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	<title>Gawit - Versionsgeschichte</title>
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		<title>imported&gt;Bertramz: Änderungen von 2A02:8388:293A:AE00:5818:9A12:E449:7D3D (Diskussion) auf die letzte Version von Don-kun zurückgesetzt</title>
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		<updated>2023-09-04T12:21:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderungen von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/2A02:8388:293A:AE00:5818:9A12:E449:7D3D&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/2A02:8388:293A:AE00:5818:9A12:E449:7D3D&quot;&gt;2A02:8388:293A:AE00:5818:9A12:E449:7D3D&lt;/a&gt; (&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer_Diskussion:2A02:8388:293A:AE00:5818:9A12:E449:7D3D&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer Diskussion:2A02:8388:293A:AE00:5818:9A12:E449:7D3D (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Diskussion&lt;/a&gt;) auf die letzte Version von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Don-kun&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Don-kun (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Don-kun&lt;/a&gt; zurückgesetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Sanahin indoor.jpg|miniatur|Gawit im [[Kloster Sanahin]] von 1181. Zentralkuppel über vier Säulen. Der Boden ist vollständig mit Grabplatten bedeckt.]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Gawit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;Gavit&amp;#039;&amp;#039; ({{HyS|Գավիթ}}), bezeichnet eine meist quadratische Vorhalle in der mittelalterlichen  [[Armenien|armenischen]] Architektur, die im Westen an Klosterkirchen angebaut ist. Der erste typische Gawit mit einer in neun Felder eingeteilten Decke gehörte zur Hauptkirche des Klosters [[Horomos]] und war 1038 datiert. Der nur in Armenien vorkommende Gawit ist in manchen Fällen größer als die eigentliche Kirche und diente für allgemeine Versammlungen der Gemeinde, für Unterrichtszwecke, Gerichtsverhandlungen und als Grabstätte. Der im Allgemeinen synonyme Begriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schamatun&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (englische Umschrift &amp;#039;&amp;#039;Zhamatun&amp;#039;&amp;#039;) für diesen Bautyp wird gelegentlich unscharf und unterschiedlich nach der Funktion abgegrenzt. Er kann sich nur auf die profane Funktion des Raumes oder speziell auf den Begräbnisort beziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung der Bauform ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Gavit.jpg|miniatur|[[Goschawank]], Portal in der Westfassade des Gawits von 1197]]&lt;br /&gt;
Die armenische Kirchenbaukunst entwickelte sich parallel zur [[Georgien|georgischen]] ab dem 4.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert. Zunächst entstanden einschiffige [[Saalkirche]]n, die im 5.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert zu dreischiffigen [[Basilika (Bautyp)|Basiliken]] verbreitert wurden und zur selben Zeit die ersten [[Zentralbau]]ten mit anfangs kreuzförmigen Grundrissen, die auf der Basis eines [[Tetrakonchos]] variiert und durch Nebenräume erweitert wurden. Zunächst tragen wie in der kleinen Kreuzkuppelkirche von Lmbat (7. Jahrhundert) die inneren Wandecken die zentrale [[Kuppel]]. Bei einer anderen Konstruktion, deren frühester Vertreter möglicherweise der Neubau der [[Kathedrale von Etschmiadsin]] Anfang des 7.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts ist, ruht die Kuppel auf vier freistehenden Pfeilern, wobei die Schubkräfte durch [[Gurtbogen|Gurtbögen]] zu den Außenwänden abgeleitet werden. Die Kathedrale von Etschmiadsin steht für eine allgemeine Veränderung im armenischen Kirchenbau. Die basilikalen Strukturen treten allmählich in den Hintergrund, während kreuzförmige Zentralbauten durch Eckräume ergänzt werden, die innerhalb einer Ummantelung liegen. Eine vorbildhafte Komposition stellte die heute zerstörte Theodoros-Kirche von [[Bagaran]] (türkisches Westufer des [[Achurjan]]) von 624–631 dar, deren vier Freipfeiler in einem quadratischen Raum mit polygonalen [[Apsis|Apsiden]] an jeder Seite standen.