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	<title>Georg Michael Welzel - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T05:57:04Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Georg_Michael_Welzel&amp;diff=121062&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bernd Bergmann: /* Leben */ orth. &amp; stil.</title>
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		<updated>2024-11-20T22:36:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Leben: &lt;/span&gt; orth. &amp;amp; stil.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Georg Michael Welzel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[11. April]] [[1944]] in [[Cottbus]]; † [[2. März]] [[1974]] in [[Tarragona]]) war eines der letzten Opfer der [[Todesstrafe]] in [[Spanien]]. Er wurde unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Heinz Ches&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; in der Haftanstalt von Tarragona hingerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Welzel war ein gelernter Maschinenschlosser. Er wurde in der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] zwischen 1964 und 1970 dreimal wegen versuchter [[Republikflucht]] zu Strafen zwischen zehn Monaten und vier Jahren verurteilt. Nachdem die Bundesrepublik Deutschland ihn im Mai 1972 [[Häftlingsfreikauf|freigekauft]] hatte, lebte und arbeitete er in [[Oberhausen]]. Mit einem gestohlenen [[Reisepass]] auf den Namen Klaus Hermann Rudolf Sackman reiste er Ende November oder Anfang Dezember 1972 über [[Cerbère]]/[[Port Bou]] in Spanien ein. Zu dieser Zeit hatte er jeden Kontakt zu seinen Angehörigen in der DDR abgebrochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ereignisse in Spanien ===&lt;br /&gt;
Am 13. Dezember 1972 schoss er im [[Hafen]] von [[Barcelona]] auf einen Angehörigen der &amp;#039;&amp;#039;[[Guardia Civil]]&amp;#039;&amp;#039;, der dabei schwer verletzt wurde. Am 19. Dezember 1972 betrat ein Beamter der &amp;#039;&amp;#039;Guardia Civil&amp;#039;&amp;#039; das [[Café]] eines Campingplatzes in [[Vandellòs i l’Hospitalet de l’Infant]], in dem Welzel saß. Welzel erschoss ihn ohne Vorwarnung mit einem gestohlenen Gewehr. Beim [[Vernehmung|Verhör]] gab er zu, geschossen zu haben, bestritt aber jede Tötungsabsicht. Bis heute sind seine Tatmotive unbekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Thoralf Cleven |url=https://www.rnd.de/panorama/aus-der-ddr-gefluechtet-in-spanien-hingerichtet-wer-war-georg-michael-welzel-HE4PDF2YOBE2BMBVFRF53LNMK4.html |titel=Aus der DDR geflüchtet, in Spanien hingerichtet: Wer war Georg Michael Welzel? |hrsg=[[Redaktionsnetzwerk Deutschland]] |datum=2024-03-02 |abruf=2024-11-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Vernehmungen behauptete Welzel, Heinz Ches (andere Schreibweise: Heinz Chez) zu heißen, und im Jahr 1939 in [[Stettin]] geboren zu sein. Warum er seine Identität verschleierte, bleibt unklar. [[Interpol]] meldete zwar an die spanischen Behörden die wahre Identität Welzels, allerdings nahm die spanische Gerichtsbarkeit die Information entweder nicht zur Kenntnis oder ignorierte sie. Vermutungen gehen dahin, dass er entweder Druck der DDR-Behörden auf seine Familie befürchtete oder sich seiner Tat schämte. Auch die Spanier hatten kein Interesse an der Veröffentlichung der wahren Identität, möglicherweise weil diplomatische Verwicklungen mit der [[Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (bis 1990)|Bundesrepublik Deutschland]] befürchtet wurden. Im Verfahren selbst vertrat ihn ein junger [[Anwalt|Verteidiger]], dem der Fall in einer Bar angedient wurde. Niemand legte Berufung gegen das am 6. September 1973 verhängte [[Todesstrafe|Todesurteil]] ein. Die [[Hinrichtung]] dauerte länger als gewöhnlich, da der [[Scharfrichter|Henker]] den Umgang mit der [[Garrotte]] nicht beherrschte. Vom Beginn der Hinrichtung bis zum Eintritt des Todes benötigte der Henker mehrere Versuche, die insgesamt eine halbe Stunde dauerten. Am selben Tag fand in [[Barcelona]] die Hinrichtung  von  [[Salvador Puig Antich]] statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spätere Ereignisse ===&lt;br /&gt;
Welzel hinterließ drei Kinder, die erst 2003 von seinem Schicksal erfuhren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1977 nahm sich die Theatergruppe [[Els Joglars]] unter Regisseur [[Albert Boadella]] des Falles in dem Stück „La Torna“ an. Das Stück wurde nach 40 Aufführungen abgesetzt und vier Mitglieder der Gruppe von einem [[Militärgericht]] wegen Beleidigung des [[Spanische Streitkräfte|Militärs]] zu zwei Jahren Haft verurteilt. Boadella selbst gelang eine spektakuläre Flucht aus dem Hospital Clínic de [[Barcelona]], und er ging ins französische Exil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2004 erschien ein spanischer [[Dokumentarfilm]] über Welzels Geschichte: &amp;#039;&amp;#039;La muerte de nadie&amp;#039;&amp;#039; (dt.: &amp;#039;&amp;#039;Der Tod von niemandem&amp;#039;&amp;#039;) von Joan Dolç. Er beruht – ohne dass dies im Film Erwähnung findet – auf den minutiösen Recherchen des Valencianer Journalisten und Filmemachers [[Raúl Riebenbauer]], die von 1995 bis 2004 andauerten. Durch Riebenbauer erhielten Welzels