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	<title>Badorf - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Badorf&amp;diff=585486&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Fan-vom-Wiki: /* Einzelnachweise */ Tippfehler (Leerzeichen)</title>
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		<updated>2026-01-12T13:20:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Einzelnachweise: &lt;/span&gt; Tippfehler (Leerzeichen)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland&lt;br /&gt;
| Ortsteil               = Badorf&lt;br /&gt;
| Alternativname         = &lt;br /&gt;
| Gemeindeart            = Stadt&lt;br /&gt;
| Gemeindename           = [[Brühl (Rheinland)|Brühl]]&lt;br /&gt;
| Alternativanzeige-Gemeindename = &lt;br /&gt;
| Ortswappen             = &lt;br /&gt;
| Ortswappen-Beschreibung= &lt;br /&gt;
| Breitengrad            = 50.806944&lt;br /&gt;
| Längengrad             = 6.891111&lt;br /&gt;
| Nebenbox               = &lt;br /&gt;
| Bundesland             = DE-NW&lt;br /&gt;
| Höhe-Präfix            = &lt;br /&gt;
| Höhe                   = 126&lt;br /&gt;
| Höhe-von               = &lt;br /&gt;
| Höhe-bis               = &lt;br /&gt;
| Höhe-Bezug             = DE-NHN&lt;br /&gt;
| Fläche                 = &lt;br /&gt;
| Fläche-Quelle          = &lt;br /&gt;
| Einwohner              = 6169&lt;br /&gt;
| Einwohner-Stand-Datum  = 2017-12-31&lt;br /&gt;
| Einwohner-Quelle       = &amp;lt;ref&amp;gt;http://offenedaten.kdvz-frechen.de/dataset/6af925ab-855f-457d-b3b8-7904f9faad3a/resource/6af925ab-855f-457d-b3b8-7904f9faad3a&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Eingemeindungsdatum    = 1932&lt;br /&gt;
| Eingemeindet-nach      = &lt;br /&gt;
| Postleitzahl1          = 50321&lt;br /&gt;
| Postleitzahl2          = &lt;br /&gt;
| Vorwahl1               = 02232&lt;br /&gt;
| Vorwahl2               = &lt;br /&gt;
| Lagekarte              = &lt;br /&gt;
| Lagekarte-Beschreibung = &lt;br /&gt;
| Poskarte               = &lt;br /&gt;
| Bild                   = &lt;br /&gt;
| Bild-Beschreibung      = &lt;br /&gt;
| Bilderwunsch           = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Badorf&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist mit den kleineren Ortsteilen Eckdorf und Geildorf der südlichste Stadtteil der Stadt [[Brühl (Rheinland)|Brühl]] im [[Rhein-Erft-Kreis]] in [[Nordrhein-Westfalen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Geografie ==&lt;br /&gt;
Badorf liegt am unteren Rand eines [[Riedel]]s des [[Ville (Rheinland)|Ville]]-Hangs, der von zwei kleinen Bächen, dem Pingsdorfer Bach und dem Eckdorfer oder [[Lenterbach]], gebildet wird. Dieser Hang, das [[Vorgebirge (Rheinland)|Vorgebirge]], ist im Gegensatz zur ehemals sumpfigen [[Rhein|rheinnahen]] Niederung (Brühl) der [[Kölner Bucht]] trocken und durch eine dicke [[Löss]]auflage, die die vorherrschenden Westwinde im [[Luv und Lee|Lee]] des Höhenzugs ablagerten, besonders fruchtbar, also bestens für eine Siedlung geeignet. Die Ortslage Badorfs geht nahtlos in die des nördlich anschließenden [[Pingsdorf]]s über, der ostwärts gelegene Nachbarort, der Brühler Stadtteil [[Schwadorf (Brühl)|Schwadorf]], gegenüber von Geildorf, wird durch die [[Bundesautobahn 553]] und die Strecke der [[Vorgebirgsbahn]] zwischen [[Köln]] und [[Bonn]] getrennt. Südöstlich schließt mit dem ehemaligen [[Dominikanerkloster St. Albert (Walberberg)|Dominikanerkloster St. Albert]] der [[Bornheim (Rheinland)|Bornheimer]] Stadtteil [[Walberberg]] an. Die Landschaft ist geprägt durch intensiven Gemüseanbau und durch den ehemaligen [[Braunkohle]]-Abbau in der Ville, im Südteil des [[Rheinisches Braunkohlerevier|Rheinischen Braunkohlereviers]]. Das [[Rekultivierung|rekultivierte]] Gebiet mit seinen Seen ist wieder wie früher mit Wald bedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Römerzeit ===&lt;br /&gt;
