<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Albert_Stohr</id>
	<title>Albert Stohr - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Albert_Stohr"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Albert_Stohr&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-09T17:53:45Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Albert_Stohr&amp;diff=114536&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Albert_Stohr&amp;diff=114536&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-12-21T19:02:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Bischof Albert Stohr auf dem Bodensee - Foto Leonhard Veith August 1959.jpg|mini|Bischof Albert Stohr (Foto: Leonhard Veith August 1959)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Albert Stohr&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[13. November]] [[1890]] in [[Friedberg (Hessen)|Friedberg]]; † [[3. Juni]] [[1961]] in [[Seligenstadt]]) war von 1935 bis zu seinem Tod 1961 [[Bischof]] von [[Liste der Bischöfe von Mainz|Mainz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Wirken ==&lt;br /&gt;
=== Ausbildung und Tätigkeit als Priester ===&lt;br /&gt;
Albert Stohr war der Sohn des Reichsbahn-Obersekretärs Emil Stohr und dessen Frau Eva Elisabeth aus [[Friedberg (Hessen)|Friedberg]]. Albert erlangte 1909 an der [[Augustinerschule Friedberg]] das Abitur. Anschließend besuchte er das [[Priesterseminar Mainz|Priesterseminar in Mainz]], an dem er sich mit [[Romano Guardini]] anfreundete. Stohr empfing am 19. Oktober 1913 im [[Mainzer Dom]] die [[Weihesakrament#Presbyterat|Priesterweihe]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als [[Priester (Christentum)|Priester]] war er zunächst 1914 [[Subrektor]] des Mainzer Konvikts, 1915 Kaplan an [[St. Emmeran (Mainz)|St. Emmeran in Mainz]], 1916 Subrektor des [[Rathaus Bensheim#Ehemaliges Bischöfliches Konvikt|Bensheimer Konvikts]], 1918 Kaplan in [[Viernheim]] und 1919/20 vertretungsweise am Lehrerseminar [[Bensheim]]. Ab 1920 studierte er an der [[Albert-Ludwigs-Universität Freiburg]] und wurde dort 1921 [[Promotion (Doktor)|promoviert]]. Nach weiteren Studien an der [[Westfälische Wilhelms-Universität Münster|Uni Münster]], in [[Rom]] und der [[Justus-Liebig-Universität Gießen]] [[Habilitation|habilitierte]] er sich 1924 für [[Dogmatik]] bei [[Martin Grabmann]] in München mit einer Arbeit über die Trinitätslehre des Dominikaners [[Ulrich von Straßburg]]. Im Jahr 1925 erhielt er einen [[Berufung (Amt)|Ruf]] auf eine Professur für [[Geschichte der römisch-katholischen Kirche|Kirchengeschichte]] und [[Homiletik]] am Priesterseminar in Mainz und war dort von 1926 bis 1935 Professor für Dogmatik. Parallel lehrte er von 1925 bis 1932 am Pädagogischen Institut Mainz. Er engagierte sich unter anderem in der [[Görres-Gesellschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1931 bis 1933 war er Abgeordneter der [[Zentrumspartei Hessen|Deutschen Zentrumspartei]] im [[Hessischer Landtag|Hessischen Landtag]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1932 veröffentlichte Stohr im [[Mainzer Journal]] einen Artikel unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Warum wir Hitler nicht wollen&amp;#039;&amp;#039; über die Weltanschauung der [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] und den „neuen Blutmythus“ des NS-Ideologen [[Alfred Rosenberg]] und kam zu dem Schluss, dass [[Römisch-Katholische Kirche|Katholiken]] und überzeugte [[Protestantismus|Protestanten]] Hitler nicht wählen dürften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Amtszeit als Bischof in der Zeit des Nationalsozialismus ===&lt;br /&gt;