&amp;lt;ref&amp;gt;Stepan Mnazakanjan, S. 67&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die weitere Entwicklung der stark nach oben strebenden zweigeschossigen Kirche von Bagaran fand ihren Höhepunkt mit der runden [[Kathedrale von Swartnoz]] (642–662), deren Form später in der georgischen Rundkirche von [[Bana (Türkei)|Bana]] (um 900) wiederholt wurde. Während Rundkirchen oder annähernd runde polygonale Kirchen in Armenien häufig vorkommen, sind sie in Georgien äußerst selten geblieben. Der in Georgien weit verbreitete [[Byzantinische Architektur|byzantinische]] Bautyp der [[Kreuzkuppelkirche]] und die [[Dreikirchenbasilika]] sind in Armenien unbekannt. In Georgien fehlen dafür der aus der Verbindung von Längsschiff und zentralem Kuppelquadrat hervorgegangene Kuppelbau und der Gawit.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Bock, S. 247&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit einer teilweisen Autonomie der armenischen Fürstentümer nach Ende der Herrschaft der [[Abbasiden]] begann im 9.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert ein Wiederaufblühen der armenischen Baukunst, die bis Mitte des 11.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts andauerte. Damals entstand mit der Entfaltung des Mönchtums auch ein Bautyp, der nur an armenischen Klöstern vorkommt. Der als eine Art [[Narthex]] vor dem Westeingang der Kirche angebaute rechteckige Versammlungsraum der Mönche war anfangs mit einem [[Tonnengewölbe]] überdeckt und hatte vermutlich seinen Ursprung in der Region [[Sjunik]], wo vor der im Jahr 1000 eingeweihten Stephanuskirche des Klosters [[Vorotnavank]] ein solcher einfacher Vorraum erhalten blieb.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Michel Thierry, S. 128f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus entstand der Gawit als ein quadratischer oder annähernd quadratischer Zentralbau mit vier freistehenden Pfeilern in der Mitte. Einer der ältesten Gawite aus dem Jahr 996 befindet sich im Kloster [[Gndevank]] (Provinz [[Wajoz Dsor]]). Ein herausragendes und das erste charakteristische Beispiel dieses Bautyps aus dem Jahr 1038 gehört zur Hauptkirche des Heiligen Johannes in [[Horomos]] (heute eine Ruinenstätte an der Ostgrenze der Türkei&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.virtualani.org/horomos/index.htm &amp;#039;&amp;#039;The Monastery of Horomos.&amp;#039;&amp;#039;] VirtualAni&amp;lt;/ref&amp;gt;). Die vier Säulen des Gawits von Horomos tragen ein Zeltdach, das aus acht monolithischen Steinplatten besteht, an deren Spitze eine Öffnung (&amp;#039;&amp;#039;jerdik&amp;#039;&amp;#039;) für Lichteinfall sorgt.&amp;lt;ref&amp;gt;Armen Kazaryan (Ghazarian): [https://edoc.hu-berlin.de/bitstream/handle/18452/8349/kazaryan.pdf &amp;#039;&amp;#039;The Zhamatun of Horomos: The Shaping of an Unprecedented Type of Fore-church Hall.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Transkulturelle Perspektiven. Kunsttexte, E-Journal für Kunst- und Bildgeschichte,&amp;#039;&amp;#039; Nr. 3, 2014, S. 1–14&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Säulen sind in jeder Richtung untereinander und mit den Außenwänden durch schwere Rundbögen verbunden, die den Raum in neun Segmente teilen. Die acht äußeren Felder sind mit Platten flach gedeckt, die [[Rosette (Ornamentik)|Rosetten]] und Reliefs mit anderen Ornamenten enthalten. Die gesamte Raumkomposition stellt eine Verbindung mit der Palastarchitektur her.&amp;lt;ref&amp;gt;Stepan Mnazakanjan, S. 79&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hovhannavank gavit.jpg|miniatur|Gawit von St. Karapet in [[Howhannawank]] von 1250]]&lt;br /&gt;
