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	<title>Hermann Reinecke - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Martin Bahmann: Änderungen von ~2026-10356-82 (Diskussion) auf die letzte Version von Ted52 zurückgesetzt</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderungen von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2026-10356-82&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2026-10356-82&quot;&gt;~2026-10356-82&lt;/a&gt; (&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer_Diskussion:~2026-10356-82&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer Diskussion:~2026-10356-82 (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Diskussion&lt;/a&gt;) auf die letzte Version von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Ted52&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Ted52 (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Ted52&lt;/a&gt; zurückgesetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt den Offizier; zum Pädagogen siehe [[Hermann Reinecke (Pädagoge)]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hermann Reinecke General 1947 1948.jpg|mini|Hermann Reinecke im OKW-Prozess]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hermann Reinecke&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[14. Februar]] [[1888]] in [[Wittenberg]]; † [[10. Oktober]] [[1973]] in [[Hamburg]]) war ein deutscher [[General der Infanterie]] der [[Wehrmacht]]. Er war ab 1942 Chef des Allgemeinen Wehrmachtamtes im [[Oberkommando der Wehrmacht|OKW]], ab 1943 zugleich Chef des NS-Führungsstabes des OKW. Von 1939 bis 1945 war er unter [[Wilhelm Keitel]] verantwortlich für das [[Kriegsgefangene des Zweiten Weltkrieges|Kriegsgefangenenwesen]]. Im [[Prozess Oberkommando der Wehrmacht]] wurde er 1948 wegen [[Kriegsverbrechen]] und [[Verbrechen gegen die Menschlichkeit]] neben [[Walter Warlimont]] als einziger Angeklagter zu [[Lebenslange Haftstrafe|lebenslanger Haft]] verurteilt. 1954 wurde er begnadigt und vorzeitig aus dem [[Justizvollzugsanstalt Landsberg|Kriegsverbrechergefängnis Landsberg]] entlassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Militärlaufbahn ==&lt;br /&gt;
Reinecke, Sohn eines [[Oberstleutnant]]s,&amp;lt;ref&amp;gt;Diese und folgende Daten aus: Christian Streit: &amp;#039;&amp;#039;General der Infanterie Hermann Reinecke.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Gerd R. Ueberschär]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Hitlers militärische Elite.&amp;#039;&amp;#039; Band 1. Primus Verlag, Darmstadt 1998, ISBN 3-89678-083-2. S. 203.&amp;lt;/ref&amp;gt; trat nach Erziehung in der [[Preußische Hauptkadettenanstalt|Preußischen Hauptkadettenanstalt]] 1905 in die [[Preußische Armee]] ein. Im [[Infanterie-Regiment „von Voigts-Rhetz“ (3. Hannoversches) Nr. 79]] wurde er am 18. August 1906 zum [[Leutnant]] befördert. Zu Beginn des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] war er [[Oberleutnant]] und [[Adjutant|Regimentsadjutant]]. Nach einer Verwundung 1915 wurde er zeitweilig im [[Preußisches Kriegsministerium|preußischen Kriegsministerium]] eingesetzt und im März 1916 zum [[Hauptmann (Offizier)|Hauptmann]] befördert. Als solcher führte er auch ein [[Bataillon]] und wurde neben dem [[Eisernes Kreuz|Eisernen Kreuz]] II. und I. Klasse auch mit dem [[Königlicher Hausorden von Hohenzollern|Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von Hohenzollern]] mit Schwertern ausgezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rangliste&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Rangliste des Deutschen Reichsheeres&amp;#039;&amp;#039;, Hrsg.: [[Reichswehrministerium]], [[Ernst Siegfried Mittler|Mittler &amp;amp; Sohn]], Berlin 1924, S. 148.