Nach dem Tode seines Vorgängers [[Ludwig Maria Hugo]] wurde er am 10. Juni 1935 vom Mainzer [[Domkapitel]] zum Bischof gewählt und am 17. Juli 1935 von [[Pius XI.]] als Bischof des [[Bistum Mainz|Bistums Mainz]] bestätigt. Mit 44 Jahren war er jüngster Bischof Deutschlands. Die [[Weihesakrament#Episkopat|Bischofsweihe]] spendete ihm am 24. August 1935 der Freiburger Erzbischof [[Conrad Gröber]]; Mitkonsekratoren waren [[Ludwig Sebastian]], Bischof von [[Bistum Speyer|Speyer]], und [[Joannes Baptista Sproll]], Bischof von [[Diözese Rottenburg-Stuttgart|Rottenburg]]. Als bischöfliches Leitwort wählte Albert Stohr: &amp;#039;&amp;#039;Dominus fortitudo&amp;#039;&amp;#039; – &amp;#039;&amp;#039;Der Herr ist (meine) Stärke&amp;#039;&amp;#039;. Der nationalsozialistische [[Reichsstatthalter]] [[Jakob Sprenger (Politiker)|Jakob Sprenger]] verzögerte die Ableistung des Eides auf die Verfassung durch Stohr, sodass dieser erst am 21. September 1935 die Verwaltung des Bistums übernehmen konnte. Die ersten zehn Jahre von Stohrs Amtszeit waren durch die Auseinandersetzung mit dem nationalsozialistischen Regime geprägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stohr selbst verlas 1937 die päpstliche [[Enzyklika]] &amp;#039;&amp;#039;[[Mit brennender Sorge]]&amp;#039;&amp;#039; gegen den Nationalsozialismus und seine Folgen und übernahm die Verantwortung für deren Vervielfältigung, die im Bistum Mainz von eigenen Kräften, ohne Beauftragung professioneller Druckereien, geleistet worden war. Im gleichen Jahr wurde Stohr von der [[Fuldaer Bischofskonferenz]] zum Referenten für die kirchliche Jugendarbeit ernannt. Dies war besonders heikel, da Jugendarbeit außerhalb der Kirchenmauern im gleichgeschalteten System des Nationalsozialismus verboten war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Wappen Bischof Albert Stohr.jpg|mini|hochkant|Hauszeichen an der Villa Rosengarten 2; ehemalige Residenz der Mainzer Bischöfe Albert Stohr und [[Hermann Kardinal Volk]]; Wappen des Bischofs Albert Stohr]]&lt;br /&gt;
Stohr wurde mehrmals Ziel von nationalsozialistischen Hetzkampagnen; Wallfahrten wurden verboten, weil Stohr dabei die Nationalsozialisten kritisierte. Da kirchliches Wirken nach außen zunehmend unmöglich wurde, berief er über Pfingsten 1937 eine [[Diözesansynode]] ein, um zumindest die bestehenden Strukturen und Dienste gegen noch schlimmere Angriffe zu schützen und die Widerstandskraft im Bistum zu erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem im Juli 1938 die Wohnung des Rottenburger Bischofs [[Joannes Baptista Sproll]] von Nationalsozialisten gestürmt und dieser im August gewaltsam von der Gestapo aus seiner Bischofsstadt verschleppt worden war, protestierte Stohr in einem Rundschreiben an die Bischöfe gegen die Hinnahme der Tätlichkeiten gegen Sproll. Zugleich wandte sich Stohr gegen die Kirchenpolitik Kardinal [[Theodor Innitzer|Innitzers]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1940 wurde Stohr von der Bischofskonferenz neben dem Jugendreferat auch die Leitung der ständigen „Liturgischen Kommission“ übertragen, in der er für die deutschsprachigen Bistümer wichtige Vorstufen zum [[Zweites Vatikanisches Konzil|Zweiten Vatikanischen Konzil]] erarbeitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl es zu Stohrs Zeiten geradezu „ein Stilelement des katholischen Episkopates [war], dass man sich eher grundsätzlich äußert und zu aktuellen politischen Aussagen weniger Stellung nimmt“,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lehmann2008&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Karl Kardinal Lehmann |Hrsg=Franz J. Felten |Titel=Dominus fortitudo – Der Herr ist meine Stärke. |TitelErg=Bischof Dr. Albert Stohr (1890–1961) – Hirte in schwieriger Zeit |Sammelwerk=Mainzer (Erz-)Bischöfe in ihrer Zeit |Reihe=Mainzer Vorträge |Band=12 |Datum=2008 |Seiten=143–165 |Online=[http://www.regionalgeschichte.net/bibliothek/texte/aufsaetze/lehmann-dominus.html online] |Abruf=2011-11-19 }} {{Webarchiv |url=http://www.regionalgeschichte.net/bibliothek/texte/aufsaetze/lehmann-dominus.html |wayback=20131005204742 |text=online}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und trotz der Schikanen durch die Nationalsozialisten wandte sich Stohr in seinen Predigten sehr deutlich gegen die Unmenschlichkeit der Nationalsozialisten. 