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	<title>Bingerbrück - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Bungert55: form</title>
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		<updated>2026-03-14T10:17:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;form&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland&lt;br /&gt;
| Ortsteil               = Bingerbrück&lt;br /&gt;
| Gemeindeart            = Stadt&lt;br /&gt;
| Gemeindename           = Bingen am Rhein&lt;br /&gt;
| Ortswappen             = Wappen Bingerbrueck.png&lt;br /&gt;
| Ortswappen-Beschreibung = Ehemaliges Gemeindewappen von Bingerbrück&lt;br /&gt;
| Breitengrad            = 49.965809&lt;br /&gt;
| Längengrad             = 7.884073&lt;br /&gt;
| Bundesland             = DE-RP&lt;br /&gt;
| Höhe                   = &lt;br /&gt;
| Höhe-von               = 80&lt;br /&gt;
| Höhe-bis               = 217&lt;br /&gt;
| Höhe-Bezug             = DE-NHN&lt;br /&gt;
| Fläche                 = 2&lt;br /&gt;
| Einwohner              = 3340&lt;br /&gt;
| Einwohner-Stand-Datum  = 2025-02&lt;br /&gt;
| Einwohner-Quelle       = &amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bingen.de/stadt/stadtverwaltung/aktuelle-einwohnerzahlen |titel=Strukturdaten |sprache=de-DE |abruf=2025-02-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Eingemeindungsdatum    = 1969-06-07&lt;br /&gt;
| Postleitzahl1          = 55411&lt;br /&gt;
| Vorwahl1               = 06721&lt;br /&gt;
| Poskarte               = Deutschland Rheinland-Pfalz&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Bingerbrück&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, im Volksmund auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kaltnaggisch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, ist seit 1969 ein Stadtteil von [[Bingen am Rhein]], der links der [[Nahe (Rhein)|Nahe]] und des [[Rhein]]s gelegen ist. Mit Bingen verbinden den Ort zwei Brücken, darunter die geschichtsträchtige [[Drususbrücke]]. In Bingerbrück beginnt der [[Binger Wald]] (Teil des [[Soonwald]]es), ein ausgedehntes Wandergebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Vorgeschichte ===&lt;br /&gt;
Eine römische Besiedelung kann nicht nachgewiesen werden. Während des Baus der Eisenbahnlinie 1859/60 wurde allerdings ein umfangreiches römisches Gräberfeld ausgegraben, das sich an der Ausfallstraße des römischen [[Bingium]] (Bingen) befand. Die gefundenen Steindenkmäler, vorwiegend Grabsteine von Soldaten der [[Auxiliartruppen]],&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ernst Schmidt (Offizier)|Ernst Gottlob Schmidt]], Johannes Freudenberg: &amp;#039;&amp;#039;Römische Grabdenkmäler vom Ruppertsberg bei Bingen&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande&amp;#039;&amp;#039; Band 28, 1860, S. 79–87 ([https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/bjb/article/view/30447/24110 Digitalisat]); Ernst Gottlob Schmidt: &amp;#039;&amp;#039;Neue römische Inschriften vom Rupertsberge bei Bingen&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande&amp;#039;&amp;#039; Band 29/30, 1860, S. 205–223 ([https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/bjb/article/view/31397/25096 Digitalisat]); {{PECS|bingerbruck|Bingerbrück|H. Bullinger}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;  befinden sich heute in der [[Römerhalle (Bad Kreuznach)|Römerhalle]] in [[Bad Kreuznach]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ruine Kloster Rupertsberg.jpg|mini|links|Ruine Kloster Rupertsberg mit Drususbrücke]]&lt;br /&gt;
