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	<title>Dawes-Plan - Versionsgeschichte</title>
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		<title>imported&gt;Valeee04: Änderungen von ~2026-26178-45 (Diskussion) auf die letzte Version von Aka zurückgesetzt</title>
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		<updated>2026-04-30T10:20:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderungen von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2026-26178-45&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2026-26178-45&quot;&gt;~2026-26178-45&lt;/a&gt; (&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer_Diskussion:~2026-26178-45&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer Diskussion:~2026-26178-45 (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Diskussion&lt;/a&gt;) auf die letzte Version von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Aka&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Aka (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Aka&lt;/a&gt; zurückgesetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Bundesarchiv Bild 102-12841, Charles Gates Dawes.jpg|miniatur|Der Namensgeber des Plans, der spätere amerikanische Vizepräsident [[Charles G. Dawes]], Aufnahme aus dem Jahr 1931]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sachverständigen-Gutachten 1924.JPG|mini|&amp;#039;&amp;#039;Die Sachverständigen-Gutachten vom 9. April 1924&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dawes-Plan&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; vom 16. August 1924 regelte die [[Deutsche Reparationen nach dem Ersten Weltkrieg|Reparationszahlungen Deutschlands an die Siegermächte des Ersten Weltkrieges]]. Diese sollten sich an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der [[Weimarer Republik]] orientieren. Zugleich wurde eine internationale [[Anleihe]] aufgelegt, auf deren Basisdeckung Kredite an die deutsche Wirtschaft vergeben werden konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung ==&lt;br /&gt;
Die [[Reparationskommission]] beschloss am 30. November 1923 die Einberufung eines Sachverständigenausschusses unter Vorsitz des amerikanischen Finanzexperten [[Charles G. Dawes|Charles Gates Dawes]]. Die Ausarbeitung des Vertrags begann am 14. Januar 1924 und wurde am 9. April vorgelegt. Der Vertrag wurde am 16. August 1924 in London unterschrieben ([[Londoner Konferenz (1924)|Londoner Konferenz]]) und trat am 1. September 1924 in Kraft. Er wurde möglich nach der Beendigung der [[Deutsche Inflation 1914 bis 1923|deutschen Inflation]] und ermöglichte durch Anpassung der jährlichen Reparationszahlungen an die Wirtschaftskraft die Stabilisierung der [[Weimarer Republik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dawes-Plan wurde vor allem durch Druck aus den [[Vereinigte Staaten|USA]] und die Politik von [[Gustav Stresemann]] möglich und erlaubte es der deutschen Wirtschaft, sich zu erholen. Damit war Deutschland bis auf weiteres in der Lage, die Reparationen zu zahlen; die Siegermächte wiederum konnten ihre [[Kriegsanleihe|Kriegskredite]] an die USA zurückzahlen. Der Dawes-Plan war einer der ersten außenpolitischen Erfolge [[Deutschland]]s nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] und bedeutete die außenpolitische Rückkehr der USA nach Europa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