1937 setzte er sich in einem Hirtenbrief kritisch mit „Volk und Rasse“ auseinander, in seiner Christkönigspredigt 1941 geißelte er die [[Nationalsozialistische Rassenhygiene#Rassenhygiene durch Vernichtung|Vernichtung sogenannten „lebensunwerten Lebens“]] und forderte die Einhaltung der Menschenrechte. Stohr äußerte sich öffentlich gegen den NS-Spielfilm &amp;#039;&amp;#039;[[Ich klage an (1941)]]&amp;#039;&amp;#039;, der [[Krankenmorde in der Zeit des Nationalsozialismus]] breit propagierte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lernen-aus-der-geschichte.de/Lernen-und-Lehren/content/10357 Katholischer Protest gegen „Euthanasie“ und Kinopropaganda für die Mordaktionen,] von [[Christian Kuchler]]. Falschschreibung des Vornamens.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im August 1943 plante er eine briefliche Intervention beim Reichsminister des Innern [[Wilhelm Frick]] zugunsten der verfolgten Juden, die er aber nicht ausgeführt hat.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lehmann2012&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Michael Kißener |Hrsg=[[Karl Lehmann|Karl Kardinal Lehmann]] in Zusammenarbeit mit Peter Reifenberg und [[Barbara Nichtweiß]] |Titel=Dominus Fortitudo. Bischof Albert Stohr (1890–1961) |Ort=Mainz / Würzburg |Datum=2012}} S. 148–150&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] herrschenden Not verschaffte er mehreren Menschen Unterkunft, obwohl das Bischofspalais in Mainz bereits während der [[Luftangriffe auf Mainz|Bombardements von 1942]] stark beschädigt worden war. Da 1945 die Gefahr bestand, von den Nationalsozialisten verschleppt zu werden, musste Stohr im evangelisch geprägten [[Engelstadt]] untertauchen und sich bis zum Vorrücken der amerikanischen Armee verstecken. Drei Tage nach der Einnahme der Stadt Mainz durch die Amerikaner kehrte Stohr am 24. März 1945 in seine Bischofsstadt zurück und begann den Wiederaufbau der Kirche und des Landes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tätigkeit in der Nachkriegszeit ===&lt;br /&gt;
Noch im März 1945 verkündete er als Ziele des Neuaufbaus die Wiederherstellung und die Vertiefung des religiösen Lebens und forderte ein klares Bekenntnis zu einem sozialen und christlich orientierten Rechtsstaat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Krieg setzte sich Stohr gegen eine kollektive Schuldzuweisung an alle Deutschen ein und warnte auch davor, dass zu weit gehende Entnazifizierungsmaßnahmen gegen Geringbelastete und Mitläufer den Wiederaufbau bremsen könnten. Er befürchtete, dass so die Deutschen von der extremen Rechten zur extremen Linken gedrängt würden. Außerdem setzte sich Stohr bei den Besatzungsmächten für eine schnelle Freilassung der Kriegsgefangenen und für eine verbesserte Versorgung derselben ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls engagierte er sich für die Integration der zahlreichen Heimatvertriebenen, allein im Bistum Mainz wuchs die Zahl der Katholiken von rund 439.000 am Anfang seines Episkopats 1935 auf 741.000 zu seinem Ende 1961. Er weihte während seiner Amtszeit über 100 neue Kirchengebäude ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stohr organisierte auch den ersten deutschen [[Katholikentag]] nach dem Krieg, 1948 fand dieser mit ca. 180.000 Besuchern in Mainz statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung wurde erstmals seit dem Untergang des alten Erzbistums Mainz dem Mainzer Bischof 1954 mit [[Josef Maria Reuß]] ein Weihbischof zur Seite gestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1955 wurden die Kriegsschäden am Mainzer Dom beseitigt; 1960 konnte Stohr den neuen Hochaltar zur Feier seines 25-jährigen Bischofsjubiläums weihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1959 wurde Stohr in die Theologische Kommission zur Vorbereitung des [[Zweites Vatikanisches Konzil|Zweiten Vatikanischen Konzils]] berufen, verstarb aber vor dessen Beginn auf einer Firmreise am 3. Juni 1961 im Alter von 70 Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Würdigung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Mainzer Dom Westkrypta Rückwand 2016-02-22-16-27-53.jpg|mini|Rückwand der Westkrypta des Mainzer Doms, mit Grabplatte von Bischof Albert Stohr]]&lt;br /&gt;
