boykott wollte sie sich jedoch nicht äußern.<ref>Lukas Hetterich: Spielregeln für globale Ordnung: Baerbock weicht WM-Boykott-Frage mit Fußballmetapher aus. In: n-tv.de. ntv (Deutschland), 21. Januar 2026, abgerufen am 25. Januar 2026.</ref><ref name="Fifa-WM-2026-Boykott-Sportschau">Johannes Seemüller: Donald Trump und die FIFA Fußball WM 2026: Fans diskutieren über WM-Boykott 2026: "Bei diesem Präsidenten nicht". In: sportschau.de. Sportschau, 23. Januar 2026, abgerufen am 25. Januar 2026.</ref>
Der Aufsichtsratsvorsitzende von Siemens Energy, Joe Kaeser warnte am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos vor den Folgen der globalen Handelsspannungen. Diese würden die Weltwirtschaft beschädigen, sagte Kaeser am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Die ständigen politischen Richtungsänderungen seien für Unternehmen eine Herausforderung, ermöglichten kein echtes Vertrauen und verhinderten Investitionen.<ref>Aufritt des US-Präsidenten in Davos: Was sagt Trump zum Grönland-Streit mit der EU? Industriemanager Kaeser warnt vor Schaden für die Weltwirtschaft. In: ZDFheute (online). Zweites Deutsches Fernsehen, 21. Januar 2026, abgerufen am 21. Januar 2026 (Newsticker 21.01.2026, 10:20 Uhr).</ref><ref>Industriemanager Kaeser warnt vor Schaden für Weltwirtschaft. In: onvista.de. Onvista, 21. Januar 2026, abgerufen am 21. Januar 2026.</ref>
Der belgische Premierminister Bart De Wever sagte auf dem Weltwirtschaftsforum, dass von den USA viele rote Linien überschritten worden seien. »Ein glücklicher Vasall zu sein ist eine Sache. Ein elender Sklave zu sein ist etwas anderes«, sagte De Wever. Er fügte hinzu: »Wenn Sie jetzt zurückweichen, verlieren Sie Ihre Würde.« und »Entweder wir stehen zusammen oder wir stehen getrennt, und wenn wir getrennt sind, ist das das Ende einer Ära, das Ende von 80 Jahren Atlantizismus«.<ref>Trump in der Schweiz gelandet – Treffen mit Merz fällt wohl aus. Europa kann doch selbstbewusst. In: Der Spiegel (online). Der Spiegel, 21. Januar 2026, abgerufen am 21. Januar 2026 (Newsticker 21. Januar 2026 14:01 Uhr).</ref>
Donald Trump verlangte auf dem Weltwirtschaftsforum sofortige Verhandlungen über Grönland, die die vollständige Kontrolle der Vereinigten Staaten über die Insel zum Ziel hätten. „Nur die Vereinigten Staaten könnten dieses riesige Land schützen, es entwickeln und verbessern und es so gestalten, dass es gut für Europa und sicher für die USA ist.“, behauptete Trump. Eine Gefahr für die NATO sah er darin nicht. In der Grönland-Frage ginge es ihm um die Sicherheit in der Arktis. Grönland sei das Territorium der USA.<ref>+++ Weltwirtschaftsforum +++ - Trump spricht in Davos – und fordert sofortige Verhandlungen über Grönland. Donald Trumps Rede beim Weltwirtschaftsforum wurde mit Spannung erwartet. Der US-Präsident lobt zunächst sich selbst, dann bekräftigt er den US-Anspruch auf Grönland. In: Der Spiegel (online). Der Spiegel, 21. Januar 2026, abgerufen am 21. Januar 2026 (Newsticker 21. Januar 2026 15:22 Uhr).</ref> Die USA wären immer für die NATO da, die NATO jedoch nicht für die USA. Die USA würden lediglich Grönland von Dänemark verlangen. Man würde jedoch keine Gewalt anwenden. Dies sei Ihre einzige Forderung. Bei einem Nein werde man sich daran erinnern. Trump drohte Frankreich mit höheren Zöllen und betonte, dass er den französischen Präsidenten Macron möge.<ref>Trump fordert sofortige Verhandlungen über Grönland – aber er werde »keine Gewalt anwenden«. In: Der Spiegel (online). Der Spiegel, 21. Januar 2026, abgerufen am 21. Januar 2026 (Newsticker 21. Januar 2026 15:42 Uhr).</ref> Trump kündigte an, auf Grönland einen Schutzschild zur Verteidigung der Vereinigten Staaten zu errichten. Es werde der größte Golden Dome sein, den es je gegeben habe.<ref>Trump will "Golden Dome" auf Grönland errichten. In: ZDFheute (online). Zweites Deutsches Fernsehen, 21. Januar 2026, abgerufen am 21. Januar 2026 (Liveticker vom 21.01.2026, 15:41 Uhr).</ref>
Der ZDF-Korrespondent Elmar Theveßen wies darauf hin, dass Donald Trump in seiner Rede vor dem Weltwirtschaftsforum die US-Unterstützung für die Ukraine mit dem Grönland-Streit verwoben hat. Die Ukraine ohne die USA zu unterstützen, würde für Europa schwierig werden. Welches Werkzeug am Ende dazu führt Grönland zu besitzen, das sei Trump fast egal.<ref>Theveßen: Trump verwebt Ukraine-Unterstützung der USA mit Grönland-Streit. In: ZDFheute (online). Zweites Deutsches Fernsehen, 21. Januar 2026, abgerufen am 21. Januar 2026 (Newsticker 21.01.2026, 19:48 Uhr).</ref>
Das US-geführte globale Regierungssystem erlebe derzeit einen Bruch, der durch die Konkurrenz der Großmächte und eine schwindende regelbasierte Ordnung gekennzeichnet sei, sagte der kanadische Regierungschef Mark Carney am 21. Januar 2026 auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.<ref>Carney: "Ende einer angenehmen Fiktion, Beginn einer brutalen Realität". In: ZDFheute (online). Zweites Deutsches Fernsehen, 21. Januar 2026, abgerufen am 22. Januar 2026 (Newsticker 21.01.2026, 05:43 Uhr).</ref> Er betonte, dass Mittelmächte nicht machtlos seien und die Fähigkeit hätten, "eine neue Ordnung aufzubauen".<ref>Clemens Verenkotte: Münchner Sicherheitskonferenz: „Mittelmächte sind nicht machtlos“. In: tagesschau.de. 13. Februar 2026, abgerufen am 14. Februar 2026.</ref> Sie müssten hierzu in die Verteidigung ihrer Souveränität investieren und sich neue Partner suchen, die die westlichen Werte nicht unbedingt teilen müssten.<ref>Dorothee Krings: Mark Carneys Visionen für den Westen ohne die USA. In: rp-online.de. 22. Januar 2026, abgerufen am 14. Februar 2026.</ref>
