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	<title>Grafschaft Ravensberg - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Invisigoth67: typo</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;typo&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Territorium im Heiligen Römischen Reich&lt;br /&gt;
|Wappen = [[Datei:Armoiries Ravensberg.svg|100px]]&lt;br /&gt;
|Karte = [[Datei:Grafschaft Ravensberg.jpg|220px]]&lt;br /&gt;
|Bildtext = Zeitgenössische Karte aus dem 17. Jahrhundert&lt;br /&gt;
|Alternativnamen = &lt;br /&gt;
|Vorläufer = &lt;br /&gt;
|Regierungsform = [[Grafschaft]]&lt;br /&gt;
|Staatsoberhaupt = [[Graf]]&lt;br /&gt;
|Region-ISO = [[DE-NW]]&lt;br /&gt;
|Reichstag = &lt;br /&gt;
|Reichskreis = [[Niederrheinisch-Westfälischer Reichskreis|niederrheinisch-westfälisch]]&lt;br /&gt;
|Kreistag = &lt;br /&gt;
|Hauptstädte/Residenzen = [[Bielefeld]]&lt;br /&gt;
|Dynastien = 1140–1346 Grafen von Ravensberg&amp;lt;br /&amp;gt;1346–1511 Haus Jülich&amp;lt;br /&amp;gt;1511–1609 Haus Mark&amp;lt;br /&amp;gt;1609/1614–1806/1918 Haus [[Hohenzollern]]&lt;br /&gt;
|Konfession/Religion = [[römisch-katholisch]], ab 16. Jh. [[protestantisch]]&lt;br /&gt;
|Sprache/n = [[Deutsche Sprache|Deutsch]]&lt;br /&gt;
|Fläche =&lt;br /&gt;
|Einwohner = &lt;br /&gt;
|Währung = &lt;br /&gt;
|Nachfolger = [[Königreich Westphalen]]&lt;br /&gt;
|Siehe auch = &lt;br /&gt;
|Lage =&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Grafschaft Ravensberg - Lage 1806.png|mini|Lage in Preußen 1806]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Grafschaft Ravensberg mit Ämtern und Vogteien.jpg|mini|Ämter und Vogteien der Grafschaft Ravensberg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Grafschaft Ravensberg&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war ein [[Territorialstaat|Territorium]] des [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reiches]] und entstand im 12. Jahrhundert. Sie lag im Osten des [[Niederrheinisch-Westfälischer Reichskreis|Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreises]], mit der Stadt [[Bielefeld]] als Hauptort. Entstanden im 12. Jahrhundert, war sie ab 1346 in [[Personalunion]] mit [[Herzogtum Berg|Berg]], ab 1437 mit [[Herzogtum Jülich-Berg|Jülich-Berg]] und ab 1521 mit [[Herzogtum Kleve|Kleve]] in den [[Vereinigte Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg|Vereinigten Herzogtümern]] verbunden. Nach der provisorischen Erbteilung 1614 wurde sie von [[Mark Brandenburg|Brandenburg]] verwaltet (ab 1618 Personalunion [[Brandenburg-Preußen]]), dem es 1666 mit der endgültigen Erbteilung zugeschlagen wurde. 1719 ordnete dieses seine Territorien neu und bildete aus der Grafschaft und dem [[Fürstentum Minden]] das Verwaltungsgebiet [[Minden-Ravensberg]]. 1807 ging das Territorium im neuen [[Königreich Westphalen]] auf, 1810 annektierte Frankreich erste Teile des Gebiets.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Gebiet ==&lt;br /&gt;
=== Geographie ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Minden-Ravensberg.png|mini|links|Geografie 1806]]&lt;br /&gt;
Die Grafschaft wurde durch mehrere Höhenzüge des unteren [[Weserbergland]]es in vier Teile geschieden. Im Norden bei Preußisch Oldendorf reichte sie über das [[Wiehengebirge]] hinaus in die [[Norddeutsches Tiefland|Norddeutsche Tiefebene]]. Südlich des [[Teutoburger Wald]]es, um Halle und [[Brackwede]], hatte Ravensberg Anteil an der [[Westfälische Bucht|Westfälischen Bucht]]. Das Gebiet im Osten um [[Vlotho]] und dem heutigen [[Bad Oeynhausen]] lag jenseits der Ausläufer des [[Lipper Bergland]]es an der [[Weser]]. Auch die unregelmäßigen Territorialgrenzen gegen Minden bedingten die Randlage dieser Gebiete, vor der Eingliederung [[Herford]]s in Ravensberg hatte es eine [[Exklave]] gebildet. Das Kerngebiet zwischen den genannten Höhenzügen, um die Städte Bielefeld (Hauptteil), Herford und [[Bünde]], war Teil der [[Ravensberger Mulde]], die ihren Namen nachträglich der Grafschaft verdankt. Außerdem deckt sich das Gebiet der Grafschaft größtenteils mit der heute als &amp;#039;&amp;#039;[[Ravensberger Land]]&amp;#039;&amp;#039; bezeichneten Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachbarterritorien ===&lt;br /&gt;
