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Walter Zuppinger

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(Weitergeleitet von Zuppinger-Wasserrad)

Walter Zuppinger (* 21. Juni 1814 in Männedorf<ref name="Kurzbiographien" />; † 16. November 1889 in Eschenz<ref name="Mueller" />) war ein Schweizer Ingenieur und Industrieller. Bekannt ist er vor allem als Erfinder eines als Zuppinger-Rad bekannten Wasserrades.

Leben und Wirken

Nach seiner Ausbildung fand Zuppinger Anstellung bei der Zürcher Maschinenfabrik Escher, Wyss & Co. und stieg in leitende Stellung auf. Zwischen 1856 und 1859 baute Zuppinger als Vertrauter von Escher für Escher-Wyss eine Niederlassung in Ravensburg auf<ref>Karl Heinz Burmeister: Ravensburg. In: Historisches Lexikon der Schweiz.</ref> (heute Andritz Hydro) und war dort lange Direktor.

Durch den Ausbau der Wasserkraft als Basis für die Industrialisierung in Oberschwaben erwarb sich Zuppinger hohes Ansehen in der Region. Zuppinger war unter anderem Mitbegründer der Papierfabrik Baienfurt bei Ravensburg.<ref name="Solarstiftung Ulm" /> Für seine Verdienste und seinen Sachverstand wurde er zum württembergischen Baurat ernannt. In Ravensburg ist eine Straße nach Zuppinger benannt. Er war Mitglied des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und Gründungsmitglied des Württembergischen Bezirksvereins des VDI.<ref>Zum Mitglieder-Verzeichniss. In: Wochenschrift des Vereines deutscher Ingenieure. Band 1, Nr. 35, 1. September 1877, S. 273.</ref>

Zuppinger-Turbine

Datei:Meyers b16 s0428b (cropped to Fig 13 and 14 Zuppinger Tangentialrad).jpg
Zuppinger Tangentialrad im Meyers Konversations-Lexikon<ref name="Meyers">Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage, Band 16, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 428b.</ref>

Zwischen 1838 und 1844 arbeitete Zuppinger für Escher-Wyss an der Entwicklung neuartiger Wasserturbinen. Es entstand das „Tangentialrad“, auch Zuppinger-Turbine genannt. Sie war eine von außen nach innen durchströmte teilbeaufschlagte Gleichdruckturbine.<ref>Gustav Zeuner: Vorlesungen über Theorie der Turbinen. BoD - Books on Demand, 2017, ISBN 9-925-08848-8, S. 309 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). Vorlesungen über Theorie der Turbinen von Gustav Zeuner, 1899.</ref> Ihr Anwendungsbereich wird inzwischen von Pelton-Turbinen abgedeckt.

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Zuppinger-Wasserrad

Datei:Meyers b16 s0428b (cropped to Fig 7 Zuppinger-Rad).jpg
Zuppinger Wasserrad im Meyers Konversations-Lexikon<ref name="Meyers" />

Zuppingers bekannteste Konstruktion aus dieser Zeit ist das nach ihm benannte Wasserrad (Patent 1849<ref name="Gewerbeblatt" />), das auf Vorgängern von Poncelet und Sagebien aufbaute. Das Zuppinger-Rad ist ein mittel- bis unterschlächtiges Kropfrad mit evolventenförmig gekrümmten Schaufeln, die nicht nur den hydrostatischen, sondern auch den dynamischen Druck des Wassers ausnutzen und dadurch einen höheren Wirkungsgrad erreichen.<ref name="Gerald Müller" /> Technisch ist das Rad eine Übergangsform vom Wasserrad zur Wasserturbine.

Da das Rad bei niedrigem Gefälle (0,5 – 2 m) und ohne aufwendige Regelung auch bei stark schwankenden Wassermengen effektiv arbeitet,<ref name="Drews" /><ref name="Lueger" /><ref name="Mueller" /> verwendet man es unter solchen Betriebsbedingungen als Alternative zur Turbine auch heute noch in Wassermühlen und Kleinwasserkraftwerken.

Literatur

  • Josef Weinmann: Vom «Pröbler» zum genialen Erfinder : der Ingenieur und Erfinder Walter Zuppinger – hervorragend tätig für die schweizerische und süddeutsche Maschinenindustrie. In: Zürichsee-Zeitung. Rechtes Ufer. Stäfa. 28. April 2000, S. 9.
  • Max Preger: Walter Zuppinger – Ingenieur und Erfinder und sein Beitrag zur Industrialisierung Oberschwabens, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 96. Jg. 1978, S. 153–186 (Digitalisat).

Weblinks

Commons: Zuppingerräder – Sammlung von Bildern und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="Solarstiftung Ulm"> @1@2Vorlage:Toter Link/www.solarstiftung-ulm.deWasserkraft Strom auf www.solarstiftung-ulm.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Oktober 2018. Suche im Internet Archive ) </ref> <ref name="Drews"> Hartmuth Drews: Wasserkraftanlagen. In: Faustzahlen für die Landwirtschaft 2005, Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft, Darmstadt, 2005, online auf www.wasserrad-drews.de (PDF; 1,1 MB). </ref> <ref name="Gewerbeblatt"> Württemberg Landesgewerbeamt (Hrsg.): Gewerbeblatt aus Württemberg. 1855, S. 186 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Kurzbiographien"> Paul-Gerhard Franke, Adolf Kleinschroth: Kurzbiographien--Hydraulik und Wasserbau: Persönlichkeiten aus dem deutschsprachigen Raum. K.M. Lipp, München 1991, ISBN 3-87490-517-9, S. 174 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Lueger"> Wassermotoren. In: Otto Lueger: Lexikon der gesamten Technik (online auf zeno.org). </ref> <ref name="Mueller"> Wilhelm Müller: Die Eisernen Wasserräder, Verlag von Veit & Comp., Leipzig, 1899 (online auf www.hylow.eu; PDF; 8,4 MB). </ref> <ref name="Gerald Müller"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Gerald Müller: Water wheels as a power source, online auf hmf.enseeiht.fr (Memento des Vorlage:IconExternal vom 29. März 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/hmf.enseeiht.fr (englischsprachig, PDF; 1,3 MB).</ref> </references>

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