Bei seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos sagte der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz, dass die Vereinigten Staaten ihre Außen- und Sicherheitspolitik radikal neu ausrichten würden. Die neue Welt der Großmächte würde auf Macht, Stärke und wenn es darauf ankomme, auf Gewalt basieren. Dem sei man aber nicht einfach ausgeliefert.<ref>Merz: USA richten Außen- und Sicherheitspolitik radikal neu aus. In: ZDFheute (online). Zweites Deutsches Fernsehen, 22. Januar 2026, abgerufen am 22. Januar 2026 (Newsticker 22.01.2026, 09:49 Uhr).</ref> Merz begrüßte die Kursänderung von Trump im Streit um Grönland als den richtigen Weg. Jede Drohung, europäisches Territorium mit Gewalt in Besitz zu nehmen, sei nach Merz inakzeptabel und neue Zölle würden die Grundlagen der transatlantischen Beziehungen untergraben.<ref>Merz: Trumps Wende im Grönland-Streit "der richtige Weg". In: ZDFheute (online). Zweites Deutsches Fernsehen, 22. Januar 2026, abgerufen am 22. Januar 2026 (Newsticker 22.01.2026, 09:59 Uhr).</ref> Merz warnte, in der geopolitischen Zusammenarbeit allein auf die Stärke und Macht einzelner zu setzen. Die größte Stärke entstünde aus der Fähigkeit, Partnerschaften und Allianzen zu bilden, die auf gegenseitigem Vertrauen und Respekt aufbauten.<ref>"Eine Welt, in der nur Macht zählt, ist ein gefährlicher Ort". In: ZDFheute (online). Zweites Deutsches Fernsehen, 22. Januar 2026, abgerufen am 22. Januar 2026 (Newsticker 22.01.2026, 10:03 Uhr).</ref> Er betonte, dass es im Verhältnis zwischen Europa und den USA keine Untertanen geben könne.<ref>ZDF-Korrespondent: "Rede gegen Trump - ohne Trump wirklich zu erwähnen". In: ZDFheute (online). Zweites Deutsches Fernsehen, 22. Januar 2026, abgerufen am 22. Januar 2026 (Newsticker 22.01.2026, 10:12 Uhr).</ref>
Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos übte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj angesichts der andauernden russischen Angriffe auf sein Land im Rahmen des Russischen Angriffskrieges seit 2022 scharfe Kritik an Europa. Das vorherige Gespräch mit Trump nannte Selenskyj dagegen produktiv. Bereits im vergangenen Jahr habe er in Davos eindringlich um Unterstützung für sein Land gebeten. Die Angriffe Russlands aber gingen trotzdem unvermindert weiter. Er sagte, dass Europa gerne diskutiere aber sich scheuen würde zu handeln, was über die gemeinsame Zukunft entscheiden würde. Die NATO existiere seiner Auffassung nach lediglich dank dem Glauben, dass die USA im Falle eines Angriffs nicht tatenlos zusehen, sondern helfen würden. Dies sei jedoch bisher noch nie geschehen. Europa müsse seiner Ansicht nach mehr tun, um als globale Macht wahrgenommen zu werden. Es würde eigene Streitkräfte benötigen und dürfe sich nicht nur darauf verlassen, dass die NATO helfen werde, wenn es angegriffen werde. Ein Treffen mit Donald Trump in Davos sei produktiv gewesen. Selenskyj kündigte außerdem an, dass Vertreter der Ukraine und Russlands morgen, Freitag und Samstag erstmals zu einem trilateralen Treffen mit einer US-Delegation zusammenkommen würden. Die Gespräche sollen seiner Aussage nach in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfinden.<ref>Rede beim Weltwirtschaftsforum: Selenskyj klagt über schwaches Europa. In: tagesschau.de. 22. Januar 2026, abgerufen am 22. Januar 2026.</ref>
Weltweite Medienerwähnung fand ein ziviler Protest von Bürgern, welche die Anwesenheit Donald Trumps nicht ohne Zeichen hinnehmen wollten; aus 450 Fackeln am Südhang des Grünibergs formten sie den 100 m langen Schriftzug "NO KINGS". Die Beteiligten wählten «zwei Worte, die ihm und den Reichen und Mächtigen am WEF zeigen sollen, dass wir – einfache Menschen – für Völkerrecht stehen, für Demokratie, gegen autoritäre Regierungen und gegen den Wahnsinn unserer Zeit.»<ref>Davos: No-Kings-Aktion gegen Trump am WEF rekonstruiert, Tages-Anzeiger, 23. Januar 2026</ref>
Liste der Vorsitzenden des Weltwirtschaftsforums
- 1971–2025: Klaus Schwab (* 1938)
- April–August 2025 ad interim: Peter Brabeck-Letmathe (* 1944)
- ab August 2025 ad interim: Laurence Douglas Fink (* 1952) und André Hoffmann (* 1958)
Kritik
Das Weltwirtschaftsforum ist immer wieder Ziel öffentlicher Kritik und Demonstrationen. Von Globalisierungskritikern wird das WEF als neoliberale Organisation angesehen, daher zieht es die Aufmerksamkeit zahlreicher linker Gruppen auf sich – ähnlich wie der G8-Gipfel oder die WTO wird das WEF als «Symbol des Kapitalismus» betrachtet. Ende der 1990er-Jahre gerieten das Forum, der G8-Gipfel, die Weltbank, die WTO und der IWF unter die massive Kritik von Globalisierungskritikern, deren Meinung nach Kapitalismus und Globalisierung die Armut verstärken und die Umwelt zerstören.