An dem ehemaligen nach Badorf führenden „Steinweg“, der späteren Köln-Bonner Straße, wurden neben [[Römisches Reich|römischen]] Mauerresten gut erhaltene Teile der [[Eifelwasserleitung]] aufgedeckt. Südlich des Ortes fand sich eine beträchtliche Anzahl römischer [[Backstein|Ziegel]], die jedoch oberhalb der Ortschaft in ihrer Menge noch übertroffen wurden. Das unter Kies und Haustein gefundene Ziegelmaterial war vermutlich die Hinterlassenschaft einer dortigen [[Ziegelei]] der Römerzeit. Ein nahe gelegener Hügel führte den Namen „Kamp“ und diente möglicherweise als [[Wachturm|Specula]], wie sie entlang des [[Limes (Grenzwall)|Limes]] häufig errichtet worden waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Paul Clemen&amp;quot;&amp;gt;Paul Clemen: &amp;#039;&amp;#039;Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, der Landkreis Köln&amp;#039;&amp;#039;, S. 13f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Rathausturm Köln - Sigibert von Ripuarien (5907-09).jpg|mini|hochkant|Statue des [[Sigibert von Köln|Sigibert von Ripuarien]] am [[Kölner Rathaus]]turm]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frühmittelalter ===&lt;br /&gt;
==== Fränkische Zeit ====&lt;br /&gt;
Neuere Erkenntnisse lassen davon ausgehen, dass den abgezogenen römischen Ansiedlern erst relativ spät eine [[Franken (Volk)|fränkische]] Besiedlung des Badorfer Raumes folgte. Dies folgert man daraus, dass nicht nur alle festen Bauwerke dieser Zeit zerstört worden waren, sondern auch aus dem völligen Fehlen vorfränkischer [[Flurname|Flurbezeichnungen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die Römerherrschaft zusammenbrach, soll der Hang des [[Vorgebirge (Rheinland)|Vorgebirges]] nahezu menschenleer gewesen sein. In diesem Gelände, das nach Beuterecht Königsland geworden war, setzten die in Köln residierenden [[Rheinfranken|Ripuarierkönige]] „Rodetrupps“ ein, um die in ihrem Sinne brachliegenden Herrschaftsbereiche nutzbar zu machen. Dabei ging man dazu über, die jeweiligen Einsatzgebiete nach den Anführern dieser Mannschaften zu benennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele der mit dem Grundwort –dorf gebildeten Ortsnamen im Köln-Bonner Raum finden so eine plausible Erklärung. Die ältesten überlieferten Schreibweisen der Badorfer Nachbarorte waren im Fall Schwadorf „Suaventhorp“, es war der Einsatzort eines Suabo, Pingsdorf entstand aus „Pinnesthorp“ nach Pinno, der Kurzform von Pippin.&lt;br /&gt;
Die älteste bisher bekannte Schreibweise für Badorf war „Baventhorp“ und später „Badua“. Der hier eingesetzte Rodeführer hieß also Bavo, ein bei den Franken beliebter Name. ([[Bavo|St. Baaf]] ist noch heute der Patron der [[St.-Bavo-Kathedrale (Gent)|Kathedrale]] in [[Gent]]).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fritz Wuendisch&amp;quot;&amp;gt;Fritz Wündisch: &amp;#039;&amp;#039;Badorf ist über 1000 Jahre alt &amp;#039;&amp;#039; in: &amp;#039;&amp;#039;Brühl Mosaiksteine zur Geschichte einer kurkölnischen Stadt&amp;#039;&amp;#039;, Seite 27–31&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Badorfer Keramik ====&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Badorfer Keramik}}&lt;br /&gt;