[[Hildegard von Bingen]] siedelte 1150 mit 18 oder 20 [[Nonne]]n vom [[Kloster Disibodenberg]] in das von ihr gegründete [[Kloster Rupertsberg]] über. Hier entstand ein geistlicher Mittelpunkt des [[Abendland]]es. Die Abtei wurde [[Dreißigjähriger Krieg#Schwedischer Krieg|1632 durch die Schweden]] in Schutt und Asche gelegt. Der Konvent unter der [[Oberin]] [[Anna Lerch von Dirmstein]] zerstreute sich, einige Nonnen gingen nach [[Kurköln|Köln]], andere nach [[Kurmainz|Mainz]], andere nach [[Herzogtum Luxemburg|Luxemburg]]. Die [[Äbtissin]] kehrte 1636 von [[Köln]] zurück, hielt sich kurze Zeit in [[Bingen am Rhein|Bingen]] auf und begab sich in das [[St. Hildegard (Eibingen)|Kloster Eibingen]]. Es gelang ihr nicht, Rupertsberg wieder aufzubauen. Die späteren Versuche des Wiederaufbaus führten ebenfalls zu keinem Ergebnis. Immer wieder wurden kleinere Bauarbeiten und Reparaturen begonnen, doch im Verlauf des [[Erster Koalitionskrieg|Ersten Koalitionskriegs]] zwischen [[Erste Französische Republik|Frankreich]], [[Königreich Preußen|Preußen]] und [[Kaisertum Österreich|Österreich]] zwischen 1792 und 1797 waren alle noch vorhandenen Bauten des Klosters dem Verfall preisgegeben.&lt;br /&gt;
[[Datei:Hildegard-Gedächtniskirche in Bingerbrück.JPG|mini|hochkant|Hildegard-Gedächtniskirche in Bingerbrück]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach dem Wiener Kongress ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Eulersches Haus Bingerbrück.jpg|mini|Eulersches Haus Bingerbrück]]&lt;br /&gt;
Im Jahr 1816 kam [[Bingen am Rhein|Bingen]] mit der neugebildeten [[Rheinhessen (Provinz)|Provinz Rheinhessen]], deren Grenzen durch Rhein und Nahe bestimmt wurden, an das [[Großherzogtum Hessen]] &amp;#039;&amp;#039;(Hessen-Darmstadt)&amp;#039;&amp;#039;. Die Rechte an der Gemarkung [[Rupertsberg (Bingen am Rhein)|Rupertsberg]] gab die Stadt preis, und so wurde jene dem nunmehr preußischen Kirchdorf [[Weiler bei Bingen|Weiler]] zugeschlagen, das der Verwaltung und der Bürgermeisterei [[Waldalgesheim]] unterstand. Die politischen Veränderungen, die der [[Wiener Kongress]] mit sich brachte, hatten auch wirtschaftliche Folgen. Die Binger Brücke, die heutzutage als [[Drususbrücke]] bezeichnet wird, war damals die einzige und damit wichtige Verbindungsbrücke zwischen [[Königreich Preußen|Preußen]] und Hessen-Darmstadt. Ein Zollamtsgebäude wurde 1820 in unmittelbarer Nähe der Lohe-Mühle am Mühebach erbaut. Es ist als das erste Haus Bingerbrücks anzusehen. Die frühere Lohe-Mühle wurde nicht mehr genutzt und zu einem Wohnhaus und einer Weinhandlung umgebaut. In diesem Haus lebte [[Hoffmann von Fallersleben]] von 1849 bis 1851.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Hauptzollamt Binger Brücke wurde überflüssig, nachdem 1828 zwischen Preußen und Hessen-Darmstadt ein Zollvertrag geschlossen wurde. 1835 tauchte erstmals der Name „Binger Brücke“ in zollamtlichen Verordnungen auf, und 1838 wurden in Bingerbrück neun Einwohner gezählt. In den Weinbergen wurde 1843 [[Kalkstein]] gefunden, der besonders gute Eigenschaften hatte und als Baumaterial verwendet werden konnte. Die Firma Geyger und Wildt führte den Abbau und den Vertrieb des Bingerbrücker [[Technischer Kalkkreislauf#Brennen des Kalks|Schwarzkalks]] durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bau der Eisenbahn ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bingerbrück 1920.jpg|mini|Bahnhof Bingerbrück mit Bahnbetriebswerk, 1920]]&lt;br /&gt;