Das Weltwirtschaftsforum und sein jährliches Treffen in Davos werden zusammenfassend in folgenden Punkten kritisiert:
- Klaus Schwab und weitere führende Mitarbeiter hätten Untergebene belästigt und Fehlverhalten am Arbeitsplatz verübt.
- Es entstünden öffentliche Kosten für Sicherheit, gleichzeitig würden hunderte Millionen Schweizer Franken an Finanzreserven gebildet und keine Bundessteuern bezahlt.
- Es handele sich um Treffen einer wohlhabenden globalen Elite ohne Bindung an die Mehrheit der Gesellschaft. Mit dem Ziel noch reicher zu werden, während es allen anderen Menschen immer schlechter geht.
- Entscheidungsprozesse seien undemokratisch.
- Es mangele an finanzieller Transparenz.
- Demokratische Strukturen und Institutionen würden vereinnahmt.
- Auswahlkriterien seien unklar.
- Der ökologische Fußabdruck seiner Jahrestagungen sei für das Klima stark belastend.
- Kritische Medien würden nicht akkreditiert.
- Viele Aktivitäten seien lediglich institutionelle Beschönigungsinitiativen. Die Thematisierung von z. B. Umweltfragen wird gelegentlich als eine Strategie zur Verschleierung der wahren plutokratischen Ziele der Organisation kritisiert.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Die Hohepriester der Plutokratie treffen sich alle in Davos. What good can come from that?] The Guardian, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 24. September 2021.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref>Steven Umbrello: Should We Reset? Eine Rezension von Klaus Schwab und Thierry Mallerets ‘COVID-19: The Great Reset’. In: The Journal of Value Inquiry. 17. Februar 2021, ISSN 1573-0492, S. 1–8, doi:10.1007/s10790-021-09794-1, PMC 7886645 (freier Volltext).</ref><ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Meinungsherrschaft – Ziemlich verstiegen.] In: Cicero Online. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
- Globale Krisen wie die COVID-19-Pandemie würden für die Durchsetzung der eigenen Programmatik vereinnahmt.
Demonstrationen
1500 Demonstranten störten im September 2000 das World Economic Forum in Melbourne, Australien, indem sie 200 Delegierten den Zutritt zu dem Treffen verwehrten.<ref>Economic Talks Open Minus 200 Delegates: Demonstrators Harass Melbourne Conference, International Herald Tribune, 12. September 2000, abgerufen am 29. August 2008.</ref>
Auch Davos war wiederholt Schauplatz von Demonstrationen gegen das Treffen von «Bonzen im Schnee» ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)), wie Rocksänger Bono es ausdrückte.<ref>Bono Teams Up With Amex, Gap For Product Red. In: Forbes, 21. Januar 2006, abgerufen am 29. August 2008.</ref> Im Januar 2000 marschierten 1000 Demonstranten durch Davos und zerschmetterten das Schaufenster der lokalen McDonald’s-Filiale.<ref>The Davos Buzz. In: Forbes, 22. Januar 2008: 12:30PM ET, abgerufen am 29. August 2008.</ref> Bruno Manser flog mit einem Gleitschirm auf Davos hinunter, da er von Klaus Schwab keine Einladung erhielt.<ref>Pascale Meyer: Beschützer des Regenwalds. In: blog.nationalmuseum.ch. Schweizerisches Nationalmuseum, 27. April 2022, abgerufen am 30. Januar 2024.</ref> Während des Treffens 2012 errichteten 45 Aktivisten der Occupy-Bewegung unter dem Motto «Occupy WEF» ein Iglu-Camp in Davos.<ref>sueddeutsche.de: Occupy Iglu, 26. Januar 2012. Abgerufen am 13. März 2013.</ref><ref>David Böcking: Occupy-Bewegung in Davos: Aktivismus beim Après-Ski. In: spiegel.de, 25. Januar 2012. Abgerufen am 13. März 2013.</ref>
Sicherheitsmaßnahmen rund um Davos halten Demonstranten von dem Alpenurlaubsort fern, ein Großteil der Demonstrationen fand in Zürich, Bern oder in Basel statt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Police arrest 100 Davos protesters ( vom 6. Mai 2008 im Internet Archive). In: CNN, 28. Januar 2001: 8:24AM EST, abgerufen am 29. August 2008.</ref> Nach Jahren der relativen Ruhe war 2018 auch wegen der Anwesenheit von Donald Trump demonstriert worden.<ref>Wie Trump die Anti-WEF-Bewegung in Zürich wiederbelebt, NZZ, 23. Januar 2018.</ref><ref>Tausende gegen WEF und Trump. In: Tages-Anzeiger, 23. Januar 2018.</ref> Mit einer dreitägigen Strike-Winterwanderung für Klimagerechtigkeit von Landquart über Schiers zum 50. WEF im Jahr 2020 ermahnte das Bündnis Klimawanderung mit Payal Parekh und etwa 1000 weiteren Demonstrierenden der Klimabewegung die Gipfelteilnehmer und Wirtschaftsbosse zu mehr sozialer Verantwortung. Die weltweit 1000 größten Unternehmen seien maßgeblich Verursacher der Klimakatastrophe,<ref>Winterwanderung für Klimagerechtigkeit, P.S. – Die linke Zürcher Zeitung, 17. Januar 2020.</ref> die Pariser Klimaziele gelten auch für öffentliche Institutionen wie die Europäische Zentralbank, so Attac Deutschland; Christine Lagarde solle der EZB neue Leitlinien für Umwelt- und Klimaschutz mit sozialem Ausgleich geben.<ref>Weltwirtschaftsforum: «Stakeholder-Kapitalismus» keine Antwort auf Klimakrise, Attac.de, 16. Januar 2020.</ref>
Vorwürfe von Fehlverhalten und Belästigung
