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	<title>Centum Prata - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Derkoenig: lf nach Verschiebung</title>
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		<updated>2026-02-17T22:31:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;lf nach Verschiebung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!--schweizbezogen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Kempraten - Kempratnerbucht - Rapperswil Lindenhof 2012-11-03 15-48-47 (P7700).JPG|miniatur|Das Zentrum der römischen Siedlung: [[Kempraten]] und die gleichnamige Bucht am [[Zürichsee]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Centum Prata&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine Siedlung aus [[Römisches Reich|römischer Zeit]] am Ostufer des [[Zürichsee]]s in [[Kempraten]], einem Ortsteil von [[Rapperswil-Jona]] im [[Kanton St. Gallen]]. Der überwiegende Teil der erhaltenen Anlagen von Gewerbe- und Wohnbauten steht in Kempraten, einige im Ortsteil [[Rapperswil SG|Rapperswil]]. Weitere Fundstellen sind bei der [[Kirche St. Martin (Busskirch)|St.&amp;amp;nbsp;Martinskirche in Busskirch]] und der Pfarrkirche in [[Jona SG|Jona]] sowie Pfahlreste einer römischen [[Brücken zwischen Rapperswil und Hurden|Seebrücke zwischen Rapperswil und Hurden]], die in direktem Zusammenhang mit der Zentrumssiedlung &amp;#039;&amp;#039;Centum Prata&amp;#039;&amp;#039; gestanden haben dürfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Keltische Vorgängersiedlung ==&lt;br /&gt;
Zahlreiche [[Archäologie|archäologische]] Funde zeigen, dass das Gebiet um Rapperswil, Jona und insbesondere Kempraten seit mindestens 5000&amp;amp;nbsp;Jahren besiedelt ist, vor der Zeitenwende von [[Kelten]], später von [[Schweiz in römischer Zeit|Römern]], der [[Gallorömische Kultur|gallo-römischen Mischbevölkerung]] und eingewanderten [[Alamannen|alamannischen]] Bevölkerungsgruppen. Zu den Glanzlichtern archäologischer Funde zählen in Kempraten eine [[Jungsteinzeit|neolithische]] Beilwerkstatt im [[Seegubel]], aus der [[Latènezeit]] Körpergräber, die auf eine frühe Besiedlung hinweisen, sowie eine Vielzahl an Einzelfunden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS_kempraten&amp;quot;&amp;gt;{{HLS|7660|Kempraten|Autor=Alois Stadler}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bislang nicht geklärt ist, ob an der Kempratnerbucht gegenüber dem heutigen Schlosshügel Rapperswil eine [[Helvetier|helvetische]] Siedlung &amp;#039;&amp;#039;Cambioratin&amp;#039;&amp;#039; («Bucht-Hügel») existiert hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vicus Centum Prata ==&lt;br /&gt;
=== Gründung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Centum prata (Kempraten) - Meienbergstrasse 2012-01-16 14-31-20.JPG|miniatur|Fundstelle Meienbergstrasse mit dem [[Forum (Platz)|Forum]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Centum Prata - Römerwiese 2011-02-05 15-38-44.jpg|miniatur|Mauerreste in der Wohnüberbauung Römerwiese]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Centum Prata (Kempraten) - Seewiese - Bahnhof 2013-02-25 14-43-46 (P7700).JPG|miniatur|Lage des Tempelbezirks bei der &amp;#039;&amp;#039;Römerwiese&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Kempraten-Rapperswil - Kapelle St Ursula - Mauerreste Centum Prata 2012-01-16 14-38-16.JPG|miniatur|Friedhof der St. Ursula-Kapelle]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Eroberung durch [[Drusus]] und seinen Bruder [[Tiberius]] (Kaiser &amp;#039;&amp;#039;Tiberius Claudius Nero&amp;#039;&amp;#039; von 14&amp;amp;nbsp;bis 37&amp;amp;nbsp;n.