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	<title>Afrancesados - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2024-07-21T15:12:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;form&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Joseph-Bonaparte.jpg|mini|hochkant|Joseph Bonaparte]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Francisco de Goya - Retrato de Leandro Fernández Moratín - Google Art Project.jpg|mini|hochkant|Leandro Fernández de Moratín]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Afrancesados&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (dt. etwa „Französiserte“, „Frankophile“, „Französischgesinnte“, „Franzosenfreunde“ oder „Französlinge“), auch &amp;#039;&amp;#039;Josefinos&amp;#039;&amp;#039; (nach [[Joseph Bonaparte]]) war im [[Napoleonische Kriege auf der Iberischen Halbinsel|napoleonischen Spanien]] und im besetzten Portugal die Bezeichnung für die Parteigänger der Franzosen. Die Beweggründe reichten dabei von Furcht über Gewinnsucht bis zur Hoffnung auf eine durchgreifende Reform des Staates. Viele stammten aus dem Adel und zählten bis in die 1840er Jahre zu den [[Moderados|Moderaten]] oder den Liberalen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Afrancesados in Spanien ==&lt;br /&gt;
Als Afrancesados bezeichnete man in Spanien seit der Herrschaftszeit [[Karl III. (Spanien)|Karls III.]] abwertend die Personen und vor allem die Dichter und Wissenschaftler, die seit dem Beginn der Herrschaft der [[Bourbonen]] in Spanien (1700) zur Verbreitung von [[Gallizismus|Gallizismen]] beitrugen oder sich in ihren Dichtungen an die [[französische Klassik]] anlehnten. Mit der Kritik an den Afrancesados und verschiedenen Vorstößen zur [[Sprachreinigung]] versuchte der spanische [[Klerus]] auch die Verbreitung des Gedankenguts der &amp;#039;&amp;#039;[[Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers|Encyclopédie]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Denis Diderot|Diderot]] und [[Jean Baptiste le Rond d’Alembert|d’Alembert]] und die Kritik an der [[Inquisition]] zu verhindern. Nach dem Revolutionsjahr 1789 schürten die traditionellen Eliten den antifranzösischen Hass in der spanischen Bevölkerung weiter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wurde „Afrancesado“ für die Masse der Bevölkerung zum Schimpfwort für eine Person, die auf die Verfassung von 1808 geschworen hatte, welche König [[Joseph Bonaparte]] (José I.) nach dem durch [[Napoléon Bonaparte]] erzwungenen Thronverzicht der [[Bourbonen]] proklamiert hatte. Neben reinem Opportunismus war es aber auch die Hoffnung der Afrancesados, dass ein [[Dynastie]]wechsel die Liberalisierung und Modernisierung Spaniens vorantreiben könnte, die sie zum Treueid gegenüber dem neuen König bewegt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zahl und Macht der Partei, zu der neben den Ministern zahlreiche Beamte und Adlige sowie viele Intellektuelle und Künstler, aber auch Offiziere zählten, war Anfang 1809 am größten. Regional war ihr Einfluss vor allem in Katalonien, Navarra, Valencia, dem Baskenland und Madrid bedeutend. zu ihren wichtigsten Köpfen gehörten der Politiker [[Juan Sempere y Guarinos]], der Publizist [[Francisco Javier de Burgos]] und der Dichter [[Juan Meléndez Valdés]]. Nach dem Sturz der Fremdherrschaft kam es zu Verfolgungen der &amp;#039;&amp;#039;Afrancesados&amp;#039;&amp;#039;; etwa 5.000 bis 10.000 wanderten nach Frankreich aus. Von [[Ferdinand VII. (Spanien)|Ferdinand  VII.]] durch Verordnung vom 30. Mai 1814 ihrer Würden, Ämter und Güter verlustig erklärt, erhielten sie erst nach Herstellung der [[Verfassung von Cádiz]] („Cortesverfassung“) die Erlaubnis zur Rückkehr (Dekret vom 8. März 1820). Durch Beschluss der [[Cortes Generales|Cortes]] vom 21. September desselben Jahres wurden ihnen auch ihre Güter rückübertragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Gegenbewegung gegen die Afrancesados liegen wichtige Wurzeln des spanischen [[Nationalismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Afrancesados im französischen Exil ==&lt;br /&gt;
In Frankreich entwickelten die spanischen Afrancesados eine spezifische Exilkultur. Ein bedeutender Parteigänger der Franzosen im Exil war der Dichter und Dramatiker [[Leandro Fernández de Moratín]]. Auch der ehemalige Vizekönig von Neuspanien (1800–1803), der Bankier Miguel José de Azanza (der Joseph Bonapartes Finanzminister wurde), Godoys ehemaliger Außenminister und Regierungschef unter [[Joseph Bonaparte]], [[Mariano Luis de Urquijo]], ferner [[Francisco Javier de Burgos]] und der Komponist [[Fernando Sor]] waren spanische Afrancesados im französischen Exil. [[Francisco Goya]] ging 1824 nach Frankreich; auch er wird zu den Afrancesados gezählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem sie von französischer Ultraroyalisten angefeindet wurden, engagierten sich viele Afrancesados in den innenpolitischen Auseinandersetzungen Frankreichs. [[Juan Antonio Llorente]] wurde während des [[Trienio Liberal]] aus Frankreich ausgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Gérard Dufour: &amp;#039;&amp;#039;La pensée des Espagnols &amp;#039;&amp;#039;afrancesados&amp;#039;&amp;#039; réfugiés en France.&amp;#039;&amp;#039; In: Cahiers de la Méditerranée 82/2011, S. 27–36.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Afrancesados in Portugal ==&lt;br /&gt;