Am 29. Juni 2024 veröffentlichte das The Wall Street Journal (WSJ) einen Artikel, verfasst von den Reportern Shalini Ramachandran und Khadeeja Safdar, in dem behauptet wird, dass WEF-Gründer Klaus Schwab von ehemaligen WEF-Mitarbeitern beschuldigt wird, in zwei Fällen sexuelle Belästigung begangen zu haben. Darüber hinaus behauptet eine ehemalige Mitarbeiterin, dass sie nach einer kurzen Probezeit aus ihrer Rolle als Leiterin einer Initiative für Start-ups „herausgedrängt“ wurde, nachdem sie Schwab mitgeteilt hatte, dass sie schwanger sei. Schwab sei verärgert darüber gewesen, dass sie nicht in der Lage wäre, im gleichen Tempo weiterzuarbeiten, sagten Personen, die mit dem Vorfall vertraut sind, und teilte ihr mit, dass sie für ihre neue Führungsrolle nicht geeignet sei. Ein weiterer Vorwurf war, dass Schwab die Entlassung aller Personen über 50 Jahre beim WEF angeordnet habe, was der damalige Personalchef Paolo Gallo verweigerte. Daraufhin habe Schwab Gallo angeblich entlassen. Der Artikel ging auf angebliches Fehlverhalten anderer hochrangiger WEF-Mitarbeiter ein, das nicht direkt mit Schwab in Verbindung stand. Der WSJ-Artikel zitierte die Reaktion des WEF auf die spezifischen Vorwürfe gegen Schwab, die die Autoren vor der Veröffentlichung des Artikels gesammelt hatten, wie folgt: „Schwab hat niemals sexuelle Annäherungsversuche gegenüber einem Mitarbeiter gemacht, und die Anschuldigungen der Frauen waren vage und falsch“ und dass „Herr Schwab sich nicht und hat sich niemals so vulgär verhalten, wie Sie es beschreiben“.<ref>Shalini Ramachandran, Khadeeja Safdar: Behind Davos, Claims of a Toxic Workplace. In: The Wall Street Journal. 29. Juni 2024, abgerufen am 5. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Drei Tage später wurde der WSJ-Artikel separat und jeweils in den Schweizer Tageszeitungen Tages-Anzeiger und Neue Zürcher Zeitung berichtet, wobei das WEF weiter kommentierte, dass „es zutiefst enttäuschend ist, dass das WSJ nachweislich falsche Anschuldigungen gemacht hat“ und dass es eine Null-Toleranz-Politik für derartiges Fehlverhalten gebe.<ref>Edgar Schuler: Berichte über Belästigung und Diskriminierung unter Klaus Schwab. In: Tages-Anzeiger online. 2. Juli 2024, abgerufen am 5. Juli 2024.</ref><ref>Janique Weder: Schwere Vorwürfe gegen Klaus Schwab: Das WEF weist Bericht zurück. In: Neue Zürcher Zeitung. 3. Juli 2024, abgerufen am 5. Juli 2024.</ref>
In der Folge dieser Enthüllungen spekulierten einige Kommentatoren über die Zukunft des WEF.<ref>Can the WEF survive after the new Klaus Schwab allegations? In: MSN. Abgerufen am 5. Juli 2024.</ref>
Wachsende Wohlstandskluft
Eine Reihe von Nichtregierungsorganisationen hat das Weltwirtschaftsforum genutzt, um auf wachsende Ungleichheiten und Wohlstandsgefälle hinzuweisen, die ihrer Ansicht nach nicht umfassend genug angegangen oder sogar durch Institutionen wie das WEF verstärkt würden. Winnie Byanyima, die Exekutivdirektorin der Anti-Armutsorganisation Oxfam International, war Ko-Vorsitzende des Treffens 2015, wo sie einen kritischen Bericht über die globale Vermögensverteilung vorstellte, der auf statistischen Untersuchungen des Credit Suisse Research Institute beruht. Laut dieser Studie besitzt das reichste eine Prozent der Menschen auf der Welt 48 Prozent des weltweiten Reichtums.<ref>Vauhini Vara: Critics of Oxfam’s Poverty Statistics Are Missing the Point. In: The New Yorker. 28. Januar 2015, abgerufen am 27. Januar 2019.</ref> Auf der Tagung 2019 stellte sie einen weiteren Bericht vor, in dem sie äußerte, die Kluft zwischen Arm und Reich habe sich nur vergrößert. In dem Bericht Public Good or Private Wealth heißt es, dass das Vermögen von 2.200 Milliardären weltweit um 12 Prozent gestiegen sei, während das Vermögen der ärmsten Hälfte um 11 Prozent gesunken sei. Oxfam fordert eine globale Steuerreform, um die Steuersätze für Unternehmen und reiche Privatpersonen zu erhöhen und zu harmonisieren.<ref>Taylor, Chloe (Januar 2019). Richest 26 people now own same wealth as poorest half of the world, Oxfam claims cnbc.com. Abgerufen am 27. Januar 2019.</ref>
Bildung einer losgelösten Elite
Die Herausbildung einer losgelösten Elite, die oft mit dem Neologismus «Davos Man» bezeichnet wird, bezieht sich auf eine globale Gruppe, deren Mitglieder sich als vollkommen «international» betrachten. Der Begriff bezieht sich auf Menschen, die «wenig Bedarf an nationaler Loyalität haben, nationale Grenzen als Hindernisse betrachten, die zum Glück verschwinden, und nationale Regierungen als Überbleibsel aus der Vergangenheit ansehen, deren einzige nützliche Funktion darin besteht, die globalen Operationen der Elite zu erleichtern», so der Politikwissenschaftler Samuel P. Huntington, dem die Erfindung des Neologismus zugeschrieben wird.<ref>Timothy Garton Ash: Davos man’s death wish | World news | The Guardian. In: guardian.co.uk. 3. Februar 2005, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. August 2008; abgerufen am 20. Januar 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In seinem 2004 erschienenen Artikel «Dead Souls: The Denationalization of the American Elite» argumentiert Huntington, dass diese internationale Perspektive eine elitäre Minderheitsposition sei, die von der nationalistischen Mehrheit des Volkes nicht geteilt werde.<ref>web.archive.org</ref>
Das Transnational Institute (TNI) beschreibt den Hauptzweck des Weltwirtschaftsforums als «eine sozialisierende Institution für die entstehende globale Elite, die ‹Mafiokratie› der Globalisierung aus Bankern, Industriellen, Oligarchen, Technokraten und Politikern. Sie fördern gemeinsame Ideen und dienen gemeinsamen Interessen: ihren eigenen.»<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig World Economic Forum: a history and analysis | Transnational Institute.] In: www.tni.org. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Der Manager Magazin-Journalist Henrik Müller argumentierte 2019, dass der «Davos Man» bereits in verschiedene Gruppen und Lager zerfallen sei. Er sieht drei zentrale Treiber für diese Entwicklung:<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig «Davos Man» und seine Nachfolger.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
- Ideologisch: Das liberale westliche Modell wird nicht mehr als universelles Vorbild angesehen, nach dem andere Länder streben (mit Chinas digitalem Totalitarismus oder dem traditionellen Absolutismus am Persischen Golf als Gegenentwurf, die alle durch Regierungsmitglieder in Davos vertreten sind).