&amp;amp;nbsp;Chr.) lag das Gebiet am rechten (östlichen) Ufer des Zürichsees im Grenzbereich der [[Römische Provinz|römischen Provinzen]] &amp;#039;&amp;#039;[[Raetia]]&amp;#039;&amp;#039; (Rätien) und &amp;#039;&amp;#039;[[Germania superior]]&amp;#039;&amp;#039; (Obergermanien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Centum Prata&amp;#039;&amp;#039; entstand um 40&amp;amp;nbsp;n.&amp;amp;nbsp;Chr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ktsg_vicus&amp;quot;&amp;gt;Website des Kantons St. Gallen: {{Webarchiv|url=http://www.sg.ch/home/kultur/archaeologie/ausflugsziele/_jcr_content/Par/downloadlist/DownloadListPar/download_12.ocFile/Kempraten%20Tafel%202.pdf |wayback=20141108205542 |text=&amp;#039;&amp;#039;Der römische vicus von Kempraten&amp;#039;&amp;#039; |archiv-bot=2019-03-09 15:02:14 InternetArchiveBot }} (PDF; 1,2&amp;amp;nbsp;MB), abgerufen am 14.&amp;amp;nbsp;Februar&amp;amp;nbsp;2013&amp;lt;/ref&amp;gt; als [[Straßendorf|Strassensiedlung]] am Kreuzpunkt der Strassen von Zürich (lat. &amp;#039;&amp;#039;[[Turicum]]&amp;#039;&amp;#039;) und Winterthur (&amp;#039;&amp;#039;[[Vitudurum]]&amp;#039;&amp;#039;) sowie der nach [[Chur]] (&amp;#039;&amp;#039;[[Curia Raetorum]]&amp;#039;&amp;#039;) und Italien führenden Alpenroute. Andererseits war Kempraten auch ein wirtschaftliches Zentrum für das umliegende Gebiet, das Wohn- und Wirtschaftsräume für Handwerker, Gewerbetreibende, Schiffer und Fuhrleute aufwies.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HLS_kempraten&amp;quot;/&amp;gt; Der [[Vicus]] &amp;#039;&amp;#039;Centum Prata&amp;#039;&amp;#039; ([[Kempraten]]) wurde zu einer bedeutenden römischen Siedlung, die vom 1.&amp;amp;nbsp;bis nachchristlichen 4.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert zur Sicherung der Provinzgrenzen gedient haben dürfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lage ===&lt;br /&gt;
Die Hauptstrasse (heutige Kreuz- und Fluhstrasse) der Siedlung lag parallel zum Seeufer bei der Kempratner Bucht. Die Ausdehnung betrug in Nord-Süd-Richtung über 300&amp;amp;nbsp;Meter und rund 200&amp;amp;nbsp;Meter in der West-Ost-Achse, mit in der ersten Siedlungsphase [[Fachwerkhaus|Fachwerk-]] und einfachen Holzhäusern. Am östlichen Rand lag ein [[Gräberfeld|Brandgräberfeld]]. Das Zentrum der Siedlung erstreckte sich um die sogenannte Römerwiese, heute eine Wohnüberbauung, in deren Zentrum Mauerreste und einige Exponate aus den Grabungen der Öffentlichkeit zugänglich sind, sowie weitere Überreste von steinernen Wohn- und Gewerbebauten mit dem [[Forum (Platz)|Forum]] bei der Meienbergstrasse und im Friedhof der St.&amp;amp;nbsp;Ursula–Kapelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gewerbe- und Wohnbauten ===&lt;br /&gt;
Um 120&amp;amp;nbsp;n.&amp;amp;nbsp;Chr. wurden nach einem Grossbrand im Siedlungszentrum Steinbauten mit Innenhöfen errichtet. An der Peripherie standen einfachere Häuser, sogenannte [[Streifenhaus (römisch)|Streifenhäuser]] mit für die Region typischen &amp;#039;&amp;#039;langrechteckigen&amp;#039;&amp;#039; Grundrissen. Gewerbebauten waren zur Strasse hin ausgerichtet, im der Strasse abgewandten Gebäudeteil lagen die Wohnräume. In den Hinterhöfen fanden sich teilweise Nachweise für ein- bis zweiräumige kleinere Gebäude sowie Areale für Gärten, Haustiere, Abfallgruben und Töpferöfen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ktsg_vicus&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Bauten ===&lt;br /&gt;
Öffentliche Einrichtungen wie die [[Thermen]] werden im Umfeld des heutigen Friedhofs vermutet und ein ummauerter Tempelbezirk mit zwei [[Gallo-römischer Umgangstempel|gallo-römischen Umgangstempeln]], einem Brandaltar und zwei Kapellen am nordwestlichen (Seewiese südlich vom Bahnhof Kempraten) Rand der Siedlung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ktsg_vicus&amp;quot;/&amp;gt; An der Ausfallstrasse nach &amp;#039;&amp;#039;Vitudurum&amp;#039;&amp;#039; (Rütistrasse/Rebacker) ist ein Gräberbrandfeld mit rund 50 Bestattungen archäologisch erfasst.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ktsg_vicus&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gallorömischer Tempelbezirk ====&lt;br /&gt;
Sondierungen anlässlich von Planarbeiten zu einer Wohnüberbauung im November 2003 zeigten auch südlich des 1894 errichteten Bahndamms in Kempraten römische Artefakte. Am Rande des Siedlungsgebiets erforschte die Grabungsequippe der Kantonsarchäologie St.&amp;amp;nbsp;Gallen auf rund 1500&amp;amp;nbsp;Quadratmeter den gallorömischen Tempelbezirk, dessen eingefriedetes Gebiet etwa 900&amp;amp;nbsp;Quadratmeter betragen haben dürfte. In einer älteren Phase von einem Graben umgeben, wurde das längliche, trapezförmige Areal später durch eine Mauer abgegrenzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ktsg_2010&amp;quot;&amp;gt;Kanton St. Gallen, Archäologischer Jahresbericht 2010: &amp;#039;&amp;#039;Rapperswil-Jona, Kempraten, Seewiese&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 20.&amp;amp;nbsp;Februar&amp;amp;nbsp;2013&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ältesten datierbaren Strukturen des Tempelbezirks sind lange Gräben, ausgekleidet mit unbearbeiteten Sandsteinplatten, die als [[Entwässerung|Drainagen]] dienten, um den Baugrund in Seenähe zu entwässern. Keramik aus der Verfüllung kann um 100&amp;amp;nbsp;n.&amp;amp;nbsp;Chr. datiert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ktsg_2010&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hofareal standen zwei gallorömische Umgangstempel, und in der &amp;#039;&amp;#039;[[cella]]&amp;#039;&amp;#039; des grösseren, aus Handquadern aus Sandstein gemauerten Gebäudes (4,8&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;4,3&amp;amp;nbsp;Meter) fanden sich Reste eines Mörtelbodens. Dieser lag über dem damaligen Aussenniveau und war über Stufen zugänglich. Das Mauerwerk weist auf der Aussenseite starke Brandrötungen auf. Gefunden wurden Hinweise auf eine ältere Holzbauphase des Gebäudes. Die Mauern des Umganges verfügten über vermutliche Sockelfundamente für Säulen oder Pfosten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ktsg_2010&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der zweite Tempelbau (cella: 3,6&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;3,7&amp;amp;nbsp;Meter) war kleiner, aus Lesesteinen konstruiert und wurde rückseitig von der Hofmauer abgeschlossen. Direkt neben dem kleinen Tempel lagen in einer Grube mehrere Fragmente eines durchlochten Fassbodens, der vermutlich als Brunnen diente.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ktsg_2010&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem in drei Gruben mit Feuchtbodenerhaltung gesicherten Fundmaterial, grösstenteils aus dem 2. und 3.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert&amp;amp;nbsp;n.&amp;amp;nbsp;Chr., sind die Fragmente von Inschriften und fünf &amp;#039;&amp;#039;Fluchtäfelchen&amp;#039;&amp;#039; aus Blei besonders hervorzuheben. Die Inschriften sind Sockelteile von zwei Weihealtärchen und zwei Fragmente einer grösseren Inschrift. Unter den Keramikfunden sind die zahlreichen Reste von Räucherkelchen bemerkenswert. Weitere Funde sind Opfergaben, darunter mehrere Fragmente von [[Venusfigurine]]n aus [[Terrakotta]], zwei Fragmente von bronzenen [[Votivgabe|Votivbeilchen]] sowie Münzen. Vereinzelt wurden prähistorische Streufunde geborgen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ktsg_2010&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei zu [[Halbsäule]]n umgearbeitete [[Kapitell]]e und weitere Architekturfragmente aus Sandstein erlauben einen Eindruck von der baulichen Gestaltung der beiden Sakralbauten. Ein Brandaltar stand in der Mittelachse der zwei Tempelbauten: Kohlereste in seinem Umfeld dürfen wohl Brandopfern in Verbindung zu bringen sein. Rings um den Altar wurden mehrere aufeinanderfolgende Kiesschüttungen dokumentiert. Vermutlich fanden sich im Tempelbezirk noch weitere kleinere Holzbauten aus Holz. Am Rand der Grabung kam ein Kalkbrennofen des 1.