In seine Amtszeit fielen der [[Nationalsozialismus]], dessen entschiedener Gegner er war, der [[Zweiter Weltkrieg|Zweite Weltkrieg]] und der sich daran anschließende Wiederaufbau des [[Mainzer Dom|Domes]], der ebenso wie die Stadt im Zweiten Weltkrieg große Zerstörungen davontrug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeinsam mit [[Romano Guardini]] war er maßgeblich an der Vorbereitung der [[Liturgiereform]] des [[Zweites Vatikanisches Konzil|Zweiten Vatikanischen Konzils]] beteiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Pflege der regionalen Kirchengeschichte setzte er sich gemeinsam mit weiteren Bistümern am Rhein für die Gründung der [[Gesellschaft für mittelrheinische Kirchengeschichte]] ein. Er förderte die Wiedererrichtung der [[Johannes Gutenberg-Universität Mainz|Mainzer Universität]] und der [[Bistum Mainz#Katholische Privatschulen|Bildungseinrichtungen in katholischer Trägerschaft]] in seinem Bistum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stohr engagierte sich für zahlreiche Sozialprojekte im [[Heiliges Land|Heiligen Land]]. Er war [[Großoffizier (Ordenskunde)|Großoffizier]] des [[Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Studierenden war er besonders verbunden; er war Mitglied der katholischen Studentenverbindungen KDStV Hohenstaufen Freiburg im Breisgau, [[VKDSt Hasso-Rhenania Mainz]] und [[VKDSt Saxonia Münster]] im [[Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen|CV]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuletzt trat Stohr für die Rehabilitierung von Romano Guardini ein, dessen „progressistische“ Haltung in Rom Gegenstand von Lehrbeanstandungen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umgang mit sexuellem Missbrauch ==&lt;br /&gt;
Die am 3. März 2023 vorgestellte Missbrauchsstudie für das Bistum Mainz mit dem Titel „Erfahren – Verstehen – Vorsorgen“ ermittelte für den Untersuchungszeitraum von 1945 bis 2022 657 durch sexuelle Übergriffe Betroffene im Bistum Mainz, 59 % von ihnen waren männlich; von den 392 Beschuldigten waren 96 Prozent männlich, 65 Prozent waren [[Kleriker]]. Wie seinen beiden Nachfolgern, den Kardinälen [[Hermann Volk]] und [[Karl Lehmann]], war, so die Ermittler, auch Bischof Albert Stohr durchweg der Schutz der Institution Kirche wichtiger als ein angemessener Umgang mit Betroffenen sexuellen Missbrauchs. Es habe ein System eines institutionellen Selbstschutzes bestanden, das von Empathie für Täter, Gleichgültigkeit für Opfer und dem Abstreiten von Verantwortung geprägt gewesen sei. Stohrs Vorgehen lasse sich mit den Schlagworten „Ermahnen und Versetzen“ charakterisieren; oberste Prämisse für sein Handeln sei das Vermeiden von Skandalen gewesen. Betroffene spielten in seiner Amtszeit keine Rolle, stattdessen setzte er sich beim Vatikan für die Rehabilitierung der ohnehin in der Regel nur mild kirchenrechtlich bestraften Täter ein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |titel=Mainzer Missbrauchsstudie nennt deutliches Fehlverhalten unter Lehmann |url=https://www.katholisch.de/artikel/43888-mainzer-missbrauchsstudie-nennt-deutliches-fehlverhalten-unter-lehmann |werk=katholisch.de |datum=2023-03-03 |abruf=2023-03-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hermann-Josef Braun: &amp;#039;&amp;#039;„Solange wir noch Truppen hinter uns haben, müssen wir zum Kampfe antreten“. Albert Stohr 1890–1961 – Bischof von Mainz 1935–1961&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Maria Anna Zumholz]] und [[Michael Hirschfeld]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zwischen Seelsorge und Politik. Katholische Bischöfe in der NS-Zeit&amp;#039;&amp;#039;. Zweite Auflage, Aschendorff, Münster 2022 (Schriften des Instituts für Regionalgeschichte und Katholizismusforschung; 2), ISBN 978-3-402-24882-9, S. 437–460.&lt;br /&gt;