- Gesellschaftlich: Die Gesellschaften zerfallen zunehmend in verschiedene Gruppen, von denen jede ihre eigene Identität hervorruft (z. B. durch das Brexit-Votum oder Kongressblockaden in den Vereinigten Staaten).
- Wirtschaftlich: Die gemessene wirtschaftliche Realität widerspricht weitgehend den etablierten Vorstellungen, wie die Wirtschaft eigentlich funktionieren sollte (trotz Wirtschaftsaufschwung steigen z. B. Löhne und Preise kaum).
Vereinnahmung demokratischer Strukturen und Institutionen
Das Weltwirtschaftsforum fordert in seinem «Global Redesign»-Bericht aus dem Jahr 2010, dass eine globalisierte Welt am besten von einer Koalition aus multinationalen Unternehmen, Regierungen (auch über das System der Vereinten Nationen) und ausgewählten zivilgesellschaftlichen Organisationen (CSO) gesteuert wird.<ref>Everybody’s business: strengthening international cooperation in a more interdependent world—report of the global redesign initiative. (PDF; 27,2 MB) World Economic Forum (2010), Mai 2010, abgerufen am 17. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Darin wird argumentiert, dass Regierungen nicht mehr «die überwältigend dominierenden Akteure auf der Weltbühne» seien und dass «die Zeit für ein neues Stakeholder-Paradigma der internationalen Governance gekommen ist». Die Vision des WEF beinhaltet den Aufbau einer «öffentlich-privaten» UNO, in der bestimmte Sonderorganisationen unter gemeinsamen staatlichen und nicht-staatlichen Governance-Systemen arbeiten.<ref name="springer.com" /> In seinem Buch COVID-19: Der große Umbruch (2020) betont jedoch gegenteilig dazu der Gründer des Forums Klaus Schwab, zusammen mit Coautor Thierry Malleret, die seiner Ansicht nach zukünftig notwendigerweise steigende Bedeutung nationaler Regierungen,<ref>Jakob Kullik: Klaus Schwab/Thierry Malleret: COVID-19: The Great Reset. Genf: World Economic Forum 2020, Edition 1.0, 280 Seiten. In: SIRIUS – Zeitschrift für Strategische Analysen. Band 5, Nr. 3, 1. August 2021, ISSN 2510-2648, S. 319–321, doi:10.1515/sirius-2021-3029 (degruyter.com [abgerufen am 7. Februar 2024]).</ref> besonders in Bezug auf wirtschaftliche Regulierungen.<ref>Marcus Gatzke, Marlies Uken: Klaus Schwab: «Der Neoliberalismus hat ausgedient». In: Die Zeit. 21. September 2020, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 7. Februar 2024]).</ref>
Laut des Transnationalen Instituts (TNI) plane das Forum, ein anerkanntes demokratisches Modell durch ein Modell zu ersetzen, bei dem eine selbstgewählte Gruppe von «Stakeholdern» Entscheidungen im Namen des Volkes treffe.<ref>Davos and its danger to Democracy. Transnational Institute, 18. Januar 2016, abgerufen am 17. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Denkfabrik fasst zusammen, dass wir zunehmend in eine Welt eintreten würden, in der Versammlungen wie Davos «ein stiller globaler Staatsstreich» seien, um globale Führungsstrukturen zu übernehmen.<ref>Davos and its danger to Democracy. In: Transnational Institute. 18. Januar 2016, abgerufen am 17. August 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im September 2019 kritisierten mehr als 400 zivilgesellschaftliche Organisationen und 40 internationale Netzwerke ein Partnerschaftsabkommen zwischen dem WEF und den Vereinten Nationen scharf und forderten den UN-Generalsekretär auf, diese zu beenden.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Corporate capture of global governance: The World Economic Forum (WEF)-UN partnership agreement is a dangerous threat to UN System | Cognito Forms.] In: www.cognitoforms.com. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Sie sehen in einem solchen Abkommen eine «beunruhigende unternehmerische Vereinnahmung der UN, die die Welt gefährlich in Richtung einer privatisierten Global Governance bewegt».<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig WEF takeover of UN strongly condemned.] In: fian.org. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Geschlechterdebatte
Seit 2011 befasst sich das Weltwirtschaftsforum mit seiner eigenen Geschlechterquote, um mindestens eine Frau pro fünf anwesenden Führungskräften zu garantieren. Der Frauenanteil stieg zwischen 2001 und 2005 von 9 Prozent auf 15 Prozent. 2016 waren 18 Prozent der WEF-Teilnehmer weiblich; Diese Zahl stieg 2017 auf 21 % und 2020 auf 24 %.<ref>A. Gibbs (2017). As world leaders descend upon Davos, the gender debate rumbles on CNBC News. Abgerufen am 17. Januar 2017.</ref><ref>A. Gibbs (2017). The percentage of women at Davos is greater than ever before Quartz. Abgerufen am 19. November 2019.</ref>
Mehrere Frauen haben seitdem ihre persönlichen Eindrücke aus Davos in Medienartikeln geteilt und hervorgehoben, dass die Probleme tiefgreifender seien als «eine Quote für weibliche Führungskräfte in Davos oder Treffen zum Thema Vielfalt und Inklusion».<ref>BuzzFeedNews, abgerufen am 19. Mai 2020.What It’s Like To Be A Woman At The Old Boys Economic Forum www.buzzfeednews.com</ref><ref>‘Horizontal trade’ looks to upswing at Davos meet, The Local, abgerufen am 19. Mai 2020. (thelocal.ch)</ref><ref>Davos: Impressions of a First-Time Attendee, The Journal Blog, abgerufen am 19. Mai 2020. (blog.usejournal.com)</ref>