Der Dawes-Bericht enthält in der Einleitung folgende Worte: „Wir sind an unsere Aufgabe als Geschäftsleute herangegangen, in dem eifrigen Bestreben, positive Ergebnisse zu erzielen … Die von uns vorgeschlagenen Bürgschaften sind wirtschaftlicher und nicht politischer Art.“ Der Dawesplan versucht also, aus einem politischen Problem ein wirtschaftliches zu machen.&amp;lt;ref&amp;gt;Aachener Kongress - Hussar Fall von Schlochauer, Hans J. / Krüger, Herbert / Mosler, Hermann / Scheuner, Ulrich, &amp;#039;&amp;#039;Aachener Kongress - Hussar Fall&amp;#039;&amp;#039; [https://books.google.de/books?id=EBSE1BF_w2AC&amp;amp;lpg=PR1&amp;amp;ots=fNvzNYXL_W&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA315#v=onepage&amp;amp;q=gesch%C3%A4ftsleute&amp;amp;f=false]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dawes-Plan sah vor, dass Deutschland 1924 eine Rate in Höhe von einer Milliarde [[Mark (1871)|Goldmark]] bezahlte. Bis 1928 sollten die Zahlungen auf 2,5 Milliarden Mark steigen und dabei bleiben. Dank eines &amp;#039;&amp;#039;Transferschutzes&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Bundeszentrale für politische Bildung: [http://www.deutschegeschichten.de/popup/objekt.asp?OzIID=5566&amp;amp;ObjKatID=106&amp;amp;ThemaKatID=1002 &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Geschichten. Dawes-Plan&amp;#039;&amp;#039;]: „Bei der Umwandlung der Jahresraten in die Währungen der Empfängerstaaten konnten die tatsächlichen Zahlungen niedriger ausfallen, wenn Deutschland infolge einer negativen Handelsbilanz über zu wenig Devisen verfügte (&amp;quot;Transferschutz&amp;quot;).“&amp;lt;/ref&amp;gt; ging das Risiko bei Problemen mit der [[Devisen]]beschaffung auf die Empfänger über. Um das Risiko der Währungsabwertung gegenüber den Gläubigerwährungen zu minimieren, war ein neues Reichsbankgesetz im Vertragswerk des Dawes-Plans enthalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Helmut Coing: &amp;#039;&amp;#039;Dawes-Plan.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch des Völkerrechts. Aachener Kongress bis Hussar-Fall.&amp;#039;&amp;#039; Band 1. (Hrsg. Hans-Jürgen Schlochauer) Berlin 1960. S. 316. ([http://books.google.at/books?id=EBSE1BF_w2AC&amp;amp;pg=PA316&amp;amp;dq=Golddeckung+Generalrat+%22Das+Bankgesetz%22+%22schuf+die+Reichsbank+als+eine+von+der+Reichsregierung+unabh%C3%A4ngige+Bank%22&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=tkBqUpr_H8LStAaAoIGoDQ&amp;amp;ved=0CDMQ6AEwAA#v=onepage&amp;amp;q=Golddeckung%20Generalrat%20%22Das%20Bankgesetz%22%20%22schuf%20die%20Reichsbank%20als%20eine%20von%20der%20Reichsregierung%20unabh%C3%A4ngige%20Bank%22&amp;amp;f=false online])&amp;lt;/ref&amp;gt; Wesentliche Punkte des nun gültigen Reichsbankgesetzes (RbG 1924)&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Reichsgesetzblatt (30. August 1924), Teil II, S. 235 ff (siehe auch [http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=drb&amp;amp;datum=1924&amp;amp;size=34&amp;amp;page=261 Online-Archiv Oesterreichische Nationalbibliothek]).&amp;lt;/ref&amp;gt; waren:&lt;br /&gt;
* RbG § 1: Von der Reichsregierung unabhängige Reichsbank (Unabhängigkeit von der [[Reichsregierung (Weimarer Republik)|Reichsregierung]] gab es in gewissem Umfang bereits zuvor, ab Autonomiegesetz vom 26. Mai 1922 gegeben)&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf P. Geisler: &amp;#039;&amp;#039;Notenbankverfassung und Notenbankentwicklung in USA und Westdeutschland.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1953. S. 80. ([http://books.google.at/books?id=zqc57Gqs5r8C&amp;amp;pg=PA80&amp;amp;dq=Autonomiegesetz+1922&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=iDxxUpWlIOvt4gTrlIHABA&amp;amp;ved=0CF4Q6AEwCA#v=onepage&amp;amp;q=Autonomiegesetz%201922&amp;amp;f=false online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Schulz: &amp;#039;&amp;#039;Deutschland am Vorabend der grossen Krise.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1987. S. 99. ([http://books.google.at/books?id=A6q36PcFS7IC&amp;amp;pg=PA99&amp;amp;dq=%22Die+Unabh%C3%A4ngigkeit+der+Reichsbankleitung+von+der+Reichsregierung+war+in+gewissem+Umfang+schon+durch+das+Autonomiegesetz+vom+26.+Mai+1922%22+herbeigef%C3%BChrt+worden&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=mT1xUuLsOein4gS-lYCgDA&amp;amp;ved=0CDUQ6AEwAA#v=onepage&amp;amp;q=%22Die%20Unabh%C3%A4ngigkeit%20der%20Reichsbankleitung%20von%20der%20Reichsregierung%20war%20in%20gewissem%20Umfang%20schon%20durch%20das%20Autonomiegesetz%20vom%2026.%20Mai%201922%22%20herbeigef%C3%BChrt%20worden&amp;amp;f=false online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* RbG § 14: Bildung eines 14-köpfigen Generalrates (1 [[Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland|Brite]], 1 [[Dritte Französische Republik|Franzose]], 1 [[Königreich Italien (1861–1946)|Italiener]], 1 [[Belgien|Belgier]], 1 [[Vereinigte Staaten|Amerikaner]], 1 [[Niederlande|Holländer]], 1 [[Schweiz]]er und sieben Deutsche)&lt;br /&gt;