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts n.&amp;amp;nbsp;Chr. zum Vorschein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ktsg_2010&amp;quot;/&amp;gt; Dokumentiert wurden drei Steininschriften, darunter eine Bauinschrift, sowie eine grosse Zahl an Keramik-, Knochen- und Botanikfunden, aus denen sich die mit der Auswertung betrauten Fachleute vertiefte Erkenntnisse zu Opfer- und Kulthandlungen und zu den im Heiligtum verehrten Gottheiten erhofften. Die inschriftlich überlieferte [[Muttergöttin]] &amp;#039;&amp;#039;Magna Mater&amp;#039;&amp;#039; [[Kybele- und Attiskult|Kybele]] konnte in der Schweiz bislang nur in den städtischen Zentren &amp;#039;&amp;#039;[[Aventicum]]&amp;#039;&amp;#039; ([[Avenches]]) und &amp;#039;&amp;#039;[[Augusta Raurica]]&amp;#039;&amp;#039; ([[Augst]]/[[Kaiseraugst]]) nachgewiesen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ktsg_2011&amp;quot;&amp;gt;Kanton St. Gallen, Archäologischer Jahresbericht 2011: &amp;#039;&amp;#039;Rapperswil-Jona, Kempraten, Seewiese&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 20.&amp;amp;nbsp;Februar 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Ausgrabungen des gallorömischen Tempelbezirks in der Seewiese wurden 2012 abgeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Fluchtafeln =====&lt;br /&gt;
Unter dem umfangreichen Fundmaterial sind fünf [[Fluchtafel]]n aus Blei mit antiken Verwünschungen und Zaubersprüchen bemerkenswert,&amp;lt;ref&amp;gt;Sebastian Geisseler / Pirmin Koch: &amp;#039;&amp;#039;Diebstahl am Zürichsee. Eine Fluchtafel aus dem Magna Mater-Heiligtum in Kempraten (Kt. St. Gallen, Schweiz).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik]].&amp;#039;&amp;#039; Band 207, 2018, S. 298–307, hier S. 298.&amp;lt;/ref&amp;gt; die in der Schweiz bislang äusserst selten und von denen aus den gallischen und germanischen Provinzen des römischen Reiches nur etwa 100 Stück bekannt sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ktsg_2011&amp;quot;/&amp;gt; Weitgehend vollständig erhalten ist nur eines der Täfelchen von 10&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;10&amp;amp;nbsp;Zentimeter Breite und 0,2&amp;amp;nbsp;Zentimeter Dicke. Angerufen wird die in Kempraten verehrte Muttergöttin &amp;#039;&amp;#039;Kybele&amp;#039;&amp;#039;, und die Verwünschungen richten sich gegen die Übeltäter von Einbruch und Diebstahl: Täter und Mitwisser «sollen so im Dreck liegen, wie dieser Brief im Dreck liegen wird» ([[Latein]]: &amp;#039;&amp;#039;Sic iaceat in micto quemadmodum haec epistula iacitura est&amp;#039;&amp;#039;). Auch auf dem zweiten, fragmentarisch erhaltenen Täfelchen wird die &amp;#039;&amp;#039;Magna Mater&amp;#039;&amp;#039; angerufen, um den Dieb eines Mantels zu bestrafen. Ein drittes Bleitäfelchen ist zusammengefaltet und deshalb unlesbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;fluchtafel&amp;quot;&amp;gt;Tagblatt Ostschweiz, 7. November 2011: &amp;#039;&amp;#039;Römische Fluchtafeln in Kempraten gefunden&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Forum ====&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;[[Forum (Platz)|Forum]]&amp;#039;&amp;#039; bei der Meienbergstrasse beherbergte an seiner östlichen Seite (Rütistrasse) einen Steinbau mit zwei markanten Frontsäulen, wovon eine rekonstruiert wurde. Betreten wurde das Gebäude über eine breite Treppe, und über eine zweiflügelige Tür war der Hauptraum zugänglich. Erhalten sind