<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Dhikr</id>
	<title>Dhikr - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Dhikr"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Dhikr&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-09T13:06:51Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Dhikr&amp;diff=49347&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Sokrates 399: Typografie.</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Dhikr&amp;diff=49347&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-12-24T10:38:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typografie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Dhikr Rifa-iyya.jpg|miniatur|Ein Dhikr der [[Rifai]]-Sufis, historischer Stich.]]&lt;br /&gt;
Unter &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dhikr&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{arS|ذكر|d=ḏikr|b=Gedenken}}) bzw. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dhikr Allāh&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{arS|ذكر الله|d=ḏikr Allāh|b=Gedenken Gottes}}) versteht man im [[Islam]] eine meditative Übung zur Vergegenwärtigung Gottes. Besonders im [[Sufismus]] wird diese meditative Übung sehr intensiv (von Sufis bzw. [[Derwisch]]en) vollzogen. Die verschiedenen [[Tarīqa|sufischen Orden]] unterscheiden sich nach der Art der Gestaltung dieses Rituals. Derjenige, der ein &amp;#039;&amp;#039;Dhikr&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Zekr&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Zikr&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Zikir&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Im Persischen und Türkischen wird das arabische &amp;#039;&amp;#039;ḏikr&amp;#039;&amp;#039; bei gleicher Schreibweise ([[Deutsche Morgenländische Gesellschaft#DMG-Umschrift|DMG]] &amp;#039;&amp;#039;ẕikr&amp;#039;&amp;#039;) &amp;#039;&amp;#039;zikr/zekr&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;zikir&amp;#039;&amp;#039; ausgesprochen.&amp;lt;/ref&amp;gt; ausübt, wird als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dhākir&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dhikr&amp;#039;&amp;#039; ist nicht zu verwechseln mit der [[Salāt]], dem fünfmal am Tag zu erfüllenden rituellen Gebet, das mit vorgeschriebenen Körperbewegungen verbunden ist. Daneben gibt es noch das [[Duʿā&amp;#039;]], ein persönliches, formloses Bittgebet bei allen Muslimen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Koranische Aussagen ==&lt;br /&gt;
Der Dhikr hat seine Grundlage in koranischen Aussagen. So erscheint in [[Sure 33]],41 die Aufforderung: „Oh Ihr Gläubigen! Gedenkt Gott mit vielem Gedenken (&amp;#039;&amp;#039;ḏikran kaṯīran&amp;#039;&amp;#039;)“. Und in [[Sure 13]]:28 heißt es: „Die aber glauben und deren Herzen im Gedenken Gottes Ruhe finden – ja, finden nicht die Herzen im Gedenken Gottes Ruhe?“ Die Wichtigkeit des Gottesgedenkens wird in [[Sure 29]]:45 herausgestellt: „Siehe, das Gebet hält vom Schändlichen und Verwerflichen ab. Doch das Gedenken Gottes ist wahrlich noch bedeutender.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Zeit des Gottesgedenkens und die Art, wie es vollzogen werden soll, heißt es in [[Sure 7]]:205: „Gedenke Deines Herrn bei dir, in Demut insgeheim und ohne lautes Wort, am Morgen und am Abend. Und sei nicht einer von den Achtlosen.