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	<title>Kartause Liegnitz - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;L. aus W.: Kategorie genauer</title>
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		<updated>2025-06-20T19:18:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kategorie genauer&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Positionskarte+ &lt;br /&gt;
|Polen&lt;br /&gt;
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|caption=Die Lage der Kartause auf der Karte des heutigen Polens.&lt;br /&gt;
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{{Positionskarte~ &lt;br /&gt;
	|Polen&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kartause Liegnitz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Kartause Passionis Christi&amp;#039;&amp;#039;; &amp;#039;&amp;#039;Kartause Leiden Christi&amp;#039;&amp;#039;; {{laS|Carthusiensium domus passionis Christi}}) war ein Kloster des [[Kartäuser (Orden)|Kartäuserordens]] in Liegnitz im [[Fürstentum Liegnitz]]; seit 1945 [[Legnica]], [[Woiwodschaft Niederschlesien]] in [[Polen]]. Sie wurde am 1. Januar 1423 vom [[Herzogtum Liegnitz|Liegnitzer]] Herzog [[Ludwig II. (Liegnitz)|Ludwig II.]] gegründet und mit Mönchen der [[Kartäuserkloster Erfurt|Kartause Erfurt]] besiedelt. &lt;br /&gt;
Da es bei der Zugehörigkeit zu kartäusischen [[Ordensprovinz|Provinzen]] nicht auf die geographische Lage, sondern auf die Entstehungszeit ankam, gehörte die Kartause Liegnitz zunächst zu den älteren deutschen Kartausen der oberdeutschen Provinz („provincia Alemannia superior“), später zur niederdeutschen Provinz&amp;lt;ref&amp;gt;Die Angaben hierzu sind in der angegebenen Literatur widersprüchlich&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie war die einzige Kartause im [[Erzbistum Breslau|Bistum Breslau]] und damit in ganz [[Schlesien]]. Unter Herzog [[Friedrich III. (Liegnitz)|Friedrich III.]] wurde sie während der [[Reformation]] 1547 aufgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die Kartause Liegnitz lag vor der Stadt in einem Gebiet, das als „In der Heide“ bezeichnet wurde. Zu ihrer wirtschaftlichen Ausstattung stiftete Herzog Ludwig II. ein [[Vorwerk (Gutshof)|Vorwerk]], das nach einem Vorbesitzer als „Sporrers Gut“ bekannt war, zu dem auch die sogenannte „Winkelmühle“ gehörte. Außerdem überließ er der Kartause den etwa 50 ha großen Koischwitzer See mit zwei Fischern und allen [[Fischereirecht]]en. Aus der Stiftung, zu der auch Liegnitzer Bürger und Breslauer Geistliche beitrugen, sollte der Unterhalt von fünfzehn Mönchen und sechs [[Konverse]]n gesichert werden. Erster Rektor war der aus der Kartause Erfurt entsandte Heinrich/Henricus Frölich, der schon während der Vorbereitungsphase in Liegnitz war und im Februar 1423 wieder nach Erfurt zurückgerufen wurde. Um die Wasserversorgung der Kartause sicherzustellen, einigte sich der Gründungskonvent 1424 mit dem Rat der Stadt über eine Regulierung der [[Kaczawa|Katzbach]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die provisorischen Klosterbauten 1427 fertiggestellt waren, wurde die &amp;#039;&amp;#039;Kartause Passionis Christi&amp;#039;&amp;#039; in den Kartäuserorden aufgenommen und der oberdeutschen Ordensprovinz eingegliedert. Schon ein Jahr später wurde sie zusammen mit den Liegnitzer Vorstädten von den [[Hussiten]] zerstört. Wegen der [[Hussitenkriege]] verzögerte sich der Wiederaufbau, so dass die Klosterkirche erst 1449 geweiht werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit ihrem Testament vom 4. August 1435 bestimmten Herzog Ludwig II. und dessen Ehefrau [[Elisabeth von Brandenburg (1403–1449)|Elisabeth von Brandenburg]] die Liegnitzer Kartause zu ihrer [[Grablege]]. Zugleich erbaten sie von den Mönchen ein jährlich viermal zu feierndes [[Jahrgedächtnis]], für das sie dem [[Konvent (Kloster)|Konvent]] drei Mark Zins vermachten. Am Gedenktag sollten die Mönche gemeinsam im [[Refektorium]] gute Fische mit Weißbrot verzehren sowie einen [[Quart (Maßeinheit)#Breslau|Quart]] guten Wein trinken. Als der Herzog nur ein Jahr später 1436 verstarb, wurde er wunschgemäß in der noch nicht fertiggestellten Klosterkirche beigesetzt. 1447 vertrieb seine inzwischen wiederverheiratete Witwe die Juden aus Liegnitz und vermachte der Kartause mehrere Häuser und Grundstücke des Judenviertels, das unterhalb der [[Schloss Liegnitz|Liegnitzer Burg]] lag. Damit wollte sie vermutlich für die Schulden des verstorbenen Herzogs aufkommen, die der Klosterkonvent beim [[Bistum Konstanz|Konstanzer]] Bischof oder anderen Konstanzer Gläubigern beglichen hatte. Dieser hatte gegen das kirchliche Begräbnis des Herzogs beim Konvent der Kartause Einspruch erhoben, da er ihn zu dessen Lebzeiten wegen der nicht beglichenen Schulden exkommuniziert hatte. Deshalb verlangte er die [[Exhumierung]] des Leichnams und die Beisetzung in ungeweihter Erde. Um die letzte Ruhe ihres [[Stifter|Fundators]] nicht zu stören, beglichen die Mönche die von den Gläubigern geforderte Schuld vermutlich aus eigenen Mitteln. Die Schulden hatte Herzog Ludwig anlässlich seiner in Konstanz gehaltenen Hochzeit aufgenommen, die 1418 während des [[Konzil von Konstanz|Konzils]] im Beisein des [[Römisch-deutscher König|Römisch deutschen Königs]] [[Sigismund (HRR)|Sigismund]] prunkvoll begangen worden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu einem Niedergang der Kartause kam es unter Herzog [[Friedrich II. (Liegnitz)|Friedrich II.]] Er hatte 1534 eine Verordnung erlassen, mit der die Reformation in seinem Herzogtum, das ein Lehen der [[Krone Böhmen]] war, eingeführt wurde. 1536 verbot er die Einreise des [[Visitator]]s Petrus Golitz, der die Wahl eines [[Prior]]s durchführen sollte. 1540 musste der Kartäuserorden seine Liegnitzer Kartause aufgeben, als angeblich wegen der Bedrohung durch die [[Türkenkriege]] alle vor den Stadtmauern gelegenen Bauten, unter ihnen die Kartause, zerstört werden sollten. Die Mönche mussten in das frühere Dominikanerkloster am Breslauer Tor übersiedeln, das nun die Benediktinerinnen beherbergte. Die Kartäusermönche lebten dort von den Erträgen ihres Klosters und wirkten als Seelsorger der Nonnen. [[Novize]]n durften sie keine mehr aufnehmen, so dass der Untergang der Kartause nicht zu verhindern war. Die Bücher der Kartause gelangten an die städtische Petro-Paulinische Kirchenbibliothek und das beschlagnahmte Klosterarchiv vermutlich an das Liegnitzer Schlossarchiv. Die Gebeine des in der Klosterkirche beigesetzten Herzogspaares und ihrer Nachkommen wurden in die frühere [[St. Johannes Baptist (Legnica)|St. Johanniskirche]] überführt, die nun als Schlosskirche diente. Dort ließ Herzogin [[Luise von Anhalt-Dessau (1631–1680)|Luise von Anhalt]], die Mutter des letzten [[Schlesische Piasten|Liegnitzer Piasten]] [[Georg Wilhelm I. (Liegnitz-Brieg-Wohlau)|Georg Wilhelm I.]], 1677 das [[Mausoleum der Schlesischen Piasten]] errichten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1547 hob Friedrichs II. Nachfolger [[Friedrich III. (Liegnitz)|Friedrich III.]] die Kartause auf, wobei das Stiftungsgut an ihn zurückfiel. Die Gebäude waren zu diesem Zeitpunkt bereits abgerissen. Der letzte Mönch Paul Tuchscherer verstarb 1559. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Neuzeit entstand an der Stelle der Kartause der Liegnitzer &amp;#039;&amp;#039;Stadtteil Carthause&amp;#039;&amp;#039;, der später als &amp;#039;&amp;#039;Liegnitz-Ost&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet wurde. 1904–1908 wurde dort für die protestantischen Bewohner nach Entwurf des [[Architekt]]en [[Oskar Hossfeld]] die [[Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche (Legnica)|Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche]] erbaut.&amp;lt;ref&amp;gt;Kościół św. Jacka [http://liegnitz.pl/?OBJ/67 (Kaiser-Friedrich-Gedächtnis-Kirche)], abgerufen am 23. Oktober 2016 (&amp;#039;&amp;#039;polnisch&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurde nach dem Übergang Schlesiens an Polen 1945 im Juni 1946 der evangelischen Gemeinde entzogen und dient seither als Pfarrkirche der Hl. Dreifaltigkeit {{plS|Kościół św. Jacka}} als katholisches Gotteshaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Prioren (nicht vollständig) ==&lt;br /&gt;
Von den Prioren (&amp;#039;&amp;#039;Rektoren&amp;#039;&amp;#039;) der Liegnitzer Kartause sind bekannt:&lt;br /&gt;
* Ordensgelübde in der Kartause Erfurt:&lt;br /&gt;
** Henricus Frölich († 26. Februar 1423 in Erfurt)&lt;br /&gt;
** Petrus de Andernach, als Prior 1427 belegt (vorher Rektor; † 1437)&lt;br /&gt;
** Joannes Ostraw aus Bromberg, als Prior belegt 1445; 1435–1440 Prior in [[Kloster Tückelhausen|Tückelhausen]]; 1448–1453 Prior in Erfurt († 1473)&lt;br /&gt;
** Nicolaus Balderstete, als Prior bezeugt 1467 und 1469 († 1479/80)&lt;br /&gt;
** Jodocus/Jost Christen, Prior nach 1469–1477 und nochmals 1499; ab 1477 Rektor der Kartausen [[Konradsburg]], Erfurt und [[Kartause Martinstal bei Crimmitschau|Crimmitschau]] († 1500)&lt;br /&gt;
* Ordensgelübde in der Kartause Liegnitz:&lt;br /&gt;
** Gabriel aus [[Nysa|Neisse]] (&amp;#039;&amp;#039;Johannes Guntheri de Nissa&amp;#039;&amp;#039;); Studium in Leipzig, wo er den akademischen Abschluss eines [[Sieben Freie Künste|Magisters der Freien Künste]] erwarb; Doktor der Medizin (nach 1471)&lt;br /&gt;
** Wenzeslaus († 1525/26)&lt;br /&gt;
** Joannes, Rektor 1537–1547&lt;br /&gt;
* Ordensgelübde in der Kartause Mainz:&lt;br /&gt;
** Joannes de Steinbach, stammte aus Franken; Prior 1500–1509, anschließend Prior in Mainz, 1516/1517 Prior Koblenz († 1534 in Mainz)&lt;br /&gt;
* Marcus, Prior 1447–1454, 1442 Prior in [[Kartause Královo Pole|Brünn]], anschließend in [[Kartäuserkloster Seiz|Seitz]] († 1454 in Liegnitz)&lt;br /&gt;
* Conradus Melsungen, 1509–1524, anschließend Prior der [[Kartause Eppenberg]]&lt;br /&gt;
* Martinus Keldenbach, Prior 1482–† 1495/96&lt;br /&gt;
* Mathias Kissinger, Nachfolger Keldeberchs, starb ebenfalls 1495/96&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriftstellerisch tätige Mönche ==&lt;br /&gt;
* Hieronymus Broenich († 1474), Verfasser mehrere Marienpredigten, die auch im Druck erschienen &lt;br /&gt;
* Bernhard von Eger (&amp;#039;&amp;#039;Bernardus de Egra&amp;#039;&amp;#039;; † 1493) verfasste einen Dialog über das Lob und die Wunder Mariens&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Heinrich Grüger: &amp;#039;&amp;#039;Liegnitz – Kartause Passionis Christi&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Breslau&amp;#039;&amp;#039;. Band&amp;amp;nbsp;XXX, 1989, S. 45–53.&lt;br /&gt;
* Harald Goder: &amp;#039;&amp;#039;Die Kartause Liegnitz in den Generalkapitelsakten des Kartäuserordens&amp;#039;&amp;#039;. In: Reimund Haas u. a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Im Gedächtnis der Kirche neu erwachen. Studien zur Geschichte des Christentums in Mittel- und Osteuropa&amp;#039;&amp;#039;. 2000 Böhlau Verlag, S. 9–38.&lt;br /&gt;
* Rafał Witkowski: &amp;#039;&amp;#039;Legnica/Liegnitz&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Monasticon Cartusiense&amp;#039;&amp;#039;, hrsg. von [[Gerhard Schlegel (Historiker)|Gerhard Schlegel]], [[James Lester Hogg|James Hogg]], Band&amp;amp;nbsp;2, Salzburg 2004, 389–393.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|NS=51.20511|EW=16.18193|type=landmark|region=PL-02}}&amp;lt;!-- nach http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/71055278/df_dk_0010001_4763_1933 auf Vorstadt Carthaus --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemaliges Kartäuserkloster in Polen|Liegnitz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sakralbau in der Woiwodschaft Niederschlesien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk in Legnica]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Organisation (Legnica)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum in der Woiwodschaft Niederschlesien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sakralbau in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klostergründung 1423|Liegnitz]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;L. aus W.</name></author>
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