Das Weltwirtschaftsforum hat in diesem Zusammenhang rechtliche Schritte gegen mindestens drei investigative Artikel der Reporter Katie Gibbons und Billy Kenber eingeleitet, die von der britischen Zeitung The Times im März 2020 veröffentlicht wurden.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Client offered me prostitutes at Davos party, says consultant.] via www.thetimes.co.uk, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Unter anderem als Ergänzung zum jährlichen Weltwirtschaftsforum in Davos, auch, weil es bislang männlich geprägt ist, treffen sich führende Managerinnen aus der ganzen Welt seit 2014 einmal jährlich auf dem Global Female Leaders-Kongress. Er fand erstmals in Zürich statt,<ref>Corinna Nohn: Entscheiderinnen unter sich. In: Handelsblatt.de, 5. April 2014.</ref> die zweite Auflage 2015 in Berlin.<ref>Daniela Siebert: Keine Quote nötig. Deutschlandfunk.de vom 21. April 2015.</ref><ref>Global Female Leaders – Offizielle Website, abgerufen am 22. April 2015.</ref>
Mangel an demokratischer Rechenschaftspflicht
Nach Ansicht der Denkfabrik des Europäischen Parlaments sähen Kritiker das WEF auch als Instrument für politische und wirtschaftliche Führungskräfte, «Entscheidungen ohne Rechenschaft gegenüber Wählern oder Aktionären treffen zu können».<ref>The World Economic Forum: Influential and controversial – Think Tank. In: europarl.europa.eu. Abgerufen am 19. Mai 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Das deutsche Cicero Magazin fasste die Situation so zusammen, dass akademische, kulturelle, mediale und wirtschaftliche Eliten nach gesellschaftlicher Macht griffen und dabei politische Entscheidungsprozesse außer Acht ließen. Ein materiell gut ausgestattetes Milieu würde in diesem Zusammenhang versuchen, seine «Meinungsherrschaft zu zementieren und die einfachen Menschen maternalistisch-paternalistisch mit sozialen Wohltaten zu sedieren», sodass man beim Lenken nicht durch das Volk gestört werde.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Meinungsherrschaft – Ziemlich verstiegen | Cicero Online.] In: www.cicero.de. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Finanzielle Intransparenz
Der ehemalige Journalist der Frankfurter Allgemeine Zeitung, Jürgen Dunsch, kritisierte Anfang 2017, dass Finanzberichte des WEF wenig transparent seien, wobei «weder die Einnahmen noch die Ausgaben aufgeschlüsselt» würden. Die offenbar nicht unbeträchtlichen Gewinne würden reinvestiert. Wie reich das Forum wirklich ist, sei unklar. «Tatsache ist, dass das Forum auf einer starken, über die Jahrzehnte angehäuften finanziellen Basis ruht», resümierte Dunsch.<ref>Caspar Busse: Weltwirtschaftsforum ist zu einer Geldmaschine geworden. 17. Januar 2017, abgerufen am 20. Mai 2020.</ref>
Die zuletzt durch das WEF veröffentlichten Jahresberichte enthalten eine detailliertere Aufschlüsselung seiner Finanzdaten und zeigen einen Umsatz von 349 Millionen Schweizer Franken für das Jahr 2019 mit Reserven von 310 Millionen und einem Grundkapital von 34 Millionen Franken. Zu den Anlageklassen oder Titeln werden keine weiteren Details angegeben, in die das WEF seine finanziellen Vermögenswerte in Höhe von 261 Millionen Franken alloziert hat.<ref>WEF_Annual_Report_18-19. (PDF) Abgerufen am 20. Mai 2020.</ref>
Unklare Auswahlkriterien
In einer Anfrage an den Schweizerischer Nationalrat kritisierte 2020 die Schweizer Grüne Partei, dass Einladungen zum Jahrestreffen und Programme des Weltwirtschaftsforums nach unklaren Kriterien vergeben werden. Sie betonten, dass «Despoten» wie Saif al-Islam al-Gaddafi, der Sohn des ehemaligen libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi, regelmäßig zu den WEF-Jahrestreffen eingeladen und sogar in den Club der «Young Global Leaders» aufgenommen worden seien.<ref name="auto">parlament.ch</ref>
Ökologischer Fußabdruck der Jahrestagungen
Kritiker betonen, dass das Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums kontraproduktiv sei, wenn es um die Bekämpfung drängender Menschheitsprobleme wie der Klimakrise geht. 2020 reisten die Teilnehmer mit rund 1300 Privatjets zum WEF-Jahrestreffen nach Davos. Die gesamte Emissionsbelastung durch Transport und Unterkunft sei ihrer Ansicht nach enorm.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig We can’t trust the billionaires of Davos to solve a climate crisis they created.] via The Guardian, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref><ref name="auto" />
Nicht-Akkreditierung von kritischen Medien
2019 erhielt die Schweizer Zeitung WOZ eine Ablehnung ihres Akkreditierungsantrags für das Jahrestreffen, woraufhin die Redaktion das Weltwirtschaftsforum beschuldigte, bestimmte Medien zu bevorzugen. Die Zeitung hob hervor, dass das WEF in seiner Ablehnungsmitteilung erklärte, es bevorzuge Medien, mit denen es das ganze Jahr über zusammenarbeite. Der stellvertretende Leiter der WOZ, Yves Wegelin, nannte dies eine merkwürdige Vorstellung von Journalismus, denn „im Journalismus [muss man] nicht unbedingt mit Großkonzernen zusammenarbeiten […], sondern sie vielmehr kritisch befragen“.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Weltwirtschaftsforum in Davos – Keine Akkreditierung für kritische Wochenzeitung.] In: Deutschlandfunk. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Michael Burkard, Generalsekretär des Schweizer Journalistenverbandes «Impressum», kritisierte den Entscheid des WEF als «höchst beunruhigend». Er sieht die Gefahr, dass andere Unternehmen, die in exponierten Bereichen tätig sind, diese Strategie kopieren und kritischen Journalisten den Zugang zu ihren Generalversammlungen oder anderen Informationsveranstaltungen verweigern, sollte das WEF mit dieser Strategie durchkommen.