Die [[Hessische Ludwigs Eisenbahn-Gesellschaft]] erhielt 1856 die Konzession für die Strecke Mainz-Bingen. 1858 begannen die Bauarbeiten, und zur gleichen Zeit wird die Strecke Bingerbrück-Köln von der [[Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft|Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft]] vorangetrieben. An der Nahemündung entstand ein preußischer Bahnhof (bis 1993 Bingerbrück, seitdem [[Bingen (Rhein) Hauptbahnhof|Bingen (Rhein) Hbf]] genannt) und in Bingen ein hessischer Bahnhof (seit 1993 [[Bahnhof Bingen (Rhein) Stadt|Bahnhof Bingen Stadt]]). Die durchgängige Fahrt von [[Mainz]] nach [[Köln]] war ab dem 15.&amp;amp;nbsp;Dezember 1859 möglich. Nach nur einem halben Jahr Bauzeit, ermöglicht durch eine Vereinbarung zwischen dem [[Großherzogtum Hessen]] und dem [[Königreich Preußen]], entstand eine Brücke über die Nahe. Parallel dazu hatte [[Preußen]] den Bau der [[Nahetalbahn]] durch die [[Rhein-Nahe-Eisenbahn-Gesellschaft]] vorangetrieben, und im Juli 1858 wurde die Strecke Bingerbrück–[[Bad Kreuznach]] eröffnet. Dem Streckenbau fielen 1857 die Reste des Klosters Rupertsberg weitgehend zum Opfer. Zum Bahnhof Bingerbrück, seit 1993 &amp;#039;&amp;#039;[[Bingen (Rhein) Hauptbahnhof]]&amp;#039;&amp;#039;, gehörte ein [[Bahnbetriebswerk (Dampflokomotiven)|Bahnbetriebswerk]] mit großem [[Lokschuppen#Ringschuppen|Ringlokschuppen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1906 gab es einen als [[Kleinbahn]] und für den preußischen Teil als [[Straßenbahn]] konzessionierten Betrieb, der als [[AG Binger Nebenbahnen]] bezeichnet wurde. Die Strecken verbanden den Bahnhof Bingerbrück mit dem Bahnhof Bingen und [[Büdesheim (Bingen am Rhein)|Büdesheim]]. Ein Jahr später wurde die Strecke von Büdesheim bis Dietersheim verlängert. Die Strecke nach Bingerbrück wurde 1922 aufgegeben und nach Entzug der Konzession 1926 abgebaut, der Restbetrieb am 22. Oktober 1955 eingestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;M. Kochems, D. Höltge: &amp;#039;&amp;#039;Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland&amp;#039;&amp;#039;, Band 12 &amp;#039;&amp;#039;Rheinland-Pfalz/Saarland&amp;#039;&amp;#039;, EK-Verlag, Freiburg 2011, ISBN 978-3-88255-393-2, S. 20–33.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Kampf um die Selbständigkeit ===&lt;br /&gt;
[[Datei:CH-NB Photoglob-Wehrli EAD-WEHR-23447-B.tif|mini|Blick auf Bingerbrück und die [[Drususbrücke]] ca. 1912]]&lt;br /&gt;
Bedingt durch die [[Geschichte der Eisenbahn in Deutschland|Entwicklung der Eisenbahn]] erlebte Bingerbrück einen starken Zuwachs der Bevölkerungszahl: 1868 82 Einwohner, 1875 803 Einwohner. Im Jahre 1878 wurde ein erster Antrag auf Abtrennung des Rupertsbergs von Weiler gestellt, aber vom [[Oberpräsident]]en abgelehnt. In die Zeit des weiteren Kampfes um die Erlangung der politischen Selbständigkeit fielen die Entscheidungen über die für eine werdende Gemeinde notwendigen Einrichtungen: einer Schule sowie einer evangelischen und einer katholischen Kirchengemeinde. Am 1.&amp;amp;nbsp;Oktober 1880 wurden die Bingerbrücker Kinder aus der Binger Volksschule entlassen und am folgenden Tag in der neuen Schule in der ehemaligen Provinzialstraße eingeschult. Am 7.&amp;amp;nbsp;August 1892 wurde die [[St. Rupertus und St. Hildegard (Bingerbrück)|katholische Kirche]] eingeweiht, und bis Weihnachten 1894 wurde die [[Gustav-Adolf-Jubiläumskirche (Bingerbrück)|evangelische Kirche]] fertiggestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Wilhelm II. (Deutsches Reich)|Kaiser Wilhelm&amp;amp;nbsp;II.]] unterzeichnete am 20.&amp;amp;nbsp;April 1892 einen Erlass zur Abtrennung der Ortschaft Bingerbrück von der Gemeinde Weiler. Am 10.&amp;amp;nbsp;Juni 1892 begann die Selbständigkeit von Bingerbrück. Erster Gemeindevorsteher von Bingerbrück, das mittlerweile über 1500 Einwohner zählte, wurde 1886 Johann Franz Herter. Gegen Ende der Kaiserzeit war die Elisenhöhe bei Bingerbrück als Standort eines riesigen [[Bismarckdenkmal#Denkmäler und Bismarck-Türme nach 1898|Bismarck-Nationaldenkmals]] in der Diskussion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Erste Weltkrieg und das Ende des Kaiserreichs ===&lt;br /&gt;