* RbG § 25: Limitierung von [[Notenbankkredit]] an den Reichshaushalt („Betriebskredite“)&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Heinrich Hansmeyer: &amp;#039;&amp;#039;Von der fiskalischen zur staatswirtschaftlichen Komponente.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Wandlungen des geldpolitischen Instrumentariums der Deutschen Bundesbank&amp;#039;&amp;#039; (Hrsg. Werner Ehrlicher, Diethard B. Simmert), Berlin 1988, ([http://books.google.at/books?id=4dVL8lDl3KsC&amp;amp;pg=PA148&amp;amp;dq=%22jedoch+jeweils+h%C3%B6chstens+auf+drei+Monate+und+nur+bis+zum+H%C3%B6chstbetrage+von+100+Millionen+Reichsmark.+Am+Ende+des+Gesch%C3%A4ftsjahres+darf+keinerlei+Verschuldung+des+Reichs+bei+der+Bank+vorhanden+sein%22&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=VPNVVO_8GYTtaO3GgugP&amp;amp;ved=0CCUQ6AEwAQ#v=onepage&amp;amp;q=%22jedoch%20jeweils%20h%C3%B6chstens%20auf%20drei%20Monate%20und%20nur%20bis%20zum%20H%C3%B6chstbetrage%20von%20100%20Millionen%20Reichsmark.%20Am%20Ende%20des%20Gesch%C3%A4ftsjahres%20darf%20keinerlei%20Verschuldung%20des%20Reichs%20bei%20der%20Bank%20vorhanden%20sein%22&amp;amp;f=false online auf Google.Books]) S. 147 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* RbG § 27: Überwachung der Golddeckung durch einen ausländischen Kommissar&lt;br /&gt;
* RbG § 28: 40 % [[Goldstandard|Golddeckung]] (max. 10 % in goldkonvertiblen Devisen)&lt;br /&gt;
* RBG § 29, Abs. 3: Untergrenze des [[Diskontsatz|Mindestdiskontsatzes]] von 5 % ([[Hauptrefinanzierungsinstrument|Refinanzierungssatz]] bzw. „Leitzins“)&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv, Akten der Reichskanzlei: [http://www.bundesarchiv.de/aktenreichskanzlei/1919-1933/1000/vpa/vpa1p/kap1_2/kap2_108/para3_1.html &amp;#039;&amp;#039;Das Kabinett von Papen – Ministerbesprechung vom 19. August 1932 – Außerhalb der Tagesordnung: Diskontsenkung der Reichsbank&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; im Fall der Unterdeckung (unter 40 %) der deutschen Reichsmark&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bank für Internationalen Zahlungsausgleich]] (BIZ), 8. Mai 1933: [http://www.bis.org/publ/arpdf/archive/ar1933_de.pdf &amp;#039;&amp;#039;3. Jahresbericht&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 2,7&amp;amp;nbsp;MB), S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
55 % der Reparationen sollten in Geld, der Rest in Sachleistungen erbracht werden. Mit der Organisation der Zahlungen, Devisenankauf, -interventionen, Transfer wurde der Generalagent für Reparationszahlungen [[Seymour Parker Gilbert|Parker Gilbert]] betraut.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Gestrich: &amp;#039;&amp;#039;Der Youngplan.&amp;#039;&amp;#039; Leipzig 1930. S. 122:&amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Sehr wichtig ist folgende Bestimmung: Wenn das Komitee der Meinung ist, daß der Diskontsatz der Bank nicht im Verhältnis zu der Notwendigkeit steht, bedeutende Übertragungen vorzunehmen, soll es den Präsidenten der Reichsbank davon unterrichten. Das Transferkomitee konnte also sogar äußerstenfalls eine preisniveaudrückende und handelsbilanzaktivierende Diskontpolitik der Reichsbank &amp;#039;&amp;#039;verlangen&amp;#039;&amp;#039;. In Wirklichkeit hätte es das aber wohl kaum jemals nötig gehabt. Es genügte, daß der [[Seymour Parker Gilbert|Agent]] rücksichtslos Devisen kaufte, um die Reichsbank zur Intervention auf dem Devisenmarkt unter Heranziehung ihrer Gold- und Devisenbestände zu zwingen. Dadurch allein wäre die Reichsbank zu scharfen &amp;#039;&amp;#039;Diskontheraufsetzungen und Kreditrestriktionen&amp;#039;&amp;#039; gezwungen gewesen.