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	<title>Jahrmarkt - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Jahrmarkt&amp;diff=105730&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler: /* Geschichte */</title>
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		<updated>2024-10-05T12:35:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Geschichte&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:1Frühlingsfest 04.jpg|mini|Jahrmarkt mit Spielbude in Berlin]]&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Jahrmarkt &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch Kirmes oder Rummel, in der [[Schweiz]] oft [[Kirchweih#Schweiz|Chilbi]]) ist seit dem [[Mittelalter]] ein mehrtägiger [[Markt]], der in einer Stadt einmal jährlich stattfindet. Heute wird die Bezeichnung auch für andere unständige Märkte gebraucht, wobei die Verwendung für die Begriffe [[Vergnügungspark]] und [[Volksfest]] geläufig ist. Dies ist meist dadurch begründet, dass sich über die Zeit ein Jahrmarkt in ein Volksfest gewandelt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Jahrmarkt“ drückt aus, dass sie meist lediglich einmal im Jahr stattfinden. Jahrmärkte werden deshalb oft an einem [[Kirchliche Feiertage|kirchlichen Feiertag]] oder dem [[Festtag]] eines im Ort stark verehrten [[Heilige]]n gehalten, so wie beispielsweise [[Ostern|Oster]]-, [[Pfingsten|Pfingst]]- oder [[Weihnachtsmarkt|Weihnachtsmärkte]] bzw. das [[Annafest]]. Vereinzelt gibt es auch heute noch saison- oder produktbedingte Jahrmärkte, so wie beispielsweise [[Holz]]-, [[Hauspferd|Pferde]]- oder [[Wein]]märkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland unterliegt der Jahrmarkt seit 1869 der [[Gewerbeordnung (Deutschland)|Gewerbeordnung]] (GewO) und gilt gemäß {{§|68|gewo|juris}} Abs. 2 GewO als Unterart des [[Marktgewerbe]]s als „eine im allgemeinen regelmäßig in größeren Zeitabständen wiederkehrende, zeitlich begrenzte [[Veranstaltung]], auf der eine Vielzahl von Anbietern Waren aller Art feilbietet.“ Ebenso können gemäß § 68 Abs. 3 GewO auf einem Jahrmarkt „auch Tätigkeiten im Sinne des {{§|60b|gewo|juris}} Abs. 1 GewO ausgeübt werden“, also unterhaltende Aktionen entsprechend einem [[Volksfest]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Öffentlich durchgeführte medizinische Behandlung auf einem französischen Jahrmarkt.jpg|mini|Ein [[Bader]] auf einem französischen Jahrmarkt (17. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Mittelalter]] gehörten Jahrmärkte zu den wichtigsten Ereignissen in den sich politisch verselbständigenden [[Gemeindesoziologie|Städten]]. Das dazu notwendige Recht einen Jahrmarkt zu halten, wurde meistens vom [[Kaiser]], [[König]], [[Graf]]en oder sonstigen [[Landesherr]]n an einen Ort – oft im Rahmen des [[Stadtrecht]]s (siehe auch [[Marktrecht]]) – verliehen. Als eines der ältesten, derartigen Volksfeste in Deutschland gilt die [[Magdeburg]]er Herbstmesse (früher Herrenmesse), die seit dem Jahr 1010 belegt ist. Der [[Erzbischof von Magdeburg]] [[Tagino]] führte diesen Jahrmarkt zur Erinnerung an den angeblichen Märtyrertod einer römischen Legionärstruppe ein.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=9EV4DwAAQBAJ&amp;amp;pg=PT120&amp;amp;dq=messe+1010+tagino&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwiC2OnfkYbqAhUv0aYKHbexCIYQ6AEIJzAA#v=onepage&amp;amp;q=messe%201010%20tagino&amp;amp;f=false Heiko Kreft, &amp;#039;&amp;#039;Heimatkunde: Alles über Sachsen-Anhalt&amp;#039;&amp;#039;, Band 2, 2012, o. S.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wirtschaftlich war der Jahrmarkt bedeutsam, weil er nicht nur von den umliegenden Bauerschaften mit Vieh und Agrarerzeugnissen und den örtlichen Händlern beschickt, sondern auch von [[Fernhandel|Fernkaufleuten]] besucht wurde und dadurch dem örtlichen (städtischen) [[Handwerk]] eine Absatzchance eröffnete, so dass dieses vom [[Lohnwerk]] zum [[Preise im Mittelalter|Preiswerk]] übergehen konnte und örtliche Spezialisierungen erlaubte (Tuche, Töpfer- und Schmiedeware u.