Bedingt durch den Zustrom vieler Eisenbahner verzeichnete die Verwaltung noch vor dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] 3185 Bürger. Bingerbrück wurde zu einem der wichtigsten [[Eisenbahnknoten|Transportknotenpunkte]], auch für den Nachschub der Truppen im Westen. Zum Schutz des militärisch wichtigen Bahnhofs wurde auf der Elisenhöhe eine Fliegerwache mit zwei [[Maschinengewehr]]en eingerichtet. Auf den Abstellgleisen wurden [[Krankentransportzug|Lazarettzüge]] abgestellt, die unter der Leitung des [[Sanitätsrat]]es Dr.&amp;amp;nbsp;Störkel standen. Bingerbrück beklagte 47 im Krieg gefallene Mitbürger. Am 13.&amp;amp;nbsp;Dezember 1918 rückten die ersten französischen Truppen in Bingerbrück ein (→&amp;amp;nbsp;[[Alliierte Rheinlandbesetzung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weimarer Republik, Nazi-Diktatur und der Weg in den Zweiten Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
[[Datei:jüdische Gedenktafel.JPG|mini|hochkant|Tafel zum Gedenken an die aus Bingerbrück deportierten Juden]]&lt;br /&gt;
In dieser Zeit erging es der Gemeinde Bingerbrück wie vielen anderen Gemeinden im Land. Bedingt durch die Alliierte Rheinlandbesetzung verschärfte sich die [[Wohnraummangel|Wohnungsnot]], und die [[Reichsregierung (Weimarer Republik)|Reichsregierung]] beschloss die Errichtung vieler neuer Wohnungen. Bis 1936 besserte sich die wirtschaftliche Lage in Bingerbrück. Es werden zeitweise zwei Ziegelsteinfabriken, sieben Weinfirmen, eine Eisengießerei, 23 Betriebe im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie zwei elektronische Betriebe gezählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[NS-Staat]]es gerieten auch die [[Juden]] in Bingerbrück immer mehr in Bedrängnis. Die [[Kehillah|jüdische Gemeinde]] in Bingerbrück war nicht sehr groß, aber unter ihren Mitgliedern waren angesehene Gewerbetreibende: Familie Wolf, die Familien Wohlgemuth, Familie Winkelstein, Familie Müller und Familie Herz. 1942 wurden Hermann und Selma Herz und die Familie Müller deportiert und ermordet. Seit 1997 ist am Ehrenmal auf Initiative und Betreiben des Heimatvereins Bingerbrück eine Gedenkplatte für die deportierten Mitbürger angebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Zweite Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bingerbrueck-1945.jpg|mini|Bingerbrück 1945]]&lt;br /&gt;
Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wirkte sich der [[Bombenkrieg]] der alliierten [[Luftstreitkräfte]] für Bingerbrück besonders verhängnisvoll aus, weil die Gemeinde als wichtiger [[Verkehrsknotenpunkt]] ein häufiges Angriffsziel war. Die [[Bahnanlage]], die zu Friedenszeiten der Gemeinde zur Blüte verholfen hatte, wurde zur Ursache ihrer Zerstörung. Am 29.&amp;amp;nbsp;September 1944 wurden die Bahnhofsanlagen erstmals angegriffen. 123 Menschen starben an diesem „schwarzen Freitag“ in Bingerbrück. Das Bahnhofsgebäude, das Postamt und fast die gesamte Elisenstraße wurden Opfer der [[Sprengbombe]]n. Die zerstörten Gleise wurden teilweise durch eine Eisenbahnbau-Brigade instand gesetzt, doch nach wiederholten Angriffen durch feindliche [[Jagdflugzeug]]e begann im November 1944 die schwerste Zeit für Bingerbrück: Fünf Bombenangriffen folgte am 29.&amp;amp;nbsp;Dezember 1944 ein Großangriff, der alles zerstörte, was noch nicht in Schutt und Asche lag. Von den einst 3299 Menschen lebten nur noch wenige hundert in dem zerbombten Ort. Die meisten waren zu Verwandten und Bekannten aufs Land geflüchtet. Die beiden Nahebrücken wurden Mitte März 1945 von sich zurückziehenden deutschen Truppen gesprengt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 18.&amp;amp;nbsp;März 1945 rückten die [[United States Army|US-Amerikaner]] ein, und am 21.&amp;amp;nbsp;März 1945 fanden die Kampfhandlungen in Bingerbrück ein Ende. Das Bahngelände mit dem Postamt und die Hälfte der Wohnhäuser waren völlig zerstört. Ein weiteres Viertel der Gebäude war wegen starker Schäden nicht mehr bewohnbar. In Bingerbrück lebten nicht einmal mehr 100 Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wiederaufbau und Eingemeindung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bingerbrück-2007 03 11.jpg|mini|Aufnahme von Bingerbrück vom [[Scharlachberg|Scharlachkopf]] aus]]&lt;br /&gt;