“&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine internationale [[#Dawes-Anleihe|Anleihe]] von 800 Millionen Reichsmark sollte der Reichsbank als Grunddeckung dienen (zusätzliche 200 Millionen waren selbst aufzubringen). Weiterhin flossen bis 1929 rund 21 Milliarden Mark [[Kredit]]e ausländischer Banken und Exportfirmen, vor allem aus den USA, nach Deutschland. Außerdem sollte es die Politik der Sicherung von „produktiven Pfändern“ für Reparationszahlungen nicht mehr geben, die [[Ruhrbesetzung]] sollte also beendet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Quellen für die Reparationen waren Zölle und Steuern, die direkt abgeführt werden mussten, und Zinsen und Tilgung für [[Schuldverschreibung]]en in Höhe von 16 Milliarden Goldmark, mit denen die Industrie belastet wurde. Um die Zahlungen zu sichern, wurden [[Reichsbank]] und [[Deutsche Reichsbahn (1920–1945)|Deutsche Reichsbahn]] in Aktiengesellschaften umgewandelt und unter internationale Kontrolle gestellt – eine Souveränitätseinschränkung, wie man sie vorher nur [[Geschichte Chinas|China]] und dem [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reich]] aufgezwungen hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans-Ulrich Wehler]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Gesellschaftsgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 4: &amp;#039;&amp;#039;Vom Beginn des Ersten Weltkrieges bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten 1914–1949&amp;#039;&amp;#039; C.H. Beck, München 2003, S. 250.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gesamthöhe der Reparationen, die am 5. Mai 1921 auf der Londoner Konferenz auf 132 Mrd. Goldmark, zu verzinsen und zu tilgen in 57 Jahren, festgesetzt worden war, wurde nicht verringert, da diese Zahl vor allem für Frankreich auch eine symbolische Bedeutung hatte. Da sich Frankreich jedoch Anfang 1924 in einer Finanzkrise befand und durch einen Kredit von [[J. P. Morgan]] gestützt werden musste, war man in den anderen Punkten weitgehend kompromissbereit. Ein Generalbevollmächtigter für Reparationszahlungen wurde ernannt; dieser sollte sicherstellen, dass die Zahlungen die Stabilität [[Reichsmark|der neuen deutschen Währung]] nicht gefährdeten.&amp;lt;ref&amp;gt;Liaquat Ahamed: &amp;#039;&amp;#039;Die Herren des Geldes&amp;#039;&amp;#039;. München 2010, S. 228 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auf Druck der Industrie und der Agrarbetriebe und wegen der Beendigung der [[Ruhrbesetzung]] stimmten am 29. August 1924 bei der Abstimmung im [[Reichstag (Weimarer Republik)|Reichstag]] auch Abgeordnete der rechtskonservativ-monarchistischen [[Deutschnationale Volkspartei|DNVP]] für den Dawes-Plan, so dass die nötige [[Zweidrittelmehrheit]] erreicht wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dawes-Anleihe ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Dawes Anleihe 1924 1000$.jpg|mini|Dawes-Anleihe, 7 % Gold Bond über 1.000 $ von 1924]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Äußere Anleihe 1924 (Dawes-Anleihe)&amp;#039;&amp;#039; diente nach der [[Währungsreformen in Deutschland#1923|Währungsreform]] als Erstausstattung der Reichsbank und hatte ein Volumen von 800 Millionen Reichsmark, aufgeteilt in verschiedene Währungstranchen. Der [[Kupon]] betrug sieben Prozent und die ursprüngliche Laufzeit war 25 Jahre bis 1949. Nach der [[Machtergreifung|Machtübernahme Hitlers]] wurde die Zinszahlung eingestellt. Durch das [[Londoner Schuldenabkommen]] von 1953 musste die Anleihe mit neuen Bedingungen wieder bedient werden. Die noch ausstehende Restlaufzeit ging entsprechend der nicht mehr bedienten Jahre 1933 bis 1949 weitere 16 Jahre von 1953 bis 1969, der Kupon wurde allerdings gekürzt. Die rückständigen Zinsen der Jahre 1933 bis 