Bis zur [[Franzosenzeit]] waren die Territorien um die Grafschaft herum zersplittert. Die Grafschaft grenzte 1801 im Norden an das [[Fürstentum Minden]]. Im Osten grenzte sie an das [[Fürstentum Lippe]]. Im Süden lagen das [[Hochstift Paderborn]], die [[Grafschaft Rietberg]], die osnabrückische [[Exklave]] [[Amt Reckenberg]] und die [[Herrschaft Rheda]], im Südwesten das [[Hochstift Münster]]. Im Westen grenzte das [[Hochstift Osnabrück]] an die Grafschaft. Umschlossen wurde außerdem das im Stadtgebiet Herfords liegende winzige Gebiet der [[Stift Herford|Fürstabtei Herford]], dem aber kein Territorium im engeren Sinne zugeordnet war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juli 1806 grenzte die Grafschaft im Osten an das Fürstentum Lippe, im Süden an die Herrschaft Rheda (zu [[Bentheim-Tecklenburg]]), und die Grafschaft Rietberg. Der Rest war von anderen preußischen Gebieten umgeben, unter anderem dem Fürstentum Minden im Norden und dem Amt Reckenberg im Süden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Siehe auch [[Landesgrenzsteine]]&amp;#039;&amp;#039; zwischen Bad Salzuflen sowie Herford und Vlotho.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gegenwärtige Zugehörigkeit ===&lt;br /&gt;
Das ravensbergische Territorium liegt im heutigen [[Regierungsbezirk Detmold]] ([[Ostwestfalen-Lippe]]) in [[Nordrhein-Westfalen]]. Ausgehend von seinen letztgültigen Grenzen (1652–1807) verteilt es sich auf die Kreise [[Kreis Gütersloh|Gütersloh]], [[Kreis Herford|Herford]], [[Kreis Minden-Lübbecke|Minden-Lübbecke]] und die Stadt [[Bielefeld]]. Im Einzelnen gehörte das Gebiet folgender heutiger Städte und Gemeinden dazu:&lt;br /&gt;
* von den 13 Kommunen des Kreises Gütersloh fünf ganz und eine kleinerenteils:&lt;br /&gt;
[[Borgholzhausen]], [[Halle (Westf.)|Halle]], [[Steinhagen (Westfalen)|Steinhagen]], [[Versmold]], [[Werther (Westf.)|Werther]]; der [[Gütersloh]]er Stadtteil [[Isselhorst]].&lt;br /&gt;
* von den neun Kommunen des Kreises Herford vier ganz, drei größerenteils, eine kleinerenteils:&amp;lt;br /&amp;gt;[[Enger]], [[Hiddenhausen]], [[Rödinghausen]], [[Spenge]]; [[Herford]] ohne den Stadtteil Falkendiek, [[Bünde]] ohne die Stadtteile [[Dünne]] und [[Spradow]], [[Vlotho]] ohne den Stadtteil Uffeln; [[Kirchlengern]] südl. der Werre.&lt;br /&gt;
* von den elf Kommunen des Kreises Minden-Lübbecke eine überwiegend und eine etwa zur Hälfte:&amp;lt;br /&amp;gt;[[Preußisch Oldendorf]] ohne die Stadtteile Hedem und Lashorst; [[Bad Oeynhausen]] südl. der Werre.&lt;br /&gt;
* die kreisfreie Stadt [[Bielefeld]] ganz bis auf das ehemals rietbergische Gebiet im Raum [[Wilhelmsdorf (Arbeiterkolonie)|Wilhelmsdorf]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Bedeutung ===&lt;br /&gt;
Die Grafschaft Ravensberg war trotz ihrer geringen Größe nicht unbedeutend. Sie war infolge überwiegend fruchtbarer Böden vergleichsweise dicht besiedelt und hatte eine günstige Verkehrslage zwischen dem Westen und der nördlichen Mitte Deutschlands. Sie lag außerdem im Schnittpunkt (und folglich zugleich am Rand) der Gebiete der umliegenden konkurrierenden westfälischen Bistümer [[Bistum Minden|Minden]], [[Bistum Paderborn|Paderborn]], [[Bistum Münster|Münster]] und [[Bistum Osnabrück|Osnabrück]], wodurch sie sich von einer einseitigen Vorherrschaft durch eine dieser Mächte freihalten konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgehend von diesen nicht ungünstigen Bedingungen gelang es den Grafen von Ravensberg im [[Mittelalter]] lange, trotz mancher Rückschläge ihr Gebiet langsam, aber stetig zu erweitern. Dieser Aufstieg endete erst, als die Grafschaft ab dem 14. Jahrhundert in [[Personalunion]] mit größeren Territorien trat und die Herrscher ihr politisches Hauptaugenmerk auf andere Schauplätze richteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Militärstrategisch und als Geldquelle war Ravensberg aber weiterhin bedeutsam. Das galt besonders für die Zeit der Herrschaft der [[Hohenzollern]], für die die Grafschaft ein wichtiges Bindeglied zu ihren entlegenen westlichen Besitzungen [[Herzogtum Kleve|Kleve]] und [[Grafschaft Mark|Mark]] darstellte. Auch profitierte Brandenburg-Preußen finanziell erheblich von der Blüte von [[Leinenindustrie]] und -handel in und um Bielefeld im 17. und 18. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ereignisgeschichte ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Otto von Ravensberg.jpg|mini|Gedenkstein in Bersenbrück über die Stiftung des Klosters Bersenbrück 1231 durch Otto von Ravensberg]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bielefeld Sparrenburg 2.jpg|mini|Die [[Sparrenburg]] in Bielefeld, Herrschersitz und Verwaltungsmittelpunkt]]&lt;br /&gt;