In Portugal wurde der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Afrancesados&amp;#039;&amp;#039; bereits Ende des 18. Jahrhunderts für jene Elite verwendet, die ihre Bildung in Frankreich erhalten hatten und dabei Gedanken der Aufklärung übernommen hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;Carsten Sinner: &amp;#039;&amp;#039;Wissenschaftliches Schreiben in Portugal zum Ende des Antigo Regime (1779-1821): Die Memórias económicas der Academia das Ciências de Lisboa&amp;#039;&amp;#039;, [https://books.google.de/books?id=B0Ra_OMQco0C&amp;amp;pg=PA152&amp;amp;dq=Afrancesados+portugal&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=grRXT56hIsvAswby18irDA#v=onepage&amp;amp;q=Afrancesados%20portugal&amp;amp;f=false Seite 152]. Frank &amp;amp; Thimme, Berlin 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch in Portugal wurden die Franzosen 1807 daher zunächst von &amp;#039;&amp;#039;Franzosenfreunden&amp;#039;&amp;#039;, deren Anhänger vor allem der liberalen Bourgeoisie Portos entstammten&amp;lt;ref&amp;gt; Luís António de Oliveira Ramos: &amp;#039;&amp;#039;[https://ler.letras.up.pt/uploads/ficheiros/6521.pdf Os Afrancesados do Porto] (PDF; 469&amp;amp;nbsp;kB)&amp;#039;&amp;#039;. Universidade do Porto 1980.&amp;lt;/ref&amp;gt;, begrüßt. Diese portugiesischen Afrancesados waren jedoch überwiegend revolutionär-republikanisch wie [[Jakobiner]] gesinnt, die kaiserlich-französischen bzw. königlich-spanischen Besatzer misstrauten ihnen daher und förderte ihre Reformpläne nicht. Die französische Besatzungspolitik diskreditierte die Afrancesados daher rasch. Dennoch führte die französische Besetzung und vor allem ihre Vertreibung durch eine reaktionäre britische Besatzungsmacht zur Förderung einer profranzösischen Form des Liberalismus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bernecker/Pietschmann&amp;quot;&amp;gt;[[Walther L. Bernecker|Walther Bernecker]], [[Horst Pietschmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte Portugals&amp;#039;&amp;#039;, Seiten 75 und 77f. Beck, München 2008.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Marques&amp;quot;&amp;gt;[[A. H. de Oliveira Marques|António Henrique de Oliveira Marques]]: &amp;#039;&amp;#039;Histoire du Portugal et de son empire colonial.&amp;#039;&amp;#039; S. 374ff. Paris 1998 (auf Deutsch erschienen als &amp;#039;&amp;#039;Geschichte Portugals und des portugiesischen Weltreichs&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Kröners Taschenausgabe]].&amp;#039;&amp;#039; Band 385). Aus dem Portugiesischen von Michael von Killisch-Horn. Kröner, Stuttgart 2001, ISBN 3-520-38501-5.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|&amp;#039;&amp;#039;... Als nach der Vertreibung der Franzosen die [[William Carr Beresford|Beresford]]-Administration das Land beherrschte, wurde die &amp;quot;englische Fraktion&amp;quot; an den Rand gedrängt, da die Briten nunmehr als die neuen Besatzer betrachtet wurden; die Jakobiner konnten sich durchsetzen...&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bernecker/Pietschmann&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Meyers Konversationslexikon]], 1. Band, Seite 148: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html?id=100340&amp;amp;imageview=true Afrancesados]&amp;#039;&amp;#039;. Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885–1892&lt;br /&gt;
* [[Brockhaus Enzyklopädie|Brockhaus’ Konversationslexikon]], 1. Band, Seite 177: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html?id=120468&amp;amp;imageview=true Afrancesados]&amp;#039;&amp;#039;. F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894–1896&lt;br /&gt;
* Enciclopedia [[Microsoft Encarta]] 2004: &amp;#039;&amp;#039;Afrancesados&amp;#039;&amp;#039; (spanisch)&lt;br /&gt;
* Miguel Artola: &amp;#039;&amp;#039;Los afrancesados&amp;#039;&amp;#039;. Madrid 1989. ISBN 84-206-2604-X (spanisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Spanische Geschichte (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Spanische Politikgeschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Invisigoth67</name></author>
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