1944 wurden in eine sog. Fundierungsschuldverschreibung umgewandelt und bis 1972 abbezahlt. Die Zinsen von 1945 bis 1952 waren aufgrund des Verhandlungsgeschicks von [[Hermann Josef Abs]] erst mit einer [[Deutsche Wiedervereinigung|Wiedervereinigung Deutschlands]] nachzuzahlen, verbrieft durch [[Bezugsrecht|Bezugsscheine]]. Diese Bezugsscheine wurden zeitweise wie [[historische Wertpapiere]] (obwohl weiterhin gültig) zu Niedrigstpreisen verscherbelt, da eine Wiedervereinigung unwahrscheinlich schien. Sie lebten aber am 3. Oktober 1990 auf, so dass Deutschland erneut eine Fundierungsschuldverschreibung ([[Wertpapierkennnummer|WPKN]] 117010) mit einem Drei-Prozent-Kupon, einem Volumen von 200 Millionen DM und einer Laufzeit von 20 Jahren ausgab, in die die Bezugsscheine umgewandelt werden konnten. Im Oktober 2010 wurden vom [[Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen]] die letzten Zahlungen getätigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Fokus online, 1. Oktober 2010: {{Webarchiv|url=http://www.focus.de/panorama/welt/geschichte-deutschland-begleicht-letzte-kriegsschulden_aid_557948.html |wayback=20140227061839 |text=&amp;#039;&amp;#039;Deutschland begleicht letzte Kriegsschulden&amp;#039;&amp;#039; |archiv-bot=2024-11-23 09:33:39 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die wenigen Anleihen, bei denen die damaligen Inhaber das Tauschangebot von 1953 nicht annahmen, unterliegen noch der ursprünglichen Gold-Klausel, die eine Rückzahlung in Gold ermöglichte. Vereinzelt werden deshalb Prozesse gegen die Bundesrepublik in den [[Vereinigte Staaten|USA]] geführt. Das Schicksal der Dawes-Anleihe wird von dem der [[Young-Plan#Young-Anleihe und die letzten deutschen Zahlungen|Young-Anleihe]] geteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verabschiedung ==&lt;br /&gt;
Auf Druck der Industrie und der Agrarbetriebe und wegen der Beendigung der [[Ruhrbesetzung]] stimmten am 29. August 1924 bei der Abstimmung im [[Reichstag (Weimarer Republik)|Reichstag]] auch Abgeordnete der rechtskonservativ-monarchistischen [[Deutschnationale Volkspartei|DNVP]] für die Dawes-Gesetze, so dass die nötige [[Zweidrittelmehrheit]] erreicht wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Arnulf Scriba: [https://www.dhm.de/lemo/kapitel/weimarer-republik/aussenpolitik/dawesplan &amp;#039;&amp;#039;Der Dawes-Plan&amp;#039;&amp;#039;]. [[Lebendiges Museum Online|LeMO]], 2. September 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Frankreich spaltete der Plan die öffentliche Meinung: Die Rechte glaubte, mit dem Dawes-Plan gebe man die Errungenschaften des Versailler Vertrags preis und gefährde den Frieden, während die Linke überzeugt war, dass dieser nur auf dem Verhandlungsweg gesichert werden könne.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Raymond Poidevin]], Jacques Bariéty: &amp;#039;&amp;#039;Frankreich und Deutschland. Die Geschichte ihrer Beziehungen 1815–1975.&amp;#039;&amp;#039; C. H. Beck, München 1982, S. 350.&amp;lt;/ref&amp;gt; Da der Plan die französische Rechtslage nicht änderte, bedurfte es keiner Ratifizierung durch das Parlament.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Probleme ==&lt;br /&gt;
{{Belege}}&lt;br /&gt;
Es waren aber bereits Probleme abzusehen:&lt;br /&gt;
* Es wurde kein Ende der Reparationszahlungen festgesetzt.&lt;br /&gt;
* Die [[Reichsbank]] und die [[Deutsche Reichsbahn (1920–1945)|Deutsche Reichsbahn]] wurden unter internationale Kontrolle gestellt. Die politische Rechte kritisierte den Plan auf Grund dieser [[Souveränität]]sbeschränkungen.&lt;br /&gt;
* Es war bereits absehbar, dass Deutschland nicht in der Lage sein würde, die 2,5 Milliarden Reichsmark pro Jahr zu zahlen.&lt;br /&gt;
* Die Kredite brachten Deutschland zwar einen wirtschaftlichen Aufschwung, führten aber zu einer starken Abhängigkeit von den temporär zur Verfügung gestellten Devisen der US-amerikanischen Gläubiger, deren drohende Abzüge sich in der [[Weltwirtschaftskrise]] 1929 verwirklichten und letztlich die [[Deutsche Bankenkrise]] mitverursachten.&lt;br /&gt;