[[Datei:HerzogGerhardIIBerg.jpg|mini|Gerhard II., letzter in Bielefeld ansässiger Graf. Miniatur von 1480]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grundlagen der Grafschaft Ravensberg wurden geschaffen, als die [[Grafschaft Calvelage|Grafen von Calvelage]], begütert um [[Vechta]] und [[Bersenbrück]], um 1100 Gebiete im Teutoburger Wald nordwestlich von Halle erwarben und die [[Burg Ravensberg]] errichteten. Otto (I.) verlegte um 1140 seinen Hauptsitz auf die Burg und führte fortan den Titel „Graf von Ravensberg“, desgleichen alle seine Nachfolger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des 12. Jahrhunderts konnten sowohl die alten als auch die neuen Besitzungen (im Raum um Bielefeld, Herford und Halle) erweitert und darüber hinaus zusätzliche im [[Emsland]] erworben werden. Die Grafen von Calvelage-Ravensberg gehörten damit zu den bedeutendsten Adelsgeschlechtern [[Westfalen]]s und rangen in dessen Norden mit den [[Hochstift Münster|Bischöfen von Münster]], denen von [[Hochstift Osnabrück|Osnabrück]] und besonders den [[Grafschaft Tecklenburg|Grafen von Tecklenburg]] um die Vorherrschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1226 wurde das Gebiet geteilt: Graf [[Ludwig (Ravensberg)|Ludwig]] erhielt die Besitzungen um den Teutoburger Wald, sein Bruder Otto II. Vlotho und die Gebiete im Norden. Otto starb 1244 ohne männlichen Erben, seine Tochter [[Jutta von Ravensberg|Jutta]] verkaufte die Güter um Vechta und im Emsland 1252 an Münster, wodurch das [[Niederstift Münster]] begründet wurde, Vlotho fiel an Tecklenburg. Somit beschränkt auf sein Gebiet in Ostwestfalen, sank Ravensberg zur nachrangigen Macht ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Bielefeld]], 1214 erstmals als Stadt erwähnt, entwickelte sich zum Hauptort der Grafschaft. Graf Ludwig ließ bis etwa 1250 die [[Sparrenburg]] errichten, die für die folgenden hundert Jahre der bevorzugte Sitz der Herrscher war. Dies war auch die Zeit langsamen Wiederaufstiegs: Vlotho fiel um 1270 wieder zurück an Ravensberg, um 1300 wurden die nordwestlichen Gebiete um die [[Burg Limberg]], 1334 Bünde erworben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1346 endete diese Entwicklung: mit dem Tod des Grafen [[Bernhard (Ravensberg)|Bernhard]] starb das Haus Calvelage-Ravensberg im Mannesstamm aus. Erbin war Bernhards Nichte [[Margarete von Ravensberg-Berg|Margarete]], verheiratet mit einem Angehörigen aus dem Hause Jülich. Dieser wurde als [[Gerhard (Berg)|Gerhard I.]] neuer Graf, 1348 auch Graf von [[Herzogtum Berg|Berg]]. Ravensberg stand fortan lange in enger Verbindung mit Berg und bald auch [[Herzogtum Jülich|Jülich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1389 übertrug [[Wilhelm II. (Berg)|Wilhelm I.]], 1380 zum Herzog von Berg erhoben, die Grafschaft nacheinander zweien seiner Söhne. Während sie [[Adolf (Jülich-Berg)|Adolf]] nur als Basis für weiteren persönlichen Machtausbau diente, machte [[Wilhelm (Berg-Ravensberg)|Wilhelm II.]] sich wieder mehr um die Grafschaft selbst verdient und erwarb 1409 Enger. Mit ihm hatte letztmals ein Graf seine Residenz auf der Sparrenburg und in der [[Neustädter Marienkirche]] seine [[Grablege]]. Als sein Sohn Graf [[Gerhard (Jülich-Berg)|Gerhard II.]] 1437 die Herzogtümer Jülich und Berg erbte, wurde Ravensberg endgültig bloßes [[Nebenland]] innerhalb größerer Territorialverbünde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1511/21 wurde Jülich-Berg-Ravensberg durch [[Erbfall]] mit Kleve-Mark zu [[Vereinigte Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg|Jülich-Kleve-Berg]] verbunden. Die Herzöge standen den Ideen der [[Reformation]], die seit etwa 1525 sich im Ravensbergischen verbreiteten, tolerant gegenüber, so dass hier die Bevölkerung allmählich, aber schließlich bis 1600 vollständig zum [[Luthertum]] übertrat. Als das Herzogshaus 1609 ausstarb, kam es zum [[Jülich-Klevischer Erbfolgestreit|Jülich-Klevischen Erbfolgestreit]]. Der [[Vertrag von Xanten|Erbvergleich 1614]] brachte Ravensberg zusammen mit Kleve und Mark an Brandenburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Kriegs]] durchzogen Truppen fast aller Kriegsparteien die strategisch wichtige Grafschaft, die [[Landesburg]]en wurden mehrfach belagert. Der [[Westfälischer Frieden|Friedensschluss 1648]] brachte Brandenburg-Preußen als günstige territoriale Verstärkung und Abrundung das der Grafschaft benachbarte [[Fürstentum Minden]] ein. Dazu kam noch die [[Reichsstadt Herford]], die 1652 aufgrund umstrittener Ansprüche annektiert und zu Ravensberg geschlagen wurde. Minden und Ravensberg bildeten ab 1719 die Verwaltungseinheit [[Minden-Ravensberg]] mit Sitz in [[Minden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Neuordnung Deutschlands durch [[Napoleon Bonaparte|Napoleon I.]] wurde die Grafschaft Ravensberg 1807 dem [[Königreich Westphalen]] (Kanton Bielefeld im [[Departement der Weser]]) eingegliedert, 1811 fielen der Norden und Westen unmittelbar an Frankreich (mehrheitlich Distrikt Minden im [[Departement der Oberen Ems]]); der Rest bildete ab 1811 mehrheitlich den Distrikt Bielefeld Paderborn im weiterhin westphälischen [[Departement der Fulda]]. 