“ Gottesgedenken ist aber auch am Ende der Wallfahrtsriten zu vollziehen, wie es [https://corpuscoranicum.de/index/index/sure/2/vers/200 Sure 2:200] sagt: „Und wenn ihr eure Riten ([[Manāsik]]) verrichtet habt, dann gedenket Gottes, wie ihr (bisher) eurer Väter gedachtet, oder noch inniger“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [https://corpuscoranicum.de/index/index/sure/2/vers/152 Sure 2:152] wird der Dhikr als eine reziproke Beziehung zwischen Mensch und Gott präsentiert: „So gedenket meiner, damit (auch) ich euer gedenke“. In Sure 39:23 wird seine emotionale Wirkung hervorgehoben: „... alsdann erweichen ihre Häute und Herzen im Gedenken an Gott ...“ ({{arS|ثُمَّ تَلِيْنُ جُلُودُهُمْ وَقُلُوبُهُمْ إِلٰى ذِكْرِ ﭐللهِ|d=ṯumma talīnu ǧulūduhum wa-qulūbuhum ilā ḏikri Llāhi}} ...).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung im Sufismus ==&lt;br /&gt;
=== Stiller und lauter Dhikr ===&lt;br /&gt;
Unter den Sufis gibt es solche, die den Dhikr entsprechend [[Sure 7]]:205 als stille und eher [[Meditation|meditative]] Übung pflegen (&amp;#039;&amp;#039;ḏikr ḫafī&amp;#039;&amp;#039;), und solche, die ihn laut und [[Ekstase|ekstatisch]] üben (&amp;#039;&amp;#039;ḏikr ǧalī&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gardet_IE&amp;quot;&amp;gt;Louis Gardet: &amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;u&amp;gt;Dh&amp;lt;/u&amp;gt;ikr.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;The Encyclopaedia of Islam.&amp;#039;&amp;#039; Band 2. New Edition. 1965, S. 223–226, hier S. 224.&amp;lt;/ref&amp;gt; Erstere Form wird „Dhikr des Herzens“ genannt, während die nach außen hörbare Form als „Dhikr der Zunge“ bezeichnet wird. In der [[Naqschbandīya]] wurde die Frage von lautem und stillem Dhikr häufig diskutiert. Die Mehrheit der Naqschbandīs hielt sich jedoch an den stillen Dhikr.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Algar: &amp;#039;&amp;#039;Silent and vocal dhikr in the Naqshbandī Order.&amp;#039;&amp;#039; In: Dietrich (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Akten des 7. Kongresses für Arabistik und Islamwissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; 1976, S. 39–46.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der [[Yesevi-Tariqa|Yasawīya]] übte man dagegen einen lauten Dhikr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[al-Ghazālī]] (um 1055–1111) wird am Beginn des leisen Dhikr eine „Zelle“ aufgesucht und das Wort „Allah“ mehrfach laut wiederholt, um das Herz in Einklang mit Gott zu bringen.&amp;lt;ref&amp;gt;Louis Gardet: &amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;u&amp;gt;Dh&amp;lt;/u&amp;gt;ikr.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;The Encyclopaedia of Islam.&amp;#039;&amp;#039; Band 2. New Edition. 1965, S. 223–226, hier S. 224, mit Verweis auf Al-Ghazalis &amp;#039;&amp;#039;Die Wiederbelebung der religiösen Wissenschaften.&amp;#039;&amp;#039; (إحياء علوم الدين) arabische Ausgabe, Kairo 1933, III, 16–17.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diejenigen, die den stillen Dhikr üben, streben an, ihn immerwährend zu wiederholen, sodass er selbst inmitten aller anderen (weltlichen) Aktivitäten weiter im Herzen fortfährt. Dies entspricht einem &amp;#039;&amp;#039;ununterbrochenen Bewusstsein der Gegenwart Gottes&amp;#039;&amp;#039;. Nadschm ad-Dīn al-Kubrā beschreibt dieses anhaltende Gottgedenken (&amp;#039;&amp;#039;dawām aḏ-ḏikr&amp;#039;&amp;#039;) als eine der acht Voraussetzungen für die Beschreitung des „Pfades von [[Dschunaid]]“ (&amp;#039;&amp;#039;[[Tarīqa|ṭarīqat]] al-Ǧunaid&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Meier: &amp;#039;&amp;#039;Die Fawāʾiḥ al-ǧamāl.&amp;#039;&amp;#039; 1957, S. 162.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dhikr und sufischer Weg ===&lt;br /&gt;