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Kriegsministerium erlebte er das Ende des Krieges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In die [[Reichswehr]] übernommen, tat er unter anderem im Heeres-Verwaltungsamt (VA) des [[Reichswehrministerium]]s (RWM) und als [[Kompaniechef|Chef]] der 3. [[Kompanie (Militär)|Kompanie]] im [[2. (Preußisches) Infanterie-Regiment (Reichswehr)|2. (Preußischen) Infanterie-Regiment]] Dienst. Im Alter von 41 Jahren wurde er am 1. Februar 1929 zum [[Major]] befördert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die „[[Machtergreifung]]“ der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|Nationalsozialisten]] 1933, verbunden mit deren Plänen zur [[Aufrüstung der Wehrmacht]], führte bei Reinecke, wie bei fast dem gesamten [[Offizierskorps]], zu einer deutlichen Beschleunigung der Karriere. Im Juni 1933 zum [[Oberstleutnant]] befördert, wurde er Anfang 1934 Leiter der „Abteilung für Heeresfachschulen und Versorgungswesen“, einer der beiden Abteilungen des [[Allgemeines Heeresamt#Gliederung|Wehramts]] im Reichswehrministerium.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1935 wechselte er in das von [[Walter von Reichenau]] geleitete Wehrmachtamt und wurde im Juni dieses Jahres zum [[Oberst]] befördert. Er war hier ab 1937 zuständig für die Organisation der sogenannten „nationalpolitischen Lehrgänge“, die Wehrmachtoffiziere mit der NS-Ideologie indoktrinieren sollten (siehe unten).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der [[Blomberg-Fritsch-Krise]] Anfang 1938 und der Bildung des [[Oberkommando der Wehrmacht|Oberkommandos der Wehrmacht]] aus dem Wehrmachtamt übernahm er im Juni 1938 als Nachfolger von [[Wilhelm Canaris]] die hierin bestehende „Amtsgruppe Allgemeine Wehrmachtangelegenheiten“, aus der im Oktober 1939 das „Allgemeine Wehrmachtamt“ (OKW/AWA) hervorging, dessen Chef er bis Kriegsende blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit Kriegsbeginn umfasste Reineckes Verantwortungsbereich auch das Kriegsgefangenenwesen der Wehrmacht, für das eine eigene Dienststelle entstand. Dieses war durch hohe Todeszahlen, besonders ab 1941 unter sowjetischen Kriegsgefangenen, gekennzeichnet. Im späteren Prozess gegen Reinecke spielte seine Verwicklung in diese Verbrechen eine besondere Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. Januar 1944 wurde Hermann Reinecke zum Chef des NS-Führungsstabes der Wehrmacht ernannt und setzte in dieser Rolle ideologische Parteiinteressen innerhalb der Wehrmacht um.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dienst am Nationalsozialismus ==&lt;br /&gt;
„Schon im Juli 1934 galt Hermann Reinecke als zuverlässiger Nationalsozialist“, schreibt der Historiker Christian Streit. Reinecke wurde, einem Vorschlag von Reichswehrminister [[Werner von Blomberg|Blomberg]] folgend, bereits in dieser Frühphase des Dritten Reichs ehrenamtlicher Richter am neugeschaffenen „[[Volksgerichtshof]]“. Die zitierte These stützt Streit auf die Tatsache, dass mehrere vorgeschlagene Personen (z. B. die von [[Hermann Göring|Göring]] vorgeschlagenen Geschwaderkommodore [[Hellmuth Felmy|Felmy]] und [[Hans-Jürgen Stumpff|Stumpff]]) für diesen Posten vom Stellvertreter des Führers, [[Rudolf Heß]], abgelehnt wurden, weil sie bisher als „Nationalsozialisten nicht bekannt“ seien.&amp;lt;ref&amp;gt;Akten der Parteikanzlei, Microfiches 101 27255-272.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei Reinecke habe es solche Bedenken offenbar nicht gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1937 organisierte Reinecke die „Nationalpolitischen Lehrgänge“, in denen hohe Funktionäre der NSDAP Wehrmachtoffiziere nationalsozialistisch zu orientieren hatten. In einem von Reinecke 1938 gedruckt verbreiteten Vortrag heißt es, dass die Offiziere der Wehrmacht durch den [[Führereid|Fahneneid]], der auf die Person [[Adolf Hitler|Hitler]] und nicht zur Landesverteidigung geleistet werden musste, „nicht nur an die Person [Hitler], sondern ebenso verpflichtend an [...] die nationalsozialistische Weltanschauung“ gebunden seien. Reinecke forderte in diesem Zusammenhang ein „vorbehaltloses inneres ‚Ja‘ zu allen [!] Forderungen und Lehren des [[Nationalsozialismus]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Streit: &amp;#039;&amp;#039;General der Infanterie Hermann Reinecke.&amp;#039;&amp;#039; In: Gerd R. Ueberschär (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Hitlers militärische Elite. Von den Anfängen des Regimes bis Kriegsbeginn.