Schon für das 7. und 8. Jahrhundert ist die [[Keramik]]herstellung an diesem Ort und in der unmittelbaren Nachbarschaft (Pingsdorf) nachweisbar. Die mittelalterliche Produktion war von überregionaler Bedeutung. Badorfer Ware findet sich weit verbreitet im [[Rheinland]], in [[Westfalen]] und [[Niederlande|niederländischen]] Gebieten, aber auch bis hin nach [[England]], im [[Donau]]- und [[Alpen]]raum und in [[Skandinavien]]. Charakteristisch sind Töpfe, Schüsseln und [[Amphore|Reliefbandamphoren]], große Vorratsgefäße mit aufgelegten Tonstreifen. Badorfer Produkte weisen häufig ein Rollstempeldekor auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hochmittelalter ===&lt;br /&gt;
==== Grundherrschaft der Abtei St. Pantaleon zu Köln ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Sankt Pantaleon Brühl-Badorf.JPG|mini|Sankt Pantaleon]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach alter [[Kloster]]tradition hat die [[Köln]]er Abtei die [[Grundherrschaft]] Badorf von ihrem Stifter Erzbischof [[Brun (Köln)|Brun]] (Bruno) von Köln erhalten. Der Benediktiner Heinrich Spichernagel († 1641), [[Abt]] und [[Chronik|Chronist]] von [[St. Pantaleon (Köln)|St. Pantaleon]] schrieb, Badorf sei der Abtei schon bei ihrer Gründung geschenkt worden. Dies ist der Urkunde, in der Brun 964 seine [[Stiftung]] mit Gütern ausstattete, jedoch nicht zu entnehmen, da in ihr Badorf nicht genannt worden sein soll. Erst das ein Jahr später, 965, verfasste [[Testament]] Bruns, in dem der Erzbischof St. Pantaleon mehrere Güter schenkte, führte auch den Besitz Badorf an. Das Original des Dokumentes ist verschollen, doch wurden drei Abschriften gefertigt, von denen die „Wolffenbütteler Handschrift“, die durch den Historiker [[Georg Heinrich Pertz]] in Druck gegeben wurde, entsprechende Hinweise enthielt. In dieser Handschrift erkannte Pertz die Bezeichnung „hauingan“, vermerkte dazu in der [[Fußnote]] jedoch, dass in den [[Brüssel]]er Handschriften „bauingan“ als Namensbezeichnung Badorfs stünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Bruns Testamentsabschriften vermachte der Erzbischof der Abtei St. Pantaleon Herrenhöfe, die er erworben hatte, darunter den Hof Bavingan („villam Bauingan“). Für Bauingan/Badorf spricht, dass Badorf zu den Tafelgütern von St. Pantaleon gehörte, also zur Erstausstattung des Klosters gehört haben muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Etymologie|Etymologisch]] sind die Wörter Bauingan/Bavingan und Baventhorp gleichwertig. Baventhorp ist die von Bavo gegründete Siedlung, Bavingan die Siedlung, in der dessen Sippe, die „Bavinge“, wohnten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fritz Wuendisch&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1124 wurde das Dorf als &amp;#039;&amp;#039;Bavendorph&amp;#039;&amp;#039; erstmals in einer Urkunde des [[Liste der Erzbischöfe und Bischöfe von Köln|Kölner Erzbischofs]] [[Friedrich I. von Schwarzenburg]] über einen Wald des [[Köln]]er Stiftes St. Pantaleon zusammen mit [[Pingsdorf]] erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zusammenhang mit den Ereignissen des Jahres 1242 soll bei „Badua“ (Badorf) ein Kampf stattgefunden haben, in dem Erzbischof [[Konrad von Hochstaden|Konrad von Köln]] durch den Grafen [[Wilhelm IV. (Jülich)|Wilhelm von Jülich]] gefangen genommen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Clemen, in: &amp;#039;&amp;#039;Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, der Landkreis Köln&amp;#039;&amp;#039;, S. 13f, unter Verweis auf: Pertz, Bonner Jahrbücher, XXIII, S. 184&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuzeit ===&lt;br /&gt;