Einige Sufis glauben, dass Gott ständig im menschlichen Herzen präsent ist und der &amp;#039;&amp;#039;Dhikr&amp;#039;&amp;#039; eine Art Werkzeug dafür ist, sich dieser göttlichen Anwesenheit bewusst zu werden. Sie beschreiben das Herz als einen „Spiegel“, der im Laufe der Zeit eine starke Schmutzschicht angesetzt hat. &amp;#039;&amp;#039;Dhikr&amp;#039;&amp;#039; dient in diesem Fall als ein „Poliermittel“, mit dem man diesen Spiegel wieder zum Glänzen bringen und so das göttliche Geheimnis widerspiegeln kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der persische Sufi [[Nadschm ad-Dīn al-Kubrā]] (gest. 1221) beschreibt in seinem Hauptwerk &amp;#039;&amp;#039;Fawāʾiḥ al-ǧamāl&amp;#039;&amp;#039; das Gottgedenken als ein Feuer, das alles verbrennt, das es berührt. Wenn es in ein Haus eindringe, sage es „Ich, und kein anderer“ und verzehre alles dort befindliche Brennholz. Der Unterschied zwischen dem Feuer des Dhikr und dem Feuer [[Schaitan|Satans]] bestehe darin, dass ersteres rein sei, schnell lodere und nach oben steige, während letzteres schmutzig und dunkel sei und langsam lodere.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Meier: &amp;#039;&amp;#039;Die Fawāʾiḥ al-ǧamāl.&amp;#039;&amp;#039; 1957, S. 205. Arab. Teil S. 4. (Nr. 8 f).&amp;lt;/ref&amp;gt; An einer späteren Stelle in seinem Werk unterscheidet er drei Stufen der „Versenkung“ (&amp;#039;&amp;#039;istiġrāq&amp;#039;&amp;#039;) beim Gottgedenken. Die erste Versenkung ist eine „Versenkung des Daseins im Gottgedenken“ (&amp;#039;&amp;#039;istiġrāq al-wuǧūd fī ḏ-ḏikr&amp;#039;&amp;#039;). Es sei wie ein Fürst, der erobernd in ein Gebiet eindringe. Der Mystiker höre den Klang von Posaunen, Trommeln, Kesselpauken, dann Geräusche von Wasser, Wind in den Bäumen, ferner Bienensummen. Dabei könne er heftige Schmerzen empfinden, ja es bestehe sogar die Gefahr, dass er sterbe.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Meier: &amp;#039;&amp;#039;Die Fawāʾiḥ al-ǧamāl.&amp;#039;&amp;#039; 1957, S. 205.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei der zweiten Stufe der Versenkung berührt das Gottgedenken das Herz, es erfolgt ein „Hineinfallen des Gottgedenkens ins Herz“. Der Durchbruch zu dieser Stufe äußert sich in visionären Erlebnissen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Meier: &amp;#039;&amp;#039;Die Fawāʾiḥ al-ǧamāl.&amp;#039;&amp;#039; 1957, S. 208 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei der dritten Stufe der Versenkung schließlich findet ein „Hineinfallen des Gottgedenkens ins Geheimnis“ statt. Der Mystiker verliert das Bewusstsein seines Tuns und geht im Objekt seines Gedenkens völlig auf. Das Gottgedenken verlässt den Mystiker jetzt nicht mehr, sondern schwirrt ständig in ihm herum.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Meier: &amp;#039;&amp;#039;Die Fawāʾiḥ al-ǧamāl.&amp;#039;&amp;#039; 1957, S. 211 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Formen des gemeinschaftlichen Dhikr ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Sudan sufis.jpg|miniatur|Dhikr am Grab des [[Qadiriyya]]-Scheichs Hamed al-Nil in [[Omdurman]], Sudan]]&lt;br /&gt;
Der Dhikr kann alleine als spirituelle Übung, oder – ähnlich einer [[Litanei]] – in der Gemeinschaft, in der Regel als Zeremonie eines Sufi-Ordens ([[Tarīqa]]) ausgeübt werden. Individuelle und gemeinschaftliche Formen des Dhikr bestanden bereits seit der Anfangszeit des Sufismus nebeneinander.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anrufungsformeln und Atemtechniken ===&lt;br /&gt;