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Bingerbrück innerhalb der [[Französische Besatzungszone|französischen Besatzungszone]] Teil des 1946 neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. [[Nachkriegszeit in Deutschland|Nach dem Krieg]] erging es Bingerbrück so wie vielen anderen Städten auch: Die Ernährungs- und Versorgungslage war sehr schlecht, ebenso die Lebensmittelzuteilung. Es herrschte Mangel an [[Schuh]]werk, die [[Müllabfuhr]] fehlte, ebenso die [[Straßenbeleuchtung]] und die [[Kanalisation]]. Gleichwohl machten sich die Behörden und die Einwohner daran, den Wiederaufbau voranzutreiben. Im Frühjahr 1948 wurden die Grundstücksbesitzer zum Aufräumen und zur Entrümpelung ihrer Grundstücke verpflichtet. Seit Bildung des Landes Rheinland-Pfalz aus vorher hessischen und preußischen Gebietsteilen war die Landesgrenze zwischen Bingerbrück und Bingen, der die Trennung der beiden Gemeinden geschuldet war, zu einer bloßen Verwaltungsgrenze abgesunken (Grenze zwischen den Regierungsbezirken Koblenz und Rheinhessen). Bereits im März 1949 wurde daher die Frage der [[Eingemeindung]] nach Bingen erläutert, aber noch im gleichen Monat abgelehnt. Ein Tag von großer Bedeutung war der 19.&amp;amp;nbsp;Mai 1951: Die neue, noch [[Einspurig|einbahnige]] [[Herterbrücke]] wurde eingeweiht und der [[Bahnhof]] dadurch wieder an den Verkehr angeschlossen. Der Betrieb des neuen [[Bingen (Rhein) Hauptbahnhof#Geschichte|Personenbahnhofs &amp;#039;&amp;#039;Bingerbrück&amp;#039;&amp;#039;]] wurde in der gleichen Nacht aufgenommen. Am 1.&amp;amp;nbsp;Mai 1956 wurde die [[Jugendherberge]] eröffnet. Durch den Beschluss, die notwendige [[Ortsumgehung|Umgehungsstraße]] der [[Bundesstraße 9|B&amp;amp;nbsp;9]] durch Bingerbrück zu führen, musste unter anderem auch das Schulgebäude an der Drususstraße weichen; am 23.&amp;amp;nbsp;August 1958 wurde das Schulgebäude in der Herterstraße eingeweiht. Das Genehmigungsverfahren zur Bebauung der [[Elisenhöhe (Bingen)|Elisenhöhe]] und des [[Rittergut Bangert|Bangerts]] zog sich über Jahre hin, die Genehmigung wurde im Dezember 1965 erteilt. Im Sommer 1968 begannen die Vorplanungen zum Bau eines Schwimmbades, ebenfalls auf der Elisenhöhe. Bei der [[Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz#Landkreis Mainz-Bingen|Gebietsreform]] wurde Bingerbrück am 7.&amp;amp;nbsp;Juni 1969 in die Stadt Bingen eingemeindet.{{GemeindeverzeichnisRP |Ref=1 |Stand=2016 |Seiten=160}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sehenswürdigkeiten ==&lt;br /&gt;
In der &amp;#039;&amp;#039;[[Liste der Kulturdenkmäler in Bingen am Rhein#Bingerbrück|Liste der Kulturdenkmäler in Bingen am Rhein]]&amp;#039;&amp;#039; sind für Bingerbrück zehn [[Baudenkmal|Einzeldenkmale]] aufgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönlichkeiten aus der Geschichte Bingerbrücks ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Pantera Grabstein.jpg|Römischer Grabstein des Pantera (gefunden beim Eisenbahnbau)&lt;br /&gt;
 Heilige Berta -1532 Holzschnitt v. Jacob Köbel.jpg|[[Berta (Heilige)|Berta]] (7./8. Jhdt.), Mutter des Rupert, in der katholischen Kirche als Heilige verehrt&lt;br /&gt;
 Heiliger Rupert-1532 Holzschnitt v. Jacob Köbel.jpg|[[Rupert von Bingen]] (~ 712–732), Rom-Pilger und Wohltäter&lt;br /&gt;