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, Darmstadt 1998, S. 203.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Aufruf zur Ideologisierung der Wehrmacht verband sich mit einer Forderung an die gesamte Gesellschaft: Die Erziehung müsse auf „die Ziele des Führers, Volkstum – Lebensraum“ abzielen, indem die Erziehung nicht nur „ausgebildete Kämpfer“, sondern auch „politische Glaubensträger“ produziere. An der eigenen politischen Orientierung am Nationalsozialismus ließ dies keine Zweifel. Hermann Reineckes vergleichsweise später Eintritt in die NSDAP war eine Formalität. Er war bereits am 30. Januar 1943&amp;lt;ref&amp;gt;[[Klaus D. Patzwall]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Goldene Parteiabzeichen und seine Verleihungen ehrenhalber 1934–1944, Studien der Geschichte der Auszeichnungen.&amp;#039;&amp;#039; Band 4. Verlag Klaus D. Patzwall, Norderstedt 2004, ISBN 3-931533-50-6, S.&amp;amp;nbsp;31.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit der Ehrenmitgliedschaft und dem [[Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP|Goldenen Parteiabzeichen der NSDAP]] ausgezeichnet worden, am 22. August 1943 beantragte er regulär die Aufnahme in die Partei und wurde rückwirkend zum 1. Januar desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 9.624.403).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/34291411&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Streit: &amp;#039;&amp;#039;General der Infanterie Hermann Reinecke.&amp;#039;&amp;#039; In: Gerd R. Ueberschär (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Hitlers militärische Elite. Von den Anfängen des Regimes bis Kriegsbeginn.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, Darmstadt 1998, S. 204.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 26. März 1941 war Reinecke als Ehrenteilnehmer bei der Gründung von Rosenbergs „[[Institut zur Erforschung der Judenfrage]]“ (der sogenannten „[[Hohe Schule der NSDAP|Hohen Schule der NSDAP]]“) in [[Frankfurt am Main]] anwesend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Vorgesetzter des Leiters der Abteilung Kriegsgefangene instruierte er im März 1941 in Berlin die Kommandeure der Kriegsgefangenenlager in den Wehrkreisen im Hinblick auf den bevorstehenden [[Unternehmen Barbarossa|Russlandfeldzug]]. Reinecke erteilte Mitte 1941 einen Befehl zur Einrichtung neuer Lager im Reich, in denen ohne Beachtung der [[Haager Landkriegsordnung]] [[sowjetische Kriegsgefangene]] „scharf zu behandeln“ und, wenn nicht anders möglich, unter freiem Himmel unterzubringen seien. Auf Flüchtlinge sei —entgegen der Vorschrift— zu schießen. An einer Tagung des AWA-Chefs am 4. September 1941 in Warschau wurden die Grundsätze für die schlechte Behandlung und Versorgung von sowjetischen Kriegsgefangenen verkündet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Befehl Reineckes vom 8. September 1941 heißt es, die sowjetischen Gefangenen hätten „jeden Anspruch auf Behandlung als ehrenhafter Soldat [...] verloren“. Eine Meldung an die [[Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD|Einsatzgruppen]] stellte dazu fest, dies erleichtere die „[[Endlösung der Judenfrage|Lösung der Judenfrage]]“. Hermann Reinecke gab alle relevanten Befehle an die [[Stab des Stellvertreters des Führers|Parteikanzlei]] weiter, die sie bis auf Kreisleiterebene verbreitete. So konnte die Partei die Ausführung und die Ausführenden innerhalb der Wehrmacht streng überwachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 22. November 1941 wurde der Befehl vom 8. September erweitert:&lt;br /&gt;
