Großes Wiesbachhorn
Das Große Wiesbachhorn ist mit einer Höhe von Vorlage:Höhe<ref name="amap">Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen Österreich: Großes Wiesbachhorn auf der Austrian Map online (Österreichische Karte 1:50.000).</ref> nach dem Großglockner mit seinen Trabanten der zweithöchste eigenständige Berg der Glocknergruppe und steht im Bundesland Salzburg in Österreich. Der vollkommen freistehende Firndom bildet den Hauptgipfel des Fuscher/Kapruner Kammes und wird in alpinistischer Literatur oft als Rivale zum Großglockner gesehen. Der tiefe Absturz gegen Osten und Südosten weist mit über 2400 m einen der größten Höhenunterschiede zwischen Tal und Gipfel in den Ostalpen auf. Von alpinistischer Bedeutung war die Erstbegehung der Nordwestwand am 15. Juli 1924 durch Franz Riegele und Willo Welzenbach. Sie verwendeten zur Fortbewegung am sogenannten Eiswulst zum ersten Mal Eishaken, die später zu Eisschrauben weiterentwickelt wurden. Die Nordwestwand war eine der klassischen Eiswände der Ostalpen; mittlerweile ist das Eis jedoch völlig abgeschmolzen.
Ebenso wie auch die benachbarten Gipfel steht das Große Wiesbachhorn in privatem Eigentum. Der Berg gehört der auf Schloss Fischhorn in Bruck an der Großglocknerstraße ansässigen Gutsverwaltung Fischhorn GmbH & Co. KG<ref>Internetpräsenz der Gutsverwaltung Fischhorn GmbH & Co. KG, Bruck an der Großglocknerstraße</ref> als Rechtsnachfolgerin der Erben des aus der Bremer Kaufmannsfamilie Gildemeister stammenden peruanischen Industriellen Heinrich E. Gildemeister, der den Grundbesitz 1918 von Fürst Johann II. von Liechtenstein erworben hatte.<ref>Heimatverein St. Georgen im Pinzgau</ref>
Lage und Umgebung
Das Große Wiesbachhorn ist fast vollständig von Gletschern umgeben. Im Norden liegt das Wielingerkees, im Nordosten fließt das Sandbodenkees östlich hinunter in den Sandboden. Im Süden liegt das Teufelsmühlkees und im Westen das Kaindlkees. Bedeutende benachbarte Berge sind im Norden, getrennt durch die auf Vorlage:Höhe Höhe gelegene Sandbodenscharte, das Kleine Wiesbachhorn mit einer Höhe von Vorlage:Höhe. Im Südwesten, jenseits der auf Vorlage:Höhe hoch gelegenen Wielingerscharte, zwischen Kaindlkees und Teufelsmühlkees, liegen die beiden Bratschenköpfe (Vorlage:Höhe und Vorlage:Höhe). Nach Westen fällt das Gelände zum Stausee Mooserboden im Kapruner Tal ab, nach Osten ins Fuscher Tal. Die nächstgelegene bedeutende Siedlung ist das in etwa 10 Kilometer Luftlinie in nördlicher Richtung liegende Fusch an der Großglocknerstraße.
Aufstiege
Der heute selten begangene ursprüngliche Weg der Fuscher Bauern Ende des 18. Jahrhunderts führte von Ferleiten in 3½ Stunden zum Standort der späteren Schwarzenberghütte und von dort in 4 Stunden an den Bratschenköpfen vorbei auf den Gipfel des Horns.<ref>Eduard Richter: Die Erschließung der Ostalpen, III. Band, Berlin 1894, S. 208 ff.</ref> Heutiger Ausgangspunkt für eine Besteigung ist das Heinrich-Schwaiger-Haus. Von dort führt der Normalweg durch einen seilgesicherten Kamin sowie über den Unteren und den Oberen Fochezkopf und den mittlerweile eisfreien Kaindlgrat in etwa 3 Stunden auf den Gipfel. Eine 35° geneigte Firnschneide auf dem Aufstiegsweg ist inzwischen abgeschmolzen, geübte Bergwanderer können den Gipfel somit bei günstigen Bedingungen ohne Steigeisen erreichen.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Die Felspartien weisen den Schwierigkeitsgrad UIAA I auf. Die klassischen Routen durch die 500 Meter hohe Nordwestwand erforderten Kletterfähigkeiten im Eis bis 60° Neigung.<ref>Willi End: Alpenvereinsführer Glocknergruppe, München 2003, S. 434 ff., Rz 1590 ff.</ref>
Sonstiges
Am 16. Mai 1932 verunglückte Toni Schmid (Erstdurchsteiger der Nordwand des Matterhorns) am Wiesbachhorn tödlich.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
2017 brachen etwa 150 000 m³ Fels vom Ostgrat des Kleinen Wiesbachhorns ab und stürzten nach Süden auf das Sandbodenkees. Der zurückweichende Permafrost wird als Ursache angegeben.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Literatur und Karte
- Willi End: Alpenvereinsführer Glocknergruppe. Bergverlag Rother, München 2003, ISBN 3-7633-1266-8.
- Eduard Richter: Die Erschließung der Ostalpen. III. Band, Verlag des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins, Berlin 1894.
- Alpenvereinskarte 1:25.000, Blatt 40, Glocknergruppe.
Einzelnachweise
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