Um die Mitte des 15. Jahrhunderts errichtete die Abtei St. Pantaleon neben ihrem Badorfer Hof, dem [[Kammergut|Tafelgut]] der Abtei, eine der „s. t. b. Mariae Virginis“ geweihte Kapelle, die sie im Jahr 1614 völlig erneuern ließ. Dieser zweite Bau wurde jedoch schon 1633 durch einen Brand zerstört. Ebenfalls im Auftrag der Abtei erfolgte um 1725, nun an anderer Stelle, ein neuer Kapellenbau, der wie folgt beschrieben wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Kapelle&lt;br /&gt;
Die Kapelle war ein schmuckloser, von einem geschieferten [[Mansarde]]ndach überdeckter Backsteinbau. Seine Maße wurden mit einer Länge von 13,15 m und einer Breite von 6,30 m angegeben. Zum Westgiebel hin erhob sich über dem [[Dach]] ein kleiner [[Glockenturm]], den eine [[Barock|barocke]] [[Haube (Architektur)|Haube]] zierte. Die Kapelle hatte [[Bogen (Architektur)|rundbogige]] Fenster erhalten und die rechteckige Tür war durch Stein eingefasst worden. Das Innere der Kapelle stellte einen flach gedeckten [[Saalkirche|Saal]] dar, der mit einem achteckigen [[Chor (Architektur)|Chor]] abschloss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Ausstattung&lt;br /&gt;
Der Chor der Kapelle war mit einem [[Hochaltar]] ausgestattet, den eine aus Holz gearbeitete Gruppe der heiligen [[Anna selbdritt]] des 17. Jahrhunderts schmückte. Weiter enthielt die Kapelle ein aus Holz gefertigtes [[Triptychon]] von 0,85 m Höhe und 1,25 m Breite. Es hatte als Motiv im Mittelbild die [[Anbetung der Könige|Anbetung der heiligen drei Könige]]. Es soll sich nach „Clemen“ um die mittelmäßige Arbeit eines italisierenden Niederländers aus der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts gehandelt haben, die zudem starke Beschädigungen aufwies.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Paul Clemen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Eigenständigkeit&lt;br /&gt;
Die Bauart und die verfügbaren Maßangaben der Kapelle, ihre Ausstattung mit einem Hochaltar und nicht zuletzt die ihr zugestandenen kirchlichen Rechte lassen den Schluss zu, dass trotz einer wahrscheinlich geringen Einwohnerzahl Badorfs, in diesem kleinen Gotteshaus alle [[Sakrament]]sfeiern vor Ort stattfanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Kirchenbücher&lt;br /&gt;
Zentrum der frühen Badorfer Kirchengemeinde war anfänglich die der [[Maria (Mutter Jesu)|Jungfrau Maria]] (beatae mariae Virginis) geweihte Kapelle des Ortes. Sie dürfte in späterer Zeit, möglicherweise aufgrund ihrer Ausstattung (Anna selbdritt) das [[Patrozinium]] der heiligen [[Anna (Heilige)|Anna]] erhalten haben. Die Kapelle besaß nachweislich der erhaltenen [[Kirchenbuch|Kirchenbücher]] im [[Personenstandsarchiv (NRW)|Personenstandsarchiv]] Brühl und im Archiv des [[Erzbistum Köln|Erzbistums Köln]] (HAEK) seit 1625 [[Taufe|Taufrechte]]. Auch Heiraten sind ab 1626 in diesen Büchern verzeichnet, wogegen das Beerdigungsrecht offenbar schon 1611 bestand. Aus diesen frühesten Dokumenten sind jedoch nur wenige Namen überliefert. Die im HAEK aufbewahrten Kirchenbücher sind für die Jahre 1660–1703 lückenhaft und dann fortlaufend (wie im PSA Brühl) ab 1780 vorhanden.&amp;lt;ref&amp;gt;Verzeichnis der Kirchenbücher der ehemaligen Rheinprovinz. Köln 1977 (Hg. Westdeutsche Gesellschaft für Familienkunde)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 19. und 20. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