{{Zitat|[...] wieder ergriffene sowjetische Gefangene sind grundsätzlich zur Liquidierung der nächstgelegenen Dienststelle der [[Geheime Staatspolizei|Gestapo]] zu übergeben! [...] Der Waffengebrauch gegenüber sowjetischen Kriegsgefangenen gilt in der Regel als rechtmäßig.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 17.&amp;amp;nbsp;Juli 1941 erließ Heydrich den Einsatzbefehl Nr.&amp;amp;nbsp;8 im Einvernehmen mit Hermann Reinecke, dem Chef des Allgemeinen Wehrmachtsamtes, und dem Chef der Kriegsgefangenenlager der Wehrmacht Oberst Breyer zur Umsetzung des [[Kommissarbefehl]]s. Am 21.&amp;amp;nbsp;Juli folgte der Einsatzbefehl Nr.&amp;amp;nbsp;9, der das Reichsgebiet einbezog.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Raul Hilberg]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Vernichtung der europäischen Juden&amp;#039;&amp;#039;, Fischer Taschenbuch 1982, Band 2, ISBN 3-596-24417-X, S. 351 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; In jedem Kriegsgefangenenlager und Durchgangslager sollten die „in politisch, krimineller oder sonstiger Hinsicht untragbare[n] Elemente“ durch ein Kommando von [[Schutzstaffel|SS]]- und SD-Mitarbeitern herausgefiltert werden. Ausfindig gemacht werden sollten Funktionäre der [[Kommunistische Internationale|Komintern]], maßgebende Parteifunktionäre, [[Volkskommissar]]e, alle ehemaligen [[Politoffizier|Polit-Kommissare]] der [[Rote Armee|Roten Armee]], [[Intelligenzija|Intelligenzler]], [[Wer ist Jude?#Deutschland 1870 bis 1945|Juden]] und fanatische [[Kommunismus|Kommunisten]] sowie „unheilbar Kranke“. Diese sollten vorübergehend in einem abgetrennten Block untergebracht und später zur Exekution abtransportiert werden.&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 151-39-23, Volksgerichtshof, Reinecke, Freisler, Lautz.jpg|mini|Hermann Reinecke (links) als Beisitzer beim Prozess gegen den [[Kreisauer Kreis]] im Volksgerichtshof, 1944]]&lt;br /&gt;
Im Oktober 1943 nahm Reinecke an der ersten Tagung mit 180 Generälen in der [[Generaloberst-Beck-Kaserne|Ordensburg Sonthofen]]&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. die ideologische Vereinnahmung des [[Deutscher Orden|Deutschen Ordens]] und seiner Symbolik durch die Nationalsozialisten.&amp;lt;/ref&amp;gt; mit anderen führenden Nationalsozialisten teil. Er wurde [[Adolf Hitler|Hitler]] am 22. Dezember 1943 als Chef des Nationalsozialistischen Führungsstabes im OKW direkt unterstellt. Dieser NS-Führungsstab sollte die ideologische Ausrichtung der Wehrmachtführung im nationalsozialistischen Sinne beeinflussen.&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Förster: &amp;#039;&amp;#039;Die Wehrmacht im NS-Staat. Eine strukturgeschichtliche Analyse.&amp;#039;&amp;#039; München 2007, S. 179.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 7. Januar 1944 trug Reinecke Hitler sein Konzept für den [[Nationalsozialistischer Führungsoffizier|Nationalsozialistischen Führungsoffizier]] (NSFO) vor: Der Krieg könne mit 51 % Sicherheit durch die weltanschauliche Einstellung und Ausrichtung aller Offiziere gewonnen werden. Da sich eine mögliche Niederlage abzeichnete, war die ideologische Festigung der Wehrmacht ein drängendes Ziel der NSDAP. Daraufhin organisierte er laufend und – wie Keitel am 31. März 1944 attestierte – „mit Begeisterung“ NSFO-Lehrgänge und Generalstagungen, auf denen Hitler sowie die führenden Nationalsozialisten [[Heinrich Himmler|Himmler]], [[Joseph Goebbels|Goebbels]], [[Martin Bormann|Bormann]] und andere sprachen. Am 8. März 1944 wurde der erste Lehrgang in der [[NS-Ordensburg Krössinsee]] eröffnet. Die Aufgabe der NSFO sei es, „den Soldaten zum fanatischen Glaubensträger zu machen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Streit: &amp;#039;&amp;#039;General der Infanterie Hermann Reinecke.&amp;#039;&amp;#039; In: Gerd R. Ueberschär (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Hitlers militärische Elite. Von den Anfängen des Regimes bis Kriegsbeginn.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, Darmstadt 1998, S. 207.