Institutionelle Beschönigungsinitiativen
In einem Dezember 2020 in The Intercept veröffentlichtem Artikel beschreibt Autorin Naomi Klein, dass die WEF-Initiativen wie «The Great Reset» lediglich ein «Coronavirus-getriebenes Rebranding» von Dingen seien, die das WEF bereits tat, und dass es sich um einen Versuch der Reichen handele, sich selbst gut aussehen zu lassen. Sie kommt zu dem Schluss, dass der Great Reset lediglich die jüngste Ausgabe dieser Tradition war, die sich kaum von früheren Davoser «Big Ideas» unterscheidet.<ref name="intercept120820">Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL In: The Intercept, 8. Dezember 2020. Abgerufen am 14. Dezember 2020 (english).Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>
Auch in seiner Rezension von COVID-19: The Great Reset übt der Ethiker Steven Umbrello parallele Kritik an der Agenda. Er sagt, dass das WEF «eine scheinbar optimistische Zukunft nach dem Großen Reset mit Schlagworten wie Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit beschönigt», während es diese Ziele funktionell gefährde.<ref>Steven Umbrello: Should We Reset? A Review of Klaus Schwab and Thierry Malleret’s ‘COVID-19: The Great Reset’. In: The Journal of Value Inquiry. 17. Februar 2021, ISSN 1573-0492, S. 1–8, doi:10.1007/s10790-021-09794-1, PMC 7886645 (freier Volltext).</ref>
Eine im Journal of Consumer Research veröffentlichte Studie untersuchte die soziologischen Auswirkungen des WEF. Sie kam zu dem Schluss, dass es keine Probleme wie Armut, globale Erwärmung, chronische Krankheiten oder Schulden löse. Es habe lediglich die Last für die Lösung dieser Probleme von Regierungen und Unternehmen auf «verantwortungsbewusste Verbraucherthemen» verlagert: den grünen Verbraucher, den gesundheitsbewussten Verbraucher und den finanziell gebildeten Verbraucher.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name Vorlage:Cite book/URL In: Blick, 28. August 2021Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>
Vereinnahmung globaler Krisen
Im Dezember 2021 kritisierte der Kardinal und frühere Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, Gerhard Ludwig Müller, in einem kontrovers diskutierten Interview, dass Menschen wie der Gründer des Weltwirtschaftsforums Klaus Schwab «auf dem Thron ihres Reichtums» säßen und von den alltäglichen Schwierigkeiten und Leiden der Menschen durch die Corona-Pandemie nicht berührt würden. Im Gegenteil sähen sie in solchen Krisen laut Müller eine Chance, jetzt ihre Agenda eines meritokratischen globalen «Great Reset» durchzusetzen. Er kritisierte vor allem ein steigendes Maß an Kontrolle, das solche Leute über die Gesellschaften und Menschen ausüben wollten, sowie deren Unterstützung und Förderung von Bereichen wie dem Transhumanismus.<ref>Welt: Corona-Verschwörung: Kardinal Müller befürchtet Überwachungsstaat mit «totaler Kontrolle». In: Die Welt. 13. Dezember 2021 (welt.de [abgerufen am 20. Dezember 2021]).</ref><ref>The Rio Times: Vatican Court judge criticizes Bill Gates, George Soros and Klaus Schwab for using Covid to impose ‘total control’ on population. In: The Rio Times. 14. Dezember 2021, abgerufen am 20. Dezember 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Zentralrat der Juden verurteilte diese Kritik, die auch in Verbindung mit jüdischen Finanzinvestoren steht, als antisemitisch.<ref>Thomas Jansen: Äußerung über Corona-Pandemie: Zentralrat der Juden wirft Kardinal Müller «antisemitische Chiffren» vor. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 19. Dezember 2021]).</ref><ref>Süddeutsche Zeitung: Kritik an Kardinal Müller. Abgerufen am 20. Dezember 2021.</ref>
Alternativen
Das andere Davos ist ein früher größtenteils von Attac Schweiz organisiertes Forum, das sich mit allen Themen der Globalisierung auseinandersetzt. So hatten auch eine Gruppe Schauspieler ihre Hauptprobe im anderen Davos, bevor sie beim Public Eye on Davos (Public Eye Awards) spielten. Dazu kommen jedes Jahr noch überall in der Schweiz Demonstrationen, Filmabende, Diskussionsveranstaltungen und Konzerte gegen das WEF. Seit 2016 wird das Andere Davos als politische Gegenveranstaltung zum WEF von der Bewegung für den Sozialismus wieder jährlich organisiert. Es findet jeweils im Volkshaus Zürich statt und legt den Fokus auf die internationale Vernetzung verschiedener sozialer Bewegungen und die Perspektive der Lohnabhängigen auf die unterschiedlichen globalen Probleme, wie die Zerstörung der Umwelt, die Verschlechterung von Arbeitsbedingungen, wirtschaftliche Krisen und den Abbau des Service public.<ref>Das Andere Davos 2017 ‹ sozialismus.ch. Abgerufen am 2. Februar 2017.</ref>
Globalisierungskritiker organisieren seit 2001 parallel zum Weltwirtschaftsforum den Gegengipfel des Weltsozialforums (WSF). Er fand von 2001 bis 2003 und 2005 in Brasiliens Porto Alegre statt, 2004 im indischen Mumbai (früher: Bombay), 2006 an drei Orten in Afrika, Asien und Südamerika gleichzeitig und 2007 in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. 2008 fand das WSF in Form eines globalen Aktionstages statt, 2009 wurde es in Belém (Brasilien) organisiert.