Beim lauten Dhikr wird ein bestimmter Gottesname mehrfach wiederholt. Einfachster und immer zentral gebliebener Dhikr ist die Wiederholung des Gottesnamens Allāh, der später in die Wiederholung des Endbuchstaben „h“ übergeht&amp;lt;ref&amp;gt;Schimmel: &amp;#039;&amp;#039;Sufismus.&amp;#039;&amp;#039; 2000, S. 19–20.&amp;lt;/ref&amp;gt;, und manchmal in weitere Formeln mündet. Diese Form des Dhikr erscheint wie eine islamische Spielart des [[Namensgebet]]es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Anrufungen Gottes sind daneben auch häufig [[Gottes schöne Namen]] oder die Attribute [[Allah]]s. Die am meisten verwendeten Formeln sind &amp;#039;&amp;#039;Ya Allah&amp;#039;&amp;#039; („Oh Allah“), &amp;#039;&amp;#039;Ya Hu&amp;#039;&amp;#039; (etwa: „Oh Er“) und &amp;#039;&amp;#039;Ya Hayy&amp;#039;&amp;#039; („Oh Lebendiger“). Darüber hinaus wird sehr oft gemeinschaftlich die &amp;#039;&amp;#039;[[Schahada]]&amp;#039;&amp;#039; (das islamische [[Glaubensbekenntnis]]) gesprochen: &amp;#039;&amp;#039;La ilaha illa llah&amp;#039;&amp;#039; („Es gibt keinen Gott außer Gott“) &amp;#039;&amp;#039;Muḥammadun rasūlu ʾllāh(i)&amp;#039;&amp;#039; („Mohammed ist der Gesandte Gottes“) und in Abwandlung dazu: &amp;#039;&amp;#039;Lā ilāha ilā Hū&amp;#039;&amp;#039; („Es gibt keine Gottheit außer Ihm“). Der laute Dhikr ähnelt oft einem rhythmischen Sprechgesang. Die Formeln werden normalerweise 11- oder 33-mal aufgesagt. Zur Zählung wurden anfangs Steine verwendet, später die islamische [[Gebetskette]] ([[Tasbih]]) mit 11, 99, meistens aber 33 Perlen, die auch beim stillen Dhikr Anwendung findet, es gibt weitere Zählungen bei einem auf dem Schüler ([[Murid]]) zugeschnittenen Dhikr&amp;lt;ref&amp;gt;Schimmel: &amp;#039;&amp;#039;Sufismus.&amp;#039;&amp;#039; 2000, S. 20.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei vielen gemeinschaftlichen, lauten Traditionen sind (zur Aussprache des göttlichen Namens mit jedem Atemzug) die Aussprachen mit einer stoßweisen Ausatmung verbunden.&amp;lt;ref&amp;gt;Gardet: &amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;u&amp;gt;Dh&amp;lt;/u&amp;gt;ikr.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;The Encyclopaedia of Islam.&amp;#039;&amp;#039; Band 2. New Edition. 1965, S. 223–226, hier S. 224.&amp;lt;/ref&amp;gt; Häufig ist dabei auch eine abwechselnde Atmung mit der rechten und linken Seite, die technisch durch die abwechselnde Neigung des Kopfes, Oberkörpers zur Seite oder abwechselndes Anheben der Beine durchgeführt wird. Diese Atemtechniken müssen geübt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bezüge zu Praktiken in anderen Religionen ===&lt;br /&gt;
Die Sufi-Orden kennen verschiedene Arten des Dhikr, von ostasiatischen Methoden gleichender [[Meditation]] bis hin zu Selbstgeißelung, ähnlich wie bei [[Indien|indischen]] Asketen („[[Fakir]]en“). Einige Dhikr-Techniken ähneln bis in Details dem orientchristlichen [[Jesusgebet]], dem buddhistischen [[Nembutsu]] und zur hinduistischen [[Japa]]-Meditation. Ob sich diese Formen gegenseitig technisch beeinflussten, auf gemeinsame altorientalisch-altiranisch-altindische Wurzeln zurückgehen, oder unabhängig voneinander entstanden, ist nicht gesichert.&amp;lt;ref&amp;gt;siehe z.&amp;amp;nbsp;B. Louis Gardet: &amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;u&amp;gt;Dh&amp;lt;/u&amp;gt;ikr.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;The Encyclopaedia of Islam.&amp;#039;&amp;#039; Band 2. New Edition. 1965, S. 223–226, hier S. 223–224.