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 2. September 1944 protestierte [[Wilhelm Burgdorf]], der Chef des [[Heerespersonalamt]]es, weil sich Reineckes System immer mehr dem der [[Politoffizier]]e der Sowjets angleiche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reinecke radikalisierte die ideologische Indoktrination der Wehrmacht durch die NSDAP, die sich durch das gescheiterte [[Attentat vom 20. Juli 1944]] noch verschärfte: Hermann Reinecke bekam gegen 21:15 Uhr von Hitler über Goebbels den Befehl, das Kommando über die Truppen des Stadtkommandanten und des [[Wachregiment Berlin|Wachbataillons in Berlin]] zu übernehmen und gegen die in der [[Bendlerblock|Bendlerstraße]] befindlichen „Verschwörer“ vorzugehen. General [[Paul von Hase (Widerstandskämpfer)|Paul von Hase]] wurde von Reinecke entsprechend orientiert und nach 21:30 Uhr zu Goebbels in dessen Dienstwohnung geschickt, wo er zunächst festgehalten und am folgenden Morgen dann verhaftet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An [[Roland Freisler]]s Seite war Reinecke in den Prozessen gegen die wichtigsten „Verschwörer“ ([[Wilhelm Leuschner]], [[Carl Friedrich Goerdeler|Friedrich Goerdeler]], [[Ulrich von Hassell]], [[Johannes Popitz]], die Generäle [[Erwin von Witzleben]], [[Erich Hoepner]], [[Paul von Hase (Widerstandskämpfer)|Paul von Hase]] und [[Hellmuth Stieff]]) an insgesamt 112 Verfahren beteiligt, bei denen gegen 185 Angeklagte 50 [[Todesstrafe|Todesurteile]] verhängt wurden. Am 25. Oktober 1944 meldete Freisler dem [[Reichsjustizministerium|Reichsjustizminister]] [[Otto Georg Thierack]], dass Reinecke die weitere Teilnahme beim [[Volksgerichtshof]] „ganz unmöglich sei“, insbesondere gegen seinen früheren Vorgesetzten, den [[Generaloberst]] [[Friedrich Fromm]]. Im Sommer 1945 wurde Reinecke zusammen mit anderen hohen Wehrmachtsoffizieren und Funktionären der NSDAP im [[Kriegsgefangenenlager]] Nr. 32 ([[Camp Ashcan]]) im luxemburgischen [[Mondorf-les-Bains|Bad Mondorf]] interniert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anklage und Verurteilung ==&lt;br /&gt;
* Insbesondere wegen [[Kriegsverbrechen]] und [[Verbrechen gegen die Menschlichkeit]], Schwerpunkt war hierbei der [[Kommissarbefehl]] von 1941 mit der daraus resultierenden Ermordung der politischen Kommissare der Roten Armee&lt;br /&gt;
* Verantwortung für die Verletzung des [[Völkerrecht]]s durch die Misshandlung und Ermordung insbesondere sowjetischer Soldaten, von denen etwa 3 Millionen in deutscher Gefangenschaft umkamen, zumal er die meisten Entscheidungen im Kriegsgefangenenwesen an sich gezogen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor dem [[Nürnberger Prozesse|Nürnberger Kriegsverbrechertribunal]] wurde Reinecke, im Prozess gegen die OKW-Führung (Fall 12) vom 30. Dezember 1947 bis 28. Oktober 1948, wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit am 27. Oktober 1948 zu lebenslanger Haft verurteilt. Sein Verteidiger war [[Hans Surholt]]. Das Gericht erkannte ihn für schuldig, verbrecherische Befehle zur Behandlung von Kriegsgefangenen formuliert und eingeführt zu haben. Er sei verantwortlich oder mitverantwortlich für die Aussonderung und Exekution von Kriegsgefangenen durch den [[Sicherheitsdienst des Reichsführers SS|SD]] und die [[Sicherheitspolizei (Nationalsozialismus)|Sicherheitspolizei]] und die Exekution von Kommissaren im Generalgouvernement, die illegale Exekution von Kriegsgefangenen, die fliehen wollten oder Geschlechtsverkehr mit deutschen Frauen hatten, die Misshandlung und den Missbrauch von Kriegsgefangenen in [[NS-Zwangsarbeit|Zwangsarbeitslager]]n sowie seine Teilnahme am Raubprogramm des Dritten Reiches.&amp;lt;ref&amp;gt;Valerie Geneviève Hébert: &amp;#039;&amp;#039;Hitler’s Generals on Trial: The Last War Crimes Tribunal at Nuremberg.&amp;#039;&amp;#039; University Press of Kansas, 2010, ISBN 978-0-7006-1698-5, S. 153.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reinecke gehörte zu der Gruppe von verurteilten Kriegsverbrechern, über deren Begnadigung der amerikanische [[Hoher Kommissar (Deutschland)|Hohe Kommissar]] [[John Jay McCloy|John J. McCloy]] Anfang 1951 vor dem Hintergrund des [[Kalter Krieg|Kalten Krieges]] und der [[Westintegration]] der [[Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (bis 1990)|Bundesrepublik Deutschland]] entschied. McCloys juristischer Berater Robert Bowie stellte zu Reinecke fest, er sei „direkt an den Vorgängen beteiligt [gewesen], die die Ermordung ganzer Kommandos, von Kommissaren und von gefangengenommenen alliierten Piloten ebenso umfasste wie die brutale Mißhandlung von Kriegsgefangenen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Alan Schwarz: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1990_3.pdf Die Begnadigung deutscher Kriegsverbrecher. John J. McCloy und die Häftlinge von Landsberg.