==== Säkularisation ====&lt;br /&gt;
Mit der Besetzung des [[Rheinland]]es durch die [[Franzosenzeit|Franzosen]] und der 1798 durchgeführten Reform der Verwaltung und der Gerichte endete die Grundherrschaft der Abtei in Badorf. Bei der Einteilung der linksrheinischen Gebiete in Départements und Kantone gehörte Badorf mit Eckdorf mit etwa 700 Einwohnern zum [[Kanton Brühl]]. In Verbindung mit der Aufhebung der Klöster und Stifte im Jahre 1802 erfolgte die [[Säkularisation]] ihres Besitzes, der in den folgenden Jahren versteigert wurde. So wurde auch der „Abtsthof“ von St. Pantaleon in Badorf, der Geildorfer Pantaleonshof und der Geildorfer Severinshof 1807 verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;Fritz Wündisch: &amp;#039;&amp;#039;Brühl, Mosaiksteine zur Geschichte einer kurkölnischen Stadt&amp;#039;&amp;#039;, Seite 317–337.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kirchliche Einrichtungen ===&lt;br /&gt;
==== Pfarrkirche St. Pantaleon ====&lt;br /&gt;
Die [[Römisch-katholische Kirche|katholische]] [[Kirchengebäude|Kirche]] St. Pantaleon wurde 1897 im Stil der [[Neugotik]] vom Kölner Architekten [[Heinrich Krings]] erbaut. Der &amp;#039;&amp;#039;Dom des Vorgebirges&amp;#039;&amp;#039; fällt allein schon durch seine im wahrsten Sinne des Wortes herausragende Lage auf einer [[Kuppe]] des [[Vorgebirge (Rheinland)|Vorgebirges]] auf. Die Kirche weist eine Gesamthöhe von 54,50 Metern auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu ihrem Kirchenschatz gehört eine 1888 von dem Goldschmied [[Franz Wilhelm van den Wyenbergh]] gefertigte [[Monstranz|Turmmonstranz]]. Die Glasfenster mit Szenen aus dem Leben des Kirchenpatrons schuf nach den Zerstörungen des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] der Kölner Professor für Glasmalerei [[Paul Weigmann]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.bruehl.de/leben/politik/st_pantaleon_badorf.php |text=St. Pantaleon auf bruehl.de |wayback=20110309025433}} (Zugriff Nov. 2010)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Turm hängen fünf [[Glocke]]n aus Eisenhartguss, die von der Glockengießerei [[J. F. Weule]] in Bockenem 1923–1925 gegossen wurden. Sie erklingen in den [[Schlagton|Schlagtönen]] dis&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;, fis&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;, a&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;, h&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt; und c&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;. Nach fast 50 Jahren wird in der Pfarrkirche wieder [[Beiern (Brauch)|gebeiert]]. Dies geschieht durch eine halbautomatische Beieranlage, die von Willi Breidenbach und Hubert Willems eingerichtet wurde. Die Planung und Ausführung der Elektrik wurde von Hans Klein und Herbert Moritz durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kirche beinhaltet eine von 1976 bei [[Fischer &amp;amp; Krämer Orgelbau]] gebaute Orgel mit 