Geschwister in Cottbus auch Gewissheit über das Schicksal ihres Bruders sowie über die vielen Widersprüche und Verfahrensmängel des Prozesses. Riebenbauers Gespräche mit den am Verfahren in der Strafsache Heinz Ches beteiligten Juristen und Militärs bestätigten auch die von Anfang an geäußerte Vermutung der internationalen Presse, dass durch die Hinrichtung eines vorgeblich Kriminellen vom politisch motivierten Justizmord an Salvador Puig Antich abgelenkt werden sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 2005 inszenierte Albert Boadella erneut sein Stück von 1977 in einer überarbeiteten Version mit Schauspielstudenten unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;La Torna de La Torna&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2006 sendete der Deutschlandfunk einen Beitrag über Georg Michael Welzel und Riebenbauers Nachforschungen im Rahmen der Sendereihe Studiozeit: „Ermordet durch Francos Garotte – Das Schicksal des DDR-Flüchtlings Georg Welzel“ von Ute Steinbicker und Hans-Jürgen Schmitt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Gedichtband &amp;#039;&amp;#039;Balladen vom kurzen Prozeß&amp;#039;&amp;#039; (1975) schrieb die Lyrikerin Helga M. Novak in ihrer Ballade „von einem nach dem kein Hahn kräht“ dem Hingerichteten ein kleines poetisches Denkmal: „Heinz Chez hieß er und war Pole“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dem Roman &amp;#039;&amp;#039;Kupfersonne&amp;#039;&amp;#039; (2020) von [[Reinhard Stöckel]] basiert die Figur des Edgar Trybek auf dem Schicksal Welzels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
=== Allgemein ===&lt;br /&gt;
* Juan Eslava Galán: &amp;#039;&amp;#039;Verdugos y torturadores.&amp;#039;&amp;#039; Temas de hoy, Madrid 1991, ISBN 84-7880-067-0.&lt;br /&gt;
* Raúl Riebenbauer: &amp;#039;&amp;#039;El silencio de Georg. La verdadera historia de Heinz Ches, ejecutado el mismo día que Salvador Puig Antich y borrado de la memoria colectiva.&amp;#039;&amp;#039; 3., erweiterte und korrigierte Auflage. La Vorágine, Santander 2021, ISBN 978-84-122386-5-5.&lt;br /&gt;
* [[Martin Dahms]]: [https://www.berliner-zeitung.de/ein-junger-mann-flieht-aus-cottbus-ans-mittelmeer-dort-wird-er-1974-hingerichtet-die-geschichte-ist-voller-raetsel-vieles-wird-erst-jetzt-bekannt-letzte-reise-nach-spanien-li.29269 &amp;#039;&amp;#039;Letzte Reise nach Spanien&amp;#039;&amp;#039;]. In: &amp;#039;&amp;#039;Berliner Zeitung.&amp;#039;&amp;#039; 13. Juli 2004, abgerufen am 26. Dez. 2020.&lt;br /&gt;
* Reinhard Stöckel: [https://das-blaettchen.de/2009/09/barabbas-1974-11411.html &amp;#039;&amp;#039;Barabas 1974&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Das Blättchen&amp;#039;&amp;#039; Berlin, 14. September 2009, Heft 19 ([https://das-blaettchen.de/2009/09/barabbas-1974-11411.html Online]).&lt;br /&gt;
* Johannes Winter: &amp;#039;&amp;#039;Drang nach Freiheit. Der Mauerbau und seine Folgen&amp;#039;&amp;#039;. faustkultur 17. August 2021 ([https://faustkultur.de/gesellschaft-allgemein/drang-nach-freiheit/ Online]).&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Raul Zelik]] |Titel=Tod unter falschem Namen |Sammelwerk=[[nd]] |Verlag=nd.Genossenschaft eG |Ort=Berlin |Datum=2024-03-02 |ISSN=0323-3375 |Seiten=18 |Online=https://www.nd-aktuell.de/artikel/1180477.spanien-franco-diktatur-tod-unter-falschem-namen.html |Abruf=2024-03-04}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Belletristik ===&lt;br /&gt;
* Reinhard Stöckel: [https://www.muerysalzmann.com/online-shop/kupfersonne?rq=Kupfersonne &amp;#039;&amp;#039;Kupfersonne&amp;#039;&amp;#039;]  Roman, Müry Salzmann Verlag, 2020, ISBN 978-3-99014-201-1&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.portaloaca.com/videos/documentales-/815-la-muerte-de-nadie.html La Muerte de Nadie], Dokumentarfilm (spanisch), abgerufen am 26. Dez. 2020&lt;br /&gt;
* {{YouTube|5H0-1P89sZQ|Gespräch mit Raúl Riebenbauer und Carme Puig Antich|sprache=es|abruf=2021-03-18}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=13162153X|LCCN=n2006039800|VIAF=57750531}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Welzel, Georg Michael}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hingerichtete Person (Spanien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hingerichtete Person (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:DDR-Flüchtling]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1944]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1974]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Welzel, Georg Michael&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Ches, Heinz (Falschname); Chez, Heinz (Falschname); Sackman, Klaus Hermann Rudolf (Falschname)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Staatsbürger und eines der letzten Opfer der Todesstrafe in Spanien&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=11. April 1944&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Cottbus]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=2. März 1974&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Tarragona]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bernd Bergmann</name></author>
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