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die speziellen Atemtechniken und kreisförmigen Anordnungen, die sich wahrscheinlich erst im 13. Jahrhundert herausbildeten, sind aber nach Meinung verschiedener Sufismus-Forscher von iranischen und indischen Traditionen beeinflusst.&amp;lt;ref&amp;gt;siehe z.&amp;amp;nbsp;B. Louis Gardet: &amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;u&amp;gt;Dh&amp;lt;/u&amp;gt;ikr.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;The Encyclopaedia of Islam.&amp;#039;&amp;#039; Band 2. New Edition. 1965, S. 223–226, hier S. 224.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der christliche Theologe [[Paolo Dall’Oglio]] beschreibt den Dhikr als eine Möglichkeit des gemeinsamen Gebetes von Christen und Muslimen, vor allem, wenn es sich eher spontan im Kontext einer gemeinsamen Mahlzeit oder einer Konferenz ergibt. Dall’Oglio mahnt jedoch, Rücksicht darauf zu nehmen, ob Anwesende das als unangemessenen [[Synkretismus (Religionswissenschaft)|Synkretismus]] missverstehen könnten.&amp;lt;ref&amp;gt;Paolo Dall’Oglio: &amp;#039;&amp;#039;In Love with Islam, Believing in Jesus&amp;#039;&amp;#039;. Peter Lang, Oxford 2023, S. 93, ISBN 978-1-78997-996-1&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verwandte Rituale ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Dervishes Avanos.JPG|miniatur|Semah der Mevlevi-Sufis unter Anleitung des Lehrers]]&lt;br /&gt;
Ein gemeinschaftlicher Dhikr wird auch als &amp;#039;&amp;#039;ḥaḍra&amp;#039;&amp;#039; („Gegenwart“, „Anwesenheit“) bezeichnet. Eine &amp;#039;&amp;#039;ḥaḍra&amp;#039;&amp;#039; (Gegenwart, Zusammenkunft) ist bei den meisten Sufi-Orden ein komplexer Ablauf, der mit [[Koranrezitation]]en und dem Vortrag von Dichtungen des Gründers der &amp;#039;&amp;#039;ṭarīqa&amp;#039;&amp;#039; (des Sufi-Ordens) beginnt. Dieser Teil wird als &amp;#039;&amp;#039;ḥizb&amp;#039;&amp;#039; („Partei“, nach dem Orden) oder &amp;#039;&amp;#039;wird&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gardet_IE&amp;quot; /&amp;gt; („Koranstelle“ eigentlich ursprünglich „Wasserstelle“/Erbauung) bezeichnet.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Teil der &amp;#039;&amp;#039;ḥaḍra&amp;#039;&amp;#039; ist bei einigen Orden der &amp;#039;&amp;#039;[[Semah|sema]]&amp;#039;&amp;#039;, von arabisch &amp;#039;&amp;#039;samāʿ&amp;#039;&amp;#039; (wörtlich „hören“), bei dem oft meditative oder ekstatische Sufi-Musik gehört wird, so bei einem Abschnitt des [[Cem (Religion)|Cem]]-Dhikr der [[Bektaschi]]-Sufi. Einige Orden praktizieren dazu einen [[Trancetanz]]. Diese Praxis wurde erstmals von [[Dschalal ad-Din ar-Rumi]], dem Begründer des [[Mevlevi]]-Ordens, im Westen oft als „drehende Derwische“ bekannt, im Sufismus etabliert. Er verbreitete sich seit dem 13. Jahrhundert bei einigen Orden und Ordenszweigen und wurde besonders in Südasien populär, beispielsweise bei den [[Chishtiyya|Tschischtijja]]-Sufis und in Pakistan bei den [[Qalandar]], die sich rhythmisch mit Trommeln und teilweise mit Eisenzangen (&amp;#039;&amp;#039;[[chimta]]&amp;#039;&amp;#039;) begleiten. Louis Gardet vermutet ebenfalls indoiranische Einflüsse auf den Semah&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gardet_IE&amp;quot; /&amp;gt;, andere Forscher sehen eher Einflüsse des alttürkischen [[Schamanismus]]. Die im 15. Jahrhundert gegründete, heterodoxe mystische Sekte Zikri in der südpakistanischen Provinz [[Belutschistan]] hat den Namen von ihrem Tanzritual (&amp;#039;&amp;#039;zikr&amp;#039;&amp;#039;) übernommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Stephen Pastner, Carroll McC. Pastner: &amp;#039;&amp;#039;Aspects of Religion in Southern Baluchistan.