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Weiße Trichterlilie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Weiße Paradieslilie)

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Weiße Trichterlilie
Datei:Paradisea.liliastrum.2.JPG

Trichterlilie (Paradisea liliastrum) auf der Schynigen Platte in der Schweiz

Systematik
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae)
Unterfamilie: Agavengewächse (Agavoideae)
Gattung: Paradieslilien (Paradisea)
Art: Weiße Trichterlilie
Wissenschaftlicher Name
Paradisea liliastrum
(L.) Bertol.

Die Weiße Trichterlilie (Paradisea liliastrum), auch Weiße Paradieslilie oder Alpen-Paradieslilie<ref name="Rothmaler 5" /> genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Paradieslilien (Paradisea) in der Unterfamilie der Agavengewächse (Agavoideae).

Beschreibung

Datei:Michał Padalinski. Czackia liliastrum (1822).jpg
Illustration

Vegetative Merkmale

Die Weiße Trichterlilie wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 50 Zentimetern. Sie hat aufrechte, blattlose Stängel. Die Grundblätter sind grasartig, linealisch, der Blattgrund ist scheidig, den Stängel umfassend.

Generative Merkmale

Die Blütezeit ist von Juni bis Juli. Die einseitswendigen, traubigen Blütenstände enthalten zwei bis zehn kurz gestielte Blüten. Die Tragblätter sind spitz und den Stängel umfassend.

Die weißen, stark duftenden Blüten sind 3 bis 5 Zentimeter lang und trichterförmig und dreizählig. Die sechs Blütenhüllblätter (Tepalen) sind gleichgestaltet. Es sind sechs Staubblätter vorhanden. Drei Fruchtblätter sind zu einem Fruchtknoten verwachsen. Der Griffel endet in einer verdickten Narbe.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.<ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen

Die Weiße Trichterlilie ist vor allem in den Süd-, Mittel- und Westalpen, den Apenninen sowie den Pyrenäen in Höhenlagen von 800 bis 2500 Metern verbreitet.

Die Weiße Trichterlilie ist kalkliebende und wärmeliebende Pflanzenart. Sie gedeiht meist in Fettwiesen (Goldhaferwiesen), Magerrasen (Buntschwingelrasen des Verbands Festucion variae), Rostseggenhalden des Verbands Caricion ferrugineae und sonnige Lagen auf tiefgründigem Boden.<ref name="InfoFlora" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

In Österreich kommt diese geschützte Pflanzenart nur zerstreut im südwestlichen Kärnten (Karnische Alpen und Gailtaler Alpen) vor.

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Hemerocallis liliastrum durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 324. Die Neukombination zu Paradisea liliastrum <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Bertol. wurde 1840 in Fl. Ital. 4, S. 133 veröffentlicht.

Nutzung

Die Weiße Trichterlilie wird selten als Zierpflanze für Rabatten genutzt. Sie ist seit spätestens 1597 in Kultur. Es gibt wenige Sorten, beispielsweise 'Major' und 'Gigantea', die bis zu 1 Meter groß werden und 5 bis 6 Zentimeter lange Blüten haben, und 'Flore pleno' mit gefüllten Blüten.<ref name="Rothmaler 5" />

Bilder

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Rothmaler 5"> Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8, S. 751 - 752. </ref> <ref name="InfoFlora"> Paradisea liliastrum (L.) Bertol. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Weiße Trichterlilie (Paradisea liliastrum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien