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	<title>Jeremias Benjamin Richter - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T09:59:11Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Jeremias_Benjamin_Richter&amp;diff=274668&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;John Red: Einzelnachweis</title>
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		<updated>2025-12-22T19:50:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Einzelnachweis&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:18000000-Jeremias Benjamin Richter.jpg|mini|Jeremias Benjamin Richter]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Jeremias Benjamin Richter&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[10. März]] [[1762]] in [[Jelenia Góra|Hirschberg]], [[Schlesien]]; † [[4. Mai]] [[1807]] in [[Berlin]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;NDB&amp;quot;&amp;gt;Büttner, Stefan, &amp;quot;Richter, Jeremias Benjamin&amp;quot; in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 532–533&amp;lt;/ref&amp;gt;) war Doktor der [[Philosophie]], [[Chemiker]], Ingenieur, [[Assessor|Bergassessor]], Mathematiker und Privatgelehrter. Er gilt als Begründer der [[Stöchiometrie]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Arnold F. Holleman]], [[Egon Wiberg]] |Titel=Lehrbuch der anorganischen Chemie |Auflage=57.–70. |Verlag=[[Walter de Gruyter (Verlag)|Walter de Gruyter &amp;amp; Co.]] |Datum=1964 |Ort=Berlin |Kapitel=Anhang I: Chemiegeschichte – Kurzbiographien der im Lehrbuch erwähnten Chemiker, Physiker und Techniker |Seiten=665}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Richter war Sohn eines Breslauer Kaufmanns. Mit 13 Jahren wurde er von seinem Onkel unterrichtet, der Stadtbaumeister in [[Breslau]] war. Als Sechzehnjähriger trat er einem militärischen Ingenieurkorps bei, wurde jedoch nicht befördert, da er seine Dienstpflichten vernachlässigte. Er trat nach sieben Jahren aus und beschäftigte sich mit Wissenschaften und [[Chemie]].&lt;br /&gt;
Richter studierte in [[Königsberg (Preußen)|Königsberg]] bei [[Immanuel Kant]] [[Philosophie]] und erwarb 1789 den Doktorgrad in [[Mathematik]] und Chemie. 1792 verfasste er sein wichtiges Werk über chemische [[Stöchiometrie]].&lt;br /&gt;
Seine literarischen Arbeiten brachten ihm jedoch keine wirtschaftlichen Vorteile. Auch sein Wunsch nach einer Lehrstelle an der Universität scheiterte. Schließlich bekam er eine Tätigkeit im Oberbergamt bei Breslau.&lt;br /&gt;
1798 bekam er eine Tätigkeit im Farbenlaboratorium der [[Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin|Königlichen Porzellanmanufaktur]].&lt;br /&gt;
Seine wissenschaftlichen Arbeiten, die nicht bezahlt wurden, führte er nun in den Morgen- und Abendstunden aus.&lt;br /&gt;
In späteren Lebensjahren wurde er von den wissenschaftlichen Gesellschaften zum auswärtigen Mitglied ernannt, so etwa 1796 von der [[Bayerische Akademie der Wissenschaften|Bayerischen Akademie der Wissenschaften]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{BAdW|2541 |Name=Jeremias Benjamin Richter |Datum=22. Dezember 2025}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und der [[Russische Akademie der Wissenschaften|Russischen Akademie der Wissenschaften]] in [[Sankt Petersburg]], deren korrespondierendes Mitglied er seit 1800 war.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle| hrsg=Russische Akademie der Wissenschaften| url=http://www.ras.ru/win/db/show_per.asp?P=.id-51955.ln-ru| sprache=russisch| titel=Ausländische Mitglieder der Russischen Akademie der Wissenschaften seit 1724&lt;br /&gt;
| titelerg=Jeremias Benjamin Richter| zugriff=2015-10-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1796 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Göttinger [[Akademie der Wissenschaften zu Göttingen|Akademie der Wissenschaften]] gewählt.&amp;lt;ref&amp;gt;Holger Krahnke: &amp;#039;&amp;#039;Die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen 1751–2001&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Philologisch-Historische Klasse.&amp;#039;&amp;#039; Folge 3, Bd. 246 = &amp;#039;&amp;#039;Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, Mathematisch-Physikalische Klasse.&amp;#039;&amp;#039; Folge 3, Bd. 50). Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-82516-1, S. 201.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der wissenschaftliche Ruhm blieb ihm jedoch zu Lebzeiten versagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wissenschaftliche Leistungen ==&lt;br /&gt;
Das philosophische und methodologische Vorbild für die Mathematisierung der Chemie nahm sich Richter vom [[Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]]-Schüler [[Christian Wolff (Aufklärer)|Christian Wolff]] und dessen Werk „Anfangsgründe der Algebra“. In diesem Werk Wolffs wird die universalwissenschaftliche Ars-Inveniendi-Methode beschrieben und erklärt, mit deren Hilfe in allen Einzelwissenschaften viele [[Physikalisches Gesetz|Naturgesetze]] durch die [[Algebra]]isierung mathematischer Modelle schneller und effektiver gefunden werden können.  Die Dissertation Richters aus dem Jahre 1789 mit dem lateinischen Titel &amp;#039;&amp;#039;DE USU MATHESEOS IN CHEMIA&amp;#039;&amp;#039; sollte man daher nicht wie bisher mit &amp;#039;&amp;#039;Über den Nutzen der Mathematik in der Chemie&amp;#039;&amp;#039;, sondern vielmehr mit &amp;#039;&amp;#039;Über den Nutzen der MATHEMATISCHEN METHODE in der Chemie&amp;#039;&amp;#039;  bzw. &amp;#039;&amp;#039;Über den Nutzen der ARS-INVENIENDI-METHODE Christian Wolffs in der Chemie&amp;#039;&amp;#039; ins Deutsche übersetzen. Richter  gilt mit dieser philosophisch-theologischen Arbeit als Begründer der [[Stöchiometrie]]. Er postulierte 1791/92 das [[Gesetz der äquivalenten Proportionen]], welches noch heute wichtiger Bestandteil der theoretischen [[Chemie]] ist. Das Stöchiometriegesetz der äquivalenten Proportionen wurde von Richter im Jahre 1792 in eine Universalkosmologie integriert, die sein ursprüngliches Stöchiometriegesetz in eine mathematische Beziehung zu astronomischen Konstellationen stellte. Richters Stöchiometrie-Experimente sind nach seiner Auffassung &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; reproduzierbar, weil die Gravitationsverhältnisse, z. B. aufgrund der Mond- und Planetenbewegungen, die seiner Meinung nach Einfluss auf das Resultat eines Experimentes haben, variabel sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Christoph Poggemann: &amp;#039;&amp;#039;Über den theologischen, philosophischen, alchemistischen und daher auch paracelsischen Charakter des Werkes „Anfangsgründe der Stöchiometrie“.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Paracelsus und die Wundarznei. Grenzbereiche der Paracelsusforschung und Interpretation, 53. Paracelsustag 2004.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg.: Internationale Paracelsus-Gesellschaft zu Salzburg, Folge 38, Österreichischer Kunst- und Kulturverlag, Wien 2005, ISBN 3-85437-282-5, S. 72–94.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Gesetz der äquivalenten Proportionen]] besagt:&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Elemente vereinigen sich stets im Verhältnis bestimmter Verbindungsmassen ([[Äquivalentmasse]]n) oder ganzzahliger Vielfacher dieser Massen zu chemischen Verbindungen.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richter leitete sein Gesetz zunächst aus bestimmten Mischungen von zwei Salzen in Wasser ab ([[Calciumacetat]] und [[Kaliumtartrat]]). Die Lösung blieb neutral, dies war zu damaliger Zeit nicht selbstverständlich. Bei der Mischung trat ein Niederschlag auf ([[Calciumtartrat]]). Richter folgerte, dass eine Salzmischung aus A1B1 mit A2B2 kombiniert vier Mischsalze in bestimmten mathematischen Kombinationen bilden kann (A1B1, A1B2, A2B1, A2B2). Aus den Verhältnissen A1/B1 = x, A2/B1 = y usw. können alle einzelnen Salzmischungen entsprechend der Neutralität der resultierenden Lösung errechnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch verständlicher wird der Zusammenhang, wenn Metallhydroxide (z. B. [[Eisenhydroxide|Eisen(II)-hydroxid]]) mit verdünnter Salzsäure versetzt werden. Die Lösung wird durch die Zugabe der Salzsäure nur dann sauer, wenn sich alles Eisenhydroxid in [[Eisen(II)-chlorid]] umgewandelt hat.&lt;br /&gt;
Säure konnte man schon damals mit [[Lackmus]] nachweisen.&lt;br /&gt;
Wenn die Konzentration der Säure bekannt ist und die Einwaage der Metalloxide genau vorgenommen wurde, lässt sich auch das Atomgewicht des Metalls ableiten.&lt;br /&gt;