Im 13. und 14.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert wurden nach diesem Modell Gawite in ganz Armenien beliebt. Oft schlossen sie die frei stehenden Klosterbauwerke zu einem einheitlichen Architekturensemble zusammen. Im Unterschied zur vorarabischen Zeit traten nun nicht nur die [[Katholikos|Katholokoi]] anlässlich ihrer Ernennung in dieses Amt als Stifter für Kirchen und Klöster auf, auch Könige und Fürsten wollten durch großzügige Stiftungen ihr Prestige erhöhen und trugen so zu der wachsenden Zahl religiöser Bauwerke bei.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Michel Thierry, S. 129&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei bestehenden Kirchen wurden in dieser Zeit Gawite angebaut, bei Kirchenneubauten wurden sie gleich in die Architektur einbezogen. Bei manchen Kirchen überragen sie in ihren Abmessungen das Hauptgebäude. Im Fall des Klosters Barjrakash (Anfang 13. Jahrhundert, im Tal des Flusses [[Debed]] beim georgischen Ort [[Marneuli]]) schrumpfte die an den Gawit grenzende Kirche bis zu einer kleinen Apsis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das mittlere Deckenfeld ist in der Regel von einer Kuppel ohne [[Tambour (Architektur)|Tambour]] überwölbt oder anderweitig erhöht. Der Übergang vom Grundquadrat zum Kuppelkreis wird mit [[Pendentif]]s oder mit [[Trompe]]n oder sonstigen Gewölbezwickeln zunächst über ein Oktogon, manchmal auch über eine Zwischenstufe mit 12 oder 16 Seiten erreicht. Anstelle der Kuppel kann ein Kreuzgratgewölbe, eine Pyramide oder ein kleiner Turmaufbau den oberen Abschluss bilden. In vielen Fällen ist eine quadratische oder kreisrunde Lichtöffnung (&amp;#039;&amp;#039;jerdik&amp;#039;&amp;#039;) vorhanden. Die zentrale Deckenöffnung verweist auf den alten armenischen Wohnhaustyp &amp;#039;&amp;#039;glkhatun&amp;#039;&amp;#039; („Kopfhaus“),&amp;lt;ref&amp;gt;Károly Gombos: &amp;#039;&amp;#039;Die Baukunst Armeniens.&amp;#039;&amp;#039; Corvina Verlag, Budapest 1972, S. 48f&amp;lt;/ref&amp;gt; den im 5. Jahrhundert v. Chr. bereits der griechische Historiker [[Xenophon]] beschrieb und der bis ins 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert gebaut wurde. Das Dach dieses quadratischen Haustyps bestand aus diagonal über die Raumecken gelegten Holzbalken, die nach oben verjüngt ein [[Kraggewölbe]] (&amp;#039;&amp;#039;hazarashen&amp;#039;&amp;#039;) bildeten, das außen mit Erde überdeckt zu einem künstlichen Rundhügel wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Harutyun Marutyan: &amp;#039;&amp;#039;Home as the World&amp;#039;&amp;#039;. In: Levon Abrahamian, Nancy Sweezy (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Armenian Folk Arts, Culture, and Identity.&amp;#039;&amp;#039; Indiana University Press, Bloomington 2001, S. 80, 82. Die echte Steinkuppel geht jedoch nicht auf die armenischen Wohnhäuser zurück, da sie eine völlig andere Dachkonstruktion darstellt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit dem 14.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert waren auch Deckenkonstruktionen ohne frei stehende Pfeiler möglich. In diesem Fall stützen zwei massive Pilaster an jeder Wandseite weite, den gesamten Raum überspannende Bögen, die sich kreuzen und ebenfalls neun Raumfelder bilden.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Bock, S. 284&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Neun-Felder-Grundplan hat eine Parallele bei den in der Abbasidenzeit erbauten Moscheen. Die Gawite im 13.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert erlaubten im Unterschied zu den strenger der Bautradition folgenden Kirchenbauten eine innovativere Ausgestaltung und eine stärkere Übernahme benachbarter Formensprachen. Beim Gavit von Astvatsankal aus dem 13.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert in der Provinz [[Aragazotn]] (Ruine beim [[Erdbeben von Spitak 1988|Erdbeben 1988]] zerstört und später unsachgemäß teilrestauriert) waren die Gewölbezwickel von [[Muqarnas]] nach seldschukischem Vorbild überdeckt. Die Übernahme von Muqarnas aus der islamischen Bautradition findet sich auch an der zeitgenössischen [[Hagia Sophia (Trapezunt)|Hagia Sophia in Trapezunt]] und gelegentlich anderweitig in der armenischen Architektur.