1813 erlangte [[Preußen]] infolge der [[Befreiungskriege]] das Gebiet zurück und stellte die Grafschaft zunächst symbolisch wieder her, verwaltungstechnisch hatte dies im Rahmen des [[Generalgouvernement zwischen Weser und Rhein|Zivilgouvernements zwischen Weser und Rhein]] keine Auswirkungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grafschaft Ravensberg hörte 1816 endgültig auf zu bestehen, ihr Gebiet wurde auf die neugebildeten Kreise [[Kreis Bielefeld|Bielefeld]], [[Kreis Halle (Westfalen)|Halle (Westf.)]], [[Kreis Herford|Herford]] und [[Kreis Bünde|Bünde]] (mit kleineren [[Fürstentum Minden|mindischen]] Anteilen) sowie zu kleinen Teilen [[Kreis Lübbecke|Rahden]] verteilt. Die Kreise gehörten zum [[Regierungsbezirk Minden]] und damit zur [[Provinz Westfalen]]. Seit 1969/73 sind die ravensbergischen Gebiete wie o.a. aufgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1919 diente die Grafschaft als Namensgeber des katholischen Studentenvereins Ravensberg im [[Kartellverband katholischer deutscher Studentenvereine]] zu Münster.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ruine Limberg.jpg|mini|Die Burgruine auf dem [[Limberg (Wiehengebirge)|Limberg]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Burg Ravensberg NordWestAnsicht.JPG|mini|Die [[Burg Ravensberg]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ruine und Modernes.jpg|mini|Ruine der [[Burg Vlotho]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Gut Bustedt.jpg|mini|Das [[Gut Bustedt]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Im Heiligen Römischen Reich ===&lt;br /&gt;
Die Grafschaft Ravensberg war spätestens seit 1437 nicht mehr [[reichsunmittelbar]] und auf den [[Reichstag (HRR)|Reichstagen]] vertreten, da sie seitdem in Personalunion mit den Herzogtümern [[Herzogtum Jülich|Jülich]] und [[Herzogtum Berg|Berg]] stand und deren Nebenland bildete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Verbindung galt im Laufe des 17. Jahrhunderts als gelöst, deshalb beantragte 1705 Preußen für Ravensberg einen Sitz auf der [[Graf#Reichsgraf|westfälischen Grafenbank]]. Das Verfahren beim [[Reichskammergericht]] fand aber bis zum Ende des Reiches keinen Abschluss mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der Einteilung des Reichsgebietes in [[Reichskreis]]e im Jahre 1500 gehörte Ravensberg zum [[Niederrheinisch-Westfälischer Reichskreis|Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts erwarb Graf Hermann I. als Lehnsträger unter Lothar von Süpplingenburg die Grafenrechte im friesischen Emsgau. Diese Grafenrechte wurden 1253/54 an die Bischöfe von Münster abgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wappen ===&lt;br /&gt;
Das Ravensbergische [[Wappen]] enthielt drei rote [[Sparren (Heraldik)|Sparren]] in Silber (Weiß). Es war stets Teil des Wappens der im Besitz der Grafschaft befindlichen Herrscherhäuser, zuletzt des [[Titulatur und Wappen (Deutsche Kaiser nach 1873)#Das große Wappen|großen preußischen Wappens]]. Heute findet es sich in mehreren Kreis- und Stadtwappen des Gebiets, etwa denen [[Bielefeld]]s, [[Spenge]]s, [[Borgholzhausen]]s, [[Halle (Westf.)|Halles]], [[Steinhagen (Westfalen)|Steinhagens]], [[Vlotho]]s, [[Werther (Westf.)|Werthers]] und der Kreise [[Kreis Gütersloh|Gütersloh]] und [[Minden-Lübbecke]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Landesburgen ===&lt;br /&gt;
Ravensberg hatte fünf [[Burg]]en, die im Besitz der Landesherren standen:&lt;br /&gt;
* [[Sparrenburg]] (Burg Sparrenberg) in Bielefeld, lange Sitz der Grafen; heute restauriert;&lt;br /&gt;
* [[Burg Ravensberg]] bei Borgholzhausen, Keimzelle der Grafschaft; in Teilen erhalten;&lt;br /&gt;
* [[Burg Limberg]] bei Preußisch Oldendorf, teilweise restauriert;&lt;br /&gt;
* [[Burg Vlotho]] in Vlotho; Ruine (1936/39 auf Fundamentresten nachgebildet);&lt;br /&gt;
* [[Gut Bustedt|Burg Bustedt]] bei Hiddenhausen, restauriert.&lt;br /&gt;