23 Registern auf 2 Manualen und Pedal. Diese Orgel klingt mit genau 1665 Pfeifen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://organindex.de/index.php?title=Br%C3%BChl_(Rheinland)/Badorf,_St._Pantaleon |titel=Brühl (Rheinland)/Badorf, St. Pantaleon |werk=Organindex |abruf=2023-03-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zum Jubiläum der Kirche 1997 bekam die Orgel einen neuen Spieltisch mit 64-Facher Setzeranlage und wurde von Orgelbauer J.Weimbs generalüberholt. Die Vorgänger Orgel von Seifert Orgelbau, über die wenig bekannt ist stand weiter im Turminneren, wobei der Spieltisch in Richtung Norden (seitlich) ausgerichtet war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Badorfer Pfarrhof wurde 1593 errichtet und in der Barockzeit verändert.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery caption=&amp;quot;Sankt Pantaleon&amp;quot; heights=&amp;quot;160&amp;quot; class=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sankt Pantaleon Brühl-Badorf Kirchenschiff.JPG|Kirchenschiff nach Osten&lt;br /&gt;
Sankt Pantaleon Brühl-Badorf Orgelempore.JPG|Orgelempore&lt;br /&gt;
Sankt Pantaleon Brühl-Badorf Kanzel.JPG|Pfeilerkanzel&lt;br /&gt;
Sankt Pantaleon Brühl-Badorf Pieta.JPG|Pietà der Kapelle&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Birkhof-Kapelle ====&lt;br /&gt;
Der Legende nach fand ein [[Förster]] an einer [[Weißbuche]] ein [[Muttergottesbild]]. Er hob es auf und nahm es mit nach Hause, aber am nächsten Morgen war es verschwunden. An der gleichen Stelle wie tags zuvor fand er es wieder. Nachdem sich dieser Vorgang dreimal wiederholt hatte, bat er den [[Pfarrer]], an dieser Stelle eine [[Kapelle (Kirchenbau)|Kapelle]] zu errichten. Seither trägt das betreffende [[Flurstück]] den Namen &amp;#039;&amp;#039;Am Muttergottes-Bildchen&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammen mit dem Birkhof wurde 1862 die Birkhof-Kapelle errichtet. Das legendäre [[Muttergottesbild]] wurde in die Kapelle verbracht, die seither im Volksmund &amp;#039;&amp;#039;Modderjoddeskapellche&amp;#039;&amp;#039; genannt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1912 musste die alte Kapelle dem [[Tagebau|Braunkohletagebau]] in den Gruben [[Grube Berggeist|Berggeist]] und Lucretia weichen. An ihrer Stelle wurde das heutige Bauwerk errichtet. Das auch in der neuen Kapelle zunächst über dem [[Altar]] und dann über dem [[Portal (Architektur)|Portal]] angebrachte [[Muttergottesbild]] wurde von Unbekannten entwendet und ist nicht wieder aufgefunden worden.&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Gottesmutter vom Birkhof&amp;#039;&amp;#039;, die schmerzhafte Mutter, stammte von dem Bildhauer der [[Wiedenbrücker Schule]] [[Wilhelm Tophinke]] (1892–1961).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vom Braunkohleabbau zum Naturpark Rheinland ===&lt;br /&gt;
Badorf hat Anteil an der [[Villeseen]]platte des [[Naturpark Rheinland]], die durch den Abbau von [[Braunkohle]], der in Eckdorf/Walberberg seine südliche Grenze hatte, entstanden ist. Auch der 1967 eröffnete am westlichen Dorfrand anschließende [[Freizeitpark]] [[Phantasialand]] ist auf [[Rekultivierung|rekultiviertem]] Abbaugelände um einen [[Tagebaurestloch]]see entstanden. Die [[Grube Berggeist]] mit Betriebsgenehmigung von 1858 war die südlichste Braunkohlengrube. Sie hatte zuletzt 1913/14 die Badorfer Braunkohlen-Brikettwerke Lukretia GmbH