Ferner gab es von 2000 bis 2015 simultan zum WEF in Davos das Treffen Public Eye on Davos, das am Eröffnungstag jeweils den Negativpreis Public Eye Award in vier Kategorien verlieh. Dazu kam der Positivpreis.
Beim Jahrestreffen im Januar 2002 wurde in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK) und Brot für alle in Davos parallel zu der Hauptveranstaltung erstmals das Open Forum Davos abgehalten, das die Diskussion über die Globalisierung für die allgemeine Öffentlichkeit zugänglich machte. Das Open Forum findet alljährlich<ref>Open Forum Davos lockt mit hochkarätigem Programm. In: davos.ch. Davos-Klosters Destinationsmarketing, 22. Januar 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. April 2018; abgerufen am 28. September 2021.</ref> in der örtlichen Alpinen Mittelschule statt, in gut besuchten Veranstaltungen hatten u. a. Bundesrat Couchepin 2005 mit Peter Brabeck von Nestlé und mit dem Wirtschaftsethiker Peter Ulrich das Thema «Die Schweiz – vom Musterland zum Durchschnittsstaat?» diskutiert.<ref>Parallel mit dem WEF und gegen das WEF – Open Forum und «Public Eye on Davos ». In: Neue Zürcher Zeitung. 26. Januar 2005, S. 13, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 28. September 2021 (keine Mementos; das NZZ-Archiv ist anmeldepflichtig). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref><ref>Pigman p130.</ref><ref>Open Forum (YouTube).</ref> Das Jahrestreffen wurde unter anderem als «Mischung von Pomp und Plattitüden» kritisiert. Laut Kritikern bewegt es sich weg von ernsthaften wirtschaftswissenschaftlichen Analysen und bringt kaum nennenswerte Ergebnisse, insbesondere aufgrund der zunehmenden Einbindung von Nichtregierungsorganisationen, die über wenig oder kein wirtschaftliches Fachwissen verfügen.
Davos ist heute nicht länger Schauplatz von Diskussionen zwischen Experten, führenden Wirtschaftsvertretern und Spitzenpolitikern über die Weltwirtschaft, sondern eher ein Forum für die wichtigsten medienpolitischen Themen (wie den weltweiten Klimawandel oder AIDS in Afrika).<ref>Davos: beanfeast of pomp and platitude, Times Online, 22. Januar 2006, abgerufen am 29. August 2008.</ref>
Im November 2014 gaben die Veranstalter von Public Eye on Davos, Erklärung von Bern und Greenpeace, bekannt, dass Public Eye sich 2015 vom Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos zurückziehen werde.<ref>Kritiker überlassen Davos den Konzernen. In: 20min.ch. 19. November 2014, abgerufen am 8. Dezember 2014.</ref>
Die Stiftung In the Spirit of Davos, von Bund, vom Kanton Graubünden und von Landschaft Davos mit je 100'000 Franken alimentiert, bestand von 2002 bis 2004. Sie sollte den Dialog über Auswirkungen der Globalisierung parallel zum WEF fördern. Der Auftrag war schwierig zu erfüllen, ohne anderen Veranstaltungen wie dem Public Eye of Davos in die Quere zu kommen, weshalb die Stiftung im Frühjahr 2004 aufgelöst wurde.<ref>«In the Spirit of Davos» gibt den Geist auf. In: Interner Lua-Fehler: Der Interpreter beendet sich mit dem Signal „24“. Interner Lua-Fehler: Der Interpreter beendet sich mit dem Signal „24“., S. 16 ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) (keine Mementos; das NZZ-Archiv ist anmeldepflichtig). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Interner Lua-Fehler: Der Interpreter beendet sich mit dem Signal „24“.Interner Lua-Fehler: Der Interpreter beendet sich mit dem Signal „24“.</ref>
Siehe auch
- Global Gender Gap Index 2020 (GGGI des Weltwirtschaftsforums)
- Bilderberg-Konferenz (jährlich seit 1954, nur mit privater Einladung)
- Weltwirtschaftsgipfel (jährlich seit 1975, initiiert von Valéry Giscard d’Estaing und Helmut Schmidt)
- Weltgipfel für soziale Entwicklung (einmalig 1995 in Kopenhagen)
- World Science Forum (Weltwissenschaftsforum, seit 2003 alle zwei Jahre)
- St. Gallen Symposium (führende Plattform für intergenerationalen Dialog)
Literatur
- David Bornstein: How to Change the World: Social Entrepreneurs and the Power of New Ideas. Updated edition. Oxford University Press, Oxford u. a. 2007, ISBN 978-0-19-533476-0.
- Christina Garsten, Adrienne Soerbom: Discreet Power: How the World Economic Forum Shapes Market Agendas. Stanford University Press, Palo Alto 2018, ISBN 978-0-8047-9414-5.
- Barbara Kellerman: Reinventing Leadership. Making the Connection Between Politics and Business. State University of New York Press, Albany NY 1999, ISBN 0-7914-4072-9.
- Mike Moore: A World Without Walls. Freedom, Development, Free Trade and Global Governance. Cambridge University Press, Cambridge 2003, ISBN 0-521-82701-9.
- Geoffrey Allen Pigman: The World Economic Forum. A multi-stakeholder approach to global governance (= Routledge global institutions 12). Routledge, London u. a. 2007, ISBN 978-0-415-70204-1.
- David Rothkopf: Superclass. The global power elite and the world they are making. Farrar, Straus and Giroux, New York 2008, ISBN 978-0-374-27210-4.
Film
- Das Forum, Dokumentarfilm von Marcus Vetter (2019)
Weblinks
- Offizielle Website des Weltwirtschaftsforums (englisch, spanisch, chinesisch, japanisch)
- Berichte des Weltwirtschaftsforums (englisch)
Einzelnachweise
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Koordinaten: 46° 13′ 31″ N, 6° 11′ 30,1″ O; CH1903: 503795 / 120080
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