Die Bestimmung der Atommassen über die Hydroxide oder Oxide wurde in späteren Jahren von [[Jöns Jakob Berzelius]] zur Atomgewichtsbestimmung von über 40 Elementen angewandt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Die Mathematik rechnet alle diejenigen Wissenschaften zu ihrem Gebiete, wo es nur Größen giebt, und eine Wissenschaft liegt folglich mehr oder weniger in dem Kreiße der Meßkunst, je mehr oder weniger Größen zu bestimmen sind. Durch diese Wahrheit wurde ich bey chymischen Versuchen öfters zu der Frage veranlasset, ob und in wie ferne wohl die Chymie ein Theil der angewandten Mathematik sey; besonders wurde sie bey der so gewöhnlichen Erfahrung rege: daß zwey neutrale Salze, wenn sie einander zerlegen, wiederum neutrale Verbindungen machen. Die unmittelbare Folgerung, so ich hieraus zog, konnte keine andre seyn, als daß es bestimmte Größenverhältnisse zwischen den Bestandtheilen der neutralen Salze geben müsse.|J. B. Richter|Anfangsgründe der Stöchyometrie oder Meßkunst chymischer Elemente, Erster Theil, 1792 (Vorrede)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[John Dalton]] kannte nachweislich das wichtige Werk von Richter und konnte die [[Atom]]theorie formulieren. Warum Richter die Verknüpfung der Stöchiometrie zur Atomtheorie übersehen hat, bleibt rätselhaft. Vermutlich glaubte er aus philosophischen Gründen (nach Kant) an einen anderen Aufbau der Materie.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wilhelm Ostwald]]: &amp;#039;&amp;#039;J. B. Richter.&amp;#039;&amp;#039; In: Günther Bugge: &amp;#039;&amp;#039;Das Buch der grossen Chemiker.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Chemie, Weinheim 1974, Band I, ISBN 3-527-25021-2, S. 375.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiteren Kreisen (z. B. [[Claude Louis Berthollet]]) bekannt gemacht wurde die Arbeit von Richter durch [[Ernst Gottfried Fischer]] in Berlin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Über die neuern Gegenstände der Chymie.&amp;#039;&amp;#039; Breßlau/Hirschberg ab 1791. (Schriftenreihe).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Anfangsgründe der Stöchyometrie oder Meßkunst chymischer Elemente.&amp;#039;&amp;#039; Erster, Zweyter und Dritter Theil, Breßlau/Hirschberg 1792–1793.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Günther Bugge: &amp;#039;&amp;#039;Das Buch der großen Chemiker&amp;#039;&amp;#039;. Band I. Verlag Chemie, Weinheim 1974, ISBN 3-527-25021-2, S. 369.&lt;br /&gt;
* {{NDB|21|532|533|Richter, Jeremias Benjamin|Stefan Büttner|11651230X}}&lt;br /&gt;
* {{ADB|28|466|467|Richter, Jeremias Benjamin|[[Albert Ladenburg]]|ADB:Richter, Jeremias Benjamin}}&lt;br /&gt;
* C. Poggemann: &amp;#039;&amp;#039;Das idealistisch-romantische Werk „Anfangsgründe der Stöchiometrie“ und dessen philosophische Fundamente in der christlich-platonischen Physiktheologie.&amp;#039;&amp;#039; In: Wilfried Schröder (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Physics and Geophysics with Historical Case Studies (A Festschrift in honour of Karl-Heinz Wiederkehr)&amp;#039;&amp;#039;. Science Edition/Interd. Comm. History IAGA/History Commission DGG, 16. Jahrgang 1997. Heft 2–5, {{ISSN|0179-5856}}, S. 326–345.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikisource}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|11651230X}}&lt;br /&gt;
* Stammbuch 1789–1796 (Universitätsbibliothek Tübingen, Md 660) [http://idb.ub.uni-tuebingen.de/opendigi/Md660 online]&lt;br /&gt;
* [https://www.deutsche-biographie.de/sfz76440.html Deutsche Biografie - Richter, Jeremias Benjamin], (abgerufen am 12. Juli 2020)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=11651230X|LCCN=no/97/77297|VIAF=2579447}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Richter, Jeremias Benjamin}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Chemiker (18. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Jelenia Góra)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1762]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1807]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Richter, Jeremias Benjamin&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Chemiker, Bergbausachverständiger und Privatgelehrter&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=10. März 1762&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Jelenia Góra|Hirschberg]], [[Schlesien]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=4. Mai 1807&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Berlin]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;John Red</name></author>
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