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte]].&amp;#039;&amp;#039; 38 (1990), S. 375&amp;amp;nbsp;ff. (PDF; 164,12&amp;amp;nbsp;kB), Zitat S. 396.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bowie verwies auf den Rang Reineckes als General der Infanterie und lehnte die zuvor vom [[David W. Peck#„Peck Panel“|Peck-Ausschuss]] empfohlene Begnadigung Reineckes ab. McCloy folgte der Empfehlung Bowies und behielt im Fall Reineckes die lebenslange Haft bei. Reinecke wurde im Oktober 1954 als letzter der Angeklagten des OKW-Prozesses aus dem [[Justizvollzugsanstalt Landsberg|Kriegsverbrechergefängnis Landsberg]] entlassen.&amp;lt;ref&amp;gt;Tabelle bei Schwarz: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1990_3.pdf Die Begnadigung deutscher Kriegsverbrecher].&amp;#039;&amp;#039; 1990, S. 414.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Privates ==&lt;br /&gt;
* Hermann Reinecke war evangelisch, verheiratet mit Gertrud Reinecke, geborene Silvester, und Vater des 1926 geborenen Musikwissenschaftlers [[Hans-Peter Reinecke (Musikwissenschaftler)|Hans-Peter Reinecke]].&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Habel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Wer ist wer?]] Das deutsche Who’s who.&amp;#039;&amp;#039; 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 991.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [https://invenio.bundesarchiv.de/invenio/direktlink/5b9703fa-be6f-4340-ae4f-5a3014b85dbe/ Bundesarchiv N 356]&lt;br /&gt;
* [[Christian Gerlach (Historiker)|Christian Gerlach]]: &amp;#039;&amp;#039;Kalkulierte Morde. Die deutsche Wirtschafts- und Vernichtungspolitik in Weißrußland 1941 bis 1944.&amp;#039;&amp;#039; ISBN 3-930908-63-8.&lt;br /&gt;
* [[Gerd R. Ueberschär]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Nationalsozialismus vor Gericht: Die alliierten Prozesse gegen Kriegsverbrecher und Soldaten 1943–1952.&amp;#039;&amp;#039; ISBN 3-596-13589-3.&lt;br /&gt;
* [[Heinz Artzt]]: &amp;#039;&amp;#039;Mörder in Uniform.&amp;#039;&amp;#039; ISBN 3-463-00766-5.&lt;br /&gt;
* Thomas Vogel: &amp;#039;&amp;#039;Aufstand des Gewissens.&amp;#039;&amp;#039; ISBN 3-8132-0708-0.&lt;br /&gt;
* Gerd R. Ueberschär: &amp;#039;&amp;#039;Hitlers militärische Elite.&amp;#039;&amp;#039; Band 1. Darmstadt 1998, ISBN 3-89678-083-2, S. 203–209.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|3=S}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=133719561|LCCN=n/87/836425|VIAF=45824756}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Reinecke, Hermann}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hauptmann (Preußen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Major (Reichswehr)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:General der Infanterie (Heer der Wehrmacht)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärperson (Oberkommando der Wehrmacht)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Richter (Volksgerichtshof)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Deutsches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verurteilte Person (Nürnberger Prozesse)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ritter des Königlichen Hausordens von Hohenzollern]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Täter des Holocaust]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1888]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1973]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Reinecke, Hermann&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher General der Infanterie sowie verurteilter Kriegsverbrecher&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=14. Februar 1888&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Wittenberg]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=10. Oktober 1973&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Hamburg]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Martin Bahmann</name></author>
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