Neben der militärischen Absicherung dienten die Burgen (bis auf Bustedt) auch als Sitz der Verwaltungsstellen der Grafschaft, die vier jeweiligen Verwaltungsgebiete &amp;#039;&amp;#039;(Ämter)&amp;#039;&amp;#039; waren daher nach den Burgen benannt. Spätestens gegen Ende des 17. Jahrhunderts entsprachen die Bauten nicht mehr den militärischen Erfordernissen und fielen überwiegend dem Verfall anheim. Jeder als Verwaltungssitz dienenden Burg waren [[Graf#Burggraf|Burggrafen]] zugeordnet, die aber nicht über den Drosten als Vorsteher der Ämter standen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Organisation ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Grafschaft Ravensberg in 1801.svg|mini|Die Gliederung der Grafschaft im Jahr 1801 vor Eingliederung der [[Stift Herford|Fürstabtei Herford]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Karte der Vereinigten Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg (1540).png|mini|Die [[Vereinigte Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg|Vereinigten Herzogtümer Jülich, Kleve und Berg]] um 1540. Schraffiert die [[Stift Essen|Vogtei Essen]], das [[Lippstadt|Kondominat Lippstadt]] und das 1538 ererbte [[Herzogtum Geldern]] mit der [[Grafschaft Zutphen]].]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grafschaft gliedert sich in vier nach den Landesburgen benannten Ämter sowie die Städte Herford und Bielefeld. Bis 1802 war die winzige [[Stift Herford|Fürstabtei Herford]] (ohne Territorium im engeren Sinne) noch nicht Teil der Grafschaft, danach Teil der Stadt Herford. Sitz der Droste &amp;#039;&amp;#039;(Amtmann)&amp;#039;&amp;#039; war aber später nicht mehr immer die Burg. Der Drost des Amtes Sparrenberg war [[Landdrost]] und damit der höchste der Drosten. Weiterhin gliederte sich das Amt in Vogteien mit einem [[Vogt]] an der Spitze. Die Vogteien gliederten sich in Kirchspiele und Bauerschaften. Die Grafschaft war ab 1652 – nachdem die freie [[Reichsstadt Herford]] eingegliedert wurde – formal folgendermaßen gegliedert:&lt;br /&gt;
* Stadt Bielefeld&lt;br /&gt;
* Stadt Herford (bis 1802 ohne [[Stift Herford|Fürstabtei Herford]])&lt;br /&gt;
* [[Amt Ravensberg]]&lt;br /&gt;
** Vogtei [[Halle (Westf.)|Halle]]&lt;br /&gt;
** Vogtei [[Versmold]]&lt;br /&gt;
** Vogtei [[Borgholzhausen]]&lt;br /&gt;
* [[Amt Sparrenberg]]&lt;br /&gt;
** Vogtei [[Werther (Westf.)|Werther]]&lt;br /&gt;
*** Kirchspiele Werther und Dornberg (ab 1692&amp;lt;ref name=&amp;quot;Storch&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Carl Ludwig Storch |Titel=Geographischer Büchersaal |Hrsg=Johann Georg Hager |Band=Vierter Band |Verlag=Johann David Stößels Erben |Ort=Chemnitz |Datum=1764 |Kapitel=Kurzgefasste Nachrichten von der Grafschaft Ravensberg |Seiten=274 und 286 |Online=https://books.google.de/books?id=4Y-vWloRxncC&amp;amp;newbks=1&amp;amp;newbks_redir=0&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA274#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false }}&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
** Vogtei [[Heepen]]&lt;br /&gt;
*** Kirchspiel Heepen und Teile des Kirchspiels [[Oerlinghausen]]&lt;br /&gt;
** Vogtei [[Schildesche]]&lt;br /&gt;
*** Kirchspiele Schildesche und [[Jöllenbeck]]&lt;br /&gt;
** Vogtei [[Brockhagen]] (bis 1692&amp;lt;ref name=&amp;quot;Storch&amp;quot; /&amp;gt;)&lt;br /&gt;
*** Kirchspiel Brockhagen (1692 zur Vogtei Brackwede)&lt;br /&gt;
** Vogtei [[Brackwede]]&lt;br /&gt;
*** Kirchspiele Brackwede, [[Isselhorst]], [[Dornberg (Bielefeld)|Dornberg]] (bis 1692), [[Steinhagen (Westfalen)|Steinhagen]], Brockhagen (ab 1692)&lt;br /&gt;
** Vogtei [[Enger]]&lt;br /&gt;
*** Kirchspiele Enger, [[Spenge]], [[Hiddenhausen]], [[Wallenbrück]]&lt;br /&gt;
* [[Amt Limberg]]&lt;br /&gt;
** Vogtei [[Bünde]]&lt;br /&gt;
** Vogtei [[Preußisch Oldendorf|Oldendorf]]&lt;br /&gt;
* [[Amt Vlotho (Grafschaft Ravensberg)|Amt Vlotho]]&lt;br /&gt;
** Vogtei [[Vlotho]]&lt;br /&gt;
** Vogtei [[Valdorf|Wehrendorf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe der Zeit hat es an dieser Gliederung kaum Veränderungen gegeben. Bis 1692 bildete das Kirchspiel [[Brockhagen]] eine eigene Vogtei. Als dieses aufgehoben wurde, kam es zur Vogtei Brackwede.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vogteien der Ämter Ravensberg, Limberg und Vlotho hatten bis spätestens 1722/23 – kurz nach der Schaffung des Verwaltungsgebietes [[Minden-Ravensberg]] und als die Drosten durch den preußischen König weitgehend ihrer Aufgabe (nicht ihres Amtes bzw. Ehrentitels) enthoben wurden – ihre Bedeutung de facto weitgehend verloren, bestanden jedoch formal weiter. Im Amt Sparrenberg zeichnete sich jedoch eine andere Entwicklung ab. Da es relativ groß war, entwickelten sich die Vogteien in ihrer Bedeutung und erhielten einen Amtmann an ihrer Spitze. Daher bürgerte sich für diese Vogteien die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Amt&amp;#039;&amp;#039; ein. Der Amtmann der ehemaligen Ämter Ravensberg, Limberg und Vlotho sowie der Quasi-Ämter Werther, Heepen, Schildesche, Brockhagen, Brackwede und Enger erhielten jeweils auf 6 Jahre die Einkünfte eines Amtes aus Domänen, Mühlen, [[Zehnt]]en usw. Dieser hatte das Amt dafür zu [[Immobiliarmiete|pachten]] (Pachtamt). Außerdem war er verantwortlich für die Rechtsprechung erster Instanz und die Polizeigewalt im Amt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://books.google.de/books?id=4fsaAAAAYAAJ&amp;amp;pg=PP7&amp;amp;lpg=PP7&amp;amp;dq=Leopold+von+Ledebur+%28Hrsg.%29:+Neues+allgemeines+Archiv+fuer+die+Geschichtskunde+des+Preussischen+Staates.+Mittler,+Berlin,+Posen,+Bromberg,+1836&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=gVe0qNChRD&amp;amp;sig=gqxNVVAYjIuDm459urBHqSJauyw&amp;amp;hl=de&amp;amp;ei=NT0OTc7EAcHCswbGpcnxDA&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result&amp;amp;resnum=3&amp;amp;ved=0CCYQ6AEwAg#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false Leopold von Ledebur (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Neues allgemeines Archiv fuer die Geschichtskunde des Preussischen Staates.&amp;#039;&amp;#039; Mittler, Berlin, Posen, Bromberg, 1836.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine bedeutende Funktion nach 1723 entwickelten die zwei neu eingerichteten landrätlichen Bezirke, denen entsprechend ab etwa 1734 jeweils ein Landrat vorstand.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Conrad Bornhak |Titel=Geschichte des Preussischen Verwaltungsrechts |TitelErg=Zweiter Band. Bis zum Frieden von Tilsit. |Verlag=Julius Springer |Ort=Berlin |Datum=1885 |Seiten=38 |Online=https://books.google.de/books?id=ftNKAQAAMAAJ&amp;amp;newbks=1&amp;amp;newbks_redir=0&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA38#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf die Bildung von Kreisen wie in anderen preußischen Gebieten wurde aber in Ravensberg verzichtet. Der nördliche landrätliche Bezirk umfasste die Ämter Limberg und Vlotho, während zum südlichen die Ämter Ravensberg und Sparrenberg gehörten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Handbuch über den Königlich Preussischen Hof und Staat fur das Jahr 1806 |Ort=Berlin |Datum=1806 |Seiten=100 |Online=https://books.google.de/books?id=GSM-AAAAYAAJ&amp;amp;newbks=1&amp;amp;newbks_redir=0&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA100#v=onepage&amp;amp;q&amp;amp;f=false }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Folgende Landräte waren in den beiden Gebieten tätig:&amp;lt;ref&amp;gt;{{BibISBN|978-3-598-23229-9}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Ämter Limberg und Vlotho&lt;br /&gt;
* 1734–1763{{0|00}}[[Dietrich Heinrich von Korff]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Google Buch | BuchID =gPUTAwAAQBAJ| Seite =PA4 | Linktext =&amp;#039;&amp;#039;Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen&amp;#039;&amp;#039;, von Albert Ludorff, Münster, 1907, Ferdinand Schöningh, Verlagsbuchhandlung | Land =de}} S.&amp;amp;nbsp;4&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1763–1785{{0|00}}[[Johann Heinrich Christoph von Korff]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1785–1796{{0|00}}[[Dietrich Victor Ludwig von Korff]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Google Buch | BuchID =M5tAAAAAcAAJ | Seite =RA1-PA261 | Linktext =&amp;#039;&amp;#039;Europäisches genealogisches Handbuch&amp;#039;&amp;#039;, von Gottlob Friedrich Krebel, Leipzig, 1784, Johann Friedrich Gleditschens Handlung | Land =de}} S.&amp;amp;nbsp;261 &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1796–1807{{0|00}}[[Friedrich Ernst George von Quernheimb]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Ämter Ravensberg und Sparrenberg&lt;br /&gt;
* 1736–1767{{0|00}}[[Johann Ernst von Eller]]&lt;br /&gt;
* 1768–1771{{0|00}}[[Christian Heinrich Ernst von Ledebur]]&lt;br /&gt;
* 1771–1797{{0|00}}[[Johann Heinrich Saverius von Vincke]]&lt;br /&gt;
* 1797–1806{{0|00}}[[Ernst Friedrich August von Ledebur]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gerichtswesen ====&lt;br /&gt;
Die Gerichtsverfassung der Grafschaft Berg war der der von Cleve und Berg sehr ähnlich. Grundlage war die von [[Wilhelm (Jülich-Kleve-Berg)|Graf Wilhelm]] 1556 mit Zustimmung der Landstände erlassenen &amp;#039;&amp;#039;Justiz und Polizeiordnung&amp;#039;&amp;#039; und dem [[Rezess]] des Landesherren mit den Ständen vom 29. April 1653. Eingangsgerichte waren danach die Stadtgerichte in Bielefeld und Herford und für die Landgemeinden die [[Gogericht]]e in Versmold und Herford sowie die [[Patrimonialgericht]]e. Das [[Haupt- und Gogericht Bielefeld]] bildete die zweite Instanz für die ländlichen Gerichte. Das oberste Gericht bildete nach der Inbesitznahme durch Preußen die Kanzlei. Mit dem Rezess von 1653 wurde die Kanzlei aufgehoben und in Berlin ein [[Appellationsgericht für die Grafschaft Ravensberg]] gebildet. Durch Verordnung vom 21. November 1712 sollte das Appellationsgericht für Ravensberg aufgehoben und seine Aufgaben dem [[Oberappellationsgericht Berlin]] übertragen werden. Dies wurde jedoch nicht umgesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Konrad Bornhak: Geschichte des preussischen Verwaltungsrechts: Band: Bis zum Regierungsantritt Friedrich Wilhelms I, 1884, S. 364–365, [https://www.google.de/books/edition/Geschichte_des_preussischen_Verwaltungsr/4I85AQAAIAAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;pg=PA364&amp;amp;printsec=frontcover Digitalisat]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Landstände ====&lt;br /&gt;
Die [[Landstände]] der Grafschaft Ravensberg bestanden aus den beiden Kurien der Ritterschaft und der Städte (dies waren nur Bielefeld und Herford). Für die Mitgliedschaft in der Ritterschaft bestanden als Voraussetzung der Besitz eines landtagsfähigen Gutes und der Nachweis von 16 adligen Vorfahren. Die Stände traten auf Landtagen zusammen. Zu diesen lud der ständische Ausschuss oder der Landesherr ein. Ab 1719 fanden die Landtage in Bielefeld, ab 1760 in Herford statt.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Spannagel: Minden und Ravensberg unter brandenburgisch-preussischer Herrschaft von 1648 bis 1719, 1894, S. 89 f., [https://www.google.at/books/edition/Minden_und_Ravensberg_unter_brandenburgi/WucIvzKX0qgC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=St%C3%A4nde+Grafschaft+Ravensberg&amp;amp;pg=PA98&amp;amp;printsec=frontcover Digitalisat]&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Grafschaft Ravensberg bestanden 96 landtagsfähige Güter, siehe die [[Liste der landtagsfähigen Rittersitze in der Grafschaft Ravensberg]].&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Adolph Freiherr von der Horst: Die Rittersitze in der Grafschaft Ravensberg und des Fürstentums Minden, 1894, [https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11609952?q=Eckendorf&amp;amp;page=18,19 Digitalisat]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Liste der Grafen von Ravensberg ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Wappen Grafen v. Ravensberg Spießen T253.jpg|mini|hochkant|[[Stammwappen]] der Grafen von Ravensberg von [[Adolf Matthias Hildebrandt]] im [[Wappenbuch des Westfälischen Adels]]]]&lt;br /&gt;
Anmerkung: zur Herrschaftsdauer der frühen Grafen finden sich in der Literatur unterschiedliche Angaben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haus Calvelage-Ravensberg ===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;geht aus den [[Grafschaft Calvelage|Grafen von Calvelage]] hervor und hält bis 1252 deren Besitz&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Bis 1144 [[Hermann I. (Ravensberg)|Hermann I.]]&lt;br /&gt;
* ca. 1140–ca. 1170 [[Otto I. (Ravensberg)|Otto I.]]&lt;br /&gt;
* ca. 1160–ca. 1180 [[Heinrich (Ravensberg)|Heinrich]]&lt;br /&gt;
* ca. 1175–ca. 1220 [[Hermann II. (Ravensberg)|Hermann II.]]&lt;br /&gt;
* ca. 1220–1244 [[Otto II. (Ravensberg)|Otto II.]]; &amp;#039;&amp;#039;herrscht ab 1226 nur in Vlotho und Vechta&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* ca. 1220–1249 [[Ludwig (Ravensberg)|Ludwig]]; &amp;#039;&amp;#039;herrscht ab 1226 nur in Ravensberg&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* 1249–1306 [[Otto III. (Ravensberg)|Otto III.]]&lt;br /&gt;
* 1306–1328 [[Otto IV. (Ravensberg)|Otto IV.]]&lt;br /&gt;
* 1328–1346 [[Bernhard (Ravensberg)|Bernhard]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haus Jülich(-Heimbach) ===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;1348–1395 in Personalunion mit [[Herzogtum Berg|Berg]], ab 1437 mit [[Herzogtum Jülich-Berg|Jülich-Berg]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* 1346–1360 [[Gerhard (Berg)|Gerhard I.]]&lt;br /&gt;
* 1360–1408 [[Wilhelm II. (Berg)|Wilhelm I.]]; &amp;#039;&amp;#039;überträgt die Grafschaft ab 1395 nacheinander zwei Söhnen&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* 1395–1402 [[Adolf (Jülich-Berg)|Adolf]]&lt;br /&gt;
* 1402–1428 [[Wilhelm (Berg-Ravensberg)|Wilhelm II.]]&lt;br /&gt;
* 1428–1475 [[Gerhard (Jülich-Berg)|Gerhard II.]]&lt;br /&gt;
* 1475–1511 [[Wilhelm (Jülich-Berg)|Wilhelm III.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haus (Kleve-)Mark ===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;ab 1521 als Herrscher von [[Vereinigte Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg|Jülich-Kleve-Berg]]; 1609–1614 [[Jülich-Klevischer Erbfolgestreit]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* 1511–1539 [[Johann (Jülich-Kleve-Berg)|Johann]]&lt;br /&gt;
* 1539–1592 [[Wilhelm (Jülich-Kleve-Berg)|Wilhelm (IV.)]]&lt;br /&gt;