&amp;lt;ref&amp;gt;Armen Ghazarian, Robert Ousterhout: &amp;#039;&amp;#039;A Muqarnas Drawing from Thirteenth-Century Armenia and the Use of Architectural Drawings during the Middle Ages.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Muqarnas&amp;#039;&amp;#039;, Vol. 18, 2001, S. 141–154, hier S. 146&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klassifizierung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Sanahin-g-plan-ares3-l.jpg|miniatur|Grundplan des Klosters Sanahin. Gawit Typ&amp;amp;nbsp;A1 (auf dem Plan Nr.&amp;amp;nbsp;4) vor der Amenaprkich-Kirche]]&lt;br /&gt;
Die Einteilung der Gawite erfolgt nach der Deckenkonstruktion über Pfeilern oder über der zuletzt genannten Rippenkonstruktion. Jean-Michel Thierry nennt in seiner Klassifizierung zunächst den häufigsten &amp;#039;&amp;#039;Typ&amp;amp;nbsp;A1&amp;#039;&amp;#039;, der dem Vorbild von Horomos folgt: Vom Quadrat der vier freistehenden Säulen führen Bögen zu Wandpfeilern. Von den neun Deckensegmenten sind die vier im Achsenkreuz liegenden durch Tonnengewölbe und die Eckfelder durch Flachkuppeln oder Flachdecken geschlossen. Vom Eingang in der Westwand führt der Weg nach Osten in die Kirche. Manche Gawite dieses Typs verfügen über angebaute Kapellen an den Ecken oder über ein Obergeschoss. Beispiele sind das [[Kloster Sanahin]] mit einem Gawit von 1181, [[Goschawank]] in der Provinz [[Tawusch]] (1197), [[Makarawank]] in derselben Provinz (1207), [[Saghmosawank]] (kurz nach 1215) in der Provinz [[Aragazotn]], [[Haritschawank]] in der Provinz [[Schirak]] im Nordwesten (1225) und [[Howhannawank]] nordwestlich [[Jerewan]] (1250). Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert kommt der Typ&amp;amp;nbsp;A1 zwar immer noch vor, in der Region [[Vaspurakan]] (in der heutigen Osttürkei) fehlt jedoch nahezu der gesamte Reliefschmuck. Gawite in dieser Zeit wurden unter anderem im [[Heilige-Apostel-Kloster (Muş)|Apostelkloster bei Muş]] (1555), in [[Varagavank]] (1648), Lim (1766, heute die Insel [[Adır Adası]] im Vansee) und Narek (1787, Provinz [[Ararat (Provinz)|Ararat]]) gebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der seltene &amp;#039;&amp;#039;Typ&amp;amp;nbsp;A2&amp;#039;&amp;#039; besitzt nur zwei frei stehende Pfeiler, von denen die Gurtbögen zu den Außenwänden führen. Die Kuppel ist hier asymmetrisch angeordnet. Ein Beispiel ist der Gawit des [[Kloster Hajrawank|Klosters Hajrawank]] am Westufer des [[Sewansee]]s aus dem 12. Jahrhundert, der an eine Kirche vom Ende des 9. Jahrhunderts angebaut wurde. Später kommen die zwei Pfeiler noch in Putkuvank (1601, Haneputki, Osttürkei) vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die verbreitete Rippenbogendecke bildet den &amp;#039;&amp;#039;Typ&amp;amp;nbsp;B1&amp;#039;&amp;#039;. Hierzu gehören die [[Kloster Khorakert]] nordwestlich von Sanahin mit einem Gawit von 1252, [[Heilige-Apostel-Kloster (Tawusch)|Arakelozwank]] im äußersten Nordosten (13. Jahrhundert) und [[Kloster Deghdznut|Deljnutivank]] (13. Jahrhundert). Bei einer Sonderform im Kloster [[Horomayr]]i (Provinz [[Lori (Provinz)|Lori]], 13. Jahrhundert) und bei der Apostelkirche in [[Ani (historische Stadt)|Ani]] (vermutlich Anfang 11. Jahrhundert) verlaufen die Rippen diagonal im Raum. Bei der Apostelkirche war ein kleiner Gawit an eine Kirche angebaut, deren Grundform den Übergang von einem Tetrakonchos zu einer Kreuzkuppelkirche darstellte. In Arates (Provinz [[Wajoz Dsor]]) besaß die Decke als eine Besonderheit Zwischenrippen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Typ&amp;amp;nbsp;C&amp;#039;&amp;#039; ist eine reduzierte, asymmetrische Form mit nur zwei frei stehenden Pfeilern nahe der Westwand. Sie kommt in den Klöstern [[Haghpat]] im Norden (Anfang 13. Jahrhundert), [[Mschkawank]] (Provinz Tawusch) und [[Gandsassar|Ganjasar]] (im Osten, 13. Jahrhundert) vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu &amp;#039;&amp;#039;Typ&amp;amp;nbsp;D&amp;#039;&amp;#039; gehören Gawite, die weder zentrale Pfeiler, noch eine Rippenkonstruktion, sondern ein Kreuzgratgewölbe besitzen. Ein solcher Gawit aus dem Jahr 1261 findet sich in [[Norawank]] im Tal des Amaghu und im Kloster Calackar mit der 1014 datierten Kirche von St. Karapet. Eine Flachkuppel (Kalotte) überwölbt den Gawit von [[Kloster Hogots|Hogeacvank]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Langrechteckige Gebäude werden als &amp;#039;&amp;#039;Typ&amp;amp;nbsp;E&amp;#039;&amp;#039; zusammengefasst. Hierzu gehören einschiffige Hallen (&amp;#039;&amp;#039;Typ&amp;amp;nbsp;E1&amp;#039;&amp;#039;), die es zu einer frühen Zeit in der südlichen Provinz [[Sjunik]] gab, zweischiffige (&amp;#039;&amp;#039;Typ&amp;amp;nbsp;E2&amp;#039;&amp;#039;) und dreischiffige Räume (&amp;#039;&amp;#039;Typ&amp;amp;nbsp;E3&amp;#039;&amp;#039;) wie in Sanahin von 1211. &amp;#039;&amp;#039;Typ&amp;amp;nbsp;E4&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet eine offene Galerie mit breiten Arkaden vor dem Westportal, die ähnlich in der georgischen Architektur vorkommt. Beispiele sind das Kloster [[Kobayr]] in der Provinz Lori aus dem 12. Jahrhundert und das Kloster Sedvivank; im 17. Jahrhundert: [[Mughni]] (Provinz Aragazotn), [[Zoravar]] (Provinz [[Kotajk]]), [[Schatiwank|Shativank]] (Provinz [[Wajoz Dsor]]), Bist (ein Dorf im Rayon [[Ordubad (Rayon)|Ordubad]] im Westen Aserbaidschans) und Paraga (in [[Autonome Republik Nachitschewan|Nachitschewan]]).&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Michel Thierry, S. 209f, 323&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Funktion ==&lt;br /&gt;
Nach dem Ende der [[Seldschuken|seldschukischen]] Überfälle im 11. Jahrhundert eroberte der georgische König [[Dawit IV. der Erbauer|Dawit der Erbauer]] Anfang des 12. Jahrhunderts den Norden Armeniens und das Land erhielt einen Anteil an der wirtschaftlichen Blüte Georgiens. Bis zum 14. Jahrhundert spielten die Klöster eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung der Architektur und vergrößerten ihre Ländereien, weil ihnen die Feudalherren ihren Besitz schenkten. Die nunmehr gebauten Gawite wurden die Bestattungsorte dieser Fürstenfamilien. Nach dem armenischen Kirchenrecht durften sie nicht in der Kirche selbst bestattet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Funktion als Ort der Rechtsprechung und der Verkündung von Gesetzen ist im Gawit der zerstörten Apostelkirche von Ani durch Inschriften an den Wänden belegt. Eine teilweise ähnliche Aufgabe besaß das [[Westwerk]] einer europäischen Kirche. Gavite dienten auch als Schulraum und Bibliothek für den [[Konvent (Kloster)|Konvent]]. Hierauf weisen zahlreiche Nischen in den Wänden hin, in denen Bücher abgestellt wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Bock, S. 248&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gawite trugen mit ihrer an die Palastbauten angelehnten Architektur dazu bei, einen zusammenhängenden Baukomplex zu schaffen, der sich harmonisch in die Landschaft einfügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Ulrich Bock: &amp;#039;&amp;#039;Georgien und Armenien. Zwei christliche Kulturlandschaften im Süden der Sowjetunion&amp;#039;&amp;#039;. DuMont, Köln 1988, S. 247f&lt;br /&gt;
* Stepan Mnazakanjan: &amp;#039;&amp;#039;Architektur.&amp;#039;&amp;#039; In: Burchard Brentjes, Stepan Mnazakanjan, Nona Stepanjan: &amp;#039;&amp;#039;Kunst des Mittelalters in Armenien.&amp;#039;&amp;#039; Union Verlag (VOB), Berlin 1981, S. 78f, 85f&lt;br /&gt;
* Jean-Michel Thierry: &amp;#039;&amp;#039;Armenische Kunst&amp;#039;&amp;#039;. Herder, Freiburg 1988, S. 209f, 323&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Gavit}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Architektur (Armenien)| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirche (Architektur)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bertramz</name></author>
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