* Weiterhin hohe Arbeitslosigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beurteilung ==&lt;br /&gt;
In der Forschung wird der Dawes-Plan unterschiedlich beurteilt. Der amerikanische Historiker [[Walter A. McDougall]] nennt ihn „eine krachende Niederlage für Frankreich“: Die für Paris so wichtige Frage der [[Interalliierte Kriegsschulden|interalliierten Kriegsschulden]] sei nicht angegangen worden, dafür sei Deutschland dank der hereinströmenden amerikanischen Privatkredite ein ökonomischer Aufschwung gelungen: Von allen Kriegsteilnehmern des Ersten Weltkriegs sei ihm als erstem die Rückkehr zum Goldstandard gelungen, während der [[Französischer Franc|französische Franc]] in den Folgejahren immer weiter abgewertet worden sei. Frankreichs  Verzicht auf Sanktionen und der bevorstehende Rückzug aus dem Ruhrgebiet und dem Rheinland bedeutete, dass es für ein [[Mächtegleichgewicht]] mit dem Reich künftig auf die angelsächsischen Mächte angewiesen gewesen sei, doch die hätten  zunehmend [[Isolationismus|isolationistisch]] agiert und Frankreich sogar gedrängt, auf wichtige Bestimmungen der Versailler Friedensordnung zu verzichten.&amp;lt;ref&amp;gt;Walter A. McDougall: &amp;#039;&amp;#039;France’s Rhineland Diplomacy, 1914–1924. The last bid for a Balance of Power in Europe.&amp;#039;&amp;#039; Princeton University Press, Princeton 1978, S. 369.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Wirtschaftshistoriker [[Albrecht Ritschl (Wirtschaftshistoriker)|Albrecht Ritschl]] fällt ein vernichtendes Urteil über den Dawes-Plan: Er habe den Deutschen keinerlei Anreiz geboten, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen und Ressourcen ins Ausland zu transferieren. Daher habe das Deutsche Reich dies planmäßig durch massive Auslandsverschuldung unterlaufen. Die Vorbelastung der deutschen [[Zahlungsbilanz]] durch diese Auslandsverschuldung sei eine der Ursachen dafür gewesen, dass Deutschland schwerer als andere Länder unter der [[Weltwirtschaftskrise]] der Jahre 1930 bis 1934 zu leiden hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Albrecht Ritschl: &amp;#039;&amp;#039;Deutschlands Krise und Konjunktur 1924–1934. Binnenkonjunktur, Auslandsverschuldung und Reparationsproblem zwischen Dawes-Plan und Transfersperre.&amp;#039;&amp;#039; Akademie-Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-05-003650-8, S. 17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Sachverständigen-Gutachten – Der Dawes- und Mc.Kenna-Bericht. Nach dem Originaltext redigierter Wortlaut.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt a. M. 1924.&lt;br /&gt;
* Helmuth K. G. Rönnefarth, Heinrich Euler: &amp;#039;&amp;#039;Konferenzen und Verträge. Vertrags-Ploetz. Handbuch der geschichtlich bedeutsamen Zusammenkünfte und Vereinbarungen.&amp;#039;&amp;#039; Teil II. 4. Band: &amp;#039;&amp;#039;Neueste Zeit, 1914–1959.&amp;#039;&amp;#039; 2. erweiterte und veränderte Auflage. Ploetz Verlag, Würzburg 1959, S. 80–82.&lt;br /&gt;
* [[Albrecht Ritschl (Wirtschaftshistoriker)|Albrecht Ritschl]]: &amp;#039;&amp;#039;Deutschlands Krise und Konjunktur 1924–1934. Binnenkonjunktur, Auslandsverschuldung und Reparationsproblem zwischen Dawes-Plan und Transfersperre&amp;#039;&amp;#039; (zugleich: München, Univ., Habil.-Schr., 1998). In: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Beiheft 2, Akademie Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-05-003650-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{commonscat|Dawes Plan}}&lt;br /&gt;
* Arnulf Scriba: [http://www.dhm.de/lemo/html/weimar/aussenpolitik/dawesplan/ Dawes-Plan] auf [[Lebendiges Museum Online|LeMO]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reparationen]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Valeee04</name></author>
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