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Anthropologica, New Series,&amp;#039;&amp;#039; Bd. 14, Nr. 2, 1972, S. 231–241, hier S. 233; vgl. Ma Zheng, Mahboob Hussain: [https://pu.edu.pk/images/journal/history/PDF-FILES/5_59_3_22.pdf &amp;#039;&amp;#039;Religious Dynamics in Southern Balochistan (Makran) during colonial period: A case study of Zikri Sect.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of the Research Society of Pakistan&amp;#039;&amp;#039;, Band 59, Nr. 3, Juli–September 2022, S. 40–46&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Namen für den gemeinschaftlichen Dhikr sind &amp;#039;&amp;#039;Halqa&amp;#039;&amp;#039; (arab. &amp;#039;&amp;#039;ḥalqa&amp;#039;&amp;#039;, „Kreis“)&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Louis Gardet: &amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;u&amp;gt;Dh&amp;lt;/u&amp;gt;ikr.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;The Encyclopaedia of Islam.&amp;#039;&amp;#039; Band 2. New Edition. 1965, S. 223–226, hier S. 224.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;#039;&amp;#039;Dāyira&amp;#039;&amp;#039; (von arab. &amp;#039;&amp;#039;dāʾira&amp;#039;&amp;#039;, „Kreis“). Sie heißen so, weil sich die Gläubigen bei ihnen kreisförmig anordnen. Das Dāyira-Ritual ist vor allem auf den [[Komoren]] verbreitet und wird dort von Anhängern der [[Schādhilīya]] und der [[Qādirīya]] praktiziert. Bei der Schādhilīya fassen sich dabei die Gläubigen an den Händen und intonieren gemeinsam unter der Leitung ihres [[Scheich]]s, der in der Mitte des Kreises steht, die &amp;#039;&amp;#039;Lahadschī&amp;#039;&amp;#039; genannte Anrufungsformel. Bei der Qādirīya fassen sich die Gläubigen nicht an den Händen, sondern überkreuzen sie vor sich und treten ganz nah aneinander, so dass Schultern und Füße sich berühren. Nach einer Phase des stark bewegten Tanzes halten alle inne, und der Scheich stimmt ein Lied über die mystischen Prinzipien an, die der [[Murīd]] erlernen soll, sowie über [[ʿAbd al-Qādir al-Dschīlānī]] und den Propheten [[Mohammed]] als moralische Vorbilder.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Abdallah Chanfi Ahmed: &amp;#039;&amp;#039;Islam et politique aux Comores. Évolution de l&amp;#039;autorité spirituelle depuis le Protectorat français (1886) jusqu&amp;#039;à nos jours.&amp;#039;&amp;#039; L&amp;#039;Harmattan, Paris 1999, ISBN 2-7384-8208-2, S. 55 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tondokumente ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Halveti-Jerrahi-Dhikr – Journey To The Lord Of Power&amp;#039;&amp;#039;. LP von Inner Traditions International, 1980&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Garden of Paradise – Sufi Ceremony of Remembrance&amp;#039;&amp;#039;. CD von Pir Publications, 1999&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hamid Algar]]: &amp;#039;&amp;#039;Silent and vocal dhikr in the Naqshbandī Order.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Albert Dietrich (Arabist)|Albert Dietrich]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Akten des 7. Kongresses für Arabistik und Islamwissenschaft. Göttingen, 15. bis 22. August 1974&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Philologisch-Historische Klasse.&amp;#039;&amp;#039; Folge 3, 98). Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1976, ISBN 3-525-82377-0, S. 39–46.&lt;br /&gt;