übernommen, um die Brennstoffversorgung für die Zuckerfabrik Brühl und das Kraftwerk Berggeist, die Wiege des Rheinischen Braunkohlestroms versorgen zu können. Von ihr zeugt noch der [[Berggeistsee]] und die Berggeiststraße, an der der Freizeitpark liegt. Zwischen 1907 und 1964 waren die Gruben durch die [[Köln-Bonner Eisenbahnen#Brühl-Vochem – Pingsdorf – Badorf – Schwadorf (Pingsdorfer Güterbahn)|Pingsdorfer Güterbahn]] ab Eckdorf an die Staatsbahn in Vochem (Übergabebahnhof) angeschlossen. Der Abbau von Hand erfolgte vor der Industrialisierung durch die Kleinbauern auf eigenem Grund oder dem der großen Besitzungen. Er begann an den Talhängen, wo die Braunkohle durch die Bäche angeschnitten war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vielen so entstandenen kleinen Gruben um Badorf und Eckdorf wurden nach 1815 in größeren Konzessionen, im Süden von Badorf zum Beispiel der &amp;#039;&amp;#039;Colonia&amp;#039;&amp;#039;, zusammengefasst.&amp;lt;ref&amp;gt;vergleiche [http://books.google.de/books?id=Cn8-AAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA423#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Beschreibung des Kuhlen- und Tummelbaues in dem Brühler Braunkohlenreviere&amp;#039;&amp;#039;], [[Heinrich von Dechen]], Berlin, 1831, ab S. 413 besonders ab 423 zu Eckdorf, Google Books, Archiv für Mineralogie Bd. 3&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Coloniastraße ist die Fortsetzung der Berggeiststraße. Für 1825 wurden für den Bereich Badorf noch 28 Einzelkonzessionen gezählt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.dg-badorf-eckdorf.de/html/historie.html Seite zu Badorf, Abschnitt Historie 1747]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die im [[Liegendes|Liegenden]] der Braunkohlelager anstehenden Tone waren Grundlage für die Töpferei. Sie traten an den tieferen Talhängen zu Tage und wurden deshalb bereits in früher Zeit genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der heutige Birkhof mit seinem Restaurant und dem Reit- und Fahrverein, der auch therapeutisches Reiten für jedermann anbietet, kann als ein Eingangstor für Touren in den Naturpark angesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heutiges Ortsbild ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Anna Kapelle Brühl-Badorf.JPG|Barocke St.-Anna-Kapelle&lt;br /&gt;
Pantaleonsbrunnen Brühl Badorf.JPG|Pantaleonsbrunnen&lt;br /&gt;
GGS Brühl-Badorf hietorischer Bau.JPG|Integrierter Altbau der Gemeinschaftsschule&lt;br /&gt;
Brühl Badorf altes Fachwerk.JPG|Altes Fachwerkhaus&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Annakapelle ====&lt;br /&gt;
Mit den allgemein ansteigenden Einwohnerzahlen nutzten die Badorfer bis zur Fertigstellung ihrer großen Pfarrkirche (1897 fertiggestellt und 1904 eingeweiht) neben ihrer Kapelle auch die bereits in der Mitte des 18. Jahrhunderts durch den [[Kurköln|kurfürstlichen]] Baumeister Gerhard Cadusch errichtete Kirche St. Pantaleon im Nachbarort [[Pingsdorf]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.bruehl.de/leben/politik/st_pantaleon_pingsdorf.php |text=Homepage Stadt Brühl |wayback=20110309025438}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der aktuelle Bau der heutigen sanierten Anna-Kapelle entstammt dem 18. Jahrhundert. Die Kapelle wurde lange Zeit, wohl unter der Leitung einer Schwester Blanda, als Kindergarten genutzt, danach als Werkstatt des [[Restaurator]]s Gangolf Minn. Danach folgte der langsame Verfall, der aber dank des Engagements eines früheren Ratsmitgliedes der Stadt Brühl (H. Szymanski) gestoppt wurde. Die Kapelle wurde restauriert und ist nun ein [[Schmuck|Kleinod]] der Gemeinde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== St.-Pantaleon-Brunnen ====&lt;br /&gt;