&amp;amp;nbsp;a.). Er erhöhte auch den Geldumlauf und die Verbreitung der örtlich gültigen [[Währung]]. Er setzte – zumal seine Besucher längere Zeit am Marktort verbrachten und dort Teile ihres Gewinnes in [[Herberge]]n, Läden usw. ließen – somit den [[Multiplikator (Volkswirtschaft)|volkswirtschaftlichen Multiplikator]] regional in Gang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Jahrmarkt erfüllte auch soziale Funktionen: Auf ihm wurden [[Nachricht]]en und Gerüchte aus entfernten Gebieten ausgetauscht, wodurch die Weltkenntnis seiner Besucher erweitert wurde. Es wurden Gerichtstermine und Hinrichtungen auf ihn gelegt und oft religiöse Sonderveranstaltungen abgehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Jahrmärkten reisten häufig auch [[Schausteller]] des [[Fahrendes Volk|Fahrenden Volkes]] an: [[Tanzbär|Bärenführer]], [[Gaukler]], [[Wahrsager]], [[Quacksalber]], [[Musikant]]en, übrigens auch [[Taschendiebstahl|Beutelschneider]]. Ein Jahrmarkt war somit auch eine Gelegenheit zu Vergnügungen, wie zum Beispiel den Vorstellungen von [[Wandermenagerie]]n, und [[Tingeltangel]], wobei dieser Aspekt bei den heute noch bestehenden Jahrmärkten vorherrscht, der Warenhandel demgegenüber zurückgetreten ist. Manche Jahrmärkte entwickelten sich zum [[Flohmarkt]] oder Trödelmarkt bzw. „Freilichtkaufhaus“, auf dem neben Neuwaren auch Waren aus zweiter und dritter Hand angeboten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gewerbeordnung ==&lt;br /&gt;
Auf Antrag des [[Veranstalter]]s kann ein Jahrmarkt nach § 68 Abs. 2 GewO in Verbindung mit § 69 GewO [[Marktfestsetzung|festgesetzt]] werden. Dies muss beim örtlichen [[Ordnungsamt|Ordnungs-]] oder [[Gewerbeamt]] beantragt werden. Als Unterlagen sind ein Antrag, Informationen zur Ausstellung, ein Lageplan, ein vorläufiges Ausstellerverzeichnis sowie ein Auszug aus dem [[Gewerbezentralregister]] und ein [[Führungszeugnis]] zur Vorlage bei einer Behörde einzureichen. Die Festsetzung ist gebührenpflichtig und kann mit einer Sondernutzungsgebühr, die sich nach der Quadratmeterfläche der Stände richtet, verbunden werden. Auf der Grundlage eines [[Bescheid]]s genießt der Anbieter [[Marktfreiheit]]en.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.gesetze-im-internet.de/gewo/GewO.pdf Volltext der Gewerbeordnung] – [[PDF]]-Datei, abgerufen am 9. November 2018&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Florian Dering: &amp;#039;&amp;#039;Volksbelustigungen. Eine bildreiche Kulturgeschichte von den Fahr-, Belustigungs- und Geschicklichkeitsgeschäften der Schausteller vom achtzehnten Jahrhundert bis zur Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Greno, Nördlingen 1986, ISBN 3-89190-005-8&lt;br /&gt;
* Katrin Kröll: &amp;#039;&amp;#039;„Kurier die Leut auf meine Art ...“. Jahrmarktskünste und Medizin auf den Messen des 16. und 17. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Udo Benzenhöfer]], [[Wilhelm Kühlmann]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Heilkunde und Krankheitserfahrung in der frühen Neuzeit. Studien am Grenzrain von Literaturgeschichte und Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Tübingen 1992 (= &amp;#039;&amp;#039;Frühe Neuzeit.&amp;#039;&amp;#039; Band 10), S. 155–186.&lt;br /&gt;
* Alfred Lehmann: &amp;#039;&amp;#039;Zwischen Schaubuden und Karussells. Ein Spaziergang über Jahrmärkte und Volksfeste&amp;#039;&amp;#039;. Schöps, Frankfurt am Main 1952.&lt;br /&gt;
* Sacha-Roger Szabo: &amp;#039;&amp;#039;Rausch und Rummel. Attraktionen auf Jahrmärkten und in Vergnügungsparks. Eine soziologische Kulturgeschichte&amp;#039;&amp;#039;. Bielefeld 2006. ISBN 3-89942-566-9.&lt;br /&gt;
* Stefan Nagel: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.schaubuden.de Schaubuden. Geschichte und Erscheinungsformen]&amp;#039;&amp;#039;. 15 PDF-Online-Dokumente. Münster 2000–2011 &lt;br /&gt;
* Max Stoop: &amp;#039;&amp;#039;Kunterbunter Rummelplatz im Lauf der Jahrzehnte. Mit einem Seitenblick auf Artverwandtes&amp;#039;&amp;#039;. Gut, Stäfa 2005, ISBN 978-3-85717-167-3.&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Rüdiger Johannkemper&lt;br /&gt;
   |Titel=Jahrmarktrhetorik&lt;br /&gt;
   |Reihe= Europäische Hochschulschriften. Reihe I – „Deutsche Sprache und Literatur“&lt;br /&gt;
   |BandReihe=1735&lt;br /&gt;
   |Verlag=Lang&lt;br /&gt;
   |Ort=Frankfurt am Main u. a.&lt;br /&gt;
   |Datum=1999&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-631-34971-8&lt;br /&gt;
   }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Fairs|Jahrmarkt}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4028423-2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4028423-2|LCCN=sh85020382}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wirtschaft (Mittelalter)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jahrmarkt| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volksfest]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vergnügungspark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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