 Hildegard-1532 Holzschnitt v. Jacob Köbel.jpg|[[Hildegard von Bingen]] (1098–1179)&amp;lt;br /&amp;gt;Mystikerin und [[Äbtissin]] des Klosters Rupertsberg&lt;br /&gt;
 Fallersleben Marke.JPG|[[August Heinrich Hoffmann von Fallersleben]] (1798–1874), Texter des [[Deutschlandlied]]es&lt;br /&gt;
 Weihbischof Heinrich Metzroth Rom.JPG|[[Heinrich Metzroth]] (1893–1951), Weihbischof&lt;br /&gt;
 Landschaftsmaler-Hanny Franke.jpg|[[Hanny Franke]] (1890–1973), Landschaftsmaler&lt;br /&gt;
 Franz Kirsten.jpg|[[Franz Kirsten]] (1906–1998), Fabrikant aus Bingerbrück&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Söhne und Töchter von Bingerbrück ==&lt;br /&gt;
* [[Karl Linz]] (1869–?), Senatspräsident beim Reichsgericht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kulturelle Rezeption ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Bingerbrück,&amp;#039;&amp;#039; Single von [[Manfred Maurenbrecher]], CBS, 1983&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://hitparade.ch/song/Manfred-Maurenbrecher/Bingerbrueck-769871 |titel=Manfred Maurenbrecher - Bingerbrück |abruf=2025-09-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Linke Rheinstrecke]]&lt;br /&gt;
* [[Trajekt Bingerbrück–Rüdesheim]]&lt;br /&gt;
* [[Binger Mäuseturm]]&lt;br /&gt;
* [[Wahrschau im Mäuseturm]]&lt;br /&gt;
* [[Heinrich Metzroth]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Hundert Entwürfe aus dem Wettbewerb für das Bismarck-National-Denkmal auf der Elisenhöhe bei Bingerbrück-Bingen&amp;#039;&amp;#039;. Herausgegeben im Auftrag der Denkmals-Ausschüsse. Düsseldorfer Verlags-Anstalt, Düsseldorf, 1911. [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:1-28231 Digitalisierte Ausgabe] der [[Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle&lt;br /&gt;
   |autor=Hermann Götz&lt;br /&gt;
   |url=http://www.swr.de/landesschau-rp/hierzuland/-/id=100766/nid=100766/did=3259558/ejicrs/&lt;br /&gt;
   |titel=Kurzporträt von Bingerbrück&lt;br /&gt;
   |hrsg=[[SWR Fernsehen]]&lt;br /&gt;
   |datum=2008-04-18&lt;br /&gt;
   |offline=1&lt;br /&gt;
   |archiv-url=https://web.archive.org/web/20121025005629/https://www.swr.de/landesschau-rp/hierzuland/-/id=100766/nid=100766/did=3259558/ejicrs/&lt;br /&gt;
   |archiv-datum=2012-10-25&lt;br /&gt;
   |abruf=2026-03-14&lt;br /&gt;
   |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle&lt;br /&gt;
   |url=https://www.regionalgeschichte.net/rheinhessen/bingerbrueck.html&lt;br /&gt;
   |titel=Bingerbrück am Rhein&lt;br /&gt;
   |werk=regionalgeschichte.net&lt;br /&gt;
   |abruf=2026-03-14&lt;br /&gt;
   |abruf-verborgen=1&lt;br /&gt;
   |kommentar=Ortsgeschichte von Bingerbrück}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle&lt;br /&gt;
   |url=https://www.bingerbrueck.de/&lt;br /&gt;
   |titel=Heimatverein Bingerbrück&lt;br /&gt;
   |abruf=2026-03-14&lt;br /&gt;
   |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle&lt;br /&gt;
   |url=https://www.stadtteilverein-bingerbrueck.de/&lt;br /&gt;
   |titel=Stadtteilverein Bingerbrück&lt;br /&gt;
   |abruf=2026-03-14&lt;br /&gt;
   |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle&lt;br /&gt;
   |url=https://www.kaltnaggisch.net/html/body_erklaerung.htm&lt;br /&gt;
   |titel=Kaltnaggisch? Hä???&lt;br /&gt;
   |abruf=2026-03-14&lt;br /&gt;
   |abruf-verborgen=1&lt;br /&gt;
   |kommentar=private Webseite mit Begriffserklärung und Fotosammlung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Stadtteile von Bingen am Rhein}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4822383-9|VIAF=245861724}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Bingerbruck}}&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Bungert55</name></author>
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