Am Kirmesplatz wurde unter der Leitung des Brühler Restaurators und Kirchenmalers Gangolf Minn ein Dorfbrunnen erstellt. Dieser Brunnen wurde in einer Bauzeit von einem Jahr von den Brunnenbauern Willi Breidenbach, Peter Szarata und Hubert Willems mit dem Abbild des Schutzpatrons der Pfarrgemeinde St. Pantaleon erbaut. Er wurde im Jahr 2001 fertiggestellt, von der katholischen Kirchengemeinde unter Pfarrer Sebastian und Diakon Michael Ries gesegnet und der Dorfgemeinschaft Badorf-Eckdorf übergeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schule ===&lt;br /&gt;
1825 erhielt Badorf seine erste Schule. Sie wurde an der Badorfer Kapelle zweiklassig in den Räumen des Wirtes Peter Sengersdorf eingerichtet. Um den Unterricht für schon bald 300 Kinder gewährleisten zu können, wurde 1832 am heutigen Standort der Schule ein Neubau errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1874 bestand die Schule nach mehreren Erweiterungen aus insgesamt vier Klassen. 1878 entstand ein zweites Schulgebäude. Diese Entwicklung spiegelt auch die durch die beginnende Braunkohlenindustrie beflügelte Einwohnerentwicklung wider.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1968 folgte mit der Auflösung der katholischen [[Volksschule]] Badorf deren Teilung in eine [[Grundschule|Grund-]] sowie eine [[Hauptschule]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Zusammenlegung der [[Grundschule]] Badorf mit der Grundschule [[Schwadorf (Brühl)|Schwadorf]] entstand 1971 die &amp;#039;&amp;#039;Katholische Grundschule Brühl-Badorf&amp;#039;&amp;#039;. 1972 wurde die &amp;#039;&amp;#039;Katholische Grundschule&amp;#039;&amp;#039; in eine [[Gemeinschaftsschule|Gemeinschaftsgrundschule]] umgewandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1995 bekam das alte Schulgebäude eine zusätzliche Etage als Verwaltungstrakt. 2002 wechselte die Verwaltung in das ehemalige Hausmeisterhaus und die Übermittagsbetreuung &amp;#039;&amp;#039;MiKids&amp;#039;&amp;#039; zog in das Dachgeschoss des alten Schulgebäudes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Wolfgang Drösser (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;100 Jahre Pfarrkirche St. Pantaleon in Brühl-Badorf.&amp;#039;&amp;#039; Brühl 1997.&lt;br /&gt;
* Johann Köllen, Hans Kinsky, Robert Steimel: &amp;#039;&amp;#039;Siegel und Wappen, Burgen und Schlösser im Landkreis Köln&amp;#039;&amp;#039;, Köln 1966 S. 57 f.&lt;br /&gt;
* Paul Clemen: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Der Landkreis Köln, Düsseldorf 1897, Nachdruck Düsseldorf 1983, ISBN 3-590-32118-0, S. 13 f.&lt;br /&gt;
* [[Fritz Wündisch]]: &amp;#039;&amp;#039;Brühl, Mosaiksteine zur Geschichte einer alten kurkölnischen Stadt&amp;#039;&amp;#039;. Köln 1987. ISBN 3-7927-0893-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Stadtteile von Brühl (Rheinland)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ortsteil von Brühl (Rheinland)]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Gemeindeauflösung 1932]]&lt;/div&gt;</summary>
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