* 1592–1609 [[Johann Wilhelm (Jülich-Kleve-Berg)|Johann Wilhelm]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haus Hohenzollern ===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Kurfürsten von [[Mark Brandenburg|Brandenburg]] und [[König von Preußen|preußische Könige]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* 1614–1619 [[Johann Sigismund (Brandenburg)|Johann Sigismund]]&lt;br /&gt;
* 1619–1640 [[Georg Wilhelm (Brandenburg)|Georg Wilhelm]]&lt;br /&gt;
* 1640–1688 [[Friedrich Wilhelm (Brandenburg)|Friedrich Wilhelm]]&lt;br /&gt;
* 1688–1713 Friedrich III.; &amp;#039;&amp;#039;ab 1701 als [[Friedrich I. (Preußen)|Friedrich I.]] König in Preußen&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* 1713–1740 [[Friedrich Wilhelm I. (Preußen)|Friedrich Wilhelm I.]]&lt;br /&gt;
* 1740–1786 [[Friedrich II. (Preußen)|Friedrich II.]]&lt;br /&gt;
* 1786–1797 [[Friedrich Wilhelm II. (Preußen)|Friedrich Wilhelm II.]]&lt;br /&gt;
* 1797–1807 [[Friedrich Wilhelm III. (Preußen)|Friedrich Wilhelm III.]]&lt;br /&gt;
Auch nach dem Ende der Grafschaft führten die [[Liste der Herrscher von Brandenburg#Könige von Preußen|Könige von Preußen]] den Titel &amp;#039;&amp;#039;Graf zu Ravensberg&amp;#039;&amp;#039;, zuletzt Kaiser [[Wilhelm II. (Deutsches Reich)|Wilhelm II.]] bis 1918.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste der Grafschaften Deutschlands]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Ulrich Andermann |Herausgeber=Michael Zozmann |Titel=Die Grafschaft Ravensberg in Mittelalter und Reformationszeit |Sammelwerk=Ravensberger Kolloquium |Band=1 |Verlag=Verlag für Regionalgeschichte |Ort=Bielefeld |Datum=2021 |ISBN=978-3-7395-1324-9}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Sebastian Sigler]], Friedrich Korte |Titel=Bielefeld und die Grafen von Ravensberg. Die Gründungsepoche von 1214 bis 1346 |Verlag=Hans Gieselmann Verlag |Ort=Bielefeld |Datum=2014 |ISBN=978-3-923830-89-3}}&lt;br /&gt;
* [[Max von Spießen]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Wappenbuch des Westfälischen Adels]]&amp;#039;&amp;#039;, mit Wappengrafiken von [[Adolf Matthias Hildebrandt]], Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 102 ([https://digital.ulb.hhu.de/ihd/content/pageview/8330426 hhu.de]); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 253 ([https://digital.ulb.hhu.de/ihd/content/pageview/8365736 hhu.de]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|County of Ravensberg|Grafschaft Ravensberg}}&lt;br /&gt;
* {{DDB-Suche|„Grafschaft Ravensberg“}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|041157052|TEXT=Informationen zur}}&lt;br /&gt;
* {{Spk-digital|Grafschaft Ravensberg|SBB=1}}&lt;br /&gt;
* [http://www.westfaelische-geschichte.de/arc146 Urkundenregesten aus dem Archiv der Grafschaft Ravensberg / Digitale Westfälische Urkunden-Datenbank (DWUD)]&lt;br /&gt;
* [http://www.hoeckmann.de/geschichte/ravensberg.htm#Geschichte Historischer Abriss]&lt;br /&gt;
* [http://www.manfred-hiebl.de/genealogie-mittelalter/juelich_grafen_von/familie_der_grafen_von_juelich.html die Herrscher von Jülich (als solche 1346–1511 auch Grafen von Ravensberg)]&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20170321235401/http://www.heraldique-europeenne.org/Regions/Allemagne/Ravensberg.htm Wappen von Ravensberg], Archivlink abgerufen am 16. April 2025&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{NaviBlock&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|article=/|NS=52.092164|EW=8.570709|type=landmark|elevation=40|dim=200000|region=DE-NW}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4115705-9|VIAF=234631930}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reichsgrafschaft|Ravensberg, Grafschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Bielefeld)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Kreis Gütersloh)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Kreis Herford)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Preußisch Oldendorf]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bad Oeynhausen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Grafschaft Ravensberg| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historisches Territorium (Nordrhein-Westfalen)|Ravensberg, Grafschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte Westfalens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Niederrheinisch-Westfälischer Reichskreis|Ravensberg, Grafschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Haus Calvelage-Ravensberg|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Invisigoth67</name></author>
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