die Grundmauern sowie die Drehpunkte der Türflügel und das Riegelloch. Aufgrund seiner zentrale Lage und der Säulenfront wird der Bau als Tempelanlage interpretiert. Der davorliegende grosse Platz wurde durch symmetrische seitliche Mauern abgeschlossen. Im Westen der Anlage stand ein weiterer Steinbau mit Säulen, dessen Gebäudeumrisse nicht erhalten sind, eine Nutzung als &amp;#039;&amp;#039;[[Curia (Versammlungsort)|Curia]]&amp;#039;&amp;#039; oder Tempel aber nicht ausgeschlossen wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Website des Kantons St. Gallen: {{Webarchiv|url=http://www.sg.ch/home/kultur/archaeologie/ausflugsziele/_jcr_content/Par/downloadlist/DownloadListPar/download_13.ocFile/Kempraten%20Tafel%203.pdf |wayback=20160123082522 |text=&amp;#039;&amp;#039;Das forum in Kempraten&amp;#039;&amp;#039; |archiv-bot=2019-03-09 15:02:14 InternetArchiveBot }} (PDF; 1,1&amp;amp;nbsp;MB), abgerufen am 11.&amp;amp;nbsp;Februar&amp;amp;nbsp;2013&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verkehrsknotenpunkt ===&lt;br /&gt;
In der heutigen &amp;#039;&amp;#039;Kempratner Bucht&amp;#039;&amp;#039; lag der Umschlagplatz für Güter, die auf den erwähnten [[Römerstraße|Römerstrassen]], über die [[Brücken zwischen Rapperswil und Hurden|Brücke zwischen Rapperswil und Hurden]] und auf der [[Wasserstraße|Wasserstrasse]] Zürichsee–Walensee transportiert wurden. Von hier führte vermutlich auch eine Bootsverbindung zum [[Gallorömische Kultur|gallo-römischen]] [[Tempel#Tempel der Römer|Inselheiligtum]] auf der [[Ufenau]]. Nach der Unterwerfung Rätiens durch die Römer nahm der schon damals von der helvetischen Bevölkerung betriebene Warenverkehr in West-Ost-Richtung beträchtlich zu, und ihre Blütezeit erreichte die Siedlung im zweiten und beginnenden dritten Jahrhundert. Mit der Einwanderung der Alamannen verlor Kempraten seine Bedeutung als Schnittpunkt des Warenverkehrs.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Stadtmuseum Rapperswil-Jona]], Kantonsarchäologie&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kempraten zählt im Kanton St.&amp;amp;nbsp;Gallen zu den bedeutendsten archäologischen Fundstellen. Anlässlich von archäologischen Untersuchungen wurden im Herbst&amp;amp;nbsp;2004 zwischen den modernen Brückenpfeilern der Rekonstruktion der historischen Seebrücken zwischen Rapperswil und Hurden die Überreste von mächtigen Pfählen aus [[Weiß-Tanne|Weisstanne]] und Eiche entdeckt, ein weiterer Hinweis auf die Zentrumsfunktion der Siedlung. Die [[bohle]]nartigen Weisstannen wurden gemäss [[Radiokarbonmethode|C14-Analysen]] um 165&amp;amp;nbsp;n.&amp;amp;nbsp;Chr., zu Beginn der Regierungszeit von Kaiser [[Mark Aurel|Marcus Aurelius Antoninus Augustus]], gefällt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.dendrolabor.ch/aktuell.html Website Labor für Dendrochronologie der Stadt Zürich]&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine römische Befestigung des heutigen Schlosshügels von Rapperswil, mit seiner strategisch günstigen Position, durch den einen Kilometer entfernten vicus &amp;#039;&amp;#039;Centum Prata&amp;#039;&amp;#039; gilt als wahrscheinlich, wenn auch nicht archäologisch nachgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gallo-römische Siedlung ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Kempraten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Abzug der römischen Truppen und Verwaltung um das Jahr 401&amp;amp;nbsp;(488) nach Italien liegen nur wenige Erkenntnisse vor. Wie andernorts auch, hat die Siedlung in Kempraten-Lenggis vermutlich weiterbestanden und die gallo-römische Bevölkerung dürfte mit der [[Alamannen|alamannischen]] Einwanderungswelle im 3. und 5.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert&amp;amp;nbsp;n.&amp;amp;nbsp;Chr. verschmolzen sein. In den römischen Ruinen wurden alamannische Körpergräber aus dem 7.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert und eine Vielzahl von Gebrauchsgegenständen und Waffen aus der gesamten Besiedlungsgeschichte gefunden. [[Aegidius Tschudi]] beschreibt in seiner Chronik &amp;#039;&amp;#039;einen Stein mit römischer Inschrift&amp;#039;&amp;#039;, womit der [[Weihestein]] aus der Pfarrkirche in Jona gemeint sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name ==&lt;br /&gt;