* {{BBKL|archiveurl=https://web.archive.org/web/20070629125705/http://www.bautz.de/bbkl/s/s4/stohr_a.shtml |band=10|autor=[[Sigrid Duchhardt-Bösken]]|spalten=1523-1526}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Ludwig Falck]]&lt;br /&gt;
   |Hrsg=[[Wilhelm Jung (Kunsthistoriker)|Wilhelm Jung]] im Auftrag des Diözesanbischofs und des Domkapitels&lt;br /&gt;
   |Titel=Die Nachfolger des Willigis auf dem Mainzer Stuhl&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=1000 Jahre Mainzer Dom: (975–1975)&lt;br /&gt;
   |WerkErg=Werden u. Wandel; Ausstellungskatalog u. Handbuch; Ausstellung d. Bischöfl. Dom- u. Diözesanmuseums vom 31. Mai–31. August 1975 Verlag=Bischöfl. Dom- u. Diözesanmuseum&lt;br /&gt;
   |Ort=Mainz&lt;br /&gt;
   |Datum=1975&lt;br /&gt;
   |Kapitel=Albert Stohr&lt;br /&gt;
   |Seiten=111f&lt;br /&gt;
   |DNB=760445761}}&lt;br /&gt;
* {{NDB|25|402|403|Stohr, Albert|Friedhelm Jürgensmeier|11875551X}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Karl Kardinal Lehmann]]&lt;br /&gt;
   |Hrsg=[[Franz J. Felten]]&lt;br /&gt;
   |Titel=„Dominus fortitudo – Der Herr ist meine Stärke.“&lt;br /&gt;
   |TitelErg=Bischof Dr. Albert Stohr (1890–1961) – Hirte in schwieriger Zeit&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Mainzer (Erz-)Bischöfe in ihrer Zeit&lt;br /&gt;
   |Reihe=Mainzer Vorträge&lt;br /&gt;
   |Band=12&lt;br /&gt;
   |Datum=2008&lt;br /&gt;
   |Seiten=143–165&lt;br /&gt;
   |Online=[http://www.regionalgeschichte.net/bibliothek/texte/aufsaetze/lehmann-dominus.html online]&lt;br /&gt;
   |Abruf=2011-11-19}}&lt;br /&gt;
* Karl Kardinal Lehmann: [https://web.archive.org/web/20071128200552/http://www.bistummainz.de/bm/dcms/sites/bistum/bistum/ordinariat/dezernate/dezernat_Z/pressestelle/mbn/mbn_2006/mbn_060208.html Vortrag über Albert Stohr.] In: &amp;#039;&amp;#039;Mainzer Bistumsnachrichten&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 5, 8. Februar 2006&lt;br /&gt;
* [[Jochen Lengemann]]: &amp;#039;&amp;#039;MdL Hessen. 1808–1996. Biographischer Index&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 14 = &amp;#039;&amp;#039;Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 48, 7). Elwert, Marburg 1996, ISBN 3-7708-1071-6, S. 372.&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Lenhart]]: &amp;#039;&amp;#039;Bischof Dr. theol. Dr. iur. h.c. Albert Stohr von Mainz (gest.)&amp;#039;&amp;#039; [Nachruf]. In: &amp;#039;&amp;#039;[[AmrhKG]]&amp;#039;&amp;#039; 13 (1961), S. 477.&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Werner Marzi&lt;br /&gt;
   |Hrsg=Institut für Geschichtliche Landeskunde, Elmar Rettinger, Peter Eulberg&lt;br /&gt;
   |Titel=Albert Stohr, Diözesanbischof 1935–1961&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=2000 Jahre Mainz. Geschichte der Stadt&lt;br /&gt;
   |WerkErg=digital. CD-ROM.&lt;br /&gt;
   |Datum=2009&lt;br /&gt;
   |Online=[https://www.regionalgeschichte.net/index.php?id=7971#c35330 regionalgeschichte.net]&lt;br /&gt;
   |Abruf=2011-11-19}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Hrsg=[[Karl Lehmann|Karl Kardinal Lehmann]] in Zusammenarbeit mit Peter Reifenberg und [[Barbara Nichtweiß]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Dominus Fortitudo. Bischof Albert Stohr (1890–1961)&lt;br /&gt;
   |TitelErg=Mit Beiträgen von [[Jürgen Bärsch]], Hermann-Josef Braun, [[Leonhard Hell]], [[Michael Kißener]], [[Karl Lehmann]], [[Barbara Nichtweiß]], Eva Rödel, Leo Veith, [[Peter Walter (Theologe)|Peter Walter]] u.&amp;amp;nbsp;a. sowie einer Auswahl von Schriften und Predigten Albert Stohrs 1928–1945&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Neues Jahrbuch für das Bistum Mainz 2011&lt;br /&gt;