* [[Georges Anawati|Georges-Chehata Anawati]], Louis Gardet: &amp;#039;&amp;#039;Mystique musulmane. Aspects et tendances, expériences et techniques&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Etudes Musulmanes.&amp;#039;&amp;#039; 8). 4e édition. Vrin, Paris 1986, ISBN 2-7116-0269-9.&lt;br /&gt;
* [[Henry Corbin]]: &amp;#039;&amp;#039;Alone with the alone. Creative imagination in the Ṣūfism of Ibn ʻArabī&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Bollingen Series.&amp;#039;&amp;#039; 91). Princeton University Press, Princeton NJ 1998, ISBN 0-691-05834-2.&lt;br /&gt;
* Henry Corbin: &amp;#039;&amp;#039;The man of light in Iranian sufism.&amp;#039;&amp;#039; Shambhala, Boulder CO u. a. 1978, ISBN 0-87773-114-4.&lt;br /&gt;
* Louis Gardet: &amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;u&amp;gt;Dh&amp;lt;/u&amp;gt;ikr.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Encyclopaedia of Islam#Zweite Auflage: „The Encyclopaedia of Islam. New Edition“|The Encyclopaedia of Islam]].&amp;#039;&amp;#039; Band 2: &amp;#039;&amp;#039;C – G.&amp;#039;&amp;#039; New Edition. Brill u. a., Leiden u. a. 1965, S. 223–226.&lt;br /&gt;
* Roman Loimeier: &amp;#039;&amp;#039;Der dhikr: Zum sozialen Kontext eines religiösen Rituals&amp;#039;&amp;#039; in Der Islam, Band 83, 2006, S. 170–186.&lt;br /&gt;
* [[Fritz Meier]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Fawāʾiḥ al-ǧamāl wa-fawātiḥ al-ǧalāl des Naǧm ad-Dīn al-Kubrā. Eine Darstellung mystischer Erfahrungen im Islam aus der Zeit um 1200 n. Chr.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Akademie der Wissenschaften und der Literatur. Veröffentlichungen der Orientalischen Kommission.&amp;#039;&amp;#039; 9). Steiner, Wiesbaden 1957, S. 205–214.&lt;br /&gt;
* Ian Richard Netton: &amp;#039;&amp;#039;Ṣūfī ritual. The parallel universe.&amp;#039;&amp;#039; Curzon, Richmond 2000, ISBN 0-7007-1242-9.&lt;br /&gt;
* [[Javad Nurbakhsh|Javad Nurbachsch]]: &amp;#039;&amp;#039;Zikr. Das Herz der Sufiübungen.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. Institut für Islamstudien – Sûfi-Archiv Deutschland, Trebbus 2001, ISBN 3-931494-46-2.&lt;br /&gt;
* [[Annemarie Schimmel]]: &amp;#039;&amp;#039;Deciphering the signs of God. A phenomenological approach to Islam.&amp;#039;&amp;#039; State University of New York Press, Albany NY 1994, ISBN 0-7914-1981-9.&lt;br /&gt;
* Annemarie Schimmel: &amp;#039;&amp;#039;Pain and grace. A study of two mystical writers of eighteenth-century Muslim India&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Studies in the History of Religions.&amp;#039;&amp;#039; 36). Brill, Leiden 1976, ISBN 90-04-04771-9.&lt;br /&gt;
* Annemarie Schimmel: &amp;#039;&amp;#039;Sufismus. Eine Einführung in die islamische Mystik&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Beck’sche Reihe.&amp;#039;&amp;#039; 2129 &amp;#039;&amp;#039;C.-H.-Beck-Wissen&amp;#039;&amp;#039;). Beck, München 2000, ISBN 3-406-46028-3.&lt;br /&gt;
* Annemarie Schimmel: &amp;#039;&amp;#039;Die Zeichen Gottes. Die religiöse Welt des Islam.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 1995, ISBN 3-406-39754-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise und Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4226055-3|LCCN=sh86007312}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gebet (Islam)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sufismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vokabular des Korans]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meditation]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Sokrates 399</name></author>
	</entry>
</feed>