In nachrömischer Zeit wurde der Vicus in Anlehnung an den lateinischen Namen &amp;#039;&amp;#039;in Centoprato&amp;#039;&amp;#039; («Ort der hundert Wiesen») genannt und 863 als &amp;#039;&amp;#039;Centiprata&amp;#039;&amp;#039; urkundlich erwähnt, wovon sich das heutige &amp;#039;&amp;#039;Kempraten&amp;#039;&amp;#039; für den Ortsteil ableitet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery perrow&amp;gt;&lt;br /&gt;
Centum Prata (Kempraten) - Römerwiese - Terrakotta-Figürchen (Kopien von Originalobjekten) 2012-01-16 14-26-02.JPG|Terrakotta-Figürchen von der sogenannten Römerwiese&lt;br /&gt;
Centum Prata (Kempraten) - Römerwiese - Eisenobjekte (Nägel &amp;amp; Werkzeuge) 2011-02-05 15-45-06.JPG|Eiserne Nägel und Werkzeuge, Römerwiese&lt;br /&gt;
Centum Prata (Kempraten) - Römerwiese - Fragmente von Keramikgefässen 2013-02-25 14-55-55 (P7700).JPG|Keramik, Römerwiese&lt;br /&gt;
Centum Prata - Exponat Stadtmuseum Rapperswil - &amp;#039;Hund&amp;#039;, 2. Jh.n.Chr., Keramik, Terrakotta, Grabbeigaben, Mittelgallien 2012-11-03 15-16-38 (P7700).jpg|Grabbeigabe vermutlich aus Mittelgallien, 2. Jh.&amp;amp;nbsp;n.&amp;amp;nbsp;Chr., Terrakotta, [[Stadtmuseum Rapperswil-Jona]]&lt;br /&gt;
Stadtmuseum Rapperswil - Innenansicht - Römischer Weihestein, ehemals Pfarrkirche Jona 2012-11-04 13-14-09.JPG|Römischer Weihestein aus der Pfarrkirche in Jona&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{HLS|7660|Kempraten|Autor=Alois Stadler}}&lt;br /&gt;
* [[Regula Ackermann]]: &amp;#039;&amp;#039;Der römische Vicus von Kempraten, Rapperswil-Jona. Neubetrachtung anhand der Ausgrabungen Fluhstrasse 6-10 (2005-2006)&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Archäologie im Kanton St.Gallen.&amp;#039;&amp;#039; Band 1). Kantonsarchäologie, St. Gallen 2013, ISBN 978-3-033-03916-2 ([https://www.sg.ch/content/dam/sgch/kultur/archaeologie/reihe-archaeologie-im-kanton-sg/aksg-band-1/AKSG_Roemer_in_Kempraten_Web.pdf PDF auf der Kantons-Website]).&lt;br /&gt;
* Georg Matter: &amp;#039;&amp;#039;Die Römersiedlung Kempraten und ihre Umgebung&amp;#039;&amp;#039;. Hrsg. Gemeinde Jona, 2003.&lt;br /&gt;
* [[Staatsarchiv des Kantons Zürich]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kleine Zürcher Verfassungsgeschichte 1218–2000&amp;#039;&amp;#039;. Hrsg. im Auftrag der Direktion der Justiz und des Innern auf den Tag der Konstituierung des Zürcher Verfassungsrates am 13. September 2000. Chronos, Zürich 2000. ISBN 3-905314-03-7.&lt;br /&gt;
* G. Matter: &amp;#039;&amp;#039;Der römische Vicus von Kempraten&amp;#039;&amp;#039;. In: JbSGUF 82, 1999, S.&amp;amp;nbsp;183–211.&lt;br /&gt;
* D. Hintermann: &amp;#039;&amp;#039;Der römische Vicus von Kempraten&amp;#039;&amp;#039;. In: HA 106–108, 1996, S.&amp;amp;nbsp;128–136.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{commonscat}}&lt;br /&gt;
* [http://www.sg.ch/home/kultur/archaeologie/ausflugsziele Website des Kantons St. Gallen: Römersiedlung Kempraten]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|article=/|NS=47.238641|EW=8.816358|type=landmark|region=CH-SG}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Rapperswil-Jona)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Rapperswil-Jona)]]&lt;br /&gt;
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