   |Ort=Mainz / Würzburg&lt;br /&gt;
   |Datum=2012&lt;br /&gt;
   |Seiten=472 Seiten&lt;br /&gt;
   |Kommentar=ISBN 978-3-429-03555-6 (Echter); ISBN 978-3-934450-55-4 (Bistum Mainz); auch als E-Book}}&lt;br /&gt;
* Klaus-Dieter Rack, Bernd Vielsmeier: &amp;#039;&amp;#039;Hessische Abgeordnete 1820–1933. Biografische Nachweise für die Erste und Zweite Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen 1820–1918 und den Landtag des Volksstaats Hessen 1919–1933&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 19 = &amp;#039;&amp;#039;Arbeiten der Hessischen Historischen Kommission.&amp;#039;&amp;#039; NF Bd. 29). Hessische Historische Kommission, Darmstadt 2008, ISBN 978-3-88443-052-1, Nr. 874.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|11875551X}}&lt;br /&gt;
* {{Catholic-hierarchy|Bischof|bstohr|Albert Stohr}}&lt;br /&gt;
* {{LAGIS|ref=nein|DB=HBN|ID=11875551X|titel=Stohr, Albert|datum=2019-10-13}}&lt;br /&gt;
* {{RPPD Vw|nr=-pma0533}}&lt;br /&gt;
* {{Parlamente in Hessen|Thema=Abgeordnete|Ident=11875551X|Titel=Prof. Dr. theol.; Dr. jur. h.c. Albert Stohr|Datum=2023-01-13|Abruf=2023-06-12}}&lt;br /&gt;
* [https://www.ardmediathek.de/video/swr-retro-abendschau/bischofsjubilaeum-mainz/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzExOTc1MTk Film der SWF-Abendschau vom 19. Juli 1960: Silbernes Bischofsjubiläum von Dr. Albert Stohr in Mainz - Prozession zum Pontifikalamt im Dom]&lt;br /&gt;
* [https://www.ardmediathek.de/video/swr-retro-abendschau/beisetzung-mainzer-bischof/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzExOTQ0NTg Film der SWF-Abendschau vom 9. Juni 1961: Beisetzung des Mainzer Bischofs Albert Stohr († 4. Juni 1961)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personenleiste|VORGÄNGER=[[Ludwig Maria Hugo]]|NACHFOLGER=[[Hermann Volk|Hermann Kardinal Volk]]|AMT=[[Liste der Bischöfe von Mainz|Bischof von Mainz]]|ZEIT=1935–1961}}&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste der Erzbischöfe und Bischöfe von Mainz (seit 1647)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=11875551X|LCCN=no/2013/082315|VIAF=25398019}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Stohr, Albert}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bischof von Mainz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landtagsabgeordneter (Volksstaat Hessen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römisch-katholischer Theologe (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römisch-katholischer Bischof (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jugendbischof]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Priesterseminar Mainz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Korporierter im CV]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrensenator der Johannes Gutenberg-Universität Mainz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrendoktor der Johannes Gutenberg-Universität Mainz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern und Schulterband]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Komtur mit Stern (Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (sexueller Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche in Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1890]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1961]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Absolvent der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Stohr, Albert&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Geistlicher, Bischof von Mainz&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=13. November 1890&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Friedberg (Hessen)|Friedberg]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=3. Juni 1961&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Seligenstadt]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
	</entry>
</feed>